Ausgabe 
23.9.1905 Erstes Blatt
 
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Kraditaktien . . . Diikonto-Kommandü. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeleges Oeeterr. Sfaatsbahn. Lombarden . . Gotthardbahn . . Lanrahütt® - Bochum Harpener . taatachatzscbems : fest ___.

2er ehemalig? 5> gluckte mit dem Lu-, e, aber nicht gefährliche L. marokkanische Räubü- ächtiatesichallerspe-° von Ceuta. Er setzte die mgt aber für die Ütitfgti! V, Ascgeld. Angesichts dieser w anien den Kreuzers- W mit dem Befehl, to^ 6ario5 Quinta und fit gtfteflt, um gegtb^S

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Nr. LL4 ErReS Blatt.

155. Jahrgang

Samstag S3. September 1905

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General-Anzeiger

erfreut täglich

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siegener Kamillen- llätter viermal in der Woche beigelegt.

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Anzeiger Gießen. FrrniprkchanlchliißNr.51.

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Ire Heutige Kummer umfaßt 16 Seiten.

Farteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

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Jena, 22. September.

Zu der Frage des politischen

Massenstreiks,

dem 6. Punkte der Tagesordnung, lag eine Resolution vor, die darin gipfelt, daß eines der wichtigsten Kampfmittel zur Abwehr politischer Verbrechen gegen die Sozialdeniokratie gegebenenfalls die umfassendste Anwendung des General- stretks sei.

Bebel erörterte die Gründe, weswegen die Frage des politischen Massenstreiks aktuell geworden sei. Eine der Hauptursachen, die diese Frage zur Entscheidung reif machen, liege in dem Wachstum der Partei. Bebel weist auf die ver­schiedenen Strömungen innerhalb der Partei hin. Man habe gemeint, daß die Erörterung dieser Differenzen in der Oesfent- Iichkeit der Partei nach außen und nach innen geschadet habe. Der Dresdener Porteitag habe die Taktik der Partei aufs neue festgelegt nnd das ist eine historische Tat, die die Geschichte der Partei zu würdigen haben wird. Bulow Hobe liberale Neigungen von seinem Aufenthalt im Auslande mit- gibracht. Er habe sich zu Anfang gesagt, mit der sozial­demokratischen Partei laste sich noch etwas machen. Wenn man sie nut Sammetpfötchen ansaste, werde man wohl einen Teil herüberziehen. Dec Dresdener Parteitag habe diese An- stchten direkt gekreuzt. Bebel verbreitete sich dann über die Stellung der Sozialdemokraten im Reichstage.

Der Parteitag nahm nach sehr langer, heftiger Debatte mit allen gegen 10 Stimmen den Antrag Bebel an, gegebenenfalls den politischen Massenstreik vor» zunehmen.

Man schreibt uns aus Berlin:

Der Verlauf des Parteitags läßt unzweifelhaft erkennen, daß der Einfluß der revisionistischen Richtung in der Partei kaum noch nennenswert ist. Bernstein, der Führer und Haupttheoretiker dieser Richtung, hat noch nie so schlecht abgeschnitten, als diesmal in Jena, wo die nm alten Kampsprinzip festhaltenden Parteimänner sich über die Revisionisten förmlich lustig machten. ImVorwärts4 wird ja Herrn Bernstein, der mit seinem eigenen Zeitungs- unternehmen Schiffbruch litt, noch hin und wieder ein Eckchen Papier zur Verfügung gestellt, damit er sich seinen Groll von der Seele schreiben kann. Doch die Abfertigung, die Abg. Ledebor, einer der Redakteure desVorwärts4, Herrn Bernstein in Jena zuteil werden ließ, unter heiterer Zustimmung der Versammlung, ebenso die heutige Rede Aebel's, macht es wahrscheinlich, daß der Revisionismus auch imVorwärts" nicht lange mehr eine Stätte finden wird, namentlich, wenn die angefeindeteethisch-ästethische4 Tonart dieses Blattes einer ruppigeren4 weichen sollte. Der Revisionismus, zu dessen Führung und Entwick­lung Bernstein z. Zt. eig.-ns au6 England herüberkam, würde bann nur noch in sozialistischen Zeitschriften ein schemenhaftes Wesen treiben.

