Wege von einem Burschen ungehalten, zu Boden geworfen imb feiner Uhr beraubt. Als Töter wurde der 24 Jahre alte Taglöhner Leop. Keller ans Wichsenstein verhaftet. — Der Dachdecker Cl>r. Lang in Frankfurt stürzte vom Dache des Hanfes Biberstraße Nr. 9 auf die Strane und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Das Unglück vassierte dadurch, daß ein Gurt riß. Lang war verheiratet und Pater mehrerer Kinder.
Dermifcbtes*
• Paris, 27. März. Wie der „Gaulois" mitteilt, sind kürzlich mehrere Depeschensäcke, die vom Marineministerium an die Marinestationen des Indischen Ozeans und des äußersten Ostens adressiert waren, von Bord des Postschiffes verschwunden. Die Untersuchung hat bisher zu dem Ergebnis geführt, daß die Verantwortlichkeit dafür die Postbeamten betreffe und daß die Säcke zwischen Port Said und Dschibuti abhanden gekommen sind.
* Ein Pantoffelheld wurde am Sonntag früh in Erfurt polizeilicherseits im Glacis durchnäßt uud zitternd vor Frost aufgegriffen und nach der Polizeiwache gebracht. Man fand 18 Sparkassenbücher bei ihm vor. Klagend bat der Mann, man möge ihn vor seiner Frau schützen. Dieser sei er, unter Mitnahme der Bücher, am Freitag entlaufen. Die bald herbeigerusene „bessere Hälfte" erging sich, redebeflissen, in einer ernsten Philippika und nahm den weinenden Mann mit. Dieser rief wiederholt laut: „Frau, tu mir nichts, es soll nicht wieder vorkommen!" Was zu Hause geschah, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit.
*DerDurchstichdesSimplontunnels. Wir wollen heute einige Zahlen anh'tbren, in denen der geleistete Kraft- und Arbeitsauiwand in deutlicher Weise zum Ausdruck kommt. Bis ftitr Durchichlagstelle beträgt die Länge des Nordstollens 10,382 in, die des Südstollens 9388 m gleich 19,770 m totalen Länge, auf der Nordseite beträgt der Materialausbruch rund 570,000, aus der Süd' feite rund 500,000 Kubikmeter. Zur Loslösung dieser Gesteinmenge mußten auf der Nordseite 155,000 Maschinenborlöcher mit einer Gesamttiefe von 200,000 m und auf der Südseite 195,000 Ma° schinenborlöchei mit einer Gesamttiefe von 260,000 m g-bobrt werden, weit größer noch ist aber die Zahl der Handbohrungen, auf der Nordseite betrug fie 1^/, Millionen, auf der Südseite 2,100,000. Bei dieser Arbeit wurde die enorme Zahl von 1,980,000 Maschinen und 23,950,000 Handbohrschneiden verbraucht. Zur Sprengung der Bohrlöcher wurde Dynamit verbraucht und von diesem Material wurden auf der Nordseite 552,000 und auf der Südseite 790,000 kg verbraucht. Die Zahl der benötigten Zündkavseln beträgt gegen 4,000,000 und die verbrauchten Zündschnüre hatten eine Länge von 5300 km. Schließlich ist noch die auf der Südseite abfließende Wassermenge seit dem großen Ausbruche vom 30. September 1901 bis zum Tage des Durchschlages sorgfältig gemessen worden, und die durchschnittliche Berechnung ergab für den Tag das enorme Quantum von 86,400 Kubikmetern, während der 1242 Tage also die schier unfaßbare Menge von 104‘/2 Millionen Kubikmetern oder bet 10 m Tiefe und 100 m Breite einen Fluß von 104 km Länge. Auf der Nordseite betrug die abgelaufene Wasiermenge etwa die Hälfte jener der Südseite.
