Ausgabe 
20.9.1905 Erstes Blatt
 
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kompagnie die Nauklust-Eiugänge beseht hält. General v. Trotha begibt sich über Bethanien zunächst nach Keet- mannshoop. Er hat nunmehr den Süden des Schutzgebietes in folgende Bezirke eingeteilt: Bezirk Nordbethanien und Berseba unter Major Meister, Bez. Ostnamaland unter Major v. Estorfs, Bezirk Süden unter Oberstleutnant v. Semmern, Etappcnbezirk zwischen dem ersten und zweiten Bezirk, zur Sicherung der Etappenlinie Lüderitzbucht-Keetmannshoop.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Es kann nach -dem, was schon bekannt ist, keinem Zweifel unterliegen, daß die Unruhen unter den Eingeborenen im nord­westlichen Teile des Konzessionsgebietes der Gesellschaft Süd-Kamerun aus die Art und Weise zurückzuführen sind, wie in diesem Gebiete der .Kautschukhandel be­trieben wird. Zurzeit streiten sich die Vertreter der Gesell- schast Süd-Kamerun unb der Küstenfirmen darüber, wer der schuldige Teil ist. Aus den gegenseitigen, einander gcgcnüberstchcnden Behauptungen ist keine Klarheit zu ge­winnen,^ obwohl nicht direkt beteiligte Kreise dazu neigen, den größeren Teil der Schuld den Küstenfirmen beizmnessen. Bei dieser Lage der Dinge ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die Kolonialrcgierung schon längere Zeit eingehende Erhebungen über die' Ursachen der Unruhen anstellt. Wie wir erfahren, stellte vor einiger Zeit die Kolonial­regierung auch dem Gouverneur anheim, mit dem 'Ab­schluß der Erhebungen einen richterlichen Beamten zu betrauen.

Deutsches ReSeh.

Berlin, 19. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin werden am 24. Sept, in Rominten (Ostpr.) cintreffen. Wie früher, so soll auch in diesem Jahre während des Aufenthalts des Kaisers in Romintcn eine Ehrenkompagnie aus Goldap in S^ittkehmen und eine solche aus Gumbinnen in Rominten einquartiert werden.

Das Oberverwaltungsgericht erklärte den Kron­prinzen für kreis steuerpflichtig.

Essen (Ruhr), 19. Sept. Die Reich stagsersatz- wahi ergab Stichwahl zwischen Zentrum und So­zialdemokratie. Das vorläufige Ergebnis, wobei noch mehrere Bezirke ausstehcn, ist folgendes: Giesberts (Ztr.) erhielt 32 000, Gewehr (Soz.' 2(5 917, Niemeyer (Kompromiß) 17 309 Stimmen.

Graudenz, 19. Sept. Der steckbrieflich verfolgte Reichstagsabgeordncte Kulers t i ist nach Deutschland zu- rückgckehrt und hat die gegen ihn früher erkannte zwei- m o n a t l i ch e G e s ä n g n i s st r n f e in Plötzensee bei Berlin angetreten. In einer neuen Strafsache wegen Aufreizung verschiedener Bcvölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten ist Termin auf morgen vor der bieiiaen Strafkammer angesetzt.

Keer und Motte.

DasVerordnungsblatt des bayr. Kricgsministe- steriums" veröffentlicht eine Reihe von Auszeichnungen, welche der Prinzregen' preußischen Offizieren verliehen hat. Unter anderem erl)ü n das 0'roßkreuz des Militärver- dienstordcns: Der Ey.-. d. S Militärkabinetts (^raf Hülsen- Häs eler, der Gcueraludjutant des Kaisers (Generalleut­nant v. Moltke, der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Eichhorn. Zur Disposition gestellt wurde Generalleutnant Frhr. Barth zu Harmating, Ehef des Generalstabes der Armee, unter Verleihung des Charakters eines Generals der Infanterie. Ernannt wurde zum Chef des Generalstabes der,?(rmee und Inspekteur der Militärbildungsanstalten Generalleutnant Ritter v. En­dres, Kommandeur der zweiten Division.

