Ausgabe 
21.1.1905 Erstes Blatt
 
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Deutsches Reich

mundet.

gesandt.

Aus dem Militär-Wochenblatt.

Dr. Hall-

gelehnt. _

Stuttgart, 20. Jan. In Vertretung des Königs begibt sich Herzog Robert Zu den Beisein ngsfeierlich- leiten nach Weimar.

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bereits entschieden. . m ,

Moskau, 20. Ian. Im P o l r r e i a m t Z u P oicho ch o n ie explodierte eine Dpnamitbombe und richtete arge Zerstörungen an Ein Polizeibeamter wurde getötet, ein anderer schwer ver-

Verlodte: Llbemd. ___Nrfiorl>e«^-

Ans Hladl und La»d.

Gies;en, den 21. Januar 1905.

Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Aktuar bei dem Amtsgericht Altenstadt, Kalt, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.

* Lieferung an den Berliner Hof. Die bisher aus Gießen für die Kaiserlichen Hofjagden bezogenen Frank- surter Würstchen sind nun auch für die Kaiserliche Tafel in Aufnahme gekommen. Der mit der Lieferung betraute Metzger- meister Schreiner hat vor einigen Tagen 150 Paar als erste Sendung auf Bestellung an die Hofküche nach Berlin

21. kosteten: Pxllei 2£fctl5-WHi pr. §tck. 6«i Sinienrr. Vier 32 1,00-1,60 'M i 1,80-2,20 70-80 £"?

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* Berlin, 20. Jan. Heute nachmittag ö1/« W stießen zwei Güterzüge auf dem Ringbahngütergeleise zwischen den Stationen Moabit und Wedding infolge des Ueberfahrens des HaltesrgnaleS durch den einen Güterzug zusammen. Eine Lokomotive und mehrere Wagen ent­gleisten. Zwei Wagen gerieten in Brand, dieser wurde aber alsbald durch die Feuerwehr gelöscht. Zwei Beamte sind leicht verletzt worden. Die Sperrung der Güterstreeke wird voraussichtlich zehn Stunden dauern.

Krefeld, 19. Jan. Die Stadtverordneten beschlossen heilte in geheimer Sitzung, die Stelle de§ Oberbürger­meisters mit einem AnfangSgehalte von Mk. 15 000 wieder auSziischreiben. In der Stadt war da§ Gerücht verbreitet, die Wahl werde auf den Beigeordneten Dr. Bertram fallen.

Rostock, 21. Jan. Auf dem Binnensee bei Ribnitz ertranken beim Schlittschuhlaufen der Lehrer Reh­berg und dessen Pensionär, der Schüler Titus.

* Erfurt, 21. Jan. In der letzten dreitägigen Frost-, periode im Thüringer Walde sind 9 Personen ber Kalte 3um Opfer gefallen.

Triest, 20. Jan. Der LloyddampserKalypse" ist am 16. Januar nachts bei heftigem Nordweststurm bei Heraklea an der anatolischen Küste gleichzeitig mit einer größeren Anzahl anderer Fahrzeuge gestrandet. Die Be­mannung ist in Sicherheit. Einzelheiten fehlen.

Athen, 20. Jan. In der vergangenen Nacht wurde in ganz Thessalien ein heftiges Erdbeben verspürt. In Larissa sind einige Häuser eingeslürzt.

* 5 m Schnee st urm verirrte Soldaten. Eine italienische Bersaglierikornpagnie machte am 9. d. M. einen Ueubngsmarsch durch die Vorberge des Mont Cenis. Auf dem Rückwege wurde, wie dieMünch Allg. Ztg." mitteilt, die Truppe von einem heftigen Schneesturm überrascht sodaß man kaum fünf Schritte weit sehen konnte. Die Offiziere ermahnten «ihre Leute, beisammen zu bleiben und sofort zu rufen, wenn sie das Gros verlieren sollten. Aber der Sturm wurde immer stärker, er wirbelte den zwei

Paris' & ' fliBiiyU--

Beleuchtung re. verursachen, so daß eine Erhöhung der Mlt-1 gliedsbeiträge eintreten müßte. Auch muß diese Zeit zur Reinigung und Instandsetzung der Eisbahn benutzt werden, wenn diese morgens wieder gebrauchsfähig sein soll, Aus all diesen Gründen hat der Vorstand beschlossen, bis auf weiteres die Eisbahn an Wochentagen abends 7 Uhr zu schließen.

