Ausgabe 
12.9.1905 Erstes Blatt
 
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gehalten. Ein solches Wahlrecht, so führte er aus, bilde ein sichere? Mittel, um die Regenerierung der politischen, wirt- chastlichen und sozialen Lage herbeizuführen.Hätten wir .-ine wirtliche Volksvertretiing", fuhr der Minister fort,so würde die klägliche Lage großer Volksmassen im Parlament zur Sprache kommen. Die Volksvertretung würde sich mit der Förderung des Handels und der Industrie befassen, jie würde eine demokratische Grundbesitzpolitik treiben, kurzum das Parlament würde seine Ehre darin suchen, die Wohlfahrt der breiten Volksschichten zu fördern. Da jedoch das Parlament ciu§ dem Kreise einer geringen Zahl von Privilegierten hervorgeht, kümmert es sich nicht um diese hochwichtigen Interessen. Die Erschein u n g n c u e r Elemente imParlament, welche das allgelneine Stimm­recht entsenden wird, wird zugleich neue Ideen in den Vordergrund stellen. Die alten verbrauchten Schlagworte werden in die Rumpelkammer kommen, man wird durch positive segensreiche Arbeit den Beifall der Wählerschaft 311 gewinnen suchen müssen. DaS allgemeine Wahlrecht schließt nicht die Tür vor den nationalen Wünschen und wird für ein segensreiches, erfolgreiches Zusammenwirken von Krone und Nation die feste Grundlage des parlamentarischen Lebens bilden. Das allgemeine Wahlrecht reinigt die politische Moral. Die häßlichen Seclenkäufe müssen aufhören." Der Minister schloß seine sehr beifällig aufgeuommcne Rede mit der Ver­sicherung, er werde im Interesse des allgemeinen Wahlrechts auch fernerhin tätig sein.

Zwischen Gautsch und Fejervary, den beiden Ministerpräsidenten, bestehen indes Gegensätze bezüglich der Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Ungarn. Gautsch hat das Bedenken, diese ungarische Neuerung könnte einen Rückschlag ausüben auf die Radikalen in Oesterreich. Daher bleibt das Programm Fejervarys noch in der Schwebe. Wie der Kaiser entscheiden wird, dafür liegen bis jetzt keine An­haltspunkte vor. Jedoch steht es fest, daß Fejervary auf der Einführung des allgemeinen Wahlrechts bestehen wird. Er hat die inzwischen vom Kronrat beschlossenen Abänderungen des Wahlreformprojektcs dem ungarischen Ministerrat vor­gelegt. Es hängt nun alles davon ab, ob dieser mit den gewünschten Abänderungen einverstanden ist. Der ungarische Ministerrat beschloß daraufhin, weder den Plan betreffend Einführung des allgemeinen Stimmrechts fallen zu lassen, noch an dem Projekte irgendwelche Modisikation vorzunehmen. Das Kabinett Fejervary nimmt daher gegenüber den in Wien geäußerten Wünschen einen vollkommen ablehnenden Standpunkt ei::.__

Uolltischx Tagesschau.

Neue Wege der Ostmarkenpolitik.

Die preußische Regierung wird dem Landtag in der nächsten Session eine Vorlage zugehen lassen über die Neuauffüllung des Ansiedelungsfonds für die Ostmark. Bei der Zusammensetzung des Landtags ist eine Nichtbcwilligung natürlich ausgeschlossen- Man wird wohl sogar der Regierung nahe legen, den Wirkungsbereich der Ansiedelungskommsision auf die Prov. O st Preußen auszudehnen. Es werden derartige Forderungen bereits laut. Obwohl wir keineswegs zum Optimismus neigen, so halten wir doch die Sorge um das Deutschtum in Ostpreußen für gänzlich unbegründet, da es dort kräftig und rege genug ist, sich ohne staat­liche Unterstützung des Polentu ms zu er­wehren- Die Regierung kann also für absehbare Zett sich aus Posen und Westpreußen beschränken, und sie muß es umsomehr, als ihr dort außerhalb des Rahmens der Ansiedelungspolitik noch genug zu tun bleibt. Die Germani- sierung ist bisher zu einseitig auf der agrarischen Richtlinie betrieben worden, sie läßt sich energischer auch auf industriellem Gebiete bewerkstelligen. Die Verbesserung der Wasserstraßen kann hier nur den ersten Schritt in der wirtschastl- Förderung bedeuten. Es wäre z. B. der Anregung der Bromberger Handelskammer Folge zu geben, nämlich die 'Ausschließung der in der Prov. Posen vorhandenen Bodenschätze in die Wege zu leiten durch Vornahme geologischer Arbeiten auf Kosten des Staates. Wo Kohle ist, da ist industrielle Zukunft, und in Posen sind nachgewiesenermaßen zahlreiche Braun­kohlenlager, deren Mbauwürdigkeit nur von Staats wegen sestgcstcllt zu werden braucht, um das Privatkapital zu Unternehmungen zu veranlassen. !Auch sollen im Süd­westen der Provinz Asphalt- und Petroleum­lager vorhanden sein. Die Etatisierung der Kosten für geologische Untersuchungen in der Ostmark erscheint also zum mindesten ebenso geboten, wie die der für den 'An- fiedelungsfonds bestimmten zahlreichen neuen Millionen, über deren Zweckmäßigkeit die Arificbten auseinandergehen.