* KleineTageschronik. Bei einer Schlägerei in S t ru s s o w «Pommern) erschlug der Arbeiter Mancke in der Dunkelheit versehentlich seinen taubstummen Bruder. — An einem zu- gemauerten Schacht der abgelegten Grube Nordfeld (Pfalz) machten sich einige junge Burschen von Frankenholz ztt schaffen, weil an dem Schacht schlagende Wetter ausbrachen. Ein von ihnen entzündetes Streichholz verursachte eine furchtbare Explosion. Drei der Burschen wurden sofort getötet, 2 schwer verletzt, von denen einer noch auf dem Transport nach dem Krankenhause starb — Bei Bordeaux wurde an einem Bahnübergänge ein Gefährt, in dem mehrere Personen saßen, von einem Zuge ersaßt und timgeschleudert. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getötet, 3 Personen schwer verletzt. — In Pirmasens überfiel der Schtthmacher Korz seine Ehefratt, Mutter von 7 unmündigen Kindern, und verletzte sie durch Messerstiche in die Brust tätlich. Dann brachte er sich selbst schwere Verletzungen bei. — Nach Meldungen aus B u d w e i s wurde gegen ben zwischen dem Bahnbof und dem Artillerie-Depot der Militärbahn verkehrenden Zug ein Attentat ausgeführt. Ein 15 jähriger Junge hatte eine Schiene auf das Geleise geschleppt kurz bevor ein Zug mit 300 000 Patronen die Stelle passirte. Glücklicherweise gelang es, den Zug zum Stehen zu bringen, nachdem er die Schiene bereits 30 Meter vor sich hergeschoben hatte, sodaß eine Katastrophe verhindert wurde. — Bei Apenrade sind drei Fischer aus Eckernförde bei Ausübung ihres Berufes ertrunken.
Kniverstläts-Dachrichten.
— Die „Nordd. Allg. 3ta/' schreibt, daß die Bestrebungen zur Bildung eures Ausschusses der Studierenden unter dem Namen „Verband der S tu denken schäft der Technischen Hochschule zu Hannover noch nicht über das Stadium der Vorverhandlungen gediehen seien. Hierzu erfiärt der Rektor Geh. Rat B a r k h a u s e n: An der oHchschule hat sich ein „Studentenverband an der Technischen Hochschule zu Hannover" gebildet, welcher die konfessionellen Verbindungen nicht umfaßt uitb dessen Statutenentwurf und Liste der Ausschußmitglieder Rektor und Senat zur Genehmigung vorliegen. Der Ausschuß hat mit vorläufiger Genehmigung bereits seine Tätigkeit begonnen. — Es handelt sich also nicht um einen offiziellen Ausschuß der Studentenschaft, sondern um einen Zusammenschluß der nicht konfessionellen Verbindungen und freien Wissenschaft.
— An der Universität Göttingen hat sich eine weitere katholische Verbindung unter dem Namen „Unitas" gegründet.
Kunst und Wissenschaft.
Brüssel, 27. März. Der Kapitän Gerlache, welcher seinerzeit die Expedition nach dem Südpol führte, hat die Leitung der Expedition des Herzogs von Orleans nach dem Franz Joseilande und Spitzbergen übernommen. Der Kapitän beschäftigt sich bereits mit b?r Organisation d?r Ervedition und reift zu diesem Zwecke nach "Norwegen.
KcricItssaak.
Koblenz, 27. Marr. Wegen Gehör samv er Weigerung vor versammelter Mannschaft verurteilte das Kriegsgericht ber 15. Division den Musketier K. vom Inf.-Regt. Nr. 28 zu 2Monaten Gefängnis. Dem Angeklagten war beim Nach- errj’eren ausdrücklich befohlen worden, Hurra zu rufen; als Grund für seine Weigerung gab er an, außer Atem gewesen
Sbannober, 27. März. Die Strafkammer verurteilte heute den E h e f r e d a k te u r Jacobi vom „Hannov. Cour." wegen Beleidigung der katholischen Geistlichkeit im Saargebiet anläßlich eines Berichtes über den Hilger-Lehnen- Prozeß zu 200 Mark Geldstrafe nebst den Kosten.
