Ausgabe 
15.12.1905 Drittes Blatt
 
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In der ganzen diplomatischen W«lt sind diese Dinge schlägereien. l srn^8 St* n?i/7rhf

haben.

debattiert worden.

betreibt.

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sind Schaum

Nichtig! gesagt!"

während

Führers der Sozialdemokratie und dem deS deutschen besteht nur darin, das; sich jener aus irregeleitetem Patriotismus zu dieser Wen­dung verstieg, während bei dem Führer der deutschen Sozialdemo­kratie Motive mitspielen, die ich nicht näher charakterisieren will. (Unruhe bei den Soz.) Weiter hieß im Oktober imVorwärts" Em Teil der Presse hat die Enthüllungen der Motive üb*

den Angriffsplan Englands als unglaubwürdig behandelt. In Wirklichkeit aber war den Urteilsfähigen von vornherein klar.

Völker genießen.

An den Rand dieses Artikels schrieb der datier: Das habe ich heute wörtlich dem König von Dänemark (Lebhafter Beifall.)

DerVorwärts" hat seine VcrleumdungSkampagne des ganzen Herbstes fortgesetzt.

8»'isldemokratic, rvt un li-- auch peu he lisch abgegeben werden. Die die y r i « d e n k v e r s i ch c -

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Vor dem Kaiserbesuch in Tanger:

England muß sich mit Frankreich Verbünden, damit es der deutschen Flotte unmöglich gemacht wird, seine Flagge auch nur eine Woche lang aus dem Meere aufrecht zu erhalten!"

(Hört! Hört!) Tas zeigt offenbare» Ucbclrocricn gegen Deutsch­land, und der Unterschied zwischen diesem Vorgehen des englischen

Auf diese Aeußerung trifft daS Wort von Treitschke zu, daß es Dinge gibt, die nur in Deutschland Der Parteihaß möglich ma±t (Sehr wahr!) Tie Sozialdemokraten sind nicht nur nicht national, sondern sie stellen sich überall in bewußten Gegensatz zu den wir!.' liehen Interessen des Landes. Glücklicherweise ist die Masse der deutschen Arbeiter anderer Gesinnung. Es ist der deutschen Sozial, demokratie nur deshalb gelungen, die Mehrbeit der deutschen Ar­beiter zu gewinnen, weil sie ihnen cingercdet hat, daß sie ihre wirr- schriftlichen Interessen vertrete. Aber cs ist ihnen glücklicherweise nicht gelungen, den Arbeitern ihre deutsche Gesinnung auszutreiben Ich bin überzeugt, daß die Masten der deutschen Arbeiter ihre Schuldigkeit tun werden. Aber Die Führer der Sozialdemokrat denken anders. Das fing schon 1870 an, als sie dem Vaterlao> die Mittel verweigerten, sich gegen einen ungerechten Angriff zu verteidigen. Da wurde sofort von sozialdemokratischer Seite bi? Legende und Verleumdung in Umlauf gesetzt, der Krieg sei burdj Bismarck angezcttelt. worden, eine Legende, die auch nachher innrer wieder von den Sozialdemokraten ausAeschlachtet wurde. Wo fi? dazu Gelegenheit hatte, hat sich die Sozialdemokratie immer auj die Seite der Gegner gestellt. Wie steht e5 denn mit jener Aeuße, rung, die der Führer der deutschen Sozialdemokratie in Amsterdam getan haben soll (Zuruf von den Soz.: Soll!). eS würde ihm nifi unangenehm fein, wenn Deutschland auf dieselbe Weise zur Re. publik käme, wie Frankreich 1870. (Hört! Hört!)

