bet Geschichte belehren
dadurch ung in vcrsität als wir das mit
Tenn sie ist eine der Folgen d von, das; sich im Reformations>- zeitalter unser Volk wenig geschickt gezeigt hat. die ihm zir- strömenden neuen Gedanken zu verarbeiten. Tie Neformbcwegnng führte nicht zu einer deutschen Nationalkirche, sondern zu Kirchen der reinen Lehr, die von Lehr Streitigkeiten zerrissen wurden. Kaisermacht und Fürstenmacht stießen aufeinander, die religiöse und politische Einheit unseres Volkes zerrist. Zu den Unglück- licken Ereignissen jener Zeit gehört auch die Teilung des Fürstentums Philipvs des Großmütigen.
Ter Redner schilderte sodann wie der Artikel in Nr. 23£ vom 10. Oktober d. I. über die Gründung deS Gymnastunrs illostre den Zerfall des hessischen Staates und der hessischen Kirche, die Teilung Ober'' -'eu-> nvischen Kassel und Darmstadt, die Bedrückung der Lutheraner zu Marburg durch Landgraf Moritz, ihre Auswanderung nack (Mieren nnd die Gründung unserer Universität Westen. Nach einer Schilderung d^r Universität in ihrem ältesten Zustande fuhr der Redner dann fort: Die Universität gedenkt 1907 ihre dritte Sakularfeier zu feiern, weil sie erst 1607 das kaiserliche Privileg und dunst den Namen einer Universität cr- halten hat. während sie sich bis dahin Gymnasium iUustre nennen musste. TaS Jahr 1605 aber wird heute gefeiert, weil eS daS der grundlegenden Taten gewesen ist. Der Taten dieses Jahres erfreuen wir uns auch heute noch, trotzdem der Gang der Entwicklung die Universität in eine Gestalt übergeführt hat, in der sie der Hochschule non 1605 ganz unähnlich geworden ist.
Es folgte hierauf in der Rede eine Kontrastierung des heutigen Lehrkörpers und der heutigen Institute mit den Einrichtungen von 1605. Tie vlplosophische Fakultät, damals zum Teil noch Dorbereitungsfakultät für die übrigen, ist zu einer Universität im
ab, das' wir unS durch jene Ereignisse und ihre Wirk der Gcschickste belehren lassen. Ter Gründer der Unü- und der Fürsorge Ludwigs gedenken wir um so lieber, es mit ungemischter Freude tun können. Leider ist
. den Ereignissen nnd Zustäuben nicht der Fall, die zur Gründung einer besonderen Hochsckmle in Giesten geführt haben.
Kleinen geworden. Medizin nnd Nostnrwissenschäften, die 160o kaum zu bemerken waren, haben vollends eine gewaltige Ausdehnung genommen. Tas alles aber ist nur der Ausdrück der grasten inneren Umwandlung der -j-inge. Die Universität ist nicht mehr ein an die dogmatische Formel gebundenes Lehrinstitut, und mit den Mitteln der Diawkttk em System als richtig zu erweisen, sieht unsere Zeit nicht mehr als wissenschaftliche Arbeit an. Heute dient die Univerlitat der freien Forschung und der Verbreitung ihrer Resultate. Es entspricht der Entwicklung des öffentlichen Lebens, unseres Volkes. Denn die Religion lenkt nicht mehr unsere Politik. Staat und Kirche haben sich auf ihre besonderen Aufgaben besonnen, auch zum Heil der Kirche. Heute sitzen Angehörige aller Religionen und Konfessionen in den juristischen, medizinischen und philosophischen Fakultäten. Die Gründer unserer Universität würden oas ebenso verdammen, wie die fteundlichen Beziehungen, die jetzt zwischen reformierten und lutherischen Theologen bestehen. Es ist das alles aber mit die Folge davon, dast der Schatz religiöser Gedanken der Reformationszeit dem lebenden Geschlecm wieder deutlicher geworden ist. Ter evangelischen Kirche ist zum Besten unseres Volkes das Schicksal erspart geblieben, etwa wie die russische Kirche auf der dogmatischen Entwicklungsstufe zu erstarren. Was da§ für die religiöse und moralische Erp ziehung eines Volkes bedeutet, lehren die Ereignisse der letzten Tage. UnS erscheint manches segensreich, was den Gründern als gräuliche Verderbnis erschienen wäre. Faßt doch bei uns in Hessen dasselbe Kirchenregiment lutherische, reformierte und unierte Gemeinden unter derselben Verwaltung zusammen. Tie dogmatische Formel und der Ritus haben ihre trennende K'raft für das religiöse Leben der Laien eingebüßt. Diese verlangen religiöse Förderung, nicht theologische Belehrung, Brot nicht Steine.
