Ausgabe 
2.3.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 52

Donnerstag, 2. März 1905

155. Jahrg.

General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen.

des

gegen die

ich französischem Muster. Mit fahren die Vorlage über bte' Rechts- Indust

«G Ätftag 3er 8L Metz«,

Äebofttxm, u. Dcrrck»«-! ÄdiuSM,

SleL ®x.*L Än-r^« Wch«

die Privatrechtliche, sondern auch die öffentlich-rechtliche <$5teTfim.' der Berussvereine behandelt wird. Es könnte ein gut Stück Koali­tionsfreiheit damit gesichert werden. Wir sprechen den dringenden, den dringendsten, den allerdringei'dsten Wunsch aus, daß die Vorlage

besonderer Spannung erwarten wir sähigkeit der Bernfsrereine. Wir erwarten, daß darin nicht nur

nach dieser Richtung hin uns keine Enttäuschung bringe. Und im nächsten Jahre erwarten wir dann die Arbeitskammern. Diese Angelegenheit- ist für uns so wichtig, daß wir für jede Anregung, mag sie kommen woher auch immer, uns dankbar erweisen werden. Sicherung des Ctreikpostenstehensl Auch das müssen wir verlangen, muß jeder verlangen, der das Streikrecht selber unangetastet wissen will. Die Verwaltungsbehörden müssen sich an die Auffassung gewöhnen, daß derartige Dinge erlaubt sind.

Nun zur Mittelstandssrage! Meine Freunde sind darin einig, daß gegenüber dem Mittelstand die Sozialpolitik ebensowenig ver­sagen darf, wie gegenüber dem Arbeiterstand. Doch müssen beim Mittelstand an die Selbsthilfe höhere. Ansprüche gestellt werden. Wir sind tief durchdrungen von der staatserhaltenden Bedeutung des Mittelstandes. Tie Mittelstandspolitik ist eine, notwendige Er­gänzung der Arbeiterpolitik. Aber nichts ist törichter, als das Lamentieren und Räsonmeren der Mittclstandspolitiker über die Arbeiterschutzpolitik! Wo bliebe die ganze Mittelstandspolitit. wenn wir nicht vorher Arbeitcrpolitik gehabt hätten! Keine Privat- beamtenversichcning ohne Arbeiterversicherung, kerne Kaufmanns­gerichte ohne Gewerbegerickitcl Wir müssen sowohl Arbciterpolitik als auch Mittelstandspolitik treiben. Dringend unterstützen meine Freunde die Forderung einer präzisen Abgrenzung zwischen Hand­werk und Fabrik. Bei dem gegenwärtigen Zustand werden die Handwerker sehr oft geschädigt. Redner befürwortet sodann die Annahme einer Zentrums-Resolution, die die Herausgabe eines Handwerkerblattcs nach Art desReichsarbeitöblatts" fordert, in dem u. a. auch der Inhalt der Berichte der Handwerkskammern nnt- geteilt wird. Er kommt sodann auf den, Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet zu sprechen. Er meint, dieser hätte vermieden werden können, wenn der Vorsitzende des Gewerbegerichts einen Einigungs- Versuch gemacht hätte, wozu er auch ohne Initiative einer der beiden Parteien berechtigt gewesen sei. Ein ganz hervorragender Sozial­politiker, der allerdings in Berlin wohnte, hätte sich in gleichem Sinne geäußert. Die Gcwerbegerichte müßten überhaupt ein wach­sameres Auge haben aus alles, was in der Arbeiterbewegung vor­gehe. Redner drückt zum Schluß die Erwartung aus, daß, nach­dem das große handelspolitische Werk erledigt und die Arbeitskraft desLokomotivführers der deutschen Sozialpolitik" si. e. Gras Posadowsky) wieder freigesetzt sei, die Sozialpolitik im Jahre 1905 mehr zu ihrem Rechte kommen werde, als im Jahre 1904. (Beifall beim Zentrum.)

