Ausgabe 
22.8.1905 Zweites Blatt
 
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Dienstag 2Z. August 1905

Nr. 196

155 Jahrgang

Zweites Blatt

Ursthetrtt KZSch axtt vuSnahms bei Sonntags.

General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblaLt für den Mir Eietzen.

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der vor einigen Wochen bei einem Brandei unter eigener Lebensgefahr aus Hause rettete, wurde gestern durch die ihm verliehene Rettungsmedaille

Die »Wietzener SawlfienMätter* werden dem ^Anzeiger viermal wöchenllich betgelegt. Der «tzelßlchn Lml-vttt- erscheint mouaMch einmal.

Ortes, Herrn Bin, zwei kleine Kinder einem brennenden Kreisrat Böckmann überreicht.

Frankfurt,

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keine Neubelebung, sie werde jetzt eher zahlreicher begangen als früher.

Damit eirbeten am Sonntag nachmittag die Beratimgen, an die sich noch ein gemeinsames Mittagsmahl anschloß.

Ans Htaöt und KastS.

Gießen, 22. August 1905.

** Besitzwechsel. Das Besitztum des Schlossers Gg. Ferber, Steinstraße 43, ging für 14 000 Mk. in den Besitz des Architekten Karl Nesselträger aus Heuchel­heim über.

* Die Fleischbeschau. Das Großh. Ministerium des Innern hat unterm 2. ds. Mts. an die Großh. Kreis­ämter wegen der Ausbildung der Laienfleischbeschauer für ländliche Beschaubezirke folgendes Ausschreiben erlösten: Es ist wiederholt darüber geklagt worden, daß es ost schwer falle, geeignete Personen für den Fleischbeschau-

dicnst in ländlichen Beschaubezirken zu gewinnen, in denen das aus Gebühren bestehende Einkommen der Fleischbeschauer den Kosten für deren Ausbildung gegenüber zu gering fei., Die Gemeinden zur Deckung dieser letzteren Kosten heran- zuziehen, fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage, überdies würde der Weg der Ausbildung von Fleischbeschauern auf Gemeindekosten nichts weniger als empfehlenswert erscheinen. Da die direkte Uebernahme der Kosten der Ausbildung der Fleischbeschauer unter die nach Art. 7 u. ff. des Ausführungs­gesetzes vom 4. April 1903 zu deckenden Kosten gesetzlich nicht zulässig ist, ermächtigen wir Sie, für alle diejenigen kleineren Beschaubezirke, deren Zuteilung zu größeren wegen ihrer isolierten Lage untunlich erscheint, die Kosten der Aus­bildung der Fleischbeschauer auf die Kreiskaste vorlagsweise anzuweisen und dieser durch Abzüge an den den betreffenden Fleischbeschauern zu bewilligenden Gebühren in einer im Einzelfall von Ihnen festzusetzenden, nicht zu kur; zu be­messenden Zeitdauer wieder ersetzen zu lasten. Die betreffenden Fleischbeschauer wären in solchen Fällen vertragsmäßig zum Rückersatz der noch rückständigen Ausbildungskosten zu ver­pflichten, wenn sie aus eigenem Antrieb ihre Stelle auf­geben oder die Nachprüfung nicht bestehen oder wegen mangelhafter Dienstführung entlassen werden. Je nach den gegebenen Verhältnissen können für die hier in Betracht ge­zogenen Beschaubezirke, damit infolge der zu machenden Ab­züge das Einkommen der Fleischbeschauer nicht allzusehr ver­ringert wird, die Gebühren auf Grund des § 23 Abs. 6 der Fleischbeschauordnung entsprechend erhöht werden.

