Ker Wahlbezirke, die yirm großen Teil durch Anwaclyen der Bevölkerung in den letzten Jahren herbeigeführt worden sind.
In der Adreßdcbatte greift Ca m Pb c l l -B a nn e r m a n n 6tc Rcgicntng heftig an. Redner erklärt, das Ministerium sei demoralisiert: wie sehr dies der Fall sei. Mge nm in der ganz u n a n a e b r a eh t e n R e d c, die cm M 11 i c o der Admiralität hielt. Ter Zivi Kord der Admtraltwt sei augenscheinlich dessen müde, wenig beachtet Zn werden '«jcifnii bei ' den Liberalen, Widerspnich bei den Konservativen, b und er habe anscheinend beschlossen, sich einen Namen zu machen; MS sei ihm gelungen, und Tausende, die bisher nie von ihm getzoit hätten, wüsten jeftf hon seiner Eristenz.
her Krieg.
Nuffische offizio'r Meldungen.
Ein Telegramm des Generals Ssacharow an * *-cn Generalstab besagt: Gestern früh wurde eine Abteilung unserer Jäger bei Nanschinpu, südwestlich von Bamapulse, von drei japanischen Kompanien angegriffen. _ Die letzteren wurden nach erbitterten! Kümpfe zurückgeschlagen un ließen eine große Anzahl Toter sowie Waffen und Munition auf dem Schlachtfelde zunick. Rusfischerseits wurde ein Offizier leicht verwundet. Am 11. Februar machten die Japaner im Zentrum einen Angriff auf einen von russischen Jägern besetzten Wald, wurden aber zuruek- ^eschlagen.
Japanische offiziöse Meldungen.
Tokio, 14. Febr. (Reuter.) Berichte aus Liaufang geben an, daß die ganze russische Streitmacht zwischen dem Sch ab o und Charbin 450 000 Mann beträgt, von denen 280 000 in Gefechtslinie stehen. Tie russischen Verluste bei Heikutai werden jetzt aus 25000 Mann geschätzt.
Aus dem Hauptquartier wird gemeldet: Die Russen bombardierten Weitoshan zweimal und griffen an, wurden aber zurückgeworfen. Am Sonntag griffen Abteilungen russischer Infanterie Lerpatai und Hansbantai am Montag an und wurden zurückgeschlagen. Die Russen fahren fort, die Umhegend von Heikontai zu verschanzen.
Tokio, 14. Febr. (Reuter.) Das englische Dampf-- /chiff „Castry", welches vor kurzem auf der Höhe von Hokkaido von einem japanischen Kriegsschiff angebalten wurde, ist wieder freigegeben worden. Die Wegnahine beruhte auf einem Irrtum, da das Schiff, ivelches zur Zeit der Wegnahme mit Kohlen nach Singapore unterwegs war, eine Ladung für Hokkaido an Bord hatte.
Untergang eines japanischen Dampfers.
Der japanische Dampfer Natorigaiva rannte bei dichtem Nebel gegen die neuen Hafenanlagen in Osako und ging unter. 9 3 Personen sind ertrunken.
deutsches SReid?*
Berlin, 14. Febr. Kaiser Wilhelmhat aus Anlaß Jer Anregung des Königs von Italien zur Gründun7 einer internationalen Institution -um Schutze der Interessen der Landwirts chafft an diesen eine Depesche gerichtet, in welcher er seine Glückwünsche ?um Ausoruck bringt tn der Erwartung, daß die Initiative des Königs über-all mit lebhafter Befriedigung ausgenommen werden wird. In der An tw 0r t-De p e s che danit König Viktor Emanuel dem Kaiser für dessen freundschaftliche Gefühle und drückt die Hoffnung aus, daß seine Anregung den wirtschaftlichen Interessen aller Staaten dienen möge.
— Zur silbernen Hochzcitdes Kaiser Paares werden die S ch l c s w i g - H 0 l st e i n s ch e n I u n g f r a u e n auf Wunsch der Kaiserin Gaben Mr Errichtung eines Säuglingsheims sammeln. Bisher sind bereits 60 000 Mk. ein gegangen. Anfänglich war die Schenkung eines Bauernhauses geplant.
