et)er aus Frankfurt a. M. für diese Stelle. Uebcrtragen vurden beni Schullehrer Franz Nikolaus Schnitzler zu Finthen und dem Schullehrer Johannes Wehrheim zu Butzbach Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Bad-Nau- Heim, dem Schullehrer Adam Mader zu Biebesheim, Kreis Groß-Gerau, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nauheim, in demselben ft teile; dem Schullehrer Ludwig Seip zu Beltershain eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geiß-Nidda, Kreis Büdingen. In den Ruhestand verseht würbe bet Schullehrer an der Gemeindeschule zu Beienheim, Kreis Friedberg, Heinrich Steitz, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner lanajährigen freuen Dienste, mit Wirkung vom 1. November 1905.
'* Erledigte Lehrerstelle Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mai bach, Kreis Friedberg. Mit der Stelle ist Organisteu- unb Lektordienst verbunden. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.
** Zum Fall CheNus. Eine«in der „Frkf. Ztg" enthaltene Notiz, wonach Geh Oberbergrat Chclius von der „Irrenanstalt der Gießener Universität" nach Darmstadt ins Untersuchungsgefängnis abg.führt worden sei, entspricht nicht den Tatsachen. CH. befand sich niemals in Gießen zur Untersuchung s.ines Geisteszustandes ■ und befindet sich nach unseren Informationen noch im Landeshospital Hofheim.
• * Promenadenkonzert findet morgen vormittag x2 Ubr in derSüdanlage statt mit folgendem Programm: 1. Ouvertüre zum Liedersp. Franz Schubert von Supp'-, 2. Saharet! Va se lerne von Morena, 3. Fantasie aus „Hänsel und Gretel" von Humperdinck, 4. »Der Mollwitzer. Armee-Marsch Friedrich der Große.
• • Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist nunmehr von morgen Sonntag an wieder geöffnet und zwar täglich mit Ausnahme Samstag von 11 — 1 Uhr, Mittwoch auch noch von 3—5 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feiertagen ununterbrochen von 11 —3 Uhr nachmittags. Eintritt für Nichtmitglieder des Kunstvereins an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Die Liste zum Einzeichnen als Mitglied des Kunstvereins, liegt in dem Aus- stellungSsaale offen.
* • St adtt Heater Gießen. Der amüsante Schwank .Niobe" von Harry und Paulton, der gestern abend vom Gießener Stadttheater in der Blumenthal'schen Bearbeitung gegeben wurde, hatte ein sehr zahlreiches Publikum angelockt, daß sich bestens amüsierte. Die Wiedergabe, die der Schwank hier erfuhr, kann als gut bezeichnet werden, wozu vor allem die Vertreterin der Titelrolle, Frau Bayr- ham m er, durch ihr heiteres Spiel beitrug. Aeußerlich schon für die Nolle vorzüglich geeignet, verstand sie es ausgezeichnet, die Würde der nach 3000 Jahren wieder zum Leben glirückgekehrlen Königstochter in Haltung und Sprache entsprechend zur Darstellung zu bringen und dadurch, ohne zu stark aufziitragen, den drastischen Gegensatz zu den übrigen der Gegenwart ongehärenden Nollen bestens herauszukehren. In dem in Ermangelung eines sonstigen wirksamen Schluffe- dem Stück ziemlich unmotiviert angehängten Epilog hatte sie außerdem Gelegenheit, ihr Talent als Deklamatorin in bester Weise zu zeigen. Herr Lippert bildete als Vetsicherungs- direktor Dünn ein köstliches Gegenstück zu der zur Gouvernante degradierten Niobe. Durch seinen trockenen, schlagfertigen Humor und sein gewandtes Spiel wurde er dem komischen Charakter dieses leidenden Pantoffelhelden bestens gerecht. Die dritte charakteristische Figur des Stuckes, Dünns Schwester Helene, war durch Frl. Fischer sehr angemessen vertreten und auch Herr Goll stellte den Griffm entsprechend dar. Herr Witt mann gab bei sonst guter Darstellung seinem Lord Tomkins vielleicht etwas zu viel vom Gelehrten. Einen allerliebsten vorlauten Backfisch gab Frl. Schellenberg und auch die kleineren Rollen ivaren in entsprechender Weise durch die Damen Millar (Karoline Dünn'), Schütz (Beatrice), Sand (Magda Miston) und Ruf (Molly), sowie die Herren Nanninger (Innings) und Stauff (P. Siloks) vertreten. In Anbetracht der Bühnenverhältnisse würde c* sich bei Wiederholungen des Stückes empfehlen, wenn du Regie ans die äußere Kennzeichnung des Traumbildes von Peter Dünn durch das Herablassen eines durchsichtigen Prospektes verzichten würde.