Zur Ileilchteuerung.

Die ministerielleVerl. Korr." schreibt:

Heber den Umfang, die Ursachen und die Wirk' ungen der an vielen Orten beobachteten Steigerung der Fleisch- Preise, namentlich der des Schweinefleisches, sowie über^die Aus­sichten für die weitere Preisbildung hat das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten die Landwirtschastskammern und die Regierungspräsidenten zum B c r i ch t auf­gefordert. Die Landwirtschaftskammern sollen sich dar­über äußern, ob seit der Viehzählung vom 1. Dezember 1904 ein allgemeiner oder örtlicher Rückgang der Viehhaltung, ins­besondere bei Schweinen, nach Zahl, Gewicht oder sonstiger Be­schaffenheit zu beobachten ist. Ferner soll über die Gründe der Preissteigerung und auch darüber berichtet werden, in wel­chem Verhältnisse die Preise, die für das Vieb am Produktions­orte, für das Vieh auf den Schlachtviehmärkten und für das Fleisch gezahlt werden, gestiegen find. Endlich ist zu erörtern, ob bald ein stärkerer Auftrieb von Schlachtvieh und im Zusammen­hänge damit auch ein Fallen der Preise erwartet werden kann. Dieselben Fragen find den Regierungspräsidenten unter .Hervor­hebung mehrerer Punkte vorgelegt worden, über die sie sich vorzugsweise zu äußern haben. Außerdem sollen sie für 60 ihnen namentlich bezeichnete Städte die Zahl der Schlachtungen in den öffentlichen Schlachthäusern und, soweit dort Schlacht­viehmärkte abgehalten werden, auch die Auftriebszahlen auf diesen Märkten feststellen.

Ferner wird uns aus Berlin geschrieben:

Hat es sich bei dem Vortrag, den Graf Bülow dem Kaiser in Koblenz hielt, um einen Konflikt zwischen dem Reichskanzler-Ministerpräsidenten und dem preußischen L a n d w i r t s ch a f t s m i n i st e r gehandelt, ein Kon­flikt, der durch die Behandlung der Fleischnot-Frage seitens des Herrn v. Podbielski entstanden ist? DieNati onalztg." bemerkt heute abend, nahe genug läge es, einen solchen Konflikt anzunehmen, da Herr v. Podbielski in diesem Falle durchaus einseitig das agrar. Interesse vertrete. Das Organ desBundes per Laiibw.", dieTagesztg.", wittert Morgenluft und hält eine ,,Wan dlung" nicht für unmöglich. Daß Herr v. Pod- hielski selbst eine erneute Erwägung der Oeffnung der holländi­

schen Grenze usw. zugesagt hat, macht dieTagesztg. bedenk­lich. Schon seht bedroht sie die Regierung, falls diese wankend werde und die Erwägungen in entsprechende Maßnahmen umsetze, mit folgenden Worten:Das Vertrauen, das sich wieder einiger­maßen zu festigen begann, würde aufs schwerste erschüttert wer­den". Darauf wird es die Regierung ankommen lassen müßen. Bei vielen Gelegenheiten ist scierlichst das Tischtuch zwischen Agrariern und Regierung zerschnitten und ebenso feierlich durch ein neues erseht worden'

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Sept, lieber Jagdansflüge des Kaisers ist bis jetzt folgendes bestimmt: Zur Teilnahme an der Hofjaad im Blankenburger Revier trifft der Kaiser am 27. Oktober ein. Die Hosjagd in der Letzlinger Heide wird voraussichtlich in der ersten Novemberwoche stattsrnden.

