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14.7.1905 Erstes Blatt
 
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außer 6<mntag4.

Tem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem I^efflschev Landwirt die Siegener Kamillen- Mitt« viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck tu Ver­lag der Brüh l'schen vntoers^Buch-u. 6leu>» kudrrei. ft. Lange, fttbofttxm, trnebtiton und Druaeret:

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-dresie füt Depefch«: Anzeiger «»eßen.

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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Freitag 14. Süll 1900

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

monatlufc 7B $L. oterteU jährlich DU. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65Bf.; durch diePost Mk.2. viertel» iäbd auSichl. Bestellg. "inahme mn Anzei '<« ir die Tr rSp'amir« -'S vomrtttigS J'tlit,

Jc^ernnretfl:

ni'SwärtS 'J j'j. Beraalrvorit'ä) hiK den poliL und U > u LeU. v Wtttlo: füt .Stadt und ßanb" und lNerichrsfaal": August Goetz, für den An­zeigenteil: HanS Beft

üeuttge Kummer umfaßt 10 Seiten.

Betrachtungen zum neuesten Wuhlirat-H'rozeß.

In dem Auffehen erregenden Meineidprozeß des Kellners Meyer der Angeklagte soll bekanntlich in einem der Ruhstrat-Prozesse falsche Aussagen über das Spiel des oldenburgischen Ministers und anderer angeblich Beteiligter gemacht haben bekundet ein Zeuge, von Beruf Jurist, folgendes: Bei der Befragung Meyers in dem Prozeß wegen Beleidigung Ruhstrats durch die Presse, habe er kaum folgen können, und er könne sich denken, daß jemand, der in solchen Dingen in Irrtümer geraten sei, schwer wieder herauskolmme. Aus der Aus­sage des Untersuchungsrichters ist zu erwähnen, daß Meyer wahrend der Haft, die dem jetzt stattfindenden Prozesse vor­ausging, mehrmals bis zu zwei Stunden ver­nommen wurde. Außerdem unterzog ein Polizei-Kom­missar, einSpezialist in Meineidssachen", den Meyer ein­gehenden Verhören. In einem Briefe aus der Untersuch­ungshaft klagte Meyer über heftige Kopfschmerzen, die er auf die vielen Vernehmungen zurückführte.

Der weitere Verlauf und der Ausgang dieses Prozesses werden lehren, ob in diesem Falle ein Falscheid aus Irrtum und Verwirrung oder ob ein wissentlicher Meineid vor­liegt. Wir wollen dem Ergebnis in keiner Weise vorgreifen. Wir wissen auch nicht, wie weit die Auffassung des Juristen zutrifft, daß er der Vernehmung kaum habe folgen können. Man müßte in dieser kritischen Situation zugegen gewesen fein, um ein selbständiges Urteil abgcben zu dürfen. Nur einige aNgemeine Betrachtungen seien für jetzt gestattet.