Ein scharfer Schuß im Manöver. Nach den Münch. N. Nachr." hat sich der Soldat Hansstätter der 5. Komp, des 10. Jnf.-Regts. freiwillig gestellt als der­jenige, der den scharfen S im Manöver am 15. Sept, abgegeben hat, durch den der Sergeant Babel der 2. Komp, des 11. Jnf.-Regts tödlich verletzt wurde. Hansstätter wurde in das Militärgefängnis in Regensburg cingelicfcrt. Wie von anderer Seite noch gemeldet wird, tvurde der tödliche Schuß aut eine Entfernung von 170 bis 180 Metern abgegeben; er ging dem Unteroffizier durch die Patronentasche in die Gedärme, sodaß er den Tod herbei­führen mußte. Höchst sonderbar ist es, daß der getroffene Sergeant hinter der Schützenkette stand. Die Patrone war keine eigentlich scharfe, sondern war aus Spielerei von dem Soldaten selbst angefertigt worden; erwollte mal bloß sehen, wie das ging"._____________________________________

Kirche und Schute.

sd. Frankfurt, 19. Sept. Die Stadtverord­neten hatten beschlossen, die Vorsch ulkla sscn an den höheren Schulen a u fzu h eb en. Der Magistrat lehnte dies ab, in der Hauptsache deshalb, weil dadurch ein Einnahme- aussall von 300 000 Mk. jährlich entstehen würde. Die Angelegenheit führte heute zu einer längeren Debatte und zu Zusaminenstößen zwischen den Gegnern und Fremden der Volksschulen. Schließlich wurde ein ^lntrag des Stadtv. Bruck angenommen, wonach der Magistrat ersucht wird, eine Vorlage wegen allmählicher Abschaffung der Vorschul­klassen an den höheren und Mittelschulen zu machen. Es wurde sodann noch ein vom Stadtv. Dr. Quarck einge­brachter Antrag wegen Regelung des Schulgeldes besprochen Danach soll die S) öl) c des Schulgeldes sich nach dem Einkommen des Vaters richten. Nach kurzer Debatte lehnte die Versammlung den Antrag Quarck ab.

Anstund.

London, 19. Sept.Daily Telegraph * meldet au§ Tan gcr: Der belgische DampferBille de Bordeaux" landete in Fedhala zwischen Rabat und Casablenca eine große Ladung Feuerwaffen und Munition. Ein Deutscher, ein Franzose und ein Belgier sollen in die Angelegenheit verwickelt sein.

Haag, 19. Sept. In der heute bei der Eröffnung der Tagung der Generalstaatcn verlesenen Thronrede heißt es: Die Lage deL Landes und seiner Kolonien ist befriedigend. Die wirtschaftliche Lage auf Java besserte sich; auf Borneo sei der Widerstand der Mitglieder der Dynastie deS Sultans gebrochen. Die militärische Aktion im Süden von Celebes sei vorläufig von Erfolg gekrönt gewesen. Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten seien nach wie vor freundschaft­lich, die Beendigung der Feindseligkeiten in Ostasien habe der Königin eine besondere Freude bereitet. Bezüglich der dem Parlamente vorzulegenden Gesetzentwürfe würden Entwürfe vorgelegt werden betreffend die Einführung der bedingten Verurteilung und betreffend die Abänderung des Gesetzes über den Verkauf geistiger Getränke. Die Finanzfrage mache eine vorsichtige Finanzgebarung zur gebieterischen Notwendigkeit. Obgleich die Einnahmen beträchtlich steigen, werde dadurch

doch das Anwachsen der Ausgaben nicht ausgeglichen. Unter den Vorlagen befindet sich ferner eine solche betreffend den militärischen Vorbereitungsdienst der Jugend, wodurch das ganze Volk vorbereitet werden soll, Waffen zu tragen, sodann eine Vorlage betreffend eine zwangsmäßige Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung. Schließlich wird eine Revision der Verfassung in der Richtung vorgeschlagen, daß der Gesetz­gebung die Möglichkeit zu einer Abänderung des Wahl­rechts gegeben wird.