Wenn diese Aeußerung wirklich gefallen ist, wenn der Führer der deutschen Sozialdemokratie wirklich meint daß er cs gern sehen würde, daß Deutschland eine Niederlage erlitte, eine furch«, bare Niederlage, bloß, weil dann die Sozialdemokratie glaubt, daß so ihr Parteiintereste gefördert wird, so fehlen mir wiederum die Worte, um eine solche Auffastu, "weise richtig zu dttra!- letzteren. (Lebhafter Beifall.) Di deutsche Sozialdemokratie ist fortgesetzt bestrebt, Deutschland dem Auslande verhaßt zu machen. Während der Marokkokrise ist die Sozialdemokratie ir dieser Beziehung so weit gegangen, daß zwar nicht daS leiienh Blatt, wohl aber die vielgeleseneLeipziger Volkszeitung" einer Artikel brachte, in welchem zuversichtlich dem Vertrauen Ausdruck gegeben wurde, daß Frankreich bis zum äußersten gehen wurd: (Hört! hört!) In einer Korrespondenz hießt es: es bestehe nicht der geringste Zweifel, daß der britischen Flotte die enormen Hilfs­quellen des britischen Reiches zur Verfügung stehen werden: & werde eines der schönsten Ziele für die britischen Kreuzer sein, den deutschen Handel mehr und mehr zu verjagen. (Hört! Hör:!/ Hinzu komme noch, daß Deutschland vollkommen isoliert sei.

Mehr als einmal habe ich in französischen Blättern gcltfc,

sind nur die schwarzen Banden, die im Dienste der Regierung dort vie Metzeleien verüben! Und dann: denken Sie doch an Stambulowl lieber die unerhörtesten Grenzverletzungen der rustischen Re- grerung regt man sich in der Wilhelmstraße nicht auf. Dagegen, wenn der Regicrungsrat Martin feiner wissenschaftlichen lieber- zeugung entsprechend den russischen Staatsbankerott voraussagt, um die deutschen Geldgeber zu warnen, dann tvird dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" gegen ihn mobil gemacht. Hat die russische Negierung noch ein Anrecht daraus, als eine zivilisierte Macht an­gesehen zu hrrben? Auch ietzt noch, nachdem sie durch ihre schwar­zen Banden in Odessa im Lause eines Monat' 8590 Menschen hat ausplündern, 300 ermorden (Hört, hört!), 2278 verwunden lassen?

Der deutsche Arbeiter folgt nicht blindlings Eingebungen von Hö5e:er Stelle Das lasten Sie sich gesagt fein: er verlangt unter allen Umständen sein Menschenrecht, das er sich weder im Innern, neck' im Acußern irgendwie verkümmern läßt. Die Zeiten der Ka- binettspolitik sind unwiderruflich dahin. Lernen Sie endlich den Geist der neuen Zeit begreifen! (Lebhafter Beifall bei den So­zialdemokraten.)

Während der Rede des Abg. Bebel war Abg. S t a d t h a g c n (Soz.) auf einem Sofa in der Ecke des Saales fest cinpcfcfilafcn. Dort wunde er vom Abg. Mugdan kfreis. Vp.) entdeckt, der auch andere Abgeordnete auf diese seltsame Wirkung der Rede Bebels auf einen Parteiaenosten aufmerksam machte. Durch Zu- rufe wurde schließlich Abg. Stadthagen geweckt, worauf er sich schlaftrunken auf seinen Platz bepab und zum ruhig weiter reden­den Abg. Bebel schuldvoll emporsah.

' . (Lachen bei den Soz. Sehr wahr! rechts'

Was die Sozialdemokratie in Wirklichkeit will, ist, das deutsch« Volk zum Vorspann ihrer internationalen Pläne zu machen. Und während in dieser Weise die deutsche Sozialdemokratie jemüht ist überall Mißtrauen gegen uns zu säen und uns nach außen diskreditieren, während das ofstzicllste aller sozialdemokratisch.^ Organe erklärt, die Sozialdemokratie mißbillige nicht mir nicht bcn Krieg, sondern sie mißbillige nicht einmal den Angri >:krieg, ver­weigert die deutsche Sozialdemokratie dem Lande die Mittel, deren es zu seiner Verteidigung bedarf. Und während des vergangenen Sommers verglich unter dem Beifall der gesamten fozialdemo- kratischon Presse daS bekannte süddeutsche Organ, die ..Münchener Post" den Heldentod auf dem Schlachtfelde, den ein Theodor Körner gestorben ist, den Tod, den heute noch mancher deutsche Soldat m Afrika stirbt, mit dem Tode deS Schweins, daS der Metzger ab. schlachtet. (Große Unruhe und Pfuirufe rechts. Rule bei den Soz.: Ist nicht wahr! Ist gefälscht!)