** Aus dem Bureau des Stadtthe aters. Am Souutag abend igeht GutzkowsZ oPsund S ch w e r t , in sorgfältiger Vorbereitung in Szene. dlrn Nachmittag findet "als Fremdenvorstellung die letzte Auffahrung des Kilometerfressers" statt. Alle, die den überaus lustrgen und übermütigen Schwank, der regelmäßig wahre Jociter* keitsstürme entfesselt, noch nicht gesehen haben,,eren auf diese Letzte Gelegenheit hingewieseu. Da für dre nachsM 13eit eine größere Reihe schwieriger Novitäten in Vor­bereitung stehen, war die Direktion in letzter Zeit ge»- nötigt, auf einige ältere Repertoirestücke zur ückzu greif en. Vorbereitet werden augenblicklich:Anna von H es s en, Schauspiel von Theodor Virt,Kater Lampe', Komödie von E. R o s en o w,M ar i a Friedhamme r", XTanttf von Heinrich Lilicufens, ^,Der Familien tag", ^ustsptel von Gustav Kadelburg,Um SeinetwillenSchauspiel von S. Jesnitzer.

Hungen, 20. Jvn. Wie bekannt, erhalt der^ hiesige Bahnhof eine ganz bedeutende Erweiterung. Die dazu I vergebenen Arbeiten wurden dem Bauunteriiehmer ilh- Häuf I. aus Eschollbrücken bei Darmstadt übertragen; er hat bereits seit einigen Tagen mit der Ausführung begonnen. Die erften Arbeiten beziehen sich auf größere Maurer-, Wegebefestigungs- und Erdarbeiten der linken und rechten Westseite, bezw. der linken und rechten Ostseite, wozu errr I größeres Grundstück von deut Fürstl. Solms-Braunfelsschen Gelände von feiten der Bahnverwaltung erworben wurde. In zweiter Linie ist ein Personeutunnel geplant, wodurch ein Ueberschreiten der Betriebsgleise vermieden und dadurch Nnglücksfällen vorgebeugt wird. Ferner soll eine Verleg­ung der Stellwerksanlagen und des Lokomotivschuppens vor­genommen werden. (L. P.)

R.--B Darmstadt, 21. Jan. (Eigener Drahtbericht.) Ze. Kgl. Hoh. der Groß Herzog ist heute vormittag um 10.55 Uhr mittels Sonderzuges aus Schloß Lich hier wieder I eingetroffen und inS Neue Palais gefahren, wo mehrere Em­pfänge stattfanden. ,

Maeleill von Privat i^

CeO. Rrfb

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Fuß hohen Schnee auf und veranlaßte zahlreiche Lawinen­stürze. Mit Mühe und Not erreichte die Kompagnie das Fort Eassa, wo sie sofert antrat. Da zeigte es sich, daß zwei Mann fehlten. Der Hauptmann Nasi, die Leutnants -2ius oem 3Jiuiinr-a)uajciiuiuih , d'Erroeo mmd Raggio und 20 Alpenjäger von der Besatzung

wachs, Oberarzt bet Landwehr 1. Aufgebots (I Darmstadt) des Forts brachen unvedMch auf, um nach den Vermißten als Oberarch in der Schutztruppe für Südwestafrika mit Paten. Asse

öom °rl 19 3 tlugeüeüt. . verhallten ungehört in dem rasenden Heulen des Stur-

** Kaufmann sgencht. An der am Freitag, dem I inC!= dem Donner der Lawinen. Bis 9 Uhr abends 20. Januar, stattgehabten Wahl der Beisitzer zum Kaufmanns- setzte die brave Truppenabteilung ihre Rettungsversuche qericht beteiligten sich 41 selbständige Kaufleute und 102 Hand- fort, bann kehrte sie gänzlich erschöpft wieder in das Fort lungsgehilfen. Es vereinigten sich davon auf die Vorschlags- zurück. Hier befürchtete man nun allgemein, daß die zwei liste der Kaufleute 41, auf die Vorschlagsliste der Handlungs- Vermißten draußen erfrieren würden. Dem war aber gehilfen 102 Stimmen, und zwar: 43 auf den Zettel mit erfreulicherweise nicht jo: eine kleine Lawine hatte dtt beiden! dem ersten Namen Will, 53 Stimmen auf denjenigen mit aus der Marschkolonne heraus in eine Schlucht hinab-

