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25.3.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

155* Jahrgang

Samstag 25. März 1905

Nr. 72

f!*ciot teerig anbei Sonntags.

Dem G »ebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem besuchen Landwirt die Siebener Zamtliea. htütter oiermol In der Woche betgelegl

KotattonSdruck u. Ver­lag der Brüh l'ichen lln werl.-Buch-n. Gtein- druckerel. St. Sange. Nedaktton. ErredMo« unß Drnaeret.

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KkrnivrkchanicklußNr 51.

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Amts- und Anzetgeblatt für den Kreis Gießen MMZ

_____________________________________________ zeigenteil: £>an§ Beck.

heutige giummtr umfaßt 18

Volitische Tagesschau.

Keine neue Aera in Preußen.

£er pveuß.Staatsunz." verössentliM heute die Er­nennung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg Dr. v. Bethmann-Hollweg zum königlich preußischen Staatsmirnster unid Minister des Innern.

In Preußen Hut das Ministerium des Innern zurzeit nicht die politische Bedeutung, wie früher. Es sei nur an die Handelsvertragsdebutten erinnert, bei denen aus anderen Bundesstuaten Minister des Innern das Wort ergriffen. Preußen war durch die Minister der Fünanz und der Land­wirtschaft vertreten, was die politische Bedeutung dieser Ressorts hinreichend kennzeichnet. Das preußische Mini­sterium des Innern ist seit Jahr und Tag mehr Ber- waltungs- und Negierungsorgan. Einen Umschwung wird auch Herr v. Bethmann-Hollweg nicht herbeiführen. Ein Polizeipräsidium grotzen Stils, ein Organ für gouvernementale Exekutive wünschen die preußischen Kon­servativen im Ministerium des Innern zu sehen, nach wie vor. Vom liberalen Standpunkt wäre es schon als Fort- Ichritt zu bewerten, wenn i)te Verwaltung des Dr. v. Beth- mann-Hollweg weniger Anlaß zur Kritik bieten würde, als die seines Vorgängers.

Die Macht der Danken.

Wenig beachtet vvu dem großen Publikum sind in diesen Tagen die Geschäftsberichte derBerliner Groß­banken für das Jahr 1904 herausgekommen. Und doch verdienen diese Veröffentlichungen, gründlich studiert zu werden. Denn sie stellen in ihrer Gesamtheit gewisser­maßen eine Heeresschau über eine Kerntruppe unserer Wirt- Ichaftsmacht dar.

Ehedem bestand in Deutschland eine unübersehbare Fülle lvon Bankiers und Banken jeder Größe, die völlig un­abhängig von einander waren. Im Laufe der letzten Jahre ift das ganz anders geworden. Gestutzt auf eine starke Hapitalmucht und erfüllt von dem Drange, diese Macht noch weiter zu steigern, ist die Berliner Hochfinanz in Die Provinz gezogen und hat sich da unterworfen, was an jsreier Banttätigkeit zu bekommen war. Diese Einschränkung Oer freien Bantwelt ist nach verschiedenen Richtungen hin, llrotz ihrer unverkennbaren Vorteile, zu bedauern; aber sie iist eine vollendete Tatsache, an der kein Mensch etwas »andern kann. Vom S<pinkelplatze bis zur Voßstraße in Merlin, also auf einem Raume von bescheidener Ausdehn- mng, sind die riesigen Bankpaläfte zusammengedrängt, von »Denen aus das Wirtschaftsleben Deutschlands, ja selbst «Europas und der ganzen Welt mächtige, vielfach sogar fleine mächtigsten Impulse empfängt. Einige Iahten mögen idiese Behauptung erläutern.

Tie acht Berliner Großbanken verfügen zu- ssammen über ein Aktienkapital einschließlich der Reserven lvon 1 2 7 2 Millionen M k. Ihre llmsätze erreichten im übgelaufenen Jahre die Höhe von 1 8 0 M i l l i a r d e n M k. eine Summe, die ficß leichthin aus spricht, deren Be- Deutung aber die gewöhnliche Fassungskraft himmelhoch siiberstecgt. Tie Macht der Berliner Hochfinanz ist damit

Gießener Theaterverein.