Wien, 19. Sept. In der heutigen Sitzung des Ar- beiterversicherungS-Kongresses führte Millerand den Vorsitz. Geheimrat Dr. B o ed iker - Berlin sprach Millerand den Dank des Kongresses auS für sein Er­scheinen und seine Mitarbeit. Millerand werde die Kenntnis, die er während seines Aufenthalts in Deutschland und Oester­reich von zahlreichen sozialpolitischen Einrichtungen erlang habe, nach seiner Heimkehr verwerten, sodaß es ihm unb leinen Mitarbeitern gelingen werde, ein Arbeiterversicherungs- stesetz zu stände zu bringen, so schön rote sein schönes Vater­land. (Lebhafter Beifall.)

Neroyork, 19. Sept. Auf die Anfrage eines Korre­spondenten erzählte der chinesische Gesandte Liangcheng, daß der Bau einer Stamm eis en bah nlinie unter chinesischer Leittmg geplant sei, roelche die drei Zentral- provinzen Chinas von Kanton nach Peking durchschneiden solle. Die Eisenbahn K a n to n--H a n kau, deren Konzession kürzlich von den Amerikanern an China zurückgegeben roordcn sei, solle den südlichen Teil dieser Eisenbahnlinie bilden.

KricgSdcsraudatronen in Japan.

Aus Tokio meldet das Reuter-Bureau:

Es sind Unterschlagur gen von 330 000 Pen, begangen durch drei Mar inc-Zahchlmeister, entdeckt worden. Die Nackricht wurde zunächst mit Ruhe ausgenom­men, nachdem jedoch bekannt wurde, daß sich die Unter­schlagungen über ein Fahr hin erstrecken, ohne daß sie gemerkt wurden, hat ein Gefühl des Mißtrauens und der Beunruhigung gegen die Marineverwaltung Platz gegriffen Die Angelegenheit wird wahrscheinlich Angriffe auf die Negierung Hervorrufen________________

Don der faridunrlschaftlichkn Landes- und Iuviläums-Ausstessung in Mainz.

(Original-Artikel de-^Gießener Anzeigers.)

Mainz, 19. Sept.

Der eamStafl. der dritte Tag der Ausstellung, ist heran­gekommen. Es ist am stützen Morgen kühl und trübe. Aber mit der steigenden Sonne steigt die Temperatur und die Flut von Menschen, die aus den Provinzen Hessens kommen und schauen wollen. Ich setze viele Gesichter, die mir aus Ober Hessen vertrant sind, sie folgen dem Zuge zum Rhein, den sie von ihren Altvordern ererbt zu haben scheinen.

Der Besuch der Ausstellung ist am Samstag außerordentlich- stark. Am Ausstellungstore, am Haupttore, hat das Auffichts- versonal kaum zu bewältigende Aufgaben. Das Han))teingcmgs- tor ist, im Jugendstile aufgesützrt und ist trotzdem aitßerordent- Nch malerisch und ansprechend auch für den Laiengeschmack, der sonst den Jitgendstil nicht recht vertragen kann.

In der Ausstellung das gewohnte Bild. Schaulustige die Menge. Ein Glück, daß die grüße Zahl der Besucher sich ver- terlt auf beide Ufer des Rheins. Zahlreiche Schulen, Küaben- und Mädchenschulen ziehen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen durch die Ausstellung. Ich bedauere die armen Jungen, deren Zähne zwischen den Lippen blitzen, tocim sie an den reich mit Aepfeln besetzten. Tischen vorbeigeführt werden. Wie würde es kmehen, wenn diese Prachtäpfel zwischen die Zähne dieser kau- lustigeit Jugend gerieten. Die leuchtenden Augen der Jungen verraten die Lust mit diesen Gegnern, den Aepfeln, in Streit zu geraten. Die Schülerinnen treiben ihren besonderen Sport. Die Vertreter der Aussteller sind stets bereit, jedem der ihre Ansstellnngsgegenstände besichtigt, einen Prospekt, wie man die Reklamezeichnungen und Beschreibungen nennt, buntfarbige und andere in die Hand zu drücken. Die Schülerinnen sind dank­bare Mnehmer. Viele Hände strecken sich nach den Prospekten ans und geradezu beladen mit allen solchen Drucksachen er­scheinen sie beim Verlassen der Ausstellung. Die Aussteller können sich gar keine sichereren Botinnen für ihre Re kl am e- schriften wünsck>en und in viele tausend Häuser wandern auf diesem Wege die Preiskourante der Aussteller.