• * Das Konzert unserer Regimentskapelle in Steins Saalbau beginnt bereits uni 4'/2 Uhr. Besonders fei aus dem reichhaltigen Programm auf das reizende Stimmungsbild für Orchester Ober-Wald-Haus aufmerksam gemacht, das unseren bekannten Landsmann o. Bari zum Komponisten hat.
"'Die gestern verhafteten Geldnepper, Graad ai«s Berlin, Rausch aus Sömmerda und Kranke von Leipzig, wurden in Untersuchungshaft genommen. Sie besaßen sämtlich 20-Markstücken ähnelnde Münzen und sonstige Sachen, woraus zu schließen ist, daß c5 gewerbsmäßige Betrüger sind. Einer erscheint identisch mit einem von bei Staatsanwaltschaft Heidelberg verfolgten „Geldnepper". Außerdem liegen Verdachtsgründe vor, daß zwei der Verhafteten die beiden Einbrüche in der Nacht vom 25. auf 26. L Mts. in den Geschafssläden von Bach und Elsoffer begingen.
** Die gestern geländete Leiche wurde als diejenige des 29 Jahre alten Invaliden Karl Freitag von hier akognosziert. Derselbe entfernte sich gestern mittag auS feiner Wohnung, angeblich um einen Spaziergang zu machen. Er hat sich an der Lahn die Pulsader zu durchschneiden versucht und sich dann in die Lahn gestürzt. Das Motiv zur Tal ist nicht bekannt.
• • 91 uf die im heutigen Kreis blatt veröffentlichte Belanntmachung, betreffend die diesjährigen Herbstkontroll-Versammlungen seien die dabei beteiligten Leser b efonders hingewiesen.
* * Aus dem Bureau b e 5 Stadtthcaters wird uns geschrieben : Morgen, Sonntag findet nachm. 3 ’/2 Uhr als Fremdenvorstellung eine Aufführung des bekannten und beliebten VolkSslückes „Die Herren Söhne" statt. Am 9lbend findet die erste Wiederholung der neuen Komödie „Kater L a in pe" von Em l Rosenow statt. Das überaus charakteristische und heitere Werk hat mit seinem gelungenen Milieu bei der Erstaufführung hier wahre Heiterkeitsstürnn entfesselt und die Kritik hat Werk und Aufführung aufs wärmste anerkannt. Zweifellos dürfte die 9louität sich für
das SonntagSpublikum als ganz besonders geeignet erweisen, das heitere Stucke bevorzugt.
** Falsche Nachricht. Eine Frankfurter Korrespondenz verbreitet folgende Meldung:
Gelnhausen, 27. Cft. Hier wurde der Schachtmeister Wilhelm Lotz aus Gießen feftflenommen, der in der vor neu Wocbe der an der G i e st e n e r G a s l e i t u n a orbcilenben Girina Olq u. Co. aus Saarbrücken mit 1 4 0 0 0 M k. Lohn- Feldern durch gebrannt war. 4000 Alk. halle er bereits ausgegeben.
