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2.2.1905 Erstes Blatt
 
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an la gen der Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft das Wagennullen nicht geübt. Die meisten Betriebssichrer und Tirektoren halten aber an dem Wagennullen fest.

In 18 Bergwerksrevieren des Oberbergamtsbeziirks Dortmund fuhren von der Gesamtbelegschaft von 245 957 Mann der streitenden Zechen unter und über Tage 52 089

freigelassen worden.

Berlin, 1. Febr. Der VereinBerliner Presse" nahm in einer außerordentlichen Versammlung den An­trag an: Der Verein drückt angesichts der Verhaftung

ein. Mithin fehlten 193 868 gegen 194 045 Mann in der Schicht am 31. Jan. Das ist eine Abnahme der Ausstän­digen um 177.

Die. Zeche Krone im Härder Revier konnte wegen Kohlen­mangels die Wasserhaltungsmaschine nicht im Betrieb halien. Jnjolgedesien ist die 6. Sohle ersoffen. Wasser-

den tun a sein.

Lissabon, 1. Febr. Tie Schriftsteller, Künstler und Studenten bereiten eine Sympathiekundgebung für Gorki

Heer und Älotte.

Budapest, 2. Febr. Nach einer Meldung aus Kaschau ernannte der König den Prinzen Eitel Friedrich, bisher Oberleutnant im 34. Infanterieregiment, zum Hauptmann des Regiments, dessen Offiziere dein Prinzen anläßlich dieser Ernennung ein Glückwunschtelegramm sandten.

Kirche und Schule.

Osnabrück, I.Febr. Das Kommando des 7. Armee- korps leitete eine Untersuchung ein gegen den evange­lischen Divisionspfarrer Bachstein aus Minden, einen früheren katholischen Geistlichen, wegen eines hier in Osnabrück gehaltenen antiultramontanen Vortrags. Außerdem soll von privater Seite Anklage gegen Bachstein wegen Beschimpfung der katholischen Kirche erhoben werden.

ökonomische Ursache in die gegenwärtige Bewe-st gung hineingezogen worden sind. Dann wurde einstimmig festgestellt, daß eine gegenseitige Erbitte­rung nicht vorhanden sei und es wurde beschlossen, den Arbeitern in folgenden Punkten entgegenzukommen: Strafbestimmungen über die versäumte Arbeit gegebenenfalls! nicht anzuwenden, keine Maßnahmen zu treffen, dieI Anstifter und Führer des Ausstandes ausfindig zu machen, ebenso keine besonderen Maßregeln! gegen dieselben anzuwenden, sowie Mittel zu sam­meln zur Unterstützung der am 22. Januar geschädigten Arbe'terfamilien und hinsichtlich dieser Maßnahmen keinen I Unte.-schied zu machen zwischen den Arbeitern, welche aus I freie ft Stücken in den Ausstand getreten sind und denjenigen, I die hiezu gezwungen wurden. 4. Die Versammlung beschloß, um keine Präzedenzfälle zu schassen, den Arbeitern für die! Zeit des Ausstandes keine Löhne zu zahlen, jedoch den Hilfsbedürftigen eine nicht zurückerstattende Unter­stützung zu gewähren.

Die Demission des Fürsten Mirski.

Diesmal hat es seine Richtigkeit. Aus nicht anzufechtender | CueUe derRufs. Telegraphenagentur" kommt die Kunde, daß der Zar das mitzerrütteter Gesundheit" motivierte Demissionsgesuch des rusiischen Minillers des Innern angenommen hat. Fürst Mirski zählte schon längst nicht mehr. Die Aera durchgreifender Refortnen, die er anbahnen zu wollen schien, ist nicht eingetreten. Schon im November, als er nicht durchsetzen konnte, daß der Semstwokongreß in Petersburg ofsiziell zusammentrat, offen­barte sich des Fürsten Ohnmacht gegenüber der reaktionären Partei in Hof- und Regierungskreisen. Und seitdem ist sein

/Iber den letzten Arbeiterausstand abgegebenes Gutachten __

besagt: 1. Die allgemeinen Punkte der Forderungen der Maxim Gorris den dringenden Wunsch aus, daß Gorki Arbeiter betreffend den 8stündigen Arbeitstag, Teil-' ------ " ~ *------

nähme der Arbeiter an der Festsetzung des Lohn­betrages und an der Regulierung der inneren Ordnung in gewerblichen Unternehmungen sowie Abschaffung der Strafen für das Fernbleiben von der Arbeit und für das Streiken unterliegen keiner Besprechung. Sie sollen aber dem Finanzminister vorgelegt werden zur möglichst baldigen Erledigung auf gesetzlichem Wege. 2. Was die Sonder- mrderungen betrifft, so wird für zweckmäßig befunden, Unter- L-ebung'en mit den Arbeitern vor der Wiederaufnahme 5er Arbeit zu beginnen. 3. In der Versammlung wurde unerkannt, daß die Arbeter durch äußere, nicht durch

auch nur eine gewiss- persönliche Bedeutung, insofern sie zu beroerfen scheint, daß der Minister fein Pseudoliberaler war, wie aus seinem passiven Verhalten gegenüber den jüngsten Ereigniffen verschiedentlich gefolgert worden war.

