[ttngcn wikLer aufnehnrm dürfen. Wir haben ferner die deutsche Regierung auf das angeblich auf den Lcrrolinen-Jnseln bestehende deutsche Monopol aufmerksam gemacht. Wir stehen unter dem Eindruck, das; das 5?andelsverbot auf diesen Inseln kein absolutes ist, sondern daß es wahrscheinlich das Resultat unberechtigter Beding u ngen ist, von welchen die höheren Behörden feine Kenntnis haben. Wir haben der deutschen Regierung nahegelegt, daß eine EntsÄädigunasfrage erhoben würde, und daß wir wünschen, hnfi sie berücksichtigt werde.
Wie es in ZluhLand aussiestt.
„Daily Telegraph" meldet brieflich aus Petersburg, daß rin Komplott entdeckt morden sei, welches bezweckte, das Schloß Jlljinskoje bei Moskau, wohin sich der Zar mit seiner Familie begeben wollte, in die Luft zu sprengen. Dies sei der einzige Grund, weswegen die dorthin beabsichtigte Reise der Zarenfamilie aufgegeben worden sei. Unter den kaiserlichen Gemächern entdeckte man einen geheimen unterirdischen Gang, in welchem sich große Mengen Dynamit befanden. Zahlreiche verdächtige Personen wurden verhaftet, darunter zwei Ingenieure, welche die inneren Bauten des Schlosses leiteten.
Das genannte englische Blatt ist indes bekannt dafür, baß es seinen Lesern gern Gruselgeschichtchen vorsetzt, die eine wilde Reporterphäntasie in Hundstagszciten erfindet.
Kaum ernsthafter ist wohl folgende Meldung zu nehmen: ^rt einem in der Nähe von Moskau gelegenen Walde fand eine große revolutionäre Versammlung statt, an der etwa 30 000 Personen (?) teilnahmen. Die Versammlung wurde plötzlich durch die Kreispolizei gestört. Als die Arbeiter die wenigen Polizeibeamtcn bemerkten, bewarfen sie diese mit Steinen. Um die Beamten am Entkommen zu hindern, zündete die Menge den Wald an. Dieser war bald in ein Flammenmeer verwandelt. Gendarmerie und Kosaken gingen nut blanker Waffe vor. 50 Arbeiter wurden bei dem Kampf getötet und 300 verwundet. Nur mit großer Mühe gelang es, die Demonstranten auseinander zu treiben. Ein Gcndarmerieoffizier und 10 Kosaken erhielten gefährliche Verletzungen. Die Polizei verhaftete etwa 60 Personen.
Trotz aller offiziösen Dementi dauern aber indeffen die Unruhen im Kaukasus fort. Auf einen Zuge zwischen Tiflis und Batum wurde geschossen und der Maschinist getötet.
Aus Lodz wird gemeldet: In den hiesigen Kirchen finden jetzt täglich regierungsfeindliche Demonstrationen statt, wobei revolutionäre Lieder gesungen werden. Der Kommandant von Lodz hat den Geistlichen mitgeteilt, daß er sie verhaften lassen werde, falls sich die Demonstrationen wiederholen.
Die deutschen Kolonisten in Südrußland erbaten vom deutschen Kaiser Hilfe gegen die raubenden und plündernden Bauern.
Zur Klarstellung der Beziehungen zwischen Polen und Russen findet in Warschau Ende des Monats ein Polen- Kongreß statt.
In einem Eisenbahn - Magazin der Eisenbahnstation Sarmara wurden versteckt zirka eine Million Rubel aufgefunden, welche seinerzeit vom Roten Kreuz auf den Kriegsschauplatz abgegangen, aber spurlos oer- schwu nden war.
Die Besatzung des meuternden „Potemkin" fand in der Kajüte des ermordeten Kapitäns Golikow 1000 Rubel persönliches Eigentum desselben, die sic den Behörden in Odessa zur Uebermittelung an die Witwe Golikows übergab.
Nach Petersburger Meldungen soll die Ausstoßung des Admirals Krieger aus der Marine bevorstehen, weil er es unterließ, den meuternden „Potemkin" sofort an- zugreifen und in den Grund zu bohren.
Ein Flottc-kerlaß des Zaren.
