rdeiter
Handtanger ,d) deichäsligung.
Arbeiter
•Mbeftoßcn. [4257 _tr> <jat)nt)oi|tr. 12.
U"d ltüchtern, aum flucht. Guter Lohn.
. 4263
iaU, uranhurterett.7. rlQ||igen, pierdelmidig rburschen
3« Saun Löhne, Liköriabrlk,
Hk « I tl, soniieujlraft 6.
er Bursche - und Loutordieust lät). m der Eeschäils- M. Änz. 4264
Zwei junge -sburschen Arbeiler-Logier- und s per sosort gejucht, gen beim Hausmeister Lollar. D%
WMHcheit jeiudjt. (42ö2 tl Fischbach.
m Lchreiaer^rtmtz M. hör-AWWeb.
Zeltersweg 14.
tio
Df< tuer’J
V»" 1 “polver P^pfj.
stm tudjuges Mädchen -clembet gejuchl. zannessNaße 15, part.
Tüchtige Lanssran od. tt per ioiorl gesucht. iji5in(i*6e_28LnL_
. Pserdelnechtchchisb ikodheimervlr.«.^ es Fränleur mit guten n sucht Stellezu»'« 5 als Stütze m tonen • Ftzan Barn-, Löwenqasie
MV? flsäö-ü
;en Arndt, :jä »t Ich °°.
orberunse'’ J? bi jelb,n m 1°* °7‘ 4102
Nr. 190 Zweites Blatt.
155. Jahrgang
Dienstag 15. August 190F
Snsttzetvl «SM mtt AuSnohm« bei Sonntag«.
Die „etetena grotlienblätter- werden dem ^Anzeige, viermal wöchentlich beigelegt. Der E^esstlche tÄadwtrt* erscheint monatlich einmal.
Eichener Anzeiger
IRotottonebrud und vertag der Brühl Ich«» UnwersitLtSdruckerei. ÖL Laug«, Vietze»»
Redaktion. Expedition 0. Druckerei: Schulst».K, Tel. Nr 51 Leiegr^Lür.. Kn-eig« ®U|Wk
General-Anzeiger, Aml§- md Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen.
Volltische Tnsiesschail.
Eine englische Ente.
Der Privatsekretär König Eduards erwieS sich als unterrichteter Mann, indem er der „Daily Mail* eröffnete, an der Meldung von einer Begegnung zwischen König Eduard und Kaiser Wilhelm sei kein Funke Wahrheit. Wie die „Tägl. Rundsch.* vernimmt, handelt es sich bei dieser Meldung in der Tat um eine Zeitungsente, und zwar eine solche englischen Ursprungs. Hierin zeigte sich der erwähnte Privatsekretär nicht unterrichtet, denn er war so freundlich, der „fremden*, d. h. der deutschen Presse die Urheberschaft aufzuhalsen. Die „Nationalztg.* gibt der Vermutung Ausdruck, die Nachricht sei nur in die Welt gesetzt, um auf deutscher Seite ctrt Dementi hervorzurufen, das dann gegen Deutschland ausgeschlachtet werden könnte. Die offiziöse Presse beobachtet der englischen Zeitungsente gegenüber auch heute noch Zurückhaltung. Aus welchem Grunde, ist nicht recht ersichtlich. „Ausgeschlachtet* wird jenseits deS Kanals in jedem Falle, und es heißt doch nicht, dem König Eduard zu nahe treten, wenn die Tatsache einfach festgestellt wird, daß am Berliner Hofe von einer bevorstehenden Zusammenkunft der Monarchen nichts bekannt sei.
Der „Vulkan".