Die Obliegenheiten des Ministers des Innern übernahm der Gehilfe des Ministers, Durnowa. Es verlautet, daß das Portefeuille deS Ministers des Innern dem früheren Gehilfen des Moskauer Generalgouverneurs, Buligin, an- geboten worden sei, dieser habe jedoch die Annahme des Postens ab gelehnt.

In Warschau

kehrt nach ossizielleii Mitteilungen die Ordnung wieder. Durch einen Säbelhieb int Gesicht leicht verwundet wurde ein russischer Untertan, der als englischer Vize- kansnl hin giert und sich unter der Volksmenge ohne ein äußeres Mzeichen seiner Stellung befand. Der Aus­stand der Arbeiter dauert fort. Die Läden und die Kontore sind nur zum Teile geöffnet. Zeitungen sind mit Ausnahme desWarschawski Dnewik" und der Polizeizeitung nicht erschienen. Nach Priv atmeldun gen soll der War­schauer Polizeichef Baron W o l ken -ernt o r b c t wor- > den sein. Die Regierung versuche die Tatsache zu ver­tuschen und die Ermordung als einen Unglücks fall hinzu­stellen.

Eine Bestätig ung der Meldung von der Emtord- ung des Grafen Wolken ift bisher noch von keiner Seite eingetroffen. In Petersburg soll allerdings vom Tode des Grafen Wolken gesprochen werden, jedoch Heißt es dort, daß ein Unfall vorliegt.

Die Lage im Lande.

Odessa, 1. Febr. (W. 23.) Heute früh 10 Uhr wurde int Zentrum der Stadt in der Nähe des Polizeibureaus aus den Polizeichef Golowine ein Anschlag verübt. Als der Wagen Golowines auf dem Polizeiplatz an kam, feuerte eine unbekannte Person in Arbeitertracht auf den- Wagen eine Kugel ab und traf Golowine in das rechte Schulterblatt. Der Täter eilte davon, wurde jedoch ver­haftet. Der Zustand des Polizeichefs ist nicht gefährlich; die Kugel ist noch nicht entfernt.

Petersburg, 1. Febr. Ein Matrose, welcher während der Unruhen in Petersburg einen Offizier der ! Marine mit seinem Dolch erstach, wurde nach kurzer Verhandlung von einem rasch zusammenberufeneu Kriegs­gericht zum Tode verurteilt und auf gehenkt. Seine nächsten Verwandten waren in den Petersburger Un­ruhen teils e r s ch offen, teils niedergeritten wor­den und der Matrose erstach den Offizier mit der Absicht, die ©einigen zu rächen.

Ka'lisch, 1. Febr. Seit heute mittag ist in allen Fa­briken die 2tobcit eingestellt. Djie Zeitungen erscheinen .nicht.

Sam ar a, 1. F-ebr. (W. 23.) In sämtlichen Buchdrucke- reien herrscht der Ausstand.

Jr ku rs k, 1. F-ebr. (W. 23.) Es wird beabsichtigt, die Lehranstalten, die Gerichtsbehörden, den Bürgerksub und' den Kommisklub zu schließen. Mau erwartet die Ver- I hängmrg des Belegerungszustandes.

Gorki.

Petersburg, 1. Febr. Die Freilassung Gorkis wird stündlich erwartet. Auf Befehl des 'stiren ist bereits eine I Anzahl in beit letzten Tagen verhafteter Arbeiterführer

Aie Kergarbeiterbcwegrmg.