Trotz deS Wandels der Zecken werden wir nicht meinen, daß unS die Ereignisse des Jahres 1605 nicht belehren könnten. Wenn wir uns für so fortgeschritten hielten, so br>mchte nur an zweierlei erinnert zu werden, worin uns die Hochschule von 1605 überlegen war. Ihr war ein Pädagog angegliedert, d. h. sie beeinflußte die Vorbereitung zu den Universitätsstudien in entscheidender Weise und diese Vorbereitung war eine einheitliche. Tann aber durchzog alle Stände die Ueberzeugung, von der Bedeutung der theologischen Studien für das öffentliche Leben wie insbesondere für das geistliche Amt. Tas wird in unserer Zeit häufig vermißt. So werden wir gut tun von den Männern jener T"ge zu lernen. Ter Mannesmait, mit dem sie unberechtigtem Verlangen widerstanden, und der Geist der Wahrhaftigkeit, in dem sie für ihre Ueberzcngnng eintraten, ist auch für unsere Zeit vorbildlich. Wir können auch von ihrer Kunst lernen, sich den Verhältnissen anzupaffen und mit kleinen Mitteln eine leistungsfähige Hochschule zu erhalten. Mögen wir aber auch lernen, daß Unfriede verzehrt und daß jedes Eingreifen des Staates in Religion und fi'irrbe den Unfrieden mehrt, nickt aufbaut, sondern zerstört. Wie die Religion, so verträgt es auch die Wissensch'ft nicht, daß man ihr von außen Gesetze vorsckreibt. Wenn politische oder kircklicke Parteien versuchen, die Universitäten ihren Zielen dienstb''r zu machen, so dürfen sie sich nickt wundern, wenn sie auf Widerstand stoßen. Zwischen Religion und Theologie müßten wir immer mehr scheiden lernen. Tie Theologie muß die Freiheit ihiwr Bewegung behalten, ist sie dach recht eigentlich d's Einheitsband der evangelischen Kirche. Ein Gemeinwesen ist um so kräftiger und lebensfähiger, je größere Mannigfaltigkeit es in sich erträgt. Innere K'raft, nicht äußere Organisation fehlt dem Protestantismus, wo er sich nicht genügend geltend macht. Unsere Reckste muß besser lernen, daß Einheit der Kirche nickt Einheit der theologischen Schule bedeutet: unsere Linke, daß sich alte Formen und Formeln zwar mit neuem Geist erfüllen Essen, daß es aber zwecklos ist, sie zerbrechen zu wollen. In Ruhe muß sich vollziehen, was sich dort nickst hindern läßt: der Kampf der Geister. In weiser Beachtung dessen, was seiner Zeit nottat, hat einst Ludwig V. die Hockpschule gestiftet. Auch seine Nachfolger haben sie geschützt und in einer zeitaemäßen Entwicklung erhalten. Jeist waltet über ihr ein weitsickstiger. mit dem Denken und Empfinden, den Nöten und Sorgen unserer Zeit wohlvertranter F-ürft. Wir dürfen hoffen und vertrauen, daß wir unter seinem Zepter unserer Arbeit ohne Hemmnisse werden leben können. In ihr bis zum letzten Atemzuge ohne Furckst und Tadel auszuharren sei das Gelöbnis dieser feierlichen Stunde.
Ta8 Festessen in Gießen.