B. Treis a. d. Lumda, 21. Aug. Als in allen seinen Teilen wohlgelungen kann das Fest bezeichnet werden, das der Gießener Zweigverein der Gustav-Adolf- Stiftung gestern bei uns gefeiert hat. Feststimmung lag auf der ganzen Gemeinde, die Häuser und Straßen beS Dorfes hatten Festschmuck angelegt. Diese hatte sich denn auch, als kurz nach 2 Uhr die Glocken zum Festgottesdienst riefen, in solchen Scharen eingefunden, daß die Kirche sie nicht alle fassen konnte. Den Gottesdienst eröffnete nach' einem prachtvollen Orgelpräludium der hiesige Kirchengesang» verein unter der Leitung des Lehrers Gödtel mit einem Chorr Lobet den Herrn", der exakt ausgeführt die Festgemeinde in die rechte Festesstimmung versetzte. Die formvollendete^ packende Festpredigt hielt Pfarrer Groth-Rödgen übev Röm. 1, 15 u. 16. Nach einem weiteren Chor des Kirchen­gesangvereins:Rüstet euch, ihr Christenleute" erstattete der Schriftführer des Vereins, Pfarrer Euler-Gießen den Rechenschaftsbericht über daS abgelaufene VereinSjahr. Punkt 4 Uhr luden die Glocken zur Nachversammlung ein, welche, da der Himmel sich inzwischen wieder aufgeheitert hatte, auf dem großen freien Platz bei der Kirche abgehalten werden, konnte, wo sich bereits mehrere Hunderte von Zuhörern ein­gefunden hatten. Der hiesige Männergesangverein eröffnete den Reigen der Vorträge mit einem Chorlied, worauf Pfarrer Büchner von hier die Anwesenden willkommen hieß unbi der Hoffnung Ausdruck gab, daß das schöne Fest die altem Freunde und Helfer des Gustav-Adolf-VereinS mit neuer Liebe zu demselben erfüllen und ihm neue erwerben möge^ Nach einem weiteren Liede des Gesangvereins hielt Psarrep Gußmann von Kirchberg einen sehr anregenden Vortragi über die Verbreitung des Evangeliums in dem 'Lande der Mönche und Nonnen, Spanien. Zum Schluffe seiner Aus­führung schlug er eine Tellersammlung zum Besten der Evangelisation in Spanien vor- die den schönen Betrag von 38 Mk. ergab. Leider setzte der inzwischen eingetretene Regen der schönen Feier ein frühes Ziel, sodaß nach einem weiteren Chor des Gesangvereins der Vorsitzende des Vereins, Dekan Strack-Leihgestern das Fest unter herzlichen DankeSworten an die Anwesenden und alle, die zum Gelingen beigetragen hatten, gegen 51/, Uhr schloß. Die Kollekte nach dem Fest-^ gottesdienst betrug 93.66 Mk. und wurde von dem hiesigen Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde Rockenberg für den Bau einer Kapelle zugewiesen. Außerdem wurden noch für etwa 15 Mk. Gustav-Adolf-Schriften verkauft.

8. Geißnidda, 20. Slug. Dem Bürgermeister unseres

für einen löjähnaen Siede als 'Lehrling 19. AuM E enamt

21. Aug. Im hiesigen Rangier-^ bahn Hof ist man einem fortgesetzten Massendieb st ahv

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Laudes-Konferenz der Kesstfcheu Sozialdemokratie in Alzey.

