Ausgabe 
27.1.1905 Erstes Blatt
 
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Deutsches flieidh

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Gießen, den 28. Januar 1905.

Zu Kaisers Geburtstag

hoben heute alle öffentlichen und viele Privatgebaude ge- flaggt. Gestern abend war der übliche Zapfenstreich und Serenade vor der Wohnung des Regimentskommandeurs, Obersten v. Grävenitz, und beute früh um 7 Uhr ertönte wiederum die Regimentsmusik, die damit für die Burger einen Weckruf veranstaltete. Im vereinigten Zivil- und Militärgottesdienst in der Stadtkirche, der heute vormittag um 10 Uhr stattfand und wozu die Fahnenkompanie mit klingendem Spiel durch die Strafen gezogen war, predigte i Pfarrer Schwabe; er legte als Text Jesaia 40, 31 seiner Predigt zu Grunde, die mit dem ThemaVorwärts mit Gott" darzulegen suchte, wie unser Volk auf allen Gebieten vorwärts schreiten muffe und wie der wahre Fortschritt nur m dem lebenskräftigen Glauben an Gott möglich sei. Nach dem Gottesdienst fand unter großer Beteiligung von Zu- I schauern Parade des Regiments auf Oswaldsgarten statt, wobei Oberst v. Grävenitz eine Ansprache hielt. Heute abend sind Mannschaftsfeiern. Die Schulen veranstalteten ebenfalls die üblichen Feiern, und bei dem Festmahl, das im Gesell- ichaftshaus stattfand, hielt der Rektor der Landesuniversität,

I Geheimrat Pros. Dr. Voss ins folgende Ansprache:

Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Profeffor Martin besprach in der Versammlung am 24. d. Mts. die Kopfformen der Haussäuger, welche so wird uns berichtet bei der z. T. weiten gegenseitigen Entfernung der letzteren im zoologischen System in ihrer verschiedenen Ernährungsart sehr bedeutende sind. An reichlichem Schadelmaterial er» käuterte Pros. M. die z. T. sicheren, z. T. mutmaßlichen Be­ziehungen, welche zwischen der biologischen und physiologischen Beanspruchung der einzelnen Kopsteile und ihrer besonderen Formung bei den verschiedenen Haussäugerarten bestehen. Besonders beachtenswert waren die Mitteilungen über die verschiedene Ausdehnung der Lufthöhlen, welche teils die Kieferknochen, teils die Knochen des Gehirnschädels durchsetzen, i Die Bedeutung dieser Höhlen besteht hauptsächlich in der Ermöglichung umfangreicher und fester Knochenlager für die Zahn- und Hornwurzeln bei gleichzeitiger Erreichung größter Leichtigkeit der Skelettkonstruktion, z. T. auch im Schutze des Gehirns. Ihre Gestaltung im einzelnen ist so­wohl aus die Art der Ernährung und die Entwickelung deS Gebisses, als auch aus die Kampfesweise der Tiere mit ihren Kopswaffen und die Form der letzteren zurückzusühren. Vor- gandensein wie Nichtoorhandensein von Hörnern hat wie auch die Art ihres Gebrauches einen wesentlichen Einfluß auf die Formbildung des ganzen Kopfskeletts.

* 3um Besten deS Theaterneubaues ist für Montag den 13. Februar die Aufführung eines Theater­stückes geplant, zu der sich unter der Aegide des Theater- oereins mehrere erste Kräfte des Frankfurter Schauspielhauses mit der Direktion des Stadttheaters verbunden haben. Da­mit sich das theaterliebende Publikum diesen genußreichen Abend freihalten kann, sei schon jetzt darauf hingewiesen.

