Ausgabe 
20.2.1905 Erstes Blatt
 
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TeBegaBionisches* Kursbericht.

F «Mkfnrt a. n., 20. Februar.

37a° Reicheanleihe 3% do- *

SV.fl/o Konsole .

3°/n ' ........

3V2% Hessen . . 3»/,% Oberhpssen . .

4% Oesterr. Goldrento .

4,/s% Oostorr. Silberrento 4% Ungar. Goldronto .

4o/., Italien. Rente , .

4/a% Portugieser . . 30/ Portugiesen. . . .

1 % C. Türken . . .

Türkenlosa .....

. 102.30 \ 30/0 Mexikaner . .

. 91.40 41/2')/o Chinesen . .

. 102.30 Electric. 8 oh ackert .

. 91.40 . 100.60 . 99.70 . 102.20

Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Konmandit. Darmstädter Bank .

101.00 . 100.35 . 105.60 . 68.50 . 67.90 ' 103*20

Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oestorr. Staatsbahn . Lombarden . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum.....

4°,0 Griech. Monopol.-Anl. 52.60 Hnrponer

4l/a äussere j^rgontiner. Staatsschatzscheine .

lendenz: fest.

. 35.10

. 95.00 . 145 00 . 111.90 . 213 86 . 194.36 . 144.68 . 161.00 . 165 50 . 139.90

. 17.10 . 191.50 . 258.25

. 248.25 . 213.80

überzeugen Sie sich, daß bei Ihrem Stück Leute ebenso sanft

Dumas schnelle Antwort,das ist ja noch unser Freund von

Das Mädchen war sofort tot.

zu bemerken daß Eile not tut und daß sofort mit der Arbeit be^ gönnen werden müßte.

gestern; der ist noch gar nicht aufgewacht".

Der Harem des Sultans von Sansibar. Der

Bestimmungen zur Geltung gebracht.

Der 6. Titel handelt von der Verwaltung des städtischen Vermögens und bietet außer der schon früher erwähnten Äenderung, daß der" Gehalt der Stadt­rechner nunmehr nur in einer festen Besoldung bestehen darf, nichts bemerkenswertes.

Der 7. Titel, welcher hie Bestimmungen über die städtischen Umlagen, besonderen Ausstell­ungen, Abgaben nndGebühr en enthält, mußte eine Umgestaltung erfahren infolge des Entwurfes eines Ge­setzes, die Gemeindeumlagen betr. Bezüglich der Ab­gaben und Gebühren, welche durch Ortsstatut ihre Regelung erfahren sollen, sind nur allgemeine Direktiven^ gegeben, aber es ist damit eine zurzeit fehlende einheitliche Grundlage geschaffen, die auch insofern bemerkbar ist, als nun alle Abgaben und Strafgelder in die Stadtkasse fließen sollen.

Der 8. Titel behandelt die staatliche O b er au f jich t über die städtische V e r w alltuhr g. Auch hier sind nur wenige Aenderungen vorgenommen worden, meistens veranlaßt durch die gleichzeitig mit diesem Entwürfe revi­dierten Gesetzesmaterien; nur Art. 120 enthält die schon erwähnte Neuerung, daß der Kreisrat in manchen Fällen bei Weigerung der Stadtverordnetenversammlung an deren Stelle das Erforderliche anordnen und den Bürgermeister mit Vollzug der getroffenen Anordnung beauftragen kann.

Neueste Meldungen.

Orrgiiraldrahtmeldungerr des Gießener Anzeigers.

Kiel, 20. Febr. Hier verlautet, die Großfürstin! Sergius werde, sobald das Trauer-Zeremoniell dies ge­statte, einen längeren Aufenthalt auf dem, prinzlichen Schloß,' Hemmelmark nehmen.

B r e m e n, 20. Februar. In der Braunschweiger Straße, wurde die Witw e Jahn gestern mit durchschnittener! Kehle aufgesunden. Wahrscheinlich liegt ein Raubmord, vor. Der Täter ist unbekannt.