Seilfahrt und W a g e n n u l t e n sind in den letzten Wochen in weiten Kreisen bekannte Ausdrücke geworden; es mag darum geftattet fein, kurz ihre Bedeutung darzu­legen. Die Aufzuge in den Häusern sind allgemein bekannt, in ähnlicher Weise geschieht auch die Beförderung der Berg­leute und der Lasten in die Grube und aus ihr heraus, nur daß das Gehäuse, in dem die Bergleute heraus und herunter gezogen werden, au einem sehr starken Seile hängt, das über eine haspel läuft. Es ist klar, daß das Hinablassen und Heraufziehen immer nur kurze Zeit dauert: da aber jedesmal nur eine bestimmte, von der Polizeibehörde fest­gesetzte Zahl an der Seilfahrt teilnehmen darf, so dauert die gesamte Ein- und Ausfahrt doch je nach der auf den betreffenden Schacht angewiesenen Belegschaft eine längere Zeit. Wird die Belegschaft, die durch, den Schacht ein- und aussahren muß, vermehrt, so gibt es nur zwei Möglich­keiten, entweder die Zahl derjenigen, die die Seilfahrt jedes­mal benutzen dürfen, zu erhöhen, das hat natürlich sehr schnell an sicherheitspolizeilichen Gründen seine Grenze, oder aber die Zeit der Seilfahrt zu verlängern. Hier be­steht nun eine alte Differenz zwischen dem bergbaulichen Verein und den ihm angeschlossen', u Zechen einerseits und

andererseits den Bergarbeitern.

Das Wagennullen ist int Ruhrrevier nicht all­gemein üblich, eine Anzahl von Zechen haben es schon jetzt abgeschafft und wenden statt dessen Geldstrafen an; selbst .. . . innerhalb der Zechen derselben Gesellschaft besteht keine

Einfluß immer geringer geworden, wogegen auch nicht der Einheitlichkeit, so wird beispielsweise auf drei Schacht- Reformerlaß des Zaren vom 25. Dezember spricht, der ja die Hauptforderung der Reformer, die Einführung einer Ver­fassung, unberücksichtigt ließ. Das Petersburger Blutbad am 22. Januar mit der sich daran schlteßenden Verhängung der' Militärdiktatur stellte den Fürstin Mirski völlig kalt. Die neue alte Zeit wird charakterisiert durch Vorgänge wie die vemeldete Verhaftung des Fürsten Trubetzkoi, dieses, trotz der Zugehörigkeit zur höchsten Aristokratie, trotz ehrlichster Loyalität gegenüber dem Zarentum, unerschrockenen Anwalts der auf eine Gesundung Rußlands zielenden Bestrebungen. Die Demiffion des Fürsten Mirski überrascht also nicht; sie hat

vor.

Der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie stellte für die Opfer der rusiischen Straßenunruhen 10 OOP Mark zur Verfügung.

der Weltliteratur zu weiterem Gül)affen erhalten bleibe.

In der Protestversammlung zu Gunsten Gorkis am Sonn­tag werden Friedrich Nau mann, Baron v. Berger- Hamburg und Ludwig Fulda sprechen. Ferner erwartet man Reden von Professor Simmel und Ernst v. Wilden- bruch. Aus die Anfrage, bei welck>er russischen Behörde zurzeit ein Eintreten für Gorki auf Unterstützung rechnen dirrte, hat Minister v. Witte geantwortet, daß bie^Peti- tion an das Ministerium des Innern zu richten sei. Seine, Wittes, Befugnisse erlaubten ihm keine Einmischung, auch könnte sein eigener Einfluß nur von geringer B e-

massen brachen ferner auf der 3. Sohle in Schacht 3 bet' Zeche Rheinpreußen durch und setzten die Sohle unten Wasser. ... ,T,

Der Stahlwerksverband hat, wie dieF. Z. mitt eilt,, bis jetzt trotz der Kohlennot mit den ihm cmgeschlosseneni Werken seinen Verpflichtungen nachkommen können. Die Gefahr, daß eine Eiuschränküng eintreten müßte, sei durch die Ueberuahme der Betriebstätigkeit der Werke infolge Zufuhr fremder Kohle bis auf weiteres vermieden. Dem­gegenüber N>ird aber andererseits gemeldet, daß außer dem Phönix in Ruhrort und der Westfälischen Union in Hamw bereits in den nächsten Tagen weitere große rheinische westfälische Werke, sowie solche des Siegerlandes zunt Stillstand gekommen. Auch in der Bergischen Kleinindustrie liegen zahlreiche Werke still. Die Friedrich-Wilhelmhütte wird in der nächsten Woche den Betrieb eüistellen, da die Beschaffenheit und der Preis der ausländischen, Kohlen; eine weitere Aufrechterhaltung des Betriebes nicht zw- lassen.

Oberpräsideut Nasse und Regierungspräsident Schrei- ber fuhren mit Regierungsräten nach Lorbeck und Essen zur Zechenbesichtigung. Darauf fand eine Konferenz statt.