* Demonstration der russischen ©tuRenten in Darmstadt. Die zahlreichen in Darmstadt zum Besuch der Technischen Hochschule weilenden russischen Studenten veran­stalteten gestern mittag eine große Demonstration. Sie zogen in einer Stärke von ungefähr 3 50 Mann durch die Rheinstraße und dann durch die weiteren Straßen nach dem Palais des russischen Gesandten, Fürsten Kouda- scheff; dort angelangt, begab sich eine größere Abordnung in die Wohnung des Gesandten und überreichte ihm, der offenbar sehr überrascht war, eine Adresse, in welcher gegen die Haltung der russischen Regierung bei den jüngsten Petersburger Vorkommnissen Protest erhoben wird. Die Franks. Ztg. weiß dazu nocl) folgendes zu berichten: Ter Sekretär von ^oubensky veranlaßte das Erscheinen des Fürsten. Der Gesandte trat vor die Versammlung, aus deren Mitte und m deren Auftrag ein Redner in länger Ansprache ll^gen den Krieg, gegen die russische Autokratie und die Ver­brechen von Petersburg auf das Schärfste protektierte. Er drückte das Gekühl der Solidarität der Studenten mit den Kämpfern für die Freiheit des Volkes aus und schloß mit dem Rufe:Es lebe das befreite Rußland: Nieder mit dem Absolutismus!" An dieser Stelle unterbrach der Gesandte den Redner mit den Worten:Das letzte dürfte ich ! nicht mehr hören", ging dann aber auf die Ausführungen 1 des Sprechers ein, indem er die ausständigen Arbeiter als ^von ihren Führern irregeleitet" bezeichnete, aber den letzten , Sonntag einen Tag des Unglücks und der Trauer für ganz > Rußland nannte. In aller Ruhe zogen darauf die Studenten- > icharen wieder durch die Stadt zurück.

Ansichtsp astkartenfreunde seien auf folgendes , aufmerksam gemacht. Im Auslande sind seit einiger Zeit l vielfach Ansichtspostkarten beliebt, deren Adreßseite in zwo

er für nötig befunden, Abänderungen zu treffen. Gleichzeitig wurde eine Eingabe des Grafen Erich zur LiPPe-WeißenfelS zu- rückgestellt bis zur nächsten lÄtzungsperiode Dep Staatsminister erftörte dann im höchsten Auftrag den Landtag für vertagt.

.Stuttgart, 26. Jan. Wie wir dem soeben ausgegebenen zweiten Heft des Etats entnehmen, erfordert die württernbergische Zivilliste einen jährlichen Baraufwand von 1 800000 Mark wozu noch-224 898 Mark in Naturalien kommen. Ter Aufwand für das Staatsministerium und den Geheimen Rat beziffert sich auf 67 040 Mark vro Jahr.

Aer cSdtiÖ3V?ßunö 6er Piirgtrmeistck im CöroB-itrjOfllum K ssen

tiertc. ftn dem feiten1, treuen Rufammcnhalten der Dreibund- märfite Ibürfcn wir mich in Zukunft mit vollem Recht die I>Eersk Garantie des Friedens erblicken, und dos politische Band, , oaö diese Mächte muMingt, ist durch die Erneuerung des wirt- s ch a s t l i rfi e n B-rndeS weiter ergnnst und gestärkt, denn nach- Kent Deutschland und Oesterreich schon vor längerer Zeit ihren ungestörten Handelsverkehr mit Italien durch Msck'luß neuer Ver­träge gesichert hatten ist es jetzt nach ernster Arbeit Ölungen, die wirtschaftliche Differenzen zwischen Deutschland und Ccffccr_ reich durch gegenseitiges bundesfreundliches Entgegenkommen aus dem Wege zu räumen und einen Vertrag assuichttcßcn, der oen Güteraustausch der beiden eng verbündeten Reiche für ^ue längere Reihe von Jabren regelt und die für eine gedeihllche Entwicklung der versHxnen Produktionszweige wichtige Stabuttat imcuft. . am Redner schloß mit einem Hoch auf den Senior

