der Kaiser, der Kronprinz, die anderen Prinzen des Königl.
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Energie werde beweisen können.
verweilten. Inzwischen Brookfield,
In dem Orte Bockenhof bei Dorpat wurde ein Poli eibeamter ermordet und gräßlich verstümmelt.
werft, wo dem Oberwerftdirektor ein Besuch abgestattet wurde. Dann fuhren sie in dem Automobil des Oberwerftdirektors zu dem kommandierenden General, zum Obcrpräsidenten, zum Oberbürgermeister, sowie zum Stadtkommandanten und kehrten dann an Bord zurück.
Am Nachmittag fanden Gegenbesuche bei dein Geschwaderchef der englischen Flotte statt. Lebhafter Verkehr von Seiten des zahlreich herbeigcströmten Publikums entwickelt sich nach der englischen Flotte, besonders nach den im Hafen bei der Ostmole verholten Torpedobootszerstärern. Auch die auf der Reede liegenden englischen Panzerschiffe werden vielfach vom Publikum besucht, welches auf den Schiffen einen überaus freundlichen Empfang fand. Eine größere Anzahl englischer Seeleute erhielt Landurlaub.
eine Viertelstunde in dienstlicher Angelegenheit Sodann begaben sich die Herren an Land zurück, hatte sich der englische Konsul in Danzig, Oberst gleichfalls an Bord des Admiralschiffcs begeben.
Nachdem die englische Flotte auf der Reede
Hauses re. Die Ehrenkompagnie auf dem Bahnhofe stellte die Leibkompagnie deS ersten Garde-Regiments z. F. mit Musik; die Fahne stand unter dem Kommando des Prinzen Eitel Friedrich. Eingetretcn war bei der Kompagnie Prinz August Wilhelm. Der Herzog nahm im Neuen Palais Wohnung, wo er von der Kaiserin empfangen wurde.
— Reichskanzler Fürst v. Bülow ist heute von Norderney nach Berlin abgereist, um dem Kaiser über verschiedene wichtige Angelegenheiten Vortrag zu halten.
— Der Unterstaatssekretär im Handelsministerium, Lohmann, ist gestern in Groß-Tabarz in Thüringen im Alter von 74 Jahren gestorben. Er stand seit 1871 im preußi- chen Staatsdienst.
Deutsches Reich.
Wildpark, 1. September. Heute nachmittag traf der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotba mit Gefolge
Nolitische Tagesschau.
Ein neuer Kolonialdirektor.
Der Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes, Dr. Stübel, ist nach der „Nat.-Ztg." für einen demnächst frei werdenden Gesandtschaftsposten und als sein Nachfolger als Gouverneur von Dcutsch-Ostafrika Gra von Götzen in Aussicht genommen. Der Wechsel in der Leitung der Kolonialabteilung wird, wenn irgend die Verhältnisse in Ostafrika es gestatten, noch vor dem Zusammen- trjt des Reichstages erfolgen, damit Graf Götzen Gelegenheit hat, mit den leitenden Stellen diejenigen Neuerungen im System der Kolonialverwaltung zu vereinbaren, die dem Reichstage gegenüber vertreten werden sollen.
Als Dr. Stübel aus eigener Entschließung auf Grund
der afrikanischen Unglücksnachrichten seinen Urlaub abbrach und nach Berlin eilte, glaubte seine Umgebung, und wohl auch er selbst, er sitze fest im Sattel. Jedenfalls hielt er es für seine Pflicht, erst recht unter den ungünstigen Verhältnissen auszuharren, und nahm mit frischen Kräften die Arbeit wieder auf. Jetzt ist also Graf Götzen, der Gouverneur von Deutsch-Ostafinka, zum Nachfolger auSerschen. Die Ent- schließung muß, worauf auch die „Tagesztg." hinweist, erst in den letzten Tagen erfolgt sein. Die „Nationalztg." erwartet von Graf Götzen das Veste, an vertrauensvollem Entgegenkommen werde es ihm im Reichstage nicht fehlen. Dagegen ist die „Tagesztg.", wie sie schreibt, nicht ganz sicher, ob er die notwendige und, wenn es sein muß, rücksichtslose
Gießen, 2. September.