I »em ersten Namen Enqel, und 6 aus di- Etaünzunqsliste I bemerken konnten,

®§ fi"büna$ mit je 41 Stimmen zu Beisitzern an§ L<irfn ,_1cmn die beiden wieder ^mühsam heraufgeklettert ^m.,Är^^eC !Etünb,gen Kaufleute d,e Herren ®eotp unb hatten versucht, ihre Trupp- ;u erreichen, was ihnen Emil Möhl, Teilhaber der Fuma I. B. Noll, August aber nicht gelang. Nun irrten fic kreuZj und auer durch Noll, Bahnhofstr. 51, Fra nz Hol terh o ff, Teilhaber der den SchneesturnK umb gerieten in eine ihnen tlänzlichtunbe- Firma A. Hölterhofs Söhne, Moritz Stra, Teilhaber kannte BerZgegend. Gegen Abend war der eine sa erschöpft, der Firma Goldenberg u. Markus; aus dem Kreise der daß er zusammenbrach. Mein seinem Kameraden gelang l'aufmännifchen Angestellten die Herren Hermann Will os, eine JägerHütte zu entdecken; in diese schleppte er den (Bcühl'sche Univ.-Druckerei) mit 91 Stimmen, Karl HoschI Halb erstarrten, und die zwei Soldaten verbrachte^

(im Hause Hermann Mettenheimer) mit 55 St., Hugo daselbst dre Nacht. Aw nächste Morngen sandte der Kom- Engel (Bank für Handel und Industrie) mit 55, Abraham etne

Hofmann (Bankhaus Jakob Grünewald) mit 47 Stimmen. 3^ zitterten hn? 111 1^rcin. Zusluchtsor e an.

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die hieüge Regunentskapette morgen, Sonntag nach,iiittag, lautem Jubel begrüßt?

36 Uhr auf der Eisbahn des EisoereinS. Die Eisbahn

WarenhauSstcner ben mannigfachsten und schwerst^ denken verwirltungsteämiscber, steuerlicher, rechtlich Volks wirtschaftliches W unterliege. Infolge der Herao setzung der Steuergrenze von 400 000 <rnf 200 000 Slart nnirden zahlreiche mittlere Betriebe des Mittelstandes, di« man doch gerade durch die Umsatzsteuern schützen . unter diese'fallen, und die Erhöhung der "«ch der Zaw der geführten Warengruppen und der H^he des Umsatzes bis auf 5 Prozent steigenden Steuer, '-ntcc Streichung de. § 5 des geltenden Warenhaussteuergesekes, der be, gerin­geren Erträgen die Herabsetzung der Sttuer bis au^di Lälfte gestattet, würde eine Verfünffachung der Steue gegenüber der jetzigen Höhe bedeuten. Es wurden da urch wohl fast alle Warenhäuser mit einem cr®:ll j

werden. Eine solche pi-ohibittv wirkende Steuer hat »der die preußisch- Regierung seinerzeit Bei dei ,Cmbrlnging und Beratung des Warenhaussteuergesetzes für unzula s^g erklärt, und sie hat das Zustandekommen des c^sche von der Beibehalttmg d^-s 8 o abhängig gemacht, weiter

erorbitmte Steuer würde.^ch wenn sie den WarenhSusern die Forteristeuz u-ini°gpch macken würd^, den Kleingewerbettnbenden mrfrt der ^rmgste tz S ^Äß^e'n ^^ial^fte ^und^KmMuser, stwie^ Konsum- Steuer b^beigestckrtm^Ngem'inen d^rtniening^w^ Sffi.SS'M? infolge der ^nickränstuia jbre^ Absatzes, schwer leiben, und ilue Unsufrieb.ubeit lourbc t bobem Maße erregt werben. Die Vorwürfe gegen bie Waren bäufer daß sie unlauteren Wettbewerb trieben und dadurch ben Mittelstand vernichteten, seien unzutreffend, denn die Praxis de.' unlauteren Wettbewerbsgesetzes habe ergeben, baß durch btefey w-it weniger die Warenhäuser als vielmehr bie anderen Gewerk^-. ^S^ffen würden. Der Mittelstand blühe.und gedeih im allgemeinen wie noch nie, der Detailhandel weile eme ganz unverbsttni-mäßig starke Vermehrung am. Daß der Mittelstand in starker finamieller Kräftigung begriffen l«, da» ginge auch aus den Ziffern der preußgäsen Emkoininenstkuerstatistik. der Spar Mfenfartito, sowie -mck aus den Gewerbesteuerklwsen hervor. Die Warenbäiiser vernichteten nicht den Mittelstand., im ®tarn teil brächten sic ihm durch die Verbilligung des Kon,ums großen Vorteil und auch der gewerbliche Rnttelstand, der zum einen Teil mit den Warenhäusern in kcinettei Konkurrenz trete, unter­halte zum andern Teil stetig w^chiende vorteilbaste Oseschiifts- verbindungen mit ihnen. Die Warenhäuser hattenainh eme steigende volfswirtschaftliche Bedeutung,, rMofern fte die Masstn- sabrikation imb dadiwch die Konkurrenzwhigkest unserer Industrie ^^Zum Schluß wird bie Erwartung ausgesprochen, daß der Landtag und die Regierung diesen Forderungen der einseitigen Mittelstandspolitiker nicht Wetter nachgeben werde.