Budapest, 26. Jan. Infolge der heute Ktflndenden Reichsrats wählen herrscht sehr bewegte-» Leben. Trotz aller VorsiMsmaßregeln ist es zu Exzess e_it gekommen. Lin regierungsfreundlielLr Wässer wurde von den X. pPosiNovellen der­artig mißhandelt, daß er ins Krankenbans gebucht werden mußte. Ein Wagen, in welchem mirnstereelle Wc^r asien, wurde überfallen, irr Kutsch-er vom Bock gerissen und d ur ch - ge prügelt. Auch aus der Provinz werden zahlreiche Wahl- erzesse gemeldet. NeberaK mußte Militär die Ruhe wieder ber- stellen. In dem siebeubürgischen Badeorte Berszök wurde das Badeetablissemeut in Brand gesteckt und sw geäschert, weil der Besitzer für den Regierungskandidaten agitiert hatte. Bisher sind 116 W a h l e r g e b n i s s e bekannt. G'wahlt wur­den- 51 Liberale, 40 Koffitth-^rtn, 13 Dissidenten, 6 Volks- hnrtci. 2 Banssi und 2 Wilde. »

abgesagt. t ,

Die Kaiserin hat sich nack Potsdam an das Kranken­lager des Prinzen Eitel Friedrich begeben.

Tas heute mittag über das Befinden des Prinzen Eitel Friedrich ausgegebene Bulletin lautet: Der Tag ist bisher gut verlaufen. Ter Prinz hustete weniger und schlief zeit­weise. Temperatur 39,1. _

Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Oester- reich-llngam ist gestern abend hier deutscherseits durch die Staats-1 fefretäre des Innern und des Aeußern, Graf Posadowskt) und Frhm. v. Richthofen, von österreichisch-ungarischer Seite durch den Botschafter v. Szogpenp-Marich unterzeichnet worden.

Detmold, 26. Jan. Tie Sitzung des Landtags wurde heute eröffnet. Der Präsident verlas die Eingabe des Grafen I Erich zur Lippe-Weißenfels, der den Landtag bittet, beide Vor-1 lagen der Regierung betreffend die Regentschaft und bte, Thron-1 folge abzulehnen, da durch deren Annahme her Weißenfelser Linie I die Behandlung ihrer Ansprüche auf den Thron erschwert werde. I Ter Landtag beschäftigte sich daraus mit der Vorlage der Re­gierung betreffend die Regentschaft und die Thronfolge­frage. Die Begründung dieser Vorlage gab Staatsminister Gevekot, der hauptsächlich betonte, daß die Regierung jbre Auf-1 gäbe darin erblicke, die int vorigen Herbste geschaffene Spannung zwischen der Volksvertretung und der Regierung zu beseitigen. Nach V/oftünbiger Beratung, in welcher Staatsminister Gevekot erklärte, daß der Grafreaent Leopold seine Regentschaft bis zur Fällung des Schiedsspruches als interimistisch betrachte, und daß infolgedessen gesetzliche Bestimmungen nicht getroffen werden, er­folgt die Kommissionsberatung in nicht öffentlicher Sitzung.

Nach längeren Kornrnissionsverhandlungen wurde heute nachmittag die Sitzung des Landtags wieder eröffnet. Die 93or» läge 1, betreffend die Fortführung der Regentschaft, durch Grafen Leopold bis zur Fällung des Schiedsspruches, wurde sodann nach einem kurzen Referat des Abg. Schemmel, als Be­richterstatter der Kommission, in drei Lesungen angenommen. Die Beschlußfassung über die zweite Vorlage, in welcher der Land­tag ersucht wird, den zu ertoartenben Schiedsspruch als maßgebend für die Thronfolge in Lippe anzuerkennen, wurde ausgesetzt, da der Landtag zu einer Einigung mit dem Staatsministerium nicht kommen konnte. Ter Berichterstatter er­klärte ferner, daß der Landtag zwar mit der Tendenz der Vorlage durchaus einverstanden sei. aber über einzelne Bestimmungen habe

PnliMtie OrfliififdiniL

Tie Kornh'äuser vor dem preußischen Abgeordnetenhanse.

