Ausgabe 
13.3.1905 Erstes Blatt
 
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'Truppen anläßlich Her Unruhen ifl bisher kein Fortschritt zu verzeichnen, trotzdem e? sich bei den Forderungen nur um kleine Beträge bandelt. Vielleicht wird es notwendig sein, tine Kommission einzusetzen, welche die Höbe deS Betrages sestzustellen bat. Die Engländer und Amerikaner halten die von den Deutschen erhobene Forderung von 65 000 Dollars für zu hoch und meinen, daß der Schaden mit 25000 Dollars vollständig gedeckt fel.

Ans Htadl imd Lavd.

Gießen, den 13. März 1905.

" Vortragsabend der Schule für höheres Klavierspiel. ' Frl. Minna Körner hat, so wird uns geschrieben, mit der Uebersiedlnng in die größeren Räume zugleich eine sebr empfehlenswerte Neuerung getroffen, indem sie, den schon früher veranstalteten Schlußpruiungen setzt noch Vortrags-Abende zugefügt bat. Diese Maßnahme bat den ungemein praktischen Zweck, den Schülern der Oberklassen Gelegenheit zu geben, sich vor einem größeren Publikum hören zu lassen und damit auf die Oeffenttichkeit vorzubereiten. Das Programm des gestrigen Abends war, wie stets, ein gewähl­tes, bot neben Werken der Kammermusik (Schubert, Reinecke, Sitt und Karster) auch Klavier-Soli (Bach, Schubert, Weber und Karzanoff). Mit Präzision und Verständnis kamen alle Darbietungen zu Gehör, und es war darunter viel, das selbst verwöhntesten Ansprüchen vollkommen gerecht wurde.

Evangelischer Arbeiterverein. Am gestrigen Vortragsabend sprach vor gefülltem Saale Oberstaatsanwalt Theobald über das neue bürgerliche Gesetzbuch. Der Redner erläuterte zunächst durch Beispiele aus den be­stehenden Verhältnissen, was öffentliches und was bürgerliches Recht ist. Sodann zeigte er, wie das bürgerliche Recht in das Leben des Menschen eingreift, wie es ihn begleitet von der Stunde seiner Geburt an bis zum Grabe und (z. B. im Erbrecht) darüber hinaus. Originell war die Art, wie der Vortragende die Zuhörer aufzuklären wußte. Er gab nicht belehrende Worte, sondern zeichnete Bilder und Beispiele aus dem täglichen Leben. Die Zuhörer sammelten damit sozu­sagen Lebenserfahrungen und ersahen, nach welchen Grund­sätzen die Verhältnisse der Einzelnen zu einander geregelt sind im Familienrecht, Kaufrecht, Mietsrecht, Eherecht, Erbrecht usw., wie im neuen bürgerlichen Gesetzbuch jetzt alles einheit­lich für ganz Deutschland zusammengesaßt ist. Man.ersah auch, wie die Bestimmungen dieses Gesetzbuches unseren heimi­schen Rechtsanschauungen besser entsprechen, als das vor 1900 geltende römische Recht. Rach d->m Schluß des Vortrags brachten Anfragen aus dem Zuhörerkreise weitere sachkundige Aufklärungen des Redners, dem reicher Beifall und Dank ge- tlyendet wurde.

** Besitzwechsel. Das Haus des verstorbenen Zimmer- meisterS Alker, Südanlage 3, ist für 97 000Mk. an Buch­händler Töpelmann übergegangen.