Diese Nachricht ist durchaus unzutreffend. Die hiesigen Gaswerke stehen mit der genannten Saarbrücker Firma in keinerlei Verbindung, und ein Schacht meist er Lotz ist hier gänzlich unbekannt. Offenbar liegt eine Orts- oerwechselunq vor.
^l.L. Lang-Göns, 27. Okt. Bei der heute stattgefundenen Beigeordneten-Wahl wurde Beigeordneter H. Henrich zum drittenmal gewählt und zwar ein» stimmig.
IA. Nidda, 27. Okt. Die Tage, die unS das weithin bekannte ftriegsfestspiel „Der d e u tsch - f r an z ös. Krieg 1 8 7 0 7 1" von Werning sehen zu können, ermöglichen werden, rucken rasch näher, Und die Vorbereitungen z»l den Aufführluigen, welche am 12., 14., 15., 16. und 17. ds. Mts. im Schwalmschen Saal stattfinden werden, befinden sich im vollen Gang. Zur Förderung dcS patriotischen Unternehmens .st em Ehrenausschuß gebildet werden, neben welchem ein Festausschuß ins Leben gerufen worden wird, der sich mit den Vorbereitungen befassen wirb. Es konnnen 31 lebende Bilder zur Darstellung, die durch den Vortrag einer patriotischen Dichtung und Musik unter einander werden verbunden werden. Die großen Erfolge deS Festspiels und seine fesselnden Reize werden gewiß olle Patrioten zum Besuche der Lliifführungen veranlassen, zumal der Weingewinn zu patriotischen und wohltätigen Zwecken bestimmt ist. 9luf auswärtige Besucher ist bei Bestimmung der Aufführmigszeiteu Rücksicht genommen, so daß dieselben die letzten Abendzüge zur Heimfahrt benutzen können.
§ Köddingen, 27. Oktober. Ein Mann aus Helpershain erhängte sich heute nacht in unserer Gemarkung an einem ftirschenbaum. Ter Verlebte befand sich anfangs der 60er Jahre und ist — wie man annimmt — infolge unglückseliger Führung eines Prozeßes in den Tod gegangen.
"Aus dem Vogelsberg, 28. Okt. Die Prophe leihung von dem frühen Winter ist bei uns leider in Erfüllung gegangen. Ans dem hochgelegenen Teile unseres Gebirges ist eine flotte Schlittenfahrt im Gange, dir Post Schotten—Ulrichstein—Engelrod bewegt sich bis zm Schneegrenze auf Rädern, um sich dann auf dem letzten Tei! der Strecke des Schlittens zu bedienen. Und dabei ist erst am nächsten Montag der sog. „kalte Markt" in Ortenberg. Viele Landwirte haben noch einen großen Teil ihrer Kartoffeln stecken. Hoffentlich wird der Frost nicht stärker, sonst cifvieren die Kartoffeln auf dem Licker. Mit der Herbstsaat wird eS überhaupt vorbei sein. Trotz des früh eingetretenen Winterwetters sieht man noch sommerliche Gäste — — die Schwalben. Wahrscheinlich ist ihnen die Reise durch di. Schweiz auch zu kalt.
() Heldenbergen, 27 Okt. Zur Erleichterung des '.cts wachsenden Verkehrs werden auf dem hiesigen Bahn- Hof gegenwärtig Personen Unterführungen her- gestellt. Tie neue Strecke Stockheim—Heldenbergen hat viel Vertehr mit sich gebracht.
T a r m st a d t, 27. Okt. Die hessischen Bürgermeistereien sind nach der „Tarmst. Ztg/' beauftragt worden, demnächst Erhebungen darüber anzustcllcn, wieviel über drei Monate alte Ochsen, Bullen, Kühe, Rinder und Stiere nach den im Jahre 1904 gemachten Erfahrungen • on den D'eh besitzen: aus eigenem Bestände durchschnittlich jährlich zum Sch rächten veräußert worden uib. Tie torgehniffe die,er Erhebungen werden vom M'ni- terium des Innern weiterverarbeitet, um einen lieber» blick über die Z.hl der nach dem Gesetz über die staatliche SchlachtviehverSicherung zu virsichernden Tiere zu gewinnen.