London, 20. Febr.Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Gestern fand eine erhebende Trauerfeier für den General Matsuma, dem Helden der Kämpfe um den 203- Meter-Hügel, statt, an welcher mehrere Mitglieder des diplomatischen Korps und fremde Militäratachees teilnahmen.

P a r i s, 20. Febr. Na L Petersburger Meldungen der Aurore zirkulieren die verschiedensten Gerüchte über die vom Zaren an­geblich! gefaßten Beschlüsse. Soviel steht fest, daß bei dem Großfürsten Wladimir eine Konferenz stattgefrmden hat, an welcher fünf Großfürsten teilgenommen haben. Es wurde beschlossen, die Gattin des Großfürsten Alexander zu be­auftragen, vom Zaren Maßregeln zum Schutze der Großfürsten zu erbitten. Die Teilnehmer an der Kon­ferenz sprachen sich sämtlich gegen irgend welche Konzessionen aus, und überlassen dem Zaren die Verantwortung für Katastrophen, welche sich infolge von Zugeständnissen ereignen würden.

Paris, 20. Febr. In der Umgebung von Autem (Departement Saonne et Loire) wurde Radium entdeckt. Es werden eifrige Nachforschungen nach diesem kostbaren

Ihr Stück ausübt/ Den nächsten abend wurde zufällig ein Stück von Dumas gegeben und wiederum wurde ein Herr während der Aufführung vom Schlaf überwältigt. Soumet ah nun den Augenblick der Revanche gekommen; er klopfte Dumas auf die Schulter und sagte:Bitte, lieber Dumas,

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag den 20. Februar, abends 8 Uhr, B i b e l st u u d e im Konfirmandeusaal der Lukasge m eind e, Liebigstraße 56. Text: Ephes. 1, 8 ff. dürrer ^uler.

chlafen können, wie bei dem meinen."Richt doch", war

VeriMchtes.

Ein gediegener Schlaf. Alexander Duinas der Jüngere hat nicht nur in seinen Stücken einen schlagfertigen und'geistreichen Witz entfaltet, sondern wußte auch in seinem Leben rasch und fein jedem Witzspiet zu begegnen. Ein hübsches Beispiel erzählt Arthur F. Davidson m einer un­längst erschienenen Biographie des Dichters. Eines Tages litzt er mit dem Dichter und Dramatiker Alexander Soumet 'm Theatre Franyais. Ein Stück von Soumet wird aufge- iührt. Da sieht Dumas einen Zuschauer, der fest schläft. ^Setzen Sie", sagt er zu Soumet,das i|t die Wirkung, die

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 21. Februar 1905: Zeitweise heiter, etwas kalter, nur stellenweye geringer Schnee, windig? . .

y Näheres durch die Gumcncr Wetterkarte.

spruch gegen sie ergangen wäre.

Petersburg, 20. Febr. Der Hof Minister benach? richtigte den Grafen Lambisdorff, daß der rusfische.Hof die Entsendung von Vertretern au st än d rf cher Höfe zur Beisetzung nicht: wünsche. Außerdem! verlautet, daß ein geheimes Zirkular an die Gouverneure vorbereitet wird, die l i b e r a l e P r 0 v i n z i a l p r e s s eaust eigener Machtvollkommenheit zu unterdrücken. Man spricht von starken Differenzen im Ministerkomitee und zweifelt an dem Erfolg des Reformwerkes. Man erzählt sich, daß Witte über den Verlauf der Arbeiten stark ver­stimmt ist. Unter solchen Umständen kann die Lage schwerer und aussichtsloser denn je angesehen werden.

