wegen des Schutzes literarischer Erzeugnisse gepflogen seien, um wenigstens während der Ausstellung einen genügenden Schutz zu txtbciL Es habe sich da licrausgestellt, daß die Fuvge sehr schwierig sei. Bei den Verhairdlungeu über ein neues Hcnrdelsverhälttiis mit Amerika werde diese Frage jedenfalls Gegenstand eingebender Erwägungen sein und er hoffe, daß in allen Stadien der Ver- handlungen Abg. Müll ei-Akiningen publizistisch und hier im Hause die Iiegierung unterstützen werde. (Heiterkeit.)
Geheimrat v. F ra n z iu s erklärt, daß die vom Abg. Müller - ,'Meiningen vorgebrachten ungeheuerlichen Anschuldigungen polnischer Blätter wenig glaubhaft seien.
Abg. Gras Limburg-Stirum (fünf.) bemerkt, wir hätten allen Anlaß, gute Beziehungen zu Rußland zu unterhalten. Diese feien uns politisch von Nutzen, und es sei ein Verdienst des Fürsten Bismarck und der späteren Staatsmänner, daß sie so lauge ungetrübt geblieben seien.
Llbg. Graf Reventlow (Antis.) freut sich, seststellen zu fömten, daß das Vertrauen zu der Regierung infolge ihrer jetzigen Wirtschaftspolitik im Steigen begriffen sei. Bezüglich Marollos bat die Regierung es leider an dem genügenden R ach druck fehlen lassen, die Ermordung des Journalisten Dr. Genthe ist noch immer nicht gesühnt. Redner befragt sodann das unerfreuliche Verhalten Englands gegenüber Deutschland in unserem Hererv- kriege, toie die Engländer die Ausgandtschen als lrregführende Partei anerkennen. Er wünscht ein reges nationales Cmpfindeti in bei deutschen Jugend unb findet es höchst überflüssig, daß hie deutschen Studenten, die nach Innsbruck telegraphierten, nach Berlin siliert seien, um sieb dort nationales Philistertum bet- bringen zu lassen. Er bedauert, daß so kosmopolitisch angehauchte Männer, tüie der Reichstomimssar Äienwlb, nach Amerita zur Ausstellung entsandt seien; bicje könnten das Deutschtum nicht angemesien repräsentieren. Er bittet ferner den Reichskanzler, der Rassenfrage seine Aufmerksamkeit zu schenken, vor allem in den Kolonien. .Das (£ntftel>en einer schwarz-weißen Mischlingsrasse muß mit Feuer und Schwert verhindert werden. (Große Heiterkeit.) Jede geschlechtliche Verbindung von Schwarzen und Weißen muß einfach unter Strafe gestellt werden. (Erneute Heiterkeit.) Redner (zu den Soz.): Für Sie wäre die Rasse freilich immer noch gut genug! (Lachen bei den Soz.) Ich bedauere es, daß man Sieger in die Armee einfteUt Es ist eutwürdigeitd für einen deulschetr Soldaten, in einem Neger seinen Kameraden oder gar seinen Vorgesetzten zu sehen. (Hu! hu! links.) Die gleiche Zurückhaltung bitte ich aber auch gegenüber der mongolischen Nasse zu übern Ich bedauere es, daß man chinesisa-e Lsstziere bei uns ausgenommen hat. Es ist unwürdig eines deutschen Offiziers, Chinesen als gieiajberechtigt anerkennen zu müssen. (Gelächter.) Zuletzt kann ich auch nia>t leugnen, daß es meines Tasür- haltens nicht angängig ist, daß ein deutscher Reichsbeamter, der in die mongolische Rasse hineingeheiratet hat, noch länger im Amte bleibt. (Laa)en links, Redner, nach links): Was wolleii Sie? Sie sind doch weder im Urwald, noch auf den Bäumen! (Große Heiterkeit.) Das Sporlwesen dient sicher der Volksgesundheit, aber die Ausdehnung, die das Sportwesen in der Kieler Woche genommen hat, findet nicht unseren Beifall. Unter diesem Unfug leidet jeder, der sich nicht selbst eine Rennjacht hatten kann. Die ganze Kieler Woche ist nur eine Sache des Geldbeutels, wer Geld hat, um sich einen guten Kapitän und eine Rennjacht halten zu tonnen, gewinnt. Ich sehe auaj nicht ein, weshalb man dort ganze Divisionen ausgestellt hat, und weshalb das ganze Ministerium aus Berlin dorthin beordert wurde. (Heiterkeit.) Ferner wünschen wir, daß die Regierung die Sozialdemokraten anders behandelt. Sobald ein Sozialdemokrat redet, antwortet immer ein Minister, meistens sogar mehrere. Dadurch wird das große Selbstbewußtsein der Herren nur gestärkt. Ueberzeugen kann man die Herren doch nicht. Die Sozialdemokraten kann man nur bekämpfen, inbeni man ihre Ursachen bekämpft. Dies geschieht am besten durch ‘eine groß angelegte Agrarpolitik und Mittelitandspoliiik, in Verbindung mit einer guten Sozialpolitik. Ferner muß die Regierung sich der Reorganisation der Parteien widmen, ich glaube sicher, daß viele sich um die Regierung scharen luerbm, wenn sie eine Politik führen wird, wie ich sie angebeutet trabe.
