Ausgabe 
24.6.1905 Erstes Blatt
 
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Strassen kämpfen.

vom Militär im

Barrikaden wurden errichtet,

Der Kriegszustand soll verhängt

Die Polizei verhaftete einen

Polizisten getötet hatte.

beute aus den Kreisen Slonim, Widawa und

Unruhen;

;c

Sturm getötet,

genommen wurden.

2 00 verwundet.

50 Personen wurden Es herrscht ein allge­

meiner Ausstand, werden!!

3" die

treffen, noch nicht erhalten. Stockung der Verhandlungen.

Admiral

ist von seinem Posten als Ostens definitiv enthoben

In Warschau wurde fast in allen Fabriken die Arbeit eingestellt wegen der Prozeßverhandlung gegen Okrzeja, der am 26. Marz bei der Pragaschen Polizei­verwaltung eine Bombe zur Explosion brachte. Bei dem Anschläge waren sechs Personen verletzt worden. Okrzeja war verhaftet worden, nachdem er auf der Flucht noch einen

Mann, der eine Bombe trug und vermutlich ein Attentat plante.

Täglich kommen ferner neue Meldungen über Bauern-

Alexejew

Statthalter de§ fernen worden.

Staatsmr nister Rothe erklärt, dass ihm von einem auf den 15. Juli festgesetzten Termin für den Landtagsschluss nichts be­kannt sei; man werde mit den Beratungen aufhören, wenn man damit fertig sei.

Es gelangt nun zunächst der A n t r a g S ch ö n b e r g e r, die ganze Regierungsvorlage abzulehnen, zur Abstimmung ; der Antrag wirb mit allen gegen die drei Stimmen der Abgeordneten Schön­berger, Bähr und Joutz a b g e l e h n t. Bei der Einzelberatung beantragt

Abg. Ulrich zu § 1, die Gemeindesteuern durch Zuschläge zur Staatssteuer zu erheben.

Abg. Wolf erklärt, je mehr er sich mit dem Studium bei Vorlage befasst habe, desto nrebr sei er von der Richtigkeit seiner früheren Ausführungen in der Generaldebatte überzeugt worden. Redner legt seine früheren Bedenken näher dar und erklärt, daß er die Verantwortung für die Folgen dieses Gesetzes nicht über­nehmen könne, wenn seinen Anträgen nicht Folge gegeben werde.

Finanzminister Gnauth bittet, den Antrag Ulrich abzu- lehncn. Die Ablehnung dieses Antrags erfolgt dann gegen die

Rückzug Deutschlands aus China.

London, 23. Juni. Nach einer Tokioer Meldung be­absichtigt die deutsche Regierung sämtliche Truppen aus China zurückzuziehen mit Ausnahme der in Kiautschau stationierten. Port Arthur.

London, 23. Juni. Im Unterhause erklärte der Unier- staatssekretär des Aeusseren, Earl of Perey, von den japanischen Behörden in Port Arthur sei keine Anweisung ergangen, daß die englischen und amerikanischen Firmen Port Arthur zu verlaßen hätten. (Sollten etwa nur die Deutschen aus der Festung von den verehrten Herren Japanern hinaus komvlimentiert worden sein?)