Stuttgart, 27. März. Der „Simplicissimus"- Ncdakteur Linnekogel und der Schriftsteller Dr. Ludwig Thoma, beide in München wohnhaft, hatten sich heute vor der hiesigen Strafkammer wegen Beleidigung der Königsberger Polizei zu verantworten. Die Beleidigung wurde erblickt in einem Artikel des Simpli cstsimus von: 14. März 1904 mit der Ueberschrift „Staatshoheit, .lct <5taat^ aiiwalt beantragte eine Geldstrafe von je 100 Mark, das Gericht gelangte jedoch zu einem freisPrechenden Urteil unter Ueberuahme der Kosten auf die Staatskasse. Der Prozeß kam in Stuttgart zur Verhandlung, weil hier der Lrmplicisstmus gedruckt wird.
ßisenöahn-Acitung.
— Die bisher als Versuche in estrigen T-Z ugwagen eingeführte Einrichtung, eine größere Ai:zahl kleiner Handtücher und S e i f e st ü ck ch e n in den Waschräumen zur iinentgeltlichen Benutzung vorrätig zu halten, wird jeM auf sämtliche D-Zugwagen der preußisch-hessischen Staatsbahnen ausgedehnt. Die Seife befindet sich 'in einem kleinen, antomaten ähnlich en Behälter, und die Handtücher sind in einem Schränkchen untergebracht. Zur Aufnahme der gebrauchten Handtücher dient ein Drahtkorb. Im Zuge ist ein Reservebestand von Handtüchern und Seifenstückchen vorhanden. Die bisher gegen Geldeinwurf zur Vcrfi"'""N" stcb-mdrn Automaten werden beseitigt.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
von der Reichsbcmk-Hauptstelle in Straßburg i. Els. ab-
eine
Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau
213.10
245.90
143.80
245.00
208.40
Tendenz: ruhig. — Reichsbank. Am 10. Avril wird
212.90
245.80
143.62 24420
208.00
Berliner Börse vom 27. März 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/« Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
hängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und de
in H a g e n a u i. Els.
schränktem Giroverkehr eröffnet werden.
Spielpla« der vereinigten frankfurter Stadttheater. Overndans.
Dienstag den 28. März *): „Der Bajazzo." hierauf: „Cavalleria rnsticana.“ Mittwoch den 29. März: Einmaliges Gastspiel der Frau Ottilie Metzger-Froitzheim vonr Stadttheater in Hamburg: „Samfon und Dalila." Donnerstag den 30. März: „Ter Wildschütz. Freitag den 31. März geschlossen. Samstag den 1. April: „Jphigenia in Aulis." Sonntag den 2. April, nach- inittags halb 4 Uhr: „Die Fledermaus." Abends 7 Uhr: „Der fliegende Holländer." Montag den 3. April: „Der Waffenschmied.?'
Schauspielhaus.
Dienstag den 28. März: „Der Kanadier." Vorher: „Tie Tochter der Semiramis." Mittwoch den 29. März, nachmittags halb 4 Uhr: Schüler-Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Wilhelm Tell." Abends 7 Uhr: „Der Hüttenbefitzer." Donnerstag den
30. März, abends halb 8 Uhr: „Alt-Heidelberg." Freitag den
31. März: „König Richard II." Samstaa den 1. April: Zum
ersten Male: „Die alte Geschichte." Sonntag den
2. April, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Kilometerfresser." Abends 7 Uhr: „Die alte Geschichte." Montag den 3. April: „Zapfenstreich."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
KirckliÄe Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
In der Fohanneskirche.
Mittwoch den 29. März, abends 6 Uhr:
4. Passions-Andacht.
Pfarrer Euler.
AiSM ans bin Stßnbtsamfsrrnifltrn btt Siebt Gikßm.
Aufgebote.