* EinenEpilog zum Fall David" finden wir Irt denR. Hess. Vbl." Diesem Blatt wird u. a. folgendes geschrieben:

Wenn Herr David jetzt das Trümmerfeld überblickt, das er 'tit seinem selbstbewußten und ecbt so^ialdemokrat'fchen Gebahren eingerichtet, so möchten wir ihm den Schluß der Entgeanuna ins Stammbuch schreiben, mit der Bismarck am 15. Dezember 18y4 den Genossen Vollmar abfertiate, als dieser den Wert des Beamten­eides anzn'.iveiieln wagte:Fch bitte chn Ooew v. Bogmarl, doch einigermaßen den Grundsatz zu behersiaen im Sinne seiner Bartei, der ich im großen und oan-en nicht so feindlich ae--'enübe''stebe. daß ich hier nur Roheiten mit Robei^n erwidern * lochte - - im Sinne seiner Partei möchte ich bitten: Sie lind eine starke und wachsel'de Partei: beherzigen Sic den Grundsatz: noblesse obliege! und wenn Sie in der Politik eilte Geltung überbauvt haben wollen, so lernen Cie die Formen der a-' "

(!) Lich, 12. M'- ^rn

^err Blum-Ost einen Vortrag über Die deutsche Flotte und die Koio^ckn. Daran schlossen sich Lichtbildervor­führungen. Der Vortrag war stark besucht und führte zur Gründung einer Ortsgruppe des Flottenvereins unter Leitung des Herrn Rausch.

Offenbach, 11. März. Heute nacht um 12 Uhr ent­stand in einer Schuh- und Pantoffelfabrik in der unteren Groß-Hasenbachstraße Feuer. Der schnell herbeigeeitten Feuerwehr gelang es, ein Umsichgreifen des Brandes zu ver­hindern; immerhin ist die Werkstätte, in der das Feuer ent­standen war, zum großen Teil ausgebrannt. Viel Material, Werkzeug und Ware wurde vernichtet oder beschädigt. Ueber ^ie Entstehung des Brandes herrscht noch Ungewißheit.

Deutscher Sludententag.

(Nachdruck verboten.)

S. u. H. E i s e n <r ch>, 12. März.

In Eisenach trat gestern der erste deutsche Studententag zu hochwichtigen Beratungen zusammen. Es ist dies die erste Tammo dieser Art überbauvt in Deutsch-land. Nachdem vorgestern abmd eine Begrüßungsfeier stattgesimden hotte, wurde gestern mit den Beratungen begonnen. Im Kaiserhof batten sich etwa 120 T-legierte einoefunden. Vertreten waren alle deutschen Universitäten außer Greifswald, Erlangen und Breslau: ferner die technischen Hochschulen und die deutschen Bergakademieeu. Ten Vorsitz der Verhandlungen führte S'tud. S"ck-Ebarlottenbnrg. Tie Berat- unaen wurden unter Ausschluß der Oessen tlichkeit geführt. Vor Eintritt in den ersten Punkt der Tagesordnung konstatierte der Vorsitzende, daß diekathol. Verbindungen durch Schreiben an die Hochschulen und außerdem noch d'trch besondere Schreiben ein geladen, aber nicht erschienen sind. Darauf wurde in die Tao<'?,irdn"ng eingetreten. Nach mehrstündiger Debatte hinter verschlossenen Türen, gelangte der Antrag Leivzig auf Gründ- ung eines Verb andes sämtlicher deutscher Uni­versitäten, technischen Hochschulen und Bergakademie en ein­stimmig zur Annahme. Nach Erledigung dieses Punktes fand im Kaverhos^ein Festessen statt.

In b-w fortgesetzten Beratung wurde die neubeschlossene Ge- iam1oraav7wt'on lebhaft besprochen. Var allem beschäftigte man lich eingehend _ mit dem inneren Ausbau imb den Satzungen des neuen grauen Studeutenbundes. Die Satzungen lagen bereits in einem Provisorischen Entwurf vor. Der Entwurf würd' einer SatzunaEwmmmwu überwiesen, in die Vertreter der Universitäten Bonn, Bersin, Gottmgen und Marburg, sowie der technischen Hoch­schulen Charlottenburg und Hannover a"wablt wurdmi. Diese Kom­mission 1ofI im Mat anläßlich d?r Schillerfeier in Weimar zuiam- mentreten. Zum Vvrart des neugegründeten 1. Deutschen Studentenbmwes wurde Marburg gewählt, zum stellvertreten­den Vorort Stuttgart. ..ach Erledigung dieser Fragen wurden die Verhandlungen aba^imh 'mrf Montag vertagt.