stünden. Die heute zu Gvslar tagende Geucralversammlung- der Vereinigung der Freunde der christlichen Welt fetit dieser Auf­forderung, die Landeskirche zu sprengen, die Antwort ent­gegen, dass die. sog. Positiven selbst nicht, auf dem Boden der Bekenntnisschriften stehen, vielmehr, dass dieselben Probleme und Zweifel, welche uns bewegen, auch, m ihrer Mitte sei es auch in verdünnter Gestalt wirksam find. Da es ferner unsere erste Versammlung seit der aus Anlass des Falles Fischer entstandenen Bewegung ist, erachten wir uns für verpflichtet, zu erklären, dass es dem Geistlichen der Evang. Kirche in der heutigen Lage des Protestantismus frefitehen muss, die theologischen Fwagen vor die Gemeinde zu bringen und ins­besondere in der diesem Zwecke dienenden Tätigkeit des Vor- träges und der Schriftstellerei die rückhaltloseste Frei­heit zu üben, mit der alleinigen Einschränkung, dass er hierbei persönlich sich bewusst ist, auf dem Boden des Evangeliums zu sieben. Wir sind dies der Wahrhaftigkeit des Geistlichen, dem Vertrauen der O^emeinde zu ihm und ihrem wachsenden Erkeuiltuisbedürfnis schuldig. Wir verkeimen nicht den Ernst der Beunruhigung, die durch den heutigen Betrieb der theologischen Wissenschaft, besonders in ihren historpcheir Disziplinen, und die mit ihnen Hand in Hand gehende Aufklärung über viele fromme Gemüter in unseren Kirchen gekommeii ist, ab"r wir wissen, dass die Bezeugung lebendiger Frömmigkeit und die freie Aussprache theologischer Erkenntnisse die einzigen Kräfte sind, die dieser Beunruhigung allmählich Herr werden können. Die Generalversammlung der Freunde der christlichen Welt-----wünscht vom christlich-relig. und kirch­

lichen Standpunkt aus die Aufhebung oder durchgreifende Revision des § 166 des S t r. -G. -B. (Gotteslästerung, Be­schimpfung von Religionsgesellschaften usw.) und beauftragt ihren Vorstand, in diesem Sinne eine Eingabe an die gesetzgeberischen Körverschu,'cn brg RWch?g -u r'chwu.

Kirche nrrd Schule.

Die Generalversammlung der Freunde der christlichen Welt öie kürzlich zu Goslar stattfand, fasste, wie unS mitgeteilt wird, folgende Resolution: .

Die landeskirchlrche Versammlung vom 3. Mac bat "cm die sog. liberalen Theologen das Ansinnen «-stellt, die Landeskirche z u v e rl a ss en und eine e i g e n e Kirche zu bit&m, da sie nicht aus dem Boden des Vecenntnisses

Kessischer Landtag.

Zweite Kammer.

R. B. Darmstadt, 23. Juni.

Nachdem am Mittwoch die Generaldebatte über das Gemeindeumlagegesetz geschlossen, hält heute der ~

Ausschußberichterstatter Abg. Dr. Gutfleisch das Schluss­wort. Redner wendet sich u. a. zu der vom Finanzminister an­geregten Frage der Kreist ast en; er sei selber erstaunt gewesen, als er erfuhr, daß 'diese die hohe Summe von 3 Millionen erreicht habe. Man hatte im Art. 118 die Höchstgrenze mit 25 Prozent der Staatssteuer angenommen, diese Grenze sei längst überschritten. Die Schuld daran trügen aber nicht die Kreis­oder Provinzialausschüsse, sondern die ganze Einrichtung. Es sei deshalb sehr zu begrüßen, dass der Herr, Finanzminister sich der Frage anzunehmen versprochen habe. Eine sehr wesent­liche Bestimmung sei die Besteuerung am Orte des Betriebes. Es geht nicht länger an, dass sich ein Fabrikherr in der Nähe einer Gemeinde ansiedelt und ihr die Soften ausbürdet, aber andern Gemeinden die Steuern zuführt. Die Heranziehung der land­wirtschaftlichen Betriebe zur Gewerbesteuer war nur gerecht, denn sie sind doch auch Gewerbe. Er habe sich nach den Ausführungen des Abg. Wolf nicht davon überzeugt, daß die Landwirtschaft durch das Gesetz mehr belastet würde. Die vor geschlagene Heran­ziehung der Aerzte und Rechtsanwälte zur Gewerbesteuer sei nicht zu billigen. Wenn die Anwälte die Steuer auch iricht fürchteten, so sei es doch nicht richtig, sie aus daS Niveau der Gewerbetreibenden zurückzudrängen, dtls Hauptpunkt in der Gene­raldebatte erschien die Frage des Schuldenabzugs. Man be­zeichnete das Verbot des Schuldenabzugs als bett Grundsätzen des Vermögensbegriffs zuwiderlaufend. Es stehe aber fest, dass auch geliehenes Vermögen eben Vermögen sei und Verdienst bringen könne: eilt geliehenes Haus und geliehenes Gewedbekapital werfe ebenfalls Gewinn ab und nmsse deshalb auch steuerlich veranlagt werden. Wenn matt bett Schuldenabzug gestattete, bleibe für viele Gemeinden nicht mehr viel zur Besteuerung übrig, andere Gemeinden würden dadurch geradezu ruiniert werden. Die Ge­meinden legten in Schulbauten usw. grosse dauernde Werte an, da müsse auch tic Unterlage möglichst dauerhaft jein., Ein Geschäft mag verschuldet sein oder nicht, die Lasten für die Ge­meinden Heiocit dieselben. Er, Redner, halte aber auch das Werb'.)!; des Schuldenabzugs bei der Gewerbesteuer für vollständig berechtigt. Redner spricht zum Schluss 'die Ueberzeugung aus, dass die Vorlage eine ansehnliche Verbesserung unseres Gemeinde- steucrwesenS bedeute, und bittet das Haus, die Vorlage möglichst

