Agenten einer großen Falschmünzerbande verhaftet. Sie hatten große Mengen falscher Fünfmarkstücke im Besch.
* München, 18. Aug. Von dem Automobil des Großfürsten Ku rill von Rußland wurde hier der Geistliche Ciccioli überfahren. Er erlitt einen schweren Schädelbruch.
e Genf, 18. Aug. Infolge des Sturzes von Eisblöcken am Montblanc wurden zwei deutsche Touristen, Fri seh-Heilbronn und Müller-Baden, die sich in Genf aufhielten, getötet. Die Leiche Frischs wurde bereits gefunden.
* Ncwyork, 18. Aug. Bei Kubn, Loeb u. Company lief per Post, adressiert an Jacob Schiff, eine Höllenmaschine ein, in der sich zwei Patronen befanden, die ernstliches Unheil hätten anrichten können, wenn die Kiste weniger vorsichtig geöffnet worden wäre, als es geschah. Schiff weilt gegenwärtig in Harbor. Ein Angestellter öffnete die Kiste, über deren Absender noch nichts bekannt ist. Außer den Patronen enthielt die Sendung 32 lose Körner hochgradiges Schießpulver. Nachmittags erhielten Guggenheim Sons, bekannte Metallintereffenten, eine Hölle nmas chine gleich derjenigen, die Schiff zugesandt war. Sie wurde untersucht, wobei eine leichte Explosion erfolgte.
* Ue6er ein „furchtbares Verbrech en" wird der „Neuen Saarbr. Ztg." von einem Sommergäste aus dem Hotel Clauß-Feist in Traben a. d. Mosel berichtet: „Machen Sie sofort auf! Gendarmerie!" Dieses Donnerwort auf dem Korridor unseres Hauses schreckte vergangene Nacht zwischen 2 und 3 Uhr alle Gäste aus dem Schlafe. Jedermann dachte an Mord und Totschlag und eilte hinaus. Zwei Gendarmen standen vor Nr. 22, nnd in der Tür zähneklappernd und knieschlotternd der Inhaber dieses Zimmers, seine Personalien angebend. Was war geschehen? Der Unglückselige hatte ctnem Herrn Oberstleutnant vomBezirkskommando von seinem Fenster aus ein Glas Wasser versehentlich auf den Kopf gegossen.
Gerichtssaat.
[1 Marburg, 18. Aug. Wegen Ueberschreitung teurer Amtsbefugnisse verurteilte heute die Strafkammer einen Polizeibeamten zu 50 Mk. Geldstrafe. Ihm wurde zur Last gelegt, in der Nacbt zum 2. Mai einem S t ri d e n t e n ohne Grund ins Gesicht g e sch lagen zu haben. Der Beklagte leugnet die Tat und versicherte, daß ihn der Student so beleidigt und belästigt habe, daß er ihn hätte abmehren müssen. Der letztere dagegen, der Nachts zuvor beim Laternenausdrehen erwischt worden war, behauptet, daß ihn der Beamte angeredet und dann gleich verprügelt hätte. Das Gutachten des Polizeichefs ging dahin, daß der Beamte durchaus ruhig und maßvoll sich benehme, bei der großen Anzahl der Ueber- ^retungen seitens der Studenten würde die größte Milde gewahrt.
Kandel nnd "gterfaßt. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 19. August 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2’/8 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... —210.10 Deutsche Bank . . . 242.25 242.00
Darmstädter Bank . . 147.70 147.50
Bochumer Guß . . . 250.00 250.90
Harpen er Bergbau . . 221.60 221.50
Tendenz: fester.
Japanische Bestellungen in Deutschland. Nach Berliner Mitteilungen führt die Firma K r u p p zurzeit mit der japanischen Regierung Verhandlungen, wegen Lieferung von Geschähen und Panzerplatten. Einer der Direktoren der Gesellschaft -befindet sich in Berlin, um das Geschäft nut der japanischen Gesandtschaft persönlich zum Abschluß zu bringen.
