der Großherzog
KirHe und Schute.
— In einer Versammlung des Leipziger Lehrerverein? wurde beschlossen, den Rat zu ersuchen, den Titel „Oberlehrer" an Volksschullehrer künftig nicht mehr zu verleihen, da das Streben nach äußerer Auszeichnung geeignet sei, im Lehrerstande jede ideale Auffassung, die allein in dem Bewußtsein gewissenhafter Pftichterfüllung den Endzweck allen Wirkens finden, zu beeinträchtigen.
Zer Krieg.
Russische offiziöse Meldungen.
Petersburg, 15. Febr. Tie Petersb. Telegr.-Ag. meldet »us Sachetun vom 14. d. M.: Tie hier eingegangenen Berichte, nach "denen Schilderungen von mangelnden Kriegsvor- ber ei tun gen der Russen verbreitet werden, riefen hier Erstaunen hervor. Eine große Masse der versammelten Truppen A mit modernen Waffen und allen Bedarssgegen- st ändert ta, u s g e r ü st e t. Tie Menge der vorhandenen Artillerie und die erfolgreiche Wirksamkeit der Bahnverbindung, die genügende Vorräte und Kriegsmaterial heranbringt, legen Zeugnis ab für die Bereitschaft der russischen Truppen.
Petersburg, 10 Febr. Tie „Petersb. Tel.-Ag." meldet aus Huanschan:^ Während der letzten drei Wochen warfen die Japaner Briefe in unsere Stellungen, in denen sie unter großen Uebert!reib-^ ungen Mitteilung von den Vorgängen im Innern Rußlands machten, die Zustände in Japen priesen und die Soldaten aufsorderten, sich zu ergeben. Auch Ansichtskarten aus Japan waren bei gefügt, aus denen Oie Lage der russischen Kriegsgefangenen anschaulich gemacht wird. Um dem Einhalt zu gebieten, würben von russische« Seite an die Japaner Briefe geschickt, in denen es heißt: Wir sind erstaunt, daß ihr unmilitärische Mittel anwendet. Wir kennen nur ein Mittel: den Kampf. Was die Gefangenen anlangt, könnt ihr beruhigt sein: sie sind gut aufgehoben und und denken nicht daran, zu euch zurückzukehren; sie gehen lieber nach Rußland, während die in euren fänden befindlichen Gefangenes nicht einen Augenblick zögern würden, nach Rußland zurückzulehren. Wir wollen uns nicht in politische Angelegenheiten mischen;
das festliche Treiben auf den Straßen und in den Gfafb*1 Häusern noch bis in die Nacht hinein.
Im Schlosse fand abends eine Tafel statt, zu der u. <t aus Gießen der Rektor der Laudesuuiversität, Geheimrat Prof. Tr. Vossiu/s, der Provinziatdirektor Herr Geheime- Rat Tr. Breidert und Herr Oberstleutnant Zahn einge- laden waren.
Aus Stadt und §and.
Gießen, 16. Februar 1905.
Gießen an 2 Uhr, Abfahrt 2 Uhr 1 Min.
"Personalien. S. K. H. der Großherzog haben bcm Pfarrer Heinrich Büchner zu Udenhausen die evangelische Pfarrstelle zu Trais a. d. Lda., Dekanat Gießen, übertragen.
** Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben der Krankenpflegerin des Zweigvereins Friedberg des Alice-Fr auen-Bereins für Krankenpflege im Großherzog-< tum Hessen Fräulein Anna Klein das Tienstauszeich- uungskreuz für Krankenpflege in Gold und dem Kommerzienrat .Heinrich Albert zu Wiesbaden das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Huddes Geständnis! Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, wurden durch den Untersuchungsrichter^ Landgerichtsrat Wehner., bei seinen letzten Nachforschungen in Köln, Bonn und Koblenz für die Schuld Huddes erdrückende Momente zu tage gcföxbcrt. Auf Grund dieser! Ermittelungen wurd'e gestern Hudde einer sechsstündigen Vernehmung unterzogen, und dabei hat der Verbrecher unter der Wucht der ihm vorgehaltenen Tatsachen sich endlich zu einem Geständnis bequemt. Er gestand dem Unter - üchungsrichter nicht nur, den Heldenberger Mord! begangen zu haben, sondern auch die Täterschaft bei dem! einige Tage vorher erfolgten E in b ru ch s d i e b st a h l in Klein-Schwalb ach, wobei zunächst ins Pfarrhaus eingebrochen und dann in der in einiger Entfernung davon liegenden Kirche ein Opferkasten mit Inhalt und ein Teil eines Abendmahlkelches geraubt wurde. Durch die nunl weiter erfolgenden Vernehmungen werden wohl auch die weiteren Einzelheiten der furchtbaren Tat sestgestellt werden. Tie Verhandlung vor dem Schwurgericht wird erst, im Sommer stattfinden, über den Termin ist jetzt noch nichts bestimmtes zu sagen. Mit einer gewissen Erleichterung wird man im Publikum vernehmen, daß nun mich der letzte Zweifel an der Schuld des Metzger gesellen Hitdde be- eitigt ist.
** Schenkung. Die medizinische Bibliothek des ver« lovbcncn Professors Dr. Pflug ist von den Erben der hiesigen Universitäts-Bibliothek als Geschenk überwiesen worden.
*• 5Ojäbcige§ Jubiläum der Gießener freiwilligen Feuerwehren. Auf Einladung der Vorstände der beiden Gießener Feuerwehren fand am Mittwoch abend im Neuen Saalbau eine Versammlung statt, um über die Bildung eines größeren Komitees für das in diesem Sonuncr stattsindendr 50jährige Jubiläum der beiden Feuerwehren zu beraten. Branddirektor Traber verbreitete sich nach Begrüßung der Erschienenen des weiteren über die von Seiten der Feuerwehrvorstände in der Angelegenheit bereits gepflogenen Verhandlungen. Danach soll das Fest in Form eines allgemeinen Volksfestes abgehalten werden und zwar sind hierfür die Tage vom 22. bis 24. Juli in Aussicht genommen und als Festplatz Oswalds Garten vorgesehen. Das vorläufige Programm lautet: Samstag den 22. Juli abends Konzert und Gesangsvorträge auf dem Festplatze, Sonntag vormittag Empfang der auswärtigen Wehren, Schulübung mit anschließendem Brandangriff, nachmittags Festzug, Volksfest auf dem Festplatze: Montag nachmittag auf dem Festplatze Konzert und Volksbelustigung, abends Feuerwerk. Betreffs der Bildung von Ausschüssen ist mit* zuteilen, daß ein Ehrenausschuß demnächst noch zusammengesetzt werden soll. Die Vorsitzenden der Einzelausschüsse sollen dem geschästsführenden Ausschuß angehören, lieber die Zusammensetzung der Ausschüsse ist, vorläufig nur unter Bezeichnung der zu Vorstandsämtern berufenen Herren, folgendes mitzuteilen: Finanz-Ausschuß (l.Vors. Stadtv. Helm, 2. Vors. Stadtv. Kirch, Schriftf. Bureauvorsteher Schiffnie); Wohnungs- und Empfangs-Ausschuß (V Vors. W. Hornberger, 2. Vors. E. Horst, 1. Schriftf. Bureauvorsteher H. Bruchhäuser, 2. Sehriftf. Th. Loos); Wirtschafts-Ausschuß (1. Vors. E. Fischbach, 2. Vors. L. Althoff, Schriftf. H. Pieper); Musik- und Vergnügungs-Ausschuß (1. Vors. A. Dikorß, 2. Vors. H. Sauer, 1. Schriftf. Lehrer Kling, 2. Schriftf. H. Elle); Zug- und Ordnungs-Ausschuß (1. Vors. M. Loos, 2. Vors. L. Faber, 1. Schriftf. A. Klein, 2. Schriftf. W. Rühl); Bau - Ausschuß (1. Vors. Stadtbaumeister Gerbel, 2. Vors. Stadtverord. Huhn, 1. Schriftf. Bautechniker Altvater, 2. Schriftführer H. Grünig) Für die innerhalb des geschäftssührenden Ausschusses einzurichtende Preß- Abteilung sind vorgemerkt die Herren H. Elle, Dr. Heuser, O. Kindt, $(. Klein und I. Weinert. Nach Erledigung einiger aus der Versammlung gestellten Anfragen wurde die Versammlung geschlossen.
