Ausgabe 
20.2.1905 Erstes Blatt
 
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Der neue Entwurf der Hess. Städteordnung.

Für die endgiltige Ausgestaltung des Entwurfes war die sachkundige Mitwirkung der Bürgermeister derjenigen Gemeinden, auf welche die Städteordnung Anwendung findet, von großen: Wert. Ihre, mündlich in gemeinschaft­lichen Sitzungen mit der Negierung vorgebrachten Anträge und Wünsche konnten in weitgehendster Weise Berücksich­tigung finden. Was im einzelnen Aenderungen anbctrisst,

Ein Bombenattentat in Paris.

Konsulat zu Paris

Vor dem mexikanischer:

Hause von Fresnes.

Schienen, Puffer, Räder und Achsen, Sand und Steinen.

Samstagnacht der Güterzug entgleiste, bildete am ganzen Samstag und besonders am gestrigen Sonntag das Ziel zahl«

Ein gewaltiges Stück Arbeit steht aber noch bevor, bis die letzten Spuren des Unfalles beseitigt sind. Auf beiden Seiten des Bahnkörpers liegen noch die zertrümmerten Güterwagen wüst durcheinander in Gesellschaft zerbrochener und verbogener

sei spanischer Untertan, heiße Garcia, sei 35 Jahre alt, habe Grund zur Klage gegen die mexikanischen Behörden und bezweckte, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. In seinen Taschen wurde:: ein geladener Revolver und. ent Dolch gefunden. Der Verhaftete versichert, er fei nicht

An ar ch ist.

Bei der Haussuchung ii: der Wohnung Garcias wurden außer Büchern und Schriftskiicken in spanischer Sprache drei in Papier gewickelte Bomben gefunden. Die Bomben enthalten einhundertdreißig Granin: feinkörniges Schwarza- Pulver. Sie sind, wie v,o!m städtischen Laboratorium ange­nommen wird, als gefährlich anzusehen. Ferner wurden Reservezünder gefunden. Garcia war früher im Krankew-

Heranziehung zahlreicher tzilfsinannschasten so gefordert, daß der Verkehr am Sonntag wieder ausgenommen werden konnte.

<v)crr Dr. David hätte wahrlich seiner Die Polizei veryaxretc an Ort und Stelle cmci: durch ----- fBrandwunden ziemlich schwer verletzten Mann, der * c Er gibt an, er

Keer und Alotte.

AufBefehlseines Unteroffiziers aufetnen fiamcrabe n s ch o ß der Rekrut Birnbaum vom Ulanenregunent in in m. Bei einer Schießübung im Kasenrenhof trat der Ulan Gabler in die Nähe der Zielscheibe. Der Unteroffizier Marx befahl dem Rekruten Birnbaum: Sckieß auf ihn! Birnbaum führte den Befehl aus, als er wiederholt wurde, und traf den Kameraden in die Schifter. Vor dem Kriegsgericht in Ulm er­klärte Birnbaum, er sei der Ansicht gewesen, wenn sein Unter­offizier ihm zweimal den Befehl zu schießen erteile, könne eine Gefahr für Gabler nickt vorhanden sein. Ter Unteroffizier Marx- erklärte, er habe nur die Absicht gehabt, Gabler ein- zuschücktern. Daß Birnbaum losschießen würde, habe er nicht geglaubt. Das Gericht sprach nach derVolksztg." Birnbaum frei und verurteilte Marx nur 5 u 45 Tagen $ c f ä n gn i s. Zu seinen Gunsten wurde die gute militärische Führung, seine Versicherung, daß er Gabler nicht habe verletzen wollen, und die schnelle Heilung der Wunde angenommen.

reicher Zuschauer. Die Aufräumungsarbeiten wurden unter

und schon am Sonntag vormittag waren Ansichtspostkarten zu haben. , p

** Der Vorstand der Gesellschaft für soziale Reform hielt geftern unftr dem Vorsitz des Freiherrn von Leonhardi hier eine Sitzung ab. Es wurde, aus -tu laß de^> 93 e r g a r Ii c 11 c r ft re i k s im Ruhrgebiet hmucktsich der güt­lichen Beilegung von Streiks und Aussperrungen folgender Be-

Politische Wochenschau.