März 16. Wilhelm Emanuel Jakob Louis Heppert, Eisendreher dahier, mit Auguste Pauline Henkel in Rüsselsheim. — 18. Karl Konrad Friedrich Martin Mahr, Schlosser dahier, mit Margarete Katharine Euler in Daitbringen. — Karl Rheinemann, Eisenbahnwerkmeister in St. Wendel, mit Emilie Schmalenbach dahjer. — Max Walldorf, Schausteller dahier, mit Katharine Weber Hierselbst. —Adam Christian Hofmann, Postbote dahier, mit Marie Christiane Müller hierselbst. — 20. Heinrich Konrad Geyer, Schmied in Düdelsheim, mit Hermine Friederike Anna Holzapfel dahier.— Georg Gottlieb Stark, Zigarrenfabrikant dahier, mit Marie Elisa- bethe Poths in Darmstadt. — 21. Johann Philipp Kindinger, Postbote in Darmstadt, mit Katharine Marie Friederike Schäfer dahier. — 22. Karl Hubert, Sergeant in Lahr, mit Katharine Dönges dahier. — 24. Wilhelm Förster, Taglöhner dahier, mit Anna Elisabeth Schneider hierselbst.
Eheschließungen.
März 18. Johann Georg Spa ar, Bremser i. P. dahier, mit Katharine Schneider, geb. Jünger, hierselbst. — Karl Georg Max Göbel, Gärtner dahier, mit Elisabethe Katharine Stühler hier- selbst. — Karl Herr, Dienstknecht dahier, mit Elisabete Margarete Walther hierselbst. — Adam Dobus, Schuhmacher dahier, mit Luise Katharine Münker hierselbst.
Geborene.
März. 12. Dem Taglöhner Wilhelm Keiner ein Sohn Louis Friedrich. — 14. Dem Schlosser Franz Wirker eine Tochter Anna Maria. — 14. Dem Kutscher Karl Heinz ein Sohn Adolf Wilhelm. — 16. Dem Heizer Johann Georg Eisenacher eine Tochter. — 17. Dem Schneider Johann Peter Wämser eine Tochter Elisabeth. — 19. Dem Lokomotivheizer Karl Alt eine Tochter. — Dem Tag- löhner Karl Meisel eine Tochter Marie Karoline. — 20. Dem Fuhrknecht Johann Barth eine Tochter Margarethe Elisabeth und ein Sohn Johann Heinrich. — Dem Bäcker Samuel Katz ein Sohn Siegfried. — 21. Dem Packmeister Johannes Stehling eine Tochter Marie Emilie.
Gestorbene.
März 17. Sofie Haubach, geb. Lony, 81 Jahre alt, Rentnerin dahier. — 18* Julius Lony, 28 Jahre alt, Kaufmann dahier. — 19. Marie Georgine Pröschhold, geb. Noll, 64 Jahre alt, Witwe des Schlossermeisters Richard Pröschold dahier. — 20. Justus . Emil Lenz 53 Jahre alt, Gasttvirt dahier. — Johannette Isabelle Ziegler, geb. Kreich, 75 Jahre alt, Witwe des Packmeisters Friedrich Ziegler dahier. — 21. Meta Germann, 22 Jahre alt, ohne Berufs dahier. — 22. Georg Fischer, 58 Jahre alt, Taglöhner dahier — 23. Wilhelmine Heck, geb. Herdt, 70 Jahre alt, Ehefrau des Kohlenhändlers Johann Jost Heck dahier. — 24. Anna Katharine Jung, geb. Friedrich, 59 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Heinrich Jung dahier.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Boranssichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 29 März 1905: Zunächst aufheiternd, später wieder zunehmende Bewölkung und stellenweise geringer Regen. Nach kälterer Nacht tagsüber milder.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
ßtrigtttaf-Draöfmefbunflett.
R.B. Darmstadt, 28. März. Der Großherzog hat dem Präsidenten des Landgerichts der Provinz Rheinhessen, Adolf Lipp old in Mainz zum Mitglied der Ersten Kammer der Stände auf Lebenszeit berufen. — Der Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Friedberg, Medizinalrat Dr. Ludwig Matthias ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt morden.