Voiitische Tagesschau.

Der Tiroler Bauernstand.

Kürzlich fand eine öffentliche Versammlung des Tiroler Bauernbundes statt, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Sillian im Pustertale, Schraffl, Mitglied des Reichsrats. Er war selber Bauer und kennt Land und Leu;.- außer­ordentlich gut. Die Versammlung, die im Freien stattfand, war, wie ' derKöln. Volksztg.4 aus Bozen berichtet wird, von 1500 Bauern besucht. Die Redner, alle Bauern, sprachen fließend. Der LandtagSabg. Kienzl, ein Bauer aus dem Sarntale besprach in unverfälschter Bauerntracht die schweren Lasten, die durch Militär und Steuern den Bauern auferlegt sind; er verlangte die zweijährige Dienstzeit und eine vernünftige Finanzreform. Kienzl ist der geborene Volksredner. Seine Sprache ist originell, mit Bildern reich geschmückt, die attsnahmslos dem Bauernlcben entnommen sind. Andere Redner sprachen über Dienstbotennot, Bauernbund und Sozialdemokratie, echten und dummen Bauernstolz, Kunstweingesetz, städtische und ländliche Bodenreform 2C. Der niederösterreichische LandtagSabg. Stotler sprach über die Bauernorganisation und deren Aufgabe. In seinem Schlußworte beantwortete Abg. Schraffl die Frage: Warum organisieren wir uns im Tiroler Bauernbund? mit drastischen Beispielen über Güterzer­trümmerung und Wirkung falscher Zollpolitik. Arn eindrucksvollsten warm seine Darlegungen über das Wahl- recht, über die Obstruktion im Reichsrat und die Untätig­keit des Landtages. Die Reden waren stellenweise sehr scharf, und der Aufruf in den Ausdrücken wenig wählerisch; oder es wäre falsch, diese Bauern kurzweg als Revolutionäre ober Sozialdemokraten zu bezeichnen. Alle Redner haben sich ausdrücklich dagegen verwahrt und Abg. Rainer hat den Gegensatz zur Sozialdemokratie dargelegt. Sein Wort:Wir bleiben katholische, patriotische, deutsche Tirolerbauern,4 klang durch alle Reden durch. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf Pavst und Kaiser.

ArMche Yeuigketten.

Vom Zaren.

Rach Meldungen aus P ii-räbu.rg wird das Kaiser- paar mit dem Thronfolger demnächst zu lcktägigem Slufcnt- halt auf dem polnischen Jagdschlösse S pa la eintreffen.

Wie ein russ. Blatt aus angeblich gut unterrichteter Quelle erfährt, soll der Zar zu seiner Umgebung folgende Acnßerung gemacht haben:Ich werde diesen Juden und Advokaten zeigen, was cd heißt, Verrat in Kriegs­zeiten und während der inneren Unruhen zu begehen." Man fürchtet, diese Aenßerung werde den Behörden neuen Anlaß zu rigorosen Maßnahmen gegen die Bevölkerung geben.

In den Kreisen der russischen Botschaft zu Rom ver­lautet, daß ticr Zar nach erfolgtem Friedensschlnß den Wunsch geäußert habe, den infolge des Krieges verschobenen Gegenbesuch am italienischen Hofe sobald wie möglich abzustatten, und noch im Spätherbste dürfte der Besuch des Zaren in Rom im nächsten Frühjahr mit Be­stimmtheit erfolgen.

Neue Attentate.

In Warschau wurde am Freitag im Sächsischen Garten eine Bombe geworfen, wodurch einige Per­sonen verletzt wurden Sonst mürbe nur geringer Schaden angerichtet Tie Veranlassung zu der Tot ist nicht bekannt Ter Urheber des Bombenanschlags hat selbst Ver­wundungen davongetragen und ist festgenommen worden.

