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21.8.1905 Zweites Blatt
 
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Montag 21 August 1905

Zweites Blatt

155 Jahrgang

Nr» 195

Gietzener Anzeiger

Eemral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen.

RotattonÄnmck and Verlag da Brühl*f<h«n

UnwerfttLtSdrnckeret. 9L Sange, Lietzen»

Redaktion, Exvedilton ».Druckerei: G«hulstr.A, Tel. Nr. LI. Telegr^Ldr. s Ln-etga Dietz«.

G.fchLtut E- mit Klotznahms bei GonntogS.

Dte ,Gl«tzentt Stneilienbiatter* werden dem «nzeiger otetmol wSchenllich betgelegt Der CaeÖwW erscheint monatlich einmal.

Zur Merkündigung der russtscheu Verfassung.

Das Manifest des Zaren hat nach den Meldungen aus Petersburg in Rußland Befriedigung hervorgerustm Der entscheidende Schritt zum konstitutionellen Staack ist ein Ereignis, wie es seit der Abschaffung der Lerbergenscha t durch Kaiser Alexander II. nicht mehr vorgekommen ist. Durch die Schaffung der Volksvertretung wird es nun mög­lich sein, mit der Burecmkratie zu brechen, die Interessen

perschiedenen Stände und Volksschichten auszugleichen,

Die Zsricdensrrnterhandlurrge«.

Oysterbay, 19. Aug. (Reuter.) Die russischen Friedensdelegierten in Portsmouth werden heute abend oder morgen hier eintreffen, um auf direkte Auf­forderung des Präsidenten Roosevelt hin, mit diesem eine Besprechung zu haben. Die Aufforderung erfolgte gestern abend, nachdem der Präsident eine Besprechung mit Kaneke gehabt hatte. Während Einzelheiten über den In­halt dieser Mitteilungen nicht bekannt sind, weiß man, daß der Präsident die größten Anstrengungen macht, die Dele­gierten zu einem für beide kriegführenden Parteien be­friedigenden Abkommen zu bringen und den schließlichen Bruch zu verhindern.

Portsmouth, 19. Aug. (Reuter.) Baron Rosen ifi (n Begleitung KudaschewS nach Magnolia abgereist, etwas später Witte ebendahin. Es gilt als sicher, daß Roose­velt sich sowohl nach Petersburg als nach Tokio gewandt habe, man möge einen versöhnlichen Geist zeigen und nicht zugeben, daß die Friedenskonferenz ohne Erfolg auseinandergehe. Man glaubt ferner, daß die Uebergabe Sachalins zustandekommen werde, andererseits herrscht die Meinung, daß, wenn Japan seinen Anspruch auf Kriegs­entschädigung nicht fallen läßt, ein Uebereinkommen nicht er­zielt wird. Die Entscheidung liegt also in Tokio.

Portsmouth, 19. Aug. (Reuter.) Baron Rosen ist nicht, wie gemeldet, nach Magnolia gefahren, sondern hat unterwegs den Zug gewechselt und sich nach Oy st er - bah begeben. Er speiste heute abend bei Roosevelt. Die Reise wird als ein Anzeichen dafür angesehen, baß Roose­velt bemüht ist, dem Abbruch der Friedensverhandlungen

Vermiete»»

* Trier, 18. Aug. Auf der Spur einer Falsch» münzerbande scheint sich die dortige Kriminalpolizei zu besinden. ES wurden dort bei dem Versuch, falsches (Mb, auszugeben, zwei Leute italienischer Nationalität, vermutlich.

Aus Stadt und Kwd.

Gießen, 21. August 1905.