Der Reichstag widmete ferne ganze Arbeitskraft in der fetzten Woche dem Handelsvertragswerk Posa- dowskys. Er überwies die Verträge an eine Kvmmifnon, die unter dem Vorsitze des Zentrumsführers Dr. ^pahn sämtliche Verträge annahm. Sobald lick nach Verabschiedung der Handels­verträge durch den Reichstag mit Sicherheit übersetzen laßt, wann die 5^and-^svertrüge in Kraft treten werden, wird auf gründ des § 12 de? Zolltarifgesetzes vom Dezember 1903 durch kaiserliche Ver­ordnung mit Zustimmung des Bundesrats der Zeitpunkt be­stimmt werden, iam welchem der neue deutsche Zolltarif tu Kraft tritt. Selbstverftändtzck wird der Zolltarif gleichzeitig mit den neuen Verträgen in Kraft treten. Man nimmt nach dem bisherigen Verlauf der Reickstagsverbaudluugen vorläufig an, daß dieser Zeitpunkt der 1. März 1906 sein wird.

Die Arbeiten der Budget ko mmission wandten fick der Beratung des Marineetats zu. Dabei wurde offenkundig, daß die Agitation des deutschen Flottenvereins von der Regierung als lästig empfunden wird. Ter oberhessische Graf Oriola, der Sprecher der Nationalliberalen, ferner .Gröber vom Zntcum und der fteikonservative Arendt hielten mit ihrem Tadel gegenüber maßloser Flottenagitation nickt zurück. Einer der Herren meinte, der Flottenverein sei ebenso gemeingefährlich wie der Bund der

Aus Stadt und Land.

Gießen, 20. Februar 1905.

* Huddes Geständnis ist von Frankfurter Blättern der Darlegung von Einzelheiten berichtet worden, die, wir aus sicherer Quelle erfahren, zum großen Teil völlig der Luft gegriffen sind. Die Einzelheiten werden einst-

dev Kohlenarb eiterstreik für b e e n d et erklärt, -^re Ar­beiter nahmen dort die Arbeit bedingungslos Mieder auf.

Nur der Generalstreik in B e l g 1 e u dauert nocki an. Gegen 7o 000 Arbeiter streiken dort noch Im allgemeinen nimmt die belgiM Ausstandsbewegung, wenn auch nur sehr langsam, an Kraft ab. In gleichem Maße nehmen die Belästigungen Arbeitswilliger zu An verschiedenen Orten wurden Bomben gelegt. Es ist so gut wie lieber, daß die Arbeiter seit der ablehnenden Haltung der belgischen Regierung mit dem Streik keine xhre r For­derungen durchsetzen werden.

Die nn a ar i sehe MiNi'terknus ist noch Nicht beendet. In den leisten Tagen wurden Kossuth, die Grafen Audrassv und Apponhi, Baron Banffv, die früheren Minister Lang und -^-a- raitni und der Mg. Hodossv zum Kaifer Franz Joseph nach Wien beschieden. Tie Dinge sind offenbar noch nicht einmal un Ve- ginn der Entwickelung; niemand sieht und kam: wissen, wie sie enden

Nicht' geringe Aufmerksamkeit rief eine Kundgebung des ft önig? von Italien hervor, die sich auf die Erriciftung eines internationalen l andwirtschaftl i cken Aus- gl e i ch s i n st i t u t s bezieht. Die Verwirklichung des Planes würde in allen Landen außerordentlich ftcubig begrüßt werden. Eine internationale Konferenz wird nach einer römucken Meld­ung zum Mai einberufen, ^ie Veröffentlichung des Programms '^Ter^oneueste französische Kolonialskandal zeigt, zu welchen Grausamkeiten im 20. Iahrhundert d:e --'Genicken trotz aller Kultur und Zivilisation fähig sind. Tie Paruer Blatter veröffentlichen entsetzliche Einzelheiten über die von dem ver­hafteten Kolonialbeamten George Toauet und dm.eu Genoffen begangenen Grausamkeiten in Franzi'sisck-Kongo. ^:efe Beamten sollen nickt nur einen, sondern drei Eingeborene nut D vn amitpatronen getötet haben. Ein Administrator na­mens Marsant hat eine Eingeborene, die ihm nickt zu Willen war, bei lebendigem Leibe v e r b re n n e n lassen. _xer Verwalter der französischen konzessionierten Gesellschaft in Lnn- poko lNbanghih Dubois, der zur Zeit in Frankreich weift, erzählt, Toguets Stellvertreter Gand, ein ehemaliger Apotheker, ict der eigentliche Erfinder aller Greueltaten gewestn. Sein tägliches Vergnügen war, den Schwarzen den Ausguß a u s s e i n e m Laboratorium als Suppe zu verabreichen. Auch em europäischer Soldat wurde ge jirungen, dieses abfcheu- liche Gemengsel z u t r i n f c n. Die wegen Vergehen eingesperrten Neger wurden unerhörten dNartern ausgesetzt. Einem kündigte Gaud an:Tu bist frei!"; er hatte kaum zehn Schritte gemacht, als ihii Gands Revolverkugel niederstreckte. General Tumergue hat mitgeteift, es sei kein Zweisel darüber, daß die Tatsachen sich so zugetragen haben, wie sie berichtet wurden. Tie Bewege seien durch persönliche Briefe zur Genüge erbracht. Tie öffentliche Meinung werde für diese Ungeheuerlichkeiten ihre Genugtuung fordern, aber ldie Verbrechen seien eher den Aerzten als den Richtern zu übergeben.