Berlin, 20 Jan. Heute abend hielten der Kaiser und die Kaiserin im Rittersaale des könialichen Schloßes o^ße Defiliercour für das diplomatische Kords, dte mlandtschen Damen umb alle Herren vom Zivil ab. Unter großem Vort'-ttt begaben sich der Kaiser und die Kaiserin, dar Kronprinz, Vrinzeisw | Friedrich Leopold. Prinz Heinrich und die übrigen anwesenden! Prinzen in den Rittersaal, wo die Majestäten vor ben <stureu des Thrones Aufstellung nahmen. Unter ben Mangen einer sausten Musik defilierten zuerst das diplomatische Korps, dann die.Damen des diplomatischen Korps, zuerst die Vots^asterinnen und die dabei vorzustellenden ausländischen Damen. Der Reichskanzler schritt <m der Svitze der Herren türm Bundesrat' ihnen folgten die Türsten wirb Erzellenzen, die Präsidenten ber Parlamente, die Vizepräsidenten der Häuser, die Räte erster .^laße, bie ^itai^ber des Reichstages und beider Häuser des Landtages. Den Schlutz bildeten die neu vorzustellenden ausländischen Sperren. t

Der Kaiser beauftragte den Prinzen Fried r i,ch Leo­pold mit seiner Vertretung bei der morgigen B e i s e tz u n g der Großherzogin von Sachsen-Weimar in Weimar.

In der Budgetkommission des Abgeordneten­hauses kiiuvsten sich längere Auseinanders"tzungen an die ge­forderten 2 Millionen Mark zur Förderung der inneren Kolonisation der Provinzen Ostpreußen und Pommern. Ter Landwirtschaftsminister bemerkte: Zu-1 Wendungen sollen nur solche Ansiedelungsgesells'^aften erbauen, I die den öffentlichen Jnteressm dienen und großes Risiko bei kleiner I Verzinsung haben. Er teilte mit, daß 5 Domänen in Posen und eine in Westpreußen der Ansi-'delungskommiß'ion zur Auf-1 teilung überwiesen worben seien. Tie Lanbbank habe in letzter I Zeit immer ben Wünschen ber lanbw'rtstbasttichen, Verwaltung entsprochen innb habe namentlich in Oberschlesien bie staatlichen I Interessen Vertreten. Tie 2 Millionen würben geneh­migt mit dem Zusatze, baß etwaiae Rückeinnahmen dem Fonds wieder zufließen sollen. Bei dem Etat der G e st ü t s v e r w a l - l tun g wurde darauf hingewiesen, baß aus Frankreich für sieben I Millionen, aus Rußlanb für 13,7 Millionen Mark Pferbe naml Teutschland erngefüfrrt werben. Tie biesjäbrige Rennsaison schlop I für Grabitz mit einem Reingewinn von 328 000 Mk. ab. Daß man I in Baben-Baden gegenüber ben Franzosen ungünstige Erfolge I gehabt habe, liege bar an, ba ß seit einigen Jahren bort I die Pferde unter dem gleichen Gewicht liefen. Künftig würde I die Proportion wieder dahin gehen, daß die Franzosen wieder 7 Pfund mehr zu tragen hätten. Dieser Ausgleich fei gerecht-! fertigt, weil die Franzosen viel größere Mittel zur Verfügung hätten für die Pferdezucht als wir, die namentlich auch aus den Erträgen des Totalisators flößen. Bei der Erörterung der Ein-I nahmen ber For st Verwaltung kamen Wünsche ber Stadt I Cleve hinsichtlich des dortigen Tieraartens zur Sprache, welcher I eine königliche Domäne ist. Ter Minister stellte, ohne Wider­spruch zu finden, fest, daß der Staat nicht die Ausgabe habe, Parks für die Städte zu unt^whalten. Ter Staat könne den Kommunen nur hinsichtlich des Verkaufsvreijes entgegenkommen und zwar I «nckh nur bann, wenn diese sich vervflicksten, den Wald zu unter­halten. Es sei einstweilen nicht Absicht, den Clever Tiergarten nbzuholzen. Bei dieser Gelegenheit wies der Minister darauf hin baß bie Forstverwaltung in ber Umgebung von Berlin nach gar keine Abholzungen vorgenommm bat, wäbrmd die Bcrfner städtische Verwaltung 500 Hektar b"i Berlin im fiskalischen Interesse Hobe abholzen lassen. Tie nächste Sivung findet am 24. Januar statt.!

