Ausgabe 
15.8.1905 Zweites Blatt
 
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geleitet. Nach dieser nahmen die Militarvereine Viern­heims, sowie verschiedene bereits erschienene auswärtige Vereine vor der Kirche in einem Viereck Aufstellung, da den beiden Vereinen, Kriegerverein und Militärkriegerverein Hassia", die vom Kaiser verliehene Fahnenschleife ausge­händigt werden sollten. Um 11 Uhr traf Kreisrat v. H ah n zu Wagen auf dem Platze ein, und in einer Ansprache üherreichte er die beiden Auszeichnungen. Um 3 Uhr be­gann der Aufmarsch der Schulkinder und der übrigen Vereine zur Spalierbildung; um 4 Uhr wurde der Gro si­tz er zog, von Hüttenfeld her mit Automobil kommend, erwartet. Die auswärtigen Vereine, 24 an der Zahl, nahmen Aufstellung in der Nähe des Denkmals. Punkt 4 Uhr verkündeten Böllerschüsse das Kommen des Landes­herrn, und unter Glockcngeläute bewegte sich der Wagen mit dem hohen Gaste und dem Gcneraladjutanten v. Wachter durch die mit Fahnen und Girlanden reich geschmückten Straßen, unter brausenden Hurras der spalierbildenden Schuljugend und der Vereine nach dem Denkmalsplatze, wo ein prachtvolles Zelt für die hohen Herren gegenüber dem Denkmal errichtet war. Beim Verlassen des Wagens über reichte Fräulein Renz im Auftrage der Festdamen ein Bukett, mit der Bitte, es der Frau Großherzogin über­bringen zu wollen, was der Großherzog mit lächelnder Miene und mit herzlichen Dankcsworten tun zu wollen versprach. Bürgermeister Kühlwein entbot den Will- kommensgruß namens der Gemeinde Viernheim. Forstmeister Hein bat den hohen Gast, die Hülle entfernen zu dürfen, was auf ein Zeichen geschah. Pfarrer Wolf eröffnete nun die eigentliche Feier durch eine Festrede. Das Denkmal ist von weißem Sandstein und trägt in der Mitte das Bronze relief Ludwigs IV. Hierauf begab sich der Großherzog mit dem Automobil nach dem Viernheimer Jägerhaus, nm heute der Hirschjagd obzuliegen. (W. Ztg.)

sd. Darmstadt, 14. Aug. Ein weiterer Ueber- fall auf einLiebespaar ist in der Nähe der Dragoner­kasernenächst der Tanne", wie jetzt erst bekannt wird, kürzlich ausgeführt worden. Dort ging ein junger Mann mit einem Mädchen spazieren, als plötzlich zwei Burschen aus dem Wald traten und das Mädchen ergriffen. Sie ließen es jedoch frei, nachdem sein Begleiter zwei Mark be­zahlt hatte. Der Bursche und das Mädchen begaben sich zur Kaserne und teilten den Vorgang einigen Unteroffizieren mit. Diese gingen mit in den Wald und erwischten drei des Weges kommende Männer, die sie für die Schuldigen hielten und durchbläuten. Deshalb ist nun gegen die Unter­offiziere Strafantrag gestellt. Man vermutet, daß der Ueber fall von den Arbeitern Triesch und Seibert ausgeführt ist, die auch den anderen Ueberfall an der Dragonerkaserne ausführten und deshalb in Untersuchungshaft sitzen.

Mainz, 14. Aug. Ain Samstag verstarb hier Reichsfreiherr Franz v. Fürstenberg-Heiligen Hoven. Er wurde geboren am 3. Mai 1829 zu Schloß Heiligenhoven und verschied nach kurzem, sehr schwerem Leiden im nahezu vollendeten 77. Lebensjahre. Die Beerdigung fand heute nachmittag 4 Uhr vom St. Rochusspital aus statt.

