Vorräte. Der Darou hat die Absicht, ehr Sahar areich zu grünben und zählt dabei auf seinen Einfluh auf die englische Regierung. Unterdes wird aus Las Palmas berichtet, daß die Jacht am 18. dort cingetroffen und am 19. nach Teneriffa weiter «gefahren sei. An Vord befanden sich der Baron, die Baronin Eowic der Kbrrcspondent der „Times" in Tanger Harris.
Ncwyork, 22. Sept. Die „Newyork Tribüne" meldet aus Washington: Lee, der amerikanische Generalkonsul in Panama, berichtete dem Staatsdepartement, daß der Minister des Acußeren in Panama, de la Guardia bei einem Besuch in Sanjose über ein Einverleibungsabkommen mit Costarica verhandelt habe.
Tokio, 22. Sept. (Reuter.) Die Japaner haben nördlich von Sachalin den amerikanischen Dampfer „Barra- couta" aufgebracht.
Kolonialpost.
London, 22. September. Nachrichten aus dem Somalilande besagen, daß sich eine neue aufrührerische Agitation unter den Esa- und Damikili-Leuten bemerkbar macht. Die französischen Behörden geben sich Mühe, um die Bevölkerung zu beruhigen. Man versucht außerdem den Waffenhandel zu unterbinben.
Brüssel, 22. Sept. Die vom Kongo eingetroffenen amtlichen Nachrichten erwähnen nichts von der durch die am Mittwoch mit einem Postdampscr hier eingctroffenen Reisenden berichteten Niedermetzelung von fünf Weißen durch den Sultan von Djabbir. Die Expedition des Hauptmanns Lapaume hat vielmehr die Streitkräfte des Sultans von Djabbir, der sich nach Gapia rettete, in die Flucht geschlagen. Auch die Erhebung des Sultans von Nippe, der tot ist, und die Nachricht von der Desertion der schwarzen Soldaten wird in Abrede gestellt.
Tie neueste Südwcftasrikarnschc Totenliste.
Amtlich wird gemeldet: Zahlmeister Beyer in der Schutztruppe für Südwestafrika ist am 17. September 1905 in Schöneberg bei Berlin in der Maison de Saute an Lungenentzündung, Gehirnerweichung, zuletzt Herzschwäche, gestorben. '— Ein Telegramm aus Buca in Kamerun meldet: Oberleutnant Martin Sandrock, geboren zu Neumarkt, früher im Infanterieregiment Nr. 154, ist am 21. August 1905 in einem Gefecht schwer verwundet worden und nm 6. September in Massanga seiner Verwundung erlegen.
Kcer und Ilotte.
— Das Kaisermanöver dieses Jahres hat, wie man lins von fachmännischer Seite schreibt, weder im Inland noch ■rnt Ausland eine sonderlich günstige Kritik erfahren. Noch nie sind so viele, im Ernstfälle einfach u n m ö gl i che „le b en d e Bildet gestellt worden, noch nie waren Anlage und Durchführung der Gesamtidee in so häufigem Widerspruch zur k r i e g e r i s ch e n W a h r s ch e i n l i ch k e i t. Vorläufig liegen die Urteile des Auslandes, soweit sic überhaupt veröffentlicht werden, ja wicht vor. Aber was man sich in militärischen Kreisen über die Ergebnisse des Kaisermanövers erzählt, läuft einstimmig darauf hinaus, daß das Debüt des Generalguartiermcisters von Moltke, der den noch immer an den Folgen eines Unfalles leidenden Chef des Generalstabes der Armee, Grafen Schliessen, vertrat, kein glückliches genannt werden kann. Und es gibt gute Patrioten, die das mit Sorge erfüllt, — mit einer um so lebhafteren Sorge, als die Vorgänge der letzten Wochen und Monate gelehrt haben, auf wie schwachen Füßen im Grunde der vielgerühmte europäische Friede ruht. Es ist ja, trotz aller offiziösen Ableugnungen, nicht mehr ein Wort über die Tatsache zu verlieren, daß Generalleutnant von Moltke dazu ausersehen ist, die Erbschaft des greisen Generalobersten Grafen Schlicffen anzutreten. Es ist aber ebensowenig Geheimnis, daß General v. Moltke zweimal diese ihm bevorstehende Ehre mit der Begründung ablehnte, er fühle sich den mit ihr verbundenen Pflichten seiner Erfahrung und seinem Werdegang nach nicht gewachsen. Erst einem entschiedenen Befehl seines obersten Kriegsherrn gegenüber gab General von Moltke feinen Widerspruch auf. Tie Armee schätzt den General von Moltke als einen tüchtigen Frontführer und pflichttreuen, persönlichen Ehrgeizes entbehrenden Cbarakrer, und man bedauert daher um so lebhafter, ihn als Kandidaten eines Postens zu sehen, der den eigenen Wünschen des Generals ht keiner Weise entspricht.