Der Festkommers.

Für den Samsiag abend war in dem LokalZur Erholung" efrt Festkommers anaesetzt. Unter den Anwesenden bemerkten wir u. ff. die beiden Bürgermeister der Stadt Eisenach, Schmi"der und Tr. Bräcklein,ferner, Professors!, Thümmel-Iena. Leh- mann-Leipz'g Ed Fler-Epenacht Nach Absingen mehrerer Knsip- lleder ergriff der Vräies, -.-tud Schulinos-Jena das Wort yt Tolgenver Begrüßungsansprache:

Aus allen Teilew des deutschen Reiches hat die Studenten­schaft ihre Vertreter nach Eisenach entsandt, um einen Beweis davon zu geben, daß sie bereit ist, einzutreten für deuffche M-e istesfreibeit. So wollen wir auch an dem heutigen Tage in erfter Linie uns auf unser Deutschtum besinnen und desien einaedenk fein, das; wir in erster Linie deutsche Patrio­ten sind. Deshalb gedenken wir zuerst des Kaisers und des Großherzogs und wir gestatten uns, ihnen unsere .Huldiginig dar- zubringen in Gestalt eines donnernden Salamanders." (Beifall.)

Nachdem die Gäste begrüßt waren, ergriff Stud. Zimmer- Mann-Hannover das Wort zur ost von stürmischen Beifall unterbrochenen

Festrede:

Mitten fit dem Parteigewühl, dem Klassengezänk unserer Tage, leuchtete heute hier an dieser denkwürdigen Stätte,, von der vor fast 300 Fahren wie auch vor 100 'Jahren durchgreifende Bewegungen deutschester, stetester ^frt ausgeganaeu sind, aus dem trüben dentsich-en Himmel ein Licht^ghs. der die Wollen teilte und Herzm traf, die warm der Moraenröte einer neuen Zeit entgeoeuschlaaen wollen. Hier, wo fast vor 100, Jahren die dnitsch" Burfhenschgst in ungewisse'- Hoffnung bess-wer Zukunft ihre Liebe und ihr Herz mtf den Mar eines geträumten deut­schen Vaterlandes brachte, und in weihevoller Beaeisterung sich erhob gegen das Tvranuentum politischer Dunkelmänner, wollen wir heute die deutsch« Studentenschaft cmfebeit als einen der ersten T^ä^er gesundei>er deutscher Art und Sitte (lebhafter Bei­fall). D^^ deutsche S^odeutirm ist zu einer inneren Einheit uowvrdeu. cut Tnter"ss^no"m«''nschall. derm charakteristische Eiaenart sich n^t nur a-"s die G-chamcheit, sondern auf jeden einzelnen nach freier Erwählung übertragen hat. Trotz aller trenn"nd-n G-orniatze ist das deutsch" ^tildenteut"m durchdrungen von dem Geist der Zusammenaebori^^if in großen Fragen, von d-m Geist der Einstsit. die d;.-> Grundbedingima ffir ieden Erfolg ist, von dem starken Bew'Etstio, twß wir mit unserer ganzen N^rsn^si^,k»if eintreten müsi^u si'st dw''. was wir als wahr, groß und frei erkannt haben. (Beifall.) Eins aber basiert vor allem auf bi ei en Grundsäken. für uns Studenten das heiligste Gut. die altvererbte, imerschütterliche akademische Freiheit. Keine Verschleierima unserer Gesinnung, Freimut und Offenheit in allen unseren Taten, wäunlick>r Stolz sollen die Briuzivien sein, mit denen wir der Welt die Stirn bieten und mit unseren Angelegenheiten an die Bebärden herantreten, unser Weg gebt aerad-au'. ungebeuat bormärts auf hem Weg, auf dem uns die Freiheit voranollt. (Stürmischer Beifall.) Solange diefer Geist in nnfe^en Herzen flammt, solange noch ein deutsches Lied aus unserer Kehle driuat. solange noch einer unserer Burschen den Schläger zieht, solairge noch deutscher Metb auf unseren Küeiven stießt und deutlwe Freiheit unter uns wähnet, soll uns das nie genommen werden, um das die Studentenschaften von Marburg. Ebarlottenburg. Braunschweig und besonders Han­nover so lfiß aestritten haben, unsere akademische Freiheit. (Ton- nenrber Beifall.)