Der ruß'. Kaiser hat an den neuen Marineministcr Vizeadmiral Birilew einen Erlaß gerichtet, in dein er an die ununterbrochenen Niederlagen der Flotte erinnert, die sie der Möglichkeit beraubten, der Landarmee ihre Aufgabe zu erleichtern und einen Erfolg herbeizufähren. Ter Kaiser beklagt schmerzlich den Verlust treuer Seeleute, die ihr Leben flir das Vaterland dahingegeben haben, und sagt, daß es die Pflicht gegen das Vaterland sei, daß alle Seelente nach Krä'ten an der Erneuerung der Streitkräfte zur See, die für Rußland unentbehrlich ist, und an der Heranbildung und Vorbereimng eines geeigneten Personals Mitarbeiten, das von dein Bewußtsein seiner Pflichten durch drunqen sei. Der Kaiser sagt in dem Erlaß ferner, Birilew habe anläßlich der beschleunigten Armierung des zweiten und dritten für Ostasien bestimmten Geschwaders eine beinerkcnswerte Energie, Erfahrung und militärisches Verständnis a>i den Tag gelegt. Ei- Habe seinen Untergebenen frischen Geist und das Bewußtsein von der nationalen Wichtigkeit ihrer Arbeit eingeflößt. Es sind dies alles Dienste, die dein Kaiser, erlauben, mit Sicherheit aus Birilcw bei Erneuerung der Flotte zu rechnen. Mit der Erneniiirng zirm Minister vertraue er ihm die oberste Leitung des Marine-Departements mit dem Rechte an, ihm vettonlich über alles darauf bezügliche Vortrag zu halten. — Die jüngsten Ereignisse im Schwarzen Meere beweisen, so sagt der Kaiser ferner, daß der militärische Gehorsam bei den Mannschaften vollständig geschwunden ist, und daß die V o r g e s e h t e u ihre Pflicht nicht erfüllen. So außerordentliche verbrecherische Taten erfordern eine eingehende Unters it chunq und st r e n g e S t r a f c. Der Kaiser legt dem Admiral als erste Pflicht auf, den Geist militärischer Ordnung wieder herzustellen und dafür zu sorgen, daß die Flotte ihren Pflichten ivieder nachkommt. Der Kaiser weist auf die Notwendigkeit hin, für ein technisch gut dnrchgebildetos, gut diszipliniertes Flottenpersonal zu sorgeii, und die zu bauenden' Schiffe der Jetztzeit gemäß auszurüsten, sowie die technische Aiisbildung der Marine-Ingenieure zu heben. Bezüalich der Neuorganisation der Flotte verlangt der Kaiser, daß der Marine- minister augenblicklich mit der Sicherung der Verte i digung der Küsten aller russischen Gewässer beginnen solle. Hierauf soll er Schritt für Schritt, den vorhandenen Mitteln entsprechend, die Schlachtflotte ivieder Herstellen.
5>ie Kriegslage in Masten.
Fünf Monate sind seit der Sch lach' bei Mukden nach der Verfolgung der Russen durch die Japaner nordwärts bis über Tieling hinaus vergangen, und feit dieser Zeit stehen sich die beiden gegnerischen Speere in annähernd den- denselben Stellungen gegenüber. Ein Beispiel, daß eure Armee, nach einem Gesamtverlust in und nach der Schlacht von fast 50 000 Mann in verhältnismäßig kurzer Entfernung Front zu machen und fünf Monate lang sich in dieser Stellung zu behaupten vermag, zeigt die Kriegsgeschichte kaum wieder. Seit langer Zeit und oft glaubte man die Anzeichen eines erneuten und angriffsweisen Vorgehens des japanischen Landheeres zu er Furien, umsomehr, als die Jahreszeit bis vor kurzem die militärischen Operationen begünstigte. Aber immer wurde man enttäuscht. An dem Willen des Marschalls Oyama, die Russen anzugreifen, darf man nicht zweifeln. Seine Handlungsweise zeigt seine vorsichtige Bereitstellung aller Mittel vor Beginn der Opera
tionen, um sich durch sie den Sieg möglichst zu sichern. Man weiß, daß wenigstens eine halbe Million japanischer Soldaten, in sechs Armeen gegliedert, im Felde steht. Von diesen sechs Armeen operiert eine in Nordkorea gegen U3;rs<u ui3Q uJ 'uanntg uw §ctaoNosiacurgvzgx vlpjiftna §vq Raume von der Jälubasis und von der Bucht von Liau- tung bei Jinkau Niutschwang- sowie in Port Arthur sichern wohl 100 000 Mann als Etappen truppen die japanischen rückwärtigen Verbindungen. Somit verbleiben immer noch 350 000 Mann für die Feldarmee, welche ihre bisherige Einteilung und Gruppierung beibehielt. Die 5 Armeen vom rechten Flügel, am oberen Sungari im Osten über die drei großen Handelsstraßen und die Eisenbahn nach Westen hinweg bis zur Grenze der Mongolei scheinen in zwei Treffen zu stehen mit drei Armeen im vorderen und zwei Armeen im zweiten Treffen. An Zahl und an kriegerischer Tüchtigkeit, unter bewährter Heeresleitung, ist die japanische Feldarmee den russischen Streitkräften überlegen.