— Die Vereinigung der Steuer - und Wirt- ^chastsreforiner (die älteste Organisation von ländlichen Freunden der Schutzzölle) trat zu ihrer 30. Generalversammlung zusammen. Der Vorsitzende Herr v. Manteuffel eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er die Ver b e s s e run g e n de r n e u en H a n d el s - Verträge begrüßte und dann auf den Bergarbeiter- streik zu sprechen kam. Geh .Rat Evert-Berlin referierte über die wissenschaftlichen Argumente der Freihandelslehre, die er als einseitig und falsch bezeichnete. Eine entsprechende Resolution wurde ohne Debatte einstimmig angenommen. Den Hauptgegenstand der Beratung bildete die Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes. Der Generatsetretär des deutschen Landwirtschaftsrats Dr. Dade referierte. Die Versammlung beschloß, der Regierung eine Reihe von Maßnahmen zu empfehlen, i. a. Organisation des Kredits, Entlastung des Grundbesitzes in Bezug auf öie Aüfindungsgelder und Entlastung der Mündlichen Gemeinden und der in ihrem Gebiet sich ansiedelnden industriellen Werke.
— Die ,,Nationallib. Korr." schreibt: Die Vorarbeiten (ür das Gesetz gegen Ausschreitungen im Auto- mobilverkehr sind seit langem in Förderung begriffen. Demnächst soll eine Sachverständigenkommission znsammen- treten. Einen der wesentlichsten "Punkte bildet die vorgesehene Einrichtung der Zwanasgenossenschaften.
Leipzig, Ü. Febr. König Friedrich August' traf heute hier ein. Im Rathruse hielt Oberbürgermeister Tröndlin eine Huldigungsansprache. Redner gedachte der über das sächsische Königshaus in letzter Zeit hereingebroche- nen Schicksa'lsfchläge, hob hervor, das; es für Herrscher und Beherrschte kein größeres Glück gebe, als das auf ein gegenseitiges Verstehen gegründetes Vertrauen, und schloß mit dem Versprechen unwandelbarer Treue und demWunsche, die Regierung des Königs möge lang und reich gesegnet sein. Aus die Ansprache des Oberbürgermeisters erwiderte der König, es gereiche ihm zur besonderen Freude und Genugtuung, daß gerade die Stadt Leipzig es sei, der sein erster Besuch als König gelte, als König und Landesvater rührte und erfreute ihn hoch die ih'm heute wieder in so reichem Maße bewiesene Liebe und Anhänglichkeit seines Volkes; er hoffe, daß er inmitten seiner treuen Leipziger noch manchen erhebenden Festtag erleben werde.
Hof, 14. Febr. (Reich stagsersatzwahl.) Bis halb 11 Uhr abends lagen folgende Wahlresultate vor: Goller (natl.) 10045, Metzger (Vd. d. Landw.) 2863, GeiMer (Soz.) 10 041 Stimmen.
Ansiand.
Wien, 14. Febr. (Abgeordnetenhaus.) Bei der ersten Lesung des Budgets wünscht Hagenhofer (Ztr.) schnellste Regelung der Verhältnisse Oesterreichs und Ungarns. Wenn ein dauernder Ausgleich unmöglich fei, sei die sofortige Trennung der beiden Staaten vorzuziehen.
Redner führt ferner Klage über die ungenügende Wahrung der Interessen der österreichischen Landwirtschaft beim Abschluß des deutschen Handelsvertrages. Kramarcz führt ans, Oesterreich-Ungarn sei bei dem Abschluß der Handelsverträge insbesondere von Deutschland auf der ganzen Linie geschlagen worden.
In den letzten Wochen sind 16 3 deutsche Studenten der Wiener Universität aus der katholischen Kirche ausgetreten. In den nächsten Tagen findet ihre feierliche Aufnahme in der Wahringer Pfarrkirche statt.