sd. Darmstadt, 27. Okt. Die hiesigen Gewerbe- gerichtswahlen gingen gestern abend zu Ende. Bei den Lvahlen der Arbeitgeber beteiligten sich von den 2040 in die Liste eingetragenen Wahlberechtigten 182. Die von den organisierten Gewerbetreibenden aiifgestellten 18 Kandidaten würben glatt gewählt, ba anbere Kandidaten nich! nominiert waren. — Am nächsten Dienstag vormittag erfolgt Die Grundsteinlegung zur Pauluskirche, die im Stadtteil Bessungen errichtet wird. — Wie verlautet, wurde . n der gestrigen Sitzung der Bäckerinnung beschlossen, den Brodpreis um 10 Pfennig für den Fünfpfrmdlaib zu erhöhe n.
Mainz, 27. Okt. Ter in den 60er Jahren stehende Prokurist der Mainzer O-derwerke, Herr Luaust Ott, hat vorgestern jein? Famili? verlassen und ist seitdem verschwunden. Alle Nachfor,chu.rgen waren bisher erfolglos. Wie d. C. Z. versichert, hat sich der Verschwundene, der in letzter Zeit hochgraoig nervös war, geschäftlicher Verfehlungen in keiner Weise schuldig gemacht.
Mainz, 27. Cft. Im benachbarten Weisenau wurde in der Behausung des Lehrer Zahn ein Einbruch verübt, wobei 660 Mk. Kirchenaelder gestohlen wurden. Alsbald kam ein Schneider in Verdacht und wurde verhaftet. Jetzt hat sich herauSgcstcllt, daß der eigene Sohn des Lehrers, em 19 jähriger Kommis, den Einbruch verübte. Das Gelt wurde m einem hiesigen Geschäft, in dem der junge Mann tätig ist, in seinem Pulte versteckt aufgefunben. (F. Z.)
sc. Frankfurt a. M.. 27. Oft. Gestern abend wurde der Taglöhner Wilhelm Müller von einem umstürzenden, mit Bohlen beladenen Wagen erschlagen. M'.lrer ging neben d?m hochbeladenen Wagen, der an der steil abfallenden Einfahrt zum Neubau des Postamtes am Hohenzollern- platz ins Rutschen kam unn bann umfiel.
[] Biedenkopf, 27. Okt. Ein Gefährt der Dampf» Ziegelei Ritter in Wallon wurde gestern abend bei Laasphe von einem Güterzug der Marburg-ftreuzthaler Bahn überrannt und demoliert. Die Pferde kamen unverletzt davon, weil sie sich loSgeriffen hatten. Der schwerverletzte Knecht wurde iin Tragkorb fortgelragcn.
* Kleine Mitteilungen cue Hessen und den Nachbarstaaten In Mainz stürzte bei Bauarbeiten in dcr Scl'v'fcrhos.Bcauerei ein verheirateter Monteur der Firme .v'.irimann in r»fsenbacn in einen 15 Meter tiefen Schacht und • »t o b a 3^©^ n i d. — Die Stadt Offenbach ist dem deutschen Ltädtetag beigetr.tcn. — In Groß-Gerau
ging die Apotheke des Ernst Mhn um 300 000 Mark an Gustav Reitz-Darmstadt über. — In Hillesheim wollte die ctn>a 50 Jahre alte Fr^nuska Maver, Schwester des Frnchthändlcrs M. M..yer. vom Scheunengcrüst Heu holen. Taber tat sie einen Fehltritt, fiel aus beträchtlicher Höhe in die Tmne und blieb -nf d»r Stelle tot.
Hessisches Kcjmaipfl'ge- unb AolLslrachlerilesi.
