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glieder eine eindrucksvolle Ansprache, worauf in der üblichen Weise die Verpflichtung erfolgte. Nach der Wahl eines 12 - gliedrigen Ausschusses für die Wahlvorschläge beriet die Versammlung über die Aufnahme eines neuen Anlehen, und beschloß, für die Bestreitung besonderer städtischer Auf: gaben, ein Kapital von 6 Millionen Mk., verzinslich zu 3 y2 Prozent, aufzunehmen (Anleihe Lit. M.). Die Til-
'VerQiste zurück. Früh nm Morgen des 10. Januar versuchte der Feind, den Nebel benützend, idas Dors Scrndrose, sieben Werst von der Station Chehe, AU überfallen, wurde aber zurückg e sch Id g cu.
Ein Militärkomplott in Odessa.
Hrivatnachrichten aus Odessa Zufolge haben Geheimagenten Spuren eines Militärkomplotts entbccFt, welches unter den Regimentern des Armeekorps in Odessa veranlaßt. worden ist. Die Soldaten sollten die Führer selbst bezeichnen und alle Offiziere ermorden, welche sich wergmr sollten, mit ihnen zu sympathisieren. Die Führer der Bewegung sind noch nicht entdeckt. Es wurde vorläufig eine Anzahl Unteroffiziere, welche M dem Komplott beteiligt waren, verhaftet. .
aflet, da sie einen festen Wohnsitz nicht nachweisen konnte.
•* Studentenulk. Die Marb urger Studenten
etzten ihren Ulk mit dem bärenlosen Bärenbrunnen gestern, am 12. Januar, dadurch fort, daß sie sich vom Tierhändler Hagenbeck aus Hamburg einen lebendigen Bären kommen ließen und diesen ebenso wie gestern den Sandstein seierlichst durch die Stadt fuhren. Vor dem Brunnenmonument sang man mit Musikbegleitung: „Stuf dem Brunnen sitzt kein Bär, er muß her/ — Dieser Ulk ist wenigstens nicht so kindisch, wie ein Vorkommnis in Friedberg, über das sich ein Einender des dortigen „Oberheff. Anz." mit Recht empört. „Eine Anzahl Studierender des Technikums, so schreibt der Einsender in diesem Blatt, kam am Mittwoch zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags vom Haagk her mit einem offen getragenen Gefäß, das man sonst nur im Schlaszinnner zu sehen gewohnt ist, ließen es sich in verschiedenen Wirt- chaften füllen und tranken daraus, auf dem Fußsteig sich breit machend, während da§ lustwandelnde Publikmn — darunter viele Damen, nichts ahnend, bevor sie dazwischen sich befanden, — sich auf dein Fußsteig erging." Hoffentlich geht der Wunsch des Einsenders, die Polizei möge der Sache nähertreten, in Erfüllung.
R. B. Da rrnstadt, 12. Jan. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer ist seit acht Tagen wieder eifrig mit Etats-Vorberatung beschäftigt, ohne dabei auf erhebliehe Differenzen zu stoßen. In der heutigen Sitzung stand das Kapitel Denkmalspflege zur Beratung, wofür im vorigen Etat nur 16 000 Mk. angefordert waren, während im neuen Haushaltsplan dafür 33 000 Mk. verlangt werden. Der Ausschuß war zuerst geneigt, auch für dies Jahr nur die vorjährige Summe zu bewilligen. Nachdem jedoch Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben eingehend die Anschauung der Regierung und deren Gründe für die Erhöhung der Summe auf 33 000 Mark vorgetragen, stimmte auch die Ausschußmehrheit derselben zu. — In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten erfolgte nach einer Begrüßung der Versammlung durch Oberbürgermeister Morneweg zur ersten Sitzung im neuen Jahre die Einführung und Verpflichtung der neu gewählten Stadtverordneten Malermeister Geißner/Professor Dr. Harnack, Werkführer Häfner, Seilermeister H. Linck, Ingenieur Markwort und Justizrat Schmeel. Der Oberbürger- meifter hielt an die Neueingetretenen und die alten Mit-
Alis ülaftt iiitb Land.