Moskau, 20. Febr. Der Mörder des Groß­fürsten Sergius hat bisher seinen Namen nicht ge- nannt, versprach aber später alles aufzuklären. Bei ferner. Festnahme schrie er laut:Es lebe die Freiheit, allen werde Freiheit." Der bei ihm gefundene Paß, ausgestellt auf den Namen eines Witebsker Kleinbürgers, erwres ftd). als Fälschung. An dem Orte der Tat wurden nachträglich der Diamantring und die Zigarrentasche des Großfurstw ge­funden. Der Griff vom Wagenschlag wurde -00 Mever lueit geschleudert. Die Explosion war so stark, daß zwei Kutscher auf der NikolSkistraße vom Bock geschleudert wur­den Infolge der gegen die Studenten nach dem Atten­tat begangenen Maßregelungen baten die Studenten den Stadthauptmann um Schutz gegen deratige Ausschrertungeuj der Bevölkerung. .

Sultan von Sansibar, der sich gegenwärtig auf der Fahrt nach England befindet, hat als einzige legitime Gattin eine Halbschwester zur Frau, deren ältester Sohn allein thron­berechtigt ist. Sie ist die Vorsteherin des Harems und gleich den übrigen Frauen des Sultans raucht auch sie leidenschaft­lich Zigaretten. Die meisten der Weiber gehen barfuß und tragen goldene und silberne Spangen über den Knöcheln. Ihre Zahl schwankt zwischen hundert und zweihundert und sie werden aus den besten Familien des Landes ausgewählt. Jahr um Jahr wird eine neue Auswahl vorgenommen, und zwar werden dabei den Frauen, die bis zum 25. Jahre kinderlos geblieben sind, untergeordnete Posten zugewiesen. Meist müssen sie bei den neuen Ankömmlingen die Dienste einer Hofdame verrichten. Auch aus China und Indien hat sich der Sultan Haremsfrauen kommen lassen, und er soll sich einbilden, auch aus Europa welche mitbringen zu können.

* Kl e in e Tag e s chron i k. In dem russischen OrteRY ka stcrrben bei einer Hockzeitsfeier nach dem Genuß von Brannt­wein 10 Personen unter Vergiftungserscheinungen. 16 ringen noch mit dem Tode. Bei GrandLanaye (Belgien'» wurde die schrecklich verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens aus der Meuse gezogen. Tie Arme bis zum Ellenbogen waren abgeHnit- ten. Ein geheimnisvoller Todesfall beschäftigt die Krumnal- behörden von Paris. Eine alte Dame wurde im Schlafzimmer ihrer aus zehn Piecen bestehenden sehr luxuriös eingerichteten Wohnung durch Kohlenorydgas erstickt aufgefunden.. Infolge einer Denunziation hat die Polizei diese Angelegenheit aufgegrisien, da es sich um eine 15 Millionen-Erbschaft handelt. Larieu, Wachtmeister einer in Vernon (Frankreich). garnisonierenden Trainkompagnie, gestattete feiner 'Frau, bei einem Offiziersfeste einen Klaviervortrag zu halten. Bei diesem Anläße entstand zwischen dem Leutnant Freund, und Frau Larieu eine 'Sian011. Als Leutnant Freund am 16. d. M. in der Wohnung Larieus erschien, wollte ihm dieser ein Säbelduell aufnötigcn; Freund sprang aus dem Fenster, Larieu sprang ihm nach, , versetzte ihm in Gegenwart mehrerer Zeugen Säbelhiebe und ließ sich dann ruhig entwaffnen und in Gewahrsam bringen. ^n Baku erfolgte auf dem Schiffsanlegeplatz bei Bibieibas a uf einer Naphthabarke eine Explosion. Fünf benachbarte Barken ge­rieten in Brand, ebenso der Anlegeplatz. Gegen 20 Menschen sollen umgekommen sein. Ter Stiefsohn des Bauern Gruß in Velscov bei Vorsfelde (Braunschweig) war mit dem Reinigen eines Jagdgewehrs beschäftigt, als plötzlich sich dasselbe entlud und die Ladung der 18 jährigen Stiefschwester in den Kopf drang.