,,Nordd. Allg. Ztg." meldet: Nachdem der Bundes­rat am 6. Oktober 1904 beschlossen hat, bau neue Fünfzig- Pfennigstücke mit ber WertangabeV2 Mark" unb schärferer Riffelung des Randes im Betrage von etwa 100 Millionen Mark ausgeprägt werden, ist zunächst mit der A u s m ü n z u n g von zehn Millionen vorgegangen worden,, derm Ausaab" dem­nächst ihren Anfang nehmen sott. Sobald ungefähr 25 Millionen Mar? in den neuen Stücken hergestellt sein werben, was voraus­sichtlich im Laufe bes nächsten Sommers b"r Fall sein wird, soll mit der allmählichen Einziehung und Umhrägung der bisher geltenden Fünsziavfenniastücke begonnen werden

Die diesjährige Generalversammlung d"s Bun­des der Landwirte findet nach derDeutsch. Tagesztg." am 13. Februar im Zirkus Busch patt. Auf der Tagesordnung werden voraussichtlich die ninftigen Hcmdelsbezi'hungcn Deutsch­lands zum Auslan.be, die in Aussicht stehende Reform des Börsen- gesetzes und die preußische Kanal-Vorlage stehen.

Mannheim, 20. Jan. Ter R eichs t a g hat die von ber drosch Staatsanwaltschaft nachaeguchte Sirasvers^gung des soz.- Abg Dreesbach wegen Vergehens gegen das Vereinsgesctz ab-

Ausland. ,

StSÄnffc'mW"iHwMg-s^Vftst'en Route"- ' cheibe Holzfrachten, zu gelaiigen. Hingegen follcn Die wiren u Verbindungen von etwaigen Abmachungen unberührt Weib .

Paris, 20. Jan. Nachdem einzelnen royalisttschen De- pufterten Nnorbietungcu «cmacht Horden sind, in daS künftige Ministerium ciuzutrctcn, bat die s o zi al, stis ch c K a m m e r a kc u p P c gestern unb hcutc toteber btc Frag krörttrt, ob eine Teilnahme an d e^ Re gierun g opporttm sei. Brian d beantragte, daß der Emtmtt von Sozialisten in das Ministerium außer von der ?ttaktion auch I vom Zentralrat der Partei gebilligt werden mußte erklärte sich dagegen. Man müsse zunächst ^n ?Mttgltedern der Fraktton überlassen, ob sie «auf ihre pe-r,onltche Verant­wortung hin eintreten wollen oder inicht. Der Antrag Drtan wurde jedoch angenommen. Da aber der ^Zentralrat m seiner jetzigen Zusammensetzung gegen die ^etlnahme der Partei an der Reqierurpg ist, fv« bleibt tatsächlich ^ur bie Liisung übrig, daß die Sozialisten eventuell m das Mitnste- ...L eintreten, ohne die Autorisation der Partei nachzu- suchen Interessant ist die Haltung Bnands, die bemahe vermuten läßt, daß er in den Ministerkombinationen von einem anderen Genossen verdrängt -wurde.