Eine Korrespondenz verbreitet die Nachricht, daß die preußische Regierung mit der Verstaatlichung be§| gesamten Kohlenbergbaues vorgehen wolle und, es gibt Blätter, die ihr das wirklich Nachdrucken. Eins solche Msicht besteht natürlich nicht. DieKöln. Ztg." chreibt: .

Wie wir frören, ist die aus einem ungarischen Blatte in btt deutsche Presse über gegangene Nachricht, die preußische Re­gierung beabsichtige den Ankauf von Kohleuberabau- seldern in Lothringen, durchaus unzutr essend. An­erbietungen zum Ankauf solcher Kohlenbergbaufelder sind dem Ministeftum für Handel und Gewerbe allerdings ohne Augorder- ung zugegangen, sie finden jedoch die gering)te Beachtung. An sich erscheint es jedenfalls höchst sonderbar, der preußuchen Regierung, die nicht abgebaute Kohlenbergbaufelder in Preutzcn selbst noch in größerem Umfange besitzt, den Ankauf von Berg­baurechten in Lothringen zuzumuten, wo die Wahrung der staat­lichen Interessen in dieser Beziehung doch nur dem elsaß-loth­ringischen Landesfiskus obliegen kann.

Tie bei den Verbänden ein gegangenen Betrage für b te Streikenden belaufen sich bisher auf über dver­

sprachen den Familien der während der Unruhen am I < 22. Januar m Petersburg Getöteten und Verwundeten I ihr dieses Beileid au5 und überwiesen dem General- i gouüernenr 50000 Rubel zur Unterstützung an bedürftige ' Mitglieder dieser Familien.

Reformbestrebungen.

In AnbeEacht der beoorstehenden Eröffnung der G o u v e r n e m e n t s a d e l 8 v e r s a m m l n n g zirkulieren unter dem Lldel zwei Anträge, ein konservativer mit 22 Unterschriften, der auf der vollen Erhaltung bei Selbstherrschaft besteht, und ein liberaler, der die aktive Organisation der politischen Freiheit Rußlands, die auf den 2lnsängen der Volksvertretung be­ruht, verlangt, jedoch könne die Regierung nicht früher Bolls-! -Vertreter berufen, ehe nicht vorläufig Grundsätze aufgcficnt seien, ivelche Zusammensetzung, Einrichtung und Vollmacht der Volksvertreter bestimmen. Hierzu ist eine bedeutende vor-1 bereitende Arbeit erforderlich. Andererseits sei c5 nicht mög­lich, dab Land länger in einer unbestimmten Lage und zu­nehmender Erregung zu laßen. Eine unverzügliche prinzipielle! Kundgebung deS Thrones in Form eines Manifestes ober allerhöchsten Reskripte? sei wünschenswert, worin der Wille des Monarchen ausgebrückt würbe, die StaatSorbnung zu änbem und erwählte Volksvertreter zu benifen. Wichtig wäre die Zeitangabe, wann der Kaiser bic Volksvertreter berufen wolle, damit sich Rußland auf die Annahme neuer Ein­richtungen vorbereite. Gleichzeitig sei die 2luSarbeitung der Grimdprinzipien für die Volksvertretung sowie der nächsten daraus folgenden Refornien notwendig. Mit der Ausarbeitung könnte eine besondere Regierungskommission beauftragt werden. Nur eine allerhöchste Meinungsäußerung und Ein­setzung der erwähnten Kommission könnten Beruhigung herbei- führen, das Vertrauen zu der Regierung stärken unb alle Untertanen mit Dankbarkeit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft erfüllen.

In der Sitzung der Moskauer Duma am 1. b. M. gaben 42 Stabtverorbnete folgenbe Erklärung ab:Heber die außerordentliche Dumasitzung am 2 7. Januar berichtet keine Moskauer Zeitung, weil Blätterniel- düngen zufolge solche Berichte der Zensur des Gouverneurs oder Stabthauptnianns unterliegen. Es ist aber weiteste Verbreitung der von der Duma beschlossenen Maßnahmen zum Schutze der städtischen 2lnsialten und de§ Lebens der Bürger erforderlich, um der Duma den Vonvnrf der Untätig­keit zu erfparen. Die Unterdrückung solcher Meldungen beraubt die Bevölkerung der Möglichkeit der Kontrolle über die Tätigkeit der Duma und stört den Zusammenhang zwischen den Wählern und ihren} Vertretern. Mrßerdem berechtigt bas Preßgesetz ben Mi-! nister des Innern, den Blättern die Versprechung wichtiger, Staatsftagen zu untersagen. In Anbetracht solcher Erwäg­ungen muß die Duma bei der Regierung beantragen, daß die Zensur über Zeitungsberichte betreffend die Sitziingen der Duma unverzüglich aufgehoben werde und bei der angeordneten Revifsion der Preßgesetze das Vorstehende in Betracht gezogen wird.

