Ausgabe 
31.1.1905 Zweites Blatt
 
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3 Star., Kernstücke 33 Mk. (18, 30. 36), ganze Haute, Kopfseite rc. 80 Mk. (18, 30, 36). Leder zu Treibriemen 22 Mk. (18). Schweins- [cber 18 Mk. (18), Kalbleder 13 Kilo intturfarbiges 25 Mk. 1.8,36), mrderes 40 Mk. (18,36). Zu geschnittenes Hcmdschuhleder ittb Lederhandschuhe 125 Mk". (100). Möbel und Möbelteile, gwbe, Weichholz roh 4,50 Mk. (3), grobe Möbel und Möbelstücke ioumiert, bearbeitet 15 Mk. (10). Pa-Pier, Halbzeug aus »olz, Sttoh usw. 1,25 Mk. (1 Mk.). Pappen aus Holzstoff 1,50 Mk. (1 Mk.). Pflastersteine aus Hellem, grauem Granit, nicht über 350 000 Doppelzentner jährlich aus Oesterreich frei (frei), im übrigen 20 Pfennig (frei). Eisen, und zwar schmiedbarer Guß, Schmiedestücke rc. roh nach Gewichtsstaffeln 3,50, 3,75, 4,50, 6 Mk.; (3 5, 6 Mk. nach Beschaffenheit); desgleichen bearbeitet 5,50,

' 7 10, 13 Mk. .(5, 6, 10, 24 Mk. nact)! Beschaffenheit). Eisen- bauteile 4,50 Mk. (3, Mk.). Feilen nach der Länge 28, 20 Mk.

15 Mk.). Kratzenbefchläge 40 Mk. (36). Maschinen, Dampfma­schinen und einzelne andere Kraftmaschinen rc. nach Gcwichts- staffeln 11, 7,80, 6, 5, 4,50, 3,50 Mk. (bisher nach Beschaffenheit > 50 3, 5, 8 Mk.). Tampffnaschinen zum Schiffbau frei (frei). Lpinnereimaschinen 4 Mk. (3,50 Mk.). WebMhle 4 Mk. 3,50). Werkzeugmaschinen nach Gewichtsstaffeln 12, 8, 6, 5, 4 Mk. (nach Beschaffenheit 2,50, 3, 5, 8 Mk). Dynamomaschinen nach Ge- wickitsstafseln 9, 6, 5, 4 Mk. (bisher nach Beschaffenheit 2,50, 3 5 8 Mk \ Motorwagen, Motorfahrräder nach Gcwichtsstaffeln 100/ 75', 70, 40, 25. 15 Mk. (bisher 8 Mk. oder nach Be- lu.afffnheit.^ D^tge-naintlen führt dieNorddeutsche" noch zahl­reiche andere Positionen cm, bei denen die neuen Verttagszölle sich von den alten unterscheiden.^

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt /ms heute:

