Untersuchung ergab, daß § 218 des Straf-Ges.-B.
tDeroen; scyon jept werde das Hotel Tirneo von tüchtigen Gendarmen aus den verschiedensten Teilen Italiens be-, wacht. Dasselbe Blatt meldet, daß in Taormina kaum noch eine Wohnung zu haben sei, und dabei kommen noch täglich hunderte von telegraphischen und brieflichen Wohnungs- beftellungen reicher Leute (namentlich aus Deutschland), die gern mit dem Kaiser zugleich in dem herrlich gelegenen sizilischen Luftkurorte weiten möchten. Die Famrlre Vander- bilt hat im Hotel International fast alle Zimmer gemietet, „jpcrr Vanderbilt ist bekanntlich mit dem Kaiser eng be- jreundet", bemerkt dazu der „Eorriere".
* Kleine Tageschronik. Nach qiner aus Sennen (Cornwall) emgegangenen Depesche ist das englische Schiff „Khyber", von Melbourne kommend, an der Küste gestrandet und total verloren. 23 Al a n n der Besatzung ertranken, drei wurden gerettet. — Em Schnellzug erlabte bei dem Bahnübergang m der Nähe der Station Ettlingen (Baden) eine Droschke. Der Reisende Oben wurde herausgeschleudert und gelötet. Die Droschke wurde völlig zertrümmert. Der Babnwäner wurde ver- haiter, da er die Schranke nicht geschlossen halte.
tz>errchtslaal.
Gießen, 15. März. Zu dem Beleidigungsprozeß, 6er am letzten Freitag vor dem Gießener Schöffengericht entschieden wurde, ist uiiserem Berichte nachzutragen, daß der Ben irrleilie Cichorienfabrlkant Engelhardt aus Rüsselsheim ist (nicht Engelmann).
R. B. Darmstadt, 15. März. Ein mit ganz unglaublicher Frechheit inszenierter S ch w inde l, begangen mit Hilfe schwerer Uriundenfäria-ung, Wechsetfälschung usw. brauche heute den 33 jähr. Buchhalter Ludwig Schmitt aus Offenbach, geboren in Hambach (Kreis Zweibrücken) vor das hiesige Schwurgericht. Der schon meyrsach vorbestrafte Angeklagte war in einem Kohlengeschäft in Offenbach mit einem Gehalte von 2200 Mark als Buchhalter angestellt. Da las er in der Zeitung eine Annonce, in vier ein „kaufmännischer Geschäftsleiter für ein größeres Unternehmen^ geiucht wurde, . Bedingung größere Barmittel usw. Die suchende Flnna war die Aktiengesellschaft „Novdseebäder Wittdün und Satteldün aus Amrum". Schmitt trat mit dieser in Unterhandlung und fiedle sich als her ausgetretene frühere Mitinhaber der betannten Firma Meyer und Schmitt in Offenbach vor, gab an, daß er seit 18 Jahren Leiter großer Jnduslrieetablissements gewesen sei, über ein Vermögen von 400 000 Mark verfüge usw. Darauf erfolgte sein Engagement als Direkwr mit 10 000 Mk. Geholt uno er verpßicht,ere sich, bei Antritt seiner Stellung für 10u 000 Marl Aktien zu übernehmen. Nuii ging er auf die Suche nacl) Geld, wandte sich an Hamburger Geldvermittler und an die dortige Gewerbebank, immer unter Vorspiegelung der falschen Talsaech, daß er der frühere Mitinhaber der genannten Firma sei. Zu diesem Zwecke ließ er sich auch vom Notar Stahl in Friedberg, der ihn l».s „Herr Schmitt" von früher kannte, die notarielle Urkunde ausstellen, daß er der „Christian Schmitt", also der Mitinhaber, sei. Als er am 10. Januar seinen Posten als „Di- retwr" antreten wollte, wurde der ganze Schwindel offenbar; es stellten sich auch noch mehrere Wea)selfälschungen heraus. In der heutigen Verhandlung, zu der auch die Direktionsmitglieder aus Tondern erschienen, war der Angeklagte geständig. Tas Urteil lautete auf 21/2 Jahre Zuchthaus und fünfjährigen Ehrverlust.
