Kursbericht
Frankfurt a. M.
Tendenz: matt.
von heute ab
101.25
90.70
101.25
89.90
67.10
96.30 135 00 120.20 205.60 187.00 139.60
153.10 167 00
141.90
18.30
Plüsch- Stühle. Tisch-
Anfangs- . 205.90 . 236.— . 139.75 . 248.—
Beteiligung bei Konsumvereinen könne er sich nicht einverstanden erklären, man dürfte auch dem Beamten nicht das Recht der freien Selbstbestimmung beschranken.
Abg. Adelung wendet sich gegen den Antrag Molthan. EZ würde auch eine Beschränkung der Rechte der Beamten bedeuten, wenn man ihnen das verbieten wollte, was jedem Bürger zusteht, nämlich das Recht, durch gemeinsamen Zusammenschluß Ersparnisse zu erreichen. Er müsse bestreiten, daß man Konsumvereine als Gewerbebetriebe betrachten könne; es würden ja auch die Angestellten dieser Vereine nicht zur Wahl für die Gewcrbegerichte zugelassen.
Ministerialrat Best beleuchtet eingehend die Stellung der Regierung und bemerkt, daß die Auffassung des Ausschußantrages die richtige sei. Dem Antrag Molthan könne die Regierung ihre Zustimmung geben, dagegen bitte er dringend, den Antrag Ulrich abzulehnen, denn die Tätigkeit der Aerzte, Rechtsanwälte :c. sei kein „Gewerbe"-Betrieb
Oest. Kredit . .
Deutsche Bank Darinstädter Bank
steuert werden, das gewerbliche Kapital des' seligen Schiller würde wohl aber schwerlich aufzusinden gewesen sein. (Heiterkeit.)
Der Ausschußantrag wird darauf einstimmig genehmigt und dann der Antrag Molthan in namentlicher Abstimmung mit 2'1 gegen 19 Stimmen angenommen. Die Anträge Hirschel und Ulrich werden ab- qelehnt.
Zu Art. 11 hatte Abg. Ulrich den Antrag gestellt: Steht die nach der Veranlagung für einen landwirtschaft- > lichen oder gewerblichen Betrieb zu erhebende Steuer in einem ausfälligen Mißverhältnis zum Umfang des Betriebes und deK Wertes des in demselben steckenden Kapitals, so kann auf Grund dieser Tatsachen ein entsprechendes Einkommen bezw. Vermögen gebildet und zur Steuer nach den allgemeinen Grundsätzen heraugezogen werden." Dieser Antrag wurde indessen infolge der vorher gefaßten Beschlüsse wieder zurückgezogen und dann Art. 11 in der Ausschußfassung genehmigt, nach dem auf Antrag des 'Abg. Dr. ,Buff eine klarere Fassung durch die Einfügung bei 1,57 Proz. „von der Gemeindeeinkommensteuer'" genehmigt worden war.
Der Schlußartikel 40 wurde in der Ausschußfassung genehmigt; ebenso der Antrag Möllinger, die Dauer des Gesetzes vom 31. März 1906 bis 31. März, 1912 zu be- timmen. Abg. Wolf hatte vorgeschlagen, das Gesetz nur auf füuf Jahre zu bewilligen, da es im'Interesse der Sache liege, in der 1911 zu Ende gehenden Laudtagsperiode nicht eine Revision des Gesetzes im letzten Moment zu beraten. Mit der Annahme von Titel und Ueberschrift ist die Be- ra t u n g des Gesetzentwurfs beendet. Die Vor- tellungcn werden für erledigt erklärt.
Schluß der Sitzung 3;2 Uhr. Um den Ausschüssen Zeit zur Beratung der Lotterievorlage, Wahlrechtsvorlage usw. zu geben, findet in der nächsten Woche keine Plenar- itzun g statt.
41/2% Chinesen . Electric. Schuckort Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . .
Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsgej Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn « . Laurabfltte . .