gingen zur Unterdrückung der Unruhen zwei Kompagnien Militär ab.

In Moskau sand in bent großen Warenmagazin der Firma Bergmann u. Stein eine Explosion der dort auf- gespeicherten chemischen Präparate statt. Das Magazin wurde vollständig zerstört. Viele Personen wurden verletzt. Der Schaben beläuft sich auf fünf Millionen Rubel.

Die russische Ober-Preßbehörde untersagte den Zeitungen, fernerhin die Rede des Kaisers an die Semstwoabordnung zu interpretieren. Als Grund wird angeführt, einige Blätter hätten die Worte des Kaisers, ob­gleich sie nicht den geringsten Hinweis aus die Möglichkeit einer Aenderung der Staatsgrund­gesetze enthielten (!), doch dahin ausgelegt, daß die Ein­berufung einer Volksvertretung auf den Grundlagen, wie sie in den konstitutionellen Staaten Westeuropas bestehen, bevor­stehe. Der Minister des Innern, Bulygin, hat ferner auf Antrag des Chefs der Gendarmerie, Generals Trepow, das Organ der getnässigt liberalen Partei Rußlands, die ZeitungRuß^',wegen ihrer schädlichen Richtung" auf einen Monat verboten.Ruß", unter Redaktion des Schriftstellers A. A. Suvorin, hatte in letzter Zeit eine Serie kritischer Artikel über die polnische, armenische und jüdische Frage veröffentlicht, in denen die Haltung der russischen Re- gierung aufs strengste verurteilt und wirkliche Refornten ver­langt wurden. Auch über die Zustände int Marine­ministerium und dort stattgehabte Unterschleise hatte die Zeitung eine überaus heftige Sprache geführt, wie sie bis jetzt kein Blatt in Russland gewagt batte.

Keer und Atotte.

lieber den Zehnmillionensonds unter der Hochfinanz /it Gunsten des preuß. Qsstzierkorps macht Harden in bet neuesten Nummer seiner ..Zukunft" weitere Mitteilungen. Da­nach hat der auf 80 Mill, geschätzte Fürst Henckel v. Donners­marck selbst nur eine Million gezeichnet. Aus der Befürwortung, die er Fürst dem Projekte in der Versammlung der Bankiers zuteil werden liess, heben wir nach derZukunft" die Bemerkung hervor, man habe den Appell zunächst auf einen kleinen Personenkreis beschränkt, weil ein Teil der westlichen Gross­industrie leider durch politische Vorgänge verstimmt set, doch an diese werde man sich später wenden. Ms,dann einur- germanischer Bankier" darauf hinwies, dass Ine jüdischen Berufs genoss en die Aufforderung zu einem solchen Ge­schenk als ein seltsames Ansinnen empfinden müssten, weil ihre eigenen Söhne doch nicht Offiziere werden könn­ten, habe Fürst Henckel von Donnersmarck etwas gereizt geant­wortet, er habe sich in seinem Leben oftt um den Ausgleich sozialer Gegensätze bemüht, und hoffe, auch 'hier nicht auf un­überwindliche Schwierigkeiten zu stossett.Ganz leise und un­verbindlich, doch laut genug für feine Ohren wurde die .Mög­lichkeit angedeutet, gerade ein Zeichen patriotischen Gemeinsmnes, wie es jetzt erbeten werde, könne vielleicht Hindernisse beseitigen, die heute noch berechtigten Ansprüchen bei\ Weg sperren." Dem Plane des Fürsten Donnersmarck habe ntrt be­sonderer Begeisterung Generaldirektor Ball in beigestimmt. Har­den teilt dann noch mit, dass zwei Versammlungen bereits statd- igefuuden haben, bisher jedoch lediglich mit dem Ergebnis, dass ein paar Millionen zusammengebracht seien. Den definitiven Beschluss 'habe man auf den Herbst vertagt! und vorläufig auf den Antrag eines israelitischen Grossbankiers sich nur darüber geeinigt, dass die Banken und Firmen als solche sich nickst au dem Geschenk beteiligen sollen.