Nach der Vernichtung der Flotte des Admirals Noschd- jestwenski glaubte man auf das Einsetzen der Tätigkeit des Marschalls Oyama rechnen zu dürfen. Englische Zeitungen verstiegen sich sogar zu der Meldung einer Umgehung der russischen Armee auf beiden Flügeln. Die Vernichtung der russischen Flotte forderte auf, alte Kräfte des japanischen Landheeres zu einem ähnlichen Schlage gegen die russische Feldarmee einzusetzen. Bis heute ist davon nichts zu merken. Die japanische" Unternehmung gegen die von den Russen mit nur schwachen Kräften besetzte Insel Sachalin lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf die Vorgänge zur See ab. Japan will durch die Besitznahme dieses wichtigen Stückes russischen Bodens, wie es die an Naturschätzen überreiche Insel ist, ein Faustpfand für die beginnenden Friedensverhandlungen in der Hand haben und zugleich den strategischen Einfluß von Wladiwostok lahm legen.
Politische Gründe verbieten scheinbar dem Marschall Oyama, die Reihe der japanischen Landsiege durch eine, Hauptschlacht zu krönen, welche ähnliche Erfolge der japanischen Landmacht erringt, wie solche der japanischen Seemacht gelangen, und alle Zeichen deuten darauf hin, daß Japan den Frieden wünscht, vielleicht seiner bedarf. Heute kann es Frieden schließen, als unbestrittener Sieger zu Lande und zur See. In diese unsichere Lage und Ungewißheit, ob der Krieg andauern oder der Frieden bald eintreten wird, fällt eine auffällige Nachricht des japanischen Blattes „Jiji Schimpo" aus Shanghai, der Norddeutsche Lloyd habe hier ein Bureau errichtet für große Transporte, nm die russischen Truppen aus Ostasien sowie die Gefangenen in Japan nach verschiedenen Häfen des Schwarzen Meeres zu überführen. Ferner, daß der russische Oberst Maisel in Schanghai augetommen sei und daß eine Anzahl von Dampfern des Norddeutschen Lloyd den Suez-Kanal auf dem Wege nach Ostasien passiert habe mit dem Auftrage, russische Truppen aus Ostasien nach Rußland zurückzuoringen. Sind auch die Nachrichten aus Schanghai ungefähr ebenso zu bewerten wie die Nachrichten aus Tschifu während der Belagerung von Port Arthur, so bildet doch die wahrscheinlich unzutreffende Nachricht einen Beweis für die auch in Japan herrschende Friedensstimmung. Man ist eben auch in Japan des Krieges müde.
Das chinesische Postamt in Schanghai giebt soeben bekannt, daß die Verbindung zwischen Niutschwang und allen Städten der westlichen Mandschurei, einschließlich Charbins, unterbrochen ist.
Ans der Mandschurei
liegt heute folgende Meldung der Petersb. Tel.-Ag. vor:
General Linewitscb meldet vom 11. ds. aus dem Bezirk Heilnngchen: Am 8. ds. erhielt unsere Abteilung im Tale des Fly'ses Chamiche Feuer von den Bergen her am linken Ufer des Flusses. Die Japaner räumten nach der Beschießung das Ufer und zogen sich nach Süden zurück. Trotz großer Wegeschwierigkeiten setzte unsere dlbteilung den Marsch im Flußtal des Chamiche fort, bis sie an eine Stelle Farn, wo der Weg vollkommen aufhörte. Unsere Abteilung kehrte deshalb um und ging in nördlicher Richtung zurück, oirrte Verluste erlitten zu haben, nachdem sie noch den Feind beschossen hatte.
Die Friedenskonferenz.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Die Ernennung Wittes zum ersten Bevollmächtigten der Friedensverhandlungen hat offenbar zuerst die Bedeutung, daß der Verdacht, als ob Rußland es mit den Friedensverhandlungen nicht ernst meine, nicht aufrecht erhalten werden kann, da die bekannte Stellung Wittes zur Kriegsfrage die Annahme einer derartigen Ernennung ausschlicßen würde, wenn er nicht überzeugt sei, die Friedensverhandlungcn zu einem praktischen Ende führen zu können.