Frankfurt, 14. Aug. In der Mainzer Landstraße ereignete sich am SamStag abend ein tätlicher Unfall. Der 46 Jahre alte Eisfuhrmann Johann Ziegler wollte von seinem Wagen steigen, blieb aber mit den Beinen in seinem Schlüsselriemen, der ihm von der Schulter geglitten war, hängen und fiel mit dem Kopf so heftig auf das Pflaster, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt und bewußtlos liegen blieb. Die Rettungsmannschaft aus der Münzgasie konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen. Ziegler hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. Zwischen Kastel und Hochheim kam gestern in einer Mulde ein Radfahrer aus Frankfurt zu Fall und verletzte sich schwer. Auf seinen Wunsch wurde der Verletzte in ein Hotel nach Kastel gebracht, wo ihm ärztliche Hilfe zu teil wurde.

Coblenz, 14. Aug. Das Kaiserpaar wird, wie heute endgiltig bestimmt ist, Sonntag, 10. September, nach­mittags 6 Uhr zur Begrüßung an der städtischen Festhalle ein­treffen.

** Kleine Mitteilnna-'n ans Hessen und den Nachbarstaaten. Gestern, Montagabend gegen V« 12 Uhr, wurden die Bewohner von L a u n s p a ch durch Feuerlärm aus ihrem Sckilase ausgefchreckt. Es brannte jedoch kein Haus, sondern nur eine Dreschmaschine. Da sie ganz außerhalb des Ortes stand, und kein Wasser in der Nähe war, ließ man sie ruhig abbrennen. Der Brand wurde höchstwahrscheinlich dadurch hervorgerufen, daß sich die Lager der Maschine heißgclaufcn hatten.

* Holzkirchen, 14. Aug. (Amtlich.) Beim Umstellen z>on Personenwagen deS Zuges Nr. 1273 sind durch ein Versehen die drei direkten Wagen nach Schliersee auf einen gebremsten, im vierten Gleis stehenden Waggon aufgc- stoßcn. .Hierdurch wurden sieben Reisende verletzt, davon zwei anscheinend schwerer.

* Memel, 14. Aug. DasMemeler Dampfboot" be­richtet: Die schwedische BriggSkane", am 26. Juli von Brahestadt in Finnland mit Dielen nach Malmoe abge­gangen, ist heute nachmittag auf Ladung schwimmend hier eingebracht worden. Die seit drei Tagen ohne Nahr­ung befindliche Mannschaft, sieben Manu, wurde ebenfalls gerettet.

* Rücksichtslose Automobilfahrer. Aus Berlin, 14. August, wird gemeldet: Gestern abend fuhren ein Motorzweirad und ein Motordreirad mit einem An­hängewagen, in dem eine Dame saß, von Bernau nach Berlin in, schärfster Eile. Dabei wurden s e ch s P e r s o n e n überfahren. Ohne sich um das angcrichtete Unheil zu kümmern, sausten die Automobilisten in unverminderter Schnelligkeit weiter. Die Nummern der Kraftwagen konnten nicht festgestellt werden.

* Unerfreuliches aus der Uuiversitäts- stadt Göttingen. Ein früheres Mitglied der Burschen­schaftGermania", der in Göttingen immatrikulierte Stu­dent der Mathematik, P. Seida, Sohu eines höheren Beamten, stieg durch das F en ster in die Wohnung einesalten Herrn" der Verbindung, indem er mittels eines Glaserdiamanten ein Loch in die Fensterscheibe schnitt und so das Fenster öffnete. Er hatte bereits den Schreib­tisch erbrochen, als von Bewohnern der Nachbarschaft, welche den Einbrecher beobachtet hatten, daS Haus umstellt wurde. Seida, bei dem mau uoch mehrere Einbrecherwerk­zeuge fand, wurde von herbeigeholten Schutzleuten ver­haftet und in das Gesünanis gebracht. Die Entwen-

dungeinerSchillerbüste aus den städtischen Anlagen st jetzt als ein Studentenstreich höchst zweifelhafter Qualität aufgeklärt. Mehrere Studenten haben an die Re­daktion desGöttinger Boten" ein anonymes Schreiben gerichtet, in dem sie sich als Täter bezeichnen. Sie haben angeblich die Büste dem in Rentierkreiscn zu suchenden Stifter vor die Tür sehen und dadurch ihr Mißfallen an der Büstenstiftung zum Ausdruck bringen wollen. Auf dem Transport nach dem Hause des Stifters, der in ge­wissen Kreisen nicht beliebt sein soll, habe dann der Träger der schweren Büste diese fallen lassen: infolge davon sei ie zerbrochen. Es erscheint fraglich, ob unter diesen Um- tänden die Büste wieder ausgestellt wird.

