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tont men. Die Heim atsbe Hörde bezeichnet den Angvklayten als Gelegenheitsarbeiter. Die Staatsanwaltschaft in Vrenzlan fahndet frfvon längere Zeit auf den gemeingefährlichen Menschen, welcher sich in der dortigen Gegend damit beschäftigt hat, die Bauern bereinzulegen, indem er sich als den „feinen Mcmu" hin stellte unb sich den Titel „Direktor beilegte. Als solcher etablierte er dort Geflügelzucht- und Mastanstalten im Großen und erschwindelte, indem er falsche Angaben machte, das dazu nötige Bieh und die Einrichtungen. Nebenbei machte er sich an eine enterte Familie heran, deren Tochter er vorgab, heiraten zu sollen, zu welchem Zweck M. sich um 4 Jahre jünger ausgab, als er tatsächlich ist, auch verschwieg, daß er verheiratet ist. . Selbstverständlich wurde der zulünftiae Schwiegervater angepumvt.
Sn den letzten Tagen vor seiner Verhaftung in Vilbel machte t w Angeklagte in Offenbach einen Pachtvertrag, um das Restaurant zu den drei Königen zu übernehmen. Auch die Sicherheits- b'Hörde in Frankfurt a. M. hat das sehnlichste Verlangen, .Herrn W , der sehr vielseitig zu fein scheint, auf den Zahn zu fühlen. Bor unserer Straflammer handelte es sich um eine Zechprellerei, begangen bei dem Wirt Sch. in Gießen. Der Staats- Anwalt hatte gleich eine zwefte von dem Angeklagten in Friedrichsdorf im Taunus begangene Zechprellerei mit unter Anklage gesollt. Maurer hatte hier wie dort gegen Entree Vorträge über Japan gehalten und seinen gespannt lauschenden Zu- l'vrern erzählt, daß er 4 Jahre in diesem Lande gelebt habe. In beiden Fällen aber erzählte er auch den Lokalinhabern, die er mit der Zeche sitzen ließ, er sei vom Kaiser von Japan resp. von dessen Regierung angestellt, sei in seiner zweiten Heimat ent der Malaria erkrankt, beziehe fein Gehalt und sei nur auf einige Zeit nach Deutschland wegen Kräftigung f'iner angegriffenen ^sundheit beurlaubt. Natürlich handelt es sieb um ein Märchen, j>ntn er hat nie Japan betreten. Der Staatsanwalt wollte den wiederholt rückfälligen Betrüger, welcher als solcher überaus gemeingefährlich sei, auf iy2 Jahre ins Zuchthaus schicken. Der Gerichtshof bewilligte aber noch einmal mildernde Umltände und ließ es bei einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monat c bewenden.
Sport.
Paris, 20. Jan. Gordon Bennett, der Stifter des bekannten Automobilpreises, ist an einer Lungenentzündung schwer erkrankt.
Fmnilien-Nachrichten.
Verlobte: Bertha Mohr, Angenrod, Karl Hedderich, Elbenrod.
Gestorben: Herr Jakob Welker, Alsfeld.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 20. Januar 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2‘/a Prozent.
Anfangs- u. Schlußknrfe.
Oest. Kredit .
. 211.50
212.90
Deutsche Bank
-
. 236.50
236.25
Darmstädter Bank
. 142.75
142.62
Bochumer Guß .
. 237.10
237.25
Harpener Bergbau
Tendenz:
. 209.90 Schwach.
209.50
Märkte.
Gießen, 21. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Woebenmarckt kosteten: Butter pr. Pfd. 0.80—O.t'O Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg. ? Stek. 15—OO Pfg., Gänseeier 00—OO Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse pr. Ctck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbfen pr. Liter 21 Pfg., Linien pr. Liter 32 Pfg., Tauben vr. PaarO,8O-O,9OMk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsensteisch vr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aevfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg Zwetschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis t'.OO Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8—2 Uhr.
fc. Frankfurt a. M., 20. Jan. H e u- und Stroh- »nar k t. Heu kostete heute Mk. 3.00-3.60, Stroh Mk. 1.80 bis Mk. 2.50. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.