New-Pork, 19. Aug. Der Wert der in der vergangenen Woche eingeiährten Waren beträgt 9 660 000 Dollars gegen 10 790 000 Dollars in der Vorwoche, davon für Stoffe 2 380 000 gegen 2 840 000 Dollars in der Vorwoche. — In der vergangenen Woche wurden Dollars 55 000 Gold und Dollars 46 000 Silber eingeführt; aus geführt wurden in derselben Zeit Dollars 851 000 -Silber.
Hamburg, 19. Aug. Nach einem der „Neuen Hamburgischen Börsenhalle" vorliegenden Kabelbericht aus New-Park zeigen die Getreidesrachten von dort allgemein festere Tendenz. Gleichzeitig werden Erhöhungen der vor einiger Zeit noch recht niedrigen Frachtofferten der Verlader für ganze Dampferladungen gemeldet.
Märkte.
n. Ulfa, 20. Aug. Im Hinblick auf die Tatsache, daß vor /twa 25 Jahren in unserem Orte alljährlich Sch weine Märkte !«rbgehalten wurden und in anbetracht des Umstandes, daß hier die Schweinezucht von den Landwirten sehr stark betrieben wird, wurde ^unserem Dorfe vom Großh. Ministerium auf eine Eingabe des Ortsvorstandes durch befürwortende Vermittlung des Kreisamtes Schotten rotebcrimx die Genehmigung zur Abhaltung von vier Schweine Märkten im Jahr erteilt. Ter erste Markt findet auf den Kirchweihmontag am 28. August ds. Is. statt. Die nächsten Bahnstationen für Ulfa sind Borsdorf, Bad-Salzhausen oder Nidda und Unterschmitten.
fc. Frankfurt a. M., 21. Aug. (Telegr. Orig.-Bericht des -Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 480 Ochsen, 170 aus Oestreich, 78 Bullen, 0 aus Oestreich, 857 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 229 Kalber, 173 Schafe und Hämmel, 1576 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt -wurde für 100Pfund Schlachtgewicht' Ochsen 1. Qualität 77—80Mk., 2. Qual 70—73 Mk., 3. Qual. 66—69Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 61—63 Mk.; Kühe 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 52—54 Mk, 4. Qual. 49—51 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: 1. Qual. 86—90 Pfg., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 80—85 Pfg., Lebendgewicht 48—50 Pfg., 3. Quai 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 60—63Pfg., Schafe: l.Qual. 72—74, 2. Qual. 64—66 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 77—00 Pfg., Lebcndgew. 58.05 Pfg., 2. Qual. 74 Pfg., Lebendgewicht 57.05—00 Pfg., 3. Qual. 68—70 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg.
Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.
fc. Frankfurt a. M., 21. Aug. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierrmgen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 17.25—00.00, Kurhessischer Mk. 17.25—00.00, La Plata Mk. 18.00—19.00, Kansas Mk. 18.00—19.00, Roggen (hiesiger) Mark 14.50-00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00—17.50, Frankcn- selder Mk. 00,00—00,00, HaferMk. 15.25—16.00, Mais Mk. 13.50—13.75 Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.75, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmehl 0 Mk. 22.75—23.25, 1. Qualität Mk. 20.25—20.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 11.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
^Landwirtschaft.
