Ausgabe 
20.9.1905 Erstes Blatt
 
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>em Buchbinder Cholera fest.! lirbe em Deicharbeiter an- mQBen Weichselwasje rQ(fe emgeliefert. Bei eine Schiffersfrau und bete- holerakeime sestgesteüt. Z: 1(1 Personen unter cholmW Anordnung des GeneraW

1 die in Güstow einquartiM isoliert. Bei dein ArbeiirM Brcslau, der soeben et>M giiche Untersuchung CholM» ein Arbeiter gestorben, k B urde. Infolge derCholm-U e Gefängnisse im&jtrfB uf einen Monat gejptm freiem Fuß befinbwMt I ausgenommen.

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irßen, 20. Seyiernbn.

-1|28 Uhr abends.

n Ruksstand verseht wck ideschule zu Ober-RamM iter Anerkennung seiner Ian;' Verleihung deS Silben«, lipps des Großmütigen. | ür die Sitzung dH imhing am Freite; , nachmittags 4 lb: ibungen: a. des Anlem on 1894, c. des AnM Die Teuemng der Lebev von Philipp

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sehr interessant gewesen sein, so daß es bei Beginn des zweiten Aktes noch fortgesetzt wurde; nun wird aber bei uns schon seit undenklichen Zeiten bei Beginn des zweiten Akte? Beethovens dritte Ouvertüre zur Oper, die sog. Leonore-Ouvertüre" gespielt, welche an einer Stelle plötzlich auSsetzt, während hinter dem Vorhang ein Trompctensignal ertönt. Während dieser Pause sagte Frau Er., eine geborene Urberacherin, zu ihrer Freundin Th. nur für die in nächster Nähe Befindlichen verständlich:Ich mach' se mit Zwimwele." Mein väterlicher Freund und Dienstvorgänger Str., welcher in der Nähe stand, hörte diese Worte und er­zählte das Vorkommnis zu Hause unter großem Gaudium.

(!) Bad-Nauheim, 20. September. Die Neu­wahlen der Stadtverordneten finden am 26. Sept, statt. Es scheidet 1/3 der Stadtverordneten aus, wozu noch zwei Ersatzmänner für die zu Beigeordneten erwählten früheren Stadträte kommen. Im ganzen sind sieben neue Stadträte zu wählen. Die Zahl der Kandidaten ist sehr groß.

Friedberg, 18. Sept. Am Mittwoch, dem 20. Sept., werden die Kandidaten des Oberkurses aus dem Verband des hiesigen Predigersemi nars entlassen. Es sind Wilhelm Becker und Ferdinand Weckerling aus Friedberg, Bender aus Hitngcn, Hofmann aus Gießen, Knott aus Bensheim, Nack aus Mainz, Unverzagt aus Darmstadt.

+ Wallenrod, 19. Sept. Durch einen bedauerlichen Unglücks fall wurde die Familie des Arbeiters Ritter in schweres Leid versetzt. Ritter fiel beim Maschinendreschen vom Scheunengerüst kopfüber in die Tenne und brach das Genick, sodaß der Tod sofort eintrat. Seine Frau und fünf Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren haben ihren Ernährer verloren.

K. B. Darmstadt, 19. Sept. Der Finanzaus­schuß der Ersten Kammer trat heute zur Beratung des Gesetzentwurfs über die Gemeindesteuerreform zu- sanimen. Seitens der Regierung nahmen Finanzminister Gnauth, sowie die Ministerialräte Dr. Becker, Dr. Best und Weber an den Verhandlungen teil. Diese dehnten sich bis 6 Uhr abends aus, kamen jedoch noch nicht zum Ab­schluß, sondern sollen demnächst fortgesetzt werden. Die Gartenbau-Aus st ellung ist heute abend mit einem kurzen Festakt auf der Terrasie vor den Olbrichgärten ge­schlossen worden. Neben zahlreichen Stadtverordneten, Ausschußmitgliedern und Ausstellern wohnten auch Obersthof­marschall v. Westerweller, Stadtkommandant General­major v. Lpnker, Geh. Kabinettsrat Römheld u. A. der Feier bei. Der stellvertretende Vorsitzende, Stadtv. Stem m er, hielt eine Ansprache, in ivelcher er auf die schönen Erfolge der Ausstellung hinwies, die bei Presse, Publikum und Fach­männern nahezu einstimmig große Anerkennung fand. Die Rede, in welcher besonders dem Großherzog für seine opfer­freudige Unterstützung und allen Ausstellern wärmster Dank ausgesprochen wurde, schloß mit einem dreimaligen Hoch auf Se. königl. Hoheit den Großherzog. Da für die besten Leistungen der Aussteller besondere Preise und Medaillen nicht zur Verteilung gelangten, hat die Ausstellungsleitung eine größere Anzahl von Plaketten an die Aussteller ver­teilt, wobei natürlich die Darmstädter Künstler und Gärtner besonders zahlreich bedacht wurden.