Reichskanzler Fürst Bülow:

Aus den Ausführungen deS Vorredners will ich nur zwei Punkte hcrausgreifeit. Der Vorredner hat erklärt, daß die deutsche Sozialdemokratie die besten Beziehungen zu England anstrebe. Iw erwidere mit der Gegenfrage, warum denn die deutsche Sozial­demokratie fortgesetzt bestrebt ist, in England das Mißtrauen gegen uns zu erregen? DaS hat der Herr Vorredner bestreiten wollen. Er hat gemeint, die deutsche Sozialdemokratie und die deutsche sozialdemokratische Presse stgnalisicre nur die zwischen Deutschland und England bestehende Spannung, trage aber nicht zu dieser Spannung bei. Ich bestreite das auf daS allerentschiedcnste. Daß wir England gegenüber keine aggressiven Pläne verfolgen, habe ich hundertmal gesagt. Ich habe hundertmal gesagt, daß es Un­sinn ist, uns solche Pläne unterzuschieben. Diese unrichtigen, biete falschen Behauptungen werden fortgesetzt von der sozialdemokraii- schen Presse wiederholt. Tas leitende Blatt der Sozialdemokratte, derVorwärts", brachte am 12. August, gerade in dem Augen, blick, wo der Besuch der englischen Flotte in der Ostsee weniger bei uns als auch auf den Grenzen eine gewisse Erregung hcrvor- gerufen hatte, einen Artikel, in dem es wörtlich hieß:

Eins erscheint ganz sicher und niest erfunden, am AuS- aange des vorigen IabreS war Deutschland im Begriff, Eng­land den Krieg zu erklären." (Hört! hört! rechts.)

Das ist eine Lüge! (Hört! hört! rechts.) Weiter heißt es in dem Artikel:

..Daß tatsächlich die Flotte damals mobil gemacht worden ''<t, ist unS von absoluter Sicherheit mitgeteilt worden."

"Das ist Unsinn! (Hört! hört! rechts und Heiterkeit.) Wir haben niemals mobil gemacht. Als daS Unwetter vorüber- gegangcn war, wurde für daS harte WortMobilmachung'^ em anderer, milderer technischer Ausdruck ersonnen, da man die Sache selbst nicht mehr in Abrede stellen konnte. Gleicher Unsinn! (Heiterkeit.) Wetter heißt cs:

Ebenso stehen wir auf festem Boden,"

Unsinn! Wir stehen gar nicht auf festem Boden. (Große Heiterkeit.)

wenn c3 auch niemand bestreiten kann, daß der Ge­danke bestanden hat, die deutsche Flotte mit der englischen sich messen zu lassen,"

Auch darüber besteht nicht der mindeste Zweifel, daß man in England über diese Vorgänge genau unterrichtet und die begreif­liche Erwgung Englands auf diese Vorgänge zurückzuführen ist. Nun ist man sich immer unklar, welche geheimen Vorgänge den Ge­danken des Krieges nahe gerückt haben sollen. Nun sprechen Leute, die sich für wohl informiert ausgeben, seit Wochen mit immer größerer Ungeniertheit davon, daß die llrfoctyr_ bc5 drohenden Zu­sammenstoßes in einem schweren Konflikt zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard zu suchen fei. DaS ist eine blödsinnige Lüge. lGroße Heiterkeit.) Daß damtt Material für Verleumdungen geliefert wird, liegt auf der fWen Hand, und daß daS nicht der Zweck solcher Ausstreuungen fein soll, welchen wohl wenige bezweifeln, die außerhalb deS Van- nc5 der Sozialdemokratie stehen.