dowsky über den australischen Premierminister Watson und be­hauptet, daß Watson überhaupt kein eigentlicher Sozialdemokrat sei. Außerdem stand er an der Spitze eines Gelegenheitsministe­riums und infolgedessen glaubte er ein Bündnis mit dem Liberalis­mus abschließen zu müssen. Dabei hat er jene schlechte Erfahrung gemacht, die man ja auch sonst bei Bündnissen mit Liberalen ge­macht hat. Deshalb paktieren wir klugerweise nut dem Liberalis­mus in Deutschland nicht. Redner geht sodann dazu über, die einzelnen sozialdemokratischen Resolutionen zu interpretieren und verbreitet sich bei dieser Gelegenheit über die Mißstände und, Ge- " i in einer Reihe von Industrien, besonders in der chemischen Industrie. Die durch Vergiftung an ihrer Gesundheit beschädigten Arbeiter müssen ebenso wie Verunglückte eine Rente beziehen. Ver­boten werden müßte entschieden die Celluloidfabrikation als Heim­arbeit. Es entstehen nämlich bei der Celluloidfabrikation so giftige Dämpfe, daß die Arbeiter dadurch empfindlich geschädigt werden. Auch die Verwendung von Bleifarben bei Bauten darf nicht mehr

gestattet werden, wiederholt schon haben die Bauarbeiter diese Forderung gestellt. _

Die chemische Industrie ist die reichste in Deutschland, und trotz* dem knausert sie mit den Summen für

es gibt dort noch viele Fabrikräume, die von den Arbeitern(shft* höhlen" genannt werden. Das sind doch unerträgliche Zustan^. Wenn die Regierung noch immer hier nicht einschreitet, so zeigt sie nur, daß sie eine Klassenregierung ist.

Aba. Dlell (frei). Vpt.) befürwortet eine Rezolutron, bte dahm geht, daß die Agenten n i ch t, wie es eine Gericht^nffcheidung schon bestimmt hat, als H a u s i e r e r im Sinne der Gewerbeord­nung angesehen werden.

Abg. Slorz isüdd. Vpt.): Es ist hier mel über mangeln»« Ventilation in Fabriken gesprochen. Der Reichstag hat es aber noch nickit so weit gebracht, daß er in seinem eigenen Hcmse für Ventilation sorgt. In vielen Zimmern herrscht eine so schlechte Luft, daß die Mgeordneten, namentlich die, die aus besseren Gegenden kommen (Heiterkeit), dadurch arbeitsunfähig werden. Bedauerlich ist es, daß man in vielen Fällen so rigoros gegen die Hausierer vor- gegangen ist. Es geht dock nicht an, einen ganzen Stand, dem meistens nur ganz arme Leute angehören, förmlich auszurotten.

Abg. Lattmann sAntis.) hebt aus der Fülle der bei diesem Etat interessierenden Fragen nur folgende Punkte hervor: Befähigung^* nachweis für Bauhandwerker sRedner ist erfreut über den in Aus­sicht stehenden Entwurf), Statistik über den Hausierhandel sRedner hält eine solche für notwendig), Regelung des Hausierhandels (bet unreelle soll unterdrückt, der berechtigte geschi'cht werden), Berechn tigung der Ober-Realschtil-Abittlrienten zum Studium der Medizin sRedner ist dafür), Regelung der Reichs- und Staats-Angehörigker- (Redner wünscht eine größere Berücksichtigung der Deutschen im Auslande). .

Abg. v. Gerlach (freis. Vgg.) fragt an, tote es unt der Aus­dehnung des Versichcriingszwanges auf ländliche Arbeitor unb Dienstboten fei. Jetzt könne doch etwas mehr Dampf m bte Sache kommen, nachdem die Handelsverträge den landwirtschaftlichen Ar­beitgebern so große Vorteile .zugeführt hätten. Auch die Hoteldienee bedürften dringend der gesetzlichen Fürsorge. Ste hätten eine mt» endlich lange Arbeitszeit, bekämen keinen Lohn, «eien aus Trtnk- gelder angewiesen und müßten davon noch em en Teil den Besitzern abgeben. (Hört, hört!) .

Abg. Krösell (Antis.) spricht über den avgememen Befcchd, aungsnachweis, den zu erstreben man keineswegs aufgeben dürfe, mögen die Ansichten darüber immerhin ausemandergehen. Redner wünscht ferner die Verbilligung der Klebemarken und btt Herabsetzung der Altersversicherung auf das 60. Lebensjahr.