** Personalien. S .K'. Sy d?r Großherzog haben dem Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkommission Dcirm- tadt Hensing zu Darmstadt den Charakter als Professor, dem Oberförster der Oberförsterei Gernsheim Möller und dem Oberförster der Oberföcsterei Mönchbruch Schäfer den Charakter als Forstmeister erteilt.
•• Lehrcrpersonalien. Uebertragcn wurde dem Schullehrer Schmitt zu Friesenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Guntersblum. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Psenburg und Büdingen in Büdingen auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule 311 Calbach präsentierte Schulverwalter Wagner aus Altenstadt für diese Stelle.
•• Pferdemarkt. Dem Vernehmen nach sind die Lose der Pferdemarkt-Lotterie bis auf einen kleinen Rest verkauft, so daß auch von dieser Lotterie voraussichtlich keine Lose unverkauft bleiben werden. Die Kommission für den Ankauf der Gewinne hat ihre Tätigkeit bis auf den Ankauf der Pferde — welche auf dem Markt gekauft werden —- beendigt. Die getroffene Auswahl der Gewinne ist sehr gut und trägt allen Wünschen aus den Kreisen der Losekäufer Rechnung. Die Gewinnchancen sind wie selten bei einer Lotterie günstig.
** Bom Manöver des 18. Armeekorps. Heute nahmen die Brigademanöver ihr Ende und am Montag, Dienstag und Mittwoch finden die Divisionsmanöver statt. Die 49. hessische Brigade, deren Gefecht sich bis nach Hahnstätten und Katzenellenbogen hingezogen hat, hat zum Teil Vorpostenbiw' <" int Gefechtsgelände bezogen, so die 116 er. Heute rückt die Brigade ostwärts nach Kronberg, Eppstein, Wehen zu. Die 41; Infanterie- Brigade, 87 er und 88 er, manövriert z. Z. im Gelände bei K'amberg, Würges, Esch, Idstein, Niederems; in Kamberg liegen die 88 er, in Idstein und Umgebung die 88 er. Die 42. Infanterie- Brigade setzte heute ihr Gefecht fort, das am Dienstag am Heidenstock bei Vilbel begann und nach einem Ruhetag sich Donnerstag bis Weiskirchen weiter entwickelte. Bei Praunheim bezog vorgestern ein Teil der 81 er Vorpostenbiwack. Dem vorgestrigen Gefechte wohnten auch bei die Landgräfin von Hessen (Chef der 80 er), Generalinspekteur v. Lindequist und der Korpskommandeur v. Eichhorn; die Landgräfin verfolgte auch gestern wieder mit Interesse das C^efeckt. Die^ gann zwischen Sossenheim, Eschborn und Rödelheim. Die 1 vr und Teile der 80 er rückten aus Höchst gegen die 81 er und den übrigen Teil der 80 er, die südlich von Hombitrg in Weiskirchen, Steinbach und Umgegend lagen. Im Laufe des Gefechts gingen die 81 er über Eschborn und Steinbach zurück und gegen 1 Uhr wurde das Gefecht bei Stierstadt abgebrochen: heute geht es zu Ende. Das bereits dreitägige Gefecht leitet Brigadekvmmandeur v. Putt- kammer. Der Brigadestab, welcher seither in Frankfurt lag, ist gestern in Homburg eingetroffen, ebenso der Stab der 21. Kavallerie-Brigade und der Regimentsstab der 81 er. Die 166 er bezogen gestern in Höchst und Umgegend, die 81 er in Homburg (3. Komp.), Oberurstl (3. Komp.), Stierstadt, die 80 er (1. und 2. Bat.) in Niederhöchstadt, Steinbach und Umgegend Quartier, während das 3. Bat. 80 er in die Kaserne Homburg einmarschierte. In Homburg, Kirdorf, Friedrichsdorf liegen Teile der 63. Artillerie „Frankfurt", in Oberursel und Oberstetten 6 er Ulanen-Hanau (Homburg hatte gestern 650 Mann Einquartierung, heute trifft nock) der Stab der 21. Division ein.) Die 115 er beziehen heute zum Teil in Oberstetten Quartier. Die 81 er rücken Dienstag wieder in die Kaserne zu Frankfurt ein und nehmen von dort aus an der Kaiserparade und am Divisionsmanöver teil; am 11. Sept, verlassen sie Frankfurt per Bahn und gehen ins Kaisermanöver.
