gewanderter Arbeiter sind choleraverdächtig erkrankt. In Niederaußmaaß wurde bei einem dreijährigen Kinde, daS verstorben ist, Cholera amtlich festgestcllt. In Kurzebrack sind zwei weitere Kinder deS Fährmannes Beier unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt, ebenso in Jesewitz zwei Kinder einer dort an Cholera verstorbenen Fischerfrau. Bei der seit dein 4. September unter Beobachtung stehenden Buhnenarbeitertochter in Kulm wurden Cholavibrioncn festgestellt.
Wegen Cholcragefahr sind 50 0 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Eisenbahn-Brigade unter Beobachtung gestellt worden. Die Vorsichtsmaßregel hängt mit der Erkrankung eines Pioniers unter cholcravcrdächtigen Erscheinungen zusammen. Zwei Kompagnien der Eisenbahn-Brigade waren nach Thorn dirigiert worden, wo sich der Krankheitsfall ereignete.
Der Ulan Manbreh vom 4. Ulanen-Regiment in Thorn, der mit anderen Ulanen in der Artillerie- Kaserne zu Graudenz cinquartiert war, ist, wie amtlich festgestellt, auch an Cholera erkrankt. In Marienburg wurde ein, in Heubuden zwei neue cholcraverdächtige Fälle fcstgestcllt.
Die „Ostd. Rundschau" meldet über den Stand der Cholera im Brombergcr Bezirk: Erkrankt sind in Czarnikau ein Flößer, in Labischin ein Schifferknecht und ein Fischer. Ferner sind an Cholera gestorben: Ein Eigentümer in Schönlanke und ein Kind des Eigentümers Kroll in Dratzig. Bei zwei Strafgefangenen, einem Weichensteller und einem KanalisationLurbeiter m Gnesen, sowie bei einem Manne in Stieglitz (Kreis Czarnikau), die unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt sind, nnirbc die Cholera nicht fest- gestellt. Endlich ist an Cholera in Brahernünde ein 2 x/2 e jähriges Kind, in Rakel ein Arbeiter, in Usch eine Ortsarme gestorben. Im Regierungsbezirk Bromberg sind bis jetzt im ganzen 33 Fälle vorgekommen, davon sind 18 tätlich verlaufen.
Auf Anordnung beS Ministers hat der Staatskommissar für die Bekämpfung der Cholera int Weichselgebiet angeordnet, daß zur teilweisen Deckung der Kosten für die Ueberwachung de8 Stromverkehrs von Schiffern und Flößern bei Heber» schreitung der Grenze in Schillno eine Gebühr erhoben werde.
In einem Gasthause in Soldau (Ostpr.) ist ein Reisender und in Pictupönen bei Tilsit ein Arbeiter unter cholera- verdächtigen Erscheinungen erkrankt.
9(ii§ Berlin wird gemeldet: Unter choleraverdächtigen Umständen ist ein Arbeiter aus dem Vororte Lichtenberg erkrankt und nach der Cholera-Baracke in Moabit überführt worden.
Aus dem Regierungsbezirk Frankfurt a. O. wird gemeldet, daß sich die Zahl der an Cholera Erkrankten um zwei vermehrt hat. Es handelt sich um einen Flößer in ChristianSau und einen Fall in Groß-Giesenau.
AuS Hamburg wird mitgeteilt, daß weitere Cholera- Erkrankungen dort nicht vorgekommen sind. Die im Kranken- bause noch in Behandlung befindliche Cholerakranke geht der Genesung entgegen.
Im Dorfe Wysock (Polen) ist ein Flößer an Cholera erkrankt, der auS Preußen zurückgekehrt war und gestorben. Kurz darauf erkrankten viele Bewohner des Dorfes ebenfalls an Cholera, von denen 8 der Seuche erlagen.
Aus StuSk and Kau-.
Gießen, 12. September.
** Personalien G: .K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Paul zu Lingelbach die evangelische Pfarrstelle zu Seligenstadt übertragen. — Bestätigt wurde der von dem Grafen zu Erbach-Erbach auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschulc zu Ebersberg, im Kreise Erbach, präsentierte Schulamtsaspirant Krapp aus Langstadt, im Kreise Dieburg, für diese Stelle. — Ucbcrtragen wurde dem Schullehrer- Weiß zu Klein-Gerau eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Groß-Gerau; den Schulamtsaspiranten Lemb auS Klein-Winternheim und Zahn aus LonSheim Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Bürstadt. — In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Post zu Salzschlirf.