Kuk'and in Sturm und Drang.

der polnischen Fabrikgroßstabt Lodz nehmen die Unruhen nachgerade ben Charakter der offenen Revolution an. Am 23^ bs. Mts. kam e§ * r-e * - - c-~

Ausland.

Stockholm, 23. Juni. Die Stimmung gegen die Regierung verschlechtert sich unleugbar. Die Kon- 'ervativen hoffen sogar, bas Kabinett zu stürzen. Alle einflußreichen Morgenblättcr konstatieren die starke Un­zufriedenheit über die angebliche Schwäche unb Un- entschlossenheit ber Regierung. Die Ablehnung der Vorlage und der darauf folgende Rücktritt des Ministeriums gilt als wahrscheinlich. Ueberall verlangt man eine starke, auf Schwebens Jntereffen und Sicherheit bedachte Regierung. Der steigende Unwille herrscht wegen bestimmter Gerüchte, dass am Hofe Neigung für eine Prrnzenkandidatur vorhanden sei. Nur bei den sozialistischen Blättern findet die Situation völlige Befriedigung.

Paris, 23. Juni. Blättermeldungen zufolge hat der Kri eg sm in ist er den Gebrüdern Lebaudy mitgeteilt, sie möchten mit ihrem lenkbaren Luftschiff eine UebungS- reise unternehmen, vielleicht nach Toul, und unterwegs im Militärlager von Chalons Station machen. Tie Militär­behörden erhielten Ordre, die Lustschisfer nach Möglichkeit zu unterstützen.

Avignon, 23. Juni. Die hier erfolgte Verhaftung eines Sergeanten wird in Verbindung gebracht mit dem Verschwinden mehrerer geheimer militärischer Aktenstücke aus den Bureaus des G c n er al sta b e s, worüber eine Untersuchung eröffnet sein soll.

Madrid, 23. Juni. Em liberales Ministerium unter Montero Rios hat sich heute konstituiert. Die Porte­feuilles verteilen sieh wie folgt: St. Roman AeusscreS, Garcia Prieto Inneres, Wepler Krieg, Villanueva Manne, Urzaiz Finanzen, Pena Justiz, Mellado Unterricht und Romanones Bauten.

Budapest, 23. Juni. Im gestrigen Mini st errat wurde der wichtige Beschlliß gefasst, die österreichische Auf­forderung zur Annahme der Handelsvertragsver- handlungen dahin zu beantworten, daß die ungarische Regierung derzeit außer Stande ist, in solche Verhand­lungen einzutreten. Ferner kam der Ministerrat gtt der Ein­sicht, daß seine Stelle durch die Mißtrauens-Kund­gebungen der beiden Parlamente unhaltbar geworden sei. Ministerpräsident Baron Fejervary überreichte heute in Bruck a. d. Leitha ein Demi ssionsg esllch des Ge­samtkabinetts. Der Monarch erklärte, er könne die Demission nicht annehmen und die Regienmg nicht des Amtes entheben.

Aus Stadt und Kmid.