Daß Falscheide vor Gericht, namentlich in Straf­prozessen, bedauerlich häufig vorkommen, ist unseres Er­achtens nicht so sehr derwachsenden Verderbtheit und sittlichen Verwilderung" schuld zu ^eben, als dem Umstande, daß viele Zeugen vor Gericht einer geradezu lähmen­den Angst und Verwirrung anheim fallen, Gerade der Zeugen besserer Teil. Der in den Gerichtssälen Heimische, der oft vor den Richtern gestanden oder alsKriminal­student" vielen Sitzungen beigewohnt hat, läßt sich natür­lich nicht verblüffen. Mit aller Dreistigkeit und Zungen­geläufigkeit macht er als Zeuge seine Aussage, nicht zu viel und nicht zu wenig, jeder Frage hält er Stich, und wird ihm ein Widerspruch vorgeworfcn, so weiß er mit außer­ordentlicher Gewandtheit eine Aufklärung zu geben. Ganz anders der, wenn man so sagen d.rrf, ungeschulte, uner­fahrene Zeuge, der vielleicht zum ersten Male in die Lage kommt, vor Gericht zu schwören. Ein schuldbewußter Sünder kann kaum eine kläglichere Figur machen: Der Zeuge wird abwechselnd rot und blaß, er verändert fortwährend seine Haltung, seine Handbewegung sind theatralisch und gesucht, kalter Schweiß steht ihm auf der Stirn, zögernd, stockend, gestammelt folgen die Worte. Es geschieht, daß solche Per­sonen aus dem Gerichtssaal am ganzen Leibe zitternd herauskominen, als wären sie einer furchtbaren Gefahr entronnen. Für diese Zeugen nun kann es unter Umständen geradezu verhängnisvoll sein, den Faden der Aussage zu verlieren und sich zuverheddern". Wird ihm vielleicht in ungeduldigem oder strengem Ton etwa bemerkt:Sie sagten vorhin, daß. . ., nun behaupten Sie, daß ..." oann wirkt das auf manchen Zeugen, als ob er einen Schlag auf den Kopf empfinde. Der letzte Rest von Be­sinnung, von Erinnerungsvermögen, von Haltung geht ver­loren. Hilfesuchend sieht sich der unglückliche Zeuge nach allen Seiten um. Sein Blick wandert vom Richtertisch zu den Verteidigern, zur Anklagebank und bleibt schließlich, wie mit magischer Gewalt angezogen, an dem beobachtenden Ver­treter der Anklagebehörde haften. Die erste Empfindung, die da wohl jeden ehrlichen Menschen brennend heiß be­fällt, ist: Dein Wort wird angezweifelt, Du stehst im Ver­dacht, es mit der Wahrheit nicht genau zu nehmen. . . Nun tritt leicht das Gefährliche ein: der völlig konfus ge­wordene Zeuge weiß nicht mehr, was er spricht, er klammert sich an das, was andere sagen, die zur Aufhellung em« greifen, stimmt Destr und Jenem zu, nur, weil in diesem schrecklichen Augenblick jeder, der ruhig ist, ihm wie eine Autorität erscheint, die das präzis wiedergibt, was ihm, dem Zeugen, wie in undurchdringliche Nebel gehüllt vorschwebt.

Der von den Psychiatern geprägten charakteristischen BezeichnungZuchthaus-Knall" nröchten wir den Ausdruck Z e u g e n - K n a l l" zur Seite stellen. Hier wie dort kann es infolge jäher und starker Erregungen zu zeitweiligen Störungen der geistigen Funktionen kommen.. Abgesehen von beruhigendem Zuspruch, von der Vermeidung allzu langer Ausdehnung der Vernehmung, dürfte von der all­gemeinen Einführung des Nacheides statt des Woreides eine zweckmäßige Wirkung zu erwarten sein. Denn vielfach werden vor der Vernehmung vereidigte Zeugen von dem Gedanken beherrscht, daß schon die Verbesserung oder genauere Fassung einer Aussage im Laufe der Ver­nehmung Gefahren heraufbeschwören könnte. Das be­rühmteDonnerwort":Sie stehen unter Ihrem Eide! schnürt auch manchem Zeugen eher die Kehle zu, als daß es seine Brust erleichtert. Dem Zeugen aber,, der da suhlt, daß er den Boden verliert, kann nicht dringend genug geraten werden, falsche Scham beiseite zu lassen und um etwas Zeit zu bitten zur Zurückgewinnung klarer Ermner- ungen. . _

Komische Tagesschau.

Preußenkaffe und Neuwieder (taffe.

Das offiziöse Berliner TclegraphenbureaU' stellt einigen Berliner Zeitungen nachstehende Mitteilung zur Verfügung.

»Zwischen der Preußischen ZeutralgenosseusMaftokasse zu Berlin and der Landwir-tschaitluhen Zentraldarlehuskasse für Deutschland zu Neuwied, die gegenwärtig ein eingezahltes Aktienkapital von

8,5 Millionen Mark hat, ist nach eingehenden Vvrberatungen eine engere Interessengemeinschaft abgeschlossen morden. DaS Abkommen, das das beiderseitige Verhältnis regelt, ist imterm 26. Juni d. I. vom preußischen Jinanzminister genehmigt worden. An der Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Zentral- darlehnskasse am 6. d. M. in Nürnberg, in der durch einstimmigen Beschluß der Aktionäre der Jahresgewinn und die Reserven bis auf 25 000 Mark für allgemeine genossenschaftliche Leistungen und anderweite Verpflichtungen der Zentraldahrlehnskasse abgeschrieben worden sind, hat der Präsident der Preußischen Zentralgenossen­schaftskasse, Dr. Heiligensladt, teilgenommen, die Organisation zu dem entschlossenen Schritte beglückwünscht und aus seiner genauen Kenntnis aller Verhältnisse heraus die beruhigendsten Ver­sicherungen über die Lage und die Zukimst der Landwirt­schaftlichen Zentraldarlehnskasse gegeben.