Gießen, den 13. Januar 1905.
** Personalien. S. K H. der tzsioßherrog haben dem Heinrich Freiherrn von Gagern, Kaiserl. Geh. Ober» regierungsrat in Potsdam, das Hosdienstehrenzeichen für 35 Jahre verliehen und den Königl. preuß. Referendar Ludwig Freiherrn von Nordeck zur Rabenau zum Hofjunker ernannt. — Ernannt wurde der Schulverwalter Steinbach zu Bingen zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen, der Schulverwalter Ham- mann zu Offendach zum Lehrer an der Oberrealschule zu pfsenbach, beide unter Belassung in der Kategorie der Volks- schullehrer.
•* Der verhaftete Hudde wird, wie mir aus sicherer Quelle hören, im Lause des morgigen Tages in d«S hiesige Provinzialarresthaus ein» geliefert «erden.
- Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. {Sie bereit? durch Inserat bekannt gegeben wurde, wird Herr Rudolf Zabel-Dresden beute abend 9^Uhr in der Gesell-
gung der Schuld soll ab 1. September 1907 mit 1 Prozent pro Jahr innerhalb 44 Jahren erfolgen.
Büdingen, 12. Jan. Gestern erstickte das zweijährige Kind des Glasmachers Hinfesee. Die Mutter hatte das Kind allein in der Wohnung zurückgelassen und einen nassen Strohsack an den Ofen zum Trocknen gestellt. Das Stroh fing Feuer und der entstandene Qualm tötete das Kind.
y. Ortenberg, 12. Jan. Die Kanalisation der Hauptstraßen unseres Städtchens ist nun beschlossene Sache. Die Kosten werben sich auf ca. 10 000 Mk. belaufen. Mit den Arbeiten soll im Frühjahre 1905 begonnen werden.
-j- Krofdorf, 12. Jan. Hier feierten Hauvtlehrer
Weraaröeiter-Acwegung.
Am Donnerstag nachmittag streikten bereits nahezu ^0000 Arbeiter, nach anderen Meldungen sogar 8o 000, auf 70 Zechen. Die am 12. d. MtS. in Esjen abgehaltene Delegierten - Versammlung der Bergarbeiter beschloß, sofort die Forderungen der Berg- arbeiter zu formulieren und dem Verein für die bergbaulichen Interessen des Oberbergamtsbezirkv Dortmund zu überreichen mit dem Ersuchen, am 16. Januar mittags der Kommission eine Antwort zu erteilen. Falls eine ablehnende Antwort erfolgt, wird am 17. Januar die ganze Arbeiterschaft in den Au s - stand treten. Für den 16. Januar ist eine nochmalige Kommissionssitzung beschlossen. Eine einstimmig angenommene Resolution „verurteilt entschieden das disziplinlose Vorgehen der Belegschaften, welche ohne Rücksprache mit der Organisation und ohne Forderungen aufzustellen, in den Ausstand getreten sind. Eine Bergarbeiterbewegung kann nur dann glücklich zu Ende geführt werden, wenn eiserne Disziplin herrscht. In Anbetracht der Ausdehnung, die der Ausstand bereits erreicht hat, wäre eine Aufforderung zur Wiederaufnahme der Arbeit an die Streikenden nur eine Ursache weiterer Verschlechterung ihrer Lage und würde Maßregelungen in weitem Umfange Hervorrufen. Die Konferenz ersucht die bereits streikenden Belegschaften, weiter zu streiken. Jedoch darf zunächst keine Belegschaft neu in den Streik eintreten."