Aosfls 806 btn Stmbkssmksn-ißmi der Steht Gießer.
Eheschließungen.
Am 14. Jan. Wilhelm Bopf, Kaufmann dahier mit Margarete Hardt hierselbst. — Wilhelm Klein, Küfer dahier mit Thekla Hewdig Löhmer hierselbst.
Geborene.
Am 8. Januar. Dem Schlosser Karl Euler ein Sohn. Am 9. Jan. Dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Pannecke ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Am 11. Jan. Dem Kunst- und Handelsgärtner Rudolf Weber ein Sohn, Hermann Heinrich Friedrich. 9lm 12. Jan. Dem Bäckermeister Heinrich Prieß eine Tochter. Am 13. Jan. Dem Maurer Christoph Schneider ein Sohn, Heinrich. — Dem Dreher Franz Joseph Ganß ein Sohn. Am 14. Januar. Dem Vizefeldwebel Wilhelm Meisel eine Tochter, Emma Elisabeth Frieda. Am 15. Januar. Dem Bahnarbeiter Adam Kaiser eine Tochter. Am 18. Jan. Dem Schmied Philipp Schomber ein Sohn, Heinrich.
Gestorbene.
Am 17. Jan. Johannes Diehl, 44 Jahre alt, Taglöhner dahier. — Gustav Hammann, 90 Jahre alt, Pfarrer i. P. dahier. Am 18. Jan. Karl Nofl, 1 Jahr alt, Sohn des Schneiders Wilhelm Nofl dahier. Am 19. Januar. Johanna Fertfch, geb. Beyer, 60 Jahre alt, Ehefrau des Pfarrers i. P. Ferdinand Fertfch dahier. — Heinrich Schomber, 10 Stunden alt, Sohn des Schmieds Philipp Schomber dabier._______________________________________
Aieteoroloaiscke Beobachtungen der Station Gießen.
Januar 1905.
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
20.
2"
753,5
4- 2,3
3,1
58
NE. .
2
Sonnenschein
20.
936
753,6
- 1,3
3,6
79
NNE.
2
Heller Himmel
21.
725
752,6
— 5,2
2,9
93
NE.
2
W V
Höchste Temperatur am 19. bis 20. Januar — -V 2,9D C.
Niedrigste „ „ 19. „ 20. „ = — 5,00 C.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Verlauf der Witterung seit gestern morgen: Die Wetterlage weist nur sehr wenig Aenderung auf, mir haben flache Randgebilde des südwestlichen Tiefs Bewölkung hervorgerufen. Das östliche kräftige Hoch schiebt sich, unter Einwirkung eines im höchsten Norden über dem Eismeere vorbeiziehenden Tiefs langsam südwärts nach Südost-Europa. Bei dieser Druckverteiltmg ist Fortdauer der Frostpertode zu erwarten, doch können flache Teilgebilde uns etwas stärker beeinflussen und vereitizelt etwas Schnee Hervorrufen.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 22. Januar 1905: Trüb, vereinzelt im Gebiet etwas Schnee, ein wenig milder.
Frostperiode fortdauernd.
____________Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
UJö^rntlie r Ilrbcrlidit brr TobrsMk in brr Stobt Hießen
51. Woche. Vom 11. Dez. bis 17. Dez. 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,90
nach Abzug von 2 Ortsfremden: 15,12'7t.
Kinder
Es starben an:
Zusammen:
Erwachsene:
int vom
1. Lebcusiahr: 2.—15. Jahr
Altersschwäche
1(1)
KD
—— —r-
Krebs
1
1
— —
Bronchitis Wochenbettfieber
2
2
—— —
1
1
— —
Mittelohrentzündung 1
—
1 —
Lebensschwäche
1
—
1 —
Darmkatarrh
1
—.