Reichskanzler Graf v. Bülow: Zum Beweise dafür, daß ich nicht bloß auf Redet: der Herren der äußersten Linken antworte (Heiterkeit), will ich dem Vorredner auf eine seiner Aeußer- ungen erwidern. Ich sage ausdrücklich auf „eine", denn der Vorredner wird nicht erwarten, daß ich die Frage der Reorganisation der Parteien jetzt hier aus dem Stegreif erörtern und lösen soll. Auch die Frage des Auwmobilrennens in Homburg will ich nicht berühren. Dagegen möchte ich den Vorredner darauf aufmerksam machen, daß die öfters von mir ausgesprochene Mahnung, sich nicht in die inneren Verhältnisse anderer Länder einzumischen, nicht nur für Herren von der äußersten Linken gilt, sondern auch für den Herrn Grafen von Reventlow unb seine Studenten. Wir würde es uns ernstlich Derbitten, wenn fremde Studenten sich in unsere Verhältnisse einmischen wollten uno über deutsche innere Streitigkeiten Resolutionen faßten. Daß jeder Herr im eigenen Hause ist und am besten lut, vor der eigenen Tür zu kehren, das ist die Grundlage verständiger Beziehungen mit dem Auslände. (Sehr richtig! Ruf von den Polen: Rheinbaben! — Heiterkeit.) Was der Vorredner über die chinesischen Offiziere im deutschen Dienst sagte, war einseitig. Wir haben gern deutsche Instrukteure nach China geschickt, ünb wir freuen uns, daß chinesische Offiziere im deutschen Heere den deutschen Dienstbetrieb Orienten. Ebenso einseitig war, was der Vorredner äußerte über die Verbindung eines jüngeren deutschen Diplomaten mit der Tochter eines hervorragenden japani- lajen Staatsmannes, der längere Zeit Japan in Serini vertreten und hier die allerbesten Erinnerungen zurückgelassen hat. Der Staatssekretär des Aeußeren behält sich vor, bei bei Beratung seines Etats auf die einzelnen Beschwerdepunkte des Vorredners einzugehen. Was die Frage anlangt, ob und nrie etwa neue Vereinbarungen zwischen dritten Staaten unser Verhältnis mit Marokko beeinflußt haben, so scheint Graf Reventlow unsere Politik in dieser Richtung untätig zu finden und an Versäumnisse unsererseits zn glauben. Ich verstehe vollkommen die Anfmerksamteit, die man auch hier den Vorgängen in Marokko widmet, und ich erachte es als Pflicht der deutschen Politik bafür zu sorgen, daß auch in Zukunft unsere wirtschaftlichen Interessen in Marokko nicht geichädlgt werden, der gegenwärtige Augenblick ist aber für weitere Erklärungen in dieser Beziehung nicht geeignet; ich behalte sie mir für später vor.
Abg. Graf Alielczlnski (Pole) befürwortet eine sich mit zier sozialdemokratischen deckenden Resolution Brejski betreffend Regelung des AusenthaltsrectUs von Ausländern im deutschen Reich. Er' behandelt die Ausweisungsfrage in demselben Sinne wie v. Vollmar.
Abg. Jessen (Däne) beschwert sich über die Handhabung des Vereinsrechtes in Schleswig-Holstein, über die Ausweisung von Optanten, die nicht bauernb ihren Auienhalt in Norbschleswtg genommen haben.