Die sozialdemokratische Landesorganisation für Dessen hielt enn Samstag und Sonntag ihre diesjährige Landeskonferenz im Saalbau zu A l z e h ab. Rot war der Grundton des Saalschmuckes. Selbst die grünen Lorbeerbäume des Podiums, das mit Bildern und Büsten verstorbener Parteigrößen geschmückt war, trugen rote Papierrosen. Der Vorsitzende, Abg. Ulrich- Offenbach, gab am Sanrstagaberll) den Bericht über die Tätigkeit des Landeskomitees, während Abg. Orb den Kassenbericht erstattete. Die Gesamt-Ein­nahmen im Geschäft^ahr 1904/05 beliefen sich auf 7911 Mk., die Ausgaben einschließlich 2000 Mk. Beitrag zur Berliner Zen­tralkasse betrugen 4986 Mark. Das Barvernrögen betrug am 21. Juli 1905 7911 Mk. Die Zahl der organisierten Mitglieder beträgt nach Ausweis des Markenumsatzes 9596. Für die be­vorstehenden Landtagswahlen erscheint demnächst ein Handbuch zu Agitationszwecken. Zur weiteren Agi­tation und Organisation im Großberzogtum wurde die Auf­stellung eines Landes-Partei-Sekretärs bewilligt, der am Sitz des Landeskomitees zu wohnen hat. Scharfe Vor­würfe wurden gegen einige Bürgermeister erhoben, well sie die Gemeinderatssitzungen auf Zeiten legten, in denen es den Ar- l^itervertretcrn nur unter finanziellen Opfern möglich sei, daran tellzunehmen.

Ueber den Parteitag in Jena und das neue Parteistatut re­ferierte Abg. Ulrich.

Ueber die Tätigkeit des Landtags und d-ie bevor­stehenden Landtagswahlen berichtete Abg. Dr. David. Er berührte den mangelhaften Ausbau der Fabrikinspektion, verlangte Arbeiterkammeru, Verbesserung der Schulverhältnisse im volkstümlichen Sinn, stärkere Heranzielmng der Reichen zu den Schullasten, Trennung von Staat und Kirche usw. Für die Not­wendigkeit der Verwaltungsreform führte er einzelne Fälle ^an. Das Vorgehen des Provinzialausschusses im Falle des freireligiösen Predigers v. Zuccv und Cuccagno bezeichnete er als eine grobe Ueberschreitung der Kompetenz dieser Behörde, gegen die es leider keine Rechtsmittel mehr gebe. Als wirksames Agitationsmittel bei lleinen Gewerbetreibenden und Bauern empfehle sich der Hin­weis auf die Ablehnung des Schuldabzugs bei der Reform der Gemeindesteuer. Bei den bevorstehenden Wahlen sollen, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. Nur in aussichtsreichen Wahlkreisen sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt werden. Wo es möglich sei, einen Gegner des direkten Wahlrechts zu ver­drängen, sollen auch Kandidaten bürgerlicher Parteien unterstützt werden, in erster Linie freisinnige Kandidaturen. Als aussichts­reiche Wahlkreise gelten: Mühlheim, Pfungstadt, Darmstadt- Bessungen, Seligenstadt, Vilbel, Gießen-Land, wo jeden­falls Krumm-Gießen dem Mg. Leun entgegengestellt werden wird, und Mainz-Land, den: bisherigen Wahlkreis des Zentrums- abgeordneten Dr. Schmitt. Zu verteidigen sind Groß-Gerau und Langen. Den Wahlkreis Langen, in dem der bisherige Ver­treter Cramer die Karllndatur ohne Angabe von Gründen nicht mehr angenommen hat, hält ein Vertreter aus dem Wahlkreis nicht für so ganz sicher, da der nationalliberale Kandidat, Reichs- tagsabg. Dr. Becker mit allen Mitteln der Demagogie agitiere.

Von zwei Delegierten wurde gegen die Lehrer eingcwendet, baß sie vielfach den Interessen der Sozialdemokratie entgegen­arbeiteten. Einer der Redner verstieg sich sogar zu der Aufforder­ung an die Landtagssraktion, keine Gehaltsaufbesser­ung für die Lehrer mehr zu bewilligen, ehe sich die Lehrer in dieser Hinsicht nicht gebessert hätten.