K ö l n, 11. Sept. Gegenüber dem Newporker Telegramm eines Blattes, in dem behauptet wird, Roosevelt habe ein Schreiben an den deutschen Botschafter gerichtet, durch das er erklärt habe, die von Deutschland angebotenen, Zuge­ständnisse seien nicht lgenügend, um die Vereinigten Staaten zum Abschluß eines Handelsvertrages mit Deutschland zu bewegen, geht derKöln. Ztg." folgendes Berliner Telegramm zu: ,

Wie wir zuverlässig erfahren, ist weder etn der­artiges Schreiben des Präsidenten an den deutschen Bot­schafter gerichtet worden, noch trifft zu, daß Deutschland wegen eines Handelsvertrags den Vereinigten Staaten schön bestimmte Vorschläge gemacht habe. Es wird zurzeit eifrig an den Vorbereitungen zu Handels­verträgen gearbeitet.

Die hiesige Kriminalpolizei nahm heute nachmittag den Führer der holländischen revolutionären So­zialdemokratie, Dumela Nieuwenhuis, . est, als er beabsichtigte, den Zug, der in Ehrenbreitstein nach Süden geht, zu benutzen. Nieuwenhuis wollte angeblich nach Marburg fahren.

Südafrika.

Ein Telegramm ans Windhuk meldet: Leutnant Emil v. Apell, geboren am 25. Marz 1878 in Cassel, früher Hufarenregiment Nr. 18, ist am 8. September abends int Biwack nördlich von Gcitsabis am Herz sch läge ge­storben. Auf Lcitungspatrouille zwischen Wasserfall und Uchanaris gefallen: die Reiter Albert Scholl und Boer.

Ein Telegramm des Kommandanten S. M. S.Bussard" vom 9. September ans Dar-es-Salaarn meldet:Leut­nant zur See, Schröder, von Kilwa-Kiwindje zurückgezogen. Lindi-Fluß abgefahren, habe dort Schröder mit 16 Mann znrückgelafsen, in Mikindani ein Deckofsizier und 10 Mann. Am 9. September in Dar-es-Salaam eingetroffen. Paasche ist abgegangen am 30. August von Mohoro mit Teil Marine­detachements und schwarzen Soldaten, zusammen mit Ab­teilung Schutztruppen nach Kotschi. Am 4. September ist Paasche in Mahenge zurückgeblieben, um diesen Platz zu sichern, während die Schutztruppe nach dem Innern weiter- marschiert ist.

Ausland.

Wien, 11. Sept. Wie das Wiener Korr.-Bureau er­fährt, wurden die Minister für Kultus und Unterricht Dr. v. Härtel und Handclsminister Frhr. v. Call auf ihre Bitte unter Verleihung des Großkrenzes des Leopoldordens vom Amte enthoben. Gleichzeitig wurden der Präsi­dent des niederösterrcichischen Landesschulrates Tr. Rich. Bienertb und der Sektionschef im Ministerium des Innern Leopold Graf von Auersperg zu Sektionschefs im Ministerium für Kultus und Unterricht bezw. im Han­delsministerium ernannt und mit der Leitung dieser Mini­sterien betraut. , .

Konstantinopel, 10. Sept. Die auswärts verbret- teten Meldungen, daß in Siwas Armenier ermordet worden seien, und daß m einem Güterzuge unter Me­lonen ein Armenier mit vier Bomben gefunden worden sei, der erklärt habe, daß noch 200 Armenier bereit seien, das Attentat gegen den Sultan zu wiederholen, sind vollkommen unbegründet. Dagegen ist wahr, daß auf einer Station der anatolischen Bahn eine zurückgelassene Bombe gefunden wurde. ____________________________

Trmrkfuchtsbekärnpfmrg.

Zurzeit ist die Alkoholfrage wieder einmal Gegenstand der öffentlichen Erörterung. Ein Großbrauereibesitzer in Schlesien hat in einer vielgelesenen Broschüre den mäßigen Biergenuß verteidigt, dem Wein ist auf dem Deutschen Weinbau-Kongreß in der Pfalz ein begeisterter Für­sprecher erstanden in der Person eines Arztes. Völlige Enthaltsamkeit vom Genuß geistiger Getränke fordert der z. Zt. in Dresden stattfindende Abstinententag, insbe­sondere von den Bemittelten und Gebildeten, die sich zu einer Reform der Geselligkeit auf dem Boden der Abstinenz zusammenfinden sollen. Geheimrat Prof. hm crt forderte dort eine Reform der Geselligkeit und Landrichter Popert- Hamburg eine besondere Gesetzgebung gegen die Trunksucht und die Trinker. In Budapest findet heute die Eröffnung des zehnten internationalen Kongresses gegen den Alkoholismus statt, und es sind dort über tausend Teilnehmer versammelt, darunter 370 ans Deutschland. Gestern hielt dort bereits der ungarländische Bund der Frauenvereine eine Versammlung, in der Miß Gray- London, Pastor Gonser-Berlin (Warum bedürfen wir Männer im Kampfe gegen den Alkobolismus der Frauen?), Fräulein Ottilie Hoffmann-Bremen, Frau Emilie Kattowitz-Wien 2c. Vorträge hielten.