* Von einem Löwen aufgefressen. Im Schlacht­hause der BlackpoolerEiffelturmgesellschaft" in dem auch überzählige Tiere der dortigen Menagerie gehalten werden, wurde, wie aus London vom 14. August gemeldet wird, gestern früh im Löwenkäsig die halb verzehrte Leiche eines Wärters gefunden. Jemand hat am Samstag abend nach 11.30 Uhr den Wärter mit einem Unbekannten in das Schlachthaus gehen sehen und dann gehört, wie der Wärter drei mal rief. Gleich darauf lief jemand vorbei. Der Be­obachter glaubte, es sei der Wärter gewesen. Am Sonntag rüh fand man zwei Löwen außerhalb des Käfigs, im Hofe den Käsig offen und den dritten Löwen drinnen. Er nagte noch an der Leiche, von der alle Kleidung abgeriffen und das Fleisch des unteren Körper? weggefressen war. Der Wärter muß in hen Käfig gegangen und gefallen sein. Er war am SamStag angetrunken und hatte erklärt, in den Löwenkäsig gehen zu wollen.

* V i c t o r i a (Britisch Columbia), 14. Aug. BeiSpen - cesVridge an der Canadian-Pacific-Eisenbahn ereignete sich ein Erdrutsch. Ungefähr 30 Pcrson en, meistens Indianer, wurden getötet. Der Taompon-Fluß ist durch Erdmassen vollständig gesperrt, sodaß das Wasser staute und die Eisenbahn überschwemmte.

Landwirtschaft.

)( Hungen, 14. Aug. Die Ernte des Getreide? ist in der Wetterau soweit beendet, und wenn wir auch noch sticht so weit sind wie die Amerikaner, die das Getreide mähen, dreschen, einsacken, überhaupt alles gleich nm Acker mit einer Maschine be­sorgen, so ist doch die Ernte heute eine Spielerei gegen zehn Jahre früher. An einem Tage mähen 34 Maschinen ein ganzes Feld zusammen. Die Dreschmaschinen arbeiten im Felde und die Strohhaufen-Kolonien wachsen zusehends. Ueber das Ergebnis kann gesagt werden, daß Winterfnicht ein gutes, Sommerftucht dagegen mittel ist. Vielfach schmücken unsere Landwirte den lebten Erntewagen, den sie heimfahren, mit Laub und bunten Bändern, die Jugend sitzt obenauf imd singt fröhliche Weisen. Und das junge Volk der Schnitter fliegt zum Tanz", diese Strophe aus Schillers Glocke scheinen einige Wirte zu beherzigen, indem sie vor der Kirchweihe noch einenErnteball" einschieben: hoffentlich artet dies nicht zur Unsitte aus. Obwohl nicht auf eine reiche Grummeternte zu rechnen ist, so sind die Vieh- und Fleischpreise auf einer solchen Höhe, daß tatsächlich auch frier eine beträchtliche Einschränkung des Fleischkonsums stattsindet. Für Schweine wurden am Schottener Sommermarkt bekanntlich 56 Pfg. Lebendgewicht bezahlt. Bezeichnend für diese Fleischnot ist, daß sich auf einer benachbarten größeren Fabrik die Arbeiter zusammen taten, um ein junges zur Arbeit untaugliches Pferd zum Schlachten anzukaufen. Die Aepfel werden teuer werden, da pur einzelne Sorten einen Ertrag liefern. Indessen wird es wieder hinreichend Zwet- schen geben.