Der ereignisreiche Sommer wirb' zum Schluß etwas wohl noch nicht Dagewesenes bringen: eine industrielle Generalversammlung von nationaler Bedeutung. Es handelt sich um die vom Aufsichtsrat der Stettiner Vulkanwerft zum 30. d. M. einberufene außerordentliche Generalversammlung, in der lediglich Beschluß gefaßt werden soll über die geplante Gründung einer Zweigniederlassung der Werft in Hamburg. Der „Lokalcmz." gibt offenbar die Anschauung der Regierungskreise wieder, wenn er darauf hinweist, daß hierbei die höheren Interessen des Staates in Frage kommen, wie schon daraus hervorgehe, daß die Marinebehördcn dem Projekt günstig gestimmt seien. Eine Bestätigung des Projektes liegt wohl in der Erklärung der „Nordd. Allg. Ztg", ihr sei auf Erkundigung an berufener Stelle der Standpunkt der Verwaltung der Vulkanwerft als durchaus berechtigt bezeichnet worden. Dieser Standpunkt geht darauf hinaus, daß die Errichtung einer Zweigwerft an der Nordsee eine technische Notwendigkeit fei, weil sonst Schiffe von großem Tiefgang im Ausland gebaut werden müßten. Zweierlei lann danach als feststehend gelten: erstens die Anforderung von Panzern wesentlich größeren Deplacements durch die neue Marinevorlage, und dann die Absicht der Marineverwalttmg, vorzugsweise der Vulkanwerft Bauaufträge zu geben. Es handelt sich also um ein großzügiges Projekt, über das bereits ein Gedankenaustausch zwischen der Verwaltung der Werft und den amtlichen Stellen stattgefunden hat. Von Bedeutung ist ferner, daß am Tage vor der außerordentlichen Generalversammlung ein Dampfer der Hambura-Amerika-Linie auf der Vulkanwerft vom Stapel laufen wird, und zwar der größte bisher für Personenbeförderung gebaute Steamer, der den Namen der Kaiserin führen soll. Die hohe Frau wird selbst den Taufakt vollziehen, und da auch der Kaiser dem Stapellauf beiwohnen wird, dürste bei diesem Anlaß eine kaiserliche Rede zu erwarten sein, in der auf die besondere Bedeutung des bevorstehenden Generalversammlungsbeschlusses in Verbindung mit der neuen Marinevorlage hingewiesen wird. Die Verwaltung des „Vulkan" hofft, eine große Mehrheit der Versammlung auf das Nordseewcrst- projekt zu vereinigen, und sie täuscht sich hierin schwerlich. Die Verlegung des Schwerpunktes des „Bulkan"-Betriebes von der Ostsee an die Nordsee wird sich allerdings auf die Dauer nicht vermeiden lasten.
Elsaß-Lothringen und die Personentarifreform.
Die Straßburger Handelskammer äußert sich, tote man uns schreibt, in ihrem Jahresbericht über die in Aussicht stehende Personentarifteform dahin: „Abgesehen von den Einzelheiten dieser Regelung, über welche authentische Nachrichten noch nicht vorliegen, läßt sich die Tragweite dieser Reform letzt schon dahin beurteilen, daß sie für Elsa ß-Lothrin gen folgende Vorteile
bringt: Wesentliche Verbilligung stir die minderbemittelten Volkskreise durch Einführung der 4. Wagenklasse, Verbilligung der Reisen in allen Klassen für diejenigen Reisenden, welche bisher von den Rückfahrkarten und festen Rundreiseheften keinen Gebrauch machen konnten, und endlich Beseitigung der Konkurrenz der badischen Kilometcrhefte. Somit kann diese Reform, wenn sie auch in manchen Fällen eine kleine Verteuerung bringt, doch im allgemeinen um deswillen freudig begrüßt werden, weil sie endlich die langersehnte Vereinfachung und Vereinheitlichung des Personentarifsystems verwirklichen wird." — Die Handelskammer hatte seit einem Jahrzehnt, h. h. seit Einführung der Kilo- meterhcfte in Baden, unablässig die Forderungen der elsaß- lothringischen Handelswelt hinsichtlich einer Versonentarif- reform immer wieder dahin zusammengefaßt, daß, wenn man die Kilometerhefte nicht einfuhren wolle, man eine allgemeine Tarisermäßignng oder sonstige Vergünstigungen gewähren müsse, welche wie die Mometerhekte den Geschäftsreisenden, die von den bisherigen Erleichterungen keinen Vorteil hatten, zugute kommen und die Konkurrenz derbadrschen Kilometerhefte ausgleichen würden. Als dann in ganz Deutschland eine Bewegung auf Vereinfachung und Vereinheitlichung als das vor allem Erstrebenswerte einsetzte, schloß sich die Handelskammer dem an, indem sie aber wiederum mit Rücksicht auf die Benachteiligung von Handel und Gewerbe in Elsaß- Lotlftingen durch die in den Nachbarstaaten bestehenden Vergünstigungen (4. Klasse in Preußen, Kilomcterhefte in Baden, Landeskarten in Württembergs das Hauptgewicht auf die Ve r e in h e i t li chu n g legte. Diesen von der Straßburger Handelskammer vertretenen Forderungen wird nun auch die bevorstehende allgemeine Personentarifteform gerecht. *
TaS Telephon und der „kleine Manu".