9hm liegt also die Entscheidung in den Händen des Vereins für bergbauliche Interessen. Ihr sieht man mit der größten Spannung entgegen. Wie wird sie ausfallen? Bekannt ist, daß die großen Kohlenlager im Ruhrgebiete unmäßig überfüllt sind. Die durchschnittlich milde Witterung diese? Winters hak den Absatz wohl geringer gestaltet als angenommen wurde. Darum ist nicht zu leugnen, daß der Streik den Zechenverwaltungen diesmal am wenigsten ungelegen ae- kommen ist. Denn der Arbeiterausstand tragt dazu bei, die großen Lager zu räumen. Die Verwaltungen werden also wohl kaum sehr geneigt sein, den Arbeitern entgegenzukommen. Das Nachsehen werden, neben den hauptsächlich leidtragenden Arbeitern und ihren Familien, die bei dem Streik keine Vorteile er- ' ringen können, die Konsumenten haben, denn die i Kohlenpr/eise werden nun ganz immens in die Höhe getrieben werden. Wenn es dem Dortmunder Oberbergamt nicht gelingt, beide Teile bis zum 16. d. M. zu versöhnen, dann werden die Schädigungen, die alle Koblenverbraucher zu erwarten haben, unerme6Iiii)i werben.
Folgendes sind die von den Vertretern der Arbeiter- schäft nunmehr aufgestellten Forderungen:
1 Neunstündige Arbeitszeit einschließlich Ein- und Ausfahrt für 1905; 2. achteinhalbstündige Arbeitszeit einschließlich Ein- und Ausfahrt für 1906; 3. Verbot des Wagennüllens und Berechnung der Wagen nach Gewicht; 4. Bezahlung der Belegschaft durch den Wagen Kontrolleur ; 5. Minimallohn von 5 Mk. vor der Kohle, 3.80 Mk. für Schlepper, drei für Bremser und Pferdetreiber; 6. Schaffung von Arbeiterausschüssen; 7. Ueberlassung der Deputatkohlen zum Selbstkostenpreis; 8. Reform des Knappschaftswesens nach dem Programm der Arbeiterorganisationen; 9. Unterlassung von Abzügen, Strafen und Maßregelungen infolge des Streiks; 10. das Oberbergamt möge als Einigung samt fungieren.
In Essen erklärte Bergmerster Engel, daß die Zechen- besitzer unter keinen Umstünden nachgeben würden,^ selb st wenn der Ausstano Monate lang dauern sollte. Die Forderungen der Arbeiter feiert unerfüllbar.
Auf den Zechen „Scharnhorst", „Preußen 1", „Gnei- senau", „Vollmond", „Neu-Iserlohn 1" und „Neu-Jser-^ lohn 2" veröffentlicht die Har pener Bergbau-Äk- tiengesells chaft folgenden Anschlag:
„Alle diejenigen Arbeiter, welche trotz der Aufforderung, die Arbeit wieder aufzunehmen, heute am dritten Tage bei oer Arbeitsverweigerung beharren, gelten als entlass en. Ihre Namen sind in der Arbeitsliste gestrichen worden gemäß § 3 des Arbeitsvertrags. Zugleich ist denjenigen Arbeitern, welche in Zechen-« Häusern wohnen, die Wohnung zum 1. Februar gekündigt."
Zwei Extrazüge mit berittenen Kend armen aus den östlichen Provinzen trafen in Dortmund ein. Sie sollen den Arbeitswilligen Schutz gewähren. Der Bürgermeister von Hörde vereidete eine große Zahl Krieger v er ein! er als Sch u tz m an n s ch aften. Den Bergschülern ist Lei Strafe der Entlassung von der Schule die Beteiligung am Streik untersagt. Als Folge des Streikes planen Hüttenwerke Ar b e i t s ein st e l lun g.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
2. Sonntag nach Epiphanias, den 15. Januar 190b. Gottesdienst. In der Stadtkirche.
Vormittags O1/^ Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthausgemeinde. Pfarrer D. Schlosse r.