so haben wir der Äenderung des Jnstanz^nzuges und des s Wegfalls der Bestinrmungen über den Magistrat bereits ( ^Erwähnung getan; eine Reihe anderer Blenderungen sind , wesentlich redaktioneller Art, vielfach sind auch in oew geltenden Gesetze enthaltene sprachliche Verschiedenheiten beseitigt worden. So witd seither unterGemeindevor­stand" bald der Bürgermeister allein, bald mit der Stadt­verordnetenversammlung zusammen vorhanden, jetzt aber wird in einer dem allgemeinen Sprachgebrauchs gerecht werdenden Weise Stadtvorstand und Stadtver- > tretung unterschieden. Der erstere, der Bürgermeister, ist die Obrigkeit der Stadt, er ist verantwortliche und ausführende Gemeindebehörde, während die Stadtvertret­ung beschließend und kontrollierend tätig ist.

Ganz neu sind die dem 2. Titel den Bestimmungen der Stadtverfassung beigefügten Normen über die Trennung von Gemeinden. Bisher fehlten solche Nechts- sätze; man war seinerzeit davon ausgegangen, daß dieser Fall kaum jemals praktisch werden würde. Aber die Zeit hat das Gegenteil gelehrt durch den Trennungsantrag Gustavsburgs von Ginsheim. Wenn auch ein solches Vor­kommen höchst selten ist, so muß das Gesetz doch immerhin Vorsorge dafür treffen. Die Trennung ist analog den Bestimmungen über die Vereinigung mehrerer Gemeinden geregelt. Es ist ein Antrag seitens Beteiligter, Zustimm­ung der Stadtvertretung und nach Anhörung des Kreis­tages Genehmigung des Landesherrn erforderlich. Auch die Möglichkeit der Abtrennung einzelner Ge­markungsteile und der Vereinigung derselben mit einer Nachbargemarkung hat eine bemerkenswerte Neu­regelung gefunden, so, daß eine Trennung auch gegen^ den Willen der Betelligten im Verwaltungsstreitverfahren möglich ist, sofern ein öffentliches beW. öfsentlichrechtliches Interesse vorliegt. Seither war dies nun in beschränktem Maße infolge einiger Sonderbestimmungen, z. B. im Feld­bereinigungsgesetz, möglich, jetzt aber ist durch den Entwurf eine erfreuliche Weiterung geschaffen.

Der 3. Titel behandelt die Ortsstatuten und der L Titel enthält die Vorschriften über die Angehörigen der Stadtgemein de, ihre Rechte und Pflichten. Diese letztere Einteilung entspricht genau der Disposition der Kreis- und Provinzialordnung, wo diese Bestimmungen auch in besonderen Abschnitten vereinigt sind.

Die Bestimmungen über die Stadtverwaltung und ihre Organe sind im 2. Titel zusammengefaßt; besondere Abschnitte über die Ausschüsse, Deputationen und Kommissionen, sowie über die städtischen Beamten sind neu eingefügt. Entgegen dem bestehenden Rechte soll die Stadtgemeinde, wenn ortsstatutarische Bestimmungen über Einteilung in einzelne Wahlbezirke fehlen, als Wahlbezirk gelten, eine Umgestaltung, die zumeist den jetzigen tat­sächlichen Verhältnissen entspreche^ wird. Um diese Be­stimmungen zu vervollständigen, ist im Art. 70 hie Heraus­gabe einer W a h l a n l e i t u n g durch das Ministerium des Innern vorgesehen. In dem 2. Abschnitt dieses Titels, welcher die Besoldung, die Wahl und das Aus­scheiden des Bürgermeisters und der Beige­ordneten aus dem Amt zum Gegenstand hat, sind neu die Bestimmungen über die Regelung der Ruhegehalts- ansprüche. Damit hat die Regierung einem einstimmig geäußerten Wunsche der Stadtbürgermeister entsprochen. Die Bestimmungen greifen Platz, wenn andere Vereinbarungen nicht getroffen worden sind. Vorbildlich für die Regelung waren die für die Staatsbeamten geltenden gleichartigen Vorschriften. Zukunft soll auch eine etwaige Vordienst- zeit als pensionssähig aügercchnöt werden. Als solche gilt diejenige Zeit, während welcher der Betreffende seit Voll­endung des 29. Jahres im Reichs-, Staats- oder Kommunal­dienst angestellt oder als Rechtsanwalt oder Notar tätig war. Bei der Tätigkeit der Stadtverordneten­versammlung ist für Bürgschaftsübernahmen seitens der Stadtgemeinde, wie sie vielfach^ von Sparkassen ge­fordert werden, insofern eine Erleichterung geschaffen, uls nur bei Verbürgung für Forderungen über 500 Mk. die Genehmigung des Kreisamtes erforderlich ist. Die bei den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung aufzunehmen­den Protokolle sollen nun auch nicht mehr von allen Stadtverordneten, sondern nur von dem Bürgermeister und zwei aus der Versammlung gewählten Urknndspersonen unterschrieben werden, auch eine Folge der Wünsche der Städtebürgermeister. Was die Stellung der Beigeordneten -zum Bürgermeister betrifft, so ist man hierbei der badischen Stadtordnung gefolgt und bezeichnet nun die Beigeordneten alsdie Amtsgehilfen des Bürgermeisters", wodurch der Bürgermeister gegenüber den Beigeordneten die Stellung eines Vorgesetzten erhält. Tas dem Bürgermeister, zu­stehende Recht der Verhängung von Geldstrafen ist erweitert worden. In Disziplinarsachen wurden für die städtischen Beamten im übrigen die für die Kreisbeamten vorgesehenen