Eine thüringische Staatengemeinschaft?
Die „Hildburghausener Dorfztg." erörtert eingehend den Plan einer „Thüringischen Union", einer Wiedervereinigung der durch Erbteilung unter den Zweigen desselben Fürstengeschlechts zersplitterten Territorien zu einem staatsrechtlichen Ganzen, die Uebertragung der Regierung an den jeweilig ' Ae liest en der crbfolgeberechtigten Glieder dieser einzelnen Linien, die Vereinigung der Stimmen der Bevollmächtigten zum Bundesrat nach dem bisherigen Verhältnis, und, soweit erforderlich, die organische Zusammenlegung der betreffenden Neichstagswahlkreise. In Betracht kämen die Einzelstaaten der Erneftiner, sodann die der Schwarzburger, der renßischen und der beiden mecklenburgischen Linien, eventuell alich die beiden lippeschen Lande nach Schlichtung der Erbstreitigkeiten. Hinsichtlich der ernestinischen Staaten werden die Grundlinien folgendermaßen vorgezeichnct:
DaS Großherzogtum Sachsen - Weimar - Eisenach, die Herzogtümer Sachsen-Koburg-Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Altenburg werden zu einem „Großherzogtum Sachsen-Thüringen" vereinigt, deffen Flächeninhalt sich auf 9344 Quadratkilometer mit über 1 000 000 Einwohnern belaufen, also etwa dem des Großherzog- tuins Hessen gleichkommen würde. 2(u5 den einzelnen Territorien würden, unter entsprechender Zusammenlegung der zahlreichen Enklaven und Exklaven, Regierungsbezirke nach preußischem Muster gebildet, während die Hofhaltungen und Zivillisten der bisherigen Fürsten bestehen bleiben sollen. Das Schwergewicht in der Reform würde in der Vereinheitlichung der Finanzverwaltung und in Konsolidierung der Staatsschulden liegen, und gerade auf diesem Gebiete könnte nach Ansicht des Verfassers außerordentlich viel gewonnen werden. Die Staatshoheit ruht beim Großherzog, der die Negierung vermittelst eines Staatsministeriums und einer auf dem Zweikammersystem beruhenden Landesvertretung führt.
Bis zur Verwirklichung solcher Pläne wird freilich wohl noch viel Wasser in der Werra an Hildburghausen vorbei- stießen.
Vom ArbeiterversicherurigS-Kongreß.
Wien, 21. September.
In der heutigen Sitzung gab der Vorsitzende Dr. Bo ed icker zunächst Aufklärung über den gestrigen Zwischenfall, der zu einer vorzeitigen Schließung der Sitzung führte.
Hierauf wurde die Debatte über die Vereinfachung der Arbeiteroersicherung fortgesetzt. Auch die heutige Debatte ivar ziemlich lebhaft. Hierauf wurden einige Referate erstattet. Marquis Ferero di Cambian-Turin erstattete Bericht über die italienischen nationalen Versicherungskaffen für die Jnvaliditäts- und Altersversorgung. Elle-Weimar befürwortet die Errichtung von Jnvalidenhäusern. Dr. Schröder-Kassel erörtert die Kapitalsanlage bei den deutschen Landesversicherungsanstalten. Bielefeld-Berlin bespricht das sog. Heilverfahren, Dr. Mugdan-Berlin den Einfluß der Rentenfestsetzung. Sodann wird die Diskussion über die Vereinheitlichung der Arbeiteroersicherung fortgesetzt^_______________________________
Die Kyolcra.