In seinem Schlußwort trat Dr. David diesen Ausführungen entgegen. Die Entscheidung über Gehaltsaufbesserung von Be­amten dürfe lediglich aus sachlichen Erwägungen erfolgen. Auf eine Frage wegen des Verhaltens gegenüber den anderen Par­teien in den Wahlkreisen, in denen eigene Kandidaten nicht auf­gestellt seien oder zwei bürgerliche Kandidaten in die Stichwahl kommen, erklärte Dr. David: Wo keine eigenen Wahlmänner aufgestellt würden, seien in erster Linie die freisinnigen Wahl­männer zu unterstützen, um den nationalliberalen Einfluß zu brechen. Bei Stichwahlen zwischen Nationalliberalen und Bauern- bündlern oder Zentrumskandidaten dürfte in der Regel der Na­tionalliberale das kleinere Uebel sein. Generell lasse sich die Frage allerdings nicht entscheiden. Die Grundforderung für die sozialdemokratische Wahlbilse sei unter allen Umständen die prinzipielle Stellungnahine für das allgemeine gleiche direkte Wahlrecht. Es sei allerdings zu befürchten, daß der Offenbacher Versuch der Einigung aller bürgerlichen Parteien gegen bte So- zialdcmokratie durchs ganze Land wiederholt werden könne. -Me Liberalen würden aber dadurch genötigt, ihre Ideale und ihr Programm teilweise preiszugeben. Deshalb dürfe^ me Sozial- demokratie nicht nur Arbeiterpartei im engeren Sinn bleiben, ihre Aufgabe gehe darüber hinaus. Sie müsse eine allgemeine Volks-, Fortschritts- und Kulturpartei fern und versuchen, jene mit der Parteivcrmengung unzufriedenen Elemente zu sich heranzuziehen, die ihr durch ihre wirtschaftliche Stellung bisher fern standen. Wenn sich die Sozialdemokratie derart ihrer Külturaufgabe bewußt sei, brauche sie keine Koalitton zu furchten. Im Anschluß an das Referat erklärte sich die Versammlung Mit dem Verhalten der Landtagssraktton einverstanden.

Einstimmig angenommen wurde folgende. Resolution ^egen die Fleisch v erteuerung:Die m Mzey tm Saalbau tagende Landeskonferenz der Sozialdemokraten des Groß- her^ogturns erhebt angesichts der hohen Fleischpreise protesi gegen die Lebensmittel verteuernde Zollpolitik der Reichsregierung und der bürgerlichen Parteien im allgemeinen und gegen die durch die angeblich aus sanitären Gründen geübte Grenzsperre gegen ausländisches Vieh im Besonderen. Sie erblickt darin eine zugunsten verhältnismäßig kleiner Volkskreise geübte, die große Mehrheit des Volkes, insbesondere die Arbeiterschaft, aber auch die kleinen Leute, Beamte, Gewerbetreibende und Landwirte schwer schädigende, ihre Lebenshaltung herabdrückende Klasseupolttik lind sieht daraus eine Gefahr für Leben und Gesundheit der nicht mit Besitz gesegneten Volksgenossen entspringen. Sie beauftragt deshalb das Bureau der Landeskonferenz, beim Großh. Ministe­rium vorstellig zu werden, daß dasselbe im Bundesrat dahm tonten möchte, daß die Grenzsperre beseitigt werde.

Weiter wurde angenommen ein Antrag des Arbeiterwahl- reveins Worms, der das Landeskomitee beauftragt, in kürzester Zeit in allen Orten des Großherzogtums Hessen, in denen Mit­gliedschaften bestehen und Säle vorhanden sind, Protestversamm- «ungeu gegen die Fleischverteuerung abzuhalten.

Abgelehnt wurde ein Antrag desselben Vereins, daß alle Ge- vossen, welche als Mitglied der am Orte zuständigen Partei­organisation beitreten wollen, verpflichtet sind, zu gleicher Zeit Abonnent einer Parteizeitung ju fein.