Maskerade.

Schauspiel in 4 Auszügen von Ludwig Fulda. ^Buchausgabe: 2. Aust, in der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nacht in Stuttgart.)

Mit Fulda begann die Spielzeit, und mit Fulda endeten die Vorstellungen des Theatervereins in diesem Winter. Melcher weite Weg liegt zwischen demTalisman", den man dieser Tage in Paris arg mißhandelt hat, und der ,Maskerade"! Um wie viel ist der ideenreiche, gernüls- vvarme, treffsichere Fulda zurückgewichen! Welches anmutige Formtalent, welche amüsante und kecke Verspointierung. welche reizvolle Phantastik und elegante Satirik dort, welche unmutige Formlosigkeit, welche schleppende, akten- sstaubige ungebundene Rede, welche reizlose Erfindungsarmut und plumpe Karrikatur hier, in seinem neuesten Bühnen­produkt!Maskerade" ist eine der schwächsten Erscheinungen dieser Spielzeit, die allerdings an Glanzpunkten arm war. Doch DreyersSiebzehnjährige",Traumulus" von Holz rind Jerschke, selbst Kadelburgs harmlos lustiger, aber un- llitterarischerFamilientag" waren unter den Novitäten dieses Winters um vieles bessere Theaterstücke als Fuldas Maskerade".

Diese trockene Schreibstubenarbeit steht, litterarisch be- rvertet, kaum über dem unseligen SchauerstückeUm seinet­willen" von der Frau Erdmann-Jeßnitzer; es hat zudem manche Aehnlichkeit mit ihm. In dem Stück der Dame aus Wremen kam eine Mutter nach den» deutschen Mutterlande, lum ihren Sohn sich wieder zu erwerben. Bei Fulda lehrt ein Water aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten heim, um ssich in seinem deutschen Vaterlande der begrenzten oder besser beschränkten Unmöglichkeiten seine Tochter wieder zu gewinnen. Wort trägt die Frau Mama die Züge von Sudermanns Magda", hier ist der Herr Papa, der Südamerikaner mit bDem goldenen Vaterherzen, von Wehmut triefend und von Meue, frei nach Sudermanns Grafen Traft gebildet, und mährend dort der Papa, trägt hier der Liebhaber die Visage dses Sudermann'schen Regierungsrats v. Keller.

Was einst der alte Wilhelm Jordan warnend prophezeit h-atte, ist emgetroffen: Fulda, dessen dichterische Anläufe so

noch lange nicht erschöpft. Die Mehrzahl der Berliner Groß­banken hat sich in der Provinz eine fast unübersehbare Gefolgschaft geschaffen, die ihre Direktiven von Berlin empfängt. Will z. B. die Deutsche Bank irgend ein be­deutendes Anleihegeschäft durchfuhren, so stehen ihr dazu von Hamburg bis Mannheim, von Hamburg bis Breslau die vortrefflichsten Hülssträste zur Verfügung.

Wo das Geld liegt, ist die Macht mit ihm vereinigt. Diese Wahrheit gilt heute mehr denn je. Sonach darf es uns nicht wundern, daß die Banken ein überaus gewich­tiges Wort in Handel, Industrie und Schiffahrt mitzureden haben. An der Entwickelung des Shndilalsivesens hat die Bankwelt einen starken Anteil. Wie oft haben die Direk­toren der Banken widerspenstige Werke in den Kreis der Berbandsmitglieder mit sanfter Gewalt geführt. Tas landesübliche Mittel, durch das die Banken ihren Einfluß auf Industrie und Handel betätigen, besteht darin, daß sie die Mitglieder ihrer Verwaltung in den Aufsichlsrat der Gesellschaften entsenden. Natürlich hat dieser Einfluß seine Abstufungen. Ein finanziell kräftiges Unternehmen, ein fähiger Direktor stehen der Vankwelt unabhängiger gegenüber, als faule Kunden. Doch das ist ja der Laus der Welt:Der Borger ist des Leihers Knecht", sagt schon die Schrift.