Der preuß. „Staatsanz." meldet: Vom 21. September bis 22. September mittags wurden in Preußen neun choleraverdächtige, Erkrankungen, darunter zwei Todesfälle, an Cholera amtlich neu gemeldet. Von Neuerkrankungen kamen auf die Kreise Rastenburg eine, Marienwerder eine, Strasburg zwei, Randow drei, in einem Dorfe bei Stettin, in Posen eine, in Kolmar eine. Die Gesamtzahl der Eholerafälle beträgt bis jetzt 236 Erkrankungen, wovon 80 tödlich endigten. Um die Sicherheit der gesundheitlichen Ueberwachung des Schiffahrts- und Flößereivcrkehrs zu erhöhen, wurden weitere Stromüberwachungsstcllen eingerichtet: an der Memel bei Ragnit und Ruß, an der Gilge bei Lappienen (Ostpr.), an der Oder bei Greifenhagen, nn der Peene bei Wolgast, an der Dievenow bei Wollin (Pomm.). Die Stromüberwachung auf der Spree in ihrem Laufe durch Berlin von Stralau bis Saatwinkel wurde durch Bestellung zweier weiterer Aerzte verstärkt.
Ferner wird gemeldet:
Auf einem Kahn in Stettin ist ein Kind anscheinend an Cholera verstorben.
In Lodz (Polen) sind an der Cholera nur Frauen und Mädchen gestorben. Das hygienische Komitee hat dort 180000 Rubel von der Negierung gefordert, um die Epidemie zu bekämpfen.
Aus Stsdi und AauS.
Gießen, 23. September.
Sprechstunden der Redaktion:
12—1 Uhr mittags, 1/37—1,28 Uhr abends.
•* Ein falsches Gerücht. Wir erhielten heute folgende Zuschrift:
Verehrlicbe Redaktion des Gießener Anzeigers benachrichtige ich, daß die mich betreffende Veröffentlichung Ihres gestrigen Blattes gänzlich grundlos ist.
Gießen, 23. Sept. 1905. Hochachtungsvoll
Dr. Entfleisch.
Also ist wieder einmal vom bekannten Darmstädter Sensationsnachrichtenburean, deffen Meldungen mitunter freilich nicht nur richtig, sondern auch von Wichtigkeit sind, so daß auch die sensationsfeindliche Presse seiner nicht ganz ent- raten kann, eine falsche Nachricht verbreitet worden, und zwar nicht nur in Gießen, sondern auch in Berlin, Frankfurt, Leipzig, Hannover u. a. O. — AuS bester Quelle wird uns heute von Darmstadt aus folgendes mitgeteilt:
„Daß Dr. Gutfleisch ein Handschreiben S. K. H. des Groß Herzogs erhalten habe, wurde hier schon vor mehreren Wochen erzählt und verschiedentlich auch geglaubt: wir können auch weiter verraten, daß Herr Tr. Gutflcisth eine bei Hofe gern gesehene Persönlichkeit ist und schon häufiger vom Großherzog empfangen wurde, wenn auch vielleicht nicht in letzter Zeit. Dieser direkte Verkehr mit dem Landesherrn wird aber auch leicht erklärlich, wenn man weiß, daß Justizrat Dr. Gutfleisch der Necbtsbeistand verschiedener oberhessischer Standes- hcrren ist. _ 2Bir können nur wiederholt versichern, daß sich Herr Staatsminister Rothe zur Zeit der b e st e n Gesundheit erfreut (man kann ihn früh morgens schon um 9 Uhr, behaglich die Zigarre rauchend, die Rheinstratze entlang ins Ministerium gehen sehen) und gar nicht daran denkt, seinen Abschied zu nehmen. lUnsere Bemühungen, gestern noch vor Schluß der Redaktion, also kurz vor 1 Uhr, direkte telephonische Verbindung mit dem Staatsministerium zu erhalten, waren leider erfolglos. D Red.) Andererseits wird uns versichert, daß auch Herr Tr. Gutfleisch, dem schon früher der Eintritt in den Staatsdienst nahe gelegt worden war, keineswegs geneigt sein würde, die enormen Lasten eines solchen Amtes zu übernehmen. Tas vielleicht Interessanteste an den ganzen Rücktrittsgerüchten ist, daß man als den eigentlichen Urheber derselben einen bekannten Zentrumsabgeordneten betrachtet, der sich schon seit Jahren als ein schlecht prophezeiender Ministerstürzer betätigt hat. Derselbe Herr ist auch der parlamentarische spirituS ree tot des „Mainzer Journals".