Berlin, 19. Aug. Saatenstand ist Preu ßen Mitte August: Die eingeklammerter; Zahlen bedeuten Mitte Juli: Winterweizen 2.6 (2,5), Sommerweizen 2,6 (2,5), Winterspelz 2,2 (2.2), Winterroggen 2.8 (2,6), Sommerroggen 2,9 (2,8), Sommergerste 2,8 (2,5) Hafer 2,8 (2,7), Kartoffeln 2,4 (2,4), Klee 2,6 (3,0). Luzerne 2,4 (2,5), Bewässerungswiesen 2,3 (2,3). andere Wiesen 2,5 (2,7). In den Bemerkungen der Statistischen Kvrrespon- denz heißt es: Die Anfang Juli einsetzenden kräftigen Niederschläge haben ungehalten, sodaß die Zahl der Regentage während der verflossenen Berichtszeit in den meisten Bezirken ungewöhnlich hoch gewesen ist. Durch alle Feuchtigkeit wurde die Temperatur nicht herahgedrückt, sondern blieb anhaltend warm. Sämtliches Getreide ist denn auch schnittreif geworden nnd zum großen Teil auch geschnitten einaefahren werden. Winterroagen ist wobt fast durchweg geborgen, Winterweizen zum großen Teil, auch Sommerfrüchte bis aus Hafer, von dem noch viel einzufahren ist. Der Wert der Braugerste ist durch die Nässe sehr herabgesetzt. Am meisten wird über Hafer gellaat. der stark zweiwüchsig ist. Kartoffeln haben sich infolge der Nässe teils sehr erholt und sind bei gutem Kstollenansa^e üppig ins Kraut, teils zeigen sie bereits starke Spuren von Fäulniskrankheit. Futterkräuter hoben jedenfalls den größten Vorteil von der feuchtwarmen Witterung gehabt. In diesem Jahre, wo die Ernte verhältnismäßig weit vorgeschritten ist, kann bei Getreide von einem -Laatenstande kaum noch gesprochen werden, da nur noch wenig auf dem Halme steht. Die abgegebenen Noten betreffen denn auch nicht allein diesen noch nicht geschnittenen Rest, sondern beurteilen die Ernte.
Budapest, 19. Aug. Amtlicher Saatenstandsbericht des Ackerbauministeriums vom 15. August. Die Dreschvroben ergaben ein Erträgnis aN Weizen von 42,72 Millionen Meterzentnern gegen 37,30, Roggen 13,55 gegen 11,98, Gerste 13,42 gegen 10,87, Hafer 11,70 gegen 9,10 Millionen Meterzentner des Vorjahres. Die Qualitäten sind meist beschädigt. Die Maispflanze zeigt einen Rückfall, ebenso andere Halbfrüchte, wie auch Rüben. Obst und Weinstock gegen den vorigen Ausweis ungünstiger sind.
IW'füfHMItbfrfW brr Mtsfällt indttZkadtVWn
18. Woche. Vom 30. April bis 6. Mai 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 (inkl. 1600 Mann Militär.
Sterblichkeitsziffer: 26,0
nach Abzug von 7 Ortsfremden: 13,0 n/co.
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffer;; geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
1.
Lebensjahr: 2.-15. Iabr
Tuberkulose
2(1)
2(1)
—
——
Krebs
1 fl)
1(1)
—
_
Genickstarre
1 (1)
1 (1)
__
__
Diphtherie
1 (1)
•—
1 (1)
Blutvergiftung
1 (1)
—
1 (1)
Lungenentzündung
1
—
1
Herzleiden
1
1
—
-
Leberabsceß
1 (1)
1 (1)
—
—
Nierenentzündung
1 (1)
1(1)
—
—
Leukämie
1
1
—•
— ■
Altersschwäche
2
2
—
——
unbekannter Ursache
1
—
1
—
Summa:
14(7)
10 (5)
2 (1)
2(1)
Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 22. August*): „Die lustigen Weiber von Windsor." Mittwoch den 23. August: „Tannhäuser." Donnerstag den 24. August: „Die Hugenotten." Freitag den 25. August: „Mignon." Samstag den 26. August: „Der Troubadour." Sonntag den 27. August: „Oberon." Montag den 28. August: „Der Obersteiger."
Schauspielhaus.
Dienstag den 22. August: „Elga." Vorher: „Das Lied von der Glocke." Mittwoch den 23. Aug.: „Die rote Robe." Donnerstag den 24. August, abends halb 7 llhr: „Faust", 1. Teil. Freitag den 25. August: „Die Brüder von St. Bernhard." Samstag den 26. August: „Elga." Vorher: „Tas Lied von der Glocke." Sonn- tag den 27. August, nachmittags halb 4 Uhr: „Telephon-Geheimnisse." Abends 7 Uhr: „Elga." Vorher: „Das Lied von der Glocke." Montag den 28. August: „Egmont." Dienstag den 29. August: „Die Brüder von St. Bernhard."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Sport.