Newy ork, 14. Febr. Der „Newyork Herold" publiziert eine längere Washingtoner Depesche, in der festgestellt wird, daß Deutschland bessere diplomatische Beziehungen als jedes andere Land zu Amerika unterhalte. Die Enthüllung der Friedrichsstatue erfolgte aus eine für Berlin entschieden erfreuliche Art. Darauf habe der Kaiser den P r 0 f e s s 0 r e n - A u s t a u s ch angeregt, und Roosevelt sei auf den Vorschlag bereitwilligst eingegangen. Deutschland unterstütze Amerikas Politik der offenen Tür in Ostasien. Der Kaiser verpasse keine Gelegenheit, den Amerikanern Freundschaftsbeweise zu bezeigen. Die Ozeanwettfahrt, sowie die Einladung der amerikanischen Geistlichkeit zur Dom- eknweihung in Berlin seien die jüngsten derartigen Vorgänge. Das wichtigste sei aber die Tatsache der Ankündigung der deutschen Regierung, statt der Etablierung von Kampfzöllen den Abschluß eines amerikanisch-deutschen Reziprozität s v e r t r a g e s anzustreben.___________
Ajis HtM und Land.
Gießen, den 16. Februar 1905.
** Kampf gegen die S ch n a k e u. Von ben^ verschiedensten Seiten wurde in den letzten Tagen die Frage erörtert, wie die Plagegeister des Sommers, die Schnaken, unter welchen wir in Gießen in hohen: Maße zu leiden haben, bekämpft werden könnten. Denn mit Bangen sieht man den Sommertagen und der allsommerlicb wiederkehrenden Schnakenplage entgegen, überall fürchtet man diese, die imstande ist, uns den Aufenthalt im Freien, in unseren schönen Wäldern, im Garten und auf der Veranda zu verleiden. Es fragt sich, ob man diese Kalamität als etwas unabwendbares über sich ergehen lassen muß, oder ob und mit welchen Mitteln es möglich ist, Abhilfe zu schaffen. Wie uns nun vom Großh. Polizeiamt mitgeteilt wird, soll der Kampf gegen die Schnaken alsbald begonnen werden, falls auf die Unterstütz: ng der Einwohnerschaft gerechnet werden kann. Vorbildlich wirken soll das Vorgehen, wie es an anderen Orten mit Erfolg unternommen worden ist, so in Bad Ems, in Heppenheim a. d. B. usw. In allen diesen Orten hat man durch die Vertilgung der Schnakenbrut eine Besserung bewirkt und Ersolge zu erzielen gehabt, indem man zunächst die überwinternden Schnaken in Kellern, Ställen usw. vertilgte, dann durch Uebergießen mit einer dünnen Schicht Petroleum auch die Brut derjenigen vernichtete, welche der ersten Gefahr entronnen und dann ihre Gier in stehenden Gewässern, Tüm- ieln, Regenfässern usw. ablegten. Entsprechend der natuv- geschichtlichen Entwicklung des Insektes, welches, hier Schnake genannt, uns in den Sommermonaten belästigt, wäre es zunächst die Aufgabe aller Hausbesitzer, Mieter, Verwalter öffentlicher Gebäude (hauptsächlich in bet' Dußenstadt), Inhaber von Sommerlokalitäten usw. die in b cn Kellern 2c. überwinter nben Schnaken- Weibchen zu vernichten. Denn mit ben ersten warmen Tagen verlassen biese sonst ungestört ihr Versteck, legen ihre Eier in ungezählten Mengen an geeignete Stellen! (stehendes, faulenoes Wasser, Tümpel in Wiesen und Gärten), wo sich sodann die Larven und bamt bic Schnaken entwickeln, um von hier aus d e n Z u g g e g e n b i e l e i b e n b e Menschheit zu beginnen. Nicht allein bie Rücksicht auf bic Unannehmlichkeit des Geswchenwerbens fordert dringend zum Kampf heraus, sondern nach ärztlichem Gutachten steht die Tatsache fest, daß zweifellos Krankheiten durch Schnakenstiche lGrschwüre, Karbunkeln) hervorgerufeu und Jnfcktionskeime übertragen werden können. Deshalb ungesäumt auf zum Kamps! Ter mühevolle, aber Erfolg versprechende Vertilgungskrieg muß sofort begonnen werden.