Zur Vorbesprechung des „Heimatpflege- und Volks, trachtenfestes", dos, wie bereits mitgeteilt wurde, im nächsten Jahre in Butzbach stattfinden soll, waren dieser Tage im Rathausfaale zu Butzbach eine Anzahl Herren versammelt. Den Vorsitz führte Kreisrat Fey von Friedberg, der ein allgemeines Programm bet Veranstaltung entwickelte und der damit verbundenen Absicht, den guten Kern im Volke, die Heimatliebe, gute Volkssitten und -Gebräuche zu erhalten und zu fördern, Ausdruck gab. Es wurde beschlossen, einen historischen Fe st zu g mit Trach tengruppen, ein Festspiel mit Darstellung von Volkssitten und -Gebrauchen, sowie eine Ausstellung, die das hessische BauernhauS zur Anschauung bringen soll, zu veranstalten. Insbesondere soll dabei auf die Ausstellung des Wandschmuckes des hessischen Bauernhauses Gewicht gelegt werden, und eS sollen nicht allein gute alte Formen und Bilder, sondern auch die neuen Bestrebungen auf diesem Gebiete berücksichtigt werben. Die Herren auS den Landorten in der Umgebung Butzbachs, dem sogen. Hüttenberger Land, in dem namentlich die alten Trachten noch sehr große Verbreitung haben gaben ihrer lebhaften Freude über die Veranstaltung Ausdruck und stellten alle Förderung derselben in Aussicht. Das Gleiche versicherte Bürgermeister Küchel-Butzbach. Dekan Strack-Leihgestern, der sich um Erhaltung der alten Trachten schon sehr verdient gemacht hat, der Denkmalpfleger, MuseumSassistent Dr. Müller aus Darmstadt, ferner der Vorsitzende des Vereins für hessische Volkskunde, Professor Strack, sowie der Vorsitzende des KeschichtsvereinS Butzbach, Medizinalrat Tr. Vogt, und Lehrer Weide gaben au8 ihren Erfahrungen dankenswerte Anregungen für die oergebenen Veranstaltungen. Als Vorsitzender des Komitees würbe Kreisrat Fey, als Stellvertreter Dekan Strack und Bürgermeister Küchcl-Butzbach gewählt. In den gefchäfts- ■ührenben Ausschuß wurden gewählt: Professor Wämser Vorsitzender), Medizinalrat Dr. Vogt, Lehrer Weide, Hauptlehrer Storch, Straßenmeister Metzger, und diese bevollmächtigt, weitere Herren in den Ausschuß zu kooptieren. Auch sollen einheimische und auSwärtigeftünftlerfür die Veranstaltung inteveiürt und mit einer Anzahl von Vereinen, von denen Förderung der Sache zu erwarten ist, in§ Benehmen getreten werden. Unter anderem soll auch der Odenivaldklub gebeten werden, 'ich bei dem Feste durch Entsendung einer Trachtengruppe zu beteiligen. Da die altertümliche Stadt Butzbach mit ihrem von alten Gebäuden umrahmten Marktplatz, mit ihren malerischen Straßen und intereffanten alten Baudenkmaleu, sowie ihrer günstigen Verkehrslage sich für die Veranstaltung hervor- ragenb eignet, da außerdem eine gut gelegene, sehr geräumige Testhalle vorhanden und in der Umgebung Butzbachs sehr viel historischer Smn und Sinn für die Erhaltung alter Trachten in der Landbevölkerung vorhanden ist, darf man auf ein gutes Gelingen des sicher in weiten ft reifen Interesse erweckenden volkstümlichen Unternehmens hoffen.
Dcrmild^tcs«
• Der reichste Berliner ist dem „Confektionair" zu- olge Herr v. Goldschmidt-Rothschild, ein Enkel besetzten Frankfurter Rothschilds, aus der Ehe von dcffen einziger Tochter mit dem Frankfurter Bankier B. H. Goldschmidt und Öaupterbe seines Riesenvermögens. Herr v. Goldschmidt- Rothschild gedenkt sich vorläufig in der Reichshauptstadt iiiederzulaffen.