In Rußland hat sick die Sage im Innern wie nn Aeußern um nickts verbessert. Tas fnrcktbare Attentat gegen den Großfürsten Sergius deckt die inneren Krankheiten des ruf fi­schen Reiches auf und zeigt, wie sehr dieses Land leidet. Tie Mission des preußischen Prinzen F r i e d r i ch L e 0 p 0 l d , Reften sonstiger bockgestellter Persönlichkeiten, außergewöhnliche englifcke Kabinettsratssitzungen usw. lassen auf eine rege Tätigkeit in der diplomatischen Welt schließen. Offiziell heißt es indes, daß an Frieden nicht zu denken ist.

Landwirte.

Bei der Etatsdebatte in der hessischen 2. ftajnm_er ritt kn der vergangenen Wocke der sozialdemokratische 9lbg. Tr. D a v^i d sein Steckenpferd, die Sckulfrage, mit der Grazie des edlen ^on Quixote von la Mancha. Als die Schulen auf der -ragesordnilng standen, eilte er eigens aus Berlin nach Darmstadt, um seine Rosi- nante in freiefftr Freiheit zu tummeln. Wäre er in Berlm geblieben, dann wär? der Herr Tr. Phil, pbilosophifcker erfchienen. Da er bei den höheren Lehranstalten nickts Anständiges vor­zubringen hafte, begab er sich auf ein auch für ihn neues Gebiet. Er griff den Gpmnasialdirektor Geheimrat Tr. Sckädel in Gieren aufs schwerste persönlich an, indem er lediglich alten Klasch auf- wärmte, der längst gerichtlich als solcher festgenagelt ist. Eine Beweiserbringung hielt er für unnötig und erklärte nur, dan fern Gewährsmann zuverlässig sei. Nicht allein die Regierung nahm sich des schwer in seiner Ehre gekränkten tüchtigen Schulmannes an, sondern auch die Vertreter aller bürgerlichen Parteien wandten. --- ---- ~ x . . ff

ftd> getoloffen gegen diese Art und W-ise der Ausübung cmes wurde am Samstag aocnd ein starker Knall vernommen Abgeordnetenmandats Herr Dr David hätte wabrl'.ck fctTtpr Tip hprnnrrpfnn -**r( nnd> Götellc cuicit Durcti!

Pflickt als Abgeordneter genügt, wenn er das ihmzugeflogene" 1;--------------- o._y , ----

Anklagematerial der obersten Schulbehörde zur Prüfung vorgelegt nach dem Krankenhause .gebracht wunde, und deren Antwort abgewartet hätte. Dann Märe pent Lande 1 ^«4^« nx «r

und ihm der überaus peinlicke Ausgang der ^ffäre, Er spart geblieben, und man hielte ihn heute nock für einen sachlichen Gegner und taktvollen Menschen. Trotz aller seiner und fernes Freundes Ulrick kranrpfhaften Bemühungen blieb nun der all­gemeine Eindruck der, daß sich die hessischen Genofseii hier wieder einmal gründlich blamiert haben und daß die beiden Schadel- Tage für sie nichts weniger Äs ein Ruhmesblatt bedeuten, -.rem Lande aber kostet wie ein Baueriibündler ihnen vorhielt, dieie

s cb l 11 fi) .nMid Qi|f Me Leiter der Zechen erfolg

Mlehiiuug von Verhandlmiaen mit den Bergarbeitern über die von diesen mifgestellten Forderungen und gegenüber dem -6er- fagen des Berg-Gewerbegerickts als Einigungsamt 6_, ff. und insbesviidere S 65 des Gewerbegerickts-Gesetzesi^ erscheint dringend erforoerlich, im Wege der R e i ch s g e f e tz g e b u n g Mittel iind Wege zu schaffen, um die Parteien vor und wahrend eines Streiks oder einer Aussperrung zu dem Versuch fried- lickeii Ausgleichs im Wege der Verhandlung zu nötigen.