Ich erkläre auf da« allerentschiedenste als beranttoortlidfcr Leiter der deutschen Politik: ES ist u n w a h r . daß wir unS jemals gegenüber England mit aggressiven Plänen getragen haben. ES ist unwahr, daß der Plan bestand. England den Krieg zu erklären. ES ist unwahr, daß wtt im vergangenen Winter die Flotte gegen England hätten mobil machen wollen. Es ist un­wahr', daß wir England irgendwie gereizt ober provoziert haben Nnd ebenso trete ich mit Tntscheidenhett dem Versuch entgegen, den deutschen Kaiser, der seit 18 Jahren so viele Beweise ehr­licher Friedensliebe gegeben hat, als einen Friedensstörer hinzusteSen. (Beifall.)

Am 1. August hatte dieMagdeburgischc Zeitung einen Ar­tikel gebracht, cm besten Schlüße sie sagt:

Kaiser Wilhelm hat keine kriegerischen Plane. Tas be­weist nicht nur fein bisheriges Regiment, sondern c5 liegt auch in der Natur der Dinge, in dem Eharakter des Volkes, an besten Spitze der Kaiser steht. Deutschland will weiter nichts, als für seine Entwickelung gleichen Raum und Luft, wie sie die anderen

daß, wenn die Sozialdemokratie ans Ruder käme, die Grcnpre. Dingen an Frankreich zurückfallen würden. Alle französischen litiker rechnen für die Erfüllung ihrer Hoffnungen auf die beitify Sozialdemokratte. Deshalb erregen auch im Auslande sozialdm:- kratische Erfolge immer so große Befriedigung, nicht etwa aul Svmpathie für unsere Sozialdemokratie. In der Beziehung bitt? ich die Herren, sich keine Illusionen zu machen (Heiterkeit), sondern man geht von der Ansicht aus, daß die Stellung Deutschlands desto schwächer wird, je stärker die Sozialdemokratte wird. (Ruf bei ben Sozialdemokraten: Umgekehrt!) So kann eS denn kommen, taf, der bekannte Engländer Kipling gleichzeitig Partei nahm für ben britischen Imperialismus und für die deutsche Sozialdemokratie. So kann es kommen, daß zwei große, aber uns nicht gerade freunb. lich gesinnte Blätter wie dieTimes" und derTemps" in land und Frankreich die Sozialdemokratie auf das erbittertste be­kämpf-n, aber sich nicht genug tun können in LobeSerhebun^a gegen die deutsche Sozialdemokratie. (Heiterkeit und Zustimmung Sa sieht ein Kaufmann, der selbst in seinem Bureau strenge Zutt hält, e5 unter Umständen nicht ungern, wenn ein Angestellter fttr./ Rivalen dessen HauS in die Luft sprengen will. (Heiterkeit!

Wenn cs jemals unserer Sozialdemokratie gelänge, ihr S*c' zu erreichen, wenn sie jemals bei uns das Heft in die Hand btlämt. dann würde daS nicht nur den Verlust unserer Grenzprovinzen '« deuten, sondern wir würden wieder dastehen, wie in ben jämmer­lichsten Zeiten unserer Geschichte, als Tummelplatz für ftembe Ceutrjöger. (Sehr währ!)

Ich habe oft Parallelen gelesen zwischen französischen Im.- binern und deutschen Sozialdemokraten. Ich leugne nicht, da^cinr gewisse Aehnlichkett vorhanden ist: Aehnlichkcit in der SpreKvcm, Aehnlickkeit in einem gewissen Fanatismus und Dogmatismus, Aehnlichkcit vielleicht auch in der freundlichen Gesinnung der Herren untereinander. (Heiterkeit.) Aber ein g wattiger Unter- schied besteht doch zwischen beiden: Die französischen Jakobiner waren Patrioten, sie wollten ein großes, starkes Frankreich, unter' Jakobiner aber wollen Deutschland schwächen. Das ist eS, lr« ben größten Unterschied bildet zwischen Ihnen und uns: ?'i! Mangel an Verständnis für die DaseinSbedingungen der Nation. Ihr Mangel an Verständnis für diejenigen Forderungen, oonj welche die Nation ihre Stellung in der Welt nicht behaupten kani

Nun bat der Vorredner eine Parallele gezogen^ Mieter unseren gegenwärtigen Zuständen und ben Zuständen in Frankn^ vor der französischen Revolution. Ich gcst he, baß mir kaum rnals ein hinkenderer Vergleich borgefommen ist. («ebr .