Das Telephon ist lange nicht so in den Dienst des Verkehrs gestellt, wie man wünschen möchte. Es fehlt ihm, so sagt ganz richtig die „Bonner Ztg.* so manches, waS zu seiner wahren Popularisierung dienen könnte. Im Vergleich mit Schweden müssen wir z. B. behaupten, Deutschland hinke weit nach. Vielleicht kommt eS in unserem „Zeitalter deS Verkehrs* bald zu einer so gewichtigen Herabsetzung der Gesprächsgebühren und im Zusammenhang damit zu einer gerechteren Abstufung der Gebühren, daß auch der kleinere Geschäftsmann und das PrivathauS ein Telephon mieten können. Heute ist die Bemessung der Gebühren, durchaus mechanisch. Firmen, die mit ihrem Anschluffe täglich vielleicht 100 Gespräche absorbieren, zum Nachteil der übrigen Anschlüffe, zahlen dieselbe Gebühr wie andere mit nur 5 oder 10 Gesprächen. ES sollte doch wirklich nicht schwer lallen durch einen sinngemäßen Ausgleich der Kosten die allgemeine Benutzung zu fördern. Der Kleinverbraucher wird ohnehin schon reichlich durch die Großbetriebe an die Wand gedrückt. Daß daS Telephon diese wirtschaftlich beklagenswerte Tiffo- nanz noch verstärken hilft, ist zu bekämpfen. Mit Recht wies s. Zt. der Staatssekretär des Innern auf die Notwendigkeit hin, namentlich im Interesse deS mittleren und kleineren Handwerkers sollten die Kommunen für billige elektrische Kraft sorgen. Dem Staate resp. dem Reiche müßten entsprechende Rücksichten am Herzen liegen. Auch hier heißt es: Doppelt gibt, wer rasch gibt.
Ans Htaöt und
Gießen, 16. August 1905.
— Der Kühlhausbau für das städtische Schlachthaus scheint sich jetzt seiner Verwirklichung zu nähern. In den letzten Tagen wurde bei den Metzgern seitens der Bürgermeisterei Umfrage gehalten, auf wieviel Quadratmeter Raum jeder einzelne von ihnen im anzulegcnden Kühlhause reflektieren würde.
Hessisches Erinnerungszeichen für Eisenbahner. Das vom Großherzog gestiftete Erinnerungszeichen für 25 jährige und 40 jährige einwandsfreie Dienstzeit wird zum ersten mal am 26. November, dem Geburtstag des
Großherzogs, verliehen. Auch in Zukunft wird die Verleihung nur einmal im Jahr, am 25. November, stattfinden. Für die Beurteilung der Frage, wer bei der Verleihung des Erinnerungszeichens als preußischer, und wer als hessischer Hilfsbeamter oder Arbeiter im GemeinschaftSdienst anzusehen ist, soll künftig entscheiden, ob die in Betracht kommende Person auf einer preußischen oder hessischen Eigentumsstrecke dauernd beschäftigt wird. Rach preußischem Muster wird auch> den weiblichen Eisenbahnbediensteten, Schrankenwärterinnen, Telephonistinnen, Telegraphistinnen usw. das Erinnerungs-' zeichen verliehen werden können.
