Fleischpreise in Gießen
Getreidepreise in Mannheim
treten.
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Wetter
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4% Oesterr. Goldrente .
4*/5 % Oesterr. Bilberrento
Bed. Himmel
Bew. Himmel
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4%
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3% 3°/
1%
Ochsen
Kälber
Schweine
September
1905.
4
2
4
Lombardei;
Gotthardbahn
Laura hütte
Bochum ,
e
12,8 .14,1
11,5
85
97
96
ßfi.ftO 68.30
90.65
140.20
Höchste Temperatur
Niedrigste „
Unejar. Goldrente Italien. Rente , Portatjieser I Portugiesen. HI UniL Türken
. 68.75 . 97.95 . 137.20 . 137.30 . 213.40 . 195.60 . 152 60 . 167 80 . 173.60 . 144.60 . 21.25
Reiohsanleibe do.
Konsole . do , .
Hessen Oberhessen
iten, die ein Atteria n Bataillons verübt HM rurteilt hnnben, hiu!^ rourben die zum Lk
Preujrö „$obitbon.^r bereits hingeMn Rottel mitte aiiA'A g
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schwarzen Regenschirm und ein mit den Buchstaben ,91. gezeichnetes Taschentuch. Einen Ueberzieher trug Dr. Colli- schonn nicht bei sich. Als Oberlehrer an der Adlerflpch'.schule (an der gleichen Lehranstalt war auch sein Bruder, Dr. Paul Collischon tätig) erfreute sich der Vermißte des besten Rufes. Er ist der Sohn des in Altfrankfurter Kreisen bekannten, vor weniger Zeit verstorbenen Pfarrers Collischonn, der in der Fürstenbergerstraße wohnte, wo auch der Vermißte sein Domizil hatte. Dr. Adolf Collischonn war Reserveoffizier und zwei Jahre zu Studienzwecken in Chile. Nachrichten, die zur Auffindung deS Oberlehrers führen können, bittet man an das Frankfurter Polizeipräsidium gelangen zu lassen.
. 270.50
256.50
. 221.80
. 100 IS
18,9° C.
14,1° ,
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 11. September 1905.
Briefkasten der Redaktion.
lAnonhme Anfragen bleiben nnberncksiibtigtl.
D. M. Ob Sie im Rechte sind und ob deshalb eine Klage Gvfcdq haben wird, können wir nicht io ohne weiteres beurteilen. Wenn wirklich durch Ieuchtiakeit die Tmiqlichfeit der Wohnung zu dem vertragsmäßigen Gebrauche aemindert worden ist, io können sie teilweise Beireinna von der Entrichtung des Mietzinses uer» langen, um dadurch Ersatz ihres Schadens zu erhalten. Vielleicht isi es am besten, wenn Sie sich aus den rückständigen Mietzins verklagen lassen und dann Ihre Behauvtungen einredeweise geltend machen. Im übrigen raten wir Ihnen, sich an einen tüchtigen Anwalt zu wendens da Hier nicht der Raum gn längeren RechtS- aussüHrungen ist. __________
50 Kg. Schlachtgewicht 78-82 Mk.
*/„ Kg. Schlachtgew. 86—90 Pi.
*/' .. 75
Mniversttäts-Hlachrichten.
Unsere Notiz in Nr. 212 ist insofenr richtig zu stellen, als der verstorbene Abg. Liebknecht nicht Gießener Starkenburger war, sondern zuerst dem gegenwärtig susp. Gießener Corps RHeuania, dann der Marburger H a s s o - N a ss o v i a angehörte. Richtig ist, daß Liebknecht bis cm sein Lebensende rm Besitze seines Bandes war.
Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
3V9»/o 3% 3V,% 3°/o 3’/,% 3 7,K
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
•* Die Ueberreichung der Meisterbriefe an 45 Jungmeister — acht Kandidaten hatten die Prüfung nicht bestanden — fand unter zahlreicher Beteiligung am Sonntag im Cafe Ebel statt. Baumeister Traber, der Vorsitzende der Prüfungskommission für Oberhessen, begrüßte die erschienenen Gäste, hob die Bedeutung des Tages hervor, teilte das Ergebnis der Prüfung mit und forderte die Jungmeister zu regem Weiterstreben in ihrem Berufe auf. Regierungsrat Dr. Wagner beglückwünschte die Jungmeister namens der Großh. Negierung; Kommerzienrat Koch überbrachte Glückwünsche der hiesigen Handelskammer. Rockel, der 2. Vorsitzende der Handwerkskammer in Darmstadt, gab den Jungmeistern gute Ratschlage mit auf den Lebensweg. Auch Kommerzienrat Heyligenstaedt, der Vorsitzende des hiesigen Gewerbevereins, richtete zu Herzen gehende Worte an die versammelten Alt- und Jungmeister. Gegen Handschlag empfingen die Jungmeister hierauf von den Herren Dörr, E. Beil und Haubach ihre Meisterbriefe. Seitens der Jungmeister dankte Herr Pirr der Prüfungskommission für ihre große Mühewaltung und den Gästen für ihre Teilnahme an der Feier.