Baden-Baden, 20. Aug. Die internationalen Rennen nahmen heute ihren Anfang. In dem Hauptrennen (Preis der Stadt Baden-Baden, 10 000 Mk.) siegte Kgl. Preußisches Gestüt Graditz dunkelbrauner Hengst Ganges. In dem alten Badener Jagdrennen (Preis 10 000 Mk.) siegte G. de Che- rifeh Fuchswallach Forfar.
Schiffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.
Bremen, 3. Aug. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm der Große", Kapitän O. Cüpvers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 20. Aug.
Bezüglich des Artikels ,,G a r t e n st ä d t e" in Ihrer Zeitung bont 19. ds.^Mts. bitte ich Sie, mir gestatten zu wollen, als Fachmann Folgendes auzufiihren und Sie um Aufnahme in Ihrem verehrl. Blatte zu ersuchen. Ihr Erstaunen über das Nieh^tbestehen eines Gartenbauvereins in der hiesigen Stadt und Umgegend teile ich voll und ganz: es würde beim Bestehen eines solchen Vieles zu Gunsten unserer Stadt, des Publikums, zum Nutzen der Gärtnerei, geschehen können. Ich erinnere nur an die zur Zeit in vielen Deutschen Städten bestehende schöne Sitte der B a l ko n a n ss ch m ü ckun ge n. Zum Beispiel haben in Hannover in diesem Jahre 274 Balkonbesitzer um Prämierung sich beworben: die Kosten hierfür tragen dort Gartenbauverein, Verschönernngsvercin und Handelsgärtner-Verbindung. Diese Einrichtung besteht in einem großen Teil von Städtern die. auch 'nicht größer wie Gießen sind. Ebenso ist die schöne Sitte der P fl a n z e n p s l e g e der Schulkinder zu konstatieren, wie sie zur Zeit hier schon besteht. Es ließe sich diese schöne Gepflogenheit auch noch besser ausgestalten. Bei der am 30. Juli d. I. in Köln stattgehabten Pffanzenvrämiierung haben allein 700 Kinder teilgenommen, womit Festlichkeiten verbunden mären, welche das Interesse und die Freude für die Natur- und Pffanzenpffege förderten. Es bedürfte nur der Gründung eines Gartenbauvereins, um noch viele Vorteile für die Stadt und das Publikum zu gewinnen. Vielleicht geben diese Zeilen Veranlassung zur Gründung eines solchen Vereins, der au§_ allen Ständen der hiesigen Bürgerschaft sich znsammen- setzen müßte. Louis Becker. Gärtner.
(Siebener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 22. August 1905: Kühler, wolkig, stellenweise Regenfälle.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Originak-DraktmefduiMn.
Straßburg, 20. Aug. An dem heutigen Degrüßun g s» abend des K a t h o l i k e nt a g e s in der Festhalle nahmen 8000 Personen teil, darunter zahlreiche Landtags- und Reichstagsabgeordnete, sowie dlbgesandte aus dem Auslande. Als Ort des nächsten Katholikentages wurde Essen a. d. Ruhr bestimmt.
Esbi er g (Jütland), 20. Aug. Das auf der Fahrt nach'der Ostsee begriffene englische Geschwader, bestehend aus zehn Schlachtschiffen, sieben Kreuzern und einem Torpedoboots- Zerstörer, ist heute mittag hier eingetroffen. Morgen kommen die zu dem Geschwader gehörigen 23 Torpedoboote an. Für die nächsten Tage sind große Festlichkeiten zu Ehren des Geschwaders geplant.
London, 21. Aug. „Morning Post" meldet aus Schanghai: Ein Telegramm ans Peking besagt: China nahm in Belgien eine Anleihe von 12 Mill. Frcs. für die Luhanbahn auf.
Lond on, 21. Ang. An Stelle Lord Curzons ist Earl of Minto zum Vizekönig von Indien ernannt worden.
