und Friedber
bachung bcr, Bahnsteige
neuen Güterbcchnhofes in
oluic die Errichtung eines
dringende Aufforderung, bei
Polizeiamt zu benachrichtigen,
weist allein schon der Umstand, das; kurze Zeit nach dem Ausscheiden aus ihrem langjährigen Wirkungskreise im Osfiziers- kasino die „Mutter Frank", wie sie allgemein dort hieß, von maßgebender Seite gebeten wurde, ihre Tätigkeit doch wieder aufzunehmen. „Wir holen Sie vierspännig ab," so lautete damals die ehrenvolle Aufforderung, was sie mit berechtigtem Stolz oft erzählt hat. Auch bis zuletzt hat cd der Verstorbenen namentlich ans dem Kreise unseres Offizierskorps an Beweisen von Anhänglichkeit und freundlicher Erinnerung nicht gefehlt. So mancher schon ergraute aktive und inaktive hohe Offizier, der früher dem Regiments angehörte, hat bei seiner Anwesenheit in Gießen nicht versäumt, die i „Mutter Frank" auszusuchen und mit ihr von vergangenen Zeiten zu sprechen. Sogar kein Geringerer als Exzellenz Budde, früher aktiver Offizier im hiesigen Regiment, sandte ihr s. Zt. einige eigenhändige Zeilen freundlichster Erinnerung, als die jetzt Verstorb-ne ihm zu seiner damaligen Ernennung znm Minister ihre Glückwünsche übermittelte. Mit Stolz hat sie oft im Kreise ihrer Familie und näheren Bekannten erzählt, wie Exzellenz Budde bei Gelegenheit seines "bschiedseffens im hiesigen Offizierskasino sie dem anwesenden D üsionskomrnandcur Prinzen Heinrich von Hessen
der Universität Petersburg, der seine Studenten fleißig marschieren ließ, weil, wie er sagte, Rußland keine .Humboldts brauche. Wie man sieht, wird auch heute noch alle mögliche Sorge darauf verwandt, daß die Zachs der Humboldts in Rußland recht beschränkt bleibt.
Bezeichnend ist, daß in dem polnischen Orte Zakopane eine Versammlung die Boykottierung der russischen Schulen in Kongreßpolen und die Unterstützung der polnischen Privatschulen durch Erhebung einer Nationalsteuer beschloß.
zu sprechen.
In Moskau macht die antisemitische Bewegung Fortschritte. Es hat sich ein Komitee gebildet, welches Unterschriften sammelt für eine Eingabe, in welcher gebeten wird,
Friedberg.
Bernsbach , I.Aug. Die Herren Adolf Hensel-Dortelweil und Heinrich Lind-Niederissigheim hielten hier eine äußerst gut ausgcnommene Versammlung ab. Die Ausführungen beider Herren über die Vereinigten Landwirte und deren Ziele, sowie über den Stand der Milchpreisfrage wurden mit Verständnis und Beifall ausgenommen. Särnt- iche anwesenden Landwirte traten der Vereinigung bei und gründeten eine Ortsgruppe mit dem Herrn Isidor Bilz als Vertrauensmann an der Spitze. (Deutsche Volksw.)
** Kleine M i t t e i ln n o e n aus Hessen und den N achbarstaate n. Unsere gestrige Notiz unter der Spitzmarke „Bahnball" etc. muß natürlich sich auf den Bahnball Büdcsheim- Bmgen, nicht Rüdcsheim, beziehen. Der Druckfehler ist von den Lesern wohl schon selbst berichtiat worden.
und Katzen die grüßt- laffen. Sobald bei einem beobachtet werden, ist das damit das betreffende Tier
Es empsiehlt sich, Katzen,
Leben gerettet hatte, sind in Petersburg vom Zaren empfangen und eigenhändig von ihm mit dem Georgs- kreuz dekoriert worden. Dies hinderte die Polizei aber nicht, die Veteranen gewaltsam aus Petersburg zu entfernen.
