Ausgabe 
13.3.1905 Erstes Blatt
 
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Erklärung!

Die unterzeichneten Firmen sehen sich, mit Bezug auf einen Beschluß der Stadtverordneten vom 10. d. M., der auch die Bürgerschaft lebhaft beschäftigt, genötigt, Folgendes öffentlich zu erklären:

Daß der Druck der neuen Schuldverschreibungen an eine außerhalb Hessens ansässige Firma vergeben wurde, muß bei jedem, der über die niemals bestrittene Leistungsfäbigkeit der hiesigen Druckereien unterrichtet ist, Bcsrcmden erregen.

Am 4. d. M. wurden drei hiesige Druckereien von der Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich zur Einreichung von Offerten aufgefordcrt. Diese. Aufforderung verlangte für die Schuldverschreibungen eine schöne Ausführung, für jede der drei Sorten eine andere Farbe. Als Papier sollte ein leichter holzfreier Stoff verwendet werden. Bon der Mitlieferung eines Trockcnstempels war in dem Schreiben nicht die Rede.

In den letzten Jahren haben wir nun die Erfahrung gemacht, daß bei solchen Ausschreibungen das Hauptgewicht auf niedrige Preise gelegt 'wurde. Bei dem Druck der genannten Schuldverschreibungen wurden sogar mit Rücksicht auf geringeren Preis nur zwei, anstatt wie früher drei Druck­farben verwendet. Auf Grund dieser Erfahrungen wurde auch diesmal neu kalkuliert. Der Passus in dem Ausschreiben der Bürgermeisterei, derein qute§, leichtes, holzfreies Papier" verlangte, ließ danach gar keine andere Auffassung zu, als daß ein billiges Papier gewünscht wurde. Trotzdem sind von den. submi'ttierenden hiesigen Firmen, die bie' billigsten Angebote machten, in der besten Absicht tadellose sog. Perwmentpapiere vorgelegt worden. Trotzdem wurde« lein auswärtiges Angebot bevorzugt, das sich im Preise um ca. 300 Mk. höher stellt und eine ganz erheblich bessere Ausstattung voraussetzen müßte, obwohl das aus den eingesandten Mustern keineswegs ersichtlich ist. Diese Vergebung nach außerhalb scheint also ganz unbegreiflich.

Die Begründung seitens der Stadt kann unmöglich als ausreichend hingenommen werden. Sollten wirklich nennenswerte Ausstände an einer stüheren Lieferung vorhanden gewesen sein, so kann es sich doch "nur um Mängel handeln, die bei einer in fliegender Hast herzustellenden Arbeit auch durch die größere Leistungsfähigkeit einer anderen Firma nicht hätten vermieden werden können. Es handelte sich darum, daß bei diesen Drucken die Farbe noch nicht trocken war, als sie sofort nach der Fertigstellung in Benutzung genommen wurden.

Es bleibt demnach kaum etwas anderes übrig, als eilten vollkommenen Akt der Willkür in dem jetzigen Vorgehen der Bürgermeisterei zu erblicken.

Die Einschließung des erwähnten Trockenstenipels in der Lieferung würde nur einen Preisunterschied von ca. 50 Mark gerechtfertigt haben. Die Stadt wirft also ohne stichhaltigen Gründ ca. 300 Mark zum Fenster hinaus, was nicht gerade erfreuliche Schlüsse auf die Gcldwirtschaft der Bürger­meisterei zur Folge haben muß. Die Gießener Industrie mag aber aus diesem Vorfall entnehmen, welche Unterstützung sie bei ihrem Bestreben, sich immer weiter zu entwickeln und gediegenere Leistungen hervor zu bringen, unter Umständen bei der städtischen Verwaltung zu gewärtigen hat.

BrüWsche Universitäts-Buch- und Steindruckerei.

v. MünchoW^sche Hof- und Universitätsdruckerei, i

Mitbürger!

Nachdem die zum Zweck der Errichtung eines Theater- und Saalbaues eingeleitete Geldsammlung so hocherfreuliche Resultate gezeitigt hatte, haben wir der Stadtverord­netenversammlung die Frage vorgelegt, ob sie das ganze Projekt eines Theater- und Saal­baues auszuführen gewillt sei. Die Versammlung hat in ihrer Sitzung vom 10. d. Mts. dies verneint und nur dem Theaterbau allein zugestimmt, dabei aber auch den Wunsch ausgesprochen, daß möglichst die ganze Vausumme durch freiwillige Spenden 'aufgebracht werden möge.

( Mitbürger! Laßt uns versuchen, diesem Wunsche zu entsprechen und ein Werk zu vollenden, das unseren Nachkommen ein leuchtendes Beispiel echten Bürgersinns sein wird.

Wir sind sicher, daß es uns gelingen wird. Denn mit der jetzigen Zahl von bald 400 Zeichnern ist bei Weitem noch nicht der Kreis derer erschöpft, die ein Interesse daran haben, daß die Kunst hier eine würdige Stätte erhält, noch lange nicht erschöpft der Kreis derer, die auch ein geschäftliches Interesse an der Hebung des Verkehrs in unserer Stadt besitzen.

An alle diese, an Hoch und Niedrig, wenden wir un§ mit der Bitte, nunmehr, /nachdem die Entscheidung in der Richtung der Erbauung eines Theaters gefallen ist, mit einer Zeichnung nicht mehr zurückzuhalten und das gemeinnützige Unternehmen durch , einen Beitrag, er sei groß oder klein, zu unterstützen.

Jeder Beitrag ist willkommen. Gebe nur Jeder nach seinen Kräften.

Wir haben im Laden des Herrn Challier am Neuenweg Zeichnungsscheine aufgelegt und ersuchen alle, die noch eine Spende machen wollen, dort einen Zeichnungs­schein entgegen zu nehmen. Ebendort ist noch eine Liste aufgelegt zur Einschreibung für- alle diejenigen, welche gesonnen sind, den gezeichneten Betrag sofort und auf einmal, statt in den vorgesehenen drei Raten, zu entrichten.

! Außerdem nimmt noch jedes andere Komiteemitglied Anmeldungen zu Zeichnungen entgegen. Wünsche wegen mündlicher Rücksprache mit einem Herrn de§ Komitees wolle man durch Postkarte an die Adresse des Komitees gelangen lassen.

Wer geben will, der gebe rasch, denn nur so wird es möglich sein, recht bald mit dem Bau zu beginnen und ihn zu vollenden bis zur Jubelfeier unserer ' Universität. v18/3

M Komitee str AnchiiW eines Theckr- nni> ZMnnes in Gießen.

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Silit Indiiiie Ltütruiav-t mit Inhalt ist am gefingert Sonntag irrtümlich im Hotel Prinz Karl" von jemandem, 1 mitgenommen worden. Rückgabe wird erbeten an die Expedition des Gießener Anzeigers. 1353

MW

DitiiStagAbcllöbciWstl.