Abg. Gamp sRpt.): Das geht eben mckst, wetl dte Genossem schäften nicht die Mittel dazu haben. Und was dw Verbilligung ber Klebemarken betrifft, so würde ich dem Staatssekretär raten, sich für die Lösung dieser Frage auf jeden ber Mitwirkung des Herrn Krösell zu versichern, selbst wenn das erh^liche finanzielle. Opfer erfordern sollte. (Heiterkeit., Auf die Resolutwnen de» Zentrums und der Sozialdemokraten brauche tch nicht ernzugeyen, den Anträgen ber Herren Müller-Meiningen und -Sagan (Hetter- keit) kann ich zum Teil zu stimmen. h

Abg. von Strombcck (3tr.) tritt für den Hausier erftmid em. Herr Erzberger habe keineswegs im Namen ber ganzen Fraktion gesprochen. Gewiß gäbe es Mißstände im Haufierergetoe^>e, cwer man solle nicht generalisieren. Wohin käme man Dann? W stände gäbe es überall. Im Haufiererstanbe sehe es ntcht schlimmer aus, als in anderen Gewerben auch. Für den Bauern, ber nur selten in die Stadt käme, sei ber Hausierer eine NotwendiAew. Redner verweist insonderheit auf seinen Wahlkreis, das Eichsfeld.

Die Weiterberatung toirb hierauf auf Donnerstag 1 Uhr be­tagt. (Außerdem Rechnungssachen.)

Schluß gegen 6 Uhr.

c. unerueuirncj umei uic vytriuuLucuu11iiyi, . unv zwar unbedingt in Verbindung mit der Einrichtung des Instituts ber Arbeiterkontrolleure. Weitere Wünsche sind: sanitärer Normal- I arbeitstag für aesundheitsschädliche Betriebe, Aufstellung einer Liste ber gefährlichen Industrien nach £---=ricx

Abg. Wurm (Soz.) wirft dem Zentrum vor, zu lässig und $u wenig ernsthaft Sozialpolitik zu treiben. Die sozialpolitische Ini­tiative komme einzig stets von Der Sozialdemokratie. Das Zentrum verschlechtere nur die Anträge der Sozialdemoftaten, gäbe auch ganz gern seine eigenen Anträge preis. Redner wendet sich fa^mt gestrigen Ausführungen des Staatssekretärs Grafen Posa- iber den australischen Premierminister Watson und be-

Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky u. a.

Die zweite Beratung des Etats des Reichsamts Innern wird fortgesetzt beim TitelStaatssekretär".

Abg. Trimborn (Ztr.): Ter Abg. Bruhn hat gestern nicht nur den Staatssekretär sondern auch meine Partei aufs schwerste ange­griffen. Er hat sich auch über den zu schnellen Gang unserer sozial­politischen Gesetzgebung beklagt. Ich mutz demgegenüber sagen, dax das vorige Jahr an positiven Ergebnisien durchaus arm war. Einzig erwähnenswert ist das Gesetz über die Kaufmannsgerichte, welches trotz der heftigen Gegenwehr der Sozialdemokratie glücklich angenommen ist. Allerdings ist diese Taktik der Sozialdemokraten auf dem Bremer Parteitage aufs heftigste getadelt worden. (Wider­spruch bei den Soz.) Zum ersten Male hat man hier das Proportio­nalwahlsystem eingefi'lhrt. Hoffentlich folgt bie, Einführung be­ben Gewerbegerichten nach. Wo es ortsstatutarisch eingeführt ist, hat es sich bewährt. Wir wünschen es auch bei den Vorstands­wahlen zu den Ortskrankenkassen. Die veuffche Sozialpolitik er- freirt sich allmählich immer größerer Anerkennung auch im Auslande. Auf dem Amsterdamer internationalen Parteitage der Sozialdemo­kratie hat auch der frühere ftanzösische Minister Millerand der deuffchen Arbeiterversicherung Worte der Anerkennung ausge­sprochen. Was nun den Ausbau unserer Sozialpolitik anlangt, so ist die erste Forderung die Ausdehnung der Jnvalidenversicherungs- und Krankenkasiengesetzgebung auf die Heimindustrie. Ich gebe zu, daß dies vielleicht die schwierigste Aufgabe der gesamten Sozial­politik ist, aber man muß doch au deren Lösung Herangehen. Schon 1899 stellte Graf Posadowsky die Erfüllung dieses unseres Wun­sches in nahe Aussicht, leider ist es jedoch bis heute bei diesem Versprechen geblieben. Wenn wir einen Rückblick auf die Sozial­politik tun, so müssen wir sagen, daß von einem Automobiltempo gar keine Rede sein kann. Diejenigen, welche dies behaupten, wollen überhaupt keine Sozialpolitik. (Sehr richtig!) Notwendig erscheint mir fernerhin die allgemeine Einführung der lokalen Rentenstellen, durch welche viele Erfahrungen gesammelt werden können. Besonders an den großen Industriezentren wiftde man viel wertvolles Material sammeln können, um so allmählich die soziale Gesetzgebung immer weiter auszudehnen. Zu meinem großen Schmerze hat der Abg. Pachnicke franf und frei erfiärt, daß er gegen die generelle Einführung des Zehnstuudentages sei. , Das war für mich eine große Enttäuschung. Unbedingt notwendig ist, wie besagt. die endliche Inangriffnahme des Heirnarbeiterscknches. Freilich, Die ist generell nicht so einfach. Da müßte zunächst ein allgemeines Gesetz geschaffen werden, das gewisiermatzen nur das Schema darstellt, und dann müßte eine Unzahl von Verordnungen die Regelung im einzelnen vornehmen. (Äenso dringend ist der Bauarbeiterfchutz, Unterstellung unter die Gewerbeaufsicht, und