Abends 5 Uhr: Professor Dr. Drews. 7 H
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthausgemeuwe.
Montag, den 16. Januar, abends 8 Uhr: Vereiniauna der konfirmierten weiblichen Jugend der Matt ha u ‘'qTmetnb c
Dienstag, den 17. Januar, abends 6 Uhr- Z^niauna der konsirmrerten werblichen Jugend der M a r e u s g e m e i °
Donnerstag, den 19. Januar, abends 8 Übr i,n saal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Psalm 127. 3 ' -Matthaus
______ Pfarrer v. Schlosser.
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qemeinbem'ttaS§ U Kindcrgott-sdienft sür die Johannes.
Abends 5 Uhr: Siehe Stabttirrf^'avraff,ften‘ ^"lz. besnrechnna? ® ^nfirmanden,aal: Versammlung und Bibel- i.n K^strmandensaa^de?Jöhmn>°ski!che.® $ibcIftunbc
Katholische Gemeinde!""^"' ®'*::‘’’
Nachmittags um 5 in?,.' ,^n ,14- 3 " nnar 1905.
5 ht.'Beicht' 8 Gelegenheit zur
Vormittags non 6'/ • ......
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Vrnderlchajts-Slndacht. " c)tc> daraus sakramentalijch-
schast für Erd- und Völkerkunde über .Japan und Korea ur Kriegszeit- sprechen und seinen Vortragdurch bilder illustrieren. Der Reisende, Herr Zabel, hat noch während des japanisch-russischen Krieges Japan und Korea wiederholt besucht und Studien über Land und Leu -, gemacht. Seine Erfahrungen wird er in einem Buche "'ederlegen, und er ist daher, wie kein anderer, berufen, uns au den Schau plak dieser weltbewegenden Tragödie zu versehen. Emzc kalten sind an der Kasie und vorher in der Ricker,chen Buchhandlung zu beziehen, während, für Mitglieder er e,e Last der Eintritt bekanntlich frei ist.
-r. Moderner Dichterabend Der Kaufmann,sehe und der Ortsgewerbeverein Gieben haben sich n i bem neftrinen Abend besonders dadurch ein großes Vetdiensi er worben, das; sie ihre Mitglieder mit der neuesten dramat,,cheu Dichtung Hauptmann's, „Elga", bekannt macht - im Januarheft der „Reuen Rundschau' (Verlag von S Jncher in Berlin) vollständig zum Abdruck gebracht.warde ». Da
nach einer Novelle von Grillparzer gearbeitete Werk .st von zarter Poesie, eine wundervolle Sprache entzückt daß Ohr, diese Vorzüge vermögen aber ^otzdem nicht darüber hinweg- zutäuschen, daß sich die „Elga' auf der Buhne wohl kaum behaupten würde. Herr Fritzschler wurde seiner schweren Ausgabe im ganzen ziemlich gerecht. Er versugt über em klangvolles, ausdauerndes Organ, er sprich lebendig und warm, aber trotzdem ist er noch kein mustergiltiger Rezitator. Die Aussprache sowohl wie die Atcmtechmk lmd nicht immer einroanbfret, und wenn Herr F. auch em guter Schauspieler sein mag, zum Rezitator, der seine Bilder uom Podium aus entwickeln soll, fehlt ihm doch der unbedingt notwendige Nuaneenreichtum der Sprache. Auch die Gedichte von Otto Erich Hartleben, Otto Ernst u. s. w.^wurden m ihrer Wirkung durch den gleichmäßig singenden Tonfall manchmal etwas beeinträchtigt, während die heiteren Sachen von Rudolf Presber (,©§ waren drei junge Leute" und „Koiiimerzlen- ratS in der Loge") und besonders die allerliebsten Gedichte aus Wilh. Busch's ,Zu guter Letzt" ganz gelungen gebracht wurden und ungeteilten Beifall fanden.