- Eine Gravelotte - Feier wurde am gestrigem Sonntag von allen hiesigen Militärvereinen begangen. Um-, 9 Uhr vormittags versammelten sich die Kameraden der sieben. Vereine, Kriegerverein, Veteranenverein, Kriegerkameradschast Gießen, Marineverein, Gardeverein, Artillerieverein und Verein ehemaliger Pioniere, bei Restaurateur Prell (Stadt Mainz). Die Beteiligung war sehr groß. Man besuchte gemeinschaft­lich den Gottesdienst, wobei Pfarrer Euler eine ergreifende Predigt hielt. In der Kirche sang der Kinderchor unter der tüchtigen Leitung des Lehrers Habicht. Nach dem Gottes­dienste zogen die Vereine nach dem alten Friedhöfe, wo Pfarrer Euler eine Gedächtnisrede hielt. Der Vorsitzende des Gardevereins, welchem die Festleitung übertragen worden war, Herr Grünig, legte je einen Kranz am Denkmal für die Deutschen und dem Denkmal für die Franzosen nieder. Nach dieser Feier zog man mit Musik nach dem Marktplatz, wo die Teilnehmer um das Kriegerdenkmal Aufstellung nahmen und einer Ansprache deS Hrn. Grünig lauschten, der zugleich zum Andenken aller Kameraden, die während des Feldzugs und später gestorben sind, einen Kranz niederlegte, und seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß, in das die Teilnehmer begeistert ein­stimmten. Die Nationalhymne wurde gesungen, die Musik spielte und den Schluß bildete dec gemeinsame Gesang: Deutschland über Alles. Nach einem Ummarsch um daS Kriegerdenkmal begab man sich ins Lass Ebel, wo ein Früh­schoppen stattfand, bei welchem die Musik spielte. Der Bezirksvorsitzende Bruchhäuser hielt eine Ansprache, in der er für die große Beteiligung dankte, die Einigkeit unter den Militäroereinen hervorhob und zum Schluß ein Hoch auf die Hassia" auSbrachte.

1. Nidda, 20. Aug. In Krafts Saalbau hier fand heute die Hauptversammlung des Verbandes mittelrheinischer Bildungsvereine statt, an der sich hauptsächlich Geistliche und Lehrer von hier und der Um­gegend beteiligten, während die Beteiligung der Bevölkerung Niddas leider nicht groß war. Der Generalsekretär der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, Lehrer Tews aus Berlin, verbreitete sich in einstündigem Vortrage über Die Aufgaben der Bildungsvereine". Seine beherzigenS- iverten Ausführungen wurden von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Rödelheim erhielt der Knecht des Bauunternehmers Fischer denn Einsvannen der Pferde einen Auf­tritt gegen den Leid, daß er nach einigen Stunden starb.

vorzubeugen. ,, t

Portsmouth, 19. Aug. (Reuter.) Die Mitglieder der russischen Friedenskommission sprechen die Ansicht aus, daß unter den gegenwärtigen Umständen das Eingreifen Roosevelts natürlich ist, und daß auch Aussicht dafür vorhanden sei, daß der Schritt Roosevelts eine Aenderung m der Lage bis zum 22. August herbeiführen werde. In japanischen Kreisen wirkt der Gedanke der Einmischung einer neutralen Macht bei der gegenwärtigen Krisis ent­mutigend. Ein h'-ivorragendes Mitglied der japanischen Mission erklärte, Tokio allein sei der Ort, wo eine Einwirkung mit Hoffnung auf Erfolg auSgeübt werden könnte.

New York, 19. Aüg. DieNewyork-Times" melden aus Portsmouth: Die japanischen Friedens­bevollmächtigten sandten gestern abend eine Kabel- depesche nach Tokio, in der sie anrieten, den Russen Zugeständnisse zu machen.

Portsmouth, 20. Aug. Charakteristisch für die guten und persönlichen Beziehungen der japa­nischen und russischen Unterhändler ist ein drei­stündiger Ausflug nach den nahen Inseln ShoalS, der heute auf dem Schiff Mayflower" gemacht wurde. Daran nahmen teil von den Japanern der Sekretär Sato, Taschi- bana und Takeshita, von den Russen der Pekinger Gesandte Pokotilow, der Washingtoner Finanzattache Wilenkin und mehrere Sekretäre. Der amerikanische Hilfsstaatssekretär Pierce nahm gleichfalls an dem Ausflug teil.