Gießen, 24. Juni 1905.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem bisherigen ersten Sekretär des Kaiserl. archäologischen Instituts in Rom Prof. Eugen Peterstzn das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen. Die Geometer 2. Klasse Hofmann aus Wallert­heim, Engel auS Gelnhaar, Michel aus Reinheim, Müller aus Usenborn, Sten er nagel aus Ober-Sorg, Fuchs aus Ober-Florstadt, Eisenhardt aus Königstädten und Grün aus Rüddingshausen wurden zu Feldbereinig- ungS-Geometergehilfen ernannt. Uebertragen wurden dem Schullehrer Seibert zu Grolsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ingelheim, dem Schulamtsaspi­ranten Schneider aus Mainz eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Herbstein, dem Schulamtsaspiranten Roth aus Schwabenheim a. S. eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Dieburg, der Lehramtsaspirantin Schonebohm aus Ottweiler (Nheinpreußen) eine Lehrer­innenstelle an der höheren Burger-(Mädchen-)Schule zu Als- 'clb. Ernannt wurde der Gefangenwärter am Provinzial­arresthaus in Mainz Konrad zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt.

**DasPreisrätseltnNr.88derFamilien- blätter" hat so viel Beachtung gefunden und so zahl­reiche Einsendungen an uns hervorgerufen, daß wir mit Hinsicht tnarauf, daß immer noch Lösungen einlaufen, die Auflösung und Preisvertetlung erst anfangs des nächsten Monats veröffentlichen wollen. Mit Rücksicht auf die große. Beteiligung wollen wir diesmal fünf hübsche Preise aus-' setzen, nämlich 1.Die Rheinlande von Mainz bis KoblenzunddieTälerderLahnundderNah e", von Dr. M. Schwann, ein Prachtwerk mit 150 großen Illustrationen. 2.Don Quijote von La Mancha", von Miguel de Cervantes, nach der Tieckschen Heber- setzung für Schule und .Haus bearbeitet von Guido Höller. 3.Fr au Röllchens Ostseereise und Abenteuer",' von Hegenbarth-Florio. 4. Schillers Dramen. 5. Am sausenden Webstuhl der Zeit, von Dr. L aun- Hardt.

** Johannisfest! Sominersonnenwerde. ... Unfern Alt vorderen war's eine hohe, heilige Zeit. Durch 'den Einfluss deS Christentums ist bas Jvhannisfest daraus geworden Mas ursprünglich vom leuchtenden Tagesgestirne galt, das hat srch sinnig mit dem Schicksale des Vorläufers Christi verwoben^ das allmähliche Surüdtreten und Klcinerwerdenmüssen. Am Joi hannisseste Hingt das entsagungsvolle Wort des Täufers so ganz, besonders bedeutsam: Christus muss wachsen, ich aber muss abnchmen. . . . Die evangelische Kirche hat den, JohannMagj als kirchlichen Feiertag im grossen und ganzen völlig nufgegeben.1 Immerhin werden hier und da noch besondere Johannisg'ottes- bienfte ab geh alten. Neben Johannisbrot, -Kraut, -Dlllme,^

-Groschen, -Bad, -Wasser usw. sind es die Johannisfeuer, bie sich einer weitgehenden Beliebtheit erfreuen. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, dnss sie in alten Zeiten als Notfeuer gegen Krankheiten und böse Geister angezündet wurdeit. Am Johanncs- teige entzückt die sommerliche Blütenpracht gleichsam auf chrer stolzesten Höhe. Und wenn cs dunkelt, gaukeln und schar.reln bte Johanniswürmchen int losen, leisen Sommernachtsspiele. Auf und herunter tanzen Laternchen, Zauber und Wunder, hüpfende (Stern­

** Revision Hubbe. Unsere Notiz m Nr. 144 könnte zu Mißverständnissen Anlaß geben. Die von Herrn Rechtsanwalt Dr. Jmtg auf unser früheres Ersuchen tele­phonisch gemachte Mitteilung besagte, baß bie Revision von ihm gerechtfertigt d. h. gesetzlicher Vorschrift gemäß mit schrist-^ kicher Begründung versehen worden ist und baß die Rcvi- sionsbegrünbung sich stützt auf die Behauptung von Ver­stößen gegen bie Bestimmungen über das Verfahren. Ein Urteil 'darüber, welche Aussichten die Revision habe, hat Herr Dr. Jung selbstverständlich nicht abgegeben.