Von der landw. Landes- und Jubiläums- Ausstellung zu Mainz. Der Hess. Landwirtschastsrat schreibt uns: Nachdem nunmehr die Anmeldungen abgeschlossen sind, ergibt sich, daß die Beschickung der Ausstellung eine sehr umfangreiche werden wird. Es sind, abgesehen von Geflügel und Bienen, über 1000 Ausstellungstiere angemeldet, darunter ea. 400 Rinder und 340 Ziegen. Mit letzter Zahl erreicht die Ziegenbeschickung wohl die größte Zahl, die je auf einer deutschen Ausstellung erreicht worden ist. Noch stärker wird die Erzeugnis­abteilung beschickt werden. Die ursprünglich vorgesehenen Räume reichen nicht auS: es müssen weitere Bauten errichtet werden. Namentlich die Obstabteilung wird mit ea. 800 Nummern eine sehr bedeutende werden. Auch die Maschinenabteilung und die Wissenschaftliche Abteilung werden erheblich umfangreicher als vorgesehen war, sodaß bereits zahlreiche Anmeldungen zurück- gewicscn werden mußten.

(p.) G r o ß - A l t e n st ä d t e n (Wetzlar), 14. Aug. Einen seltenen Anblick gewähren jcht die an unserem Berge ausgcbrcitc- len Flachslagen. Da die Leinwand immer mehr von der billigeren Baumwolle verdrängt wird, so ist auch der Flachs­bau stark zurückgegangen, und es gibt jetzt schon viele Bezirke, in denen das schnurrende Spinnrad und das blaue Flachsfeld nur noch vom .Hörensagen bekannt sind. Bedauerlicherweise zählt der Lein auch kaum nock) zu unserer heimischen Lvnbaukultur. Es ist daher erfteulich, daß der etaot, um die einzelnen Land­wirte zur Bestellung von Aeckern mit Flachs anzueifern, hohe Prozente der Saatanslage vergütet.

21 deutscher landwirtschaftlicher Genossen- schaftstag in Straßburg i. Elsaß. Vom 17.-19. August ds. Js. versammeln sich die Vertreter der im ReichSverband ver­einigten Verbände und Genossenschaften zum 21. deutschen land- wntschaftlichen Genoffenschaftstag in Straßburg i. Elsaß. Mit der Vereinigung der beiden bisher' getrennten, großen genoffenschaft- lichen Verbände Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Geuostenschallen und Nenwieder Generalverband im Rahmen des ReichsverbandeS ist eine einheitliche genossenschaftliche Organisation von 40 Verbänden, 65 Zenlralgenosienschaften, 16136 Genossen­schaften mit 1400 000 Mitgliedern geschaffen worden, deren Diacht­steigerung in Straßburg glanzvoll bekundet werden wird.

Zwei neue Getreide-Varietäten. In nettester Zeit war das Streben vieler Agronomen dahin gerichtet, eine er­giebige winterfeste und nicht lagernde Weizenart heran zu züchten, deren Mehl an Backfähigkeit jenem des uitgarischen Weizens gleich­käme. Und in der Tat gelang es dem böhmischen Agronomen I. Landa dieses Problem mit seinem Giganten Weizen glücklich zu löten. Diese neue mittelst Hybridation und Körnerauöwahl dar- gestellte Weizen-Varietät hat ein schönes, volles mehlreiches Korn, feste bis 150 cm hohe Halme, welche ein Lagern nicht zu­lasten. Die röthdieit Aehren sind bis 15 cm lang und jede enthält 7075 schön entwickelter feinhülsiger Körner von hellgelber Farbe. Durch chemische Analyse wurde 'sichergestellt, daß der Gigantea- Weizen 70% stickstofffreie Extraetivstosse 10.7% Prolein (Eiweiß) und eine bedeutende Anzahl Kleber in stch birgt so daß dieser Weizen zur Herstellung aller Art Backwerke vorzüglich geeignet und von Müllern und Bäckern hochgeschätzt ist. Der Gigantea-Weizen überwintert vorzüglich und gedeiht ausgezeichnet auf gutem Humus­boden, worin derselbe von keiner Weizenart übertroffen luiib; aber auch auf leichtem Tonboden bringt derselbe ungewöhnlich hohe Erträge, indem er sich stark bestockt. Herr I. 9lpeU in Petersdorf lSchlesien) erzielte von 5 kg Aussaat nach Abdrusch 180 kg schöner Weizenkörner also einen 36iachen Ertrag. 5 kg dieser Varietät losten Mk. 2.50. Ebenso großes Interesse erregt tu den landwirt. K veiien Hunser' s neuester Superior-Winterroggen durch seine ungewöhnliche Bestockungsfähigkeit und feine außer­ordentlichen Erträge. Diese neue Roggen-Varietät, die durch Kreu» zung entstand, zeichnet sich auS dttrch ihre langen, vollbesetzleit '.'lehren, große und schwere Körner sowie durch ihr starkes hohes Stroh, das ein Lagern vollkommen verhindert. Bei zeitlicher Aus- saat (Mitte Sept.) genügen 20 kg zum Anbau von % Hektar. 5 kg dieses neuen Roggens kostet Mk. 1.70. Die landwirt. Ver­suchsstation in Pardubitz (Böhmen), welche beide Getreide-Barietaten kultivierte, erzielte damit staunenswerte Lrnteresultate (beim Roggen