Portsmouth, 19. August. Der ,,F. Z." wird von ihrem Korrespondenten geschrieben: Soeben hatte ich eine Unterredung mit Herrn Witte, der erklärte, daß nächsten Dienstag oder Mittwoch die Entscheidunc über das Schicksal der Friedenskonferenz erfolgen, werde. Er versicherte auf das Bestimmteste, bei der jüngsten Be­gegnung mit amerikanischen Bankiers sei kein Wort über die Plazierung einer Anleihe in Amerika gesprochen worden, noch werde er auf dieser Reise irgend einen derartigen Schritt tun. Witte sprach sich anerken­nend über die Haltung Kaiser Wilhelms und der deutschen Negierung während des jetzigen Krieges ans und bezeichnete die deutsch-russischen Beziehungen

nach und nach dem Reiche die westeuropäische Kultur zu übermitteln und den Frieden im Innern wiederherzustellen.

Die Petersburger Zeitungen äußern sich zu­stimmend zu der Reichsduma. Der Rubicon sei über­schritten, doch stehe noch ein schwerer Kampf mit der bureau- kratischen Ordnung bevor. DiePetersburgskija Wjedomosti" meinen, die Konstitutionalisten, deren Zahl in Rußland Legion sei, werden den 19. August als einen verhängnisvollen, ihre Illusionen vernichtenden Tag be­trachten.S y n O t e t s ch e st w a" dagegen hält diesen Tag sirr einen Tag des Sieges des russischen Volkes über die Bureaukratie, die Schritt für Schritt znrückweiche. Gleich­viel, wie man über die Reichsduma urteile, ihre symptoma­tische Bedeutung könne nicht abgeleugnet werden. Wenn die neue Einrichtung dessen ungeachtet ohne Befriedigung und ohne das Gefühl der Erleichterung ausgenommen werde, liege es daran, daß die Bevormund'.!na des Volkes fort» bestehen bleibe, die Sicherheit der Person nicht gewähr­leistet werde, die Presse unter Zensur bleibe und das freie Wort untersagt sei.Ruß" äußert, wäre das gestrige Manifest von der Gewährung der P r e ß f r e i h e i t begleitet gewesen, so wäre ein Unterpfand für die Aufrichtigkeit beider Seiten geschaffen und für eine unvergleichlich größere Sympathie für die neue Staatseinrichtung, deren historische Wichtigkeit unendlich groß sei, deren praktische sich aber erst erweisen müsse. Zur Beruhigung der Gemüter diene aber auch nicht der Umstand, daß die Einberufung der Reichs­duma aus ein halbes Jahr hinausgeschoben sei. Ein sechs Monate dauernder Wahlkampf könne die erwünschte Be­ruhigung der Gemüter nicht fördern. Die Verzögerung habe die Folge, daß die Aufstellung des Staatsbudgets für 1906 der Beratung durch die Reichsduma entzogen tverde.N o - woje Wremja" schreibt, nach der Schablone des Westens sei die Schaffung einer Reichsduma keine Konstitution, doch ei es nicht das' letzte Wort des politischen Schaffens. Die gegenwärtige Reform stelle Rußland nicht an eine^unbeweg­liche Wand, sondern eröffne im Gegenteil der schöpferischen Tätigkeit des Landes neue Horizonte und erleichtere die Schaffung neuer Lebensformen, aber nicht nach einer feststehenden Schablone, sondern nach freier Wahl des Volks- geistes. Die Reform eröffne den schöpferischen Kräften des Volkes weiteren Spielraum und gestatte ihm, seine natio­nale Individualität und seinen Genius hervortreten zu lassen; gerade brauche die eigenartige politische Evolution eines großen Volkes. _ ,

Newcastle, 19. Aug. Mus guter Quelle (Wrr be­zweifeln diegute Quelle". D. Red.) verlautet hier, daß der Kaiser von Rußland bei seiner letzten Zusammen­kunft mit Kaiser Wilhelm auf demPolarstern" dem Kaiser Wilhelm den russischen Ve r fa ssun gs en t- wurf vorgelegt und daß letzterer zugeraten habe.