Abg. Spahn (Zentrum) kommt nochmals auf die elsaß'loth- rmgische Frage zurück unb erbittet trotz der Erklärung des Reichskanzlers Annahme der betreffenden Resolutlon, unter Beruiung auf Aeußerungen Windhorsts betont er bas Recht des Reichstages tn der Frage von Auslieierungen und Ausweisungen Stellung zu nehmen. Jedenfalls müßten wir mit Rußland genau die gletcheti Auslteierungsverträge haben wie mit den anderen Staaten.
Staalsfetretär Gral Pofadowsky weist zunächst einige Aeußerungen des Abg. Jessen als beledigend für die preußischen Behörden zurück. Den Polen gegenüber müsse er wiederholen, daß das preußische Ansiedelungsgesetz nicht Verfassungsbruch sei. Polnischen Bewerbern werde ine Ansiedelung nur da versagt, wo sie sich mit dem Zwecke des AnsiedelungSgej'etzes nicht vertrage. Bei der ganzen Debatte über die Ausweisungen werbe die Stellung des Reichstages gegenüber der preußischen Regierung verkannt. Preußen fei nach wie vor em selbständiger Swett und unbeimtgt selbständig in feiner Souveränität und Gesetzgebung» Sowohl gegenüber den bärrfffyeii tote den vokusichen Beschwerden müsse er darauf Hinreisen, duß es ein ZteichSauswelfrtngsgesetz nicht gebe.
Abg. Grober (Zentrum) kann sich voii den Resolutionen betreffs Erlaß eines Fremdengesetzes Erfolg nicht versprechen. Riir das Alen)chenrecht erfordere, daß man in diesem Suuie vorgehe. Welter emvstehtt Redner eine von Nun beantragte Resolution, be
treffend beschleunigter Bekanntgabe der bundesrätlichen Entschließung über Reichstagsbeschlüsse der jedesmaligen letztverflosfenen Sessioii.
Hierauf tvird die Sitzung auf morgen 1 Uhr vertagt.
Schluß 5.45 Uhr.
Kvungetijche Landesjyuod.
R. B. Darmstadt, 15. März.
Tie heutige Sitzung unter Leitung des Herrn Prof. D. Stamm- Gießen eröffnet das Eingangsgebet des Syn. Tivisionspfarrers Fickenscher-Darmstadt.
Zur Beratung gelangt zunächst die Zuschrift des Ober- konsistoriums ^betreff des S a a l b a u s f ü r d i e S y n >o d e.
Synodale Wahl-Schlitz empfiehlt die Bildung eines Sonderausschusses, zu welchem die fünf Mitglieder des Finanzausschusses uud die Syn. Pros. D. Stamm und -Pfarrer D. Schlosser-Gießen vorgeschlagen werden. Tie Synode beschließt, die Wahl eines 7gliedrigen Ausschusses später durch Stimmzettel vorzunehmen.
Auf Vorschlag des Syn. Dtrektor Brand-Mainz wird darauf bejchlojseu, das Bureau mit der Abfassung der-Glück- wunschadresse au den Großherzog zu beauftragen.
Daraus beginnt die Beratung des Voranschlags des Evangelischen Zentraltirchensonds für 1904/1909, der in Einnahme und Ausgabe mit 2320587 Mark ab schließt.
Oberlousistorialrat Nebel erläutert kurz den Voranschlag und schlägt vor, für die nächsten Etatsjahre svatt Der bisherigen 12 Proz. Staatszuschilag nur 11 Proz. als Kirchensteuer zu erheben.
Syn. Lucius-Mainz bespricht den Voranschlag in einer längeren Darlegung und dankte dem Oberkonjistorium für den Vorschlag auf Herabsetzung der Kirchensteuer. Die Synode nimmt nach weiterer Debatte folgenden Antrag des Finanzausschusses an: „Die Synode sieht für die laufende Budgelperwde davon ab, im Hinblick aus oie stets nur für ein Jahr erfolgende Genehmigung des Steueranschlages durch die Staatsrcgierung zu kürzeren Vor- anschlagsperioden, als die fünfjährige, überzugehen, erklärt sich vielmehr damit einverstanden, daß der Steuerzuschlag für jedes einzelne Jahr der gegenwärtigen Periode nach Anhörung des Finanzausschusses durch das erweiterte Oberkonsistorium festgesetzt werde und daß eine Berufung Der Landessynode nur bann erforderlich sei, wenn Finanz- ausschuß und erweitertes Oberkonsistorium verschiedener Ansicht sein sollten."