Im Namen der Gaste dankte Oberhürgenueist^r Schmieder- Eifenach fi'ir die frennbfi-me Begrüßung. Sie haben vorhin ge­sungen: ..Die Philister iinb uns gewogen zumeist". Nun, in wogen. ^Beifall.) Auf Flwem Pragramm haben Sie als Haupt­punkt die akadeniische Freiheit. Das ist ein Begriff, der man­chem, der ihn kennen lernen sollte, uichst hekmrnt ist, (großer Bei­falls ein Begriff aber auch, b~r von denen, die ihn kennen, sehr verschieden . Miniert wird. Mir hat am besten die Desinitton des Herrn Zimmermann vorhin gefallen. (Erneuter Beifall.) Den Gedaillen her, akademischen Freiheit zum Mgemeiuaut wer­den zu lassen, dafür konnten Sie sich keine bessere Stätte aus­suchen als die alte Wartbi"-^stad<- ^Großer Beifall.)

<Schlust fnfrrf )

* Kleine Tvgeschronik. In Planen hat der Zauberkünstler Boni na ferne frühere Ga ttin, als sie sich weigerte, zu ibm znrückznkehren, erschossen und' danM Selbstmord verübt. In der Grube zu Liwonpia in Wales fand eine schwere Explosion statt, wodurch an hundert Arb e>! t er^e izt g e s ch lo s f en wurden, doch, gelang es, den größten Teil der Esnaeschlossenen rn retten. 17 davon sind schwer verletzt, 20 b is 3 0 dürften tot sein. Mehrere Leielmn wurd^^ Imtfita n^Tinrnnn.

X'nrbrf vtib

GießenerStadtan leibe Bös abg"l^"^--» s*»

liner Stg'dteanleibe-Siibmsis'onsnrma Delbrüek, Leo und Eo. Diese bot sieb nm die Gießener Stadtanleibe beworben und mit ihrer angskündigt, sie würde auch noch einen Mennig mehr Bieren, wenn eine Konkurrenzfirma ein gleich Hobe? Angebot wie sie. nämlich 98,41 °/n, mache. Das war nun zulässig bei einem Konsortium der Fall, das unter der Führung der Darm­städter Bank siebt. Nun hätte Delbrück, Leo und Eo. 98.42 °/A gc boten. Das ganze Ver'gbren schien jedoch der Gießener Stadlver- waltuna wahrscheinlich nicht gerade nobel, sie nahm das Gebot der Darmstädter Bank an und lernte das der Berliner Firma ob.

Zur Laae des K o h l e n m g r k t e s. Besremden bat es erregt, daß ieht schon wieder eine 20 °/0 Betriebseinschrä'ukuna seitens desKohleusnndikgts beschlossen wurde, während man annabm, daß nach Beendiguna des Stre'ks eine Periode der vollen Be- schästiguna der Syndikatszechen gesichert sei. Allem ^lnichein nnch stellt der Beschluß eine Demostration gegen die von der Negierung eingebrachten beiden Bergaesetznovellen dar. Es wird angenommen, daß die Betriebseinscbränknng bis zum l.Iuli in Krast bleiben wird.