2) Ter Ausbruch und der Verlauf des Bergarbeiterstreiks bestätigt, daß nur eine kraftv 0 lle uud nmfa f s e n d e Organisation der Arbeiter B ü r g scha f t b i e t e t gegen übereilte Ausstände und deren Begrün ohne Einhaltung der ftündigunasfrist sowie für den Abschluß und das Einhalten von Tarif-Verträgen, die als wirksamste Mittel zur Vermeidung von Ausständen und Aussperrungen anzusemn sind. Es erscheint deshalb dringend erforderlich, durch Die Gesetzgebung des Reichs die Hindernisse z u b e s e i - Ligen, welcke der Ausbildung und der Wirksamkeit der Ar- beiter-Verufsgenossenschafteii im Wege stehen, und Mittel zu schäften, welche die Ar b e i t g eb er n 01 i g en , die Verufsgenossenschaft als V e r t r e t c r i n derinihr organisierte n Arbeiter anzuerkennen. Einen sol­chen Weg zu finden, wird besonders für solche Betriebe un­erläßlich, welche sich mit der Gewinnung oder ^Herstellung und mit dem Traiisport von Gebrauchsmitteln beschäftigen, welche für den täglichen Konsum der Bevölkerung u.nentbehrlich sind." Ferner wurde beschlossen, den Zusammenschluß der in Hes - s c n besteh'nden Ortsgruppen der Gesellschaft für Soziale Reform zu einem Verband anzuregen. Um zu der reichsgesetzlichien Reaelung der Zwangsversick^rilng der Handlungsgehilfen und sonstigen Privatangestellten, deren Gehalt 2000 Mk. im Jabr über­steigt, Stellung zu nehmen, wurde der Schriftführer der Sektion, Sekretär Scherf dahier, beauftragt, hierüber demnächst Bericht zii erstatten. Voii einer Beschlußfassung über die Errichtung von Arbeitsnachweisen in der Provinz Oberhessen wurde mit Rück­sicht auf die von einer anderen Seite ausgehende Anregung zunächst Llbstand genommen.

** Reform !des B au arb eit erschuft e s in 5)esscn. Die GLcchh. Regierung plant, wie wir derSoz.^ Praxis" entnehmen, eine «gründliche Durchführung des B a u a r b e i t e r s ch u tz e s. Sie wird in kurzer Frist den! Kammern der L'andstände den Entwurf eines Ge­setzes vorlegen, dessen wesentlicher Inhalt darin besteht, daß die Regierung die Ueberwachung der Beschäftigung der Arbeiter an Bauten selbst in die Hand nimmt und sie nicht mehr den Gemeinden allein überläßt. 2lls Träger der Ueberwachung sind die Gewerbeinspektoren ausersehen, denen zu diesem Zwecke Beamte beigegeben werden, die ausj Bauarbeitertreisen gewählt werden sollen. Dieser gänzlich neue sozialpolitische SckMtt der Regierung dürste den Wün­schen der Arbeiter in weitestem Maße entgegenkommen undf der Zustimmung aller ernsten Sozialpolitiker sicher fern, umsomehr, als es sich nicht nur nm den Schutz gegen Unfall­gefahren handeln wird, sondern weil auch namentlich die! Ueberwachung der gesundheitlichen Gefahren in Betracht, gezogen lverden soll.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Als 14. Dienstags-Abonnementvorstellung gelangen morgen drei Einakter zur Aufführung. Als Einleitung des Abends findet eine Wiederholung von Oskar Blumenthals jtimm- nngsvollem Einakter ,,Wann wir altern" statt, dm bei der Premiere so großen Beifall gefunden hatte. Daran schließt sich Marx Möllers poetische und ergreifendeAscher­mittwochdichtung" Totentanz, in der Frl. Frieda Ehristophersen vom Neuen Tlfeater in Berlin als Königin und Herr Sandorst als Domino die 5?auptrollen inne haben. Ten Schluß des -Mends bildet die Pariser einaktige Komödie Der Dieb" von Octave Mirbeau, ein feiner graziöser! Scherz, in dem Herr Andreas und Herr Giorgi als Darsteller in: Vordergrund stehen.