Nach Annahme dieses Antrags wird in die Spezialberatung des Voranschlags eingetreten. Bei Titel Ausgaben werden als Kosten der Landessynode 6800 Mk., für Oberkonsistorium 69 330 Mk., Tagegelder und Diäten berc Superintenbenten und Dekane 7500 Mk., für Kosten des Predigerseminars 28 914 Mk. Bei dieser Position rügt Syn. Wahl-Langen die Hohe der persönlichen Remunerationen für die Professoren, er hält auch den Betrag von 1000 Mk. für die Seminarbibliothek als zu hoch. Die Summe wird daraus bewilligt, ebenso für besondere Belohnungen und Tagegelder 2100 Mk.
Bei der Position: Kosten der Erbauung eines Sitzungsgebäudes für die Landessynode und damit zusammenhängende Ausgaben beantragt der Ausschuß: „Die Synode wolle sich mit dem Vorhaben der Erbauung eines Sitzungsgebäudes für die Landessynode, sowie damit einverstanden erklären, daß die zu verausgabenden Kosten aus Kapitalien des Zentralkirchenfonds gedeckt werden."
Syn. Wahl-Langen befürwortet das Projekt der Erbauung eines eigenen Hauses. Ein solches sei notwendig im Interesse der ganzen Geschiäftsführung.
Oberkonsistorialvrästdent D. Buchner bespricht den Voranschlag des näheren und betont, es komme nicht allein Die Erbauung eines Sitzungssaales, sondern auch die Umbauung und Erweiterung der Räume für das Oberkonsistorium in Betracht. Die Diensträume seien unzureichend und bedürften dringend einer Erweiterung, ebenso sei die Erbauung einer Dienstwohnung für den Rechner erforderlich Auch für die Abhaltung der Konferenzen und Ausschuß- itzungen fehle es an Raum. "
Syn. Dingeldei'n spricht sich gegen die Erbauung des Hauses aus; für die werigen Tage im Jahre, welche die Synode beisammen sei, bedürfe sie keines Hauses, das 100 000 Mk. Kosten verursache.
Syn. Jost- Bechtheim ist für den Bau, ebenso
Syn. D. S ch l osse r - Gießen. Der Saalbau empfehle ich umsomehr, als ja die Mittel dafür bereits vorhanden eien.
Nach einigen weiteren Ausführungen des Präsidenten D. Buchner und des Syn. Dr. Lucius uud Wahl- lvird der Ausschußantrag auf Errichtung des Baues mit allen gegen zweiStimm en art genommen.
Zu Mitgliedern des Bartausschusses werden ernannt die Synodalen: Präsident D. Stamm- Gießen, Dir. Brand- , Mainz, Pfarrer Wahl- Langen, Dr. Vogt- Butzbach, Frhr. v. Levnhardi -Groß-Karben und Justizrat Dr. Lucius- Mainz.
Nachdem die Synode dann einige unwesentliche weitere Etatspositionen genehmigt, gelangt Pos. 11, Kosten der Versetzung des Pfaxrdienstes, zur Beratung. Die Gesamtsorderung beträgt hier 1636 894 Mk., darunter fü|r Gehalte der Psarrer jährlich 1525 000 Mk. (im Voranschlag für 1901/05 nur 1495 000 Mk.).
Syn. Wahl- Langen fragt hier an, wie es mit der Frage des Theologenmangels in Hessen stehe.
Das Oberwnsistorium erklärt sich bereit, morgen nähere Antwort daraus zu erteilen.
Die Sitzung wird alsdann um 1 Uhr abgebrochen.
Nächste Sitzung: Donnerstag früh 9 Uhr.
Aus Slaöt und Land.
GH gen, 16. März 1905.
** S. K. H. der Großherzog von Hessen empfing, wie aus Petersburg gemeldet wird, den deutschen Botschafter Grafen v. Atvensleben in Zarskoje-Selo in Audienz und verlieh ihm das Großkreuz des Ludwigs-Ordens. Zu Ehren des Großherzoglichen Paares fand em Frühstück bei dem Großfürsten unb Der Großfürstin Wlabunir statt, zu welchen, auch ber Graf und die Gräfin v. Atvensleben geladen waren.