Rußlands Reformbestrebuugen.

Ein von dem Verein Petersburger Fabrikanten

viertel Millionen Mark.

Der ,,Reichsanzeiger" schreibt: Auch Niedevschle- 'ien scheint von dem Ausstande nicht imberührt zu bleiben. Am 31. Jannar fuhren auf der Gvube konsolidierte Karl Georg Viktor der schlesischen Kohlen- unb Kokswerke nt Gottesberg in der Frühschicht 84, in der Mittagsschicht) 27 Mann nicht an. Am 24. Januar stellten die Vertrauens­männer der derselben Gesellschaft gehörigen Grube kom­binierten Gustav bei Rosenbach eine Anzahl Forderungen: 10 Prozent Lohnerhöhung, achtstündige Schicht einschließlich der Ein- und Ausfahrt, bessere Deputatkohlen, gleich große Fördergesäße. Von der Mrwalttmg wurde eine wohl­wollende Prüfung der Forderungen zugesagt, womit die Vertrauensmänner sich einverstanden erklärten. Am 26. Januar in der Sitzung des bergbaulichen Vereins 2V-alden- burg wurde von ben DergwerkSverwaltungen beschlossen,, am 1. Februar eine etwa -5 Prozent betragende Lohnerhöhung eintreten zu lassen, und dies am 28. bekcmntzugeben. Inzwischen fanden auf 2lnregung der aus­wärtigen Agitatoren Versammlungen statt, in denen folgende Forderungen auf gestellt wurden: Festsetzung eines Mi-- nimaNohnes, Verkürzung der Arbeitszeit, Verbot der lieber* schichten, Einfiihrung einer Arbeitskontrolle. Obwohl die Forderungen den Grubenverwaltungen noch nicht zuge­stellt waren, trat ein Teil der Belegschaft der Grube Karl Oteorg Viktor in den 2lüsstand. - Bezüglich der Arbeiter­bewegung auf der staatlichen Königlichen Kömgm Lusie- Grube ift mitzuteilen, daß am 30. Jan. eine Versammlung der Vertrauensmänner dieser Grube stattfand, an der der Bergdirektor teilnahm. Die Vertrauensmänner stellten fol­gende Forderungen auf: Verkürzung der Schichtzeit auf acht Stunden, Lohnerhöhung, Erhöhung der Deputat kohlen­menge, humane Behandlung und Wahl neuer Vertrauens­leute. (Genaue Prüfung der Forderungen ist zugescuft^ worauf die Vertrauensmänner sich einstweilen für zufrieden erklärten. Das verhinderte jedoch eine weitere Ausdehn­ung des Streikes nicht. Auf der Königin Luise-03rube fuhren^ unter Tage bei der Frühschicht 2387 Mann ein. Auf brt benachbarten, gleichfalls dem Fiskus gehörigen Guidogrube traten etwa 200 Schlepper und Wogenstoßer in ben Aus­stand.

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In dem Kohlenbecken von Eharleroi, dessen Gruben^ leitungen ebenfalls beschlossen, die BewiNigung von Lohn­erhöhungen abzulehnen, sind ganz vereinzelteTeiL- ausstände ausgebrvchen. 2lus dem Borinage sind keine Nachrichten eingegangen, welche die an die Wlehnung der Lohnerhöhung geknüpften Befürchtungen eines allge­meinen Ausstandes in diesem Becken bestätigen. Die große Mehrheit der Grubenarbeiter ist also offenbar gemißt, ber ersha. (m kommenden Sonntag vom 2lusschuß des Landes- bergarbeiterverbcmdes zu beschließenden 2Zerhaltungslimq zu folgen.

Volttische Tagesschau.

Das Pariser Bombenattentat.

Die Untersuchung im Pariser städtischen Laboratorium ergab, daß die in der Avenue de l'opera gefundene Bombe nur Kohlen enthielt; die schwarz gefärbte Schnur markierte eine Zündschnur. Der in der Avenue de la Republique ver­haftete Italiener Barbi wurde wieder entlassen. Die ; Haussuchungen, welche bei ben Verhafteten unb einigen Ruffen r ftattfanben, blieben ergebnislos. Man fanb zwar etliche , anarchistische Schriften, aber keine chemischen Produkte. Fürst ; Trub etzloi behauptet, der Attentäter muffe mit seinen Ge- [ wohnheiten vertraut gewesen sein.