Parlamentarische BerhairdlMiM.

AachdruL ohrrtz »eseinoarung rricht gestattet.

Deutscher Reichstag.

152. Sitzung vom 1. März.

1 Uhr. Das Haus ist äußerst schwach besetzt.

(Siebener Anzeiger

ÄTÄ-ÄlÄi

Itayuimmirc habe. Es energisch

Kcffischer Landtag.

9t. B. Darmstadt, 1. Mär-.

Am Regierungstische: Finanzminister Gnauth, Ministerial­rat Ewald, Geh. Oberbaurar Coulmann.

Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 9^2 Uhr. Tas Haus genehmigt zuerst ohne Tebatte den Verwaltimgsvoran- schlag der zweiten Kammer für das Rechnungsjahr 1905 und stimmt darauf dem Antrag des Vorstandes auf Wahl eines Sonderausschusses von 9 Mitgliedern für die Vorberat­ung der Regierungsvorlage, betr. die Verwaltungsgesetzgebung zu. Tie Wahl der Mitglieder soll später vorgenommen werden.

Tann wird die Etatsberatung bei der gestern abge- brvchenen Tebatte über den Eisen bahne tat fortgesetzt.

Abg. Berthold wünscht Auskunft darüber, wie es mit dem schon vor etwa vier Jahren genehmigten Projekt der sog. Riedbahn, Tarmstadt - Griesheim, - TornHeirw - Leieheirn - Oins- heim - Kornsand mit der Abzweigung nach Gustavsburg stehe. Weiter bringt der Redner noch verschiedene Lokalwünsche vor.

Abg. S e n.s s e l d e r plädiert dafür, daß auf der Linie Darm­stadt-Groß gerau den Arbeitern auch die Benutzung der anderen, als der Arbeiterzüge gestattet werden möge.

Abg. Hauck beklagt^ Mißstände auf dem Bahnhof Baben­hausen, welcher dem wachsenden Verkehr nicht mehr genüge.

Abg. Müller wünsäst eine bessere Zugsverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt, namentlich einen besseren Nach- mitdagszug.

Abg. Cramer fuhrt Klage über die häufige Ueberfüllung der vierten Wagenklasse und bringt dann einige angeblicheKu- riofa" vor.

Abg. Häusel weilt auf den Erlaß des Kaisers bezüglich der Verleihung von Auszeichnungen für Beamte mit 25 und 40- jähriger Tienstzeit hin und fragt, ob diese Auszeichnungen nicht auch an die Mischen Beamten verliehen würden, wenn nicht, so bitte er auch in diesem Punkte eine Gleichstellung der hessi- ichen mit den preußischen Beamten zu veranlassen.

Mg. Adelung wünscht eine bessere Regelung der An- stellungs- und Pensionsverhältnisse der Schaffner.

Abg. Korell spricht der Regierung für die sympathische Stellung zu der Bahnlinie Alssew-Hersseld seinen Tank aus und trägt verschiedene weitere Wünsche bezüglich der Linie Als-

Schotten. , * , , ..r ,.