•* S. K. H. der Groß Herzog wird Ende dieses ober Anfang nächsten Monats im Schlosse zu Romrod Wohnung nehmen und in seinen ausgedehnten Waldungen Jagden veranstalten, an denen auch hohe Gäste und Fürstlichkeiten teil» nehmen werden.
' Kunst verein für das G ro ßhe rz o gtu m Hessen. Der Rechenschafts-Bericht des Ausschrisscs deS Kunstvereins für das Jahr 1904 erwähnt, daß die Gesamtzahl der ausgestellten Kunstwerke 808 Oelgemälde, 79 Aquarelle und Pastelle, 133 Zeichnungen :c., 67 Radierungen re. und 26 Werke der Plastik betrug. In Gießen waren ausgestellt: 516 Oelgemälde, 74 Aquarelle und Pastelle, 17 Temperagemälde, 95 Zeichnungen, Lithographien?c., 3 Werke der Plastik. — Zum VereinSblatt für 1904 wurde die Radierung „Schwerer Dienst" von Professor Philivp Franck gewählt und satzungSgemäß an die außerhalb Darmstadts wohnenden Mitglieder deS Kunstvereins verteilt. — Der Voranschlag für daS Jahr 1905 verzeichnet in Einnahmen und Ausgaben 17 700 Mk.
•• Das Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche des Großherzogtums Hessen enthält in der Rr. 11 ein Ausschreiben des Großh. Oberkonsistoriums an die evangelischen Dekane und Pfarrämter vorn 12. August 1905, worin die Aufmerksamkeit der Geistlichen auf die Fürsorge a rb eit an entlassenen Gefangenen gelenkt wird und ihnen besondere Anleitungen in dieser Beziehung gegeben werden.
** Bayern und die hessischen Landarmen- ocrbände. Das Königreich Bayern nimmt bekanntlich seit dem Jahre 1871 insofern eine 'Ausnahmestellung ein, als cs Personen uichtbaycrischer Herkunft die Erwerbung des Unterstützungswohnsitzes versagt. Infolgedessen werden alljährlich zahlreiche Personett aus Bayern ausgewicsett und den hessischen Lattdarmenverbänden überwiesen, auch wenn sie in Hessen keinen Unter st ützungS Wohnsitz besaßen- Rach dem Gothaer Vertrag haben dann die Grenzkreise die Armenunterstützung zu leisten. Welche Lasten bi? sieben an oder nahe der bayerischen Grenze liegenden Kreise dadurch haben, ergibt sich aus folgenden Zahlen. In den Jahren 1900 bis 1902 betrugen bte Kosten dieser Art im
Kreise Bensheim 5542 Mk., Erbach 5313 Mk., Heppenheim 18 052 Mk., Offenbach 2313 Mk., Dieburg 5600 Mk., Wortns 3007 Mk., A'lzey 1283 Mk., zusammen 41110 Mk., während das Jünere des Landes oder von Preußen begrenzte Kreise zusammen nur 14 606 Mk. aufgebracht haben. Die hessische Regierung plant zur Ausgleichung dieser verhältnismäßig stärkeren Belastung der Grenzkreisc einen Gesetzentwurf, in welchem künftig den betreffenden Kreisen auS Staats- mitteltl die vollen Beträge ersetzt werden sollen, die für aus Bayern übernommene Unterstützungsbedürftige verausgabt würden. Gleichzeitig soll noch eine Ungleichheit ausgeglichen werden. Diese besteht darin, daß diejenigen Kreise, in deren Bezirk eine Irrenanstalt liegt, für Ver- pflegting oder Unterstützung der in der Anstalt ausgcnom- menen oder aus ihr entlassenen Geisteskranken Ausgaben machen müssen, zu deren Erstattung sie nickt verpflichtet wären, wenn sich die Anstalt in einem anderen Bezirke befände, z. V. von Fällen, wenn Geisteskranke, die keinen Untcrstützungswohnsit. haben, während des Aufeu! Halts in der Anstalt hilfsbedürftig würden- Auch für diese Kosten soll nach der Regierungsvorlage^ künftig voller Ersatz aus der Staatskasse geleistet werden.