•• Besitzwechsel. Fr. Schreiner verkaufte fein. Haus Seltersweg 66 für 46 000 Mk. an den Schneidermeister? Friedrich Siever.
•• Bei der Kaiserparade in Homburg v. d. H.» am 8. September, wird der Hassia-Bezirk Gießen mit 21 Vereinen, die 343 Mitglieder zählen, und 18 Fahnen vertreten sein; 13 Fahnen tragen die Kaiserschleife, eine (Lollar) die von Sr. K. H. dem Großherzog gestiftete Schleife.
•• Die Sparbüchse. Am Wärterhaus der Schwanheimer Fähre steht ein altes, abgedanktes Büffet, daS der Fährmann vor einigen Wochen von einem benachbarten Wirt erwarb. Vor einigen Tagen trat vor den Fährmann sein Söhnchen mit einer Büchse in der Hand und zählte fünf Zwanzigmarkstücke auf den Tisch. Das Bübchen hafte die Schubfächer des alten Buffets durchstöbert und in einem Zeitenfach eine vergessene Sparbüchse gefunden. Das Buffet, das im Ankauf 15 Mark gekostet hatte, stellte sich so äußerst billig. Es kann aber doch noch teuer werden, denn der ursprüngliche Besitzer verlangt den Geldbetrag zurück mit der Begründung, ec habe dem Fährmann daS Büffet ohne Inhalt verkauft. Da der Fährmann nicht herausrücken wilch kann es noch einen Prozeß geben.
•• Zur Beerdigung OnckenS ist noch nachzutragen, daß auch die Kriederkameraoschaft Hassia einen Kranz am Grabe niederlegen ließ.
-6. Ein eigenartiges Jubiläum feiert in diesen. Tagen der Geschirrhändler Philipp Becker von Beuern. Zum 1 OOten Male besucht er mit seinen Waren die Mainzer Messe. Im Jahre 1855, als noch alles irdene Geschirr, Bunzlauer Ware rc., mit Pferd und Wagen her-; beigeschafft wurde, kam er zum 1. Male. Seitdem hat ec keine der Messen, die ja alljährlich zweimal gehalten werden,! versäumt. Unter seinen zahlreichen Kunden und Freunden sind sicherlich Viele, die ihm zu dieser seltenen Feier ihre» Glückwunsch darbringen.
** Eine Pferdeschutz-Vereinigung über gan* Deutschland soll in nächster Zeit gegründet werden. Die Ver-^ einigung, der unter vielen anderen auch Prinz Emil von) Schönaich-Carolath angehört, hat sich die Bekämpfung allerj Pferdequälereien zur Aufgabe gemacht und will durch Er-j reichung gesetzlicher Maßnahmen einem ost bis ins höchste, Alter ausgeschundenen Pferde ein besseres Dasein verschaffen.
t. Reiskirchen, 13. Ästig. Der Viehhändler L. von hier hatte sein 8 Monate altes Kind beim Kaff ertrinken- auf dem Schoße; das Kind zog die Kanne an sich, so daß der kochende Inhalt sich über Gesicht und Beine des Kindes ergoß. Es erhielt schwere Brandwunden und auch der Vater wurde am Fuße verbrannt.
0 Schotten, 14. Aug. Eine Exkursion von höheren Forstleuten aus ganz Deutschland findet am- 9. September in der Oberförsterei Eichelsdorf statt. Auf dem Reiperts (Forstwartei Rainrod), wo man eine prachtvolle Rundsicht hat, findet ein Picknick statt. Da weit über hundert Personen teilnehmen werden, läßt Förster Ad am-Rainrod umfaffende Vorbereitungen treffen.
Viernheim, 14. August. Die Einweihung detz Kriegerdenkmals wurde eingeleitet durch einen Zapfenstreich unter Beteiligung sämtlicher militärischer Vereine vom neuen Denkmal aus. Hierauf folgte ein Festkommers. Der gestrige Festtag wurde durch eine Kirchenparade ein»
Kleines Ieuilleton.