” Konferenz der „Verblindeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte". In Frankfurt a. M. findet am 4. und 5. September die fünfte Konferenz der „Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte" statt. Zur Verhandlung stehen u. a. folgende Punkte: Fortbildungsschulzwang für Mädchen, Alters- und Pensionsverficherung der Privat-Angestellten, obligatorische Stellenlosenversicherung, Festsetzung einer Mindestruhezeit für Kontor-Angestellte, Handels-Inspektoren zur Kontrolle der bestehenden Schutzbestimmungen. Im Anschlüsse an die Konferenz findet Dienstag, den 5. September, abends i/v9 Uhr, im Saale der Loge Carl, am Mozartplatz, eine HandelSgehilfinnen-Versammlung statt, zu der alle Kon- tsristinnen und Verkäuferinnen freien Zutritt haben. Für die
Nach dem „Kuryer Warszawska" verlautet, der neue Generalgouverneur Skalen beabsichtige, den über Stadt und Bezirk Warschau verhängten Kriegszustand aufzuheben. Demel den Blatte zufolge wurde in einem Personenzuge der Leichselbahn bei Ljublin eine Höllenmaschine entdeckt. Schaden ist durch sie nicht angerichtet worden. Die Eisenbahnbrücke bei Nalentschow wurde durch Dynamit beschädigt. ____________
Versammlung, die von dem „Kaufmännischen Verein weiblicher Angestellter" in Frankfurt einberufen wird, ist folgende Tagesordnung festgesetzt: „Weshalb müssen sich die Handelsgehilfinnen organisieren?" „Die Stellenlosenversicherung und die Handelsgehilfinnen". Der Frankfurter Verein, dessen Geschäftsstelle
Wseciage.
Flensburg, 1. Sept. Die englische Torpedo- öootflotille, bestehend aus sieben Torpedobootzerstörern und dem Kreuzer „Sapphire" ist heute vormittag gegen 10 y2 Uhr auf der Reede von Glücksburg eingetroffen. Das deutsche Torpcdoschiff „Blücher" salutierte die Flagge des Kontreadmirals Winsloe. Der Salut wurde von den Engländern erwidert. Das Geschwader ging vor der Marinestation Mörwick am Eingänge tzcs Flensburger Hafens vor Anker.
Neufahrwasser, 1. Sept. Die englische Flotte wurde um 7 Uhr 45 Min. morgens hier gesichtet. Sofort fuhren Kapitänleutnant v. Usedom, der Adjtitant der Oberwerftdirektion, und Lotsenkommandant Wunderlich dem Geschwader entgegen. Dieses besteht auS 10 Panzerschiffen, drei Kreuzern und vier Torpedobooten; es fuhr in Kiellinie. Nachdem der Admiral Breitformation angenommen hatte, senkte das Geschwader die Anker. Gleichzeitig wurde die deutsche Flagge auf dem Flaggschiffe gehißt und mit 21 Schuß salutiert. Unmittelbar darauf erwiderte die Strandbatterie den Salut. Die genannten Herren begaben sich an Bord b?§ Flaggschiffes und wurden auf deut Achterdeck von Admiral Wilson empfangen und in die Kajüte geführt, wo sie etwa
vor Anker
gegangen war, begab sich Admiral Wilson gegen 11 Uhr mit seinem Flaggleutnant an Land, zunächst zur Marine-
Der Leichengeruch des Krieges
sammelt alsbald wieder die Frnanzcsgeier: SSson sind mneri- kaniscbe „Bankers" bei der Hand, um die notwentng werdende russische Anleihe anzubieten — eben erst haben sie lapanffchnl Banken 600 Mill, beschafft. Vertreten sind National Cüy Bank, die erste National Bank, die größte der Union, und das Bankhaus Pierpont Morgan. UebrigenS sei bemerkt, daß auch in Paris die Französische Bank und der Crßdit Lyonais die -Sache in die Hano nehmen, vermutlich 'schon auf Wittes Hinreise von diesem ins Vertrauen gezogen. Sicherlich wird der geniale Geldmann Witte die beiden Bewerber auf billigstes Angebot herunterzudrucken verstehen, das ist sein Fall!