Zu den Friedensverhandlungen.
Newyork, 1. Aua. Das Mitglied der japanischen 'Friedenskommission, Sato, betonte in einer,Unterredung, Deutschland beobachtete im Laufe des ruffisch-japanischen Krieges stets korrekte Neutralität.
Newyork, 1. Aug. Trotz allem Pessimismus welcher 1n Amerika herrscht, setzt Roosevelt in die Friebensver- hcmdlungen große Hoffnungen. Er erklärte mehreren Journalisten, daß ein Waffenstillstand eine Woche nach Zusammentritt der Friedensdelegierten abgeschlossen werden dürfte und daß der F r i e d e d r e i W o ch e n s p a t e r zustande kommen würde. Er glaubt, daß die ^rlebe^3ücr- haublimgen am 10. Au an st 6?-ginnen werden.
persönlich vorstellte und mir Worten wärmster Anerkennung rem hohen Herrn ihre Tätigkeit und Kunstfertigkeit pries, worauf sie mit Champagner Bescheid tun mußte. Die letzten Jahre ihres arbeitsamen Lebens nach dem vor fünf Jahren erfolgten Tode ihres Ehemannes verbrachte sie im Kreise ihrer Kinder und Enkel auf dem Windhose, wo sie am 29. Juli im 71. Lebensjahre nach kurzem Leiden starb.
)—( Nordeck, 1. Aua. Ein 7jähriger Junge eiterte mit anderen Knaben an der alten Schloß mauer
unter Beobachtung gestellt wird.
welche das Haus zu verlassen pflegen und nicht unbedingt zur Mäusevertilgung gehalten werben müssen, abzuschaffen, sowie Hunde von auswärts nicht einzuführen.
** Die hessische Vereinigung für Volkskunde wird nächsten Freitag, nachmittags 5 Uhr, im Hotel Trapp
______rv. in Friedberg eine Mitgliederversammlung veranstalten, den höchsten Regionen gewirkt wird, ist interessant. So wird ^^ei Prof. Dr. Drews-Gießen einen Vortrag halten wird das Spiel vermutlich trotz aller gegenteiligen offiziösen Ver- über „Das Abendmahl und die Dämonen".
sicherungcn, die vonZcit zu Zeit verbreitet werden, noch eine *• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am Zeit lang weiter gehen. heutigen ersten Ziehungstage der 3. Klasse dec 6. Lotterie
* fiel ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 97511 (nach
Daß die Schule überall in den Dienst der herrschenden ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 74294, ein
-Partei oder der herrschenden Klasse gestellt wird, ist etwas, ^winn von 1000 Mk. auf Nc. 36937 72231, Gewinne von was sich sozusagen von selbst versteht. Im russ. Reiche wirb K 400 gpf, auf Nr. 49106 95541 99966. (Ohne Gewähr, darum versucht, die Ju g end in den Dienst ber finstersten •* Besitzwechsel. Die Hofraite Kirchenplatz 21)
Reaktion zu pressen. hinter der ev. Stabtkirche, ging für 40000 Mk. in Besitz des
Ein bezeichnendes Licht auf die Art, wie die russischen $crrn C. Wallenfels, Inhaber der Dampffärberci und, Pädagogen sich ihrer Aufgabe entledigen, wirft eine Petition, Waschanstalt, über.
