Ausgabe 
26.9.1905 Erstes Blatt
 
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Mächte über seine Anerkennung Norwegens als eines von der Union mit Schweden losgelöst'n Staates. Jedes Reich richtet hierauf an die fremden Mächte das Ersuchen, an- zucrkennen, daß die Gemeinschaft zwischen Schweden und Norwegen hinsichtlich der Rechte nnd Pflichten gemäß jener Verträge aufgehört haben, sodaß ein Reich nicht länger die Verantwortung für die Erfüllung von Verpflichtungen hat, welche auf dem anderer, Reiche ruhen.

Deutsches Reich.

Nominten, 25. Sept. Rn dem gestrigen Gottesdienst in derHubertuSkapelle nahmen der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise und da? Gefolge teil. Nach der Frühstückstafel unternahmen die Majestäten eine Fahrt nach Königshöhe.

Berlin, 25. Sept. König Alfons von Spanien wird am 6. November in Berlin eintreffen, von wo er sieh nach Wien begeben wird.

Reichskanzler Fürst Bülow ist hier eingetroffen, um m einigen wichtigen Angelegenheiten persönliche Entscheidungen zu treffen. Wie diePost" hört, wird es sich dabei in erster Linie um Fragen der Kolonialpolitik handeln, wozu dann auch die Reichsfinanzreformpläne treten dürften. Da die zeitweilige Rückkehr des Reichskanzlers seit langem vorgesehen war und die Vorbereitung der seiner Entscheidung zu unterbreitenden Angelegenheiten also möglichst abgeschlossen wurden, steht zu erwarten, daß Bülow nur kurze Zeit in Berlin weilen wird.

* Die Gerüchte über eine Erschütterung der Stel­lung des Chefs deS Militärkabinets Grafen Hülsen- Häfeler erhalten sich. In der Armee will man wissen, daß als Ur­sache die langsamen Fortschritte bei der Unter­drückung des Aufstandes in Deutsch-Südwest- a frika anzusehen seien. Graf Hülsen-Häseler hat seiner Zeit die Entsendung des Generals von Trotha entgegen ander­weitigen Vorschlägen des Reichskanzlers beim Kaiser durch­gesetzt. (Vgl. den heutigen besonderen Trotha-Artikel.)

Prof. Dr. Paasche ist am 12. d. Mts. in Tanga eingctroffen. Er wird zunächst die Usambara-Plantagen be­sichtigen und dann nach Dar es Salaam weiter reisen.

land selbst in den höchsten Kreisen hege, sei gänzlich unbe­gründet. England wünsche mit Deutschland friedlich und freundschaftlich zu leben. Die unfreundlichen Ge­fühle der deutschen Regierung gegenüber England seien auf Unkenntnis der wahren Thatsachen zu setzen.

Paris, 25. Sept. Der Gouverneur von Fran­zösisch-Kongo, Gcntil, wird schwerer Grausamkeiten gegen Eingeborene und verschiedener Amtsvergehen be­schuldigt.

Der Deputierte und frühere französische Kriegs­minister Cavaignac ist hier gestorben. (DerVerstorbene war Kriegsminister zu Ende der Dreyfus-Affäre 1898 nnb sein konsequentester Verfolger. Er war 1853 geboren als Sohn eines Generals und wurde Ingenieur.)

Thonon-le§-Bains (Frankreich), 25. Sept. Der Ackerbauminister, der den Vorsitz bei einem Bankett an­läßlich der landwirtschaftlichen Ausstellung führte, hielt eine Rede, in der er auf die beängstigende Krise hinwies, welche das Land jetzt durchgemacht habe. Er fuhr fort: Ich kann jedoch versichern, daß in dieser Stunde jede Gefahr be­seitigt ist. Indessen wollen wir nicht vergessen, daß um i n Frieden zu arbeiten, Frankreich eine starke aufrichtige Armee haben muß.

Konstantinopel, 24. Sept. Die Bombenfunde in Pera haben zahlreiche Verhaftungen von Armeniern und Haussuchungen zur Folge.