Inwieweit diese Meldungen in Bezug auf die Person des Herrn Dr. Gutfleisch richtig sind, haben wir wiederum leider nicht feststellen können. Herr Dr. G. ist gestern nachmittag zur Teilnahme an der Stadtverordnetensitzung hier gewesen, heute in aller Frühe aber zur Teilnahme am Parteitage der freisinnigen Volkspartei nach Wiesbaden gereist.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer am Realgymnasium, der Obcrrealschule und der höheren Handelsschule zu Mainz Dr. Becker zum Oberlehrer am Realgymnasium zu Darinstadt, den Fachlehrer Becker zu Bingen zum Hauptlchrer an der Baugewerk-und Gewerbeschule zu Bingen ernannt.
• * Unsere telep honischen Kursberichte bringen wir von Montag an in ausgedehnterer Weise als seither. Außerdem sind wir von jetzt an in der Lage, täglich die Berliner Anfangskurse vom gleichen Teile aufzunehmen.
* * Di e Nebenbahn st reckeStockhausen, Heldenbergen, Windecken wird, wie man uns mitteilt, am 1. Oktober eröffnet werden.
* * Jubiläum. Die Firma Kühnhold hier, Ludwigs- straße 55, feiert morgen, Sonntag, ihr 2 5 jähriges Geschäft sjubiläum.
** Blumen Pflege durch Schulkinder. 'Auch in diesem Jahre haben die Schülerinnen der zwei oberen Klassen der Stadtmädchenschule wieder Blumenstöcke zur Pflege erhalten, welche, wie au9 dem Inseratenteile ersicht- licö, morgen, Sonntag, in der Turnhalle der Stadlmädchenschule zur Ausstellung gelangen sollen. Dabei wird, wie in früheren Jollen, auch wieder eine kleine Preisverteilung stattfinden, int)em diejenigen Kinder, welche die bestge- pslegten Pflanzen auf',uweisen haben, einen für die Blu- menpfleae geeigneten Gegenstand als Belohnuna erhalten sollen. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt durch eine kleine F-eicr Sonntagvormittag um 11 Uhr. Da die diesjährige 'Ausstellung noch etwas umfangreicher zu werden
verspricht, als die früheren, so seien alle Blumenfreunde auch an dieser Stelle nochmals besonders darauf aufmerksam gemacht. Der Eintritt ist unentgeltlich.
w. Nidd a , 22. Sept. Gestern fand zu Bin g enh eim die diesjährige Dekanatsshnode des Dekanats Nidda, statt. Die Predigt hielt Pfr. Werner-Nidda über Matth. 17, 1—9 und behandelte die Verklär ungChri st idamals und jetzt. Die Versammlung der Synodalen fand im Rathaus statt, wo Dekan Fischer die Begrüßungsworte sprach und nach Verlesung des Bescheids des Gr. Ober- konsistoriums auf die vorjährigen Synodalbeschlüsse, sowie nach Vorlage der Rechnung und des Voranschlags für die neue Budgetperiode den Rechenschaftsbericht erstattete., Danach haben sich die früheren Verhältnisse nicht wesentlich geändert. Nachdem noch der Bericht erstattet war über die äußere und innere Mission und über die Tätigkeit des Erziehungsvereins, referierte Pfr. Stotz- Rad- Heim, Kr. Gießen, über das Thema: „Die Erfahrungen der letzten 25 Jahre über Gründung, Leitung und Leistung der Kirchengefangoereine in Hessen und ihren Einfluß auf das kirchliche Leben. Das sehr fleißig gearbeitete, klare Referat fand allgemeinen Anklang. Man verhehlte sich nicht die mannigfachen Schwierigkeiten bei der Gründung von Kirchengefangvereinen, indem manche an dem Namen Anstoß nehmen, daß die bestehenden Gesangvereine keinen Raum lassen für einen neuen Verein, auch das weibliche ®fc= ment in den Vereinen nach der Verheiratung nicht mehr glaubt mittun zu dürfen.