Bochum . . . Harpener . . .
Stn atschatzscheine
99.30 100.50 100.00
98.30
105.00
66.90
66.50
87.70
132.00
53.25
45.50
. 263.00 . 247.00 . 210 40 . 100.05
Kandek r,r?d AerKelrr. WolKsrvirlfchaft.
/nYVi , Berliner Börse vom 23. Juni 1905.
(Mltaetcilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen" Privat-Diskont 2% Prozent.
»uberug’idfc Eisenwerk--. Die anläßlich der frufnnt mit den Enenwerken Lollar Akt.-Ges. von den BuderuS- schen Eisenwerken onsgegedenen neuen 3 000 000 Mk. Aktien Li- tcra C., welche mit den früher ausqegcbenen gleichberechtigt sind, und nunmehr zum Handel an den Börsen von Berlin,'Frankers £?" und Köln zuqelassen worden. Nach dem aus diesem Anlaß veröffentlichten Prospekte ist die Fusion im Interesse beider Unternehmungen geboten gewesen. Beide Werke liegen örtlich nahe beieinander, sfe erzeugen die gleichen Sorten Roheisen und find, bei depcn Unterbringung auf das gleiche Absatzgebiet angewiesen. Aus beiden Seiten waren Neuanlagen für die weitere Bearbeitung! von Roheisen geplant, welche die beiden Werke noch mehr als bisher in Wettbewerb zu einander gebracht hätten Durch die Vereinigung wird dieser Wettbewerb beseitigt und eine nicht unerhebliche Ersparnis an Betriebs- und Ver- waltungskoften erzielt werden. Die Betriebe sind in zufriedenstellender Weife beschäftigt. Die Buderus'schen Eisenwerke ver- teilten an Dividenden für die Jahre 1900—1904 9 Prozent, 7 Proz., 5 Proz, 5 Proz., 6 Proz. nach'Mschreibung und Rück- stellung von 690 000 Mark, 1 200 000 Mk, 1 250 000 Mk 1000000 m und 1000 000 Mk. Die Eisenwerke Lollar Akk Gef. zahlten für das Jahr 1904 8 Prozent Dividende nach W schreibung und Rückstellung von ea. 492 OOP Mk.
Trumeaux, Spiegel, Sofas, Divans, G-arnituren und einen grossen Posten G-ardinen, Portieren, Vitragen, Stores, decken, Teppiche und Bett-Vorlagen e <
deutschen LebeuSversicheruugs - Gesellschaften im SaOrc 1904. Rach dem National-Oekonom betrug der gesamte Lebensversicherungsbcstand aller deutschen Gesellschaften 9574 Mill., der Nemzumachs 479 Millionen Mark. Es hatten an Gesamtbestand- die -bictona 1 Milliarde und 193 Millionen Mark, Gotha 866 Mill. Mark, Stuttgart 713, Leipzig 708, Germania 700, Karlsruhe 538. Ynn1^611 - ?° "Ä^OO Mill. hatten 2 Gesellschaften, zwischen 2OO und 3.00 7, zwischen 100 und 200 10. Bon allen 51 Gesellschaften hatten 36 ll,_cr. .1 Milliarde Mark Gesamtversichernngssumme weniger Bestand Ä,'' (,1C ,®er ^ostand der Victoria war um mehr als 300
Millionen Mark hoher als der der nächstgrößten Geiellschast. Der Rcmzuwachs mar nut 99 Millionen Mark am größten bei der Victoria, -pie nächste Gesellschaft hatte einen Zuwachs von 35 Millionen Mk. Aolks- und Sterbekahen-Verficherunq betreiben gegen 30 Gesellschaften Der gesamte Versicherungsbestand hierin betrug 979 Millionen Mark, wovon mehr als die Halste mit 490 Millionen auf die Victoria kommt- der gesamte Reinzuwachs betrug 90 Millionen Mark, wovon allein 49 auf die Victoria entfallen. Wie schon in allen Jahren seit 1896 roar auch im Jahre 1904 der Zuwachs in der Volks-Versicheruna allein bei der Victorka großer, als der Zuwachs bei feder anderen deutschen Gesellschaft überhaupt. In der größeren Lebensversicherung hatte die Victoria einen Remzuwachs von 51 Millionen Mark Im ganzen gingen bei der Victoria im Jahre 1904 532 112 Versicherung^ an trage ein, das sind pro Arbeitstag 1750. Die Anträge in der Feuer- und Einbruchdiebstahl-Dersicherung sind dabei nicht mit- gerechnet.