Dort, also in Frankreich vor der Revolution, Unfreiheit, ov uns eine Verfassung und das allgemeine Stimmrecht (Ruf b. Soz.: Preußen! >. Bei uns herrschen im großen ganzen Verhältnisse. Verschonen Sic uns mit solchen 9<crglctc6cir JJf seien Sic überzeugt, daß, wenn Sie versuchen sollten, einen Ba'n Sturm zu unternehmen, Ihnen daS sehr übel bekommen iLacken b. d. Soz.) Ich wiederhole meinen Rat von neulich: oem Sie nicht von Redensarten zu Taten über. Sie werden sehen, nxu danach kommt. (Lebh. Beifall.)

Abg. Erzberger (Ztt.):

Wenn Fürst Bismarck gewußt hätte, wohin wir mit der lio lonialpolitik kommen würden, dann hätte er siel' schwer gehütet, 1 zu inaugurieren. Jetzt sitzen wir in der Kolonialpolitik feit. *- - viele Millionen hat sic unS schon gekostet! .

Den nüchternen Zahlen gegenüber müssen alle feboueu a-1. von dem hohen Werte ber Kolonien schwinden. In allen "vwi , mobilen nur fOno Deutsche. Wenn wir keine Kolonien va hätten Id r statt der ßOOO nnzuft irdenen Kolonisten 6000 zuMC" Den »che mehr. Togo und Kamerun und vielleicht CU 1 - mög n zu'"nftSreick 'ein, die auceren Kolonien a" w» auch na ti 20, 80 Jahren keine Rente bringen. D>e wnire Mißstände in ben Kolonien li gen zuerst an der KoloniolveNva , und den Beamten. Ans die vielen Klagen, die ich gegen u - Beamten zu erheben Hobe, werde ich bei der zweiten Leinng Z kommen. Heute will ich nur tragen: Ist wahr, ban cm a' 1 f DiSoplinarweae entlassener Beamter, Dr. Karl Peters, wie en Reichsdienst treten soll? DaS wäre dock ungclicucta lcblt an einem Kolonialprogramm. Dr. Siuebcl bat am unter den Fehlern seiner Vorgänger zu leiden g " se ii- Hauplardeit war, die Fehler, btt diese gemacht batten, gut zu tiwdtn. So wie e4 bisher gegangen ML 'aim iueiter gehen. Zuerst fort mit dem .'lok>nüi।*^uteauir - So imirbc ein Holelban nicht genehmigt, wett ber nicht allen Vorsthnften eines preußitchen Gesetzes von

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Vudgttlommchw LtimlltinenDru 1 ctrbe Verletzung o jftflt der Kanter Bji'iifiien Streit ijri sondem' münon etwas falsck --Emission nichts u hafe ich die)' traten zwei t.xöft bebe: Hieben ,jh'lnifd)en öollöze nl mit der i uikbar riuftenebattion tun xie .Üiorbbcut j mit der Wahrheit u kleichSknnzlerS kann ßkbl'chon daraus hi bejiimmung festgefetz einer Frist von 3 S erfolgt sein. In ,wb jallS der Neick Gacantie-Borlage r ist doch bann enthc WaS meine Be bexeidmete in der reine Privatarbeit, reine Privatarbeit süaung gestellt fu Eitzung bt$ Karne unter welchen Be' zugunsten bei na Die Bedingungen seine SuSIogen l! Aktien franlo Dali, k brr Vrtltor b tttigkit, für bie er w nid)t unter 60 OC wirb auf50000ME find nicht in Abrede des Protokolls. Wem hat, io hat eS inbite übernommen. ES verwendet worden reine Privatarbeit, langen, dem Protolo Jtan komme mir nid ttchts davon gewicht psmmerzienratS Sen; len Standpunkt ftel fen zu wollen.