Metall angestellt.

Paris, 20. Febr. Wie aus Petersburg berichtet wird, haben sich die Alinister für Friedensschluß ausgesprochen, doch herrschen starke Differenzen über die zu befolgende diplomatische Taktik. Ein Minister sagte, er fürchte, es könne zu spät werden, wenn nicht rasch einem ehrenvollen Frieden zugestrebt werde. Aus Griepenbergs Berichten machte aus den Zaren der Nachweis besonderen Eindruck, daß Kuropatkin absolut falsche General­stabskarten besitzt. Ein Hügel, dessen Besitznahme Griepenberg mehrere tausend Mann gekostet hatte, war gar nicht eingezeichnet. Die gegenwärtig zwischen Mukden und Tienling sich vorbereitenden Ereignisse erfüllen auch aus diesem Grmnde die leitenden Kreise mit Besorgnis.

Paris, 20. Febr. DasEcho de Paris" berichtet aus Petersburg: Der Empfang Griepenbergs in Zarskoje Selo war äußerst kühl. Nach Anhörung der Erklärungen Griepenbergs äußerte der Zar, daß er die Ansicht Kuro- patkans teile. In militärischen Kreisen scheint man Griepenberg mehr entgegenkommend zu sein.

Paris, 20. Febr. Wie aus Petersburg gemeldet wird, erzählte Frau Gorki, daß sie allein ohne ihre Kinder er­mächtigtwurde, am Freitag ihren Mann zu sehen. Niemals waren vorher die Symptome der Tuberkulose so er­schreckend deutlich zu sehen wie an diesem Tage. Von einem Typhus-Anfall wußte Frau Gorki nichts.

Konstantinopel, 19. Febr. Der DampferSk. Nikolaus" mit dem General Stössel an Bord ist hier eingetroffen. Der russische Marineagent Fregattenkapitän Schwank begab sich an Bord, um im Auftrage seiner Regie­rung an die an Bord befindlichen Offiziere das russische Amtsblatt zu verteilen, in dem die ihnen vom Kaiser verliehenen Auszeichnungen veröffentlicht sind. General Stössel stattete heute mittag dem _ russichen Botschafter Sinowjew und den Mitgliedern der russischen Botschaft Be­suche ab. Später erschien der Oberzeremonienmeister Ibrahim Pascha auf der russischen Botschaft, um den General im Namen des Sultans zu begrüßen. Stössel reiste heute abend auf dem DampferSt. Nieolaus" nach Rußland weiter.