-ft Düdelsheim b. Büdingen, 22. Sept. Ein junget Mann namens Böckel stieg gestern in einer Scheuer umher und fiel mehrere Meter hoch herab. Obwohl er Schmerzen hatte, konnte er doch den folgenden Tag umhergehen. Heute morgen fühlte er sich plötzlich unwohl und nach einigen Augenblicken war er verschieden.
* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Schotten feierten am 20. d. M. Schneidermeister Georg Z e n n g e s und Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. — Ein Landwirt in Eimsheim erschlug in einem Anfall von Geistesgestörtheit mit dem Beil seinen ganzen Viehbestand.
t9ermifd>tes»
• Wolkenbruchartige Regen gehen fortgesetzt in dem von dem Erdbeben betroffenen süditalienischen Gebiet nieder, verwüsten die Felder, dringen in die Zelte und in die Zufluchtshütten und in die beschädigten Häuser. An verschiedenen Orten wurden durch Blitzschläge Menschen getötet oder verletzt und Häuser beschädigt. — In den Schwefelgruben von Caltanisetta auf Sizilien wurde ein starkes Erdbeben verspürt. Die Bevölkerung floh in wilda Panik. Ein heftiges Gewitter, welches ebenfalls von starken Erdstößen begleitet war, vervollständigte die Zerstörung. Mehrere Personen wurden getötet. Es fehlte an jeglicher Hilfe. — Im Gebirge San Raolino auf Sizilien stürzte eine Schwcfelgrube ein und verursachte einen ungeheuren Bergsturz. Ein Dors am Fuße de§ Gebirges wurde vollständig verschüttet. Die Einwohner halten sich unter freiem Himmel auf. Einige wurden verwundet.
• Der Deutsche Keglerbund vollendet heuer sein 20. Geschäftsjahr. Das Jahr 1904/05 hatte einen Bestand von 30 Verbänden und 15 Klubs, sowie einzelnen Deutschen in Spanien, Holland, Oesterreich, Rumänien, Aftika rc. mit ca. 8300 Mitgliedern. Die größten Verbände sind die in Hannover und Berlin. Das jüngste Kind deS Deutschen Keglerbundes ist der Verband Wernigerode. In diesem Jahre fanden vier Gau-Kegelfesie statt: Das 6. Sächsisch-Thüringische Gaukegeln in Chemnitz vom 2. bis 5. Juli, daS 7. Nordd. Gaukegeln in Lübeck, auch vom 2. bis 5. Juli, das 7. Mitteldeutsche Gaukegeln in Halberstadt vom 16. bis 20. Juli und das 1. Rhein.-Westf. Gaukegeln in Barmen vom 12. bis 17. August. Das nächste (12.) Deutsche Bundeskegeln sindet Mitte Juli 1906 in Magdeburg statt.
Berlin, 22. Sept. Die Verwaltung der Firma Chemisckr Werke vorm. Dr. Heinrich Byck verbreitet über Unregelmäßigkeiten ein Kommunique folgenden Inhalts: „Die in der Aufsichtsratssitzung unter Mitwirkung des neuen Direktors Litthauer provisorisch ausgestellte Bilanz per 30. Juni 1905 ergtrf einen erheblichen« Verlust, welcher in einer Höhe vor 350 000 Mark auf Unrichtigkeiten in der Bewertung der Bestäni» per 30. Juni 1904 zurückzuftihren ist. Die alsbaldige Erstattung der vollen 350000 Mark ist gesichert, so daß den Aktionären hieraus kein Schaden erwächst. Aus dem Geschäftsjahr 1904/05 verbleibt einschließlich von 68 000 Mk. Abschreibungen, ein Verlust von 240 000 Mark, welcher bis auf 30 000 Mark durch den Reservefonds gedeckt ist. Tie ungünstigen Ergebnisse bd letzten Jahres werden aus die Konjunktur und unrichtige Kalkulationen zurückgeführt, doch ordnete der Auffichtsrat eine weiten Prüfung an. Die definitive Bilanz läßt feine wesentlichen Veränderungen erwarten. Siegmund Byck ist aus dem Vorstand aus- geschieden.