Wie in kolossalen Reservoirs sammeln sich die Geldmittel des Volkes bei den Banken. Von da aus werden sie durcü unzähli.ge Kanäle über das Wirtschaftsleben geleitet. Auch das Ausland wird dabei befruchtet. In fast allen Ländern der Erde sind mit deutschcm Kapital unzählige Unter­nehmungen jeder Art ins Leben gerufen worden. Dabei wurde auch schon Geld verloren, aber, sorgfältig ausge­wählt, sind auch solche Anlagen nicht zu verwerfen. Jeden­falls fließt schon jetzt ein großer Te-il unseres vtatronal- euUommens aus ausländischen Quellen.

Diese Macht ist freilich noct) jung. Sie findet in unserem öffentlichen Leben, angesichts der dort herrfchendcn älteren Gewalten, nicht immer die gewünschte Anerkennung. Diese Gleichberechtigung will man aber gar zu gern erringen. So verfällt man mitunter aus ein Buhlen um die Gunst dieser anderen Mächte. Auch die übertriebene Konkurrenz der Banken untereinander tut der Gesamtentwicketullg ihrer Macht Eintrag. Daraus erklärt es sich, daß wirtschaftlich so gewaltige Elemente auf poliluchem Gebiete verhälrnis- mäßi-g noch wenig bedeuten. Doch auch hierin scheint sich allmählich ein Wandel anzubahnen.

g,auuuuutuii|d)eb.

(*) Darmstadt, 24. März. Der 4. Ausschuß bean­tragt Revision des Gesetzes, betreffend die Bäche und die nicht ständig fließenden Gewässer, vorn 30. Juli 1887. Dem Beschlüsse der Zweiten Kammer, in eine Prüfung der Frage emzutreten, auf welche Weise die Härten der derzeit bestehenden Gesetzgebung in Bezug auf die Diühlen, welche durch unregelmäßige Wasserkraft betrieben werden, gemildert werden können, ist die Erste Kammer nicht beigetreten. Der 4. 9lusschuß der Zweiten Kammer bleibt aber in seiner Rlajontät nach wie vor auf dem früher eingenommenen Standpunkte bestehen, wogegen die Ncknoritat ihre durch die ablehnende Haltung der Ersten Kanlmer bestätigte An- schauung festhält.

Berlin, 24. Marz. Die Budgetkommission be­endete heute die Etatberatung.' Zunächst wurde der Etab des Reichszufchusses in Höhe von 51 Millionen und der Matrikularbeiträge in Höhe von 213 Va Mifll. beraten. Auf Antrag des Adg. Speck lZentr.) wurde der Zuschuß von 51 Mill, gestrichen und die Matrikularbeiträge genehniigt. Sodann wurde das Etatgesetz beraten. Der § 1, welcher verlangt, daß 293 Mill, im Anleihewegej slüssig zu machen seien, wurde angenommen. Ferner wurdo ein Antrag Speck angenommen, welcher den Reichskanzler, ermächtigt, zur Flüsfigmachung von Mitteln für die Reichs­kassen Schatzscheine bis zur Höhe von 350 Mill. Mark statt nur 275 Mill. Mark auszugeben.

Kcer und A.otte.