Bei dem Festessen der Beamten nnd Bürgerschaft, daS nm 2 Uhr im Saale des Gesellschaftsvereins ftattfand, hielt der Rektor der Universität, S. Magnifizenz Geh. Heirat Prof. Dr. Behaghel, folgende Festrede:
Aul dem Boden, ans dem wir hier flehen, hoben vor 2000 Jahren keine Germanen, sondern Kelten gesessen, die den ganzen Süden und Wehen unseres Vaterlande? eingenommen hatten. Aber um den Veainn etwa imlerer Zeitrechnung weichen die Kelten langsam zurück vor dem mächtigen Andrang germanischer Stämme, für die jetzt eine Zeit langer nnd weiter Wanderungen beginnt. Zn denen, die am frühesten zur Ruhe kommen, gehört der alte Ebattenftamm. der sortan mit Zähigkeit seine Sitze behoiwtet. Man sagt wohl nerne: Wer rastet, der rostet. Aber unfernHessenstamm hat solcher Fluch zu früher Seßhaftiakeit nicht getroffen; mit Stolz bürfen wir aus seine unverwüstliche Lebenskraft und Regsamkeit schauen, mit Stolz dürken wir sagen, daß er es anderen Stämmen nickst nur gleich tut, fonbcai in vielen Dingen balmbrechend, Mnstergiltiges schaffend vorangeht, unter der Leitung eines geiftoosten weitblickenden Fürsten. Manches hat sich gewandelt seit den Tagen der Vor- zeit. Ten Nachfolgern der alten Herzöge ist es nicht mehr oberste Ausgabe, ihren Völkern voranzuschreiten im Kamps der Schwerter. Denn Fürsten und Stämme haben eine große Tempelgemeinschast gegründet, und sie haben den hoben Führer dieses Knltverbandes an die Spitze ihrer Heerscharen gestellt. Aber der alte Weitester bat nicht au'gehört; er hat sich vertieft und sich die höchsten Ziele gestellt: er gilt dem Vorkamv? in idealen Dingen, den, Ringen um edelsten geist-geil Besitz. Mit stolzer Frelldc tmtfen wir Hessen ansschauen zu llnsercm Landesherrn, der siegreich des Geistes Sternenbaiiner uns voranträgt. Ihm gilt heute unter ehrfürchtiger Dank, unsere Liebe unb Verehrung. Ich sorbere Sie aus, mit mir einzustimmen in den Rus: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen unb bei Rhein, er lebe hoch, hoch, hoch!
Aus Land und Reich-
In D a rmsta dt fand nm 1 Uhr im Residenzschloß Festtafel statt, an der daS Großherzogspaar und die hier anwesenden Fürstlichkeiten teilnahfnen. Heute Abend findet iin Residenzschloß eine Abendunterhaltung statt, zu der über 100 Einladungen ergangen sind.
V Laubach, 24. Nov. Zur Feier deS Geburtsfestes des Großherzoas hielt heute nachmittag im siffklich geschmückten Zcickr-n- saale daS Gymnasium Fridericianum cincu öffentlichen FestaktuS ab. Das Programm wies neben Deklamationen, einige mehrstimmige Chöre auf. Der Inhalt der vorgeträgenen Gedichte stand in Dezichuug zur Festrede, gehalten von dem Lcbramtsasscssor Dr. A u s f e l d. Er behandelte bgrin diePlü n- deru ng von Lauback im 30jährigen Kriege durch die Truppen Jlo's, sich an die Wettersclder Chronik an- schließend. — Am ?lbend fand eine allgemeine Feier im Gasthause zur Traube statt, an der sich auch die Vereine beteiligten. Die Gesangvereine Eintracht und Harmonie belebten durch Vorträge die Feier. Die Festansprache hatte Graf Karl zu Solms-Lauback übernommen; sie endete mit einem Hoch auf S. K. H. den Ysroßherzog. _