Diese Mitteilung bedeutet nichts weniger, als daß die Zentralgenossenschaftskasse der Landwirtschaftlichen Darlehns­kasse, die in der letzten Zeit sehr kühne Geschäfte unter­nommen hat, zur Unterstützung ihres Kredits bei­gesprungen ist. Also die der Preußenkasse zur Verfügung stehenden Gelder werden dem Kreditbedürfnis der Landwirt­schaftlichen Darlehnskasse zur Verfügung gestellt.

Die Neueinteilung der Wahlkreise in Großbritannien.

Die Vorlage zur Neueinteilung der Wahlkreise in Groß­britannien und Irland (vergt. den heutigen ArtikelAus den englischen Parlamenten") geht kaum so weit, wie man wohl erwartet hatte. Das englische Unterhaus hat zurzeit 670 Mitglieder. Während abgesehen von den Univer­sitäten, die als solche ihre eigenen Abgeordneten nach Westminster entsenden bei absoluter Gleichheit der Wahlkreise auf je 65 000 Einwohner je ein Abgeordneter kommen würde, gibt es zurzeit Dutzende von Kreisen mit weniger als 20000, viele dagegen mit mehr als 100000 Einwohnern. Ein Kreis wie Newry hat nur 13137, aber Nomford 217000 Einwohner. Am schlimmsten ist das Miß­verhältnis in Irland, das aus der gegenwärtigen Einteilung einen ungebührlichen Vorteil zieht, $at es doch 103 Sitze. Das war eine zur Zeit der Vereinigung mit England an­gemessene Zahl. Damals hatte Irland eine Bevölkerung von fünf Millionen, ungefähr die Hälfte von England und Schottland zusammengenommen. Heute hat es aber kaum 4 500000 Einwohner, oder etwys mehr als ein Achtel Groß­britanniens.

Gemäß der neuen Einteilung soll nun nach Möglichkeit der ideale Wahlkreis von 65000 Einwohnern innegehalten werden. Da aber zugleich auf die bestehende administrative Einheit von einzelnen Städten und ländlichen Distrikten besondere Rücksichten genommen werden sollen, so bleiben immer noch wesentliche Ungleichheiten bestehen. Soll doch auch nur Städten mit weniger als 18500 Einwohnern das Recht, als seperate Wahlkreise zu bestehen, hinfort genommen werden. Und so verliert Irland, das 30 Vertreter zu viel hat, nur 22, während England 17, Wales 1 und Schottland 4 neue Wahlkreise gewinnen. Man kann der Regierung kaum vorwerfen, daß sie bei der Neuaufteilung der Kreise die Interessen ihrer eigenen Partei über Gebühr wahrge­nommen. Gleichwohl wird sie ihr von großem Nutzen sein. Schon die Uebertragung von 22 Stimmen aus dem ihr stets aufsässigen" Irland auf das loyalere England muß ihr von wesentlichem Nutzen sein. Auch herrschen ja im Gegensatz zu anderen Ländern in England gerade in den großen Städten, die vornehmlich an Bevölkerung zuge­nommen, und daher auch insonderheit aus den neuen Maß­nahmen Nutzen ziehen werden, die konservativen Elemente vor. Wenn daher irgend ein Schritt der Regierung die Siegesgewißheit der nberalen Opposition bei den nächsten Wahlen erschüttern kann, so ist es jedenfalls diese Neuein­teilung der Wahlkreise.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Juli. Man meldet aus der schwedischen Hafenstadt Gefle: Der König von Schweden begab sich heute mit dem Kronprinzen, dem Minister des Aeußern, sowie dem deutschen Gesandten an Bord der Königsjacht .Drott" zur Begrüßung des deutschen Kaisers nach derHohenzollern". Als sich die KönigSjacht den deutschen Schiffen näherte, hißte sie die deutsche Flagge, worauf auf derHohcnzollern" die schwedische Flagge gehißt wurde. Die deutschen Schiffe salutierten. Die Geschütze der KönigSjaehtDrott" erwiderten den Salut. König Oskar und der Kronprinz von Schweden begaben sich sodann an Bord derHohenzollern", deren Musikkapelle bei der An­kunft der Gäste die schwedische Nationalhymne spielte. (Da bei dieser Monarchenbegegnung der schwedische Minister des Aeußeren zugegen gewesen ist, so darf man wohl annehmen, daß die Frage dec Uniontrennung besprochen worden ist. D. Red.)