*3l/8®/o Reiohsanleihe . 3% do. . ,
3V«O/g Konsols . . .
8% do.....
3l/«% Hessen . . .
3’/, % Oberhessen . .
4% Oesterr. Goldrente . 47rz^ Oesterr. Silborrente 4% Ungar. Goldrente .
4% Italien. Rente , . 4% Portugieser I . .
3°/,' Portugiesen. HI .
1 % Unif. Türken . . Türkenloso.....
49a Griech. Monopol.-Anl. 47,o/o äussere Argentiner
Ich verkaufe
Einige Schlafzimmer sowie einen Teil vollständ. Betten, Spiegel-, Kleider, und Küchenschränke" Vertikwos, Buffets, Wasch - Kommoden, KTachtf Schränkchen, Corridor-Toiletten, Auszug-Tische,
raumen
24. Juni Offizielle Schlusskurse. 3°/0 Mexikaner
Abg. Dr. Gut fleisch legt die Stellung des Ausschusses zu den verschiedenen Anträgen näher dar.
Abg. Reinhart meint, daß die Konsumvereine auch durch die Besteuerung nicht eingeschränkt werden würden. Wenn sich die Zahl derselben weiter so vermehre, wie bisher, würden sie sich selber die größte Konkurrenz machen und den Kampf bis aufs Messer führen müssen. So lange die gesetzliche Grundlage vorhanden sei, daß beliebig Konsumvereine und Genossenschaften gegründet werden können, werde man nichts gegen dieselben ausrichten können. Redner erklärt sich für den 'Antrag Molthan.
Abg. Haas verbreitet sich zunächst über Konsumvereine und Genossenschaftswesen int allgemeinen. Es sei nicht richtig, einfach die Genossenschaften mit offenen Laden zur Besteuerung heranzuziehcn; es sei Sache der Rcichsgesetz- gebung, eine anderweitige Regelung des Genossenschaftswesens zu treffen. Mit der kleineren Maßregel der Besteuerung werde man nichts erreichen. Redner bittet, den Antrag Molthan abzulehnen. Man begehe damit ein Unrecht; man solle entweder alle Genossenschaften frei lassen oder alle besteuern. Was dem einen recht, sei dem andern billig!
Abg. Hirschel spricht sich des längeren gegen den Antrag Molthan aus und empfiehlt die Annahme des Ausschußantrags, sowie des Antrags Ulrich. Die Rechtsanwälte seien heutzutage meist völlig gewerblich organisiert. Sie hätten Betriebskapital, große Bureauräume und Einrichtung, arbeiteten mit Gehilfen, Schreibmaschinen 2c. Die "iebe^ zur Wissenschaft, die sie in ihrem Beruf ausüben, schließe doch nicht aus, daß sie auch Geld verdienen wollen.
Abg. Müller befürwortet die Annahme des Ausschußantrags.