Prinz Max von Sachsen ist unter dem Inkog­nito eines Barons Wettin, begleitet von einem syrischen katholischen Priester, hierangekommen. Der Prinz liegt aus­schließlich religiösen Studien ob.

Peking, 25. Sept. Bei dem gegen die Reformkom­mission gerichteten Bombenattentat wurden 4 niedere chinesische Beamte getötet und über 20 andere Per­sonen verwundet. Der Führer der Reformkommission, Prinz Tsaitche ist leicht verletzt. Das Attentat gab Veranlassung, Maßnahmen zum Schutze der Regierungs- und Hofmitglieder zu treffen; die Negierungsgebäude und Bahn­höfe werden ebenfalls scharf bewacht.

HeldenbergenAltenstadt. Dagegen werden neu eingerichtet eine Landpostfahrt von Affenheim nach Stammheim über Bön. stadt und eine solche von Langenbergheim nach Lindheim. Auch die Landpostfahrten nach Büches, Düdelsheim, Kaichei! und Eckartshausen werden nach Inbetriebnahme der neuen I ßinic Veränderungen erfahren. So bieten die Verkehrsstraßen in der Umgebung von hier und Altenstadt ein vollständig verändertes Bild. Die Strecke StockheimHeldenbergen wird jedoch erst dann ihre volle Bedeutung erlangen, wenn sie bis Vllbel fertiggestellt ist und dadurch den Weg mit der Ver­kehrszentrale Frankfurt a. M. ganz bedeutend verkürzt.

R. B. D a r m ft a b t, 25. Sept. Der hessische Landes- verein für innere Mission hielt heute hier inr ' Kaisersaal seine Jahresversammlung ab, nachdem gestern \ obcnb bereits Festgottesdicnst in der Stadtkirche und Fa- I milienabend mit einer Festrede des Pfarrers Kopfermann - aus Caub überTheodor Fliedner, den Vater der Diakonie" stattgefunden hatte. Heute war zunächst Ausschußsitzung und dann öffentliche Jahresversammlung. Nach dem von Prof. Weimar-Darmstadt gegebenen Jahresbericht zählt der Verband zurzeit 14 Vereine mit 600 Mitgliedern. Die vor­jährigen Einnahmen betrugen 6-320 Mk., die Ausgaben 6200 Mark. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils hielt Pfr. Müller-Offenbach einen sehr eingehenden Vortrag über Jünglingsvereine und verwandte Bestrebungen, worüber er eine Reihe von Thesen aufstellte. An der Debatte darüber beteiligte sich besonders Direktor Wurster-Friedberg.

fc. Dieburg, 25. Sept. Als sich am Donnerstag abend der Kreisveterinärarzt Friedrich von hier mit seinem Automobil auf der Rückfahrt von Groß-Umstadt befand, platzte unterwegs plötzlich der Benzinbehälter mit i einem furchtbaren Knall und im Nu stand das Vehikel in Flammen und verbrannte bis auf die Eisenteile, nachdem sich die drei Insassen durch Abspringen gerettet hatten.

M a i n z, 25. Sept. Ein blutiger U e b e r f a ll ereignete sich in der verflossenen Nacht auf einen Militärs posten. Als gestern abend um 9 Uhr der Posten am Gousenheimer Tor ab gelöst werden sollte, konnte ihn zuerst die Ablösung nicht finden, bis sie ihn auf der Erde bewußtlos in »r Blutlache liegen sah. Er war durch mehrere Stiche verwundet, und seine Verletzungen stellten sich als sehr ernst heraus. Mitglieder der Sanitätskolonne eilten herbei und brachten den jungen Menschen in einer Kranken­bahre nach dem Lazarett. Die sofort eingeleitete Unter­suchung ergab, daß bei dem überfallenen Soldaten, der dem 87. Jnf.-Regt. angehört, Gewehr und Säbel, sowie eine scharfe Patrone fehlten, die ihm die Attentäter ab­genommen haben. Allem Anschein nach sind es Sol- baten, da Zivilisten schwerlich so nahe an den Posten ungehindert herankommen können. Man vermutet, daß sich die Soldaten mit dem Posten unterhalten haben und chn dann plötzlich angriffen. Um sich zu wehren, lud der Posten sein Gewehr mit einer seiner fünf Patronen; doch noch bevor er schießen konnte, war er überwältigt. Das Ge­wehr und das Seitengewehr sind bis jetzt noch nicht ge­funden worden, auch gelang es noch nicht, die Täter zu ermitteln. Der Zustand des Soldaten soll zu ernsten Be­sorgnissen Veranlassung geben. (M. Tgbl.)