Ter Entwurf zum deutschen Zolltarif und die Handelsver­träge, beide mußten infolge einer Indiskretion früher veröffent- IW werden, als die Regierung in Aussicht genommen hatte. Tie Presse schickte sich an, das sorgfältig und feierlich gehütete Geheimnis zu enthüllen. Das duldete die Autorität der Regierung mcht, und so lief die Etliche Veröffentlichung der vorzeitigen tet Journalisten den Rang ab. Dabei konnte sich die Regierung noch einen weiteren Vorteil zu nutze machen. Sie konnte aus dem gewaltigen Material der Handelsverträge das zusammen- slollen, was sich gut ausnahm und das andere nachttäglicher Be­trachtung überlassen. Auch hier ist der erste Eindruck der ent- sck?cidende. Wir wollen nicht sagen, daß bei dem Arrangement der neuen Handelsvetträge das Licht gerade reichlich verteilt und der Schatten vergessen worden ist. Aber man erfährt zunächst nur, was Deutschland- bekommen hat und sehr wenig von dem, was es an die Verttagsländer als Gegenleistung aufgewendet h2t. Diese Kehrseite der Medaille wird noch genauer zu prüfen sein. Dann erst läßt sich beurteilen, ob die Vetträge im großen urd ganzen günstig für das deutsche Reich sind. Immerhin er- lennt man einstweilen ziemlich klar, daß JndustrieundHan- del für die Landwirtschaft die Zeche zu zahlen haben. Die Eisen-, die M a s ch i n e n i n d u st r i e, die Textil- und die chemische Industrie, ja sogar die Schöpfungen der Kun st u nd des Kunstgewerbes befinden sich vor der unerfreulichen Aussicht höherer Zollschranken. Es handelt sich um manche Ware, bei der das Ausland nicht mit einigem Anspruch ouf Glaubwürdigkeit geltend machen tarnt, seine, des Auslandes, Industrie bringe diese Ware ebenso gut und ebenso preiswert hwvor. Zum Beispiel, die russische Industrie führt, ttotz aller Bevorzugung und Aufmunterung, und ttotz des in ihr an­gelegten beträchtlichen französischen Kapitals, ein sehr unbefrie­digendes Dasein. Tie Qualitätsware muß aus dem Ausland, insbesondere aus Deutschland, bezogen werden. Gleichwohl weisen die russischen Zölle auf deutsche Jndustrieprodukte zahl­reiche und wichtige Erhöhungen auf. Ebenso haben Oesterreich-Ungarn uno die Schweiz die I n d u st r i e- ;ölle in die Höhe geschraubt. Glimpflicher sind Lür bei Italien daoongekommen. Wer will bestreiten, daß bei Llledem das, was man .Revanche" nennt, mitgespielt hat? Deutschland unterbreitet den Staaten, die vorzugsweise land­wirtschaftliche Erzeugnisse ausführen, einen gesal­zenen Tarif. Was war einfacher, als unserer Industrie mit ebenso gesalzenen Tarifen zu Leibe zu gehen?

Ball-Neuheit en

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Seiden-Griecler-Zürich.

Es ist noch alles Mögliche, daß unsere Unterhändler hier und da eine Ermäßigung erziett haben. Daß die neuen Handelsverträge vorzugsweise auf die Landwirtschaft zugeschnit­ten ffnd, geht auch 'aus dem Inhalt der heutigen Sonderbeilage derNordd. Allg. Ztg." hervor. Mit aller Ausführlichkeit und Liebe wird- auseincntdergesetzt,welche Vorteile der Landwirtschaft künftig geboten werden und unter «welchen Bedingungen sie zu arbeiten haben wird". Von den der Industrie gebotenen Vorteilen sagt die offiziöse Zusammenstellung nichts, sie teilt lediglich eine Reihe industrieller Tarifpositionen mit. Unwirsch schreibt die ,Mationalztg." heute abend: Der Charakter der neuen Ver­träge ist durch und durch agrarisch. .Trotzdem könne die Regierung nicht-auf Dank der Agrarier rechnen. Diese ''Annahme findet eine prompte Bestätigung, indem die Tagesztg.", das Organ desBundes der ßanbtoirtc", soeben nach Aufzählung eines langen Verzeichnisses von Fehlern und Unterlassungssünden zu dem Schluß kommt: In den bisher be­kannt gewordenen Punkten sind die neuen Verträge doch weit hinter den geringsten Erwartungen zurückgeblieben, die man nach den Darlegungen der Vertteter der Regierung hegen konnte. . . . Von der ^Tagesztg." kann die herbe Krittk allerdings kaum überraschen. Aber auch die konservativeKreuzztg." hat sich noch nicht zu einer Anerkennung der agrarischen Vertrüge ver­standen. Mait könne sich noch kein abschließendes Bild machen. Graf Bülow wird sich ein ,^schließendes Bild" schon jetzt machen können, -daß sein Bemühen, die Landwirtschaft durch die neuen Verträge zu beglücken, nicht gelungen ist.

Zum deutsch °* ö streicht scheu Handelsverträge hört diePost", daß der Veterinärzoll für Schweine 9 Mk. pro Doppelzentner beträgt.

Zum deutsch-russischen Handelsverträge be­merkt dieNowoje Wremia", daß die deutschen Getteidezölle eine neue schwere Steuer im Bettage von IS1/* Millionen Rubel für die russischen Landwirte jährlich bilden. Die Steuer mache, den Anbau von Roggen und Hafer für die russische Landwirt­schaft verlustbringend, werde daher einen großen Um­schwung im russischen Getreidebau Hervorrufen._______________

Vermischtes.