Kcrichtssaal.
Ein böser Faschingsscherz. Während eines Maskenballes in der Turnhalle zu Alzey erlaubte sich der 19 jährige Schreiber Kloos von dort einemMädchen eine große Quantität Juckpulver in den Nacken zu streuen. Dieser schlechte Scherz hatte für das Mädchen, das sich vor Jucken am ganzen. Körper nicht mehr Helsen konnte, derartige Folgen, daß es be- wutzllos zusammenstürzte und in ärztliche Behandlung genommen werden mußte. Der Kloos, der ftüher Schreiber am Kreisamt in Alzey war, hatte sich am dortigen Schöffengericht wegen dieses Streiches zu verantworten. Mit Rücksicht auf seine brutale Tat erhielt er wegen groben Unfugs fünf Tage Haft. Gegen dieses Erkenntnis legte der Kl. Berufung ein, die an der Strafkammer in M a i n z zur Verhandlung kam. Der Angeklagte bestritt, groben Unfug verübt zu haben, nur einen Faschings- schcrz habe er sich erlaubt. Die Strafkammer ließ den „Scherzi nicht gelten, sondern verwarf die eingelegte Berufung als unbegründet, auch hat der „scherzvolle" Angeklagte die Kosten beider Instanzen zu tragen.
— Ein Duell a u f dem M i l i t ä r s ch i e ß p l a tz zu G e r m e r s h e i m hatte ein Nachspiel vor dem Kriegsgericht. Der S a ni t ä t s s c r g ea u t S e e nr ü l l c r und der Unteroffizier Diehl vom 2. Trainbataillon wollten am 16. Juli beim Schießen mit einem Zielkarabiner dessen Schußweite und Wirkung erproben. Der Ilnlerosftzier schoß nach einem Vogel, verfehlte aber das Ziel, weshalb er dou dem Sergeanten ansgclacht wurde. Darüber hatte sich der Unteroffizier geärgert und richtete ohne Weiteres seinen Karabiner, in dem sich keine Kugel befand, gegen den Sergeanten. Im selben Moment drückte der Letztere {einen geladenen Karabiner ab. Die Kugel tnang dem Diehl in die Leistengegend und hatte eine dreiwöchentliche DiensUmfähigkeit zur Folge. Durch ftanbge- richkliches Urteil war Diehl wegen unvorfichtlger Waffenbehandlung zu 14 Tagen Mittelarrest verurteilt worden, während Seemüller vom Kriegsgericht der 4. bayr. Division zu Würzburg wegen des gleichen Reales nur zu 5 Tagen Mtttelarrest verurteilt wurde. Gegen das letztere Urteil ergriff der Gerichtsherr Berufung zum Oberkriegsgericht des 2. bayr. Armeekorps mit dem Erfolge, daß Seemuller wegen gefährlicher Körperverletzung mit 14 Tagen Gefängnis bestraft wurde.
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KeßorDr. Herman Nieliorber^h'b vald ernannt mord
Petersburg, eedilät wurde der P früherer Lehrer Nikol
Rudolf Bau tricknlieder, der-sa Wh des deuten ist am 2L d. R korben. Der D5te in Thüringen gebar Naturwissenschaften Trieft, seit dem Jal brachte ihm die,im „Zlatorog, eine ,lo hatten die im dara sahrrnden Gesellen", einen großen Leser Liedersammlungen „Sl)ielmamt5tiebeT" minder großen: Er mit Vorliebe alte
chen. Mehrere 1 lebten neben sein neue Auslagen. - Wirtin" (Seinen : minder bekannter, (1844 geb.) Brudr i übrige Sonnenberg Karl Adolf Baum
- Zum St, äußerst schaffen 5 Frankfurter LiinWr gefunden hat (ogl. i iruchbaren Boden c 'Mdrn, in der übet
der V«in dief nicht zu einet Ve Adininisttalivn ei nicht nur im In Samten deutsche zu stände, so besi für Knnstsachen v flirt wirklich ein .
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