München, 24. März. Ein Verordnungsblatt des! Kriegsministeriums gibt eine Reihe höherer Personalver­änderungen in der bayerischen Armee bekannt. U. a. wurde, der kommandierende General des zweiten Armeekorps von L y l a n d e r in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs zur Disposition gestellt, wobei der Prinzregent verfügte, daß Lylander in Anerkennung seiner hervorragenden Ver­dienste in den Ranglisten der Aktiven fortgeführt werde. Ernannt wurde zum kommandierenden General des zweiten Armeekorps Generalleutnant Frhr. Reichliu von M e l d e g g, Kommandeur der zweiten Division unter Beförderung zum General der Infanterie und zum Kom­mandeur der ziveiten Division Milckärbevollmächtigter Ge­neralleutnant v. Endres-Berlm; dessen Nachfolger wirp Oberst Frhr. v. Geb sattel, Ehef des Generalstabs des^ dritten Armeekorps. Befördert wurde Generalleutnant Prinz Alfons von Bayern zum General der Kavallerie.

yiuiH uirü xM'ö.

Gießen, den 25. März 1905.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den evangelischen Pfarrer Horst zu Spachbrücken, Dekanat Reinheim, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung feiner lang­jährigen imd treu geleisteten Dienste, und den evangelischen Pfarrer Veiler zu Eberstadt, Dekanat Hungen, auf fein, Nachsuchen unter Vorbehalt seiner Wiederverwendung im Kirchendlenst in den Ruhestand versetzt. Bestätigt wurde am 20. März d. I. der von dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg auf die erste Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Elmshausen, im Kreise Bensheim, präsentierte Schulamtsasp'.rant Müller für diese Stelle. Ernannt wurden der Gefangemvärter am Provinzialarresthaus in Gießen, Seipp, zum Gefangenaufseh-r an dieser Anstalt, der Militärinvalide Becker in Lauterbach zum Gefangen­wärter am Haftlokal in Lauterbach. Am 8. März d. I. wurde im Namen des deutschen Kaisers mit Allerhöchster Er­mächtigung S. K. H. des Grobherzogs der Steuerkontrolleuc Rcgierungsaffessor Dr. Offenbart)er den K. Preuß. Haupt­zollämtern Cleve, Emmerich, Kaldenkirchen und den Haupt- l'teueräintern Crefeld, Duisburg, Wesel und Äleuß als Sta- tion5fontroüeur mit dem Wohnsitz tn Crefeld beigeordnet und ihm der laufende Rang eines Obersteuerinspektors ver­liehen.

viel verheißend waren, istberlinisch verkümmerf und hat der kranken Weltverkläger Unfencufe nachgewinselt". Aber während z. B. Ibsen in seinen bitterbösen Gesellschaftsdramen die Geißel srt)wang, daß man ächzte, während Anzengruber mit starker Hand am Zölibat rüttelte, daß Rom vor Zorn entbrannte, rc. rc., hüpft Fulda mit einem Klnderpeitschchen herum und kitzelt damit einem Geh. Oberregierungsrat und dessen Söhnlein ein tuschen unter der Nase, einem hohen Beamten aus der preußischen Bureaukratie in nächster Nähe des Almisters. Selbst der röteste Sozialdemokrat und Bebel-Verehrer wird zugeben müssen, daß solche Jammer­gestalten in deutschen Ministerien unmöglich sind.