Das Schwurgericht Allen st ein (Ostpr.) verurteilte den Besitzerssohn Radzick aus Abbau Willenberg wegen Vatermordes zum Tode.
Heidelberg, 14. März. Tr. O. Vulpius, a, 0. Prozessor an der hiesigen Universität und Leiter einer stationären Privatklinik, wurde vom hiesigen Landgericht aus Grund der §§ 823, 843 und 847 des B. G.-B. wegen fahrlässiger Körperoer le tz u n g — infolge seiner Fahrlässigkeit halte ein an winkliger Versteiiung am rechten Kniegelenk leidender junger Alaun durch sogen. Brand das Bem bis oberhalb des Knies verloren — dem Klageantrag entsprechend, dazu verurteilt: 1. dem Kläger ein künstliches Bein zu verschaffen, 2. dem Kläger eine Jahresrente von
600 Mark m vierteljährigen Raten, 3. einen Kapitalbetrag von 12 000 Mark zu bezahlen. — Die von Prof. Vulpius beim Ober- landesgericht eingelegte Berufung wurde abgewiesen.
Das scheußliche Verbrechen, das im Dezember v. I. aus Verviers (Belgien) gemeldet wurde, beschäftigte dieser Tage die Strafkammer zu Aachen. Wie erinnerlich, wurde damals gemeldet, in der Nähe von Ensival sei die L e i ch e einer Frau in einem großen Korbe gefunden worden. Gleichzeitig stellte sich ein Kaufmann aus Düren der Aachener Staatsanwaltschaft und bekannte sich dazu, mit einer Tochter einer Hebamme aus Verviers, bei der die Gestorbene sich zuletzt aufgehalten hatte, die Leiche fortgeschafft zu haben. Die 1*.
an der Frau ein Verbrechen gegen den § ......
verübt worden war. Die belgischerseits sofort verhaftete Hebamme leugnete jede Verfehlung. Ter Gerichtshof hielt aber den Beweis für erbracht und verurteilte den Kaufmann — nur gegen diesen konnte verhandelt werden — wegen Beihilfe zu dem erwähnten Verbrechen zu 8 Monaten Zucbtlmus.
Arbeiterbewegung.
Lohnbewegungen in Fran kfnrt. Die Freie Vereinigung selbständiger Tapezierer und Möbelfabrikanten in Frankfurt beschäftigte sich am 14. d. M. mit den Forderungen der Gehilfen. Von etwa 300 selbständigen Meistern in Frankfurt waren 80 anwesend. Der Vorsitzende Adam Schlier führte aus, daß es int beiderseitigen Interesse liege, einen Streik zu vermeiden. In längerer Debatte, die sich bis 1 Uhr nachts ausdehnte, wurden dann die Forderungen der Gehilfen beraten. Die beiden Hauptpunkte der Arbeiterforderungen siitd neunstündige Arbeitszeit und Entlolymng nach dem Alter. Die Meister beschloßen, die neunstündige Arbeitszeit zu bewilligen; die Lohnzahlung soll aber, wie bisher, nach den Leistungen bemessen werden. Das Verlangen der Gehilfen, den 1. Mai freizugeben, wurde abgelehnt. Schließlich wurde eine Kommission gewählt, die mit den Arbeitern unterhandeln soll. — Am 4. März sind die Gärtner und Gartenarbeiter in eine Lohnbewegung eingetreten. Es wurde ein Tarifentwurf ausgearbeitet, der den Prinzipalen vorgelegt wurde. Der Vorsitzende der Lohnkommission der Arbeiter, Georg Schmidt, riet gestern in einer von 500 Personen besuchten Versammlung, diese Stellungnahme abzuwarten. Es wurde beschlossen, die Lohnkommission bestehen zu lassen. Ferner wurde dagegen protestiert, daß die Handelsgärttterverbind- ung mit dem Vorsitzenden der Lohnkommission nicht verhandeln will. Am 21. März wird abermals eine öffentliche Versammlung abgehalten werden, um die Antwort der Prinzipale bekannt zu^geben und über weitere Schritte zu beraten.