H <rrnburg, 28. März. Auf dem englischen Petroleum- Dampfer Bloomfield", der wegen eines Maschinenschadens nach der Reede Brunshausen geschleppt worden war, ist ein O b e r- mafchin ist beim Hinabsteigen in die unteren Räume von ans- strömenden Gasen betäubt und sofort getötet worden. Der nachfolgende Schiffszimmermann wurde gleichfalls betäubt, konnte aber noch rechtzeitig gerettet werden
Paris, 27. Marz. Die Akademie der Wisien- schasten wählte den Professor van t' Hoff- Berlin-Char
lottenburg zum korrespondierende-n Mitglied
Eanea, 27. März. (Reuter.) Der Präsident der provisorischen Rationalversanuulung, Papayaimakis, erließ eine an die Konsuln gerichtete Proklamation, in der erklärt wird, daß das kretensische Volk, welches nach einem System, das beinahe Absolutismus sei, regiert werde, Vertreter zu einer allgemeinen Versammlung berufen habe, welche die Vereinigung Kretas mit Griechenland proklamierte. Die Proklamation bringt den Dank gegen die Mächte zum Ausdruck und bittet in Erwägung der Forderung der Zivilisation davon abzustehen, den gegenwärtigen Zustand mit Gewalt aufrecht zu erhalten. Die Nationalversammlung proklamiere die Vereinigung mit Griechenland mit Ausnahme der Teile der Insel, welche im Jahre 1897 von den internationalen! Truppen besetzt wurden.
Lissabon, 27. März. Heute vormittag gegen 10 Uhl empfing der Dampfer „Hamburg" durch Funkentelegraphie folgende Depesche:
„Leurs Majestbs le roi et la reine, la famille royale et le gou* vernement portugais salouent Sa Majest6 l’empereur Guillaume ä. son arrivee au Portugal.“
Der Kaiser antwortete sofort ebenfalls durch Funkens telegravhie mit folgender Depesche:
„Sa 3Iaieste le roi — Lisbonne Je m’empresse de remercier Votre Majestö, ainsi que trüte la famille royale et le gouvernement portugais d*1 l’aimable t616gramme de bienvenue que vient de me parvenir. Je suis henrenx de pouvoir en quelques henres presenter mes hommages ä leurs MajestSs et voir le beaupays dont j’admire en ce moment les mng -ifiqnes cötes. Guillaume.“
Lissabon, 28. März. Der Kaiser und der Köni^ benutzten zur Umfahrt eine altertümliche vergoldete Gala-- karosse. Am Abend war das Innere der Stadt großartig illuminiert. Die Triumphbogen zeigten die flammende Inschrift „Salve Germania". Auch die beiden deutschen Schiffe sowie die portugiesischen Kriegsschiffe hatten illuminiert. Der Kreuzer „Friedrich Carl" beleuchtete durch seine Scheinwerfer den Landungsplatz. Eine ungeheure Volksmenge bewegt sich durch die Straßen. Elektrisch illuminierte Straßenbahnwagen mit Musikkapellen durchfuhren die Stadt. Jnv Saco de Belem empfing der Kaiser das diplomatische Korps., Später war bei der Königin-Witwe Galadiner, ouf welches ein Hofkonzert folgte. Zu diesem waren außev dem Gefolge auch die Gäste des Kaisers aus seiner Mittelmeerreise geladen. — Der Kaiser hat König Karl die Kette- zum Schwarzen Adlerorden und Königin Amalie den Luisen- orden mit der Jahreszahl 1813/14 verliehen.