Vom Friedensvertrag und den Vorverhandlungen.
Portsmouth, 1. Sept. (Reuter.) Die Aufstellung des Friedensvertraqes geht rasch von statten. Martens und Denni- son haben zehn von den fünfzehn Artikeln fetttggestellt, aus denen, wie man annimmt, der Vertrag bestehen wird. Witte hofft, daß der Vertrag Dienstag oder Mittwoch unterzeichnet werde.
N e w y 0 r k, 1. Sept. Wie jetzt feststeht, waren tatsächlich die russischen Delegierten auf den Albbruch der Verhandlungen voNstäiidiq gefaßt. Eine entsprechende Proklamation war vorbereitet, sowie der Befehl für Linewitsch zu sofortigem Angriff, als Japan plötzlich einlenkte. .
London, 1 Sept. Das Einlenken Japans zum Fnedens- schluß erfolgte auf einen Beschluß des Kronrats in Tokio ohne daß die hiesige Regierung vorher verständigt wurde.
Glückwunschtelegramme.
Der Wiener „Polit. Korr." zufolge, telegraphierte Kaiser Franz Josef sofort nach Empfang der Friedensnackiricht an den russischen Kaiser: „Ich vernehme mit lebhafter Befriedigung den Friedensschluß, dessen Bedingungen Ehre und Ansehen Deines Kaiserreiches unversehrt erhalten. Gestatte nur, Dich von ganzem Herzen zu diesem glücklichen Ausgang zu beglückwünschen". — An den Mikado telegraphierte der Kaiser: „Ich bitte Eure Majestät, meine aufrichtigsten Glückwünsche zum Friedensschlüsse entgegenzunehmen, dessen Bedingungen ein schönes Beispiel der Mäßigung geben, welche Japan Ehre macht." —
Roosevelt sandte Kaiser Franz Josef folgendes Telegramm: Anlaß des Friedensschlusses beeile ich mich, Ihnen meine freundschaftlichsten Glückwünsche zu Ihrer erfolgreichen Vermittlungsaktion zu entbieten. Möge nunmehr der Welt beschieden sein, Jicb der Segnungen des Friedens ungestört lange Jahre zu erfreuen." .
Als der Papst die Nachricht vom Zustandekommen des Friedens empfing, rief er aus, Roosevelt hat ein gutes Werk getan Hieraus sandte er dem Laren ein Glückwunschtelegramm.
erstrecken sich auf alle Teile Deutschlands, sowie nach dem Auslande. Der Verein feierte im Mai fein zehnjähriges Bestehen und beabsichtigt jetzt, seinen Wohlfahrtseinrichtungen auch die Stellenlosen-Versicherung einzufügen. Zur Zeit bestehen ungefähr 50 Berufsvereine weiblicher Handelsgehilfen mit insgesamt 30 000 Mitgliedern. Da der älteste Verein erst vor 15 Jahren gegründet wurde, so beweisen diese Zahlen, daß auch die Handelsgehilsinyen rasch die Vorteile der festen Organisation erfassen.