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— Aus dem Stüde l'scyen Kun st i n stitute. Man schreibt uns aus Frankfurt: Die Gemäldegalerie hat als Vermächtnis des f Herrn Joh. Georg Cronhardt ein Gemälde von Schreyer aus dem Jahre 1856 erhalten. Die Sammlung von Bildern Frankfurter Maler ist jetzt in einer geschlossenen Reihe vereinigt in fünf Räumen auf der Südseite, mit den Bildern des 17. Jahrhunderts beginnend; die Reihe schließt mit einem neu hergerichteten Saale, in dem die modernen Frankfurter vereinigt sind. Der Besitz der Galerie ist hier durch vier Gemälde ergänzt worden, die als Leihgabe von hiesigen Sammlern in liebenswürdigster Weise für geraume Zeil zur Verfügung gestellt sind: zwei frühe Bilder von Hans Thoma, ein Scholderer aus dem Jahre 1861 und ein Bildchen von Nußbaum. Die übrigen modernen Gemälde, die bisher wegen Raummangels in verschiedenen Kabinetten hatten untergebracht werden müssen, sind jetzt in der nördlichen Kccknnettreihe vereinigt. Als Abschluß dient hier wieder ein neu her gerichteter und durch bauliche Veränderungen vergrößerter Raum; hier stehen zwei kleine Bronzen von Fritz Kl im sch, die im vorigen Sommer erworben, jetzt aber erst ausgestellt wurden. — Die Leihausstellung japanischer Farbenholzschnitte wurde geschlossen. Eine ganze Anzahl wertvoller Blätter verblieben dem Institute als Geschenke hiesiger Kunstfreunde; die übrigen gehen an den Besitzer zurück. Es ist jetzt eine Leihausstellung mo
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derner ü st r eich isch e r Graphik eröffnet worden für ettoti vier Wochen.
— Der deutsche Kaiser verlieh denr Gesangsmeister und Erfinder des Kehlkopffpiegels Manuel Garcia in London anläßlich seines bevorstehenden 100. Geburtstages die Große goldene Medaille für Wissenschaft, welche Geheimrat Fränkel im Auftrage des Kultusministeriums überreichen ivird. (Wir werden morgen in den „Gieß. Familienbl." einen Aufsatz über Garcia aus der Feder von Exzellenz Prof. Dr. Schmidt in Frankfurt abdrucken. D. Red.)
Kandel und KerKehr. Ko.Kswlrl^chaft.
Die Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar teilen uns mit: Tie der Besprechung des Geschäftsberichtes der Buderus- schen Eisenwerke in Ihrem Blatte hinzugcfügte redaktionelle Bemerkung gibt uns Veranlassung, Ihnen folgendes mitzuteilen: Es ist unrichtig, „daß von der Verwaltung der Buderusschen Eisenwerke der Fusionsgedanke ausging und daß sie mit der Androhung einer verschärften Kontttrrenz die Eisenwerke Lollar zur Annahme ihrer Pläne bewegte". Diese Bchcneptung findet auch in dem Geschäftsberichte der Eisenwerke Lollar keine Unterstützung. Die in Aussicht genommene Fusion der beiden Werke ist lediglich auf die Veranlassung einer Gruppe von Groß-Aktionären, die bei beiden Werken stark beteiligt ist, zuruckzuführen. Die weitere Entwickelung der Angelegenheit ist genau so vor sich gegangen, wie sie unser Geschäftsbericht schildert.
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