Wieder ist schon gegen 9 Uhr die Kosthalle der Winzer- gmossenscbaften besetzt, oder vielmehr bestanden. Sitzgelegenheit gibt es hier nicht. Und merkwürdig, immer wieder geht die eine oder andere Sorte Wein ans. Ich gewinne den Eindruck, als ob hier wenig geschäftsmäßig verfahren würde. Man hätte wahrscheinlich sonst noch viel mehr Wein verzapfen können. Die Winzergenossenschasten leiden doch sonst immer rat Ueberfluß an Wein.

Ich bedaure immer wieder, daß die Konzerte in dem Trubel so wenig beachtet werden, am Nachmittag, am Mend besonders. Mer es ist empfindlich kühl am Mend. Um auszuhalten in dem Park der Stadthalle ist in den Abendstunden eine Pelzbekleid- ung nötig. Wie müßte es sonst am warmen Mend beim kühlen Trunk und bei den Klängen der ausgezeichneten Musik so sckwn sein hier an ben Ufern des Rheins. Venetianische Nächte bei der Temperatur brr! Die Wirtschaften in der Rheinstraße usw. haben den Vorteil davon. Die Obstausstellung in der Stadt­halle hats gut. sie friert nicht. Es wäre wohl doch vorteilhafter gewesen, die Stadthalle ivärc für die Besucher der Ausstellung für alle Stunden der Tage und besonders des Abends reserviert geblieben, dann hätten die Musiker nicht am Abend vor fast leeren Bänken foitjcrtieren müssen.

Am Samstagabend versammelten sich die Akade m i ker des landwirtschaftlichen Jnstittits Gießen int Innern der Stadt zu einem Kommers, zu dem frühere Akademiker und eine große Anzahl von Landwirten und anderen Gästen geladen waren. Der Kommers verlief sehr männert. Reden und Gesänge wechsel­ten in reicher Zahl. Auch der Stadtkommandant von Mainz Exzellenz v. Borries war erschienen und seine im ernsten und wieder launigen Tone gehaltene Ansprache steigerte die gute Stimmuing ungemein. Professor Gisevius tat, als ob er so bloß gelegentlich dabei wäre, und doch "merkte der einiger­maßen Eingeweihte seine geschickte Hand bei der ganzen Ver­anstaltung. Wie lange dieser Kommers gedauert hat, wird nicht ausgeplaudert.

Der Sonntag brachte das beste Wetter und eine Ueberzahl von Besuchern der Ausstellung, die mir unheimlich wurde. Ein guter Stent und eine umsichtige Leitung waltete über der Aus­stellung, sonst hätten eigentlich bei der utlunterbrochenen Ueber- sahrt über den Rhein eine recht erhebliche Anzahl von Menschen verunglücke: müssen. Glücklicherweise ist aus dem Ansstellungs- terrain kein ernster Unfall zu bellagen gewesen.

Zur Meilchrkverung.

Berlin, 19. September. Der Brande nbtt rgische Städtetag nahm einstimmig folgende Resolution an: Die Fleischpreise haben eine Höhe erreicht, daß die Ernährung der minderbemittelten Bevölkerung darunter leidet. Der Städte­tag richtet an die StaatSregiertmg die dringende Bitte, die­jenigen Maßnahmen unverzüglich anztiordnen, die geeignet sind, Abhilfe zu schaffen.