im großen einen Machen Ertrag) und ist bereit, Landwirten kleine Quantitäten zum Anbauversuche zu überlassen.

Kovdtt md erlieft* * Kolsiynnrlschäft.

Berliner Börse vorn 14. August 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent.

Anfangs- ii. Schlußkurse.

Ccft. Kredit .... 210.40

Deutsche Bank . . . 243.70

Darmstädter Bank . . 148.00

Bochumer Guß . . . 251.50

209.62

243.50

148.12

252.00

Harpener Bergbau . . 224.50 224.25

Tendenz: Ruhig.

Zuckerin dustrie. Die Magdeburger Privatbank hat bei der Zwangsversteigerung der Zuckerraisinerie Barby das Höchst­gebot mit 306 000 Mk. abgegeben. Die Bank hat im Auftrage eines Konsortiums die Raisinerie erworben, an dem Magdeburger und auswärtige Zuckerrassinerien beteiligt sind, das eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu gründen beabsichtigt: an dieser Gründung beteiligt sich aber die Magdeburger Privatbank nicht. Einen Verlust erleidet die Bank aus ihrer Verbindung mit der

Zucketrafsinerie Barby nicht.

Norddeutscher Lloyd. Der Ll"yd richtet, wie die Wcser-Ztg." meldet, eine Frachtdamvferlinie ein, die von Bremen direkt nach Philadelvhia und von dort weiter nach Havanna geht.

von welch letztem Platze die Tamvfer mit Rückladung direkt nach Bremen zurückfahren werden. Beide Linien, die Ausfahrt wie die Rückfahrt, werden regelmäßig betrieben werden.

Essen a. Ruhr, 14. Aug. TieRheinisch-Westfälische Ztg." meldet: Nach dem Beschluß der Zechenbesitzerversammlung vom 20. Juli war der voraussichtliche Absatz für Juli auf 77 Prozent der Beteiligungsziffern veranschlagt. Auf Arbeitstage berechnet ergibt der Anschlag für Juli bei 26 Tagen gegen 22% Tage im Juni 5 063 065 gegen 4 357 337 Tonnen im Vor­monat. Demgegenüber betrug tatsächlich der Absatz 5 082 647 gegen 4 605 345 Tonnen im Vormonat, sodaß ein Mehrabsatz von 19581 gegen 2 480 008 Tonnen im Vormonat gegenüber dem Voranschlag erreicht ist. Es sind somit 77,30 Prozent gegen 81,38 Prozent im Vormonat abgesetzt.

