Ausgabe 
13.1.1905 Erstes Blatt
 
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Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 14. Januar 1905: Meist beiter, etwas kälter, besonders nachts. Vor- übergehend leichter Frost,

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.____________

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben nnberücksichtigt.)

K. in Vg. Haben Sie die Güte diese Artikel an die Darm­städter Redaktion desGieß. Anz. " , Landwehr- st r a ß e 1, zu senden. Haben Sie ben Artikel in unserer No. 9 gelesen?

Neueste Meldnnaen.

Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers

R. B. Darmsta dt, 13. Ian. (Eigener Draht- bericht.) DerFinanzausschuß der zm e it en Ka mm er genehmigte heute eine Anzahl schriftlicher Ausschußberichte und beriet dann den zweiten Teil des Etats, den Vermögens­teil, der zu Beanstandungen keinen Anlaß bietet. Bezüglich der Forderung für die Vergrößerung der Aula an der Landesuniversitat wurde die Beschlußfassung ausgesetzt. Der Ausschuß will zunächst eine Besichtigung an Ort und Stelle vornehmen.

Kassel, 13. Jan. Ein 15jähriger Tischlerlehrling feuerte auf den Steuerbeamten Heppe fünf Re­volverschüsse ab und verletzte ihn leicht. Das Motiv ist in einer Liebschaft zu der Tochter Heppe's zu suchen.

London, 13. Jan. Ministerpräsident Bal­four hielt gestern in Glasgow eine Rede, in der er be­sonders die Verdienste der Regierung UM! dieArmee-und Flottenr^eform hervorhob. Tic Regierung habe sichl mit der großen militärischen Frage des Reiches beschäftigt. Es handle sich dabei nichi um die Verteidigung Englands. Eine sehr kleine reguläre Armee genüge, zusammen mit

den übrigen Truppen, um die eigentliche Verteidigung Eng­lands, die in der Flotte liege, stark zu Machen. Das wahre Problem liege kirrt der Stelle, wo altern ein Konflikt mit einer großen militärischen Macht möglich sei. Dies Pro­blem sei die Verteidigung Afghanistans. Die Aenderungen, die der Kriegsminister durchgesührt habe, würden England ermöglichen, wirksam in jeden Streit an der Nordweftgrenze Indiens einzugreisen. Durch die von Lord Kotcheners starker Hand in Indien eiügefi'chrte Heeres- organisation habe sich die Leistungsfähigkeit der indischen Atmee als Feldarmee gewaltig ge­hoben. In etwa zwei Jahren werde die englische Armee vollständig mit dem neuen Geschütze ausgerüstet sein und bereits vorher den meisten Nationen in dieser Beziehung voraus sein. Das Geschütz sei besser als das irgend einer anderen Armee. Die englisctje Armee beabsich­tige ein sehr machtvolles Geschütz einzuführen und diesem Geschütz dasselbe Kaliber zu geben Ivie deut der reitenden Artillerie. Es werde außerordentlich interessant sein zu, sehen, ob ftemde Nationen diesem Beispiele folgen werden. Das Ergebnis der Flottenreform sei, daß die K a m p f kra f t der englischen Flotte währestd der ersten 24 Stunden eines Konflikts mit einer fremden Macht verdreifacht werde. Die Gefahr für den Frieden liege immer außerhalb Europas in den großen Regionen, die unter geringer Zivilisation ständen wo die zivilisierten großen Nationen um die Vorherrschaft rängen. Wenn ähnliche Abkommen wie das zwischen Frank­reich und England zwischen allen europäischen Nationen getroffen werden könnten, so könnte die Möglichkeit eines' Konfliktes für völlig beseitigt gelten.

Paris, 13. Jan.Petit Parisien" meldet aus Peters­burg: Das neue Gesetz über die Preßfreiheit dürste große Uebcrraschungen bringen. Es verlautet, daß durch dieses Gesetz die Zensur der Presse noch bedeutend verschärft wird, besonders betreffs der Majestätsbeleidigungen und die Angriffe gegen fremdländische Regierungen. Auch die Forderung der Abschaffung der Zwangseinfülnung der russischen Sprache in Finland dürfe nickt gestellt werden.

Lissabon, 13. Jan. Die herzogliche Familie ConnaugU reiste gestern ab. Ihr Hiersein war von großem Erfolg begleitet. Prinzessin Viktoria wird als zukünftige spanische Königin gefeiert.

Sofia, 13. Jan. Ein hiesiges Blatt will wissen, daß aus dem Palast-Archiv in mysteriöser Weise die Entsagnügs- Urkunde, die in der Nacht des 21. August 1886 vom Fürsten Alexander zu Battenberg, der Gewalt einiger Offiziere ge- horchend, unterzeichnet wurde, abhanden gekommen fei, um demnächst veröffentlicht zu werden.

Petersburg, 12. Jan. Der Kongreß b<rr russi­schen Chirurgen, der gestern zusammengetreten ist, richtete an die Universität Moskau aus Anlaß ihrer bevorstehenden 150. Jahresfeier eine Adresse, in der es heißt:Das Schicksal der Universität ist aufs engste verbunden mit dem allgemeinen Schicksal Rußlands. Die schweren Zeiten würden nicht ewig dauern. Frei- heit des Unterrichts und der wissenschaftlichen Forschungen seien nur möglich, ivenn eine gesunde Rechtsllag-e ge­schaffen sei.