Bad-Nauheim, 12. Sept. Folgende Unterhaltungen werden in dieser Woche stattfindcn: Dienstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Knr- lapellc. Abends int Saale musikalische Soiree von Solisten der Kurkapelle unter Mittvirkung von Frau Halltvachs-Zerny aus Kassel. Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends int Saale Theater- Vorstellung: „Die versunkene Glocke." Gastspiel von Frl. Lily Doneckcr vom Hostheater in Mannheim. Donnerstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Ktirkapelle. 9(bcnb§ im Saale Tanz. Freitag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Ktirkapelle. Abends im Saale Theater-Vorstellung: „Die große Leidenschaft." Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kttrkapelle. Abends im Saale Theater - Vorstellung: „Telephongehcimnissc." Sonntag bei gutem Wetter abends halb 9 Uhr: Feucrtverk vor der Terrasse und Parkbeleuchtttng.
§ Eschenrod, 9. Sept. Heute ereignete sich hier ein Unfall. Ein Dienstknecht des Gutsbesitzers R. Fischer zu Hof Zwiefalten kam mit einem schwer beladenen Wagen Steinkohlen von Schotten. An einer abschüssigen Stelle der Straße gingen die Pferde durch, tvobei der Ftthrmann unter den Wagen kam und getötet wurde. Matt fand den entseelten Körper an der Straße.
? Vom oberen Vogelsberge, 11. Sept. In einer Forstwartei wurden in diesem Frühjahr ca. 120 hessische Normalmorgcn (meist Oedungen und schlechte Wiesen) mit Fichten aufgeforstet. DaS Gelände wurde fast durchweg von Privaten an den ForstsiSkus zu einem guten Preise verkauft.
Darmstadt, 11. Sept. Von Sr. Königl. Hoheit deut Großhcrzog mar deut Schüler des Großh. Realgymnasiums zu Darmstadt Jakob Kraft in Anerkennung der von ihm mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung dcS Kammachers Friedrich Gaßner zu Babenhausen vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehen worden. Der Direktor der Anstalt überreichte am 7. dS. vor den versammelten Schülern der Klassen Oberprima bis Obertertia dem Dekorierten feierlich die ihm zuerkannte Medaille.
f Bensheim, 10. Sept. S. K. H. Prinz Eitel Friedrich traf heilte nachmittag in Begleitung seines Adjutanten mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge 4 Uhr 6 Min., von Homburg kommend, hier ein und begab sich zum Be- siiche der fürstlichen Familie nach Schönberg. Mit dem Schnellzug 10 Uhr 8 Min., der jedoch eine zirka halbstündige Verspätung von Heidelberg brachte, wurde am 9(benb die Rückreise angetreten. Leider war das Kommen des hohen Gastes vorher nicht bekannt gegeben worden.
d. Mainz, 11. Sept. Gestern nachmittag sprang am Feldbergtor der verheiratete 43jährige Schmied Jos. Nirn es von hier in den Rhein. Einem Arbeiter gelang es, im letzten Moment den Selbstmordkandidaten vom Ertrinken zu retten. Der Lebensmüde, der schon viele Jahre in der Gastell'schen Waggonfabrik in Mombach arbeitete, wurde ins Hospital verbracht; dort erklärte er, er werde sich doch daS Leben nehmen. N. ist mit einer früheren Kellnerin verheiratet und besitzt zwei Kinder. Der lüderliche Lebenswandel seiner Frau veranlaßte ihn, sich von derselben zu trennen, die Kinder sind in seinem Besitz. Am 20. September findet Termin zur Ehescheidung statt. Die [(einen Kinder hatten bisher dem Manne viel Last bereitet; er wurde schließlich zum Trinker. Um seinen Niißlichen Verhältnissen au§ dem Wege zu gehen, faßte er den Entschluß, sich das Leben zu nehmen.
Mainz, 9. Sept. Auf dem Terrain der Mannheimer Zementwerke bei Weisenau wurde vor einiger Zeit ein Amph orenhenkel aufgefunden, der den Stempel der süd- spanischeu Stadt Italica trug. Durch diese Bezeichnung wlirdc der Nachweis erbracht, daß die Weine, die man zur römischen Zeit in Mainz getrunken, zum Teil au§ Spanien kamen. Es ist das der erste Stempel dieser Art in Deutschland. — Seit einiger Zeit machte ein elegant gekleideter Mensch die Stadt unsicher. Er gab sich als ehemaliger Rittmeister aus, der von hiesigen Offizieren Unterstützung bekomme und eine Erbschaft zu erwarten hätte. Ailf diesen Schwindel fielen and) manche herein, die ihm bare Darlehen gaben und Wohnung und Verköstigung auf Kredit gewährten. Als ihm jetzt der Boden zil heiß und die Schulden zu groß geworden waren, brannte er durch und wird jetzt von der Polizei gesucht.