Landwirts ckaftsetat wurde am Donnerstag tm j Dteuft Abgeordnetenhaus« weittr beraten. .BL./'« -

tungsausschusse" für em m B er l in > e d

kornlaaerhaus hegt ein Anttag dcv rlog. BI eil 'M. Lg. vor, in welchem die Regierung ersucht wird, die ^fch^tsberichte her aus Staatsmitteln subventionierten Kornhausgmoistnschaf en vorzulegen. Abg. Blell begründet fernen Antrag^ Es bandle sich bei her9 Errichttmg von KomHäusern nni Staatsgeldn, .^shalb fordere seine Partei die eingehendste Rechenschaft über di« Ver­wendung der Gelder. Das finanzielle Ergebnis der Komhauscr gebe immer mehr zurück, in den letzten Jabren hatten eine Anzahl mit Unterbilanz gearbeitet. Durch die Koruhauwr werde der Handel geschädigt und die Landwirtschaft habe Verluste er­litten. Minister v. Podbielski gibt zu, daß die großen Korn Häuser sich nicht bewährt haben, wohl, aber können die kleinen Genossenschaften segensreich für die kleinen Besitzer wirken Tor Minister bittet um Ablehnung des Antrags Blell. Durch die darin spezialisierten Angaben wurde der Konkurrenz eine vollständige Einsicht m die Bücher dw Koruhausgcnosien- schaften gewahrt werden. Nachdem der -^6- 'gaschender J\3tr sich gegen den Antrag ausgesprochen und Abg. Blell ihn nodimab befürwortet hatte, wurde der Antrag gegen Die Stimmen der beiden freisinnigen Parteien abgelehnt.

hi"lt g.stern vormittag, wie uns aus Frankfurt geschrieben wird, im dorttaen Rechneifaal f'ine 3. Gcneralversa m m - lung ab. Anwesend mar^n 150 Brrgermei^r aus den drei Provinzen Bürgermeister M etzger-Langni führte dm Vorsitz Landtagsabgeordneter Kähler, Bürgermcißer von Langvdm3. macktte zunächst ergänzende Vorschläge zur Tagesordnung. ^ Der 11 Vorsitzende gab darauf bekannt daß der Verband 4a.')_ itglu^r zahle Aus dem Jahresbericht ist hervor.zuheben, daß ^r Vor­stand eine umfangreiche Korrc-s'wndenz mit den Kreisbehorden zu erledigen hatte, daß verschi'dene Eingaben gemocht wurden besonders wegen eines Entwurfs d^r Landgemeindeordnung. Abg. Köhler-Langsdorf ermahnte die Kollegen, ibreu^b ei mischen Landtagsabgeordneten.»Feuer unter den L ch wanz zu machen", damit sie die bäuerlichen Interessen mit mehr Energie wahrnohm-m. Aus dem Kassenbericht ergab sich, daß die Einnahmen 421 Mk 67 Psg. betrugen, ausgegeb^n wurden 183 Mk 89 Nfa. Der Mitgliederbeitrag von einer M ark pro Jahr wurde beibehalten. Ter Vorsitz-nde emvfabld'raiis die ..Hessische Beamtenzeitung" ?um V'rl'gndsorgan zu wessen. Köbler befürwortete das und schlug vor, d"rch eine Kommisiion den Charakter des Blattes zu prüfen. Köbler brachte ferne bekannte Antipathie gegen die Kr isolätter zum ..usdruck. Man. beschloß, den Vorstand zu beauftragen, mit dem V^rlag^derHess Beamtenztg." in Gießen zu verlxmdeln. Als nächster ^ngungSort wurde Offenbach vorgeschlagen, doch fand di scr Vorschlag keine I Gegenliebe. Von Gießen wollte der redegewaltige LangSdorfer