** Tas Großherzogliche Paar in Oberhessen. Gestern, Dienstag, nachmittags 2.15 Uhr, erfolgte auf Station Zell-Romrod die Abfahrt des Groß- herzoglichen Paares, welches seit dem 2. Februar im Schlosse zu Romrod Wohnung genommen hatte. Der Bahnhof war von einer tausendköpfigen Volksmenge aus der gesamten Umgegend besetzt. Als der Sonderzug sich langsam in Bewegung setzte, erschollen brausende Hurrarufe, der Gi'oß- tzerzog'' stand am geöffneten Fenster und winkte dem Volke lächelnd zu. Die Fahrt des hohen Paares durch Oberhessen war auf allen Stationen der Strecke Fulda-Gießen bekannt geworden, und auf allen Stationen hatte sich viel Publikum angesammelt, um das H-crrscherpaar zu begrüßen, besonders in Nicdergemünden, Grünbcrg und Reiskirchen. — Zn Gießen traf der Sonderzug um 3.25 Uhr ein: auch hier waren Menschen am Bahnhof erschienen. Die Ankunft in Lich erfolgte Um 3.55 Uhr. Hier hatte man schon seit einigen Tagen große Vorbereitungen für ben Empfang getroffen. Am Bahnhof war ein prächtiger Empfangstempel errichtet worben, geschmückt mit Flaggen und Rosen imb ben verschlungenen Namenszügen des Großherzoglichcn Paares. Vom Bahnhof bis zum Schlosse bilbeten bie Kriegervereine des Hasst ab ezirks Lich, der Turn- und Gesangverein aus Lich und die Zöglinge der Präparandenanstalt Spalier. Als der Zug langsam in den Bahnhof einfuhr, intonierte die Gießener Rc g i men t s m u s i k die Hesseuhymuc, und die tausendköpfige Menschenmenge, die den Bahnhof besetzte, brach in Jubel aus. Fürst Karl von Solms-Hohensi.üms-Lich nebst Gemahlin waren znm Empfang erschienen. Sie eilten an den Salonwagen und begrüßten das hohe Paar aufs herzlichste. In dem Empsangstcmpcl begrüßte Bürgermeister Heller das Großherzogliche Paar namens der Stadt Lich. 'Hierauf übergab eine ehemalige Schulfreundin der Großherzoain, Fräulein Elise Schmidt, der hohen Frau einen prächtigen Fliederstrauß, den diese mit großer Freude entgegennabrn. Darauf bestiegen die hohen Herrschaften die bereitstchenoen Wagen; in dem ersinn nahm die Großherzogin Platz, links neben ihr die Fürstin Emma; den zweiten Wagen bestiegen der Großherzog und Fürst Karl, während in dem dritten Wagen das Gefolge Platz nahm. Tie Kriegervereine waren erschienen aus Lich, Langsdorf, Muschenheim, Nieder- und Ober-Vessingen, Nonncnroth. Hattenrod, Har^ back), Ettingshausen, Bettenhapsen und Birklar. Nach der Vorbeifahrt ordneten sich! die Vereine zum Festzug durch die Stadt und das Schloß, wo der Großhcrzog und die
6)roßherzogin skchr no'ätmals am Fenster zeigten. Der Zucf löste sich schließlich ans dem Rathausplatz auf, und im! Heilandschen Saale fand dann noch Volkskonzert und Tanz statt. In der Stadt Lich herrschte das lebhafteste Treiben^ die Nachmittagszüge hatten viele Schaulustige mitgcbrachlt. Die Stadt selbst prangte im schönsten Festkleide. Vom Bahnhof bis zum Schloß hatte man die Straßen mit Tannenbäumchen eingefaßt.