Die auf Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs 'gerichteten Bestrebungen haben zweifellos die Erkenntnis erweitert, daß die Lösung der Alkoholfrage die Lösung eines wesentlichen Teiles der sozialen Frage bedeutet. Leicht ist die Lösung nicht, aber weil heute kein sozial Empfindender vom Kampf gegen den Alkohol-Mißbrauch sich ausschließt, darf ein Erfolg der Aufklärungsarbeit mit Sicherheit erwartet werden. Bereits jetzt ist es mit der Trunksucht in Deutschland besser ge­worden, in anderen Ländern liegen die Dinge in dieser Be­ziehung unbestreitbar schlimmer. Der Sieg des Enthaltsam­keitsgedankens steht freilich auch in Deutschland noch weit im Felde. Aussichtsvoller in der Praxis ist jedenfalls die Befür­wortung der Mäßigkeit, denn im mißbräuchlichen Trinken liegt die Gefahr. Die Regierungen unterstützen die Mäßig­keitsbestrebungen. Sie planen, zwar nicht eine Neuauflage des verunglücktenTrunksuchtsgesetzes", aber sie tun auf dem Ver­waltungswege Schritte. Jetzt sind beispielsweise in der Militärv erwa ltung Erwägungen im Gange, den

Spirituosen-Ausschank in den Kantinen der Kasernen zu verbieten. Neben Bier sollen in Zu­kunft nur alkoholfreie Getränke zum Ausschank kommen. Das würde auch über die Militärdienstzeit der jungen Leute hinaus von Segen sein. So wird dem gefähr­lichen Feinde der Volkswohlfahrt und Volksgesundheit immer mehr Terrain abgewonnen.

In der Schweiz mehren sich seit einiger Zeit die Ver­brechen, die von Absinth-Trinkern begangen werden, in so erschreckender Weise, daß die Behörden von den verschie­densten Seiten gedrängt werden, den Verkauf dieses verderb­lichen Getränks, das man jetzt fast in jedem Dorfladen haben kann, möglichst einzuschränken. So fand letzte Woche u. a. in C 0 mmugny im Kanton Waadt eine Gemeindeversamm­lung statt, die einstimmig zwei Petitionen an den Großen Rat beschloß eine von den Männern, die andere von den Frauen der Gemeinde unterzeichnet, die das unbedingte Verbot des Verkaufs von Absinth auf dem ganzen Gebiet des Kantons Waadt fordern. Ergreifend soll nament­lich die Eingabe der Frauen sein, in der geschildert wird, wie einzelne der Petentinnen wegen ihrer dem Trunk er­gebenen Gatten in steter Todesgefahr schweben. Es steht zu erwarten, daß das Vorgehen der Gemeinde Com- mugny schon bald allenthalben in der Schweiz Nachahmung Inden wird, zumal in der Presse aller Parteien nachdrücklichst auf die Gefahren des Absinth-Genusses bingewiesen und zur Enthaltsamkeit gegenüber diesem unheimlichen Getränke auf­gefordert wird.

Russische Neuigkeiten.

Aus Warschau wird über die Hinrichtung des Sozialisten Kasprzak berichtet: Um 5 Uhr morgens begab sich der Militärgeistliche in die Zelte des zum Tode ^Ver­urteilten, den er trösten wollte; Kusprzak empfing ihn jedoch mit dem Liede von derRoten Fahne". Später kam ein maskierter Henker, der ihm das Totenhemd anlegte und die Hände fesselte. Kasprzak, welchen die IVejährige Kerker- hafi physisch gebrochen hat, sah aus, wie ein Mann von mehr als 60 Jahren, obwohl er erst 46 zählte. Ms er seinen letzten Gang antreten sollte, richtete er sich hoch auf und schritt klaren Auges in ruhiger und kühner Haltung zum Hinrichtungsplatz, der von Militär und Gendarmen umgeben war; beim Besteigen des Galgens stolperte der Verurteilte. Als ihm der .Henker den Sack über den Kopf stülpte, rief Kasprzak mit leiser, aber deutlich vernehmbarer Stimme:Es lebe die Revolution!" Dann ergab er sich ruhig in fein Seyicksal- Der Generalgouverneur Generalleutnant Skalon hatte nicht nur den Verteidiger Kasprzaks, sondern auch dessen Frau und Sohn den Zw- tritt zu ihm verwehrt; es wurde ihm nicht gestattet, von feinen Angehörigen 'Abschied zu nehmen.