** Diebstahl auf der Bahn. Eine Frauensperson aus der Schweiz, welche sich gestern abend auf der Fahrt von Köln nach hier im Zuge die Reisetasche eines Geschäftsreisenden widerrechtlich angeeignet hatte, wurde hier verhaftet Die Tasche konnte dem Eigentümer mit unversehrtem Inhalt wieder zugestellt werden-
•* Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen Ziehungstage der 5. Klasse der 6. Lotterie fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 16265, die zuletzt mit 25 000 Mk. gezogen wurde; ferner ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 7404, ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 63616, ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 9513, Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 15527 20384 21693 27993 60409, Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 52166 62548 65306 66681 69294, Gewinne von je 300 Mk. auf Nr. 5010 13247 14897 15765 42233 52892 61858 87109 91610
NNE NNE W
kreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Major Kade, Kommandeur des Großh. Train-Bataillons Nr. 18, dem Major Freise, Abteilungs-Kommandeur im 2. Großh. Feldart.- Regt. Nr. 61, dem Hauptmann Freiherrn von Gillern, Kompagniechef im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, dem Rittmeister z. D und Pferde-VormusterungS-Kommissar v. Neufville in Darmstadt, dem Rittmeister Ritter und Edler v. Loeßl, Eskadronchef im 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Negt.) Nr. 24 und dem Hauptmann v. Hahn, Batteriechef im 1. Großh. Feldart.-Negt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps); das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens: dem Oberzahlmeister Finck im 5. Großh. Jnf.-Regt. Nr. 168 und dem Oberleutnant v. Jagemann im 1. Großh. Drag.-Regt. (Gardc- Drag.-Regt.) Nr. 23; daS Silberne Kreuz desselben Ordens: dem Vizefeldwebel Gunkel und dem Vizefeldwebel Volk im 1. Großh. Inf.- (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, dem Vizc- feldwebel Kopp im 4. Großh. Jns.-Negt. (Prinz Karl) Nr. 118 und dem Feldwebel Hoffmann bei der Halb- Jnvaliden-Abteilung des 18. Armeekorps zu Mainz; das Allgemeine Ehrenzeichen: dem Hausdiener Wille beim Garnison-Lazarett Darmstadt.
•• Ein Mord ist gestern abend in Büdingen verübt worden. Wir erhielten heute folgende Drahtnachricht: Gestern abend wurde ein hiesiger Einwohner von einem Kanalarbeiter aus Worms auf der Straße er'ch offen. Der Sohn deS Getöteten hatte vor kurzem mit dem Täter eine Differenz gehabt, weswegen der Arbeiter den Vater zur Rede stellte. Als er zur Antwort erhielt, daß das ihn nichts angehe, verließ der Mann das Lokal und stellte jenen kurz darauf auf der Straße, um ihm wiederholt Vorhaltungen zu machen. Es kam zu einem heftigen Streit, in dessen Verlauf er zwei Nevolverschüffe auf ihn abgab. Der eine Schuß traf die Halsader, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Täter wurde alsbald fe st gen ornrnen. Die Sektion der Leiche findet heute nachmittag statt.
*• Verunglückt. Gestern nachmittag trug sich in der Werkstätte der oberhessischen Eisenbahn ein bedauerlicher Unfall zu. Ein zirka 3 Zentner schwerer Wagenteil siel dem Schmied Becker aus Lützellinden auf Bein und Fuß. Er mußte per Wagen zum Arzte und nach Hause gebracht werden.
Reifen.