Mg Rein hart bemerkt, er habe me Debatten über dre Eisenbat-rlsrage mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, es sei aber nichts vorgebracht worden, was auch nur irgendwie einen Schatten hätte auf die Freude werfen können, die man noch heute über den Abschluß der Eise^rbahngemeinschaft mir Preußen empfinden müsse. Es sei auch von den oberhessischen Rednern ausdrücklich anerkannt roorden, da); die vielen lokalen Wünsche die weitgehendste Berücksichtigung gesunden hätten. Redner be­spricht dann die gestrigen Wünsche des sttlbg. Pennrich und legt u. ft. die ^Notwendigkeit der Einrichtung eines Sämellzuges oder wenigstens eines beschleunigten Zuges auf der Strecke Alzey- Worms dar. Tann tritt Redner in längeren Ausführungen den Aeußerung-en des Abg. Ulricb in der Generaldebatte entgegen, und verteidigt in warnten Worten dert Abschluß und die Vorteile des Gemeinschaftsvertrages. Eine süddeutsche Eisenbahngemeinsckraft hätte niemals so günstig für unser Land wirken fömicu. Wenn sjüjn Ulrich die neuen preußischen Kanalbauten als ein SckMeck- aespenst hinstelle, die den Erträgnissen der Staatscisenbahnen großen Abbruch tun wurden, so glaube er, daß eine solche Schädigung nicht eintreten werde. T-er Eisenbahnverkehr habe auch seither trotz der Kanäle nicht abgenommen, im Gegenteil sei der Transport sowohl auf den Kanälen, wie auf den Eisen­bahnen gewaltig gestiegen. Tie Erfahrung lehre auch, daß jede neue Vertehrserleichterung den Verkehr Itartt und fordert; aus diesem Grunde würde auch die Atrbahuitrtg einer lueitereii Be- triebsgemeinschaft nur freudig zn begrüßen mtd mit allen Mästen zu unterstützen sein. (Beifall.-

fell^Ulrichstein vor. r r

Abg. Leun hat Wünsche bezüglich der Beamten-Tienst- gelder, und fragt, ob man den hessischen Beamten nickst wie in Preußen, in Gemeinden mit hoher Kommunalsteuer einen Zuschuß gewähren könne. c _A ,

Abg. Haas bespricht die Frage des Wetterausbaues des NebenbalMnetzes in Hessen und meint, jetzt sei der Zeitpunkt attommen, zu erwägen, was nun weiter auf diesem Gebiet ge­schehen solle. Ein Stillstand dürfe nicht eintreten, denn die nicht an Bahnstrecken gelegenen Ortschaften hätten zu sehr unter der Kvnkurrenz der angeschlossenen Orte zu leiden. Es enipfehle sich, in eine allgemeine Revision des Nebenbahtigeietzes ein» zutreteu, und auch die größeren Kommnnalverbande zu den Bahnbauteii heranzuziehen, ähnlich, wie beim Straßenoau. Ritt Ausnahme der Unterstützung von Siechenhäusern hallen die ^>er- bisher Mp wenia getan; die Provinzen feien noch beinahe

schuldenfrei, während der Staat die schwersten Saiten zu tragen; Es müßten der Staat, die Provinzen und die Gemeinden^ energisch zusammenarbeiten, dann wäre noch viel auf dem Gebiets der Nebenbahnen zu erreichen. Weiter spricht sich Redner noch für die Errichtung einer Bahnlinie in Pfungstadt-Gernsheim aus.

Finanzminister Gnauth wendet sich zunächst gegen die Aus­führungen der Abgg. Cramer und Berthold. Sie sollten doch nicht fortwährend hier mit solchen Einzelbeschwerden kommen, die vorl^r überhaupt nicht den Beschwerdeweg beschritten hätten. 2;em Wunsch des 2lbg. Müller nach Verbesserung des Nach. Mittagsverkehrs zwischen Frankfurt und Tarmstabt werde er näher treten. Dem Wg. Korell bemerke er, daß gegen die Errickstung einer Linie Alsfeld-Romrod nach Groß-Felda gar keine Be­denken beständen, wenn die Gemeinden die Zinsgarantie über­nähmen. Tem Wunsche des Abg. Haas, daß ein weiteres Ein­treten der Kreise mtd Provinzen zu den Nebenbahnbauten in die Wege geleitet werden möchte, könne er nur vollständig bei­stimmen, im Kreise Bensheim werde auch bezüglich des Bahn­baues Bensheim-Lindenfels ein Anfang damft gemacht.

Abg. Tr. Schmitt legt dar, daß in Hessen verhältnismäßig weniger Beamte für die Bahn vorhanden seien, als in Preußen. Viele Schafstier, die schon vor ca. 6 Jahren ihre Prüfung gemacht hätten, seien noch niU angestellt worden, während preu­ßische Schaffner, die erst im vorigen ihre Prüfung bestanden, bereits zur Anstellung gelanar seien.