Fuldas Stück richtet sich nämlich, ä la Ibsen, gegen die Gesellschaftslüge. Eine steinreiche Exzellenz außer Dienst kehrt nach Berlin zurück, um eine alte Schuld zu sühnen und seine uneheliche Tochter zu legitimieren. Diese aber setzt sich zunächst aufs hohe Roß und sagt dein Herrn Papa schnippisch ms Gesicht:Ich habe Ihnen nicht verziehend Kurz darauf aber ringt sich von dem sichmerzlirt) zuckenden Mädchenmund das herbe Geständnis:Ich bin Ihrer nicht mehr wert. Ich habe einen Geliebten". Ter Herr Papa aber ist em edler Edelmann. Ihn geniert beides nicht, weder des Richt- verzeihen, noch das Unverzeihliche. Er besteht nun einmal eigensinnig auf feinen Vaterrechten. Tas Mädchen aber erfährt em ähnliches Schicksal wie ihr Fräulein Mutter. Ten Geliebten des Nlädchens will zunächst der freidenkende freiherrliche Vater auch mit in den Kauf nehmen und bei der Familie des jungen Herrn, dessen Vater fern Kommilitone war, die Sache arrangieren. Ter geheimrätliche Papa des geliebten Jünglings ist hochbeglückt, für seine Tochter eine glänzende Partie zu finden; der Sohn muß seinVerhältnis" losen, denn daß dieses und die Tochter der Exzellenz eine und dieselbe Jungfrau ist, ahnen die noblen Herren Vater und Sohn nicht. Wie aber Geheimrats bei Exzellenz erschienen, um das Freifräulein kennen zu lernen, tritt die Katastrophe ein. Tie frisch geadelteMaus" erhält gerade in demselben Moment den Absagebrief des Geliebten, den er mit halb geöffneter Thränen- drüse geschrieben hat, obwohl er keineswegs bestimmt weiß, ob er den goldenen Spatz auf dem Dach auch luutlirt) in die Hand bekommen wird.

Und nun kommt der tollste Kompositionsfehler.

Geheimrats Suchen nach Art aufdnngtlcher Hausierer im letzten angeklebten Akte trotz der fatalen Blamage zu ver­mitteln, und Freisräulem Gerda, die doch über die Gesinnungs­lumperei ihres Assessors wahrhaftig nicht mehr im Zweifel zu sein braucht, beschließt, ihn nochmals auf die Probe zu ueUen. Sie schwindelt ihm kalt lächelnd vor, daß' sie auf Stand und Tand verzichtet habe und die arme Lehrerin bleiben wolle, ihm aber sei verziehen. In dieser plumpen Schlinge, die Fulda ihm gelegt hat, läßt sich der Schlingel iind Assessor im preußischen Handelsministerium auch wirklich fangen, er erklärt Frl. Gerda nicht mit Unrecht fürtotal von Sinnen" und zieht sich in den Hintergrund zurück. Das arme Aschenbrödel, das jetzt Frelfräulein geworden ist, und Papa Exzellenz sinken sich gerührt in die Arme, und Papa Geheimrat nennt seinen Filius einen Dummkopf. Und niemand ist so unhöflich, zu widersprechen. Der 4. Akt kommt also zu keinem anderen Ziele als dem im 3. Akte bereits erreichten.

Herr Fulda kämpft wie der selige Don Quixote gegen Windmühlen. So ein Kampf gegen exklusive Kreise ist nicht londerlirt) gefahrvoll und macht doch auf manchen Philister, der dem bösen Geiste Bureaukratius abhold ist, Eindruck, so erlogen die ganze Geschichte ist, die Leute wie ihre Rede, Der Geheime Oberregierungsrat in dem Stücke spricht von einem schönen Brauche in der Renaissanzezeit: da legte der Ehemann, der sich auf heimliche Wege begab, eine Maske an. Die verhüllende Larve sagte für den Unkenntlichen: Was ich jetzt tue und treibe, geht keinen an, am wenigsten mich in meiner öffentlichen Stellung, mich, die offizielle Persönlichkeit. Worauf der Sohn, em Ironiker, erwidert: Heute sei es gerade umgekehrt; wir tragen Masken, wenn mir offiziell auftreten. Dieses spielerische Gleichnis trägt nicht nur den Sinn des Stückes in sich und die falsche Rloral, die Fulda bekämpft. Es trifft auch die unechte Kunst Fuldas selbst, der hier hinter der effektvollen Allaske des Theatrali­kers die feinen Züge seines geistreichen Kopfes barg. Dieses SchauspielMasierade" ist Fuldas Alaskerade, und er selber im allgemeinen ernster zu nehmen wie ferneNlaskerade" als Schauspiel. Es hat keinen sonderlichen Sinn, gegen die konventionelle Maskerade zu Felde zu ziehen. Es ist ver­lorene Liebesniüb. denn sie gehört nun einmal zu unserer