** Po'lizeibericht. Wegen Verleitung seiner! eigenen Mutter zum Meineid wurde gestern dm fyier wohnhafter Arbeiter verhaftet. An einem Hause in der Walltorstraße wurde in der verflossenen Nacht eine Fensterscheibe ein ge s ch 1 a gen. Der Täter ist fest­gestellt und Anzeige erhoben worden.

** Ein ö fterreichisches Damen-Orchesie r wird hier morgen, Donnerstag, im Neuen Saalban einen Opern- 1 und Operettenabend veranstalten. (Vgl. Anzeige.) In einer auswärtigen Zeitungsnotiz werden die Leistungen der Wiener Damen ausgezeichnet unddie Weichheit und Fein.

Aktion über 800 Mk. .

Die Volksschnllehrer haben mit ihrer seinerzeit auf oem deutschen Lehrertag in Königsberg zum Beschluß erhobenen Forderung der Berechtigung zum Univ er sitats- studium auck im hessischen Landtage wenig Gluck ge­habt, obwohl der hessische Landeslehrerverein jenen Beschluß aus- orücklick gebilligt hatte. Dr. David schnitt nach seiner Schadel-

Mrfuhr diese Frage an und behauptete, daß Gegner eines auf Hebung des Bildungsniveaus der Volkssckmllehrer hinzielenden Antrages nur diejenigen Leute sein könnten, die unter der Zen­trumsflagge segeln. Er mußte sich aber bald belehren lafien, daß auch die Nationalliberalen einem solchen Antmge keinen Geschmack abgewinnen tannen. Und die. Regierung erklärte durch den Mund des Ministerialrats Eisenhut kurz und 1 bündig, daß sie die Forderung des Universitätsstiidiums für die! Volksfchullehrer als pr a k t i s Ä u n d u r ch f ü h rbar anfehe und wie sich durch Massendemonstrationen nicht zu etwas werde drangen laus ,

lassen, was sie für unrichtig hafte. Hessen sei überdies neben | weilen noch streng geheim gehalten; mir so viel ist verlautet, Sacksen auf diesem Gebiete am weitesten gegangen, .indem es den twr Raubmörder auch bei feinem Geständnis sich noch w" flttDii,"Cn ^«sck-^krmgen den UnwcrsMtsbesuchl ätzten Strohhalm klammert und den Mord nicht flC Ter frühere vreuß. UnterstEelrttär und jetzige Kurator allein begangen Haden will, sondern mit einem ihm un- per Universität Bonn v. Rottenburg soll gemaßregelt werden, bekannten Gefährten. Also nach bekanntem Muster dergroße Dadurch erwirkt sich das Ministerium Studt neue Mißlübtgkeft Unbekannte"! Diese haltlose Angabe wird der Verbrecher &SÄS?.Äs,#-»*15*%*,* mT* ft-1? nicht nehmen lassen Notleidenden zu helfen. Herr v. Rotten- wir hören, m der letzten Zelt doch m ängstlicherer Gcniiits- &urg aber hat weiter nichts getan, als seinen Namen unter einen Verfassung al§ anfangs. Die Vernehmungen bauen: fort. Aufruf zu Gunsten darbender Bergleute gesetzt! ** Eisenbahn-U.nfall. Die Stelle, an der in der

An Kundgebungen zur akademischen Fr eiheit ftnd un - -

Laufe der Woche eine ganze Reihe ergangen. Tas wichtigste Er­eignis war die Antwortdepescke des Kaisers auf die Begrüßungs- jobreffe der Hannoverschen Akademiker'oersammlung. Die akade­mische Freiheit ist danach ernstlich nicht gefährdet. Der Kaiser telegraphierte, man braucke sich ihretwegen keiner Sorge hinzu- geben. Damit ist das lösende Wort gesprochen.