ein Irrtum im Nifl ich. daß Komme gezahlt hat, dc n Summe aus stii ^ Syndikat sich f, Men mußten, ha N V1!1 W nDn? (ibn Webern wird wc AderDriMfienbe «d halte mich nicht anderen y-Men fünf Bedin «amlich die dntt« reuen Gefellschc

$ meine, die V- die Yertrc

5; DorauSsetznr

äs* M behandelt?

richtig! bei den Sozialdemokraten.)

Ausdrücklich fügt er hinzu, daß ebenso wenig wie die Sozial­demokratie sich für jeden Krieg, sei cs auch ein Verteidigungskrieg, begeistere, ebenso wenig auch jede Teilnahme an einem Kriege von ihr verurteilt werde, etwa mit der Motivierung, die Sozialdemo­kratie wolle Frieden zwischen allen Völkern. (Hört, hört!) DaS ist eine hübsche Illustration zu der Resofutton des sozialdemokrati­schen Parteitages zu Jena, worin die Sozialdemokratie für sich das Monopol der FriedcnSarbett und ber Friedensliebe in Anspruch nahm. Ich will hier öffentlich vor dem Lande feststellen, daß das nickt gntrrfft. Auch fcr Vorredner hat ja ausdrücklich erklärt, daß nicht einmal jeder Angriffskrieg zu verurteilen sei. Die Unter­scheidung ztoischen Angriffs- unv Verteidigungskrieg sei in den mei­sten Fällen zweifelhtrft, die Sozialdemokrarie könne sehr Wohl in die Lage kommen, einen Angriffskrieg zu billigen. (Hört, hört!) $m Jahre 1848 haben Marx und Engels einen beurftt)en Angriffskrieg gegen Rußland für notwendig geyaltcn. Später hast.n sic sich be­müht, England zum Vorgehen gegen Rußland aufzustackieln. Dürfen wir sic wegen dieses AufstaehelnS tadeln?" fragt Kautskv, imd er antwortet:Sickler nicht!" KautSkp hätte hinzufügen können, daß c5 von feinem Standpunkt au3 ganz begreiflich war, trenn beispielsweise im vorigen Ianre die deutsche sozialdemokra­tische Presse sich solche Mühe gab, England zum kriegerischen Vor­gehen gegen Rußland zu ermutigen, daß eS ganz in ber Ordnung war, daq die deutsche sozialdemokratische Presse, als und einige Schiffe genommen, aber vollständige (Genugtuung gegeben war, alles in Bewegung gesetzt hatte, um uns in einen Krieg mit Ruß­land zu bringen, der durchaus nicht den Interessen des deutschen Volkes entspräche, aber ber Sozialdemokratie in ihren Kram patzte. Die sozialdcmokrattsche Presse war konsequent, sie bcwegre sich im Rahmen der sozialdemokratischen Doktrin und Traditton.

Aber warum bestritt denn ber Führer der Sozialdemokratie im vorigen Jahre, daß die Sozialdemokratte bemüht ist, unsere Beziehungen zu Rußland möglichst zu verschlechtern? Darum leugnete er mir gegenüber damals die Tatsache, die sein freund fittutlfh ganz offen <ngrt>t ? Ich gestehe, daß wich >r9 einiger- weflrn ffrfSMj w.ed't ge$eu36t Veickick'rtm-cn v»n Fübrern ber

daß diese Enthüllungen ihrem Kern nach wahr sein mutzten. Dolche Pläne paßten vollkommen in die Sitimtion. England erkannte eben die Absickst eines künftigen Eingriffes SenifctilanbS . .... ___

auf die englische Wettmachtstellung. Welchen Zweck sollten denn! Wahrheit und Iv'rklichleit ist: auch sonst die ungehcucr wachsenden deutschen Flortenrüsttinaen Irungen der Sozialdemokraren