die zahlreiche Eltern von Mittelschülern zu Nischni-Nomgorod ^Beerdigung. Gestern wurde, so wird uns ge- an den Unterrichtsminister haben gelangen lassen. Die Un- Rieben, auf dem Friedhöfe inHcuchelheim unter großer Zufriedenheit richtet sich gegen den Unterdirektor Veffelof und Beteiligung Frau Margareta Frank begraben, die 18 den orthodoxen Religionslehrer, den Priester Arkhanghelsky. c^ghrc 'lang — von 1871 bis 1888 — als Oekonomin im In erster Linie beschwert man sich über das System der ^^sigen Offizierskasino tätig war. Wie hoch ihre Tätigkeit Spionage, das in den Schulen eingeführt worden ist! 'sonstigen persönlichen Eigenschaften geschätzt wurden, be- fortgesetzt werden die Taschen der Schüler nach Broschüren' ..... . - • - * - ~
unb Proklamationen durchforscht, man veranstaltet Hcms-
* Großfürst Cyrill und der „Klub der Sy- bar iten". Neulich kam die Nachricht aus Koburg, der Zar habe die Genehmigung zur Vermählung seines Vetters, des Großfürsten Cyrill, mit der geschiedenen Großherzogin Viktoria Melitta wiederum abgelehnt. Er würde aber, so meint man, das erneute Bittgesuch, Dispens von der Vorschrift zu erhalten, die Ehen zwischen Geschwisterkindern verbietet, um seine Kusine heiraten zu dürfen, kaum abgelehnt haben, wenn seine Mißstimmung gegen Cyrill nicht in letzter Zeit aus neuer Ursache erheblich verstärkt worden wäre. Und diese Ursache ist, wie unser Berliner Gewährsmann wissen will, die Aufdeckung eines neuen Skandals, in den die beiden ältesten Söhne des Großfürsten Wladimir, Cyrill und Boris, verwickelt sind. Man ist einem Klub auf die Spur gekommen, der sich selbst den bezeichnenden Namen eines „Klubs der Sybariten von Charkow" beigelegt hat. Jedenfalls dürfte dieser Klub bcr kostspieligste unb luxuriöseste aller feiner Art sein. Er zählt nur zwanzig Mitglieber, nämlich außer ben beiben jungen Großfürsten noch achtzehn hoffnungsvolle gleichalterige Söhne vornehmster Familien, die Führer ber russischen „Jeunesse borGe". Strengste Grund- regel des Klubs ist, daß niemand seine Schwelle überschreiten darf, der ihm nicht als Mitglied angehört. Nur für Damen können hiervon Ausnahmen gemacht werden und die ganze Bedienung innerhalb des Klubs geschieht durch weibliche Wesen. Der Klub tagt in einem eigenen kleinen, ganz aus weißem Marmor errichteten Palaste und der Jahresbeitrag der Mitglieder beträgt 4000 Mk., erhöht sich aber durch besondere Zuschüsse, die von jedem einzelnen in regelmäßigen Zeit- abständcn eingefordert werden. Man speist im „Klub der Sybariteu" nur von vergoldetem Silber und jedes Stück des Tafelgeräts ist — hier möchten wir das Wörtchen „angeblich" einschalten, — mit einem juwelenbesetzten Monogramm geziert. Tischtücher unb Servietten bestehen ans feinstem Seidenstoffe und tragen ebenfalls das kunstvoll her- gestcllte Klubmonogramm, zn dem der Großfürst Cyrill selbst die Zeichnung entworfen hat. Und der Großfürst soll auf diese künstlerische Leistung noch stolzer sein als auf die Medaille, die der Zar ihm verlieh, als er nach seiner Rettung ans der Schiffskatastrophe von Port Arthur nach St. Petersburg zurückkehrte. Großfürst Cyrill befindet sich übrigens gegenwärtig in dem bei München gelegenen Sanatorium Neu-Wittelsbach, das von der internationalen Aristokratie besonders gern aufgesucht wird. Wenn der Großfürst trotz der versagten Einwilligung des Zaren dennoch zur Ehe schritte, so könnte diese als gegen das von Alexander III. erlassene „Gesetz über Rechte und Pflichtcv ter Kaiserlichen Familie" vom Minister des Kaiserlichen Hauses für ungültig erklärt werden. Dies geschah zuletzt, als ber Oheim des Großfürsten Cyrill, der Großfürst Paul, sich heimlich die geschiedene Frau des Obersten von Pistohl- koos hatte antrauen lassen. Aber bekanntlich ist diese Ungültigkeitserklärung dann zurückgenommen worden, als ber Zar sich nach bcr Ermorbung bes Großfürsten Sergius mit dessen jüngstem Bruder wieder aussöhnte.