[] Marburg, 19. Sept. Nachdem anfangs April d. I. die Teilstrecke der Marburger Kreisbahn bis nach Ebs­dorf dem Betrieb übergeben werden konnte, fand heute die Betricbsübcrgabe der ganzen Bahn bis zii ihrem vorläufigen Endziel Dreihausen statt. Vormittags um 9 Uhr befuhr zu­nächst ein Nevisionszug mit höheren Verwaltungsbeamten die ganze Strecke und in Ebsdorf wurde das Protokoll der landes­polizeilichen Abnahme genehmigt. Heute mittag um 1 Uhr brachte ein Extrazug zahlreiche Festgäste nach Dreihausen, in Heskem, Wittelsberg und am Endziel hatten die Schulen und die Vereine Aufstellung genommen, überall fanden Festakte und in Dreihausen Festmahle statt. Die Gesamtkosten der Bahn betragen etwa 1 180 000 Mk., wovon etwa 90 000 Mk. auf den Grunderwerb enffaflen. An den Kosten ist zu 2/3 Staat und Kommunalverband beteiligt, während 1/g der Kreis trägt. Nach welcher Richtung die Bahn einmal weitergeführt wird, ob nach Londorf oder Mücke, ist noch unklar.

Fulda, 19. September. Dem Fuldaer Kreisblatte entnehmen wir folgende Mitteilung: Trotz der zur Zeit so hohen Fleischpreise wurden im Monat August 1905 im hiesigen Schlachthofe mehr als im Monat August 1904 geschlachtet: 10 Ochsen, 17 Stiere, 30 Kühe, 5 Kalbinnen, 70 Kälber, 14 Hammel, 12 Schafe, 6 Ziegen, 5 Bullen und nur 24 Schweine weniger als im Monat August vorigen Jahres. Ein Beweis, daß in unserer Gegend noch kein Mangel an Vieh ist. Der Gesamtverbrauch an Fleisch Ainb Fleischwaren im August d. Is. betrug hier 4477 Kilo­gramm mehr als im August vorigen Jahres.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In F u l d a stürzte sich in einem Augenblick, wo ihn der barmherzige Bruder allein gelassen hatte, der typhus­kranke Bäckermeister Joseph Traut im Fiebervaroxismus aus dem Fenster seiner im ersten Stockwerk gelegenen Wohnung ans das Straßenpflaster und verletzte sich so schwer, daß er bald darauf starb. Pfarrer Wilhelm Färber, zurzeit Plärrer zu Frohn­hausen im Hinterlandkreis, ist mit beiu 1. November zum Pfarrer oes Kirchspiels Bleidenstadt ernannt worden.

Noch nicht dagewesen! Am Montag ging Berliner Blättern auf lithographierter Karte folgende Mit­teilung zu:

Elsbeth Fresirau von Zeppelin, geb. Lenckield v. Weysen, und

. Roda Roda

haben sich in freier Ehe verbunden.

Berlin W. 30, Nollendorfstr. 18.

im September 1905.

Roda Roda ist der Kriegsname des Schriftstellers Alexander M. L. Roda, der als k. k. Oberleutnt. der öster­reichischen Armee angehört hat, und, wie man au5 vor­stehender Anzeige schließen darf, wohl nicht mehr angehört. Will der Verfasser deSGemütskranken Husaren" durch diese Anzeige den Beweis liefern, wie sehr sein eigenes Gemüt in­zwischen sich abgehärtet hat auch gegen die Anschauungen *)er Kreise, die bisher seine Anschatmngen von Pflicht und bhre bestimmten? Oder wollten Beide durch die Uebersendung hrer Anzeige lediglich bekunden, daß ' sie ihre Beziehungen 'U dieser Gesellschaft nun endgültig abgebrochen haben?