* Ter Bauer Moltke. $n einem Artikel zur Ent» hüllung des Moltke-Denkmals in Berlin erwähnt die .Deutsche Taaesztg.", daß Graf Hellmuth v. Moltke dem deutschen Bauernbund, welcher her Vorläufer des Bundes der Landwirte War und nachher in ihn überlangen ist, sehr nahe gestanden hat. Er gehörte dem Bauernbund nicht nur als Mitglied an, sondern hat auch dessen Bestrebungen bis zu seinem Tode immer mit Rat md £at unterstützt. Noch bei der Feier seines letzten Geburtstages antwortete er auf einen Glückwunsch des Bundes durch folgendes Telegramm: „Herzlichen Dank und glücklichen Erfolg unseres gemeinsamen Strebens. Graf Moltke, Bauer."
♦ Kleine Tageschroni k. Der Schiffer Witzle au8 Tolkemit (Westpr.) ist an Bord seines SchoonerS „Auguste" nor Danzigerhaupt an her Weichsel unter Cholera- Berda cht gestorben. — In Schweidnitz wurde der Wachtposten am kleinen Exerzierplatz Dienstag nacht durch 2inen Schuß an der Hand verwundet und Mittwoch nacht mit Ziegelsteinen beworfen. Beide Male feuerte dcr Posten, an- 'cheinend ohne zu treffen. — In Zurich wurde ein nach Unterschlagung von 23 000 ftr. aus Wien geflüchteter höherer Eisenbahnbeamter verhaftet. Heber 19 000 ftt. wurden noch vorgcsunden. — In Auxerres (Frankreichs entstand im Staatsgefängnis eine Meuterei. Ein Gefangener schlug cinenWächter mit einem Wasserkrpge nieder, während ein nberer versuchte, ihm die Schlüssel zu entreißen. Durch die Hilferufe des UeberfaHenen kamen andere Wärter herbei, denen -§ getena, die Meuterei im Keime zu ersticken.
Lunll unö Wi enlch'ijt
3) Gegen Anton Ohorn? Schauspiel „Die Brüder von St. B e r n b a r b" das demnächst auch bei uns in Gießen zur Aufführung kommen soll, erhebt die k a t h o l i! ch e G e i st l i ch k ei t des Kreises Glogau öffentliche W a r n u n g e n. Das S tück ivurbe im dortigen Stadttheater gegeben und hatte, wie an den meisten Bühnen, aus denen er bisher erschien, einen geräuschvollen äußeren (Molfl. Der Protest lautet:
.Bei aller Anerkennung der Leistungen des Glogauer Stadt- theaters bedauern die Unterzeichneten sehr, daß die Direktion in letzter Zeit ein Stück auf ihr Repertoir gesetzt hat, welches das religiöse Empfinden eines jeden Katholiken ’rfiwer verletzen muß da dasselbe gegen das Klosterleben gerichtet ist und somit in eine Institution emgreift, die historisch hochverdient und allen ftaiho- hfen wert und teuer ist. Wir sprechen daher die Erwartuna^mS, daß alle Katholiken von Glogau Stadt und Umgegend betamgen Aufführnnfl fernbleiben."
Der Erfolg dieser Wariiiing, so lesen wir in Berliner Blättern, ift, daß eine »msogrößeie Zahl von Personen die Auffübruiifl be- 'ncht. So kommt das Stück zu einer wirksamen Reklame. — Aus Darmstadt wird berichtet: „Die Brüder von St. Bernhard" ianden bei ihrer ersten Aufführung im hiesigen Hostheater lebhaften Beifall. Loehr und Vehrmann zeichneten sich besonder- aus.
Alünchen, 27. Cft. Der Maler Johann Herterich, Vrostßor der hiesigen dlkademie der bildenden Künste, ist gestern im Alter von 62 Zähren gestorben. Er war der Lehrer feines bekamt- | teren Bruders Ludwig Heterich.
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