** Sitzung des Provinzial-^lusfchujses. Am Mittwoch den 22. d. M., vormittags halb 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses bet Provinz Oderhesfen mit folgenber Tagesordnung statt: 1. Beschwerde des Abraham Baum zu Geilshausen gegen einen Polizei- besehl Großh. Kreisamts Gießen. 2» besuch des Heinrich Sack II. zu Heuchelheim um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft.
** 2-andesuniverjit ät. Zinn fünfzigjährigen Doktor- jubtläum hat die juristische Fakultät unserer Landesuniversitäl dem Rechtsanwalt Dr. Aegio Grteser in Mainz und dem
Notara. D. Dr. Franz Mardner in Eltville das Doktor- Diplom erneuert.
** Die ersten Kranichzuge in diesem Frühjahre wurden, so wird uns aus dem Ohmtal geschrieben, am letzten Sonntag bemerkt, andere folgten dieser Tage. Die Kraniche sollen — den Beobachtungen zufolge — Den Frühling bringen. Das trifft für dieses Jahr zu. Die Witterung ist von 2 bis 10 Grad R. gestiegen. Die Fledermaus hat ihren Winterschlaf beendet und fliegt bereits in Der Dämmerung umher. Im FelDe läßt Die Lerche ihr FrühlingslieD ertönen unb vorn Walde erschallt der schöne Gesang von Amsel und Drossel. Niir auffallend ist die NlinDerzahl Der Meisen, Die zu den allerfrühesten Lenzver- künDigern gehören. Worin der Grund dieser Verminderung einer unserer allernützlichsten Vögel gelegen, entzieht sich unserer Kenntnis. Dringend ist den Gartenbesitzern zu empfehlen, in diesem Frühlinge Durch Anbringen von Rteisen- fäften für Die Erhaltung unD Vermehrung Der Meisen Sorge zu tragen.
)-( Aliendorf a. d. Lda., 15. März. Zu zwei Wasserleitungen sind jetzt in unserer Gemarkung Die Vorarbeiten im Gange. Tie Vermessungen für die hiesige GemeinDe haben bereits im vorigen Sommer begonnen. Ter Voranschlag hat zwar hier noch nicht zur Beschlußfaffung vorgelegen, doch die Wiese mit der geeigneten Quelle ist nun läuflich erworben und die Quelle, Der sogenannte „Keller- barnnen7', Durch Nachgrabungen unD Messungen genau geprüft worDen. Es ist reichliches unD gutes Wasser vorhanDen unD es quillt so hoch über unserem Orte, daß Der Sammelbehälter zur VerminDerimg Des Druckes in halber Höhe angelegt werben muß. Da im vorigen Jahre bas gute Wasser eines Schöpfbrunnens durch eine Kanalisation verloren gegangen ist unb Die übrigen hiesigen Brunnen nur mangelhaftes Wasser liefern, hat man großes Verlangen nach bal- Diger besserer Wasserversorgung. Bei Dem weiteren hier kürzlich in Angriff genommenen Projekt hanDelt es sich um eine qemeinschastliche Wasserleitung für die Gemeinden Lollar, Saubringen, Staufenberg und Mainzlar. Hierzu haben die Interessenten die nötigen Grundstücke angekauft, und Drei hinreichende Quellen sind aufgedeckt, eine davon Durch einen bis in Den AllenDorfer GememDewalD fuhrenDen Stollen.
§ Nieder-Ohm en, 15. März. Bei den Fundament- arbeilen zum hiesigen neuen Schulhause stieß man in der Erde auf einen wohlerhaltenen Stein)arg, Dessen Teckel mancherlei Verzierungen aufweist. Auch fanD man SchäDel mit vollkommen erhalten gebliebenen Zähnen unb Zöpfen. An ber Fundstelle ist in früherer Zeit eine Begräbnisstätte gewesen.
6. Lauterbach, 16. März. Heute fand hier an ber höheren Bürgerschule bie Einjährtgen-Prüfung unter Dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats 9lodnagel statt. Alle Schüler bestanden die Prüfung.
§ Rendel (Wetterau), 15. März. Ein kleines Kind siel gestern hier rückwärts in einen Zuber mit siedendem Wasser, wobei es sich schwere Brandwunden an Rücken und Oberschenkel zuzog. — Die Nidda unb Nidber haben bas Tal zwischen Klein-Karben, Renbel, Dorfelden, Gronau unb Vilbel vollständig überschwemmt; Das Wasser steigt noch, Da infolge Des warmen Wetters der Schnee des Vogelsbergs rasch taut.