I nichts wissen, er schlug wieder daspreußisch, gewordene Frank­furt" vor. Von anderer Seite redete man Mainz das Wort. Mit I großer Majorität akzeptierte man Frankfurt, für Mainz stimmte I -ine kleine Minorität. Verschiedene Anträge waren eingegangen. So die Verlegung des F o r t b i l d u n g s u n t e r r i ch t s von 79 Uhr abends. Dann einige Anträge der Bürgermeister des Kreises Gießen, die die Qrtsgerichte und die Forstverwaltung betrafen. Bezüglich der Lrtsgerichte wurde eine gesetzliche Regelung

I verlangt und dagegen protestiert, daß ein Notar die Gebühren der Ortsgerichte festsctze. Hierin wünschte man eine Aendmmng. Auch das Vorrecht der Notare, Vermögens-Teilungen und --Schatz-

I ungen vorzunehmen, was den Ortsgerich-ten nicht zustehe, wurde als Unrecht empfunden und eine Aenderiing gewünscht, ^ut bie Errichtung eines Nottestamcuts wirrde eine prozentuale Gebühr verlangt, was deshalb nötig sei, da die Ortsgerichtsvorsteher für bHe Testamente haftpflichtig feien. Müller- Roßdorf wünschte, daß die Fortbildungsschulen ganz abgeschasst würden. Köhler weist auf die Mängel dieser Schulen hin, dienicht nach richtigen pädagogischen Grundsätzen" geleitet wur-

I den, auch die Ackerbauschulen genügten nicht. Ein Beschluß wurde | I nicht gefaßt. Betreffs der Anttäge Köhler sMug der Bürger- I meister von Büttelborn eine eingehende Diskussion vor. In Be-1 gründung seines Antrags kam er auf die Landtagsverhältnisse

I zu sprechen und meinte, daß die Abgeordneten ans den Städten nicht das richtige Verständnis für die Interessen der ländlichen Bevölkerung hätten. Er betonte in längeren Ausführungen Die

I Notwendigkeit der Abänderung der Ortsgerichte im Sinne der I Köhlerschen Ausführungen. Es sprachen noch Metzger-Langen und I der Bürgermeister von Sickenhofen, der betreffs der Ortsgerichte ebenfalls einige Anträge stellte. Tie Anträge wurden mit den I Köhlerschen vereinigt und dem Vorstande zur weiteren Bearbeitung I ü bewirf en. Sie sollen dann dem Landtage als Eingabe zugehen. ' I Köhler sprach darauf über das Forstverwattungsgesetz. Er rügte. I daß die Forstordnung immer noch auf den Verordnungen von 1811 . beruhe. Er erkannte an, daß das Gesetz, obgleich es nicht im le Vor-1Judendeutsch" > geschrieben sei, wie die heutigen Gesetze, doch ver- schaft öltet fei. Er wünschte deshalb eine Reform des Forstverwaltungs- ' gesetzes. Eine Forstordnung müsse existieren, da sonst die Bauern alle Wälder rasieren mürben. Der Wald müsse deshalb vom Staat beauffichtigt werden. Aber die Gemeinde müsse das Recht haben, über das gefällte Holz imb über die Art der Zumessung. Das stehe jetzt nur dem Oberförster zu. Eine Konferenz, der Bürgermeister des Kreises Gießen habe eine Petition in dieser Sache dem Landtage unterbreitet. Köhler verlas sie und empfahl der Versammlung, sie anzunehmen und zu veranlassen, daß den Gemeinden das Recht der Bemessung und Verwertung des Holzes überlassen bliebe. Der Köhlersche Antrag wurde mit großer Mehr­heit angenommen. Die Versammlung schloß sich also der Petition der Bürgermeister des Gießener Kreises^ an. Die Vorstaudswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, worauf um 2 Uhr die Versammlung geschlossen wurde.