** Groß Herzogs Geburtstag tu Berlin. Man schreibt uns: Am 18. b. M. land in bein prächtig mit den Büsten de? Kaffer? unb des GroßherzogS, sowie hessischen Fahnen unb Wappen geschmückten Kaisersaal Bnggcnhagen bic Dovvelieier bes Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit de? GroßherzogS sowie des siebenten Stistnngssestes des Vereins ehemaliger Kameraden bet GroßH. liess. (25. Division zu Berlin statt. Die von mehr al? 500 Teilnehmern besuchte Festversammlung nahm einen glänzenden Verlauf. "Aus ben Garnisonen Berlin, Potsdam und Spandau waren tast st sämtliche aktiven und inaktiven hessischen Osfiziere erschienen, u. a. f Generalleutnant v. Scholl, Generaladjutanl und Generalkapitän
Den Obergespan zu beschimpfen und seine Zimmer Mit Steinen zu bewerfen. Hierauf erschien die Polizei und vertrieb die Menge und gebot den renitenten Beamten und Ausschussmitgliedern, sofort das Komi tath aus zu verlassen. Als diese dcm"Vcfehle nicht gehorchten, wurden sie, darunter auch das Maanatenhausmitglied Baron Pronay und zwei 'Abgeordnete, von der Polizei mit Gewalt hinausgeworfen, und zwei verhaftet. Graf Laß- bcra ernannte einen neuen Obernotar und wird gegen die renitenten Beamten eine strasgerichtliche Untersuchung einleiten. Tie Komitatsbeamten beschlossen, in den Ausstand zu treten. , , t
Sofia, 24. Nov. In der Sobranje antwortete der -Minister des Innern, Petrow, der über den angeblichen Rücktritt des Ministers G a t c w befragt wurde, Gatetv habe illoyal und perfid gehandelt wie ein Schuft und Narr. Er werde ihn beu der Rückkehr beim Ohr packen und ans dem Kabinett und der Kortes schmeißen. Tie Majorität stimmte dem Minister Petkow zu und sprach einen Tadel gegen Gatew aus, der wahrscheinlich auch, ohne daß er ein formelles Rücktrittsgesuch einreicht, eine hmanswurfartige Enthebun von seinem Amte erwartet.
Tokio, 24. Nov. (Reuter. - Die Agitation gegen die Regierung wegen der Beibehaltung des Kriegs- rechtcs in Tokio und der beschränkenden Maßnahmen gegen die Presse wird immer starrer. Selbst unter den Mitgliedern des Hauses der Pairs fuu. viele, die mit der Opposition sympathisieren. .
— Admiral Togo wird seinen B e s u ch m England im März oder April abstatten. Wahrscheinlich wird der japanische Seeheld auch Frankreich und Italien besuchen.
Die Irrer des Kebnrlstages S. K. K. des Hroßötrzoqs.
(Siegen, 25. November.
Wie in ganz Hessen, begeht man heilte auch in Gießen den Geburtstag S. K. H. des GroßherzogS in der alther- gebrachten Weise, nicht mit rauschenden Festen, aber um so inniger und herzlicher. Zur Feier des TageS haben die öffentlichen Gebäude Flaggenschmuck angelegt und ebenso eine Reihe von Privathäuscrn. Die öffentlichen Bureaus sind geschlossen und die Landesiiniversität, sowie die Schulen hielten Feiern ab.
Die Feier des Realgymnasiums und der Ober- re alsch ule fand bereits Freitag nachmittag statt. Prof. Weimar hielt eine wohlgelungene Rede über „die große Landgräfin Karoline". Einige Schuler trugen Gedichte vor. Der vierstimmige Gesang, zum ersten Male von Lehrer Kissel geleitet, war ziemlich gut. Von den vier vorge- tragcnen Liedern sei das zum Schluß, „Hcssenschwur", mit Klaviersolo, erwähnt. Von einer öffentlichen Feier hatte man abgesehen.
Auch die verschiedenen Religionsgemeinschaften gedachten heute des Landesherrn in besonderen Fcstgottesdiensten.
In dem Fe st gott es di en st, der um 10 Uhr in der Stadtkirche als vereinigter Militär- und Zivilgottesdienst stattfand, predigte Pfarrer Euler über das Psalmwort „Jene verlaffen sich auf Wagen und Rosse, wir aber denken an den Namen des Herrn, unseres Gottes", und besprach im Blick auf die politische Lage die Frage: Worauf sollen wir uns verlassen?