Die Preiskonkurrenz und Ausstellungvorr Artikeln für die Reise, sowie d e n A u f e n th al t in Bädern und Sommerfrischen, welche der Deutsch- Oesterreichisch-Schweizerische Fremdenverkehrsverein in München zur Veranstaltung bringt, verspricht, wie man uns schreibt, nach den bisher emaclanicnen Anmeldungen sehr interessant zu werden. Es handelt sich hier nicht um ein aus Gewinn berechnetes Unternehmen, wie schon daraus Hervorgeht, daß die Beteiligung an der Ausstellung kostenlos ist und auch fein Entree bei dem Be- such derselben erhoben wird. Der Verein empflng von seinen Mit- gliedern io viele Anträgen nach empfehlenswerten Bezugsquellen von Artikeln sirr die Reise und den Aufenthalt in Bädern und Sommerfrischen, daß er, um ein für alle Male erkhnpfenbe Auskunft geben zu können, diese Preiskonkurrenz und Ausstellung zu veranstalten beichtor>.
Keer und Ällotte.
Tie Stadt Frankfurt a. M. Hat dem Infanterieregiment „Frankfurt" aus Anlaß der Kaiserparade eine prachtvolle silberne Fanfaren trompete gestiftet, die kunstvolle Bauart in altdeutschem Stil aufweist. Ter Kaiser hat genehmigt, daß diese vom Stabstrompeter bei festlichen Gelegenheiten geführt mevben darf. Weiter hat der Kaiser dem Regiment den von feinem Stabstrompeter, Musikdirigenten Fleschner komponierten Marsch „Alt-Frankfurt" verliehen. Tas Regiment ist berechtigt, diesen Marsch bei großen Paraden zu spielen.
am 10.—11. S ‘ember _ 10.—11.
Berlin, 12. Sept. Eine von 1500 Personen besuchte Versammlung nahm nach Reden der Abgg. Wiemer und Rosenow eine Erklärung an, welche die Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr von Vieh, namentlich von Schweinen fordert.
Berlin, 12. Sept. Ein 18 jähriger Handlungsgehilfe und 19 jährige Verkäuferin begingen im Grune- walde Selbstmord aus Sorge um die Zukunst. Ter junge Mann ist gestorben, das Mädchen schwer verletzt.
Berlin, 12. Sept. Wegen Mißhandlung Untergebener in 345 Fällen und Mißbrauch der Dienstgewalt hatte sich der Unteroffizier Thon vom Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment vor dem Kriegsgericht zu verantworten Nach 7 stündiger Verhandlung beantragte der Vertreter der Anklage 2 Jahre silefangnis und Degradation. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von I72 Jahren sowie Degradation. „ ... . .
Liegnitz, 12. Sept. Der S ch i e ßunt e r 0 ff 1 z 1 er Mahn vom 7. Grenadier-Regiment ist in U n t e r s u ch u n g s h a f t genommen worden. Dem Verhafteten wird die Hauptschuld an dem Schießunglück, bei dem zwei Grenadiere ihr Leben verloren, zur Last gelegt, weil er die Gewehre nicht ordentlich revidiert hatte, nachdem das Schießen beendet war.
K o t t b u s , 12 Sept. In der Sache der S p r e m b e r g e r E i s e n b a h n - K a t a It r 0 P b e hat die S t a a t s a n w a l t s ch a ft die Anklage gegen den verhafteten Statwns-Asststenten Stull- jus wegen fahrlässiger Tötung und Außerachtlassung der Berufspflichten erhoben.
Nürnberg, 12. Sept. Eine Versammlung von Bürgern und Bürgerinnen wegen der Fleischteuerung nahm eine Resolution an, in welcher vom Ministerium und dem Landtag die Aufhebung der Grenzsperre gefordert wird.