)( Alzey, 23. Sept. Die zwölfjährige, für die hiesige Stadt sehr segensreiche Amtszeit des hiesigen Bürger­meisters Dr. Sutor läuft in diesem Jahre ab; die? hat eine Wiederwahl des tüchtigen Bürgermeisters oder eine Neu- j besetzung zur Folge. Die Bürgermeisterstelle ist mit 6000 Mk. dotiert. Von der Bürgermeisterei war eine Erhöhung der Besoldung auf 8000 Mk. beantragt worden, welche aber in geheimer Sitzung derSiadtväter mit 11 gegen 5 Stimmen ab­gelehnt wurde. In weiten Kreisen wirkt dieses Resultat be- frembenb. Bei einer eventuellen Neubesetzung muß dem neu eintretenden Bürgermeister die Summe von 6000 Mk. nnb dem abtretenden 3000 Mk. jährliche Pension bewilligt werden. Auf den Ausgang der Angelegenheit ist man gespannt.

Oppenheim, 25. Sept. Die Nationalliberalen haben Rechtsanwalt Dr. Winkler als Kandidat für die Landtags­wahl im Wahlkreis Oppenheim-Niederolm (7. rheinhefsifcher Wahlbezirk) aufgestellt. Bisheriger Vertreter ist bekanntlich Weinhänder Molt Han-Mainz (Zentrum).

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Kunst und Wissenschaft.

Mons, 25. Sept. In dem hier tagenden Kongreß kür K o l o n i a l w i r ts ch a f t sind heute die verschiedenen Bureaus gewählt worden. Ein Antrag betreffend die P o l a r s o r s ch u n cj geht dahin, einen internationalen Verband zu gründen zwecks Studium und Erforschung der Polargegenden. Nordenskföld ist anwesend. Man beschloß unter der Beihilfe-verschiedener Regier­ungen eine doppelte Expedition nach dem Nord - und Südpol zu veranstalten. Die belgische Regierung wird nächstes Jahr nach Brüssel sämtliche Polarforscher einberufen zwecks Fcst- tellung des Programms zur Ausfahrt, die noch vor drei Jahren erfolgen soll.

Venedig, 24. Sept. In Gegenwart des Königs, der Kö­nigin, des Ministers Bianchi wurde im Dogenpalast der Inter­nationale Kongreß für bildende Kunst eröffnet.

Gerichts saal.

R. B. Darmstadt, 25. Sept.. Das hiesige Schwur« gericht begann heute seine diesmal sehr umfangreiche Tagung mit einer Straffache wegen versuchten Totschlags. Der 70 Jahre alte Ludwig Rödge aus Pfungstadt hatte infolge unerquicklicher Faimlienverhältnisse mit feinem verheirateten, bei ihm wohnen­den Sohn häufig Famtlienslreitigkeiten. Ms der Sohn dem alten Vater wegen seines unsittlichen Lebenswandels er ist seit leben Jahren Witwer und besitzt drei uneheliche Kinder wieder energische Vorhaltungen gemacht hatte, wurde der Vater so erregt, daß er einen scharf geladenen Revolver ergriff untz gegen den Kopf zwei Schüsse abgab. Die Kugeln flogen Ilücklichek- weise vorbei, aber c5 entstand ein wüster Straßenauflauf, wobei die Polizei erschien und den alten Revolverhelden verhaftete. In der heutigen Sitzung behauptete er, nur blinde Schüsse ab­gegeben zu haben. Man glaubte sihm aber nicht und verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis.