Am Abend des 21. d. M. fand in Wasa (Finnland) im Marienpark eine heftige Dombencxplosion statt., In dem in der Nähe befindlichen Gouvernementsgebäude wurden 55 Fensterscheiben zertrümmert. Die Bombe war anscheinend mit Dynamit gefüllt. Menschen sind nicht ver­letzt. Ter Täter ist unbekannt.

Tie Mordtaten in Nrga und Umgebung nehmen einen bedenklichen Umfang an. Vorgestern wurden auf zwei Direktoren der" dortigen Filiale der Frank­furter Anilin-Fabrik von Lcop. Eassella mehrere Schüsse abgegeben. Ein Kutscher wurde getötet, die Di­rektoren blieben unverletzt. Die Täter sind entflohen. In der Fabrik wurde seit vier Wochen gestreikt. Seit 8Tagen war die Arbeit wieder aufgenommen: bis auf einige Ar­beiter wurden affe Ausständigen wieder eingestellt. Die nickt wieder eingestellten Arbeiter scheinen au5 Rache den Anschlag auf Direktor Goll und Ehemik^r Dr. Schmidt ver­übt zu haben. In der Umgebung von Riga wurde ein Ehepaar ermordet n".d ein Ester erschossen.

Der erste allgemeinrussische Bauernkongreß.

Auf diesem Kongreß waren über 100 Delegierte aus 22 Gouvernements vertreten. Die Versammluna mar unter Mitwirkung der konstitutionell-demokratischen Elemente zu­stande gekommen. Die Debatten trugen im großen und ganzen daS Gepräge gemäßigt demokratischer Ge­sinnungen und vereinzelt wurden sozialistische Stimmen hörbar. Die Art und Weise, wie die Vauerndele- gierten sich über die jetzige Lage in Rußland äußerten, ist recht bezeichnend. Acke verurteilten das jetzige bur?ankratische Regime auf das äußerste und zeigten den festen Willen, gegen die Machthaber energisch zu kämpfen. ÄuS den Reden geht metter hervor, daß in zahl­reichen Gouvernements sthon seit längerer Zeit Bauern­organisationen vorhanden waren, die von Zeit zu Zeit öffentliche Zusammenkünfte veranstaltet haben, welchen nicht selten mehrere tausend Menschen beiwohnten.

Mehrere Redner berichteten über die Lage der Bauern in den Gouvernements, aus welchen sie delegiert waren, wobei sich natürlich ergab, daß diese Lage ä u ß e r st tr o st- los ist Als die ökonomische Ursache für diese Zustände bezeichneten die Delegierten meist den Mangel an Grund und Boden, als politische Ursache da? Vorhandensein einer Unmasse von verschiedenen Behörden, die den Bauern von allen Seiten behindern und die freie Entwicklung seiner Kräfte niederhallen. Ein Redner sprach sich dahingehend aus, daß die Bureaukratie nicht so zu fürchten sei, wie die Großgrundbesitzer, und daß die Ver­hältnisse noch schlimmer werden würden, wenn diese zur Regierung gelangten.

Einige Redner klagten darüber, daß die revolutionären Proklamationen die Person de§ Zaren angriffen ;sie sagten, daß diese Angriffe nicht selten abstoßend auf die Bauern­bevölkerung wirken. Trotzdem konstatierten sie die große ausklärende Bedeutung der Flugschriften für den Bauern. Verschiedene Delegierte bezeugten nicht nur Vertrautheit mit der Tagespresse, sondern auch mit der ernsteren wissen­schaftlichen sozialpolitischen Literatur.

Tie Notwendigkeit der Schulen und Blldungsanstalten wurde allenthalben anerkannt.

Man sieht, daß ernste, tiefgreifende Aufklärungs- und Srganisationsbestrebungen unter den Bauern Platz greifen, welche erklärlicherlveise für die russische Entwicklung von großer Wichtigkeit ist.