Einstimmig angenommen wurde noch folgender Eintrag des Arbeiterwahlvereins Rüsselsheim:Das Landes-Kvmitee hat all- ährlich eine Flugschrift zu verfassen, welche die Md^ttung >es 1. Mai als Weltfeiertag llarlegt. Dieselbe ist allen Wahl- >ereinen an Orten mit starker Jndustriebevölkerung zur Verteilung «m Morgen des 1. Mai unentgeltlich zu liefern." Begründet vurde der Anttag damit, da^ man dem weiteren Abflauen der Begeisterung dadurch entgegentreten wolle. Demgegenüber wurde reitend gemacht, daß die Behauptung mancher Gewerkschaftsführer -zorr einer Abnahme der Maifeier nicht richtig lei. Diese brauche

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52. Keneralverfammsung der Katholiken Deutschlands.

H.F. Straßburg L Els., 21. Arm.

Heute vormittag gegen 9 Uhr war nach dem großen Saal des Sangerhauses, in dem die erste geschlosseneVer- sammlung abgehullen wurde, ein förmlicher Ansturm wahrzunehmen.

Der Vorsitzende des Lokalkomitees, Dr. med. Burau- b u r u - Straßburg, eröffnete die Versammlung mit dem katholischen Gruß:Gelobt sei Jesus Christus". Dr. Bur- gnburu führte alsdann aus: Der Kulturkampf ist zu Ende, aber ein neuer, versteckter Kulturkampf droht unserer heiligen Kirche. Man sucht durch, offene und versteckte An­griffe unsere Glaubenseinheit zu'stören. Wir aber bleiben fest im Glauben und wissen alle Angriffe mutig zurück­zuweisen. Dieser Kampfesmut soll sich aber durchaus nicht betätigen gegen Andersgläubige. Wir wollen unsere heilige Kirche verteidigen, aber die Ueberzeugung Andersgläubiger achten.

Auf Veranlassung des Dr. Burgubuml wurde danach das Antwortschreiben des Papstes an das Lokal­komitee in lateinischer und alsdann in deutscher Sprache verlesen. Das Schreiben, dessen Verlesung stehend entgegen» genommen wurde, schließt mit deut Segen für die Ver- sammlung.

Dr. Burguburu schlug danach vor, zum ersten Präsi­denten der Generalversammlung den Erbprinzen Alois zu Löwenstein zu wählen. Der Antrag wurde ange­nommen.

Erbprinz Alois zu Löwenstein, mit stürmischem, nicht endenwollendem Beifall empfangen, bemerkte: Angesichts des Umstandes, daß in jüngster Zeit Universitätsprofessoren Angriffe gegen unseren heiligen Glauben unternommen haben, ist es hoch erfreulich, daß sich an dieser General­versammlung sieben Universitütsprofessoren beteiligen. Wir wollen unsere protestantischen Brüder nicht bekämpfen, son­dern mit ihnen imb, wenn sie es erlauben, für sie kämpfen.

Danach wurden Reichstagsabgeordneter, Oberlandes- gerichtSrat W e l l st e i n (Frankfurt a. M.) unb Graf A n b l a u (Stotzheim, Elsaß) zu Vizepräsibenten, Rechtsanwalt Hugo Steinhardt (Straßburg), Oberlehrer Kinzinger (Metz), Verlagsbuchhänbler Buß (Esten a. b. Ruhr) und Rechts­anwalt Dr. SchwönbenS (Köln) zu Schriftführern gewählt.

Im weiteren würben bie Vorsitzenden der verschiedenen Kommissionen gewählt unb beschlosten Huldig ungs- telegramme an den Papst unb an ben Kaiser zu senben.

Die Drahtung an ben Kaiser lautet:

Euer Kaiserlich Königliche Majestät bittet die 52. General­versammlung der Katholiken Deutschlands ben einmütigen Aus­druck tiefster Ehrfurcht und untertänigster dankbarster Huldigung darbringen zu dürfen. Den Worten des Apostels gemäß, daß es keine obrigkeitliche Gewau gibt außer von Gott, legt die General­versammlung das auf tiefster Religiosität ruhende Gelöbnis un­erschütterlicher Treue aufs neue vor Euer Majestät Thron nieder. Geleitet von dem Wunsche, daß es im Geiste christlicher Liebe ge­schehe, wird sie zum Heile des geliebten Vaterlandes ein ein­trächtiges Wirken mit allen, die unter Euer Majestät erhabenen Szepter Gott und Vaterland dienen, nach besten Kräften fördern."