Petersburg, 12. Aug. Nach den von derHandels­und Jndustriezeitun^ unter dem 11. August veröffentlichten An­gaben wird im europäischen Rußland eine sich dem Mittel nähernde Getreideernte erwartet. Das Wintergetreide ver­spricht eine Ernte etwas unter, das Sommergetreide über Mittel. Der Winterweizen wird im allgemeinen über Mittel erwartet. Gut gestaltet sich die Ernte im Südwesten, in Zentralrußland, Polen, teilweise im mittleren Ackerbaugebiet auf der Ktimhalb- inscl. Eine unbefriedigende, stellenweise schlechte Ernte wird im Wolgagebiet, den Micfcrbautrcibcnbcn Zentralgouvernements, dem Dcngebiet und an der Küste des Schwarzen Meeres erwartet. In den übrigen Teilen des Reiches verspricht der Weizen eine befriedigende Ernte, der Sommerweizen verspricht eine mittlere Ernte, eine gute im Ural, im nördlichen Kaukasus, teilweise in dem Kama, dem Dnjepr, im Südwesten und den südlichen Steppengouvernements. Eine unbefriedigende Sommerweizenernte wird in den mittleren Wolgagouvernements, einem großen Teile der zentralen Ackcrbaugouvernements und im Süden von Bess­arabien erwartet. Die übrige Sommerweizenernte verspricht bc- fricdigend zu werden. Die Roggenernte dürfte unter Mittel aus- fallen: gut teilweise im Südwesten am Dnjepr, in Polen und dem Ural. Eine unbeftiedigende Noggenernte wird in einem großen Teile des Ackerbau treibenden Zentral-Wolgagebiets, dem Wjatka- und dem Dongebiet, teilweise in den südlichen Steppen- gouvemements und in dem Südwestgebiet erwartet. In den übrigen Teilen des Reiches ist der Roggen befriedigend. Die Aus­sichten der Haferemte sind über Mittel. Gut gestalten sich die Aussichten im Osten, dem Nordkaukasus, teilweise in Polen, am Dnjepr, dem Südwestgebiet und in manchen Gegenden des süd­lichen Steppenstriches. Unbeftiedigend und stellenweise sogar schlecht an der mittleren Wolga, in den meisten Zentralen der Ackerbau- gouvemements und teilweise in den Ostseeprovinzen. In den übrigen Teilen des Reiches wird eine mittlere Haferernte erwartet. Die Gerste steht im allgemeinen über Mittel: gut sind die Aus­sichten an der Kvma, im Ural, im Nordkaukasus, in der Krim, teilweise am Dnjepr, im Südwestgebiet, in Polen und stellen­weise im südlichen Steppenstrich: unbefriedigend und stellen­weise schlecht an der mittleren Wolga, im südlichen Steppengebiet und in dem zentralen Ackerbaugebiet. In den übrigen Teilen des Reiches verspricht die 6>crftc eine befriedigende Ernte.

Märkte.

Gießen, 15. Aug. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.001.15 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Pfg. 2 Stck. 0000 Pfg., Gänsecier 1500 Pfg., Enteneier 67 Pfg. Käse vr. Stck. 68 Pf.,' Käsematte 2Stck. 56 Pfg. Erbfen pr.Liter 21 Pfg., Linien pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarO,80- 0,90Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 5565 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,508,00 9)1% Zwiebeln pr. Ztr. 8,0010,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 0000 Pfg., Zwetschen per Zentner 0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15 Mk. Marktzeit 71 Uhr.

Die Marktpreise siir Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 14 August 1905.

Höchste Schlachtviehprcise in F r a n k f u r t a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kalber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 77-80 Mk.

% Kg. Schlachtgew. 8690 Pf.

75

% Kg. 70-80 Pfg.

% 70-74 , % 70 80

Getreidepreise in M a n n h e i m

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 18.00 Pik.

Roggen (ncuet) 100 Kg. 15,0015.15 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 52 P,g.

Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg

Sport.

Baden-Baden, 14. Aug. ft/,9 Uhr abends.) Die Her- ko rn er-Konkurrenz verlief prograrnrnäßig. Der Start.am Eingang der Promenade war festlich dekoriert und von einer dichtgedrängten Menschenmenge umgeben. Als Starter und Richter fungierte Dr. Ucbel-München. Bis jetzt sstrd 71 Wagen ein- getroffen. Die ersten Wagen waren: Dinsmore-Paris (Mercedes), Willi Pöge-Chemnitz (Mercedes), Willi Tischbein Hannover (Mer­cedes), Bernhard Flinsch-Frankfurt (Mercedes), Fritz Werner- München, Clement Bayard, Edgar Ladenburg-München (Merce­des), Robert K'atzenstein-Franljurt (Mercedes!, Argns-Motor-Ge- scllschaft-Bcrlin (Argus), Scharrcr-Cannstadt (Benz), Gustav Langen-Köln (Hexe). 80 Wagen gingen in München ab, 4 schie- den ans._____________________________________________

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