Aus Akademikerkreisen.

Kiew, 22 Sept. Eine hier abgehaltene Studenten­versammlung beschloß, die Studien wieüer aufzunehmen und die gewährte akademische Freiheit praktisch durch­zuführen. Zum Rektor der hiesigen Universität wurde der liberale Prof. Z i t o w i tz gewählt.

Grenzverletzungen.

Die KrakauerNowa Neforrna" berichtet über eine schwere Grenzverletzung durch russisä)e Grenzwache. In der Nähe des russischen Städtchens Kuzuyeow hätten am Mitt­woch abend russische Grenzwachsoldaten Schmuggler, größ­tenteils österreichische Untertanen, von öfter- reichischem Gebiet auf ein russisches Polizeikommissariat ge­bracht, wo sie die ganze Nacht zurückgehalten und gefol­tert worden seien. Das Blatt fordert die Regierung auf, von der russischen Regierung Genugtuung zu verlangen.

Groß-Rominten, 22. Sept. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise mit Gefolge sind beute hier eingetroffen und von dem Landrat des Amtes Goldap, von Berg, empfangen worden.

Berlin, 22. Sept. Zu der Fleischteuerung haben nun auch die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin Stellung genommen. Wegen der Höhe der Fleisch- preise beabsichtigen sie vom Standpunkte der Industrie und des Handels Berlins auS bei den Reichs- und Staatsbehörden darauf zu drängen, daß Maßnahmen ergriffen werden, welche die auS der^Fleischnot dem Handel und der Industrie er­wachsenden Gefahren zu beseitigen geeignet sind.

Oldenburg, 22. Sept. Bei den Landtagswahlen unterlagen in der Stadt Oldenburg die Sozial­demokraten vollständig, ebenso in Stadt Delmenhorst, wo sie bei der vorletzten Wahl wegen des Zwistes zwischen Städtern und Landleuten gesiegt hatten. In Varel siegte die sozialistische Liste.

Wiesbaden, 22. Sept. Heute abend fand eine Vor­besprechung der Delegierten zum freis. Parteitage statt. Auf Vorschlag des Zustizrats Alberti-Wiesbaden wurde durch Akklamation Abg. Schm id t-Elberfeld, wie schon auf den näheren Parteitagen, zunächst mit der Leitung der Ver­handlungen beauftragt. Zuerst stand die Frage der Geschäfts- ordnung zur Debatte. Eine längere Besprechung rief die An­regung' hervor, auch die Delegierten-Stellvertreter zu den Verhandlungen zuzulassen. Die in dieser Richtung gestellten Anträge wurden in vorläufiger Abstimmung abgelehnt, und die Mehrheit bewies, daß sie gewillt ist, die frühere Geschäfts­ordnung auch für diesen Parteitag gelten zu lasten. Die endgültige Entscheidung hierüber und über die Frage der Öffentlichkeit wird später getroffen werden. An die Vor­besprechung der Delegierten schloß sich der Empfang und die Begrüßung der Festgäste, wozu auch zahlreiche Damen er­schienen waren.

Trier, 22. Sept. Abg. Dasbach zog die bekannte Beleidigungsklage nach'ß 175 R.-Str.-G.-B. nach er­folgter Ehrenerklärung seitens deS Schriftstellers Brand zu Charlottenburg und des Redakteurs Schneidt zu Berlin zur ü cf. __

Ausland.

London, 22. Sept. Hier werden Klagen laut über die neuesten Stege, welch« die deutsche Industrie über die englische Industrie errungen bat. Tie großen englischen! Schiffswerften versuchten Aufträge für den Bau russischer 'Kriegsschiffe zu bekommen, aber diejenigen Schiffe, bte nicht in Rußland selbst bestellt werden, werden in Deutschland gebaut. Dadurch wandern nach Deutschland viele Millionen Rubel, welche die Engländer gern für sich in Anspruch genommen hätten. Deutschland wird aber, wie es heißt, auch dort Japan auf Ko st en Englands bevorzugt. Japan hat große Bestellungen an Geschützen, Schiffspanzer und anderem! Kriegsmaterial in Deutschland gemacht.