Der 19jährige Schuhmacher geselle Ehmiel- nitzki in Warschau wurde wegen Verletzung eines Soldaten durch Messerstiche vom Kriegsgericht zum Tode durch den Sttang verurteilt. Sein Antrag auf Kassation des Urteils,, wurde ab gelehnt.

In Cherson sind vier Sol aten, die ein Attentat auf den Chef des bort gamisonierenden Bataillons verübt hatten und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt wurden, hinge- richtet worden. In Sebastopol wurden die zum Tode verurteilten meuternden Matrosen deS KreuzersVobjedonoszew" Petrow, Titof, Adamenko und Tschemy bereits h i n g e r i d> t c t.

Im Städtchen Dvbrusch, unweit Hörtel, wurde auf das Polizeigebäude, in welchem auch "ber Kveispolizeichefwolmt, von unbekannten Jubividuen eine Bombe geworfe n. Das Ofebäubc ist vollständig zertrümmert. Der Polizeichef und mehrere Polizeibeamte erhielten leichte Verwundungen. Die Täter ent­kamen. *

DieBr. N. N." melden aus Bad Kissing en, bcij Minister Witte Werde im letzten Drittel dieses Monats in einem bärtigen Sanatorium für M agenkranke Aus-, enthalt nehmen.

Aus Atadl uni) Kaub.

Gießen, 12. September 1905.

** Personalien. S .K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer am Realgymnasium, der Oberrealschule und der höheren Handelsschule zu Mainz, Dr. Zulauf, zum Oberlehrer an dem Ostergymnasium zu Mainz, den Ober­lehrer am Gymnasium und der Oberrealschule zu Worms, Pros. Ludwig Dautel, zum Oberlehrer an dem Real- gymnasium, der Oberrealschule und der höheren Handeln schule zu Mainz ernannt.

** Mn Auszeichnungen aus Anlaß der Homburger Kaisertage sind noch u. a. folgende verliehen worden: den Kronenorden 4. Kl. erhielt Rösing er, Garnisonverwal^ ttingsinspettor bei der Garnisonverwaltung in Gießen, Schmidt, Hüttenbeamter in Herborn und Schneider, Militärbausekretär beim Militärbauamt in Mainz, den Roten Adlerorden 4. Kl. Dr. de Bary, Sanitätsrat, in Frankfurt a. M. Drei Mitgliedern der Marburger Uni­versität ist vom Kaiser der Charakter aT§Geh Regierungs­rat" verliehen worden: dem Ordinarius der mittleren und neuren Geschichte Prof. Dr. Frhr. v. d. Ropp, dem ordentl. Professor der alten Geschichte und klassischen Philologie Dr .Niese und dem Ordinarius der deutschen Sprache und Literatur Dr. Vogt, von der Ropp war von 1881 bis 1890 Ordinarius in Gießen-

** Ordensauszeichnungen von Militärper- sonen. S. K. H. der Großherzog haben zum 12. Sept, b. Js. verliehen: das Komturkreuz 2. Klasse des Ludwigs- ordens: dem Generalmajor von Wachter, Generaladjutant S. K. H. des GroßherzogS; das Komturkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem General­major v. Schmidt, Kommandeur der 25. Kav.-Brigade (Großh. Hess.) und dem Generalmajor Freiherrn v. Lede­bur, Kommandeur der 50. Jnf.-Brigade (Großh. Hess.); das Komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Obersten Die klein, Kommandeur des 4. Großh. Jnf.-Regts. (Prinz Karl) Nr. 118 und dem Obersten De in Hard, Kommandeur des 2. Großh. Feldart.-Negts. Nr. 61; das Ehrenkreuz des­selben Ordens: dem Oberstleutnant z. D. Mootz, Komman­deur des Landwehrbezirks Friedberg, dem Oberstleutnant z. D. Naumann, Kommandeur des Landwehrbezirks Mainz, dem Oberstleutnant z. D. v. Mosch, Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen und dem Generaloberarzt Dr. v. Kühlewein, Divisionsarzt der Groß. (25.) Division; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens mit der Krone: dem Major Lang, Abteilungs-Kommandeur im 2. Großh Feldart. - Regt. Nr. 61 und dem Major z. D. Morne- w e g, Bezirksoffizier beim Landwehrbezitt Erbach; das Ritter-