Berlin, 19. Sept. Der Präsident deS deutschen LandroirtschaftsrateZ, Graf Schwerin-Loewitz, richtete

an den Reichskanzler und den Landwirtschaftsminister eine Eingabe, roorin die dringende Bitte ausgesprochen wird, in den zurzeit geltenden Anordnungen gegen die Einschleppung von Viehseuchen aus dem Auslande keinerlei Ab­schwächung eintreten zu lassen. Die Oeffnung der Grenzen roürde auf die großstädtischen Fleischpreise keinen irgendwie nennenswerten Einfluß ausüben können, dagegen die deutsche Viehzttcht im höchsten Grade gefährdet. Der­artige Gefährdungen hatten stets die Folge, die Landwirte von der Steigerung der inländischen Viehproduktion, wie sie bei dem Vertrauen auf gesicherten Grenzschtttz unbedingt zu erwarten sei, immer von neuen abzuschrecken.

Köln, 19. Sept. Der rheinische Bauernverein beschloß in seiner gestrigen Versammlung die Absendung einer Petition an den Reichskanzler, den Landwirtschaftsminister und den Oberpräsidenten der Nheinprovinz, in welcher namens 53 000 chemischer Bauern dringend darum gebeten wird, den Schutz der rheinischen Viehzucht in vollem Umfange attfrecht zu erhalten, insbesondere aber die Oeffnung der holländischen Grenze unter keinen Umständen zu bewilligen. In dies Angelegen­heit soll namens der christlichen Balternvereine Deutschlands eine Deputation an den Landwirtschastsminister gesandt werden.

Plauen i. V., 19. Sept. Der konserv.Vogtl. Anz/ droht den Fleischern, daß die Landwirtschaft, wenn sie sorstahren, die Agitation gegen die Grenzsperre zu unter­stützen, gezwungen sein wird, eigene Schlächtereien zu errichten. Die Landwirte wollen mit ihren Schlächtereien beweisen, daß es keine Fleischnot gibt.

Ire ßsiotera.

Der prenß.Staatsanz." meldet: Vom 18. bis zum 19. September mittags wurden im preußischen Staate sieben choleraverdächtige Erkrankungen amtlich gemeldet, davon je. 2 in den Kreisen Marienburg und Filehne, je 1 in den Kreisen Flatow, Friedeberg in der Neumark und Randow. Die Gesamtzahl der Cbolerafälle beträgt bis jetzt 208 Er­krankungen, von denen 75 tätlich endigten. .

Ferner wird gemeldet:

In Dirschau rourbe bei einem Buchbinder Cholera fest» gestellt. Als choleraverdächtig wurde ein Deicharbeiter aus Groß-Montau, der zugestandenermaßen Weichselwasser getrunken hat, in die Isolierbaracke eingeliefert. Bei einer in der Cholerabaracke befindlichen Schiffersfrau und deren 2 Jahre alten Tochter wurden Cholerakeime sestgestellt. Ji Güstow (Pommern) starben zwei Personen unter cholera- verdächtigen Erscheinungen. Auf Anordnung des General­arztes des 2. Armeekorps wurden die in Güstow einquartiert gewesenen Dragoner in Baracken isoliert. Bei dem Arbeiter AloyS FormanSky-Weidenhof bei Breslau, der soeben ge­storben ist, ergab die bakteriologische Untersuchung Cholera. Ferner ist in Obornik (Posen) ein Arbeiter gestorben, bei dem amtlich Cholera festgestellt wurde. Infolge der Chotera- j)lnfteckungsgefahr sind sämtliche Gefängnisse im Bezirk des Oberlandesgerichts Posen auf einen Monat gesperrt worden. Verurteilte, die sich auf freiem Fuß befinden, werden daher zurzeit nicht im Gefängnis ausgenommen.

Aus StaSt nnö Kaui.

Gießen, 20. September.

Sprcchstrendcn der Redaktion:

121 Uhr mittags, V»?1/28 Uhr abends.

** Personalien. In den Ruhvstand versetzt wurde der Oberlehrer an der Gemeindeschule zu Ober-Ramstadt, Glaser, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner lang­jährigen treuen Dienste unb Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.