S z e l n o k (Ungarn), 20. Ang. Heute nachmittag brannte hier die H u n g a r i a - K u n st m ü h l e nieder. Vinnen einer halben Stunde hatte sich das Feuer auch auf die Mehl-, Weizen- und Säckemagazine ausgedehnt. 'Als das mehr als eine Viertelmillion Meterzentner Mehl enthaltende Meblwagazin brannte, fanden gewaltige Explosionen statt. Auch 45 bena chbarte, meist von Arbeitern bewohnte Häuser gerieten in Brand. Mehrere Personen kamen um, drei wurden tödlich verletzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist nicht bekannt. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Ktonen.
Petersburg, 21. Aug. Wie bisher offiziell festgeftellt wurde, sind 22 Gouvernements von der Mißernte betroffen. Die infolgedessen mit Sicherheit zu erwartende Hungersnot beschäftigt die Regierung wie die wohlhabenden Klassen der Gesellschaft: auf das lebhafteste. Der Rest des Staats- verpflegungs-Kavitals von vier Millionen Rubel ist zum Ankauf v o n W i n t e r r o g g e n zur Aussaat angewiesen worden. Die Reichsregierung hat vorläufig eine Million Rubel für die erste Hilfe ausgegeben.
Warschau, 20. Aug. Als heute Sozialdemokraten in einem Hanse der Mokotowskastraße eine geheime Beratung abhielten, erschienen Polizeimannschasten und verhafteten 27 Personen. Ein Teikneffm^r suchte über das Dach zu entkommen, gab auf feine Verfolger elf Schüsse ab und machte einen Selbstmordversuch: er wurde gleichfalls verhaftet. Für morgen fünbigteu die Sozialdemokraten als Kundgebung gegen den Nkas betreffend die R e i ch s d u m a den allgemeinen Ausstand an.
Telephonischer Kursbericht.
3l/2% Reichsanleihe 3% do. . .
31/1°/o Konsole . . .
30/n do .... S‘/?% Heesen . . . 3h, % Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 4x]6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . 4% Italien. Rente , . 4% Portugieser I , .
3°/ Portugiesen. HE 1% Unif. Türken , . Türkenloee .....
4% Griech. Monopol.-Anl. 4°/0 äussere Argentiner
Frankinirt n. ML, 21. August 1905.
. 101.20 3°/0 Mexikaner .... 68.75
. 89.90 4,/2'7n Chinesen .... 96.65
. 101.10 . 89.85 . 100.60 . 99.50 . 101 95 . 101.50
. 97.75
68*90
Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . .
Kreditekfien Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . .
. 136 50 . 135.50 . 210.60 . 193.10 . 147 90 . 166 00 . 171.50 . 144.50 . 19.00
. 68.60 135*10 55.-
Gottbardbahn Laurahlltte Bochum arpener .
263.00
250.00
223.00
Sta atschatzscheine . . . 100 70
Tendenz: fest.
Verantwortlich für die gesamte Redaktion: August Goetz.
für Kinder Kranke,Genesende. Verhüteti u.beseitigLDiarrhoe, Brechdurchfall, Darmkatarrh. ,
chuhmachevmcistcr
4346
im Alter von 55 Jahren.
Wieseck, den 21. August 1905. Familie Frank.
Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 22. August er., nachm. 4 Uhr statt.
Gestern nachmittag entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Herr Heinrich Frank
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innig geliebtes Kind
SSe3ene
im Alter von 4'/.. Jahren gestern mittag Vz2 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist.'
Im Namen der Hinterbliebenen
Jakob Müller.
Gießen (Tiesenweg 6), den 20. August 1905.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. August, nachmittags 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 05527
Versteigerung.
Mittwoch, de,? 30. d. MtS., nachmittags 2 Uhr werden im Psandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung versteigert: 2 Wagen, Sophas, Kommode, Schränke, Tische, Uhren, Spiegel, 1 Hund (Dogge) u. a. m.
Gießen, 21. August 1905. [484‘ Johann, Gr. Pfandmeister.
Waltsgott's Reform- Haarfarbe in blond, braun und schwarz, dauerhaft färbend, empfiehlt
Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. 4286