Deutsches Aetch.

Wilhelmshöhe, 20. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern nachmittag eine Ausfahrt nach Schloß Wilhelmsthal, wo ein Souper genommen wurde. Später geleitete der Kaiser das abreisende Fürstenpaar von Fürftenberg sowie den abreisenden Reichskanzler zur Bahn. Heute vormittag wohnte das Kaiserpaar dem Gottesdienst in der Schloßkapelle bei. Pastor Weber predigte. Bei dem Gottesdienst trug der VereinMusica sacra" aus Kassel unter Leitung des Musikdirigenten Spengler mehrere Gesänge vor. Der Kaiser sprach nach dem Gottesdienst Spengler und dem Vorsitzenden des Vereins, Dr. Glaß, seine große Anerkennung für die vorzüglichen Gesangsleistungen aus.

Norderney, 20. Aug. Der Reichskanzler ist für einige Tage hierher zurückgekehrt. .

Eisenach, 19. Aug. Heute mittag wurde Land­graf Alexis von Hessen-Philippstal-Barchfeld in der Familiengruft zu Barchfeld beigesetzt. Als Ver­treter des Kaisers nahm der kommandierende General des

Der Krieg.

Tokio, 20. Aug. Der Kommandant deS nach Kamt­schatka entsandten Geschwaders berichtet, daß er am 13. ds. im Hafen von PetropawlowSk das russische TranSport- chiffAustralien aufbrachte.

Petersburg, 20. Aug. Die Petersb. Telegr.-Agentur meldet aus Godsiadan vom 19. ds.: Drei russische Offiziere, welche unter großen Beschwerden von Sachalin an daS Festland gelangt sind, berichteten, daß eine russische Abteilung im Innern Sachalins einen schwer erreichbaren Punkt einnehme und von den Sträflingen bestens unterstützt werde.

Petersburg, 20. Aug. Wie General Linewitsch dem Kaiser telegraphiert, vernichteten russische Truppen­abteilungen am 16. ds. im Gebiet von Chailungt- cheng eine Chunchusenbande. Unter den Toten wurde der Führer der Bande namens Jmbato, sowie zwei Japaner gefunden. _________________

Eine Bitte des Kaiserpaares.

DieNordd. Mgem. Ztg." schreibt: Seine Majestät der Kaiser und König Bitten anläßlich der im Winter be­vorstehenden Feier der silbernen Hochzeit des Kaiser­paares von der Darbietung irgendwelcher per­sönlicher Geschenke abzusehen. Dagegen werden es Ihre Majestäten mit Freude und Genugtuung be grüßen, wenn Private, Vereine und sonstige Körperschaften das Familienfest im Kcriserhause als Anlaß benutzen wollen, um Zuwendungen und Stiftungen zu nationalen, wohltätigen und sonstigen gemeinnützigen Zwecken zu machen.

Das ist eine sehr sympathische Kundgebung des Kaisers, denn es ist vorauszusehen, daß gerade von Vereinen usw. wieder Sammlungen veranstaltet worden wären. Möchten die Beträge, die aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares für Wohltätigkeitszwecke gesammelt werden, recht beträchtlich sein!___