Abg. Dr. David wendet sich gegen den Antrag Mol- rhan. Die Konsumvereine in den Städten stellten in ihren Läden keine Waren aus, sie schrieben an das Schaufenster meist nur die Firma und fügten hinzu: „Nur für Mitglieder." Das feien also lediglich nur Geschäftsstellen und keine Läden. Wenn man diese als „offene Verkaufsstellen" betrachten wollen, so seien dies die Räume der landwirtschaftlichen Genossenschaften ebenfalls. Dieselben Einwände, die man gegen die städtischen Lebensmittelvereine richte, könnten auch gegen die landwirtsch. Genossenschaften erhoben werden. Denn die Dünger-, Getreidehändler usw. verloren ihre Kundschaft auch durch die ländlichen Genossen- schaften. Nicht die Konsumvereine, sondern die Ueberfülle der Geschäfte schädigten dieselben. Redner bedauert, daß die Regierung dem Antrag Molthan zustimme, und beantragt namentliche Abstimmung darüber.
Darauf wird ein Schlußantrug mit 17 gegen 16 Stimmen angenommen.
M>g. Dr. Gut fleisch wendet sich in seinem Schlußwort gegen den Antrag Ulrich über die Besteuerung der ■ Rechtsanwälte usw. Ein solcher Beschluß würde ein Unikum sem. Dann müßten schließlich auch die Schriftsteller be-
Kerichtssaal.
S i e g b u r g, 25. Juni. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern den Bergmann Wilhelm Janzen zu 3 Monaten Ge- fängnis, weil er in der katholischen Kirche „Hoch Bebel" gerufen hatte.
Oldenburg, 24. Juni. In dem Aufsehen erregenden Monst re-Prozeß gegen den Kellner Meyer wegen Mcin- eides nn großen Ru Hstra t-Prozeß ist heute der Termin zum s.l- ^nlli vor dem Schwurgericht Bückeburg anberaumt. Es Und 90 Zeugen und 34 Sachverständige geladen. Die Verhandlungen werden 3 bis 4 Wochen dauern.
m '3''Juni., Ein häßlichcr Proz<-ß, bei bent Aer stl r che und Pr 0 f es s 0 ren der LeipzigerUniversi- t a t die träger der unerguicklichen Handlung waren, ist heute zu Ende gekommen. Nach 20 tägiger Verhandlung hat das Landgericht Leipzig heute denPastorEbeling wegen Beleidigung des Geh. Rats Prof. Dr. Wach (des bekannten Strafrecbts- lebrers), des Geh Kircheirrats Prof. D. Rietschel und des Pfarrers I). Hölscher zu 1200 M a r k G e l dst r a f e oder im > unvermogensfallc zu der entsprechenden Gefängnisstrafe vcr- urtetlt. — Es war kein Kampf zwischen Orthodoxie und Liberalismus lwte man wohl anfänglich geglaubt haben mochte), was Mer zum wachsenden Aergernis aller Unbeteiligten vor den Schranken emcs ordentlichen und öffentlichen Gerichts ausge- kampft wurde. Den Anfang des Streits — er lag mehrere Jahre zurück — hatten Differenzen in der Gemeinde der Leipziger Niko- laikirche gebildet, in denen mit dem größeren Teil der O^emeinde- Mitgtteder der Diakoims Ebeling auf der einen Seite stand, indes der Kirchenvorftand — die drei obenerwähnten Herren an der Spitze — sich bei der Gegenpartei befand. Im Verlauf dieses Streits, in dem ursprünglich.„nur" mit D i s z i p l i n a r u n t e r- luchungen und Schweigegeboten operiert wurde, sind dmm allerlei gravierende Vorwurfe wie Falscheid, Konfirmandenfang und ähnliches hirrüber und herüber geflogen: dann haben die Professoren Rietsche'l und Wach Strafantrag gestellt, und nun ist das alles mit unerfreulicher Breite dirrch drei volle Wochen vor der in steigendem Maße angeekclten Oefsentlichkcit verlwndelt worden. Einen Gewinn hat die'evanqc- lilche Kirche nicht davongetragcn!
Durch Neuherrichtung meiner Innen-Räume bin ich gezwungen
u. Schlußkurse. 205.— 236.10 139.50 248.— 210.40
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Tendenz: Befestigt.
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