** Besichtigung des Bau vl ah e s neben der Jo h a nne s kir ch e. Gestern besichtigten, wie man uns' mitteilt, die Herren G?l>. Oberbaurat H 0 fman n und Baurat W aguer aus Darmstadt im Ausirag der Bauabteilung des Ministeriums der Finanzen den Bauplatz neben! der Johanneskirche. Tie Herren sprachen ihre lebhafte Befriedigung über de:: beabsichtigten Bau aus. Tie Johmmes- kirche wetibie dadurch den rechten Abschluß erhalten itnb erst zu ihrer vollen Geltung kommen. Eingehend würben a.lle einzelnen Fragen erwogen, vor allem auch die perspektivische! Wirkung bes Baues für bas Stadtbild, und danach in voller Einmütigkeit den Beteiligten über die Stellung des Huuscs und seine äußere Gestaltung Beschluß gefaßt. Es- war, der ebsondere Wunsch des Herrn Geb. Oberbaurats Hof- mann.d es bekannten Meisters in: künstlerischen Städtebau, daß das Haus parallel zur Kirche gestellt werde, damit es von der Ferne wie eine Fortsetzung der Kirche ersch-eine, und sich dadurch gleichsam ein Vorhof vor der Kirche bilde. Dey von den: Architekten Mever vorgelegte Grundplan fand! die volle Billigung der Für die äußere!
AuSgestaltuug wurde mehr Wert gelegt auf eine der Kirche würdige mächtige Gestaltung des Dachprofils, als auf Anschluß au die Ärchit^kturformen der Kirche. Diese sollew vielmehr möglichst einfach gehalten werden. Nach solch sorgfältiger Prüfung von so sachverständiger Seite werden sich ja wohl die besorgten Gemüter beruhigen, und die evangelische Gemeinde und die gesamte Bürgerschaft darf gewiß sein, daß an diesem schönen Platz etwas geichaffen'wird, was unserrer Stadt zur Ehre und zur Zier gereichen wird.,
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Am Freitag, dem 17. ds. Mts., geht als 12. Abonnementsvorstellung Sudermanns ^Heimat" in Szene. Die Aufführung dürfte ein besonderes Interesse beanspruchen, da ein Gast, Fräulein Frieda Christophersen, von: Reuen Theater in Berlin bic „Magba" spielen wird. Blocks und Abonncmentsbillets gelten ohne Aufzahlung.
** Neberwachung durch die Feuerwehr. Wie uns mitgeteilt wird, ist es in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, das; von den Vereinsvorständen, welche bei Theatervorstellungen oder sonstigen Vcreinsscierlichkcitcn eine lieber« wachimg durch Feuerwehrleute wünschten, ober solche auf polizeiliche Anordnung zuzichen mußten, der städtische Branddirektor so spät hierum ersucht worden ist, daß es nur mit Schwierigkeiten gelang, bic notwendige Zahl von Feuerwehrleuten rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. 9t(lc Interessenten, (Wirte, Vereinsvorstände ?c.) werden deshalb darauf aus-- merksam gemacht, baß in Zukunft frühzeitig und mindestens ein Tag vor der betreffenden Festlichkeit der Branddirektor unter Angabe der Anzahl der benötigten Feuerwehrleute benachrichtigt fein muß, andernfalls den Ersuchen nicht Rechnung getragen werden kann.
** Der stüdtischen Pferden: arktkommission iit| Gießen ist die Erlaubnis erteilt worden, ?>n her Ausspieürng! Von Pferden, Fohlen, landwirtschiaftlichen Maschinen und Geräten usw., die in Verbindung mit dem am 6. September iw Gießen üattsmdeuden Hcrbstpferdcmarkte mit Genehmigung der! Großb. heffischen Regierung veranstaltet worden soll, auch inj den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf Lase zu vertreiben.
Darmstadt, 13. Februar. Das hessische Ministerium veröffentlicht den mit der Norddeutschen Hagelversichcriings- Gesellschaft auf Gegenseitigkeit zu Berlin abgeschlossenen Vertrag wegen der Regulierung der Hagelschäden bet den Landwirten beS Großh. Hessen. Gleichzeitig werben die Landwirte ausgcforbcrt, ihre Felbfrüchtc gegen Hagelschaden bei dieser Gesellschaft zu versichern, da für bic Folge Sammlungen für Hagelbeschäbigte im Großh. Hessen unter feinen Umständen mehr zugelassen würden.