DaS mag eine nette diplomatische Welt fein, in der solche Tinge debattiert werden. (Heiterkeit.) Wenn die Stimmung 1 zwisckcn England und Deutschland nicht so ist, wie sie nach der Ansicht der verständigen Leute sein sollte, so ist das wesentlich darauf zurnckzuführen, daß cS in jedem dieser Länder Leute gibt, die dem anderen Lande Absichten, Pläne, Tendenzen unterschieben, an welche die Mehrheit der verständigen Leute in dem anderen Lande gar nickt denkt. (Sehr richtig!) Es ist ebenso falsch, wenn bei uns manche Leute behaupten, Deutschland könne sich nur im Gegensätze zu England entwickeln, wie es unrichtig ist, wenn manche Engländer annebmen, daß eine Schädigung Deutschlands für Eng­land ein Vorteil wäre. Die Dahnen beider Länder laufen an und für sich gar nicht gegeneinander. Wenn aber so viele Engländer an die böien Absichten Deutschlands glauben, so ist das zweifellos auch zurückzuführen auf die. Agitation der Sozialdemokratie, beständig ihr eigenes Land als Störenfried hinzustellen. (Sehr wahr! rechts.) Die Sozialdemokratie fjat erklärt, daß an der Stimmung gegen uns in England unsere Dcltpolink schuld sei. Die oft haoe ich gesagt, daß wir unter Wcltpelittk" nichts anderes verständen, als daß wir auf dem Gebiet deS Handels, der Industrie und der Schiffahrt dieselbe Be- rcditiguiig erlangen, wie alle anderen Länder, und daß wir mit aller Welt auf dem Fuß der Gleichberechtigung stehen wollen.

Wenn unsere Weltvolittk oft falsch aufgelegt wird, so können wir unS dafür bei der Sozialdemokratie bedanken, die dieselbe fort­während falsch au5legt und interpretiert. Auch heute ist tot. ber von sozialdcinokratifckcr Seite angedcutet toorben, daß unsere Verteidi­gungsmaßnahmen zur See die Schuld tragen an bem im Auslande gegen uns herrschenden Mißtrauen. Der '.edanke, als ob wir irgendtoie darauf onsgingen, die cnglisck^c ^eeherrschaft zu zer­stören, ist einfach lächerlich. Unsere See ustungen halten sich in viel bcsckieidcnercn Grenzen als die manch.r anderen Länder und speziell als die englifäjen Schon deshalb, von tausend anderen Gründ:n abgesehen, ist nicht daran zu glauben, daß wir unsere Flotte gegen England brauchen. Wir wollen niemand angreifen. Wir wollen auch England nicht angreifen. Aber wir to 0 I len s 0 stark sein, daß wir einen unberechtigten Angriff des Auslandes mit Ehren z u . ü ck weisen können.

Nun hat der Vorredner auch gemeint, ich hätte mit Unrecht gegen ihn den Vottvurf erhoben, daß er und seine Partei auf bem Gebiete der auswärtigen Politik sich in Widerspruch setze mit den wirklichen, den nationalen Interessen bc5 Landes. Er hat sich und die Sozialdeinokratic von dem Vorwürfe reinigen wollen, daß |ie eine Politik treib, n, bie den wahren deutschen Interessen wider- sprecke. Tas Alpha und Omega jeder richtig geleiteten auswär­tigen Politik ist, daß die alleinige Richtschnur das nationale, das eigene Interesse bildet. (Sehr toalji!)

In diametralem Gegensatz hierzu ordnet bie Sozialdemokratte grundsätzlich und mit Bewußtsein bie Interessen für ben yrteben und die Sicherheit des eigenen Landes ihren desrruttlven und utopischen Parteitendenzen und Parteiintercsscn unter. (Lebhafte Zustimmung. Widerspruch bei den Soz.) Gegenüber dem Widerspruch, der sich von jener Seite des HauseS regt, will ich eine kurze programmatische Erklärung verlesen, die der Parteiphilosoph Ihrer Richtung, der aulbentiscke Interpret dcS Toamas von Marx, Karl KautSkl), während dieses Sommers erlassen hat. Da hieß eS: _

Individuum wie Nation sind dem internationalen Eman- ttpatton-.'cimpf deS Proletariats unterziiordnen, und wo bie bc» fonberen Interessen in Gegensatz zu dem Emanzipalionskampf treten da hat daS nationale hinter bem internationalen Inter­esse zurückzutreten."