Die Drahtung an den Papst lautet:

Sr. Helligkeit dem Papst Pius X., der als oberster Hirt in allen Ländern weise nnd gütig für das Heil der ihm von Christus anvertrauten Herde sorgend waltet, versichert die 52. General­versammlung der Katholiken Deutschlands in Straßburg ehrerbietigst ihre Gesinnung ehrfurchtsvollsten Gehorsams und kindlicher Liebe und erbittet als Unterpsand ihrer natürlichen Zuneigung und zur Erlangung der göttlichen Hilfe von Sr. Heiligkeit inständigst den geistlichen Segen."

Ein weiteres Huldigungstelegramm wurde an den Statt­halter Fürsten Hohenlohe-Langenburg gesandt und darnach auf den Papst und den Kaiser ein dreifaches Hoch ausgebracht.

Alsdann wurden eingetroffene Begrüßungsdrahtungen von dem Herzog Max von Sachsen und mehreren katholischen Arbeitervereinen verlesen.

Justizrat Dr. Porsch (Breslau) befürwortete darnach die Annahme folgenden Antrages:

Die 52. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands kann es, wie alle ihre Vorgängerinnen, nicht unterlassen, Einspruch zu erheben gegen die Lage des Heiligen Stuhles in Rom seit dem Jahre 1870. Die deutschen Katholiken wie alle übrigen Katholiken der ganzen Welt können nicht das Verlangen aufgeben, daß ihr höchstes Oberhauvt, der Papst, eine volle und wirkliche Unabhängigkeit und Freiheit genieße, welche die unerläß­liche Vorbedingung für die Freiheit und Unabhängigkeit erst dann als verbürgt anerkennen, wenn ein Zustand hergestellt sein wird, welchem auch der Papst selbst seine Zustimmung bat geben können. Die Generalversammlung bittet alle deutschen Katholiken um nach­haltige und reichliche Unterstützung des P e t e r s p f e n n i g s, damit der Heilige Vater in der Lage ist, den Bedürfnissen der Kirche in möglichster Unabhängigkeit und in vollem Umfange gerecht zu werden."

Der Antrag Porsch gelangte einstimmig zur Annahme.

Die erste öffentliche Versammlung beginnt heute nach­mittag in der Festhalle.

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von Stückgütern aller Art auf bie Spur gekommen., Bahnbedienstete hatten, so wirb bemJntellig.-Bll^ ge-< melbet, auf bem Bahnkörper eine große Kiste ver-j graben, in ber sie aus bem Bahnwagen entwenbete Waren, verbargen. Wenn sich bie Diebe sicher fühlten, schleppten, sie ihren Raub fort. Haussuchungen, bie bei mehreren ber Beteiligten abgehalten wurden, förberten gestohlenes Gut zu­tage, so baß schon am Freitag mehrere Verhaftungen, vorgenommen werben mußten. Im Laufe ber letzten zehn Monate soll ein Spebiteur burch berartige Diebstähle um mehrere hunbert Mark geschäbigt worben fein, ba er für bie entwendeten Waren ersatzpflichtig gemacht wurde.

Internationaler Kongreß des Weröandes zum Studium der Aeryaltniffe des Wittelftaudes.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) in.

(Schluß.)

Lüttich, TB. Mg.

Die heutige Volksversammlung, in der die Berichte der drei Sektionen erstattet werden sollen, wird pünktlich um 10 Uhr durch den 1. Vorsitzenden, Wirkt. Geh. Oberregiermrgsrat Dr. Mdicker aus Berlin eröffnet. Der Besuch war ungefähr derselbe, wie am ersten Tage. Der Vorsitzende teilt mit, daß wieder ein Bep7

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