Tie Garnison eröffnete ihre Feier mit einem großen Zapfenstreich am gestrigen Wend, der sich unter Fuckel- bcleuchtung durch zahlreiche Straßen der S'adt bewegte. Heute vorrnittag fand um 7 Uhr großes Wecken statt. Tas Regiment besuchte dann den in Gemeinschaft mit den Zivil- kirchengemeinden abgehaltenc Gottesdienst, worauf um 11 Ve Uhr ein RegimentsapveU im Hof der Zeughauskaserne stattfand.
Die akademische Feier der LandeSuniverfftät, bic außer dem Geburtstag des Landesherrn gleichzeitig auch der Erinnerung an die am 10. Oktober 1605 erfolgte Eröffnung des Gymnasium illustre, der ursprünglichen Gestalt der Gießener Hochschule, galt, fand um 11 1/i Uhr in der großen Univcrsitätsaula statt.
Geh. Kirchenrat Professor D. Stade führte in seiner «kad. Festrede etwa folgendes aus:
Ter Festscier liegt eine zweifache Veranlassung zu Grund unb zwar 1. ter Geburtstag des Landesherru. Wenn dieser als Rektor magnificentissimus in ein persönliches Verhältnis zur Universität getreten ist, so ist dies nur der Mschluß einer historischen Entwicklung, die mit der Stiftung cinsctzt. Schon Landgraf Ludwig V. hat die Universität immer als seine Universität betrachtet. Daher ist cd wohl erlaubt, am heutigen Tage auch den Ahnen zu feiern, der vor 300 Jahren bic Universität gestiftet hat unb das Gedächtnis jener Tage zu erneuern. Ties ist bic zweite Veranlassung der heutigen Feier.
Wir erneuern das Gedächtnis Ludwigs und seiner Berater, indem wir an unserem Auge die Ereignisse des Jahres 1605 vorüberziehen lassen, sie zu verstehen und zu würdigen suchen. Das Berstäudiiis erschließt sich uns aus dem Gang der Geschichte seit der Reformation. Mit dem Einst vergleichen wir oas Jetzt und statten den Tank, den wir den Gründern schulden,
der Kaiierl. Haustruvven, Generalmajor a. T. Keim, Overst ToS Oberstleutnant z. D. Freiherr Gebult v. Jungemcld, Ncichsmil-särö gerichlsrat Anschütz, Wirkt. Geheimer Legationörak Frhr. v. Lökiu und der Tircklor des Zool. Gartens zu Berlin Dr. Heck, ftucp zwei nach Berlin kommandierte rumänische Oisizierc, die einmal! j ein deutsches Kriegeriest mitmnehen wollten, waren erschienen unterhöhlen das bunte militärische Bild durch ihre glanzvollen Uni- formen. Nach einigen Vorträgen einer Militärkapelle würbe u>n 9 Uhr der Festakt bureb einen von dem Vorslanbemitglieb Leut- j nant a. D. v. Carnap, PoUzcileutimnt und Neviersianb; gebeteter ' zu Herzen gehenden Prolog, welcher von Frl. Ellen Wikke- L a m b o r b t oorgetragen wurde, cinqelcilct. Generallentncw1 v. Scholl brachte hierauf das mit ^encifierung mitgenommene bei- aui S. M. den Kaiser aus. Nach Absingzmg der Nationalhmnn, und nach einigen Gesanasvorträgcn der Tarnen Gertrud Witte- Larnbardt und Charlotte'Wichmann ergriff der Ehreiworsiyend« des Vereins, Generalmajor a. T. K c i m das Wort unb führte au-, daß schon in den ältesten Zeiten die Heffentreue sprichwörtlich at. wesen sei, daß auch der Verein der ehemaligen Kameraden GroßH. Hess. (25.) Twision zu Berlin an biciev Treue zum anqt. 