** Tagesordnung für die Sitzung bet Stadtverordneten-Versammlung a m Freitag, den 2 2. September 190 5, nachmittags 4 Uhr. 1. Auslosung von Schuldverschreibungen: a. des Anlehens von 1893, b. des AnlehenS von 1894, c. deS Anlehens von 1895. 2. Mitteilungen. 3. Die Teuerung der Lebens­mittel. 4. DiSpensgesuche: a. von Philipp Horn für die große Mühlgasse, b. von Konrad Schmidt für den Selters­weg, c. von Louis Becker für den alten Steinbacher Weg, d. von Louis Hellmold für die Schwarzlach, e. von dcc Aktienbrauerei Gießen für Kaplansgasse 10, t. von Konrad Häuser für Riegelpfad 22, g. von Frau Dr. Jett für Grün- bergerstraße 23, h. für die Irrenanstalt an der Licherstraße. 5. Fluchtlinienplan für die Wilhelmstraße zwischen Ludwig- unb Ebelstraße; hier: Einsprüche von Bischoff uud Appel. 6. Verwertung von Baliplätzen an der Licher Straße. 7. Ge- ländeaustausch bei der Universitätsbibliothek. 8. Gesuch von Heinrich Winn um Erlaubnis zur Ueberbrückung deS Stadt- bachs im Zuge der großen Mühlgaffe. 9. Herstellung eines chienenfreien UebergangS im Zuge der Frankfurterstraße. 10. Vergebung von Kanalarbeiten. 11. Vergebung von Ar­beiten für die Straße neben der Veterinärklinik. 12. Ver­pachtung der Gemeindejagd; hier: Eintritt des Fabrikanten Throm in das Pachtverhältnis. 13. Gewährui,g freier Lehr­mittel an den Volksschulen. 14. Wirtschaftskonzessionsgesiiche: a. von Heinrich Rusch für Kanzleiberg 5, b. von Jakob Wörner für Westanlage 64, c. von Karl Leven für Aster­weg 7, d. von Heinrich Blum III. für Licherstraße 57, 6. von Friedrich W. Schmidt für Bahnhofstraße 77, f. von Hermann Schrödel für Wolkengasse 27, g. von Friedrich Kahle für Wetzlarer Weg.

* Militärdienst nach richten. Die Assist.-Aerzte der Reserve Dr. Richter-Gießen, Dr. Guri- Molsheim, Dr. Mörchen-Höchst zu Oberärzten befördert.

EineZwiwivel" - Unterhaltung im Theater. Einem Darmstädter Blatt wird folgende Geschichte erzählt:: Unser Hoftheater wurde anfangs der 50er Jahre unter Teschers Direktion nutzbarer eingerichtet, indem u. a. das Steh- parterre in Wegfall kam und Seitenlogen eingeführt rourbeii. Der mittlere Hintere Parterreraum erhielt zwei schmale, tiefe Logen, durch einen Gang getrennt, ivovon die rechte Seite für die Familienangehörigen der Hofmusik, die linke für die des Hofchorpersonals bestimmt war. Sie führten den sehr bezeichnenden NamenStöllchen". Bei Aufführung der ^prrFidelio" saßen im Hofmusik-Stöllchen zwei befreundete Frauen Th. und Er., geb.Hof, nebeneinander, daß dies nicht stumm geschah, ist wohl verzeihlich. Das Thema mufc

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Helt eine Ansprache, k Ausstellung hin, männern nahezu er Rebe, in welcher bi freudige Unterstütz» ausgesprochen rourb Se. tönigl. hoher Leistungen der A nicht zur Verteilun eine größere Anzab teilt, wobei natürl besonders zahlreich .

Q Marburg, dir Teilstrecke der M dm betrieb ü' AeimiMncM de Endziel Treihousrn nächst ein Revisioi ganze Strecke und polizeilichen Abna brachte ein Ertraz sieslem, Wittelsbe die Vereine Ansstc "nd in Dreihansen Bahn betragen etroi °uf den Grunberwer jnb Kommnnalverbl ^tl; welcher Nicht,, °b nach Londorf ob,

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