Mainz, 14. Febr. Ter Vizepräsident der hiesigem Haiibelskammcr, Komnierzienrat Karl Mettenheimer, i|t heute mittag an ben Folgen einer Operation gestorben.
fc. Wetzlar, 14. Febr. Der hiesige Spar- und Vau«i v er ein, der bis jetzt 58 Mitglieder Zäblt, beabsichtigt demnächst,' an dem Nicdcrg'rmescr-Wcg mit dem Bau Von Arbeiter-- Wohnhäusern zu beginnen. Wegen der hohen Bobenpreif? werden bic Häuser dreistöckig gebaut.
[] Marburg, 14. Febr. Mit der Errichtung eines städtischen Volks da des beschäftigte sich heute die Stadt« verordneten-Versammlimg. Stabtv. Prof. Dr. Bonhoff, bet schon oft in Versammlungen für bas Projekt gesprochen hat, trat warm für ein Marburger Volksbab ein unb rühmte habet bic mustergiltigen Einrichtungen bes Gießener Volksbab es. Mit seinen sonstigen Einrichtungen, ber Kanalisation, dem Schlachthaus, den neuen Schulgebäuden unb ber vorzüglichen Wasserleitung stehe Marburg in gesimdheitlichet Beziehung an erster Stelle, ein Volksbab müsse her Schluß- itein sein. Die Sache soll im Auge behalten werben, vorläufig stimmte man ben: Anträge zu, bas Waffer für von Mitgliedern der Ortskrankenkasse benutzten Bäder einem Babe«! anstaltsbesitzer gratis zu liefern.
* Gräfin M 0 ntign 0 s 0. Die „Tribuna" meldet Vont 14. b. M. aus Florenz: In ber gestern abend ffnftgcbabtpti Konferenz des Justizrats Körner, mit den Advokaten ber Gränn Montignoso scblng Lack^nal ein dtrrangcmcnt vor, wonach bie Gräfin am 15. Februar die Prinzessin Mo nikaans händigen, würde, wenn her König ihr gestatte, von Zeit zu Bert alle Kinder 'u sehen. Körner versprach, den Vorschlag den: Kön:g zu unter-', breiten. Nachdem Lachenal nach Genf abqercist ist. teilte Körner den Advotaten her Gräfin mit, ihre bisberige Handlungsweise lasse es Zweifelhaft eMeinen, ob sie Völlig zurechnungsfähig sei. Er könne bm Vorschlag Lachenals dem König nicht unterbreiten, bevor er das Zeugnis Zweier Irrenärzte habe, daß die Gräfin int Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sei. Körner beauftragte ferner die Advokaten her Gräfin, dieser mit Zu teilen, er gwube zu wissen, daß ber König die der Gräfin bisher gewährte Rente vom März gn nicht mehr zahlen werde, weil die Gräfin den Vertrag Voitv 1903 verletzt habe.
* Kleine Tageschronik. In H a n n v v c r hat sich die Inhaberin des Apollo-Theaters, Rentiere Engelbrecht, wegen großer Geldverluste an diesem Unternehmen anfgehängt. — Im Kabinett Nr. 21 der Gemäldegalerie in: Zwinger Zn Dresden wurde das Fehlen eines auf Kupfer gemalten Reliefs von dem niederländischen Meister ,93 r n c g b c ( dem Ae.lter-m entdeckt. Das Bild, welches eine Landschaft darstellt, ist unzweifelhaft gestohlen worden. — In Berlin wurde die aus neun Köpfen bestehende Familie des Kanzlisten August Tack unter Pocken- v e r d a ch t nach der Eharitö gebracht. Bei einem her Kinder Tucks wurden ärztlicherseits Erscheinungen festgestellt, lvelche den,