* Berlin, 30.Jan. Die polizeilichen Ermittelungen in Sachen der Lichtenberger Mordtat haben heute ein bedeutendes Ergebnis zu Tage gesördert. Unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft ist der Arbeiter August Budach, der zusammen mit der Conrad bei dem Gärtnereibesitzer tätig war, heute von seiner Arbeitsstelle von der Polizei weggeholt worden. Die Vernehmung hat eine solche Fülle schwer belastenden Materials gegen Budach ergeben, daß an seiner Schuld kaum zu zweifeln ist.

Ein Eisenbah nunsall in Thüringen. Auf der Strecke ErfurtWutha ist am Montag zwischen Schönau und Rückstädt ein Teil des Güterzuges abgerissen und blieb auf der Strecke zurück. Ein später abfahrender Güterzug, der die zurückgebliebenen Wagen holen wollte, lief auf diese auf. 4 Wagen entgleisten und sind stark beschädigt. Personen sind nicht verletzt.

* Ein blutiger Krawall in Mannheim, der nach und nach in eine förmliche Straßenschlacht ausartete, spielte sich Sonntag nacht ab. Ca. 200 Personen hatten sich an­gesammelt, von denen ein großer Teil an der Schlägerei aktiven Anteil nahm. 8 Verletzte suchten allein das All­gemeine Krankenhaus auf mit Stich-, Schlag- und Hieb­wunden. Einem wurden zwei Finger fast vollständig durch­schnitten. Zahlreiche Verletzte mit leichteren Wunden haben jedoch das Allgem. Krankenhaus gar nicht in Anspruch ge- nonimen. Selbst im Wartesaal des Krankenhauses hielten die verwundeten Exzedenten noch keine Ruhe und inszenierten

doirt wieder eine Prügelei, so daß telephonisch PoNzej requiriert werden mußte.

Kunst und Wissenschaft.

Der Direktor des Leipziger städttschen Theaters, Hofrch Mar Staegemann ist am 29. ds. Mts. gestorben

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'hpielplarr der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch den 1. Februar*,:Der Waffenschmied/ Donners­tag den 2. Februar:Helena/ Hierauf:La Caprera/ Freitag den! 3. Februar geschloffen. Samstag den 4. Februar:Götz von Beülichingen/ Sonntag den 5. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: Blondelfchen". Abends 7 Uhr:Der Bajazzo/ Hierauf: Cavalleria rusticana. Montag den 6. Febr.:Das Schwalbennest/ Schauspielhaus.

Mittwoch den 1. Februar *):Faust", 2. Teil. (2. Wend). Donnerstag den 2. Februar: Gastspiel der Frau A. Sorina: Mopna Varma." Freitag den 3. Februar: Gastspiel der Frau A. S 0 r m a:Liebelei/ Vorher:Jphtas Tochter." Samstag den 4. Februar: Gastspiel der Frau A. Sorma:Die ver- funkene Glocke." Sonntag den o. Februar, nachmittags halb 4 Uhr: Famrlientag/ Abends 7 Uhr:Faust", 2. Teil. Atontag der, 6. Februar:Faust", 2. Teil. (2. Abend).

*) Anfang, wenn nicht arrders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft.

Markte.

Gießen, 31. Jan. Marktb ertcht. Auf heutigem Wochertmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.800.90 Mk., Hühnereier 1 St. 89 Vfg. 2 Stck. 1500 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Kasematte 2Stck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsenpr.Liter 32 Pfg.,Taubenpr.Paar0,800,90Mk.,Hühner pr.St. 1,001,60 Mk^ Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 5565 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,006,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,0010,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 All., in Körben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 0000 Pfg

Zwetschen per Zentner 0.000.00 Mk. Btrnen per ZenMer 6 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15. Marktzeit 82 Uhr.

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Die Marktpreise für Bieh uud Frucht uud die Gietzeuer Fleisch- uu- Brotpreise am 30. Januar 1905.

Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. 9)1

Fleischpreise in Gießer»

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 7072 Atk.

/, Kg. Schlachtgew. 8183 Pf.

7» 1, ,, 5960

7, Kg. 70-80 Pfg.

7. , 70-74 , 7, v 60-72

Getteidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Wetzen 100 Kg. 18,85 Mk.

Roggen 100 14,60

Weißbrot 2 Kg. 52 Pfg.

Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg.

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