Die .Norddeutsche" schreibt:

In stiller Zurückgezogenheit, aber nicht veraessen, begebt am 14. Juli ein hochverdienter Veteran der deutschen Diplomatie seinen 80. Geburtstag, Prinz Heinrich VII. R e u ß. In körperlicher und geistiger Frische blickt der Prinz auf em oeben zurück, das ganz dem vaterländischen Dienste gewidmet war. 1M9 wurde Prinz Reuß nach jurifhfdhen und landwirtschaft­lichen Studien preußischer Reiterosfizier, 1853 trat er zur preußischen Gesandtschaft in Wien über. Hier begann seine Tip(omatenlauf bahn, der er nut geringer Unterbrechung (1876 77 bis zum Jahre 1894 große Einsicht, immer gleiche Pflichttrene, ungeivöbn- lichen Trift und reiche Erfahrung zur Verfügung stellte. Zn diesen an entscheidenden Ereignissen fo überaus reichen vier Jahrzehnten

deutscher Entwickelungsgeschichte war Prinz Reuß an hervor ragenden Stellen des diplomatischen Dienstes dem Fürsten Bis­mark allezeit ein geschätzter Mitarbeiter gewesen. Seit der Grün­dling des Reiches vertrat er 23 Jahre die deutschen Angelegen­heiten als B o t s ch a f t e r i n P e t e r s b u r g, K o n st a n t i n o p e l und Wien. Am 80. Geburtstage werden alle, die ihm in seiner langen Berufstätigkeit begegnet sind, des Prinzen Heinrich VTL Neuß in Treue imb Verehrung gedenken.

In der gestrigen Sitzung der Samoa-Gesell- schäft kam es zu erregten Auseinandersetzungen. Nach mehrstündiger Verhandlttng wurde dem Aufsichtsrate die Entlastung verweigert.

Die Reichstagsersatz mahl im Kreise Ober» barninr ergab: Pauli (freit) 6067, Bruns (Soz.) 6 214, Kollmann (freisinnig) 3511 Stimmen; fünf Ort­schaften stehen noch aus.

Stuttgart, 13. Juli. Die technische Kommission der drei Neckaruser-Staaten für den Neckarkanal wird im August zusammentreten. Es soll dann der Schaffung der Pläne für die Neckar-Donau-Verbindung näher getreten werden, ebenso den Plänen über die Kosten-Voranschläge. An die meist interessierten größeren und kleineren Städte und Handels­kammern am Rhein, am Neckar, der Rems und Brenz will man sich um Beiträge wenden.

Die Verfassungskommission beschloß in ihrer heutigen Sitzung, daß die Vertreter von Handel, In­dustrie, Handwerk und Landwirtschaft in der Ersten Kammer je durch die Handels- und Handwerks­kammern bezw. bis zur Errichtung der Landwirtschafts- kammern durch die landwirtschaftlichen Gauverbände gu. wählen sind. Der Entwurf der Regierung hatte die Be- rufitng durch den König vorgeschlagen. Statt des 30. Lebens­jahres für die Wählbarkeit in beide Kammern nach dem Entwurf wurde das 2b. Lebensjahr gesetzt. Ein Antrag Haußmann-Gerabronn, für die Zweite Kammer die bisherigen Stichwahlen beizubehalten und für die Wahl der berufsständischen Vertreter iu die Erste Kammer im ersten Wahlgang die absolute, eventuell im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit entscheiden zu lassen, wurde abgelehnt. Für die Wahl der sechs Abgeordneten Stuttgarts wurde der Proporz angenommen.