** Aus dem Militär-Wochenblatt. Biß, Oberst, teutnant beim Stabe des 4. Großh. Hess. Jnf.-Regts. (Prinz . Karl) Nr. 118, nach Württemberg behufs Verwendung als Führer des 9. Württemb. Jnf.-Regts. Nr. 127 kommandiert. Heuer, Oberstlt. und Bats.-Kommandeur im 5. Lothr. , Jnf.-Regt. Nr. 144, zum Stabe des 4. Großh. Hess. Inf.- i Regts. (Prinz Karl) Nr. 118, — v. Schlemmer, Major - und Vats.-Kommandeur im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm ; (2. Großh. Hess.) Nr. 116, in das 5. Lothr. Jnf.-Regt. ■ Nr. 144 versetzt. — Heuer, Major aggreg. dem Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116, zum : Bataillons-Kommandeur im Regiment ernannt. — Graf v. Bünau, Oberst nnb Kommandeur des Großh. Mecklenb. Gren.-Regts. Nr. 89, mit der Führung der 49. Jnf.-Brig. (1. Großh. Hess.) beauftragt. — Freiherr ' Treu sch v. Buttlar-Brand ensels, Major aggreg. dem , 1. Großh. Hess. Jnsanterie-(Leibgarde-)Negiment Nr. 115, zum Bats.-Kommandeur im Regiment ernannt. — Hauß, i Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, : mit dem 1. April 1905 zur Unteroffizierschule in Ettlingen - versetzt. — Ham mann, Oberlt, im 5. Großh. Hess.
stuft der Freiheit. Zwei Säulen find e§, die das Gebäude deutscher Hochschulen tragen und ihre Bedeutung bedingen, auf Seiten der Lehrenden die Freiheit der Wissenschaft, die nur durch die Wahrheit sich binden läßt, auf Seiten der !Studierenden die akademische Freiheit, durch die selbständige 'Charaktere erwachsen sollen, wie ihrer unser Volk und mster .Vaterland bedarf. Der König antwortete m längerer Rede u. a.: .
Welch herrliche Amaabe ist es, die überschäumende Jugeno /rast, die ideal angelegte Natur des deutschenZungllngs m r wuge Bahnen zu lenken. Ich war selber voller Begelster ng S uden und wem lehr gut, daß der Jüngling Frhe. --
• dränge keine bindenden Fesseln anerkennen n - t habe Verständnis dafür. Aber nach seiner Siurm- unö - periode wird er, dank der tüchtigen Leitung seiner Mm vmoeui ernster, gereister Mann werden, der überall seine ^tcll - •
Die gesamte Studentenschaft brachte heute abeut. i König einen Fackelzug aus. Später fand em feierlicher Kommers statt. _
Im preußischen Abgeordnetenhause
äußerte am Mittwoch bei freifom\ tvrbr. b. 3 c bt i b Wunsch nach Reform des Wahlrechts, indem er die al 1 zuaroken Wahlkreise geteilt haben will. Wir wollen chas ganze Treiklasfenwahlreckis beseitigen und der la n gen a, r.