** Proben für den großen Zapfen st reich in H ontbitrg v. d. H. Am nächsten Montag nachmittag treffen, so berichtet man uns, sämtliche Kapellen des 18. Armeekorps und der badischen Division in Mainz ein und werden dort einguartiert. Am Dienstag vormittag ist die erste Gesamtprobe in der Kaserne des Infanterieregiments Nr. 117 in Mainz, die der Armee- Musikinspizient Professor Roßberg aus Berlin leitet. Am Mittwoch früh werden die Knpellen mittels Sonderzugs nach .Homburg befördert, wo bald nach ihrem Eintreffen abermals eine Probe stattfindet. Mittwoch nachmittag ist bekanntlich Vorparade. Die Generalprobe für den Zapfenstreich findet am Donnerstag vormittag statt. Das Konzert vor dem Kaiserpaar wird ausgeführt von 14 Jnfanterre- kapeNen, 7 Kavalleriekopelleu, 6 Feldartilleriekapellen, 1 Fußartilleriekapelle, sowie je einer Kapelle eines Pionierbataillons und einer Unterofsizierschule (Biebrich). Diese 20 Kapellen umfassen etwa 1000 Musiker.
** Hier ist Alles voll! Das „Höchster Kreisblatt' erzählt von dort folgende spaßige Geschichte: Der Zug ist eben in unserem Bahnhof 'eingefahren, die Passagiere sind auS- und eingestiegen und schon werden die Wagentüren geschlossen, damit es weitergehe. Da kommt mit hochrotem Gesicht noch eine etwas sehr korpulente Frau angewalzt,eilt auf ein Koupee zu, in welchem 7 ober 8 Frankfurter Jünglinge sitzen, und beginnt einzusteigen. Doch da schallts ihr auS einem halben Dutzend Kehlen entgegen: „Alles voll, Alles voll hier, sehn'se denn nit, daß hier Alles voll ist?" Die resolute Frau klimnit ruhig weiter empor und plumps — sitzt sie zwischen den gestreiften und karrierten Jünglingen, diele auseinanderspritzen wie die kleinen Fische vor dem raub den Hecht. Un dabei sagt sie: „Ich fercht mich nit, — ich hab jo alle Dag mit „Volle" zu dhun un waaß mit’n umzugehen, — ich sein c Wertsfraa!"
v. Bad-Nauheim, 1. Sept. Bis zum 31.Aug. 1905 sind 24 042 Kurgäste angekommen, wovon am genannten Tage noch 4172 anwesend waren. 320 903 Bäder wurden bis zum 31. Aug. abgegeben.
w. Bad-Nauheim, 1. Sept. Laut Beschluß der letzten Stadtverordnetensitzung findet die Wahl der Stadtverordneten noch im Laufe dieses Monats statt. Es scheidet ein Dritteil des Kollegiums aus; außerdem werden für die seinerzeit aus der Stadtverordnetenversammlung gewählten zwei Beigeordneten zwei weitere Stadtverordnete gewählt. — Bei der in diesem Jahre für den hiesigen Bezirk bevorstehenden Landtagswahl wird, wie wir erfahren, außer betp bisherigen Kandidaten Justizrat Windecker, Oekonom Weith aus Niederwöllstabt kandidieren und zwar ivirb dieser vom Bauernbund aufgestellt werben. — ©eftern vormittag würben bureb die hiesige Polizei zwei bei der Firma Rosenthal beschäftigte Metzgergesellen verhaftet. Sie sollen schon längere Zeit größere Diebstähle an Fleisch begangen haben, welches sie an Kunden zu emem billigen Preise verabfolgten. Einer der Burschen hat bereits cm reuiges Geständnis abgelegt.
-j- Friedberg, 1. Sept. S. K. H. der Großherzog trifft nächsten Dienstag hier ein und bezieht bis zum 11. September in seinem hiesigen Schlosse Wohnung, um von hier aus an den Manövern und den Kaisertagen in Homburg teilzunehmen.