* Kleine TageS chronik. Bei einem Fcu er in Bat» t c n he i m (Elsaß) erschlug ein einstürzcndcr Giebel zwei Löschmänncr und verletzte rwci tödlich.
Von kleinen Tagesneuigkeiten registrieren wir folgende: Der Berichterstatter des „Standard" in Mrskau meldet seinem Blatte, daß Golowin, der Präsibent bes Le rn^tw o- kongresses, eine Unterrcbung mit bem Grafen Solsky hatte, um gegen bie Einmischung ber Polizei bei bem Kongreß zu protestieren. Graf Solsn) antwortete: „Wir haben Ihren Verfassungsentwurf erst in ber amtlichen Reg.-Ztg. gelesen. Wir bebauern, baß wir ihn nicht früher gekannt haben, sonst hätten wir ihn bem Zaren vorgelegt. Wir hätten ihn bem Entwurf Bulygins vorgezogen." Graf Solsky gab Golowin ben Rat, mit General Trepow bdrüber
Die rujstsche Fersassunsisfrage und andere schöne Ainge.
Der Bulygin'schc DerfassungSe ntwur, ist zu Einem Spielzeug in ben Hänben der Machthaber geworden. Man hat die Möglichkeit, bas Volk theoretisch zu belohnen und zu bestrafen, man gewährt Reformen, droht mit ihrer ......-- ------------— .
Nvrückriebuna riebt sie zurück — alles Phantom. Heute bie Juden von der Volksvertretung auszmchließen und ihnen wird durch das offiziöse deutsche Tel.-Bureau aus Petersburg weder ein aktives noch ein passives Wahlrecht zu gewahren, wird durcy oas ospzo, w Jy Petersburg verurteilte das Kriegsgericht einen
versichert, daß am 1. d. MtS. "l‘n ' gewissen Gerschowitsch, der anläßlich einer Haussuchung auf
des Kaisers weitere Beratungen über den Bulygin scheu Polizeioffizier und mehrere Polizeibeamte ge-
Entwurf für die Schaffung einer Volksvertretung begannen, hatte, zum Tode durch den Strang.
Der Entwurf soll von Grund aus m liberaler Richumg gg ar j au wurde am 31. v. M. ein Polizist
umgearbeitet sein unb mit dem ursprünglichen Entwurf h^rch einen Revolvcrschuß getötet. Der Täter konnte nicht wenig Gemeinsames haben. Die Beratungen sollen nicht ermittelt werben.
arunbsätzliche Fragen berühren, sondern hauptsächlich Am hellen .Tage wurde in Rigct, im Zentrum der Einzelheiten und es wird deshalbangenommen, daß die Stadt, der Kassierer der Jute-Manufaktur, Roß, der in Beratunacn nur'einige Tage dauern werden unb baß auch einer Droschke zur Bank fuhr unb eine bebeutenbe Gelbsumme “S<Ve'"S^ung bezügliche Manifest am bei sich st, der Drosch e Umfallen, ermorbet unb 12. ds., dem Geburtstage des Thran,-lgerS, = r JbcrQ^i3i?äieto^^ ©outetncmentS
scheinen wird." Rjäsan, Nischninowgorob, Pensa, Simbirsk, Samara, Sara-
Wie reimt sich bas zusammen? Nicht grundsätzliche ^w, Wjatka und Drei von einer Mißernte betroffen Fragen werben beraten, sondern nur Einzelheiten, unb trotz- korben finb, sobaß eine Hun gersnot befürchtet wirb, dem eine Umarbeitung von Grund ans? DaS soll vielleicht Zu dem großen Fabrikort Somowo unweit Nischni- heißen daß diese Umarbeitung bereits geschehen ist und jetzt Nowgorod wurde in der Nacht gegen das Gebäude, in dem nur noch Einzelheiten der Erledigung 'bedürfen. Jedenfalls das zur Unterdrückung des Arbeiterstreiks ausgesandte Mili- nnffnr unb soll wobl mir wieder neue tär einquartiert war, von streikenden Arbeitern eine Dyna - ist d.e Meldung unklar und soll wohl n mitbombegeworfen. Ein Teil des Gebäudes wurde bemo-
Hostnungen aus eme gänzlich ungewisse Zukunst erwecken Attentäter selbst in Stücke gerissen. Die Zahl ber
So streut man ein paar Sutzigkeitcn m bas Volk unter ^gen Opfer ist noch nicht festgestellt.