r a o w.w . < p ; p direkte Wahlrecht. Lvrr wuniwen, daß nicht nur ftir die Mgeorkmetenwahlen sondern auch für die UnDQblen dasselbe System eingefübrt wird' das bei ^i Ctgbt* Verordnetenwahlen in Geltung ist. ttbg. Cassel lF 1. P.) ,, gleickialls das ollarmetne glcia« WahlrccA^r d.c Landtagswahlen mit Frci.dm begrüßen, mich wenn ferne tfmftwn Wahlsche Oer» ^"Abg^Valleskc (Eonf.) weist auf die schweren Gcscll- schaftsschäden hin, die der Mord pro Scfi 56 etget auf« acdeckt habe. Es nütze nichts, nur über die Uebel -n klagen, man müsse auch für Abhilfe sorgen. Em Mittel sei bte Kasernienmg der Unzucht, Sehr beklagenswert sei bte Zunahme M männlichen Dirnentums, Bekam Vit müsse werden die fortdauernde Anprctnmg schamloser Bücher, Minister v, Hämmerst ein: Wer müssen mit Eifer daran arbeiten, die Unzucht emzuirliranken, imd wir können ihr entgegenwirken durch Religion, Erstehung und Maß« nahmen der Polizei, Tie Unzucht ist nur unter Strafe gestellt, sowrst sie gegen das Gesetz verstößt, und cS wird msttg sein, ste in gröberem Umfange zu kasernieren. Vor allem müsse dem Abschaum der Menschheit, dem ZuhMertttm, enigegengewirct werden. Gegen die Wirksamkeiten des männlichen Tirncntums haben wir kein Mittel, die Mittel b"t Stagtsregierimg versagen.
Südwestafrika.
Berlin, 15. Febr. (Amtlich.) Nach einer Meldung General v. Trothas marschierte Major Mühlenfels mit den vereinigten Abteilungen von Estorfs und von der Hehde am 31. Januar von Epukiro ab und erreichte am 2. Februar nachmittags den Wasserplatz von Traugott und Wilhelm Maharero, 40 Km. südöstlich von Kalkfontein. Es gelang den Hereros, zu entfliehen; nur Zacharias Zeraua von Otjesasu ergab sich mit 17 Gewehren und 60 Stück Vieh. Tie am 3. Februar um 5 Uhr morgens ausgesandte Verfolgungsabteilung stieß nur noch auf Nachzügiler. Am 4. Februar um 5 Uhr morgens hörte sie Gewehrfeuer, ritt darauf los und gewann Verbindung mit der Abteilung Leutnants Eymael. Dieser hatte gerade mit der Besatzung von Oas und einem Zug der dritten Kompagnie des Regiments 2 mehrere He- rerowerften 20 Km. nördlich von Tabis überfallen, darunter auch vor Mühlenfels geflohene Leute. Vom Feind fielen etwa CO Mann; 27 Stück Vieh und mehrere Pferde wurden erbeutet. Der Feind floh nach Osten. Ob Traugott und Wilhelm Maharero bereits die Grenze überschritten haben, soll festgestellt werden. Majo«! Heyde marfchierte am 9. Februar von der Wasserstelle^ 40 Km. südöstlich von Kalkfontein nach Okatjerowmingikan- ganjera ab, um gemeinschaftlich, mit Hauptmann Born- hardt, dem Ehes der dritten Kompagnie des Regiments 2 in Gobabis, auf Karitas vowugehen, während Major von Estorfs gleichzeitig weiter nörolich die Grenzgegend säubern soll. Die Abteilung Wilbelmi besetzte die Wasserstelle vom Sturmfeld von Omuramba bis Oujimbinde.
Hamburg, 15. Febr. Auf dem PostdamPser„Eduard Woermann" erfolgte heute die Einschiffung des neuen für Deutsch-Südwestafrika bestimmten Truppentransports von 41 Offizieren, 800 Mann und 200 Pferden.
Breslau, 15. Febr. Zur Verstärkung der Schutztrrrppe für Südwestafrika sollen nach der „Schles. Ztg." arlfgestellt werden außer einer Etappenkompagnie eine achte und neunte Transporttompagnie. Diese beiden Transporttompagnien sollen 2 Tage nach der Etappenkom- pagnie, am 30. März, abfahreir. "
** S e. Königliche Hoheit und I. K. H. die Großherzogin kehren heute von Lich nach Darmstadt zurück. Abfahrt von Lich: 1 Uhr 40 Min.,
flöte at!