Haarsträubende Zustände in einer Bäckerei förderte eine Verhandlung vvr dem Schöffengericht in Düssel­dorf gegen den Bäckermeister Nolte zutage. Die Zahl der in der Backstube vorhandenen Kakerlaken und Schwaben werden von einem bisherigen Geselleneher aus 2000 als auf 1000A geschätzt, ohne daß Anordnungen zur Vertilgung des Ungezie­fers getroffen worden seien. Die mit Rosinen gefüllten Kisten wimmelten von Made n und Würmern. Ein Geselle holte aus einer einzigen Kiste eine Blase Würmer heraus und wies sie dem Meister vor: ein Vertreter des städtischen Nahrungsmittel« Untersuchungsamtes sand in den Vrotresten, die zur Herstellung vonBrotschnittchen^ 'dienen, eine große Zahl kleiner Würmer und toter Motten. In einer Schublade, die zur Aufbewahrung von ebenfalls noch zur Verwendung gelangender Brotreste diente, wurdeeines Tages ein Mäusenest mit fünf Jungen entdeckt: die Mäuse wurden entfernt und die Schublade luie bisher weiter benutzt. Die Schüssel, in der sich die Gesellen iraA

Kirche und Schule.

Glciubensbekenntnis eines modernen Theo­logen ist der Titel einer im Verlag von Tb. Schröter in Leipzig soeben erschienenen Broschüre. Preis 30 Pfg. Der Verfasser ist ein der neuen Richtung angehörender Theolog. Seine in die Kapitel Gott, Religion- Jesus, Unsterblichkeit. Willensfreiheit, Grundfragen der Ethik. Bessere Menschen, bessere Verhältnisse, Kirche zerfallenden Ansftihrungen werden nickt nur Aussehen bei den Amtsbrüdern beider Konfessionen machen, sondern auch andere Kreise interessieren.

An d ie Evangelischen des GvvßHerzogtums Hessen" ließ das Großh. Oüerkonsistorinm in Darmstadt ein Flugblatt ins Land hinausgehen, worin folgende Bitte ver­öffentlicht wird. Der Deutsche evangelische Kirchen-Aussckuß hat sich u. a. die folgenden Ziele gesteckt: 1) Er will die bestehenden Auslandsgenreinden, die Einrichtungen der Seemannsmission nnd zum Schutze der Auswanderer, wo Mittel fehlen, unterstützen, den neu entstehenden Gemeinden ober zu einem geordneten kirchlichen Leben verhelfen, damit überall in der Welt, wo Deutsche wohnen, Kirche und Schule blühen zu Owttes Ehre und zum Heil des deutschen Vaterlandes. 21 Er will die Auslandsgemeinden unter­einander und mit der bentfeiren Heimat durch Schaffung einer Diaspora-Presse inniger verbinden, indem er alles pflegt, u>as den Zusammenhang des deutsch-evangelischen Wesens in der Welt fördern kann. 3) Er null sie mit den nötigen Erbauungsschriften und Unterrichtsmitteln versorgen, damit der evangelische Deutsche im Auslonde die (Geistes- und Glaubensgemeinschaft mit und be­wahre. (Ein evangelisches Hausbuch fiir die Diaspora ist bereits in Arbeit.) Insbesondere hat er auch für die nächste Zeit die kirchliche Versorgung der deutschen Schutzgebiete und Kolonien, die Pflege der evangelischen Geureindcn und LiebeÄverke in Palästina, die Erbauung und Erhaltung einer deutschen evange­lischen Kirche in Rom ins Auge gefaßt. Zu dem allem bedarf er eines Grundstockes von Geldmitteln, der groß genug ist, um durch den Zinsertrag die Fortführung dieser Arbeit zu gewährleisten. Darum trenbet er fick» an olle Evangelischen Deutsch­lands mit der herzlickx'n Bitte, ihm durch eine möglichst reiche einmalige Gabe die Ausflihrnng seiner die Welt umfassen­den Arbeit zu sichern. Das Oberkonsistorium hat in nnserm Lande die Erhebung einer einmaligen Hanslollekte, wie sie für ganz Deutschland geplant ist, nach erhaltener staat­licher Genehmigung in die L>and genommen. Es hofft, keine Fehl­bitte zu tun, wenn es die Erwartung ausspricht, daß alle Evange­lischen unseres Landes, ein ieder nach seinem Vermögen, eine milde Gabe darreichen werden.