d. Mainz, 12. Sept. Die Beerdigung deS Oberbürgermeisters Dr. Gaßner fand gestern nachmittag unter ungeheurer Beteiligung der gesamten Bevölkerung statt. Dabei hatten Tauseiide und Abertaiisende von Zuschauern die Straßen, die der Leichenzug berührte, dicht besetzt. Bis zii den Toren des Friedhofes hatte die Bevölkerung von Mainz Spalier gebildet. Der Großherzog hatte einen prachtvollen Kranz mit Widmung an der Bahre niederlegen lassen. Voraus dem Leichenzuge gingen fast sämtliche Vereine der Stadt mit ihren Fahnen, wir zählten deren 60. Hinter dem Sarge folgten die beiden Söhne des Verstorbenen und die Verwandten, ihnen folgten Staatsmimster Rolhe, Flügeladjutant Generalmajor v. Wachter, Oberhofiuarschall ü. Westerweller, Dberflallmeiiter v. Riedesel, Ministerialrat Geheimrat
Braun, Geheimerat Freiherr v. Gagern, die Bürgermeistec und Beigeordneten, sowie die Stadtverordneten; von auswärts der Oberbürgermeister von Mannheim, Stadtrat Dr. Flesch-Frankfurt, Bürgermeister Heß-Wiesbaden und der Bürgermeister von Biebrich, Offiziere und zahlreiche Bürger und Beamten. Der städtische Bläserchor spielte einen Trauermarsch, als der Sarg in den Vorhof des Friedhofes getragen wurde; hierauf fang die „Mainzer Liedertafel" „Es ist bestimmt in Gottes Rat" von Mendelssohn, worauf die Einsegnung der Leiche erfolgte. Bürgermeister Dr. Göttelmann widmete bann dem Oberbürgermeister einen tiefempfundenen Nachruf, namens der Bürgermeisterei und der Stadtverordneten legte er zwei mächtige Kränze nieder. Der greife Stadtverordnete und Professor Schlenger sprach sodann mit tränenerstickter Stimme namens der Stadtverordneten, ihm folgte Geheimerat Michel namens der Handelskammer, Provinzialdirektor v. Gagern im Namen des Kreises und der Provinz, Staatsminister Rothe als persönlicher Freund des Verstorbenen, Landgerichtspräsident Dr. Hangen, Finanzrat Walther namens der städtischen Beamten, Oberlehrer Stenner für die Volksschullehrer und Lehrerinnen, Geheimerat Dr. Strecker namens der „Liedertafel", Landtagsabg. Molthan im Namen des Vereins Mainzer Kaufleute, Direktor Prof. Römheld im Namen der höheren Mädchenschule, Bürgermeister Heß-Wies- baben namens biefer Gemeinde, Dr. Flesch namens deS Magistrats Frankfurt und des Verbandes der Gewerbegerichte; es folgten die Innungen, die städtischen Arbeiter, Gescmg- und Turnvereine rc., sie alle legten Kränze unter entsprechenden Widmungsworten nieder. Zum Schluffe trug der Mainzer Sängerbund „Ruhe sanft" von Orth vor, womit die öffentliche Trauerfeier nach zwei Stunden beendet war. Es folgte bann sofort auf dem Friedhöfe die Beisetzung der Leiche. Mainz hat eine derartige Leichenfeier noch niemals gesehen; sie legte aber Zeugnis davon ab, welch großer Beliebtheit sich Oberbürgermeister Dr. Gaßner in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute.
Mombach (bei Mainz), 9. Sept. Gestern mittag ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. In der Wohnung deS Jakob Peitz in der Backmühlstraße sahen die zwei Kinder von 5 unb 3 Jahren ihrer Mutter zu, wie sie Holz zum Trocknen in den Backofen legte. Als die Mutter dann fortging, um ihrem Manne das Essen zu bringen, steckten die Kinder ebenfalls Holz in den Ofen, wodurch sich jedoch ein solcher Qualm entwickelte, daß der 5 Jahre alte Peter den Erstickungstod erlitt. Das andere Kind wurde von Nachbarn gerettet, die durch den Geruch aufmerksam geworden waren. (M. Tgbl.)