'lammten Fürsteichaiise und dem schönen Heimatlande icühalten werbe unb daß in diesen ernsten Zeiten ein schönes gesunde? Verhältnis zwischen Lanbessürft unb Volk, für Kaiser unb Reich, füc unser schönes großes deutsches Vaterland den höchsten Wert habe. General Keim führte unfern geliebten Großherzog in seiner aaiy^' Herzensgute vor, er schilderte dessen hohe Verdienste um Kunst un) Wisienschast, die nicht nur auf unser Hcssenland, sondern weit ük dessen Grenzen hinaus befruchtenb und segensreich wirkten. Jube^ stimmte die Festversamnilimg in das Hoch ein, in welchem General Keim die Geburtstagswünschc des Hessenvereins für seinen Raubet. Herrn unb Protektor vereinte. — Es folgte nun die Vereins, festrede, gehalten von dem ersten Vorsitzenden, Kreistierarzt a.? Dr. Schäfer. Er dankte den zahlreichen FestteilneHmeni für ibt ; Erscheinen, und dankte besonders den Herren Offizieren. Er qat obann einen Bericht über das abgclmifenc Vereinsjahr, er fdiilberc i die erzielten Erfolge, gedachte in Dankbarkeit der llebernnhme bb: Protektorats durch K. H. den Großherzog, der Annahme brr Ehrenmitgliedsckwft durch S. K. H. des Prinzen Heinrich Dor Preußen, gab Bericht über die Audienzen, die der Vorstanb ur. Köiliglicheii Schloß zu Berlin bei bem Großherzog und der tSrox- Herzogin, sowie dem Prinzen Heinrich hatte, ferner über bj Öffentliche Hervortreten des Vereins bei der Eiuholiings'eier btt Kronvrmzessiu, des Königs Afioiis von Svanien, und den
Tenkmalsenthülluugen für die Generalfeldmarschälle v. Roon unb v. Moltke. Ju inlereffaiiter Weise schildert Redner noch die soziami und nationalen Aufgaben Iber Kriegervereme unb wies nach, ba» auch unser Verein sich in ganz hevuorragenber Weise daran beteiligt habe, durch Gründung einer Unteistützungskasse, Arbenz, nachweis zc. re. Seine eindrucks- und wirkirngsvollc Rebe idjlog Dr. Schäfer mit dein Wunsche und der Ucberzeuaung, daß btt Verein auf dein begonnenen Wege iortschrciten werde und das; ihm auch bald der größte Stolz eines jeben Kriegervereins, bic üabnt j die die allen Soldaten im Bürgergewaub immer noch als hocbfiri Symbol betrachten, zu teil werden möge. Sein Hoch galt bat jchölien HeirnatlaudHessen.— Landlagsabgeordnetcr 3unq- j henn, Oberleutnant d. L., der als alter 115 er bem Verein et- | gehört, sprach im 9iamen unb Auftrag des deutschen Kriegerbnnbtr und des preußischen Laudes-Kriegerverbaudes die Wünsche für ki Verein aus und gab seiner höchsten Anerkennung Ausdruck ito den Geist, der in' den Reihen des hesstschen Kriegervereins hem*!, unb bas Ernporblüben desselben. — Mit dem Theaterstück „Dm 6)roßherzog" oder „Ein Familientag", das in vorzüglicher SBtve von Dilettanten gespielt wurde und große Heiterkeit erregte, schick der offizielle Teil und es folgte Tanz. Während der Kaffecvau't hielt der zweite Vorsitzende, Apotheker Walter W e i ß, eine zündenb: 'Ansprache an die Gaste, Vortragende und Damen. Er schloß nii: cmem Hoch auf die Damen. Bis zum frühen Morgen, bis die ernt Elektrische daran erinnerte, daß man nicht in den Gefilden bei Odenivalbes, des stillen Vogelsherges, ober an den Abhängen be: Nhcinberge weile, blieb der größte Teil der Festteiluehmer in echt hessischer Gemütlichkeit zusammen.
Auszeichnungen.
Anläßlich deS heutigen Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des GroßherzogS erfolgte eine größere Anzahl Ordens auSzeichnungen und Charaktererteilungen. U. a. erhielten: to? Kommaudeurkreuz 2. Klaffe des LudwigSordens Wof Dr. Kirstein in Mainz; daS Komturkreuz 2. Klassr Verdienstordens Philipps deS Großmütigen Hosstallmri''.k: v. Willich, Ministerialrat Dr. Becker, Dberbürgcrmtottr Mornewe g-Darnfftadt, sowie die Vortragenden Räte in bec Verkehrsabteilung des preußischen Ministeriums der öffent- I lichen Arbeiten Oberbaurat Müller und Geh. Dbenfgn- rungSrat Tessmar, das Ehrenkreuz des PhilippSordens dir Profefforen LandSbcrg-Tarmstadt und S iebeck-Gießen. Bürgermeister Dr. Göttelmann-Mainz wurde zum Ober- bürgermeister ernannt.