NischtsKenko bei beflen lebten Angriff wie fol«t an: Rn Toten 7 Offnere itnb 75 Soldaten; verwundet 52 MN16 und 257 Soldaten; vermißt werden 21 Soldaten.

Paris. 26. Jan. (tzullkommission.) Heute wurde der Fisckier Smith vernommen, der an Bord deS wlcher. boote? .Grane verwundet wurde. Smith erzählt, datz die russiseben Schiffe da? Feuer auf dieGrane eröffneten und das Boot mit Scheinwerfern beleuchteten. Dann entfernten sie sich. Der SchiffSfübrer und ein Matrose wurden (fetaler Die gesamte Besatzung mit Ausnabme! eine« GiWt. wurde von Geschossen getroffen. Die °Grane_ fanf fünf Minuten, nachdem eine Schaluppe eines anderen Boot die Besatzung aufnahm. Die NuSsag» machte °>nen tieren Eindruck auf die Zuhörer. Der Zeuge Green vom Äscher- bootGall sagte alsdann aus, datz er seme Suchtung andern mußte, um den russischen Schiffen ans dem T?ege zu gehen. Er sandte eine Schaluppe aus, um die Besatzung der .Grane aufzunehmen. Er habe kein srem d eS Sch,ff g r se h en. Die Russen hätten in einer Entfernung von etwa 60 Yard., geschaffen. Er habe zuerst dieGrane, deren dichter er» loschen waren, für ein Torpedoboot gehalten, aber er >er von dem Jr-rtum, der dadurch entstanden war, daß dre Schein­werfer ihn blendeten, zurückgekommen. Als die Beschießung begonnen hatte, hatte dieGrane dre Lichter angezündet. Nach derselben waren die Lichter verlöscht.

Berlin 26 Jan. Nach kaisierlicker Bestimmung wird morgen Gottesdienst in der Schloßkapelle und Cour im weißen Saale stattfinden. Dagegen sind die große Tafel im königlichen Schlosse und die Gala-Oper ,ür den 27. d. M.

und verehren.

In biefern Sinne, meine Hl"rren, fordere ich Lre auf, mit mir anzustoßen und aus.zurufen: Se. Majestät Kaiser Wilhelm IL, deutscher Kaiser und König von Prcußen, er lebe hoch, hoch, hoch!

* D ie Branttoilette der künftigen Groß­herzogin. Ein erfreuliches Zeicken, doß in unserem hessischen Fürstenhause das Bestreben besteht, heimatliche Kunst und Industrie immer mehr zu fördern, ist die uns aus Darnfttadt berichtete Tatsache, daß die Brauttoilette unserer zukünftigen Landesmutter, sowie eine ganze Anzahl weiterer, sehr geschiuack- ooller Reise- und Gesellschafts-Toiletten im Atelier der Frau Hlora Bley, Hoflieserantin in Darmstadt, angefertigt werden.

" Der Abg. Noack hat soeben folgende Anfrage gestellt:

Welch e Vorkehrungen gedenkt die Großh. Regierung zu treffen gegenüber dem zunehmenden Streben bei (Srrichtuiig von Geschäftshäusern und Umbauten von Wohnhäusern zu Geichäftsbäuseim, die Scharüensteranlagen der Verkatüsräume der. artig in ihren Abmessungen zu steigern, daß vieliach die ganze Fassadeuläuge der Gebäude nur auf eisernen Stützen ruht? Ist sich die Regierung der großen Verantwortimg bewußt, welche sie dilrch Zulassimg solcher Umbauten und Neubauten auf sich ladet, da dlirch dieselbeii im Falle eines Brandes der Ein st n r z der­artiger Gebäilde und die Gefährdiing von Gesundheit imb ! Slcherheit zu befürchten ist? Verstößt diese Art der Bau- ausführung nicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen der aüge- rneinen Bauordnung?