Kiew, 12. Jan. Der hier tagende K var gr e ß der Le hre r der Naturwissenschaften wurde auf Anordnung des Kurators des Lehrbezirks geschlossen. Der Kongreß wollte an dlas russische Volk eine Resolution richten, in der er unter den gegenwärtigen Umständen die Verantwortlich* leit vor der Nation ablehnt für die schwierige Lage der Schule. Der Kongreß richtete ferner an den Minister für Volksaufllärung und an das Ministerkomitee folgendes Telegramm: Die schwierige und anormale Lage, iw der sich die russische Schule und die Lehrer befinden, äst eine Folge dersozialen Orga­nisation des russischeü Staates. Aus dieser Lage kann die Schule nur durch die Durchführung aller Beschlüsse befreit werden, welche die Semstwovertreter auf der Petersburger Konferenz aus arbeiten.

Kalkutta, 13. Jan. (Reuter.) Zwischen dem Fürsten von Gir und dem Fürsten von Nawagai hat ein Kampf begonnen. Letzterer eroberte ein Fort. Eine englische fliegende Kolonne ist von Malakand aufgebrochen, um die Verbindungslinie nach Schiträl zu schützen und möglicherweise den Fürsten von Gir zu unterstützen. (Dieser Kampf dürfte von England angefacht sein, um seine afghanischen Gelüste möglichst bald beftiedigen zu können. D. Red.)

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Herr Karl Trechsier

nach langem, schwerem Leiden im Alter von 30 Jahren sanft entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Eva Trechsler, geb. Bauer, nebst Kinder.

Familie H. Trechsler und Geschwister.

Frau H. Beltoff I1L Wwe.

Frau I. Trechsler, Lich.

Frau A. Bauer, Worms a. Rh.

Gießen, Hammstraße 11, den 13. Januar 1905.

Die Beerdigung findet Sonntag den 15. d. Mts., mittags 1 Uhr, von der

Kapelle des alten Friedhofes aus statt. 266

Danksagung

Wieseck, den 13. Januar 1905.

0196

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen Verluste sagt innigen Dank

Familie Schneider

Gasthaus Germania.

Wieseck, den 13. Januar 1905.

271

Danksagung.

Für die uns so reichlich bewiesene Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Gatten und Vaters sagen wir auf diesem Wege Allen unseren herzlichsten Dank.

Familie Reineke.

Bekanntmachung.

Durch Beschluß des Kreisausschuffes vom 17. Dezember 1904 ist der Johannes Herr Witwe dahier die Erlaubni zur Ausübung des Gewerbes als Gesindevermieterin erteil worden.

Den Gebührentarif derselben bringen wir nachstehend zur öffentlichen Kenntnis:

a. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen .......... Mk. 5._,

b. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts ......... Mk. 7._,

wovon der Dienstbote jeweils 2 Mk. zu entrichten hat.

Gießen, den 12. Januar 1905.

Großherzoglff'w« 'i'oiiieiamt Gießen. Herberg.

Philippsg*emeind.e.

Restaurant Herm. Otto.

SamStag ben 14. Januar 1905, abends 9 Uhr:

Generalversammlung.

Tagesordnung:

1. Betreffs Gründung des Bürgervereins

2. Süd-Westvereins

3. Einberufung einer öffentlichen Versanunlung

4. Verschiedenes. 0207

Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung ersucht um vollzählicheS Erscheinen

Der Vorstand.

Bekanntmachung.

In das Handelsregister, Abt. A, wurde heute einge­tragen die FirmaI. C. Jäger & I. M. Rümpft in Hanau, Zweigniederlassung in Gießen; Inhaber: Heinrich Usener, Architect und Bauunternehmer in Hanau. Dem Kaufmann Theodor Jacoby in Hanau ist Procura erteilt. Bis/t

Gießen, den 10. Jan. 1905.

Großh. Amtsgericht.

Versteigerung.

Samstag deu 14. Jan. 1905, nachm. 2 Uhr, sollen im städt. Pfandlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückständiger Orts­krankenkasse-Beiträge pro Au­gust 04, Berufsgenossenschafts-- beiträge und Jnstallationsgeb. ge­pfändeten Gegenstände als: Kassen» schränke, Kleiderschränke, Sola, Vertikow, Spiegel. Schreibtische, 1 Klavier und 2 Pferde versteigert werden. 169

Gemmeckcr, Pfandmeister.

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Der 263

Gesangverein zu Aersrod

hält Sonntag deu 15. d. Mts. bei Gastwirt Becker ein

T anzvergniigen

ab, wozu freundlichst einladet

Der Vorstand.

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Srkläruug.

Die Aeußerungen, ivck^c ich gegen den Marner Ludwig vil berg 11. in Daubringen getan habe, nehme ich hiermit zurück.

Daubringen, 8. Januar 1905. (dll Heinrich Maudier II.

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