Ein Aufruf, durch den vor kurzem der Deutsche Pro­test an tenve rein zum Beitritt aufgefordert hat, ist von großem Erfolge gewesen; aus allen Teilen Deutschlands und aus allen Gesellschaftskreisen sind zahlreiche Meldungen eingegangen. Am 10. Oktober wird int Architelteuhause zu Berlin die Sektion 1 des Deutschen Protestantenvereius tagrn. Veratungsgegenstände: 1) Fortsetzung der in der Sitzung in Braunschweig nicht zu Ende geführten Beratung über die protestantische Lehrfreiheit, eingeleitet durch die Herren Stadtftzndikns Weise Berlin und Pastor Baars- Vegesack. 2) Zur Frauensrage: Welche Schritte müssen getan werden, um das Wahlrecht der Frau in der Kirche zu erreichen und um dasselbe vorzubereiten, z. B. durch selbständiges Zusam­menarbeiten mit den Gemeindeorganen. (Referenten: Fräulein Helene Lange und .Herr Pastor Gebhardt-Berlin, ) Die Beratungen sind nicht öffentlich. Zur Teilnahme sind alle bei der Sektion eingeschriebenen und andere Mitglieder des Protestantenvereins berechtigt : auch Nicht-Mitgliedern, die Interesse an der Beratung haben, ist der Zutritt gestattet.

Fräulein Magdalene Möller, die Tochter des preuß. .oandelsministers. hat am Gymnasium zu Bielefeld das Abitu- rientenexamen bestanden.

Nusjaird.

London, 25. Sept. Aus Madrid kommen Meldungen über französische Vorstöße in Marokko von der algerischen Seite. Es bat den Anschein, daß Frankreich mit dem Verlauf der Verhandlungen mit Deutschland wenig zu­frieden sei und daß daher die französische Regierung andere Mittel anwenden will, um ihre Macht in Marokko zu be­festigen. Die spanischen Zeitungen teilen mit, ein französischer Kaufmann in Oran habe ein größeres Gebiet in Marokko angekauft von Anhängern des Prätendenten. Der Franzose soll beabsichtigen, auf diesem Gebiete eine große Fabrik zu errichten. Andere ähnliche französische Unternehmungen werden gleichfalls geplant.

DieMorning Post" veröffentlicht einen Leitartikel über die Beziehungen Englands zu Deutschland. Der Artikel weist darauf hin, daß keine Ursachen für irgendwelche Differenzen zwischen den beiden Ländern vorhanden seien. Tie wachsende Versch l im m eru n g in den deutsch-englischen Beziehungen sei daher aufrichtig zu bedauern. DaS Mißtrauen, welches man in Deutsch

Die ßhotera.

Der preuß.Staatsanz." meldet: Vom 24. bis 25. Sept, wurden im preußischen Staate zwei choleraverdächtige Er- fraiifmigcn und zwei Todesfälle an Cholera amtlich neu gemeldet. Tie Erkrankungen betreffen die Kreise Dirschau nnd Wirsitz. Die Gesamtzahl der Cholerafälle beträgt bis jetzt 246 Erkrankungen, wovon 85 tödlich verliefen.

Ferner wird gemeldet: In dem pommerschen Dorfe Güstow ist bei einer Frau Goldmund Cholera festgestellt worden.

Alls Ktiwt und

Gießen, 26. September 1905.

** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t er S. ES sei auch an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Abonnements zu den alten Bedingungen von heute ab in E^nst ChallierS Musikalienhandlung ausgegeben werden. Der Prospekt für die kommende Spielzeit erscheint morgen. Prospekte können auch jederzeit bei Ernst Challier im Vor­verkauf sowie im Theaterbureau, Walltorstr. 73, (gegenüber dem bisherigen Theaterbureau) gratis in Empfang genommen werden.