Worms, 8. Sept. Die von der hiesigen Stadtver- ordneten-Versammlung vor einigen Monaten getroffene Bestimmung, daß die Stadtkasse bei Minder- und Mittel- begüterten die Kosten der Wohnungs-Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten übernimmt, ist vom Staate genehmigt worden und tritt jetzt in Kraft. Nach dieser neuen Polizeiverordnung können selbst die Steuerpflichtigen 2. Abteilung (Einkommen unter 2600 Mk.) von der Zahlung der Desinfektionskosten befreit werden, wenn besondere Gründe hierfür vorliegen.
Wiesbaden, 11- Sept. Zu dem Ende d. M. hier ftattfinbenben Parteitag ber Freisinnigen Bolk Partei sinb gewählt worben für den Reichswahlkreis A l s f c 1 b - Lauterbach-Schotten als Delegierte Land- tagsabgcorbnctcr unb Rechtsanwalt Reh, Fabrikant K- Borck, als Stellvertreter Fabrikant Karl Walbeck unb Hotelier ©unbrum, sämtlich zu Alsfelb; für ben Reichswahb, kreis A l z e y - B i n g c n Lederhänbler Fritz Wolf-Alzey und, Hanbelskammersynbikus K- W. Mal) in Bingen.
öermifdptes»
* DaS Sanatorium der Millionäre. Eines dec berühmtesten Sanatorien Deutschlands beschäftigt sich sehr erfolgreich mit Entfettungskuren. Das Verfahren kann als ebenso einfach als sinnig bezeichnet werden. Der Leiter dec Kuranstalt, Professor D., berechnet pro Person und Tag 40 Mark. Darüber grämt sich der Patient dermaßen, daß er sichtlich abmagert.
* Familiäres vom Hofe. A.: Sagen Sie mal, ist das wahr, ich habe da gelesen, daß der Kaiser den Fürste» Bülow duzt? — B.: Es muß wohl richtig sein. Neulich traf ich den Reichskanzler, da sah er noch ganz verduzt aus.
* Das neue Palais. Kommerzienrat: Hören Sie mal, Herr Baumeister, Sie haben mir gesagt, Sie werden mir in meine Villa einen Tanzsaal für zweihundert Personen hineinbauen, — nit was ist das für ein Saal — hier können sich doch höchstens dreißig Menschen herumdrehen! — Architekt: Ereifern Sie sich nur nicht! In diesem Saal können sogae bequem fünfhundert Personen tanzen — natürlich nicht auf einmal!
• Ein Schlauberger. Beim Stadtrat ist das Nacht- offen — zwei Bratwürste mit Kartoffeln in der Schale auf* getragen. Während die Frau Rätin noch im Nebenzimmer zu tun hat und ihr Mann eben die Serviette umbindet, kommt die Katze angeschlichen, springt auf den Tisch unb führt eine von den Würsten au5. — Der Rat (vom Stuhl auffahrend): Frau, Frau, die Katz frißt deine Wurst!
* Der Gescheitere. Als der Oberst R. während einer Gefechtsübung, begleitet von seinem Adjutanten, übe: einen schmalen Damm reitet, der durch eine nasse Wiese führt, kommt ihm von der anderen Seite eine Anzahl Kühe entgegen. Die vorderste, ein besonders unvernünftiges Vieh, bleibt wenige Schritte vor ihm, mitten auf dem Wege stehen und scheint entschlossen, den Engpaß wie Leonidas auf alle Fälle zu verteidigen. Kein Zureden, fein Drohen hilft, fein Hirt ist in der Nähe, der helfen fann. Endlich sagt ber Oberst resigniert zu seinem Adjutanten: „Ja, da wird wohl nichts helfen, wir müssen schon fehrt machen und anderwärts durchzufommen versuchen. Der Gescheitere gibt nach I * In diesem Augenblick sehen beide zu ihrem Erstaunen, wie die Kuh kurz fehrt macht und in langen Sätzen, gefolgt von den übrigen, davonläuft.
Klei n e T a q e 8 ch ro n i k. In Nieder-Wiltz (Luxem- bürg) bat ein etwa 1'/, Minuten mährender Wirbelwind furchtbare Verwüstung angerichtet. Die Obsternte ist vernichtet, die Kirche und der größte Teil der Häuser sind beschädigt, zwei Gebäude sind eingestürzt, zwei Personen lebcnsgesährlich verletzt. — Am Samstag nachmittag strandete bei- Dampfet- ..Venizia" an< Bergen bei der Insel F a n o e. Die Besatzung rettete sich in ein Boot, das ober kenterte. Der Kapitän, feine Fran und zehn Manu