ängstlicher Vorenthaltung nahrhafter Kost. ^)ie Eiscnbahnwerkstättcn in Ufa stehen in Flammen.
Jetzt also heißt es wieber einmal bcr Abwechselung Der Feuerwehr gelang es nicht, ben Branb zu lokalisieren, halber, um den Süßigkeiten noch einen Extrabonbon zu- Der Schaden ist enorm. Man vermutet, daß die Werkstätten zufügen, baß bas Zarenmanifest betr. die Volksvertretung j von streikenben Arbeitern angezünbet würben.
schon erscheinen werde am nahe bevorstehenden Geburtstage > JTzwJb
des kleinen Zarewitsch, von dem übrigens galizische, d. h. Uilö JUlW«
allerdings recht unzuverlässige Sßlättermelbungen behaupten, Gießen, 2. Stuguft.
daß die Aerzte dessen Taubheit festgestellt hätten. Vielleicht Zur Hundesperre. Vor einigen Tagen zeigte der
war§ die symbolische Bemerkung eines skeptischen Hund eines hiesigen Einwohners verdächtige Krank- Arztes, der damit die Stimmung am russischen heitserscheinungen. Da auch ein Kind des Besitzers Hofe jetzt unb in Zukunft charakterisieren wollte. DennL^n dem Hunde gebissen worben war, wurde dieser in die vor wenigen Tagen noch hieß es, infolge der Begegnung Veterinäranstalt gebracht, wo er verendete. Die durch bas mit Kaiser Wilhelm sei bcr Zar von bem eblen (gxoßh. Polizeiamt veranlaßte Sektion durch den Kreis- Plane ber alsbaldigen Veröffentlichung des Manifestes wieder veterinärarzt ergab derart Verdacht auf Tollwut, daß abgekommen. Zwei Fliegen schlug man so mit einerKcr Agpf des Tieres zur weiteren Feststellung an bre Wut- Klappe, man hielt den Entwurf zurück und machte gleich- schutzabteilung des kaiserl. Instituts für Infektionskrankheiten zeitig Stimmung gegen bic beutsche Politik. Die Berlin cingeschickt werben mußte. Nach einer im amt- Besorgnis hat sich jedenfalls als begründet erwiesen, baß die n^cii Teile enthaltenen Bekanntmachinig. des Großh. Reaktionäre bestrebt sein würben, ans ber Entreoue Kapital Polizeiamts ergeht deshalb die zu schlagen und einen Teil der Verantwortung für ib>v|bem Verkehr mit Hunden Vorgehen auf Wilhem II. abzuwälzen. mögliche Vorsicht walten zu
Der Kuriosität halber mag erwähnt sein, baß zu den | Tiere verdächtige Erscheinungen
für die Oeffeutlichkeit noch ungeborenen Vcrfaffuugsprojckten ein neues hinzugekommen ist, das die politische Großfürstenpartei vertritt: ein Parlament zur Hälfte aus Vertretern bestehend, die durch Klass en wähl unb Wahl - männer geliefert werden; die andere Hälfte ernannt vom Kaiser, die Beratungen unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit, beim Kaiser das Recht die Beschlüsse dieser Körperschaft zu verwerfen. Der Plan, für_ den in
suchungen, und alle Augenblicke müssen sich die Schüler entkleiden, damit fest gestellt werden kann, ob sie am Hals die kleinen Kreuze, die Zeichen der Zugehörigkeit zur Orthodoxie tragen. Der genannte Unterbirektor ist zu- gleicher Zeit auch Geschichtslehrer. Vor allen Dingen kommt eS ihm darauf an, daß die Schüler die Namen der Bonnen unb ber Ammen des Zaren kennen. Es ist ihnen u. a. verboten, von ben Reformen Peters des Großen zu sprechen, der als ein großer Trunkenbold hingestellt wird; jeder Nicht-1 russe, bcr in der russischen Geschichte irgend eine Rolle ge-1 spielt hat, wird als Kanaille und als Trunkenbold hingestellt; in jeder Stunde müssen die Schüler die Behauptung wieder- holen, daß die Engländer unb bic Japaner die Russen mit einer Summe von ausgerechnet 18 Millionen bestochen haben, um Unruhen hervorzurufen u. a. m.