Gießen, 11. März. B i e h m a r k t. Bei , dem Markte am 7. und 8. März waren anfaetrieben 1182 Stück Rindvieh und 560 Schweine. Der nächste Markt findet am 21. und 22. März statt, am letzteren Taae auch Vierde- und Krämermarkt.

ko. Frankfurt a. M., 13. März. (Orig.-Telegr. desGießen. Anr.") Amtliche Notierungen der bensiaen Fruchtmarktvre is e. Reizen Mk. 18.5000.00, Kurbesfischer Mk. 18.5000.00, La Blata Mk. 18.5019.50, Kanws "wk. 18.5019.50, Roggen lbiesiaer) Mark 14.5014.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.0018.50, Franken- selderMk.18,2518.50,HgierMk. 14.5015.50,MaisMk. 12.5000.00, Weizenmehl 0 Mk. 26.7527.25, 2. Dualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.7523.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.0023.25,1. Quglität Mk. 19.5020.75, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Roggenkleie Mk. 11.5000.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M.. 6. März. (Telegr. Qrig.-Bericbt des »Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Biehmorkt- vreiie. Zum Verkause standeu - 425 Qchsen, 145 aus Oest­

reich, 36 Bulleu. 13 aus Oestreich, 760 Kühe, Fersen, ©fiere und Rinder. 3 aus Oestreich, 290 Kälber, 195 Schafe und Hammel. 1785 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schgstämmer. Bezahlt wurde für 100Bh,nd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7072 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 6063Mk.: Büsten I.Qunl. 69 bis 71 Mk., 2. Qual. 5557 Mk.: Kühe 1. Qual. 6365 Mk., 2. Qual. 5860 Mk., 3. Qual. 4749 Mk, 4. Qual. 3739 Mk.. 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber: I.Qual. 8082VW., Lebendgewicht 48-50 Pf., 2. Qual. 7377 Big., Lebendgewicht 4146 Pfg., 3. Qual. nO00 Psg., Schlachtgewicht 5860Psg., Schafe: I.Qual. 7274, 2. Qual. 6466 Vfg., 3. Qual. 0000 Vfq.: Schweiue 1. Qual. 6465 Vfg., Lebendgew. 51 Vfa., 2. Qual. 62- 63 Vfg., Lebeudgewichf 5000 Vfg., 3. Qual. 5658 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh schlenpend, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh bei Schweinen nnd Schafen gut, kein Ileberstand.

Gießener lgrndwirtschaftlrcher Wetterdienst.

Vorausfichtttche Witterung in Hessen für Dienstag, den 14. März 1905: Meist trüb, Temperatur nicht peräudert, öfters Regen, im Norden stärker, im Süden geringer.

Näheres durch die Gießener Weft-^karfe.

(driqinal-Draljfmekdrlnqctt.

R.B. Darmstadt, 13. März. (Eigener Draht? bericht.) Tie int Samstag-Abendblatt derFranks. Ztg." ausgut insormierten Kreiseu" verlautbarten Personal­veränderungen werden uns von noch besser infor­