Im Ruhrrevier ist der Frieden wieder eingekehrt. Sckien A Misänglich, als sollten die Arbeiter Maßregelungen ausgesetzt werden so haben sich die Zeckenbesitzer aftmäblich anders besonnen und tragen nun durch Spenden und Vorschüsse selbst zur Beseitig­ung der Notlage der Arbeiter bei. Es sck'int aber, daß nun die Stimmung in konservativen Kreisen, dem preußischen Berg-, .

g e i e 0 beizuPflichten, daS am 18. d. M. dem Abgeordnetenhaus Wie bei allen derartigen Ereignissen, treten neben den Hilfs- Nin"Schl?iim «rteTarfrM die Cameras 'm Tätigkeit; mehr oder weniger gut

auch ü? Mannh eim und Ludwigshafen wurde am 17. ds. | gelungene Ausnahmen der Trummerftatte wurden gemacht

In Sosnowice sind noch nachträglich 14 Arbeiter gestorben, sodaß die G e s a m t 5 a h l d e r O p f e r vor der Katharinenhütte 6 0 beträgt. Nach Meldung staftzischer Blätter beträgt die Zalft der während der Unruhen m Russisch-Polen bisher getöteten Personen IL00, o:c Zahl der Vertmmdetcn über 6000.

Gorki.

Aus Petersburg wird gemeldet, daß Gorki an Ttfphus schwer erkrankt fist. Er soll auf Grund dessefben Hochverratsparagraphcn wie der Mörder Plehwes, Safsonift, angeklagt werden.

Ein Theaterskandal.

Petersburg, 18. Febr. Während einer Thra­ker-Vor st ellun g erhob sich der bekannte R e ch » anwalt Bychowsky von seinem ^:tz, forderte das Pu­blikum zur Ruhe auf und hielt in heftrgem ^rone e:ne Rede gegen die Regierung, d:e 11: den orten igipfelte:N i e d e r mit der S e l b st h e r r s ch a f t, leb e die Freiheit" Die Anwe, enden gäbe:: durch -laute Bravorufe ihr Einverständnis zu erkennen, xaz Vor­stellung mußte unterbrochen werden und> d:e-Zu sch au er, deren eine große Anzahl verhaftet wurden, ver­ließen eiligst das Haus. Bvchowsky :ft :n d:e Kase­matten der P e t e r - P a u l - F e ft u n g abgefuhrt worden.

Prinz Friedrich Leopold von Preußen verweilte bekanntlich am 17. k M. aut Zarenhof. gerade an dem Tage der Ermordung des Großfürsten Sergms. Er überbrachte, wie wir schon meldeten, dem Zaren e:n Handschreiben Kaiser Wilhelms, dem von Per­sonen, die dem Hofe nahestchen,^ aroße Bedeutung be:- gelegt wird, wie es auch auffällt, daß der Z a r p e r f ö n l: cv den Prinzen am Babnhof empfangen und der Bruder des Zaren, Großfürst Michael, abends dein Gaste das Geleit bis Gatschina gab, von wo ein Sonderzug dtesen wieder nach Berlin brachte.

heit des Tones, die Grazie und den Schwung des Vortrages" besonders gerühmt.

7 Friedberg, 19. Febr. In der Stille des heutigen Sonntags ertönten plötzlich Feuersignale. Es brannte in der L a ck f a b r i k von Friedrich R 0 ß b a ch , wo ein Lack­behälter in Brand geraten war. Nach dreiviertel Stunden war der Lack abgebrannt, worauf die Feuerwehr wieder ab­rücken konnte. Nachbargebäude waren nicht gefährdet.

Mainz, 19. Febr. Zu einer er heben den Trau er« kundgebung gestaltete sich die Beerdigung des Kom­merzienrat Mettenheimer (eines geborenen Gießeners). Pfarrer Vogt hielt eine durchdachte Trauerpredigt. Namens der Stadt sprach Oberbürgcrrneister Tr. Gaßner unterMeder- legung eines Kranzes den: Verstorbenen ein letztes Lebewohl und pries seine Verdienste, die er sich um die Stadt er­worben hat. Die Mainzer Handelskammer rief ihrem lang­jährigen, 'Unermüdlichen und tatkräftigen Ni'itglied durch! Dr. Gastell den Scheidegruß zu und für die Mainzer Volks- bank würdigte Direktor Reins all das Gute, dasftommerzien- rat Mettenheimer als Mitglied und Vorsitzender des Ver- waltungsrats geschaffen hat. (Nach demM. Tgbl.)

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Gundheim (Rheinhessen) ver­weigerte der katholische Pfarrer Wieland dein Johann Leidemer die Absolution,weil er die (demokratische) Wormser Volks­zeitung austrage". Eine Vorlage des Siadtbauamts Mainz über den Umbau des dortigen Stadttheaters zur Erhöhung seiner Feuersicherheit gelangte an die Stadt­verordneten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf Mk. 377 000. Die Sitzplätze im Theater sollen dadurch um 200 vermehrt werden.