Die Studentenschaft stimmte mit begeistertem Hoch in den Ruf ein, die Musik spielte wiederholt, alle Anwesenden sangen „Heil Dir im Siegerkranz" mit, und die Studenten zogen darauf huldigend vor dem hohen Paare vorüber, das die sämtlichen Ehargierten, 20 an der Zahl, und die vier Fakultätsvertreter vorher im Schloß empfangen hatte, wo die Musensöhne mit Sekt bewirtet wurden.
Durch die Hauptstraßen ging der Zug auf die große Wiese beim Bahnhof, wo in der bekannten Weise die Fackeln zusammengeworfen wurden.
Nach der Aufstellung der Ehargierteir und Fakultätsvertreter im Schloß hielt der Rektor noch folgend^ kurze An s pr ach e an das Großherzogliche Paar und den Fürsten von Solms-Hohcnsolms-Lich:
Königliche Hoheiten! Turchlauchtigster Fürst!
Als vor wenigen Monden in diesem altehrwürdigen ober- bessischen Fürstensch<loß der .Herzensbund zwischen Eurer Königlichen Hoheit und der Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich geschlossen nmrde, war es bereits der lebhafte Wunsch der akademischen Jugend der Landesuniversität, ihrem erhabenen Reetor Magnisieentissimus eine Huldigung darzubringen in Gepalt eines Fackelzuges. Damals konnte dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Heute haben Eure Königlichen Hoheiten vereint aller- anädigft geruht, den Fackelzug entgegenzunehmen und eine große Zahl von Vertretern der Studentenschaft zu empfangen. Wrr danken untertänigst für die. hohe. Ehre des Empfanges.
Dieser Fackelzug ist ein Symbol der Einmütigkeit unserer Gießener Studentenschaft, ein Ausfluß der akademischen Freiheit, die wir auch ferner für uns erbitten int Interesse der Landesuniversität und des ganzen Landes.
Indem ich Eurer Durchlauchr im Namen der Studierenden ehrerbietigst für die Erlcnlbnis danke, daß sie. an dieser Stätte diese Ovation darbringen durften, fordere ich die Gießener Kommilitonen auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unser hochverehrtes Großherzogliches Paar, Seine Durchlaucht der Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich und das ganze fürstliche Haus zu Solm^-Hohensolms-Lich, Sie leben hoch:
Nach dieser Ansprache erwiderte Seine Königliche Hoheit mit einigen Worten des Dankes nnd der Versicherung, daß Er über §vlle Schwierigkeiten der lieben altert Gießener Universität stets gern hinweghelfen wolle. Auch Seine Durchlaucht der Fürst dankte. Hierauf reichten Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die ; Großherzogin den Vertretern der Stttdentenschaft dankend die 5)and.
Um 8.20 Uhr abends brachte der Extrazug die Studenten wieder nach Gießen zurück. In Lich — das Städtchen war L übrigens recht hübsch und festsich geschmückt — dauerte
mir haben nur eine Pflicht gegenüber unserem Kaiser und unserem Vaterlandc zu erfüllen.
Lid au, 15. Febr. Das dritte Gieschwader ist heute mittag 12 Uhr abgelegen.
Japans offiziöse Meldungen.
Petersburg, 15. Febr. (Amtlich.) 'Ter russische Gesandte in Peking telegraphierte unterm 11. Febr.: Tie Japaner ver s u chten durch Verfolgungen bte Privatleute t,n Port Arthur zum Verlassen der Stadt zu zwingen, um ihr Eigentum in Besitz zu nehmen. Dte russische Regierung befahl darauf ihrem Vertreter in Paris, durch Vermittelung der ftanzösifcheu Regierung bei Javan entirbicben Protest dagegen einzulegen.
Tokio, 15. Febr. (Reuter.) Die Russen nahmen die K a va l l e r i e o p e r a t i o u e n in großem Maßstabewie - der auf. Wie gemeldet lvird, waren gestern abend 9000 Recker mit Geschützen etwa 30 Meilen westlich von Liauiang. Der Zweck der Betvegungen scheint die Umgehung des linken j a p a - n i s ch e n "F l ü g e l s zu sein.
§er Aackckzua ber Gießener Studentenschaft vor bcm Kroßyerzoqspaare.