(Hört! Hört!) Und weiter heißt eS:

Ter kapitalistisch benfenbe Nationalist mag sagen: wright or wrong. niv coxintry. Recht ober Unrecht, ich stehe auf der Seite meines Vaterlandes! Der Sozlaldcmotrat muß erkennen können, wann das besondere Interesse einer Nation seinem eigenen Interesse, dem des EmanzipationSkampfes dcS Proletariats, in den Weg tritt und dementsprechend handeln."

(Hört! Hort!) Kauisky belegt das mit^Beispielen und weist u. a. darauf hin, daß bie Sozialdemokrarie während des deuttch-ftanzösi- scken Krieges Den Ansprüchen des eigenen Landes cntgcgengctrcten märe, weil sie im Widerspruch gestanden hätten mit ben Interessen der Sozi«lbcmokratte. Nach biefnn Grundsatz müsse sieb die Sozial- dcmokratte auch gegenüber den UnabhänaigkettSbestrcoungen aller Völker richten und die UnabhängigkeitSbestrebungen der Bulgaren bekämpfen, obwohl biefelben den deutschen Interessen durchaus nicht Autoibtrlaufen. Dagegen betrete sie die Wiederherstellung Polens, Die ja nur auf deutsche Kosten erfolgen kann, und daS eine wie daS andere, weil daS Interesse bet internationalen Sozialdemokratte eS verlangt.

Auf die Frage, wer denn nun im einzelnen Falle |u entscheiden haben soll, ob daS Interesse de» eigenen Lande» maßgebmd fein soll oder daS internationale revolutionäre Interesse der Sozial­demokratie, auf diese Frage hat allerdings Äautih) ebenso w nig eine Antwort g/funben, wie der Vorredner, tayeaen läßt flaut65) gar feinen Zweifel darüber, dwß, w:e e» ja auch der Vorredner in seiner neulichen Rede angedeutet hat, die denrsche Sozialdemokratte da» Vat rlanb nur dann verteidige, wenn eS der S 0 z i a l d e m 0 - , kcatie in ihren Parteikram paßt. Es heißt wörtlich bei KautSkb:

Wenn dagegen für die Sozialdemokratie da» Vaterland der Güter höchstes nicht ist, wenn dessen Interessen untergeordnet sind denen deS allgemeinen proletarischen EmatrzipationSkainpses, bann kann eine Verteidigung auch nicht unter all n Umständen Pflicht ber Sozialdemokratie sein, sondern nur dann, wenn daS patriotische Interesse mit den proletarischen Interessen oberjnit . denen d'r allgemeinen Entwickelung zusammenfällt." (Sehr

Im Februar schrieb er:

Je eifriger Deutschland seine Flottenrüstungen desto naher rückt die Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes mit England, das ja gar nichts anderes annehmen kann, als daß die kolossalen Marinerüsttmgen gegen England gerichtet sind."

Dazu bemerke ich: Erstens sind bie deutschen Flottenrüstungen nickt kolossal (Heiterkeit); der Führer ber Sozialdemokratie hat selbst zuaegeben, daß sie relativ mäßig sind. Und zweitens^ ES ist unwahr, daß diese Flottenrüsttingen irgendwie einen aggressiven Charakter gegen England tragen. (Beifall.) Der Vorredner hat neulich gesagt: die englischen Sozialdemolraten hätten niemals irgendwie Deutschland gegenüber feindliche Absichten funbgegeben. Ich würde mich freuen, wenn e3 fo wäre. Im Frühjahr aber er­klärte einer der Führer der englischen Sozialdemokratte, Mr. Hynd- man, in seinem Blatte, derIustice" c5 war Milte März, also