Rom, 27. März. In der Ansprache ein das Kardinalskollegium sagte der Papst: Wir haben uns schon mit Euch beklagt, daß in Frankreich der Religion sehr schädliche Bestrebungen im Werke sind. Wir haben weniger wegen der Absicht der Aufhebung des vorn Papste und der Regierung der Republik am Beginne des verflossenen Jahrhunderts zum gemeinsamen Wohle des Staates und der Religion abgeschlossenen Vertrages Klage geführt, als wegen der Absicht der dauernden Trennung von Staat und Kirche in Frankreich, trotzdem wir mit allem Eifer und in jeder Weise bis in die letzten Tage uns bemüht haben, ein so großes Unglück abzuwenden und trotzdem es unser Wille ist, unsere Versuche fortzusetzen. Denn nichts liegt uns ferner als der Wunsch, uns dem geschloffenen Vertrage zu entziehen. Ist die Angelegenheit doch mit solcher Leidenschaft betrieben worden, daß mein glauben muß, daß cs in kurzem zu einer Katastrophe kommen müsse. Wir be-j dauern tief das Los des französischen Volkes, welches wir von ganzem Herzen lieben. Denn jeder Schaden, welcher dis Kirche trifft, hat Rückwirkung auf das öffentliche Wohl im allgemeinen. Nicht nur die französischen Katholiken, für welche die Verteidigung der Kirche eine heilige Sache feinj muß, haben die Pflicht, daran zu denken, damit ein so großes^ Unglück dem Vaterlande erspart werde, sondern auch! alle diejenigen, welche den Frieden und die Ruhe im Staatsleben wünschen. — Die Ansprache gedenkt dann in Ausdrücken der tiefsten Trauer des in O stasi en wütenden Krieges und spricht den Wunsch, aus, daß die Fürsten und Völker sich vom Geiste der Ein-^ tracht leiten lassen möchten. Die Leiden, die die Menschheit! allenthalben zu tragen habe, seien so zahlreich und so schwer,, daß sie nicht noch durch blutige Kriege vermehrt werden/ sollten.
Petersburg, 28. Mürz. Der Muni^ipcrlrat von Paltat beschloß seinen Dank beit Personen ausz-ndrücken, welche die Ver-, teidigung der Bürger übernommen haben, nachdem sich die völlige- Unfähigkeit der Polizei herausgestellt habe, Personen und ihre Habe zu schützen. Es wurde beschlossen, eine Selbstverteidigung zu organisieren. Im Kreise Njeshine deÄ Gouvernements Tschemigow sind Bauernnnruhen ausge- brochen. Heute wurde ein Sonderzug mit Truppen dorthin ge-> schickt. — Infolge des drei Wochen wäb-restden Ausstandes bet; Arbeiter der Neuen russischen Hüttenaesellschafi in Jucowka wurde' das Werk auf unbestimmte Zeit geschlossen. 14 000 Arbeiter be§| Hüttenwerkes und der Minen kehrten in ihre Heimat Mrück nach-, dem sie a bgelohnt waren.
Warschau, 28. März. Einer der verletzten P o l i z^st em ist gestorben. — 30 Student en drangen in eine schule der Vorstadt Bn.idno und forderten die Schließung der Schule bis zur Nationalifienma. Als die Lehrer dies ablehnten, wurden bie> Schüler mit Gewalt beriagt
— ni.—' II ■
Telephonischer* Kursbericht.
Frank fort a. H., 28. März.
3’AjO/q Reiohsanleibe . . 101 80 3 S do. ... 91 10 3l',% Konsols .... 101.75 so/0 do 91.05 8l/f% Hessen .... 100.20 31/, % überliessen . . . 99.00 4 % Oesferr. Go’drento . . 102 40 4‘/n % Oesterr. Silberrento 101.30 4°(j Uns’ar. Goldrente • • 100.05 4°'n Italien. Rente , , • 105.75 31Z2% Portugieser » . . 67.90 p/ Portugiesen. .... 67,70 4% C. Türken .... —.—
Türkenlose 135.20
4% Griech. Monopol.-Anl. 52.00 4l/2% äussere Argentiner 45.20
?,o/0 Mexikaner ...» 36 W
Chinesen .... 96.50
Electric. Schuckert ... 139 70
Nbrdd Lloyd . . . , 118.30
Kreditaktien .... 212 80
Diskonto-Kommandit. . , 188 00
Darmstädter Bank . , 143 50
dresdener Bank .... 158 30
Berliner Hande^ges. . . 162 80
Oesterr. Staatsbahn . . . 141.30
Lombarden 17 20
Gotthardbahn .... 190.20
Laurahütte 265.50
Bochum 244.75
Harnener 208 50
Staatschatzscheine . . . —*— iiz: ruhig.
Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik. äS