Was kostet ein Autogramm Kaiser Wil­

helms II. ? Obwohl die Zahl der Autographensammler in der gleichen Zeit gewiß weder abgenommen, noch sich vermehrt hat, Haven sich die Preise auf dem Markte der Autogramme in den letzten Jahrzehnten wesentlich ge­ändert. Mau bezahlt letzt nicht so sehr den bloßen Namen des Schreibers, sondern es ;fr die Wichtigkeit des Inhalts des Geschriebenen, die dessen Wert bestimmt. So kosten z. B. Autogramme der lebenden gekrönten Häupter, da es sich zumeist nur um ziemlich belanglose Gelegenheitsbriefe handelt, durchaus nicht soviel, wie man glauben sollte. Auf einer Zkuktion, die kürzlich in London stättfand, brachte z. B. ein derartiger kurzer Brief Kaiser Wilhelms II. nur zehn Schillinge. Ebensoviel wird durchschnittlich für Auto­gramme deS Königs von Italien, des Kaisers von Oester­reich und anderer Monav "n gezahlt, die noch unter den Lebenden weilen. Nur twnia höl"?r notiert Zar Nikolaus II., und ein Schreiben der Könioin Viktoria ging für 50 Mark weg, wäre aber zu ihren Lebzeiten gewiß noch billiger gewesen. Ganz schlecht im Kurse steht Fürst 'Albert von Monaco, dessen 'Autogramme kaum für sage und schreibe einen Schilling Liebhaber finden. Wenn die Preise für Autogramme längst toter geschichtlicher Persönlichkeiten da­gegen viel höher sind, so erklärt sich dies damit, daß eben meist erst nach ihrem Tode wirklich inhaltreichere Aufzeich­nungen von ihnen in den Handel geraten und dann natür­lich schnell begehrt und 'm so seltener werden. So erzielte ein Brief Nelsons an feine Geliebte, birt schone Lady Hamil­ton, jüngst 2600 Mark, mb ein Schreiben der unglück­lichen Königin Maria Stuart sogar die für ein einziges Blättchen Napier immerhin recht erhebliche Dumme von 18000 Mark.

*DasgrößtepreusiischeDorfWilmersdorf bei Berlin hat mit Ende der vergangenen Woche eine Ein­wohnerzahl von 60 000 Seelen erreicht. Vor 30 Jahren hatte es nur 1200 Einwohner zu verzeichnen.

* 2er Redaktionslöwe. Clarence Wolff, der Herausgeber einer in Newbarmonv. Indiana, erscheinenden Zeitung, kaufte, so berichtet der ,,Newhorker Herold", vor kurzem von einem Menageriebesitzer einen jungen Löwen, um ihn im Redaktionsdienste zu verwenden. Der Löwe ist sozusagen als Redaktioushauskn"cht und Herausschmeißer angestellt worden und hat die Aufgabe, unangenehmen Lesern des Blattes, die polternd und nörgelnd in die Re­daktion kommen, die Zähne ru zeigen und sie, wenn es sein muß, zum Kampfe heraus'^fordern. (Einen Redaktions- löweu besaß, soviel wir wissen, nicht einmal ber famose Arizona Kicker", dort ßegnimfen sich di" Redakteure damit, unangenehme Abonnenten niederzuknallen.)

* Kleine Tageschrvnik. In Großlafferde bei Peine lProv. Hannovers brachte der 45 iäfyrige Arbeiter Marx seiner Haushälterin, der Witwe Heidemann, und deren Mutter mittels eines Hammers schwere Verletzungen bei, denen letztere erlegen ist. Nach Verübung der Mordtat erhängte sich Marx. In Berlin tötete die noch nicht 16 Jahre alte Tochter Frida der Frau Anna Backhoff in der Wohnung ihrer Mutter int Klosett ihr soeben geborenes Kind weiblichen Geschlechts, in- d.m sie es mit einem Leinwandfetzen erwürgte. Die Mutter brachte den Mord zur Anzeige, worauf die jugendliche Mörderin der Eharitee als Polizeigefangene überwiesen wurde. In Leip- z i g stürzte Frau Rechtsanwalt Beck beim Fensterrcinigcn auf die Straße und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Bei einer Versammlung der Neu-Malthusianer in Lüttich schlugen sich öffentlich der sozialistische Abg. Demblou und der Erzanarchist Moineau, worauf eine allgemeine Keilerei ent­stand.

Gcrichtslaat.