als vorzüglich. ,

Petersburg, 17. Aug. Heute um 4 Uhr nach­mittags wurden die Redakteure sämtlicher m der Resi­denz erscheinenden Blätter zum Chef der Ob erpreß Ver­waltung, Kammerherrn Beltegarde, berufen, der, an ryr patriotisches Gefühl appellierend, sie aufforderte, sicy jeoer Kritik der Tätigkeit Wittes zu enthalten; über Witte sollte, wenn möglich, gar nichts geschrieben tverben, auch über seine Wirksamkeit m der Vergangenheit empfehle es sich, zu schweigen. Witte, der den amerikanischen Jour­nalisten gegenüber, die unbeschränkte Preßfreiheit gemeßen, sich darüber beklagte, daß es Schuld der an er fet' enn die Friedensverhandlungen nicht an die Oefsentlichkeu drängen, die er in weitestem Mäße wünsche, soll, nach BelleaardeS Ausführungen, sich beim Minister des Aeutzern, Lamsdorff, beklagt haben, daß die Kritik, der er von Werten der russischen Presse unterworfen werde, seiner Aittorttar in Amerika schade, deshalb fei ihm, Bellegarde, durch den Minister des Innern, Bulygin, der Auftrag zuteil geworden, die russischen Journalisten zur Mäßigung Witte gegenüber aufzufordern. ... , ,.

Tokio, 20. Aug. (Reuter.) Der Ministerrat hielt am Vormittag unter" dem Vorsitz des Ministerpräsiden en Grafen Katsura eine lange Beratung ab, die bis 1 Uhr mittags dauerte. Darauf empfing Katsura den englischen Gesandten zu einer langen Unterredung.

11. Armeekorps, Linde, an der Beisetzungsfeierlichkeit teil, der ferner, neben den nächsten Verwandten, der Fürst von Hanau und Graf zur Lipp e-B i ester seid beiwohnten.

Gotha, 19. Aug. In der Ehescheidungsklage des Prinzen Philipp von Sachfen-Koburg und Gotha gegen feine Gattin Luise findet der erste Verhand­lungstermin am 16. Oktober vor der Zivilkammer be§ hiesigen Landgerichts statt.

Karlsruhe, 20. Aug. Der Justizrattitel wurde von der Regierung angenommen. Er wird demnächst an vier Rechtsanwälte verliehen werden.____________________

Ans Zand.

London, 20. Aug. In ganz Indien ist eine Hungersnot auSgebrochen. Täglich sterben Hunderte von Unglücklichen. Vielfach gleichen die Eingeborenen Skeletten.

Der Vizekönig von Indien, Lord Curzon, hat sein Amt niedergelegt.

Wien, 20. Aug. Ministerpräsident Frhr. v. Gautsch ist nach Ischl abgereist.

Christiania, 30. Aug. Die vom norwegischen Frauenstimmrechtsverein veranstaltete Abstimmung über die Auflösung der Union mit Schweden ergab nach vorläufiger Feststellung 190 000 Stimmen für die Auflösung, keine gegen dieselbe.

Auxerre, 20. Aug. Der Unterrichtsminister hielt bei einem Festmahl alter Krieger von 1870, bei dem er den Vorsitz führte, eine Rede, in der er die Hingebung an das Vaterland verherrlichte und ausführte, daß das patriotische Gefühl in Frankreich nicht auf hem Wege sei, sich abzuschwächen, und daß kein junger Franzose fehlen würde, wenn es notwendig sei, für die Verteidigung des Landes und der Nationalehre einzutreten. Es gelte nicht nur, den vaterländischen Boden zu verteidigen, sondern auch den ererbten, von früheren Generationen erworbenen Ruhm und die Gedanken der Gerechtigkeit, Brüderlichkeit,. Freiheit und Gleichheit. Der Minister schloß: Wir wollen friedliebend sein, denn der Friede ist die Bedingung: des Fortschrittes, aber wir wollen uns, bereit halten, wenn es gilt, das Erbe Frankreichs zu verteidigen.

Konstantinopel, 19. Aug. Marschall Feizi-, Pascha meldet telegraphisch neue Erfolge in Jemenp Marschall Schakir-Pascha rieb ungefähr 3000 Aufständische auf und nahm das Fort und die Festung Beitel-Djahilch auf dem steil abfallenden Famala-Berge ein. Angesichts der durch diese Niederlage hervorgerufenen Bestürzung baten die Einwohner von ungefähr 20 Dörfern um Gnade.