— 1
Verunglückung
2 (1)
2(1)
— —
Summe 10 (2)
7 (2)
2 1
Sinnt.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie vi der Todesfäfle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Kunst und ^SiTenftfiafL
München, 20. Jan. Der Münchener Journalisten-- ”n ° S riftstel l er- Verein ergreift die Initiative für eine Münchener Schillerfeier großen Stils. Er erläßt demnächst Emladungen zur Bildung eines großen Komitees.
Neapel, 19. Jan. Heute abend wurde im San Carlo* Theater Leoneavallo's „Roland von Bertin* auf- fleführt. Die Zuschanermenge, die das Saus in asten Teilen dicht besetzt hielt, brachte dem Komponisten» der immer wieder vor die Rampe gerufen wttrde. begeisterte Huldigungen dar.
11 riirllc Meldungen.
London, 21. Jan. Aus Herac lea am Schwarzen Meere einlaufenden Dampfer melden, daß durch einen furcht» baren Sturm 32 Segelschiffe und sieben Dampfer im Hafen von Heraclea vernichtet worden seien. Unter den Dampfern befindet sich die „Kalypso" vom österreichischen Lloyd, drei türkische, ein griechisches und zwei französische Schiffe. Man befürchtet große Verluste an Menschenleben.. Einzelheiten fehlen noch wegen der Unterbrechung des telegraphischen Dienstes.
Paris, 11. Jan. Die Wirkung des Streiks int, Nuhrrevier ist auch in Frankreich zu spüren. In Französisch-Lothringen sind einige Fabriken auf Ruhrkohlen angewiesen. Dort herrscht jetzt große Verlegenheit. Man sucht notdürftig Ersatz durch belgische Kohle herbeizuschaffen.
Washington, 20. Jan. (Reuter.) Die Beziehungen zwischen den 23 er einig ten Staaten und: Venezuela sind entschieden gespannte. Der amerikanische Gesandte in Caracas. Bowen, meldet, die Vorschläge des Präsidenten für die Regelung der Angelegenheit der Asphalt-Compagnie und anderer ftreitiger Punkte seien derartig, daß es für Amerika unmöglich sei, sie anmnehmen. Präsident Castro hat, als ihm hiervon Mitteilung gemacht wurde, die Verhandlungen abgebrochen, wenigstens für einige Zeit, indem er die Hauptstadt auf unbestimmte Zeit verlassen hat. Es ist beinahe als sicher anzunehmen, daß die Vereinigten Staaten eventuell zu Zwangsmaßregeür gezwungen werden, aber man wird dazu nicht eher die Zuflucht nehmen, als bis alle Mittel der Diplomatie erschöpft sind, da die Regierung der Vereinigten Staaten- nicht beabsichtigt, mit übertriebener Eile vorzugehen.
Telephonische
F ni
3Vi% Reichsanleihe . . 101 80 3Vi do. . . . 89.75
Wt% Konsole .... 101.80 3°/0 do 89.80 3*/9°/n Hessen .... 100.00 3V, % Obsrhesson . . . 99.70 4 % Oesterr. Go'drento . 10170 4‘b% Oesterr. Silberrente 100.30 4% linear, Doldrento . . 100.00 40/ Italien Rente , . . 105.00
Portugieser » . . 64.70 30/ Portugiesen 64.00 1 % C. Türken . . . . —.— Türkenlose 130.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 51.00 41/» % Süssere Argentiner —.—
Tendenz: s
i* Kursbericht.
iktnrs a 21. Januar.
3o/(l Mexikaner .... 33.00 4VoVa Chinesen .... 92.20
Electric. Sebuckert . . . 138 00 Nordd Lloyd . . , . 109.50
Kreditnktien 212 00 Diskonto-Kommandit, . , 192.10 Darmstädter Bank . . . 142.40 Dresdener Bank .... 158.20 Berliner Handelsges. . . 164 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.50 Lombarden . . . . . 17.50 Gotthardbahn 193.00 Laurahütte 256.00 Bochum ...... 236.70 Harpener 209.70 Staatsschatzscheine ... —.—
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Gießen, den 21. Jan. 1905. 4201 Seipel, Gerichtsvollzieher.
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