Hanau, 19. Sept. Das hiesige Schöffengericht, das unlängst eine Beleidigungsklage von 11 hiesigen Stadtverordneten gegen den sozialdemokratischen Stadt­verordneten Hoch vertagte, weil es zur Vernehmung des verant­wortlichen Redakteurs dec in Frankfurt erscheinendenVolks­stimme" Otto Zielowski, der ben Verfasser von den zwei in Betracht kommenden beleidigenden Artikeln der Volksstimme nicht nennen wollte, nicht kam, setzte beute die Verhandlungen fort. Der als Zeuge geladene Redakteur Zielowski er­klärte, es Widerstreite der Ehre eines Redakteurs, den Namen eines Verfassers von Artikeln seines Blattes anzu­geben. Zielowski wurde zu 200 Mark Geldstrafe, et), zu 20 Tagen Haft und zu einer sofort zu vollstreckenden Zeug­niszwangshaft verurteilt. Zielowski wurde sofort in Hast genommen und abgeführt. Die Verhandlung wurde vertagt.

Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt.

Mülheim a. d. Ruhr, 19. September 1905.

Heute war das Geschäft in Kohlenkuxen sehr geringfügig. Gehandelt wurden Angus Viktoria, Freie Vogel, Heinrich, Trapve und Herkules. Billiger angeboten waren Konstantin der Große, Dorstfeld, Siebenplanettn und Schürbank und Charlottenburg, dagegen Heinrich, Trappe. Graf Schwerin und Gottessegen fester und höher. Die gestern zum Ausdruck gekommene festere Stimmung auf dem Kalikuxenmarkte hielt auch heute fast auf her ganz-en Linie an. Es 'waren wieder die schweren Werte, die besondere Beachtung fanden und die zum Teil ihre Kurse weiter erhöhen konnten. Gebandelt wurden ferner Schiefer­kaute, HohenzollerN imb Justus I. Für Rothenfelde waren zu höheren Preisen mehrere Käufer im Markt. Die schweren Werte sind durchweg zu etwas höheren Preisen auch erhältlich. Der Erzkuxenmarkt lag auch heute weiter fest. Wildberg, Apfelbaumerziig, Henriette, Bautenberg. Glaskopf und Waldstolln waren lebhaft begehrt und meistens höher. Der Braun­kohlenkuxenmarkt war wenig verändert. Einiges Geschäft war in Schallmauer zu aeüriaen Preisen. Rodderarube gefragt.

X'fltibeC I'vd Verkehr. Kokkswirjschlrft.

* Die Ausgabe von einer halben Million I^proz. (Siebener Stadtanleihe ist, wie uns drahtlich gemeldet wird, dem Bankhause Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt von der Großh. Regierung genehmigt worden.

Fiskus und Kohlensyndikat. Die Einigung des vreußischen Staates mit dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndi­kat dürfte nach Blättermeldungen, die aber mit Vorsicht aufzu­nehmen sind, in ben nächstfolgenden Tagen sich vollziehen. Der Fiskus soll sich zur Annahme der 10 vroz. Beteiligung der durch den Kohlenfelderankauf bei der Bohrgesellschaft neugebildeten Gesellschaft entschlossen haben und wird lautB. B. E." gleich­zeitig dem Kvhlensyndikat beitreten. Es wird gehofft, daß damit auch eine Einigung bezüglich der jetzt im Besitz der Herne G. m. b. H. befindlichen dlktien ber Bergwerksgesellschaft Hibernia er­zielt werden wird. Allerdings hat über den eventuellen Verkauf der Hibernia-9lktien nicht das Kohlensvndikat allein zu bestimmen, sondern es ist hierzu die Zustimmung einer Anzahl großer Banken und Baukhäufer, die der Hernegesellschaft angebören, not­wendig. Uni aber diese Zustimmung zu erlangen, wird seitens der Regierung der Verstaatlichungspreis für die Aktien erhöht werden müssen, da wohl kaum anzunehmen ist, das; die Inter­essenten jetzt in Verkaufsbedingungen einwilligen, die sie vor Jahresftist als unzulänglich erklärt haben, nachdem der Wert des Objektes inzwischen keine Verminderung sondern sicherlich noch eine weitere Steigerung erfahren hat.

Märkte.