mierter Serbe cllUwilde Komb-in ati on en" bezeichnet) als Vermutungen, denen zur-eit jede positive Unterlage) fehlt. Der Präsident der Qberrechnunaskammer, Lor^ bacher snicht zu verwechseln mit dem Geb. Oberjustizrat; Lorbacher) steht zwar bereits in hohem Alter, er denkt aber vorläufig nicht daran, seinen ^Abschied zu nehmen. Ebenso wird es uns als ausgeschlossen bezeichnet, daß der Geh. .Kabinettsrat Römheld die Msicht hätte, seinen Posten als Vertrauensperson Sr. Kgl. Hoheit des Groß­herzogs auszugeben und in den S-taatsdienst eiuzisiretew^ Ma-n, versteht auch nicht, aus welchem Grunde auf deut Posten des Provinzialdirektors von Ober­st essen ein Personalwechsel sich vollziehen sollte. Geh., Rat Braun hat zwar in seiner dienstlichen Tätigkeit!! ein aroßes Interesse für diese Provinz gezeigt, aber um den Geueralkulturplan für den oberen Vogelsberg durchzu- sühren, braucht man doch nicstt gleich Provinzialdirektor zu sein. Dgß sich Geheimrat Tr. Br ei de rt auf diesem! Posten vorzüglich bewährt bat, beweist seine jüngste Aus­zeichnung. Es ist in eingeweistben Kreisen auch kein höherer Verwaltunasvosten bekannt, für welchen die Person des' Geheimraüsi Tr. Breidert in Betracht komwen könnte. Trotz, aller dieser Erwägungen ist aber nicht ausgeschlossen, daß^ sich im Laufe der Zeit einmul diese oder jene Personal­veränderung in dem von derFrkf. Ztg." angedeutetew' Sinne vollziehen könnte.

Petersburg, 13. März. Die im Hotel Bristol erfolgte Bomben-Erylofion ist nun soweit geklärt, als feststeht, daß die Bombe zweifellos für ein neues Attentat bestimmt war. Wie von informierter Seite verlautet, war der englische Paß des Unbekannten gefälscht. Er ist Russe und Mitolied der Kampfesoraanisaiion, wie aus einzelnen feiner chiffrierten Briese hervorgeht. Man nimmt an, daß die Bombe Trepow galt.

Rewyork, 13. März. Die Millionen-Schwind< lerin Miß Chadwick wurde schuldig befunden, sieben Verstöße gegen das Bankgesetz begangen zu haben. Für jedes Delikt wurde sie zu 2 Jahren Zuchthaus, also zu­sammen zu 14 Jahren Zuchthaus und je 10 000 Doll« Geldstrafe verurteilt.

Vom Kriege.

London, 13. März. Der Berichterstatter be§ Reuterscheir Bureand im Hauvtanartier de8 Generals Kuroki meldet am 9. d. Ms. über Fnsan: General Knropatkin vermochte in Mnkden während des Rückzuges der Armee die Japaner weit von der Eisenbahn abznhalten. Der Rückzng am Schabo wurde sehr gut avSgeführt. Fetzt, wo sich alle rnsüsiben Streitkräfte nördlirb vom Hunho befinden^ scheint es, als ob Knropatkin die Gefahr, umzingelt zn werden, glücklich vermieden habe, fpente durch, brachen wir die rnsfisäien Linien etwa 10 Meilen ost- lich von Mnkden und teilten dadurch Kurovatkins Streitkräfte in zwei Teile. Der einzig mögliche Weg für den Rückzua ist ein weniger als 6 Meilen Breitet Raum zu der Eisenbahn und der Straße, die jetzt ab« geschnitten ist.

London, 13. März.Daily Telegr.* meldet an8 Tokm von gestern: Von den japanischen Armeen hatte die des Gene­rals Oku in den letzten Kämvstn die stärksten Verluste. Sie belaufen sich auf 15 0 0 0 Mann 1Wcr den Verwun, beten befinden sich die Ge'ueralme'vre nnd

I w. b a s ch i.

London, 12. März. Ter int Hauptauartiere des Ge-. uerals Oku befindliche Berichterstatter des Reuierscher^ Bureaus meldet unter dem 11. d. M.: General Oktp und sein Stab rückten heute in Mukden ein. Die^ Armee Okns h<Lt mit 800 Verwundete in den russi-i fchen Hospitälern aefundeu. Bei Beginn d^s Rückruges^ der Russen legten die Chinesen an die Hospitäler und anjj andere Gebäude Feuer.