— „Die Brüder von Sankt Bernhard" haben bei ihrer Aufführung im Frankfur ter Schauspielhaus^ am 12. d. Mts., wie man uns berichtet, das Publikum lebhaft interessiert und großen äußeren Erfolg errungen. Das Sftick ist mit einem gewissen naiven Zugreifcn gemacht und^ einzelne Szenen, in denen die Tugend der Schlechtigkeit gegenüber siegreich und heldenhaft auftritt, wurden mit wahrer Begeisterung ausgenommen. Das wurde uns besonders deutlich aus dem Bravo, das aus dem Parterre erscholl, als der tapfere Bruder Meinardus erklärte, er werde dem schleichenden, scheinheiligen Bruder Simon nicht seine Stimme bei der Abtwahl geben. Das Klostermilieu hat starken Reiz ausgeübt und die antiklerikale Tendenz hat trotz der vielen Tiraden nut gewirkt. Gespielt tiniroc im Ganzen recht gut. Ganz ausgezeichnet war der Pnter Meinardus des Herrn Bolz, auch der Fridolin des Herrn Pfeil, eine prächtige Figur von echt volkstümlichen Gepräge war der Döbler des Herrn Schwarz, der auch im Stück selbst gut herausgekommen ist. Die Damen König und Hartmemn leisteten ebenfalls recht Gutes.
— Hans Blums Lebenserinnerungen. .Wenngleich mehr denn ein halbes Jahrhundert dahmgegangen ist, seit Robert Vlum in Wien erschossen wutt>e, ist doch die Teilnahme an diesem Vorkämpfer der freiheitlichen Ideen und an seinem Schicksale noch nicht gesck>wiM>en. Die „Lebenserinnn,- ungen" seines Sohnes Hans Vlum, deren ersten, die Jahre 1841 bis 1848 umfassenden Abschnitt das August-Heft voii „Nord und Süd" lVreslau, Schlesische Verlags-Anstalt von S. Schott- laenderj bringt, dürsten dahier allgemeinem Interesse begegnen, da hier, neben der Geschichte der Kindheit des Verfassers, em kurzer 9lbriß des Lebens von Robert Blum und vor allem eme aiissührlichere Darstellung seines Eingreifens in die Vorgänge des Jahres 1848 gegeben werden. Die Erzählung, wie die Nachricht von seinem Tode seiner Familie übermittelt wurde, wirkt geradezu erschütternd. — Das Heft ist mit dem Bildnisse „Alfred Licht- warks" (in Radierung von Job. Lindner) geschmückt; die Verdienste, die sich Lichtwark nicht nur als Direktor der Haul-
burger Kunsthalle, sondern auch durch seine kunstkritischen und kunstästhetischen Schriften erworben, werden von Arthur Konrad Müller gewürdigt, der jedoch dem Urteile Lichtwarks über Böcklin nicht beistimmen kann. — Aus der vielseitigen schriftstellerischen Tätigkeit Strindbergs greift Carl v. Schimmelpfennig „Strind- bergs schwedische Königsdramen" heraus und analysiert die drei Dramen Gustav Wasa, Erich XIV. und Gustav Adolf. Während Erich XIV. bei stellenweise großen Schönheiten weit überwiegende Mängel in der ganzen Anlage aufweist, und Gustav Adolf nach keiner Richtung befriedigen kann, enthält Sftistav Wasa trotz mancher Schwächen bedeutende glänzende Partien und zeugt ,von der hoben Begabung Sttindbergs. — Mit rcligionsph'losophischen Betrachtungen besckwftigt sich Eberhard Buchner, der Feuill.-Red des „Hannov. Cour.", in seinem Auffatze: „Gott, Mensch und Zier'. — Unter dem Titel „Richter oder Kritiker?" erörtert A. Halbert das Wesen der Kritik und des Ktiftkers. Die novellistischen Beiträge bringen zunäckfft den ersten Teil einer Erzählung „Die Abenteuer des Dichters Clemens Drcißmann" von Auguste Hausckmer. Tie Geschickte spielt im Hochgebirge, in den Alpen, und ist voll feinster Satire und Situationskomik. Die Charaktere des „Schriftstellers Dreißmann aus Berlin", wie des jungen „Fabrikant en lohn es Nowotnv aus Wien" und seiner Geliebten, der Schauspielerin Manon ersckreinen vor uns in treff* lick>er Naturwahrheit, und die verschiedenen Enttäuschungen, die Breißmann erlebt und die dazu angetan sind, sein Selbstbewußtsein etwas herabzudrücken, werden in amüsantester Weise ge- ichildert, so daß der Leser dem zweiten Teile mit Spannung entgegensieht. — Das Reise-Intermezzo „La Paloma" von Life Bandau enthaft in einer Umrahmung, die einen gut beobachteten Beitrag zur Pspchologic der Frauenseele bietet, die ergreifende Liebestragödie einer jungen, in einer Damenkapelle engagierten Musikerin — Fr >nz Lüdtkes „Phantasie am llftabe Bvcllins" ist eine schöne, poetische Huldigung für die Manen des großen Meisters- in erhibcnen und erhebenden Worten wird der küust- lcrischen 'Schönftingen Böckllns und seiner Verehrung durch die deutschen Künstler gedacht.