Dresden, 13. Juli. Auf der außerordentlichen Haupt­versammlung der sächsischen Reform Partei machte der Delegierte Herrlein von derDeutschen Wacht" die auf­fallende Mitteilung, daß der Wiener christlich-soziale Oberbürgermeister Dr. Lueger nebst seinen politischen Freunden vor drei oder vier Monaten die Absicht gehabt habe, die BerlinerStaatsbür gerztg." anzukaufen und sie allmählich in das Fahrwasser der österreichischen Parteigenossen überzuleiten. Der Reichstagsabg. Zimmer­mann bestätigte, daß Dr. Lueger zu diesem Zwecke in Berlin gewesen sei. Die Sache habe sich aber zerschlagen, und Lueger habe gedroht, nun ein eigenes Organ in Berlin zu gründen, das seine Richtung verträte. DieStaats- bürgerztg." ist diesen Herren noch nicht antisemitisch genug, beklagte sich doch Herrlein darüber, daß in einem Propa­gandaartikel des Blattes nicht ein einziges Mal das Wort Jude" undJudentum" vorkomme. Ob man dieDeutsche Wacht", der man vorwirft, daß sie in jüngster Zeit sich wiederholt im krasien Widerspruch zur Parteileitung, speziell zum Abg. Zimmermann, gesetzt habe, noch weiter als offi­zielles Parteiorgan behalten wird, ist noch nicht entschieden, es ist aber nicht unwahrscheinlich, da, wie ein Delegierter sagte,dieWacht" uns braucht, und wir dieWacht" brauchen", und da andererseits die Gesellschafter des Unter­nehmensso viele Gelder darin stecken haben". Ließe man dieWacht" fallen, so wären diese Parteifreunde erheblich geschädigt.

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Aus den englischen Parlamenten.

London, 13. Juli. (Unterhaus.) Eine lebhafte De­batte emspann sich über die Zeit, die für die Erörterung deS angekündigten Antrages der Regierung bestimmt werden soll, eine Kommission zur Vorbereitung der Neueinteilung der Wahlkreise zu wählen. Augenscheinlich werden die Liberalen imt> Nationalisten die Vorschläge der Negierung nachdrücklich be­kämpfen. Bei der Beratung de§ Heeresbudgets brachte Mc. Crae (lib.) den Antrag ein, den für die Freiwilligen ausgeworfenen Posten zu vermindern, nm gegen die Halt­ung deS Kriegsministers gegenüber den freiwilligen Streitürästen zu protestieren. Der Antrag wurde zurückgewiesen. Die.Oppo­sition begrüßte die geringe Regierungsmehrheit mit anhaltenden lauten Beifallskundgebungen.

(O b e rhau s.) Auf eine Anfrage über die Feststellung der Entschädigimgsansprüche infolge der Beschlagnahme und Zer­störung englischer Fahrzeuge durch russische K r i e g s s ch i f fe erwiderte Lord Lansdowne, daß die Feststellung derartiger Ansprüche notwendigerweise Zeit er­fordere. Der Minister zählte dann die Fälle auf, in denen von der russischen Regierung Ent­schädigungen gezahlt wurden. Earl of Jersey bat um Aust- Fünft über die Verhandlungen mit Deutschland wegen der Marschall- und der Karolinen-Inseln. LanS- downe antwortete darauf: Wir stehen mit der deutschen Regier­ung in Unterhandlungen wegen einiger Punkte, welche über den Rahmen des Monopols der Jaluit-Gesellschast auf den Mar­schall- und Karolinen-Inseln binausgehen. Wir haben unseren Botschafter in Berlin Laseelles angewiesen, Erkundigungen ein- -nziehen, unter ivetcfien Bedingungen Land erworben werden könnte, um uns eine Ansiedlung für Handelszwecke zu sichern. Außerdem haben wir Laseelles ersucht, festzustcllen, ob die englischen Firmen, die bau dem Handel auf den Marschall- Inseln ausgeschlossen wurden, nach dem 1. Oktober ihre Be­mühungen ohne ira nd welche unvernünftiaenBekckrLnk-