Abg, Tr. Weber beipricht die protektierte Bahn int Vogels- fcerg und befürwortet zunächst den Bau der Strecke Mücke-, Ulrichstein, die vielleicht in Verbindung zu bringen fei mit einer Stichbahn entweder nach Gedern-Lauterbach oder

Abg. Breirner klagt über die mangelhafte Zugsvcrbindung auf der Linie Hirschhorn-Neckarsteinach.

Abg. Joutz wendet si l gegen die gestrigen Aussuhrungen., des Abg. Tamm bezüglich der Station Butzbach. Er muffe tou statieren, daß Abg. Tamm stark übertrieben .habe. Butzbach habe nicht etwa 3000, sondern 3960 Einwohner und Friedb^g nicht 10 000, sondern nur 6800 Einwohner. Er gönne den Friw- bergen, wenn alle Viertelstunde dort ein Schnellzug lMe, aber, auf das Halteii des Abendschnellzuges habe Butzbach das größte Anrecht. Redner weist dies durch Ansül>rung der Frequenzzifferw' näher nach. Weiter führt Redner dann Beschwerde über Verhallen der preußischen Bahnverwaltuns bezüglich der Lwre Wetzlar-Butzbach. _ .

Abg. Tr. Windecker ersiicht die Regierung imt eae Aeußerung zu dem von der Bürgermeisterei Bad-Nauheim vor­geschlagenen Projekt einer neuen Wettertalba hn Jcau** 1 Heim-Griedel. Dann wendet sich der Redner gegen ine 2ürs- führungen des Vorredners. v t a

Abg. lllrich polemisier: gegen die Ausführungen des Abm Reinhart über die preußisch-hessische Eisenbahngemeimck-aft uui* erklärt, daß er auf seinem in der Generaldebatte bargelegterr'

i Standpunkt verharren müsse. .

Finanzminister Gnauth entgegnet dem Abg. Brermer, die Regierung habe schon früher auf Verbesserung der Inge bet, Neckartalbahn ein gewirkt. Tie bad-iscki-e Regierung habe ihr auch in einem neuen Schreiben die Einstellung zweier neuer Zuge att Ncannheim zugesagt. Dem Wg. Dr. Weber *crwidtt11 der Herft Minister, die Regierung werde das Bahnprojekt Mucke-Ulrichsteiw in jeder Weise unterstützen. Gegen das Proiekt der Fortführung der Wettertalbahn! von NauhernL nach Griedel würden von der Regierung keiner­lei Einwendungen erhoben, sie weft>e dasselbe, titele mehr unterstützen und sehe dem Antrag aus Mnze))ionierung . und Gewährung der Staatsunterstützung entgegen, zer Mmilter hofft, daß die Verhandlungen darüber bald-um Ab­schluß gebracht werden, und gleichzeitig auch eine Ber-, ständigung zwischen den Gemeinden Bad-Nau- : heim und Friedberg über die Einführung einer elektrischen Bahnlinie zwischen beiden Orten erfolgt Ta-. mit würde dann auch eine gemeinsamL Regelung über die Ein- : fülnung der neuen Wettertalbahnlinie in Nauheim erfolgen können. Zu der Polemik Mischen den Abgg. Reinhart und Ulrich bemerkt ; ^r Minister, er sehe keinen Grund, die Kanäle Preu- ; ß'enS z u fürchten. Tie formale Selbständigkeit des hessi­schen Staatsbahnwesens sei ziemlich belanglos gewesen, aber auch jetzt noch vorhanden und das Land sei dabei zu einer finanziellen Leistungsfähigkeit gelangt, wie man sie allein nie erreicht hätte. : Sie werde dem ganzen Lande 5 um Segen gereichen. , (Lebhafter Beifall.)

Ministerialrat Ewald geht rwch auf verschiedene Wunsche ; und Beschwerden einiger Redner in betreff der Gel-altsverhälttüsse . zwischen preußischen und hessischien Angestellten näher ein. ; Nach einigen weiteren Ausführungen der Abgg. Pennrich, 1 Heidenreich und Damm, der' sich gegen die Mgriffe des . Abg. Joutz verteidigt, stellt ; Vizepräsident Tr. S a; mitt fest, daß sich die Hoffnung, das Thema heut zum Wschluß zu bringen, leider als trügexiM er-