** Sturz vom Wagen. Das Pferd des Bäcker« Meisters Le in-Klein-Linden ging gestern auf der Frank­furterstraße durch, der Knecht stürzte vom Wagen und wurde ein Stück geschleift. Er wurde, anscheinend erhebe lich verletzt, nach Hause gebracht.

Nutzungen.

Nach kurzer Pause wirb bann an Stelle des verstorbenen Aba. Weidner Abg. h l er in den Sonderausschuß für die Wahl­rechtsvorlage gewählt. Bei Fortsetzung der Beratung des Art. 3 beantragt .

Abg. Ulrich die Streichnug des Abs. 1, der Steuerbettenmg für die zum Zwecke der Hofhaltung benützten Schlösser und Paläste des Grossherzogs und die dazu gehörigen Gebäude, Gärten und Anlagen, sowie für das Hoftheater festsetzt. Der Antrag wird gegen bie sechs sozialdemokratischen Stimmen a b g e l e h n t und der ganze Artikel darauf in ber Ausschussfassung angenommen. Die Art.' 4 bis 7 werden ebenfalls nach dem Ausschußantrag ange­nommen, ?lrt. 8 wird auf Wunsch des nicht anwesenden Präsidenten Haas von der Tagesordnung abgefetzt, ebenso Art. 11. Die Art. 9 und 10, sowie 12 bis 31 werden ohne Debatte nach den Ausschutz­anträgen genehmigt. Art. 32 behandelt die Steuerverteilung und bestimmt, ' dass bei der Besteuerung des Kapitalvermögens für ,je 100 Mk. des Grund- und gewerblichen Vermögens"je 200 Mark des Kapitalvermögens" gesetzt werden solle. Abg. Ulrich beantragt ebenso wie Abg. Wolf, die volle Höhe des Kapitalvermögens zu besteuern. Beide Anträge werdert abgelehnt und der Artikel in der Ausschussfassuug angenommen.

Nächste Sitzmm Samstag früh 9 Uhr.

find hier eingeiroffen. Sie erzählen, daß beinahe eine ganze Eskadron unter Führung ihres Rittmeisters desertiert sei. Alb Grund für die Desertion erklären die Unteroffiziere, daß die Eskadron nicht dem sicheren Tobe in der Mandschurei entgegen gehen wollte.

Tie FriedenSverhandluuqen stocken.

Washington, 23. Juni. (Reuter.) AuS amtlicher Quelle verlautet, daß die ruffisch-sapanischen Verhandlungen infolge einer Erkrankung be5 Grafen LamSdorsf einen unbedeutenden Aufschub erfahren haben. Präsident Roose- velt habe die Antwort Rußlands aus die letzten Vorstellungen, die vernmtlich den 9lbschltch des Waffenstillstandes be- Der Aufschub bedeute keine

Staubz im Gouvernement Minsk. Nach letzterem Orte

einmütig- a nut nehmen. e r,

Abg. Möllinger beantragt namens des Ausschusses, b Gültigkeit des Gesetzes auf 6 Jahre zu beschränken.

2lbg. Steinhart tritt für möglichste Beschleunigung der Einzelberatung ein, bnnul sich auch die erste Kammer noch über die Vorlage schlüssig machen könne, wie wohl jeder im Hause wünsche. Er schlage deshalb auch eine Nachmittagssitzung vor.

Stimmen ber Sozialdemokraten.

Darauf wird Art. 1 in folgender Fassung des Ausschusses angenommen:Die Gemeinden erheben im Bedarfsfälle direkte Steuern (Gemeiudeumlagen) vom G rund-, Ge­werbe- und Kapitalvermögen und vom Gin- k o m in e n. Bei Art. 2, der die Steuerpflicht und den Veranlagungsort bestimmt, haben die Abgg. Corell, Vahr und Weber verschiedene Wünsche. Der Artikel wird schließlich, unter Ablehnung eines Antrags Ulrich nach dem Ausschußantrag genehmigt, und zwar mit der Erweiterung, daß der Steuer vom Grundvermögen auch uuterliegen sollen: Jagd- und Fischerewechte im Gebiete der Gemeindegemarkung, und Rechte auf Ortsbürger-