Marburg, 15. März. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten erinnerte Herr S t r o i n s k y Den Oberbürgermeister an feinen Antrag betreffend die Einführung einer Zuwachs st euer auf Diejenigen Grundstücke, die durch Anlage neuer Straßen ganz besonders im Werte steigen. Der Antrag konnte leider nicht zur Verhandlung kommen, weil er nicht auf der Tagesordnung stand.
L a n g e n b e r g h e i m, 12. März. Heute fand hier eins Verfammlitng von Vertretern und Interessenten der an dem Bahnprojekte Hanau-Büdingen beteiligten Gemeinden und Privatindustriellen statt. Von der Aktien-^ gesellschast für Bahnbau und Betrieb aus Frankfurt a. M. beteiligten sich Regierungsrat a. D. Ruppenthal und Verkehrsinspektor Vorkenhatzen. 'Auf der Tagesordnung stand die Besprechung der Bedingungen, unter denen die Aktiengesellschaft für Bahnbau und --betrieb bereit ist, die Bahn zu bauen, sowie die Festlegung der Strecke. Die Versammlung war außerordentlich zahlreich besucht, ein Zeichen, welches große Interesse die in Betracht kommende Gegend dieser schon vor bereits 15 Jahren geplanten Bahnverbindung entgegenbringt. Mle amoesenden Vertreter der bei diesem Projekte am meisten in Frage kommenden Gemeinde« Eoiinteu erklären, daß ihre Gemeinden bereit seien, zunr mindesten freies Gelände zu stellen. Begeisterte Aufnal)mc sand die Nachricht, daß von der hessischen Regierung dis Genehmigureg der Vorarbeiten bereits erteilt sei, und es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß diese auch von Preußen baldigst eintreffen möge. Eine Festlegung dw Strecke, ob über Eckartshausen—Calbach oder über Düdelsheim, konnte noch nicht definitw erfolgen; indem die Strecke über Düdelsheim Drei Kilometer länger ist und dementsprechend einen bedeutenden Mehraufwand an Baukosten ersordert. Es kommt nun darauf an, ob Düdelsheün bereit ist, den von der Aktiengesellschaft und eventuell von anderen Gemeinden geforderten außerordentlichen Beitrag zu leisten. Es werden nun sofort die Vorarbeiten begonnen werden, damit spätestens im Nachsommer d. I. die Eingabe nml Genehmigung des Baues Der Bahn erfolgen kann. Wird' diese im Laufe des' Winters erteilt, — wozu sichere Aussicht vorhanden ist, — dann gedenkt Die Aktiengesellschaft Den Bau im Frühjahr 1906 zu beginnen. (H. Ldsztg.)
** Kleine Mitteilungen aus Hesse u und bett Nachbarstaaten. In G a u - A lg es h e t m wurde eine ge- metnnützige Baugenossenschast gegrünDet. — Die Verpachtung der Geineindeiagd Fr a n k e n b a ch 'verspricht den jährlichen Erlös von nahezu 6000 Alk. — Am Sonntag hielt Lehrer Rudols aus Atsseld im Krlegervereiu zu Alertau einen Vortrag über das Ruhmesjahr 1870/71. Am AbenD vorher halte er im StuiegeiDerem zu Ruppertenrod einen gleichlatls sehr stark besuchten Bor- trag über den Anteil Der hessischen Division im FelDzuge 1870/71 abgehatten. — Ein RaDfahrerbnnD Lahngau Hal sich uoi kurzem gebildet, welchem bereits mehrere Radsahrvereine beigetreten sind. VorsitzenDer ist S ch m i d t--L o l l a r. — Tie 600 Einwohner zählende Gemeinde A nnerod hat den Bau einer Wasserleitimg beschloßen. — In A11endorf a. D. Lda. finde/ vom 20. Alärz ab ein 14 tägiger Fortbildungskursus für die Hand» arbeitstehrertnnen aus den Orten des Ltmtdatals statt.
vemnischre».
* Zum Schutze des deutschen Kaisers uud seiner Familie werden, lvie der Mailänder „(Sortiere de lick Sera" imtteilt, fünfzig Carabinieri nach Taormina geschlickt