*'Lande§gewerbeverein. Sonntag, den 8. Oktober, wird in Groß-Gerau eine Hauptversammlung der Mitglieder des Gewerbvercins für das Großherzogtum Hessen stattsinden.

** Besitzwechse l. Das Besitztum des Weißbinder­meisters Wilh. Seipp im Großen Steinweg ging für 33 000 Mark in den Besitz des Schreinermeistcrs .Heinrich Vollmüller über. Das Haus zum Rappen in der Malltorstraße wurde für 58 000 Mk. verkauft.

** Ap othekenkonzefsionen. Die Bestimmungen vom Jahre 1885 über die Verleihung oder Wiederverleihung heimgefallener Apothekerkonzefsionen find nach einer Bekannt­machung im Regierungsblatt aufgehoben und durch neue er­setzt worden. Die Verleihung der Konzession für eine neu zu errichtende Apotheke und die Wiederverleihung einer heim- gefallenen, unentgeltlich verliehen gewesenen Apotheken­konzession kann in Zukunft nach Ermessen des Ministeriums des Innern außer an einen Apotheker auch an eine Gc- metnbe ober an einen Kreis erfolgen, wenn biefc barum nachsuchen. Die mit einer Apothekenkonzession beliehene Körperschaft hat bic Apotheke an einen approbierten Apotheker zu verpachten. Unter den Bewerbern wählt das Ministerium bes Innern ben Pächter ber Apotheke nach freiem Ermessen aus. Nach gleicher Qualifikation soll in der Regel berjenige ben Vorzug erhalten, welcher bie Prüfung als Apotheker früher als feine Mitbewerber abgelegt hat.

t. Rodheim b. Hungen, 25. Sept. Mit ber gestern unb hellte hier stattfinbenden Kirchweihe war bie Ein­weihung unserer neuen Orgel verbunben. In dem FestgotteSbienst gestern vormittag hielt Dekan Fischer aus Eicheksborf im Anschluß an ben Altarbienst bie Weiherebe, 'vorauf bie Orgel zum ersten Male vor zahlreich versammelter Gemeinde ihre Töne erschallen ließ. Für den Nachmittag war eine musikalische Feier veranstaltet worben, in ber Orgel- spiel, Kinberchöre lind gemischte Chöre bes hiesigen Kirchen- gesangvereins miteinonber abwechselten. Mit bem Gemeinde- gesangNun banket alle Gott" schloß bic wirklich schöne und erhebende Feier. Das neue, nach jeder Hinsicht prächtige Werk, welches an Stelle der vor 102 Jahren er­richteten alten Orgel getreten ist, entflammt ber Firma Förster & Nicolaus in Lich. Die Orgel besitzt 13 selb- stänbige Register, 5 Nebenzüge unb 4 Druckknöpfe.

ff Stockheim, 26. Sept. Am 1. Oktober wird die neue Nebenbahn von hier nach Heldenbergen bestimmt er­öffnet. 9(n der 16,28 Kilometer langen Strecke liegen die Wetterauer Orte Glaliberg, Enzheim, Lindheim (Haushalt- ungSschule), Lllienfladt (Amtsgericht), Höchst a. d. Nidder unb Eichen. Voraussichtlich werben voll hier Züge um 8.25 vorin., 2.25 unb 6.27 nachm. abgehen. Durch bie Eröffnlmg ber Bahn Stockheim Helden bergen kommen in Wegfall bic Perfonenposten StockheimAlten- flabt, BübingenAltenstabt unb AltenstabtNieberwöllstabt, sowie bic Lanbbriefträgervosten Assenheiw.-Altenstabt unb

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»Tabakkons Sie ans der Tabi i ^reinigten 'Stadter Ml-den. In dem - L[§ 7689337 207 mhr als im Iah« die Zigarren rauch :o daß Jeder 32 glichen konnte. .41530479 meh rchnupftabak roui Zunahme von 8; Fabrikation von 9 Pfund im Jahre Jahre. Den Tab in den Vereinig' 300 000 Tonnen worden fein. Tk 1905 betrug etn etwa 22145 846 einigten Staaten I riesigen Aiiffchwun Weck der Tobakspi

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