Petersburg, 20. Febr. Amtliche Berichte bestätigen die Massenhinrichtungen in Warschau auf Anordnung des Gouverneurs Tschertkow. 15 0 Arbeiterführer seien an eine Mauer gestellt und durch mehrere Salven einer Militär- Abteilung getötet worden, ohne daß vorher ein Rechts-

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 20. Febr. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 493 Ochsen, 191 aus Oest­reich, 55 Bullen, 10 aus Oestreich, 759 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 2 aus Oestreich, 287 Kälber, 158 Schafe und Hammel, 1888 Schwei,le, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7073 Mk., 2. Qual. 6466 Mk., 3. Quäl. 5660Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 5859 Mk.; Kühe 1. Qual. 6466 Mk., 2.Qual. 5961 Mk., 3. Qual. 4850 Mk, 4. Qual. 3840 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: l.Qual. 8183Psg., Lebendgewicht 7276Pf., 2. Qual. 7680 Pfg., Lebendgewicht 6062 Pfq., 3. Qual. OO00 Pfg., Schlachtgewicht 0000Pfg., Schafe: l.Qual. 70-72, 2. Qual. 6466 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.: Schweme 1. Qual. 6264 Pfg., Lebendgew. 50 Pfg., 2. Qual. 62-00 Pfg., Lebendgewicht 4900 Pfg., 3. Qual. 5557 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand'.

ic. Frankfurt a. M., 20. Febr. (Ong.-Telegr. desGießen. Am"! * Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weiten Ntk. 18.5000.00, Kurbessischer Mk. 18.5000.00, La Plata Mk. 18.5019.50, Kansas Mk. 18.5019.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.5014.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.0018.50, Franken- felderMk 18 2518,50, Hafer Mk. 14.5015.50, MaisMk. 12.5000.00, Weizenmehl' 0 Mk. ' 26.7527.25, 2. Qualität Atk. 24.75

bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.7523.25, Roggenmebl 0 Mk 29 0023.25,1. Qualität Mk. 19.5020.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis'Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.50-00.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier..

GingesanÄt.

(Für den Fnhalt der unter Dieter Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion d>'".'. Publikum gegetiüber keinerle: Verantwortung.)

Schnakenplage.

Mit arober Freude hat der Einsender vernommen, daß endlich einmal ein ernster Versuch zur Bekämpfung der Echnakenplage aemacbt '»erben foß- Um aber zu einem wischen Resultat zu aelärn eu rnuk der Periuch rationell durchaeiübrt werden. Das kann man nicht dem Einzelnen überlaßen, sondern cs «mm durch eine Behörde geschehen. Jedenfalls wäre die städtische Behörde ani berufensten dazu, dlnch geeignete Scittc den Versuch zu unter- nehmen Tie Kosten müssen, da es das Wohl der Allgemeinheit betrifft voii der Stadt getragen werden. Schließlich wäre noch

Ilniversttäts-Vachrichten.

DieKöln. Ztg." meldet aus Newyork: T-ie Geneigtheit Kaiser Wilhelms, den Titel eines Ehrendoktors der Reckte von der Universität Pennsylvaniens fritr dreier der Wiederkehr von Washingtons Geburtstag am 22. d. anzuneh­men, wird hier als weiterer Beweis seiner frenndlichen Gesinnung gegenüber den Vereinigten Staaten ausgefaßt. Der Kaiser ist der erste Monarck, der in dieser Weise durck eine amerikanische Uni­versität geehrt lvird. Der deutsche Botschafter Speck von Stern­burg wurde vom Kaiser angewiesen, das Doktordiploni für ihn in Empfang zn nehmen. Präsident Roosevelt erhält zu gleicher Zeit denselben Grad.

Hannover, 18. Febr. Das DisziPlinargericht der Technischen Hochschule^ erkannte gegen die früheren Mit­glieder des Studentenausschusses, Studiosus Heile auf Rele­gation, Studiosus Zim m ermann auf Androhung der R e l e g a t io n. In der Studentenschaft herrscht große Er­regung. Den Gemaßregelten wurden stürmische Ovationen ge­bracht. .