Frankfurt, 19. Sept. Der Herb st Pferdemarkt war in diesem Jahr über alles Erwarten gut; der Antrieb ist groß, das Gefchäft geht flott. (Heftern war der Markt bi? gegen vier Uhr vollständig geräumt. Heute vormittag war der Antrieb von Pferden wieder gut; auch Käufer sind genug vorhanden. Hauptsächlich wurden große Käufe für Rheinland-Westfalen ge­

wacht. Morgen sollen die Besitzer von Pferdelosen auf ihre' Rechnung kommen oder auch nicht. Um zwölf Uhr ist der übliche Umzug durch die Stadt. Wie im Vorjahr wird wieder ein! großer Erntewagen mitgesührt, der im letzten Jahr allgemein; gefiel. Er ist in ber Ziehungsliste als fünfter Breis aufgesührt. An den Umzug schließt sich dann im großen Saal des Saalq baues die Ziehung der Lotterie.

fc. Frankfurt a. M., 19. Sept. H e n- und Stroh* markt. Man notierte: Heu Mk. 3.60 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.52 bis Mk. 2 60. Alles Der 50 Kilo. Tendenz: test.

(Ynninas-DraAmi'rdnnsikn.

Berlin, 20. September. Gestern traf hier die ersitz Sendung dänischer Milch in Tankwagen ein.

Oranienburg, 20. Sept. In dem Rcmontedepo^ Bärenklau, erhängte sich der Kutscher Richter, der Mörder der Arbeiterin Pioch in Berlin.

Bochum, 20. Sept. > Staatsanwaltschaft vcrhaftetS den , Maurer Georg S cj ä f e r und die Prostituierte Philipp, welche vcrb'stsi'-- sind, ben Bergmann Henne« böhl zu Werra ausgeraubt unb ermordet zu haben.

London. 19. Scvt. Nach einem Bericht, den der hiesige argentinische Gffanbi- von dem Finanzminister Argentiniens über die Konversion der seehsprozent. argentinischen inneren Schuld in eine fünf­prozentige erhalten hat, sind nominell 58 619 500 Pesos von^ einem Gesanttbüraae von ^6 918 300 Pesos konvertiert.

Budapest, 19. Sept. Wie derUng. Corr.^ meldet, ist die Entsendung eines sogenannten homo re »ins in Aussieht genommen, der als Vertrauensmann der Krone mit den Führern der Koalition in Verhandlung tritt und die Lösung der Krise vorbereitet. Als Kandidaten für diese Mission werden der frühere Finanzminister Lllkacs, der frühere Ministerpräsident Weckerle und der gemeinsame Finanzminister Burian genannt.

Konstantinopel, 20. Sept. Die erste Gattin deK Sultans ist von einem Knaben entbunden worden.

Tiflis, 19. Sept. sPetersb. Telegr.Mg.) In Baku: dauern die Mordtaten und die Verwundungen, die mit Hieb- und Stichwaffen auSgeführt werden, an. Räuberei wird überall in der Provinz Elisabcthpol getrieben, besonders auf der Strane Agdama, und auf dieser ist 61en er al Takaischwili mit Truppen angekommen. Eine Ta­tarenbande wurde von Kosaken bis in ein armenisches Kloster in der Provinz Eriwan verfolgt unb dort zerniert, bis Mohammebaner zum Entsatz herbeieilten unb sie be«, freiten.

Marokko.

Paris, 19. Sept. Bezüglich der in den Verhandlungen über Marokko cingetretcncu Verlangsamung erklärte Ge» sandter Dr. v. Rosen einem Redall.eur: Es handelt sich dar­um, .die zukünftigen Verhältnisse zu regeln, ohne daß irgend eine Zweideutigkeit ober ein Mißverständnis möglich ist. Unter solchen Umständen kann man die zu treffend? Entscheid­ung nicht genug überlegen, und es ist besser, das Einvernehmen um einige Stunden zu verzögern, als ein hinkendes Abkommen zu imvrovisieren, welches die Quelle ftir künftige Zwistigkeiten sein würde, anstatt die endgiltiae Bürgschaft des Friedens zu fein. Wir suchen ein billiges für unsere beiden Länder ehrenvolles Abkommen zu erreichen, welches ihre natür­lichen, gegenseitigen Interessen respeftieren und die gerechffcrtigta Eigenliebe nicht verletzen soll, ein dauerhaftes, feind Hintergedanken zulassendes Mkommen. Man überhastet keine Lösung, wenn es sich um so ernste Fragen in dem Leben zweier großer Völker handelt. DemTemvs". zufolge, sind die an­läßlich der Verhandlnnaen aus Tanger verlangten Auskünfte, welche heute hier eintreffen sollen, finanzieller Art.