Ferner erhielten das Komturkreuz I. Kl. deS Philipp^' ordens der Oberst z. D. Röder zu Diersburg un! Ministerialdirektor Stieger-Berlin, Vorstand der Verkehrs- abtcilung im preuß. Ministerium d. öffentl. Arbeiten, da' Ehrenkreuz deS PhilippSordenS Landgerichtsdirektor Bockcn- heirn er-Mainz OberlandeSgerichtSrat Keller, Geh. Ober baurat Jmroth, Geh. Obcrsteuerrat Scyd, Geh. Ober finanziat D ornsciff, sämtlich in Darmstadt, das Mitglied der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt OberregierungSra | Dr. Meyer. Den Charakter als Geheimerat erhieltci Ministerialrat Dr. Eisen Huth, Vorsitzender der Schulab- tcilung, und Provinzialdirektor Freiherr von Grancy' Darmstadt.
Das Ritterrreuz 1. Klasse des Philippsvrdens erhielten bc: Direktor der Augustinerschule zu FriÄ>borg Dr. £>enn. Ball^ der KreiSrcit Böckmanu zu Büdingen, der ovdentlickte Prom'.': in brr philosophischen Fakultät der LandeÄmiversität Clr-- brr Oberlehrer an der Aitgustinerschnle zu 3-ricbberg Prof -r. Herrn. Geiß, der Beigeordnete Kvmmorzienrat Ludwig eul' zu Gießen, der Kreisarzt Medizinalrat Dr. Ludwig H aberl»^ zu Gießen, der Direktor bc5 Wolfgang Emstz-Gymnasiunir w Büdingen Dr. Ludlvig Mohr, Dekan Marrer Emil Mi>vv zu Schotten, der Oberlehrer am Gymnasium zu Gießen Herma" j Rabn, der T-irektor der Blindenanstalt zu Friedberg ^rn Schwab, der Oberlehrer cm Realgymnasium unb der LbJ^ Realschule zu Gießen Professor Dr. Wiederhold, der rektor der Taubstummenanstalt zu Friedberg Ludwig Wodaeg^
TaS Ritterkreuz 2. Klasse des PWiPpsordens: der Komina'' baut der fr cito. Feuerwehr zu Friedberg Ferdinand Damm Friedberg, Oberlehrer Hch. Geck zu Vilbel, der Lehrer am gymnasium und der -Ober-Realsckmlc zu Gießen .Ü'aH <aTt ' der Hauptlehrer Hch. Knauß zu Gießen, der Feldbereiutgunc- geometer F-riedrich Müller I. zu Friedberg, der UniDcrvt<K*' rcntPmtmann Knrl Weimer zu Csießen.
TaS silberne Kreuz zum Philippsorden: JScr Beigeorkm^ und Kommandant der fr cito. Feuerwehr zu Schotten Tdccd" CellariuS, der Recklner der Vorschuß- unb Krcditkane Butzbach 'Heinrich Karl Forbach, der S^'Uehrer Kalbfleisch yu Gießen, der Burcaubcamte im ber uww- Universität Kerl Klees, der Kreisstraßeumeister Auguit -l / ringer zu Grünberg, der bisherige ©tabtredmer yU b V 1 ( zu Homberg a. d. Ohm, der Krcisamtsbureauvorftehcr S dr i T tn zu Gießen, der OrtSgerichtsvorsteher unb Stanbcsbeamlc Uhp* Schmalbad, zu Hartmamishain, der SckMllehrer Kurl & t gand zu Stockheim. . , . .
Das allgemeine Ehrenzcidp-n mit der Inschrift für.>0wyru Irene Tienste: Polizeidiencr M. Schneider zu erbstci - bas allg. Ehrenzeichen m. b. Inschrift f. längs, treue Dienste i D,iusd)ätzer J-riedrich Drott zu Nibda, bet Ratsdiener „ Otterbein zu Gießen, der Beigeorbnete Johs. Pctlcl