Wien, 22. Sept. Tie heutige Reichskonferenz der ö st r e i ch i s ch e n So zialdemokratie befaßte sich nut dem Eingreisen des Ministerpräsidenten v. Gautsch gegen ine Ein­führung des allgemeinen Stimm rechts in Ungarn. Pernerstorfer beatntragte, ein Manifest an die Arbeiter­schaft zu richten, sie möge die Vorgänge im Kronrate nicht vergeben, ferner beantragte er eine Resolution, welche die sozialdemokati- schen Abgeordneten zum energischen und rücksichtslosestes Kampf gegen b n 3 Ministerium Gautsch auffordert. Die Wahl der Mittel wird dem Abgeordnetenverband überlassen. Im selben Sinne sprach Tr. 9ldler. Schärfere Tonart sÄugen die Abgg. DaSzinski und Schuhmaher an, die direkt die Krone und die Dynastie angriffen und stürmischen Beifall fanden. Schieß, lich wurden Manifest und Resolution angenommen.

Der Arbeiterversicherungskongreß befaßte sich heute mit der Frage der intemat. Unfallstatistik. RegierungSrat Kaan schlägt eine Resolution vor, nach welcher der Kongreß mit großem Interesse jene Beschlüsse zur Kenntnis nimmt, die bei der dicssährigen Session des Internationalen Statistischen Instituts in London in der Angelegenheit der Einrichtung einer Jnternatto^ naten Unfallstatistik gefaßt wurden. Ter Kongreß beschließt seiner­seits die Einsetzung einer Kommission zum toeiteren Studium der Frage und beauftragt die Kvnrmission, sich mit der vom Inter­nationalen Statistischen Institut eingesetzten Kvmmission inS Ein­vernehmen zu setzen. Sodann referiert Klein über die Frage der Errichtung einer Internationalen Unfallstatistik auf der Grund­lage der Erfahrungen der deutschen Unfallstatistik. h Nach Refe­raten über den Grad der Unfallsinvalidität nnd über Unfall­versicherung, sowie über Berufskrankheiten übernahm Ehren­präsident Tr. v. Körber den Vorsitz und verkündete, nachdem der Delegierte Magaldi den Kongreß für die nächste Tagung nach Rom eingeladen hatte, daß Rom der Ort für den nächsten Kongreß sein solle. Es folgten die Schlußreden, in denen Ge­heimrat Tr. Bödicker, Präsident v. Kink und Ehrenpräsident: Dr. v. Korber die Ergebnisse des Kongresses würdigten. Nach einet Rede, in der Paulet-Frankreich den Tank für den den Kongreßmitgliedern zu teil gewordenen Empfang aussprach, wurde; bet Kongreß geschlossen.

Konstantinopel, 21. Sept. Täglich finden üb etauS zahlreiche Verhaftungen und Daussuchungen statt, bet welchen eine große Anzahl Druckschriften und Korrespondenzen gesunden wurden. Tieselben sollen das Bestehen einer weit­verzweigten Verschwörung erweisen.

Ein Minengang, der unter eine große Ka ferne in Pera führte, soll entdeckt worden sein. Tarin arbeitende Ar­menier sollen ausgesagt haben, daß auch in Stambnl unter der MoscheeAjia Sofia" und in Skutari unter der Ar­tille r i e ka s e rn c Minengänge angelegt seien.

Tanger, 22. Sept. Ein Passagier der Jacht ;,§>vnor" behauptet, daß Baron von Forelt, unter dem Vorwand, eine Vergnügungsfahrt zu unternehmen, auf seiner Jacht eine be­waffnete Expedition nach der Sahara austüste unter B i l l i g u n g .E n g l a n d s. Zu diesem Zweck befinden sich an Bord der Jacht 34000 Wmdchester-Gewehre, Munition und