Köln , 19. Sevt. Gegenüber den Vorwürfen der frrttu zöfische n Presse, daß Deutschland durch sein Verhaltew die Verständigung in den Verhandlungen Marokko betreffend er­schwere, sowie der Behauptung, Deutschland habe durckblickeN lassen, daß es" einen Hafen an der marokkanischenl Küste beanspruche, wird dem Pariser Korresvondenten der Köln. Zta." von zuständiger Seite versichert, daß entsprechend ben Versicherungen Deutschlands, keine Gebietseriverbungen zu beanspruchen, von irgend welchem Ansvruche auf Häfen in den Verhandlungen nicht die Rede gewesen sei.

Telephonischer Kursbericht*

Frunkfnrt n. 20. Septbr. 1905 3Vg% Reiohsanleihe . . 100 95 3°fn Mexikaner .... 68.8b

3n/i do. ... 89.60

3V,% Koneols . . . . 100 90 3°/n do 89.55

nassen ... 99.80 31/, % OborhesRen . . .. 4 % Oesterr. Goldrente . 101.85 4l/B% Oestorr. Silberrento . 101.60 4% Unerar. Goldrentej . . 98.00

4°/r Italien. Rente , . . 105.70

3% Portugiesen I . . . 69.05

3°/ Portugiesen. III . 68.60

X% Unif. Türken . . . 90.90 Türkenlose 151.80

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 96.95 4Ofn Süssere Argentiner ..

4,/j% Chinesen . . . . 97.80 Electric. Schlickert . . . 137.10 Nordd. Lloyd . . . . 134.80

Kreditaktien .... 215.30 Diskonto-Komniandit. . . 195.30 Darmstädter Bank . . . 15140 Dresdener Bank .... 167 40 Berliner Handelsgos . . 173.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.10 Lombarden 21.30 Gotthardhahn. Laurahütte 270.05 Bochum 255.75 Harpener 225.00 Staatschatzscheine . . . 100.05

Die Börse ruhig aber fest, bevorzugt Montanwerte und Türkenlose.

Die Fleischteuerung beendet.

Ein Wink.

Die anhaltende Steigerung der Fleischpreise unb das dadurch bervorgennene zunehmende Bedürmiß nach einem vollwertige»- Ersatz ftir Fleisch ist ein Thema, das heute ganz Deutschland interes­siert und ganz besonders die Kreise, welche mit einem geringeren Hausbaltnngsgelde rechnen müßen.

Vielfach ist die Annahme verbreitet, für Fleischnahrung geb* es überhaupt keinen geeigneten Ersatz. Milch und Eier enthalten wohl genügende Nährstoffe, werden aber bekanntlich von den wenig­sten Menschen auf die Taner vertragen. Gemüse und Kartoffeln sättigen wohl, enthalten aber zu wenig Nährwert um den Körper bei Kraft und zur Verrichtung der täglichen Arbeit tauglich zu er­halten. Aber unter bem Getreide finden wir, was wir suchen und zwar ist es der Haier, welcher uns die Fleischkost zu ersetzen ver­mag. Er allein enthält, wie wissenschaftlich begründet, unter allen Getreidearten die zur Erhaltung von Leib und Leben erforderlichen Bestandteile und bei richtiger Verarbeitung und Zubereitung find Haferpräparate ebenso delikat, wie iür Groß und Klein bekömmlich. Die Schwierigkeiten, die sich einer derartigen Verarbeitung des Haiers entgegenstellen, find anscheinend bei einem Produkt, das heute in jedem Kolonialwaren-Geschäfte in */t und l/, Pfnnd-Paketen zu haben ist, vollständig beseitigt.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß diese? Produkt alle zur Ernährung deS menschlichen Körpers nötigen Bestandteile enthält und daß es als ein absolutes Ersatzmittel für Fleisch betrachtet werden kann. Ja es ist sogar noch mehr als das, denn es über­trifft das Fleisch an Nährwert und besitzt zudem einen den Appetit anregenden vorzüglichen Wohlgeschmack. Ein Pstind-Paket dieses Produktes kostet dabei nur ungefähr ein Drittel von dem was die gleiche Quantität Fleisch kostet. Die Hausfrau möge da§ wohl berück» sichtigen, bevor sie ihre Emkäuie macht.

Es sind natürlich die Quaker Oats gemeint, welche nur in geschloffenen, mit der Quaker Schutzmarke versehenen Paketen ver­kauft werden. Billige Nachahmungen von Quaker Oats, die lose ausgewogen angeboten werden, wolle man meiden, da sie von bedeutend geringerer Qualität sind unb auch nicht dieselbe Er­giebigkeit wie Quaker Oats besitzen. «l*/»