Bei den Washingtoner Friedensverhandlungen muß man die ostasiatische Frage ihrem Wesen nach vor Augen haben. Die anderthalbjährige Dauer des Krieges hat die politische Seite der Sache einigermaßen in Vergessenheit geraten lassen. Chinas Forderung, von dem Verlauf der Friedensverhandlungen unterrichtet zu werden, soweit sie seine Souveränität und territorialen Rechte berühren, weist gleich auf den wichtigsten Punkt der ostasiatischen Frage hin: die gegenseitige Verpflichtung Japans und Rußlands zur Achtung der Unabhängigkeit und territorialen Integrität Chinas und Koreas. Es kam bekanntlich zum Kriege, weil Rußland sich weigerte, diese Verpflichtung einzugehen und durch einen förmlichen Pakt aus uneigennützige Absichten in der Mandschurei sich festzulegen. Andererseits wollte Rußland besondere Rechte Japans in Korea nicht anerkennen. Graf Lambsdorf brachte damals die Errichtung einer „neutralen Zone" in Vorschlag, die nahezu den dritten Teil der Halbinsel einfassen sollte. Das war wieder für die japanische Regierung unannehmbar. Sie forderte besondere Rechte in einem unabhängigen Korea, verpflichtete sich aber, und zwar im Jntereffe der Ruhe und Sicherheit des eigenen Landes, diese Unabhängigkeit Koreas um jeden Preis zu schützen. Dies waren die Ansprüche Japans vor Beginn des Krieges, von denen anzunehmcn ist, daß sie auch jetzt bei den Friedensverhandlungen in Washington geltend gemacht werden. Freilich wird Japan zetzt in aller Form das Protektorat über Korea übernehmen wollen. Das Eigentumsrecht an den eroberten Plätzen kann Japan natürlich nicht bestritten werden. In der Mandschurei aber wird China zweifellos die Souveränität zurückerhalten.
Aus ptuöl »uö Land.
Gießen, 14. Juli 1905.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den evangelischen Oberpfarrer Vogt zu Lauterbach und den!
evangelischen Pfarrer Scriba zu Alten-Buseck auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen und treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1905, in den Ruhestand versetzt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Michelstadt, Löb, Struve und Keust; den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Ost- Hofen, Hack und Dexheimer. — In den Ruhestand versetzt wurde der Lokomotivheizer in der Heff.-Prcuß. Eisenbahngemeinschaft, Grasmück zu Mainz. —Der Eisenbahn- Bau- und Betriebsinspektor Horn in Mainz wurde zum Vorstand einer Betriebsinspektion in der Hess.-Preuß. Eisen- bahngelneinschaft ernannt, ebenso der Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Barth in Neuß. Der Regierungsbaumeister Cramer aus Hof Ludwigshöhe wurde zum Eisenbahn- Bauinspektor und Vorstand einer Werkstätteinspektion in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft, die Regierungsbaumeister Pfaff aus Huy in Belgien und Roth a m el aus Neumünster zu Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektoren ernannt»
*' Die 34. Wanderversammlung des Deutschen Photo graphen-Vereines wird vom 14.—18. August in Darmstadt abgehalten. Die damit verbundene Ausstellung bleibt bis zum 27. August ds. Js. auch für das größere Publikum geöffnet. S. Königl. Hoh. der Großherzog Ernst Ludwig hat über die Wanderoersammlung und die damit verbundenen Veranstaltungen das Protektorat übernommen. Von der Stadt Darmstadt ist ein namhafter Betrag zur Beihilfe für die Kosten der Wanderversammlung ver- willigt worden. Die Ausstellung findet in den Räumen des städtischen Saalbaues statt. Für die Ausstellung sind diesmal nicht weniger als 27 Stiftungen, welche, abgesehen von den Medaillen, einen Wert von ca. 3000 Mk. repräsentieren, vom Deutschen Photographen-Vereine und Privaten gemacht worden.
** Generalversammlung des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege. Unser Bericht in Nr. 162 erwähnte den Plan einer umfaffenderen Fürsorge für Säuglingsnahrung (Milchküche). Ein Druckfehler machte aus „Milchküche" „Milchkühe". Die Milchküche ist eine Einrichtung, wie sie in schon vielen Städten Deutschlands besteht und kürzlich noch in Marburg dem Betrieb übergeben wurde. Es handelt sich dabei um die Herstellung aller Art von Säuglingsnahrung nach den Verordnungen der Aerzte, welche in der Milchküche den Anforderungen der Hygiene ufro. entsprechend zubereitet und in trink fertigem Zustande dem Konsumenten zugestellt wird.