•• Besitzwechsel. Das H. Benner'sche Besitztum m der Hammstraße 10 a und 11 ging für den Preis von 40 000 Mk. an Joh. Sieck in Gießen über.
•* Diebstahl. Auf der Straße vor einer hiesigen ßigarrenfabrif fanden sich gestern morgen einige aus der Fabrik stammende Tabaksblätter. Dieser Fund veranlaßte den Fabrikanten und den Werkführer, am Abend ein be- onderes Augenmerk auf die Arbeiterinnen zu haben. Sie bemerkten nun, daß eine Arbeiterin Tabaksblätter unter ihrer Schürze verschwinden ließ und erstatteten Anzeige bei der Polizei. Bei Feierabend, als die Person die Fabrik verlaßen wollte, unterzog man sie einer Durchsuchung und fand, unter die Schürze gebunden, einen Kopfkiffenbezug, in dem ein Quantum Tabak sich vorfand. Die Arbeiterin wurde ver-
Weil und Frau am 11. b. Mts. ihre silberne Hoch. e i t. Die Gemeind- lies; den Indilaren em Ehrend.plom Überreichen, von Pfarrer Knieper wnrdc ihm Bibel und Ehe- jubiläumSmedaillc eingehändigt. Weil hat erst am 1. D»obc 1902 fein Lehramt niedergelegt, das er 54 Jahre lang hier verwaltet hat. Auch sein Vater war nahezu 50 Jahre lang als Lehrer hier tätig. _
KenÄtslaal.
Gießen, 13. Jan. Die S t r af ka m m er hatte sich hQlte mit der Sache gegen den Schneider Johannes B. von A^aer.poch zu befassen. Bei B. wurde im Dezember v. I- eine dsandung vollzogen, über die er sehr erbost war Er rrß das Pftndzncheir ab und warf cd u^nter Sckstmpfen, Schreren und -^ohm denr Beamten vor die Füße und verfolgte ihn schrerend mif die S^ram Das Schöffengericht Lauterbach vcrurtellte rtzn-u a Wochen w fängnis und 1 Tag Haft. Gegen dieses Uttell erlwb er rufung, der sich die Staatsanwaltschaft anschloß. S geriet,t hielt fcHc vom Schöffengericht erkamtte Strafe nicht für ausreichend und erhöhte sie auf 2 Monate. -- Peter O. aus Alzenau, ein mehrfach beftraster Knecht, U Bürstadt und Dvttelweil, wo er in Arbeit stand, seinen M: knechten Geld und Kleidungsstücke entweildet, womit er sich heimlich entfernte, pa die ftüHeren Strafen nichts fruchteten, Inelt das Gericht emc erhebliche Strafe am Platze, die mit 2 Jahren Gefängnis bemessen wurde Mit Rücksicht auf die ehrlose Gesinnung, die m dein Bestehlen armer Mitknechte erblickt wurde, erschren es auch gerechtfertigt, aus Äbsvrechung der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen — Gegen den früheren Studenten Auguw Sp hier ist Anklage wegen Urkundenfälschung erhoben. Er ist geständig, auf Osirnnd eines von ihm g e f ä 1 s ch t e n B u r g- scheins von der Universitäts-Bibliochek Bucher entliehen zu haben. Das Gericht hielt hierfür eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen am Platze, die durch die erlittene Untersuchungshaff als verbüßt zu erachten ist. Von der Anklage des Betrugs zum Nachteil eines hiesigen Kellners erfolgte Freilvruch. — Gm roher und gewalttätiger Mensch wurde in der Person des Johann A. aus Offenbach vorgefühtt. Er ist angeklagt, einen nut ihm reffenden Handwerksburschen dermaßen mißhandelt zu haben, daß er deii Verlust von Zähnen zu beklagen hatte. Dre wither wegen vieler Rohheitsdelikte ergangenen Sttafen zog das GericM straserhohend in Betracht und verurteilte A. zu 3 Jahren und H ^onfltrn Gefängnis,
Handel und Verkehr. Volkswittschast.