Das ist eine kleine Dlütenlesc, bie ein ung^hrcS BAd von bcr russischen Päbagvgil vermittelt, denn ähnlick>c Untcrrichtsmcthoben wie in Mschninowgorod befolgt man wohl auch an anberen Orten. Der bosyafre Viktor Hehn xr^ählt in feinen Tagebuchblättern vv" einem Kurator
herum unb fiel babei so unglücklich in einen Hollnuber- busch, baß ihn ein spießförmiges Holz am Unterleib arg verletzte. Tas abgebrochene Holz konnte erst burch ben aus dem benachbarten Mlenborf berbcigcnifenen Arzt aus bcr Wunbe entfernt werben. Nackjbem ein Verband angelegt war, imirbe bcr Knabe in bie Klinik nach Gießen gebracht.
Hcrbornscelbach, 30. Juli. Schon im vorigen Jahre hatten wir in unserem Dorfe vcrschicbenc Typhus- äIIe zu verzeichnen, unb schon bamals würbe dem Wasser die Schuld gegeben, auch wurden die vier in Betracht kommenden Brunnen auf längere Zeit gesperrt, dann aber wieder freigegeben, was, wie sich jetzt zeigt, ein großer Fehler war, denn augenblicklich haben wir im Bereich dieser vier Brunnen eine Typhusepidemic, die mit jedem Tage an Ausdehnung guni '*rit. Nicht weniger als 35 Personen liegen, zum 7. schwer, an Typhus laruiodcr; in einer Familie Manu nb Frau. Die Beunruhigung in unserem Orte ist begreiflicherweise groß. Die vier Unglücksbrunnen sind selbstverständlich wieder polizei- 'ich geschlossen worden. Todesfälle sind bis jetzt glücklicherweise noch nicht zu verzeichnen gewesen. Unsere im Bau begriffene neue Wasserleitung wird uns nach ihrer Vollendung diesen bösen Gast hoffentlich für immer fern halten. (Herb. Tagebt.)
Friedberg, 27. Juli. Der Jahresbericht der Handelskammer Friedblerg äußert sich über die Eisenbahnverhältnisse des Kammerbezirks u. a. wie folgt: Nach längerer Pause macht sich eine regere Bewegung für die projektierte Balm Homburg-Vilbel geltend, und die beteiligten Gemeinden sind bereit, entsprechende Opfer zu bringen. Es wird gehofft, daß diese sowohl ftir die Erschließung des südlichen Teils bes Kreises Friebberg, als auch für eine birekte Verbinbung mit bem Frankfurter Ost- bahuhof wichtige Linie balbigst erbaut werbe. Hinsichtlich bcr Bahnhofsverhältnisse in Bab-Nauheim g finb bringenbe Bebürfnissc bie Heber- hnsteige in Bab-Nauheim unb Friebberg