— Das August-Heft der süddeutschen Monatshefte (unter Mitwirkung von Josef Hofiniller, Friedrich Naumann,
Hans Pfttzner, Hans Thoma, herausgegeben von Paul Nikolaus Cvssmanu, Verlag von Adolf Vvnz u. Camp, in Stuttgart) ist der Hauptsache nach der zeitgenössischen Schweizer Literatur gewidmet. Eine ganze Reilp: Schweizer Dichter wie I. B. Widmann, Emil Ermatinger, I. C. Heer, Carl Spitteler fmb mit Beiträgen vertreten, Conrad Ferdinarrd Meyer mit ungedrucktsn Briefen. Ferner enthält das Heft den Schluß der „Brantfahtt: des Damian Zagg" von Ludwig Ganghofer, eines Meisterweriks naturgetreuer Erzä^ilngskunst. Aus dem übrigen Inhalt fet auf Pfarrer Naumanns die Schweiz besonders berücksichftgendaw Aufsatz „F-remdenindustrie" sowie auf des Konservators der Alten Pinakothek Dr. Karl Voll Artikel „Holbein und Böcklin" hingewiesen.
— Vom amerikanischen Theatertrust. Gegen den Z-rvhmann'schen Theatertruft, der sämtliche englischen Bühne« der Vereinigten Staaten an sich gebracht unb das künstlerische Leben fast vernichtet hat, ist ein Gegentrust entstanden, an deffen: Spitze David Bclasco, der beste Regisseur des amerikanische« Th'aters, getreten ist. Der Frohmann-Trust arbeitet in folgerch« Weise: Ein bestimmtes Stück wird in Szene gesetzt, mit den passenden, in Betracht kommenden Schauspielern besetzt, zuerst in einem lleinen Orte erprobt, dann in einer der groß«! Städte, namentlich Newpork, alanzvoll inauguriert, hundertmal nacheinander abgespielt und dann auf Grund dieser großstädtischen Erfolge in sämtlicknm Städten und Städtchen der Union oft Jahre hindurch wiederholt, natürlich in vergrSberter Ausgabe und vielfach mit Schauspielern zweiten Ranges besetzt. Der Trust hat zu. diesem Belmfe, wie gesorgt, alle vorhandenen Theater in de» gesamten Vereinigten Staaten an sich gebracht, sv daß eS den Konkurrenten unmöglich wird, ihre Attraktionen durch die Provinz zu schleppen. Die Sozietärc des Gegentrusts habm voick»er- hand Theater in 27 Städten der Union für sich gesichert, so daß sie dem famosen Mr. Frohmann vielfach die Spitze zu bieten in der Lage sein werden. Damit hat der Kampf allerdings erst begonnen. Denn der Theatertrujt hat sich nunmehr darauf verlegt, dem Feinde seine Hauptatteure unter dcm Maebütt horrender Gagen wegzukapern.