Paris, 20 Jan. Tie Kommission zur Untersuckwng des Z w i s ch c n s a l l e s v 0 r H u l l regelte heute vettchiedme Fragen untergeordneter Art bezüglich des Jeugenverhors^,und der Uebn> setzung der festgestellten Aussagen. Die nächste osfentliche Sitzung ! findet Mittwoch vormittag statt , . .r

! Petersburg 20 Jan. Tie Petition der Arbeiter! ! an den Kaiser lautet folgendermaßen: Wir. Arbeiter, Be- svohner von Petersburg, kommen zu Dir. Wir und elende, be­schimpfte Sklaven und erstickt von >rcSpottvmus und Willkür Als bie Grenze ber Gebulb erreicht war, stellten wir bie Arbeit ein unb baten unsere Herren, uns nur bas zu geben, ohne bas bas Leben eine Qual ist. Aber alles würbe abgelehnt, alles ist nach ber Meinung der Fabrikaten ungesetzlich. Wir hier, viele Tausende, sowie das ganze russische Vock haben keme Menschen­rechte Durch Deine Beamten sind wir ^aven geworden. Jeder welckwr wagte, von dem Schutze der Interessen bes Arbeiterstanbes zu sprechen, wurde ins Gefängnis geworfen, ^er gestmte Jrbciter«' und Bauernstand wurde der Willkür Überla 11 cm Da.» Beamtentum I besteht aus Räubern unb Dieben an ben Staatsgelbem ^-as Beamten tum bracktc tm« Land, in gänzlichc Zerrüttung, burbrtc ihm den schimpslickfcn Krieg auf rmd Rußland 'w^cr mehr an ben Ranb bes Untergangs. Das ^>olk ist jeber Möglichkeit beraubt, seine Wünsck>e unb Forberungen auszubrücken und an b^r Festse^ung der Besteuerung und der StaatSausgaden teiizn- nehmen Alles dies widerspricht dem menschlichen und göttlichen Recht Wir wollen lieber sterben als unter solchen Gesetzen weiter Heben. Mögen unter solchen Verhältnissen die Kapitalisten und Beamten leben? Kaiser! Hilf Deinem Volke! Vernichte die Scheidewand zwischen Dir und dem Volke? Möge das Voll vereint mit Dir regieren! Aus uns spricht mcht ^.retttig- keit, sondern der Wunsch aus einer uns allen unerträglichen Lage herauszukommen. Die Volksvertretung ilt u ne n t be I) r » lich Es ist notwendig, daß bas Volk mitregiett. Befehle, Vertreter aller Stänbe unb Klassen, auch ber Arbeiter, berufen werben! Dies ist unsere Hauvtbitte. Wir haben aber noch andere Die Petition zählt bann diese Wünsche auf, bie sich hauptsächlich auf bie verzweiflmigsvolle Lage ber Arbeiter beziehen unb schließt:

Befehle bie Erfüllung unserer Bitten unb Du machst Rußland glücklich, wenn nicht so sterben wir hier Wir haben nur . zwei Wege: Die Freiheit unb bas Glück ober bas Grab. Wir bringen gern um er Leben Rußlanb zum Opfer bar "

_ Eine Aborbnung bes Abels des Gouvernements Minsk, bestehend aus den Fürsten Krontskp, Sokolinski, Lenbanski, Kiriakoff und Srhamanski, begab sich zum Minister des Innern und überreichte ihm im Namen des ganzen nordwestlichen Distrikts 1 eine Petition in welcher Gleichheit ber Rechte für alle Natio­nalitäten unb Klassen im Reiche gefordett ivirb. Der Minister antwortete, bie Frage sei nickü nur in Angriff genommen, sonbern

wirb abends elektrisch beleuchtet unb bleibt bis 8 Uhr ge- t^r

Öffnet. Zu dem .Eingesandt", das Offen lassen der , v>vnu)i5J(l(U.

Eisbahn bis abends 9 Uhr betreffend, teilt uns ber J.hht, t46e"r.' 21' 3an' Hngauner und Betrüger

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hiernut gemaebt, aber von dieser Einrichtung wenig ober <)etruq§ vorbesttaste Hermann Maurer. Nach ben Ermittelungen gar kein Gebrauch gemacht wurde. Außerdem würde I Staatsanwaltschaft ist dieser als Wandcrrcdncr beim dieie Aenderung bedeutende Mehrkosten an Arbeitslöhnen d e r L and wirte beschäftigt gewesen, hat auch den

'^erjuch gemacht, bei ber Sozialdemokratie unter-u-i

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