Dec Anfrage ist eine ausführliche Begründung bei­gefügt.

* Generalversammlung d er Oberhessischen

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Berlin, 26. Ian. (Amtlich). Nach einer Meldung Generali Trothas vom 26. Januar überfiel der Leutnant der! Reserve ^.rotha, am 6. und 8. Januar mehrere Werften der I Nordbethanier bei Blutvuetz und Gorab. Die Far,ner Krüger unb Jonni Annis von den Farmen Naudaus und Gordon I wurden befreit. Der Feind verlor sechs Tote, vier Verwundete, sieben Gewehre mti Munition, 76 Pferde, 487 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh.

Ausland.

Paris, 26 Jan. Die Gruppe der demokratischen Linken! des Senats wird ssute ihr Bureau wählen. Eine Anzahl Mit^ gliedcr beschloß gesterir m emer Versammlung, E o m b e s a!5 Präsidentschaft s-K au bi baten aufzustellen. Ter frühere Kabinettschef wird wahrscheinlich gewählt werden, da kein Gegen­kandidat aufgestellt ist.

Wien, 27. Ian. Anläßlich des Geburtstages deS deutschen Kaisers fand hier gestern abend unter dem Ehrenvorsitz des deutschen Bosichasters Grasen Wedel ein Fest­esten statt. Gras Wedel hielt eme längere Rede. Das Verdienst an der Lokalisierung des ostasi atischen Krieges gebührt dem Dreibund, der sich als mächtiger Friedenshort erwies und erneut die Notwendigkeit seines Bestandes bokumen-

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Meine Herren! Seit der Wicderaufrickftung des Deutschen: Reiches wirb Kaisers Geburtstag in allen Landen, soweit die deutsche Zunge klingt und die Schifsalirt ihre Flaggen stnoett als nationaler Festtag von allen antrn Patrioten feierlich begangen. Wir betounberu an Kaiser Wilhelm die enorme körper­liche und geistige Leistungsfähigkeit, den ernsten, festen Willen, tmä Dolkswohl jn fördern, bie Kraft unb Energie, mit der er den Negieriingsgesch'stcn obliegt, die Ritterlichkeit, mit oet er die Verdienste des Siegers und Besiegten m germfter Weise zn schätzen und zn dekorieren bestrcht ist. Kaiser Wilhelm ist em Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle. , , , ,

Obwohl unablässig darauf bedacht, dem deutschen Vaterland den Frieden nach innen und außen zn erhalten, sorgt Wilhelm 11 nnanshörlich dafür, daß Heer und Flotte schlagfertig bleiben. Was die gute Schulung und Disziplin unserer deutschen Soldatem vermag, das haben wir leider zn deutlich in dem nun hoffentlich bald ganz beige'egten Ausstand in Deutsch-Südwestafrika mit den durch unsere Offiziere und Unteroffiziere mit . unseren Wassen einererzierten Hereros erfahren müssen. Ohne die gute -Schulung der Scl'warz'n wäre dieser Aufstand längst unterdrückt.. Das Ver­trauen des Kaisers auf sein Heer ist so groß, daß er mit absoluter Ruhe und Zuversicht in die Zukunft sehen , kann. Deutschland wird auf allen Seiten gefürchtet und zu isolieren versucht.

Die Wolken, die über dem Haupt unseres Kaisers in^gesund- heitlicher 5ainsicht vor über Jahresfrist aufzogen, sind glücklicher­weise ganz verscheucht. Dafür hat unser Kaiserhaus in den jüngsten Tagen große Sorge um ein teueres Mitglied befallen. Wir wollen öosfen und wünschen, daß Prinz Eitel Friedrich bald u'ieder von der schweren Kranll-.'it genesen möckfte zur Freude seiner Eltern und aller guten Deutschen, die ihren Kaiser lieben

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