sd Darmstadt, 1. Sept. Das Darmstädter H of. theater ist nahezu vollendet. Heute vormittag war es auf einige Stunden zur Besichtigung geöffnet. Dw Fertigstellung wird zweifellos in einigen Tagen und die Eröffnung selbst am 17. September mit der Vorstellung „Der fliegende Holländer" erfolgen. Das Haus hat sich sehr vorterlhast verändert. Der Bühnenraum und die Sperrsitze find zwer Meter tiefer gelegt. Ebenso das Orchester, das dem Bayreuther Muster angepaßt ist. Die Zahl der Sperrsitze tfr wesentlich vermehrt worden, die Gesamtzahl der Platze ist um 240 auf 1400 gestiegen.-Das Foyer ist unverändert aeblieben. Der Bühnenraum ist in modernster Weise aus- gestattet; hier herrschen die Eisenkonstruktionen vor. Erne wichtige Neuerung ist die Errrchtung eines DekoratronSm'aaa- , zins, daS an das Theater selbst angebaut ist. Auf die Fcuersichcrheit ist im weitesten Maße Rücksicht genommen und das Theater bat jetzt sieben Ausgänge, während es : deren seither nur drei besaß. Die Pläne zu dem Umbau hat Oberbaurat Helmer in Wien angefertrgt.
’ Mainz, 31. Aug. Ein italienischer Arbeiter hat heute । auf seinen Arbeitgeber, den Vaumaterialienhändler Georg ‘ Bruch von hier, wegen Entlassung aus der Arbeit, einen : Mordversuch verübt, inbem er auf Bruch in dessen Bureau ' einen scharfen Schuß abgab. Die Kugel prallte an der - Schnalle des Hosenträgers ab; Bruch blieb infolgedeffen un* 1 verletzt. Der Italiener wurde verhaftet.
Mainz, I.Se^t. Gestern fand, so entnehmen wir dem „M. Tgbl.", in Hechtsheim eine Versammlung von , Landw irten statt, um einen gemeinsamen Preisauf* [ schlag für Milch eintreten zu lassen. In Anbetracht der . hoben Vieh- und Futterpreise wurde eine Preiserhöhung von - 2 Pfg. für den Liter beschlossen. Auch aus anderen ©egen* । den der Provinz Rheinhessen werden Mitteilungen über Preisaufschläge für Milch, Fleisch 2c. gemacht. Es wäre daher, ’ so schreibt das erwähnte Blatt, endlich an der Zeit, daß die ' Regierung eine gründliche Untersuchung darüber anstellt, ob • die Verhältnisse denn wirklich derart sind, daß die notroen* > digsten Lebensmittel, deren Preise in dem letzten Jahre feine - Herabsetzung erfahren haben, fortgesetzt und in schier uner* . ichwinglicher Weise verteuert werden müssen.
, fc. Höchst a. M., 1. Sept. Vermutlich um bet . herrschenden Schweinenot nach feinen bescheidenen Kräften abzu helfen, warf, wie das hiesige „Kreisblatt" meldet, , daS Mutterschwein deS Kaufmanns Kilb in Ehlhalten ! 18 lebendige Junge. Brave Saul
* Kleine M i t t e i ( r 11 n c n 0 11 § Hessen und der Nachbarstaaten. Alis O s s e n b a ch a. M. wird gemeldet:
- Das Ministerium hat dem Beschlüsse der Offenbacher Stadlver«
sich Gr. Hirschgraben 11 befindet, zahlt, so schreibt man un§,or bneten vom 10. August, durch den die städtische Fletschsteuer auf«
auf Wildparckstation ein. Zum Empfang waren erschienen j etwa 1500 Mitglieder, durch seine Vermittelung fanden ini >et Kaiser, der Kronprinz, die anderen Prinzen deS Königl. letzten Jahre 490 Gehilfinnen Stellung. Seine Verbindungen
HlaArichten aus Muß aud.
Auf dem französischen Boulevard zu Odessa explodierte am Donnerstag in einer Villa des reichen Industriellen Becker eine Bombe. Frau Becker und ihre zwei Söhne wurden schwer verwundet. Die Villa wurde durch die Explosion vollständig demoliert. Die polizeiliche Haussuchung bewies, daß die beiden Söhne der revolutionären Organisation angehörten. Im Laboratorium wurden mehrere Dynamitbomben und einige hundert revolu- ionäre Broschüren gefunden. Die drei verwundeteil Personen wurden unter starker militärischer Eskorte nach dem Gefängnis- HoSpital transportiert.