Petersburg, T2. März. Generaladiutant Kuro- vatkin meldet deut Kcnfer unterm 11. März 10 Uhr 40 Minuten abends: Der Feind griff beute nur die Nach­hut des 3. sibirischen Armeekorps an. Die erste Armee/ die vor den anderen aestaffelt marschiert, fetzt den ck- z u g auf die für crlte Armeen angegebene Stellungen fort. Nach dem heute einge-mnunten Berickit des Kommandeurs'! der 3. Armee befette die Nachhut diefer Armee heute eine Stellung an der Mandarinenstraste, 25 Werst von Tielinll entfernt. Vor der Nachhut zeiaten sich nur kleine seindliche Abteilungen, besonders Kavallerie. Vom Februar bis 11. März einschließlich wurden 1190 verwundete Offi­ziere und 46 391 vertwundete Soldaten ava- cuiert.

Tokio, 12. März. (Reuter.) Die Verfolgung der russischen Heere wird fortgesetzt. Mmt vermutet, daß ein n e u e r K a m v f in der Nähe von Ti e lli n g statthaben! tüirt), wo die Russen den raschen Vormarsch der I'avmier aufzuhalten versuchen werden. Die Japaner stehen bei Tie- lntg. Tie Russen sind augenscheinlich ermüdet und in Unordnung: sie sollen wenig Munition und wenig Lebensmittel haben. Marschall Ovanta! meldet unterm 12. März: Die Russen ließen 26 500 Gefallene. Von uns wurden erobert: 2 Fahnen, etwa 60 Geschütze, 60 000 Gewehre, 150 Munitionswaaen, 1000 Waggons, 200 000 Artillerieaeschosse. 25 Millionen Gewehrvatronen, 15000 Koku Getreide, 55 000 Koku Futter, 45 Meilen Feldeisenbahnschienen. 2000 Pferde, 23 Wagen, in denen sich Karten befanden. 1000 Waoen mit Kleidungs­stücken, 1 Million Rationen Brot, 70 000 Tonnen Brenn­material, 60 Tonnen Heu, eine 'Anzahl Vieh, Zelte, ferner Werkzeuae, Draht. Tf'Tpcrrrrhhmihrnrif-p. Betten usw.

Telephonischer Kursbericht.

3/«°/o Reiohfmnleihe . . 102.15 3n/n do. ... 90.90

Konsolg .... 101.85

3°/n do.....90.60

fiVr.o/0 Hoggon .... 100.80

3V? % Ob^rhpggen . . . 99.70

4 % Oesterr. Goldrente . . 102 50 4'^ Oegterr. Rilbnrrente 101.50 4% Unirar. Goldrento . . 100.30 40/ Italien. Rente , . . 105.50 41 2 % PortuEfieger , . . 68.00 ^0/ Porhi^iegeu.....68.35

1% C. Türken ....

Türkenloge .....134.80

4% Grieoh. ^fonopoL-Anl. 52.00 4'/. % auflsere Arrrenfiner 45.50

R0/n Mexikaner . . Chinesen . , .

Electric. Sohuckeri . . Xordd Lloyd . .

Kredite ktien . . ,

Digkonto-Kommandit. . DarmgfSdter Rank . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgeg Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . .

Gotthardbahn « .. .

Lanrahütte . . » .

Bochum . . . . .

Harp euer.....

Staatsch at zsc.h eine . .

36 00 . 95.55 . 143 00 . 117.50 . 214 70

192 70 . 16360 . 158 80 . 164 25 . 142 00 . 17.60 . 191.25 . 261.10

246.20 . 210 10

Ich bescheinige hiermit, dass Obcnneyers Herba-Seife meinem Gcsichtsaus- schlag, an dem ich Jahre lang auf die unangenehmste Weise litt, nach einigen Wochen vollständig Heilung brachte. Grh.Georn.I.Kl.Krämer, Bnd-Naaheim. Z. h. L a. Apoth., Drog. u. Pari. p. St. 50 Pfg. u. 1 Mk. Obermcyer & Co., Häufln.