Märkte.
th. Gießen, 12. Jan. Der dieswochige V i e h m a r k t war als der erste im Jahr verhältnismäßig gut mit Vorrat versehen, auch fehlte es nicht an Käufern, wenn auch einzelne größere Kunden, welche besonders das Milchviehgeschäst beeinflussen, dem Markt rent geblieben waren. Der Vorrat bestand in 850—900 2tucf Großvieh, ca. 150 Kälbern nnd 150 Schweinen. Der Handel in Milchware setzte ansänglich sehr langsam ein, wohl weil die verlangten Preise für frischmelkende Kühe recht hoch waren und sich auch während des Marktes höher hielten als bei den letzten Märkten. Der $runb lag darin, daß das aus Preußen zum R!arkt bestimmte Vieh nicht 'in die Ställe eingestellt werden durste, ohne eine vorherige Ouarantäne durchzumachen. Der direkte Austrieb auf den Markt war zwar gestattet, und so langten am Markttage größere Transporte von Kühen mit der.Eisenbahn und von Rodheim hier an, an toddiem Otte das Vieh vorher eingestellt worden war. Gegrn die Mitte des Marktes kmn jedoch Bewegung in das Geschäft trotz der hohen Preise, die für. Milchkühe gezahlt Iverdcn mußten. Auch der Haudel in Fettvieh war recht gut, da Käufer aus der Wetterau mtb dem Lahntal Bedarf zeigten und flott zugriffen sodaß die Preffe für diese Viehsorte gegen die letzten Märftc etwas anzogen. Das Kälbergeschäft zeigte bei guten Preisen ein überaus lebhaftes Blld. Unsere heimischen Metzger, die am Markt waren, nahmen davon Abstand, ihren Bedarf zu decken nack)bem sie sahen, wie die Ein- fäufer für Wiesbaden und Franksutt a. M. sich gegenseitig gute Kälber teuer machten. Das Geschäft in Fahrvieh hatte, da mir etwa 12 Paar Gangochsen am Markt waren, keine Bedeuttmg. Der Schweinehandel zeigte ebenfalls kein rechtes Leben. Selbst der kleine Vorrat konnte es nicht fettig bringen, daß die niedrigen Preise, welche für Ferkel und Läufer an den letzten Märkten bezahl wuttden, nach oben hin anzogen. Es wurde bezahlt: Pro Stück Kühe, ftischmelkend und tragenb 1. Qual. 450—500 Mk. (einzelne sehr gute Stucke bis 530 Mk.), 2. Qual. 375—430 Mark, 3. Qual. 300—350 Mk. Mmelkkuhe, die nur in kleiner Anzahl vorhanden roaren, waren wieder nur sehr schwer anzubringen. Fettvieh wurde verkauft der Zcntuer SckKack>tgewicht: Rinder 1. Qual. 68—70 Mk., 2. Qual. 63—65 Mk., junge Kühe 1. Qua!. 65—67 Mk., 2. Qual. 62—64 Mk., Kälber 1. Sorte (über 50 Pfund schwer) 69—75 Mk., 2. Sorte (zwischen 40—50 Pfund wiegend' 60—66 Mk., 3. Sötte (leichtere Tiere) 55—58 Mark. Fahrvieh ivurde je nach Güte pro Paar mit 650—750 Mk. abgesetzt. Die Schweinepreise blieben dieselben wie am Dezembermarkt. Alle Viehsotten wurden bis auf wenige geringwertig« Stücke ticrfaiift. Nächste Markttage am 24. rrnd 25. Januar d. I.
fc. Frankfurt a. M., 13. Jan. (Orig.-Telegr. des ^Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a r f f. Zum Verkauf standcu 499 Schweine. Schweine: 1. Qualität 59—60 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 2. Qual. 58—00 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qualität 52—54 Psq., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gedrückt fein lleberstcmd.