* * Gemälde-Ausstellung. Nächsten Sonntag bleibt die Ausstellung geschlossen. Die Exlibris bleiben nur noch bis Sonntag den 23. d. Mts. ausgestellt.
* * Unfall. Gestern abend gegen 7 Uhr wurde in der Frankfurterstraße hier eine hiesige Hebamme, welche das linkseitige Trottoir passierte, von einem auf seinem Fahrrad sitzenden Radfahrer umgefahren, wobei die Frau verschiedene Verletzungen davontrug und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
* * Feuerwehr. Im Ladenfenster des Herrn August Kreisch mar ist z. Zt. das große Gruppenbild der gesamten Gießener freiro. Feuerwehr ausgestellt, welches in dem Atelier des Photographen Zimmer entstanden ist und allgemeines Interesse erregt.
* * Feuerwehr-Jubiläum. S. K. H. der Groß» Herzog, der Protektor der freiro. hessischen Feuerwehren, hat dem Festausschuß mitteilen lassen, daß er verhindert sei, der Feier beizuroohnen. Der Großherzog wünscht dem Feste besten Verlauf. — Die Eisenbahndirektion hat mehrere Extrazüge eingestellt. Von Vilbel wird um 7.54 Uhr norm, ein Zug eintreffen, deSgl. auf den Linien Gießen-Fulda und Gießen-Gelnhausen. Weitere Sonderzüge werden am Abend 8.10 und 8.35 Uhr nach Frankfurt bezw. Nidda gehen. — Das Konzert am Sonntag abend, zu dem heute die Hauptprobe stattfindet, verspricht außerordentlich schön zu werden. In der Sitzung des Gesamtausschusses am Donnerstag abend wurde nochmals das Gesamtprogramm im einzelnen durchberaten und Mitteilungen gemacht, die auf einen würdigen und schönen Verlauf des Festes schließen lassen.
j- Lau buch, 13. Juli. Gestern fand im Saale de^ Schützhofs hier die Abschiedsfeier des Oberforstmeisters Thum statt, welcher seinen Wohnsitz in die Residenzstadt Darmstadt verlegt hat. Forstmeister Andr« sprach im Namen des Kasinos und der Kollegen, Bürgermeister Jochen im Namen der Stadt Laubach, Se. Erlaucht Graf Karl zu Solms-Laubach im Namen der Standes- herrschaft zu Solms-Laubach, wo Oberforstmeister Thum lange Jahre als Beamter tätig war. Der so Gefeierte dankte mit warmen Worten und betonte, daß er und seine Familie Laubach nie und nimmer vergessen werde. Auch seine seitherigen Unterbeamten ließen sich es nicht nehmen, durch Jäger Becker ihm Dank- und Abschiedsworte nachzurufen. Die Feier wurde von Förster Stendal durch Pistonsolovor- träge verschönert. Die Laubacher verlieren in Oberforstmeister Thum eine Persönlichkeit, welche bei jedermann, hoch ober niedrig, beliebt war.
Mainz, 13. Juli. Das Kriegs Ministerium in Berlin hat beschloßen, in der Nähe von Mainz eine militärische Munitions-Fabrik, in welcher hauptsächlich Patronen angefertigt werden sollen, zu errichten. Das Kriegsministerium hat bereits Auftrag erteilt, das für die Erbauung der Fabrik notwendige Gelände zu erwerben. In dieser Fabrik sollen mehrere Hundert Leute Beschäftigung erhalten.
Frankfurt, 13. Juli. Gestern abend fuhr der Hilfswagenwärter Hermann Neumann, geboren am 6. Juni 1881 in Brück, Bezirksamt Kitzingen, mit noch einem Manne in einem Kahn auf dem Main durch die Floßrinne unterhalb des Nadelwehrs. Der Kahn schlug um und Neumann ertrank. Der andere Mann rettete sich selbst.
s. Wetzlar, 13. Juli. Das Tierschaufest des KreiseS Wetzlar, das sogenannte „Ochsenfest", nahm heute seinen gewohnten Verlauf. Der Festzug traf um X/911 Uhr auf dem Festplatz ein, worauf das Fest an Stelle des erkrankten Landrats Dr. Sartorius von dem Stellvertreter der hiesigen Lokalabteilung, Sparkassendirektor Schlabach eröffnet wurde. Die Zahl der zur Schau gebrachten Vogelsberger Rinder war sehr groß.