(*) «ich, 15. Febr.
Für die Bevölkerung Lichs gab es heute wiederum etwas zu sehen. Mer auch aus der ganzen Umgegend waren zahllose Menschen in unser sonst so stilles Städtchen gekommen, um die Ovation der Gießener Musensöhne mitanzusehen, die diese ihrem Rektor Magnisieentissimus darznbringen gedachten. Am Mcnd um W Uhr traf der große Extra- z u g aus Gießen ein, der ca. 600 Studenten, darunter Ümkliche Verbindungen in ihrer studentischen Tracht mit ihren Fahnen, mitgebracht hatte. In der Straße am Bahnhof nach der Stadt zu stellte sich der Zug sogleich auf, umlagert von einer Unmenge Neugieriger. Bald wurde die anfängliche Düsterkeit auf der Straße durch das Fackellicht erhellt, und unter Musik und der Begleitung von alt und jung zogen die Studenten in das Städtchen, dcssenBewohner erlvartungsvoll bei den Häusern und an den Fenstern die Gäste erwarteten. Tie Gießener Regimentskapelle mit Musikdirektor prange war, in zwei Mteilungen getrennt, mit noch zwei anderen Musikkapellen im Zuge, vertreten. Ter Aufzug im Schloßpark um das Portal des Schlosses wollte bei der großen Zahl der Fackelträger kein Ende nehmen. I. I. K. K. H. H. der Großherzog und die Groß Herzogin erschienen auf dem großen Altan über dem Portal und wurden vou Her Studenterrschaft mit lauten Hochrufen begrüßt, wobei der . Groß Herzog lächelnd sich immerfort dankend verneigte. Auch der Rektor der Universität, Geheimrat Prof. Tr. Vossiuis, sah vom Altane herab dem Ailfzug der Musensöhne zu imd leitete tote Aufstellung der Ehargierten um den Altan. Tarauf trat der 1. Chargierte der „Adelphia", Stud. jur. Scholl, vor, der an das hohe Prcar folgende Ansprache richtete:
Allcrburchlauchtigstrr Großherzog, Vllcrgnädigster Fürst und Herr! Allerdurchlauchtigste Großherzogin, Allergnädigste Fürstin und Frau!
Als vor wenigen Wochen die Kunde von der Verlobung Ew. Kgl. Hoheit mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich in die Laude hinausdrang, fand der Jubel des Volkes auch in den Herzen der Gießener Studentenschaft begeisterten Anklang. Umso größer ist unsere Freude, als wir in unserer Landesfürstin eine Prinzessin aus altadligem hessischem Fürstenhaus begrüßen dürfen. Heute nun haben Ew. Kgl. Hoheit geruht, die Glückwünsche der Gießener Studentenschaft in Gestalt dieses Fackelzuges entgegenzunehmen. Mit dem Ausdruck des T ankes für diese hohe Ehre verbinde ich, im Namen der Studierenden der Alma Mater Ludovittana. als deren Rector Magnifieentisftmus wir Ew. Kgl. Hoheit zu begrüßen die Ehre haben, die irmigsten Gli'-ck- wünfche für unser geliebtes Fürstenhaus und fordere meine Kommilitonen auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen imd bet Win, unser Allergnädigster Rector Magnificeutsisimus, Ihre Kgl. Hoheit unsere geliebte Großherzogin Eleonore, Sie leben hoch! .
S. K. H. ber Großherzog erwiderte mit lauter Stimme daraus etwa folgendes:
Die Großherzogin und ich danken der Gießener ^tudcntcu- schaft herzlichst für diese schöne Ovation, und besonders danke ich Ihnen, daß Sie hierher nach Lich gekommen sind. Ties hat viel Mühe gekostet, aber feien Sie auch versichert, daß ich der Landesuniversität, was auch kommen möge, als Rector MagnificeMisfimus stets zur Seite stehen werde. In diesem Sinne bitte ich Sie, mit mir einzustimmen in den Ruf: Tie Alma Mater Suboüiciana Vivat, crescat,