HelsiNgfors, 11. Sept. Ein unbekannter Dampfer von 300 Tonnen Gehalt kam in der Nacht zum Donnerstag an der Insel Kaloscher, 25 Kilometer von Jaeobstad an. Infolge des starken Nebels stieß das Schiff am Freitag auf eine .etwa 3—4 Kilometer vom Strande befindliche Sandbank. Dabei ereignete sich eine Explosion, wobei der D a m v fer samt seiner Bemannung in die Luft flog. Ern Teil des Mittelschiffes ist gesunken. Der Hintere Teil des Dampfers, sowie der Bug blieben sichtbar auf der Oberfläche des Wassers. Das Schiff war mit Gewehren und Munition beladen Die Wasseroberfläche ist mit schwimmenden Gewehrkolben bedeckt. Am User wurden 1300 Magazingewehre geborgen, außerdem drei Kisten, die mit Revolvern angefüllt sind. Der Name des Schiffes ist mit Farbe überstricheir. Bei dem Schiffe wurde ein schwediiches Rettungsboot, sowie deutsche und englische Flaggen gestinden. Man vermutet, daß der Dampfer unter amerikanischer Flagge
12. Sept. Kürz nach der Mreise des Königs von Monte Leone erfolgte ein neuerErdstoß. Ein großer Erdriß entstand südlich der Stadt. 50 Kilometer von Monte Leone entfernt hat sich ein neuer Vulkan gebildet. Die Unterstützungsgelder übersteigen eine Million Lire. Dagegen ist die Verproviantierung und die Herstellung von Baracken für die Bevölkerung überaus schwierig. „ t ,
Rom, 11. Sept. Die Bevölkerung in den vom Erdbeben betroffenen Gegenden beginnt sich zu beruhigen und in ihre Häuser zurückzukehren. Die Flüsse und Bäche in den am meisten verwüsteten Gegenden sind trotz der Trockenheit angeschwollen, waS eine seltsame Naturerscheinung ist; einige traten sogar über die Ufer. Im Kreise Monte Leone beträgt die Zahl der Toten über 600.
Messina, 12. Sept. Gestern nachmittag wurde hier em leichter Erdstoß verspürt. In einer Gemeindeschule stürzte die Zimmerdecke ent. .
Petersburg, 12. September. Bei starkem West- sturm sind hier gestern Ueberschwemmungen eingetreten. Der Sturm trieb daS Wasser bergauf. In anderthalb Stunden stiegen die Fluten um 2 Fuß. Der Vorort Wassili Öftrere iTt ganz überschwemmt. Am englischen Quai mußte da§ Wasser jeden Augenblick die Straßenhöhe erreichen. Der Verkehr über die Hafenbrücke ist gestört, der Boot- und Dampferverkehr eingestellt. Von der Festung ertönen Warnungs- : schüsse. Der heftige Sturm dauert an.
Weizen 100 Kg. 18.00 Mk.
Rogaen 100 Kg. 15.40-15.50 Mk. ..
' Anmerkung: Tie in der vorwochigen Veröffentlichung aufqeführten niederen Fleischpreise in Gießen beruhten auf einem Irrtum; vielmehr haben an deren Stelle die obigen Preise zu
Türkenlose
4% Griech. Monopol -Anl. 55.50 j Hn -ner . . .
4°/0 äussere Arerontiner . —.— !Stna: -chatzscheine Tendenz: anfangs lest, s; ter schwächer.
100.90 3°/0 Mexikaner 89.85 41/o'1/' Chinesen .
100.95 Electric. Sch ackert 89.70 Nordd. Lloyd . .
100.00 Kredituktien . .
—.— Diskonto-Kommandll 101.95 Darmstädter Bank 101.20 । Dresdener Bank .
97.55 : Berliner Handels"eg 105.90 । Oesterr. Staatabahn
teil.
.Hinrichtung beä , «gens bcqab e b_li? zwn Lode Ber° empfing
fam em v^ cmlegte unb E U/Mhrige Kerker- \ feie ein Mann von fit 46 zählte. W er 'chtete er sich hoch w -und kühner Haltung ntar und Gendamen Galgens stolperte der n Satf über den Kopf deutlich vernehmbare^ tion!" Tann er gast er Generalgouvernem nur den Verteidiger iu und Lohn den Zu. hm nicht gestattet, von -hmen.
chergeselle llhmie!« rletzung eines Loldater zum Tode durch bm j Kassation des Urteils
7, Kg. 72-8? Pfg.
7, „ 70-80 ,
7, „ 76-86 „
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 Kg. 52 Pig.
Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg.
Telephonischer Kursbericht«
Frankfurt a. M., 12. Septbr. 1905.
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12. September 1905. ||
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Bad Kisslngen, l: Trittcl dieses Monats a r Magenkranke Aq-
9653. (Ohne Gewähr.)
Bad-Nauheirn, 9. Sept. Der Verein der bürgerlichen Partei beschloß, für die Wiederwahl des seitherigen LandtagSabgeordncten Justizrat Windecker einzutreten.
Friedberg, 11. Sept. S. K. H. der Großherzog begab sich am Samstag vormittag vor der Abreise nach Wolfsgarten zu Fuß aus dem Schlosse nach der Bindewal d sch en Fabrik. Dort war Kreisrat Fey anwesend, welcher die Herren H. Bindewald und F. Bindewald senior und junior vorstellte. Der Großherzog besichtigte unter Führung der Herren Bindewald eingehend die Fabrik, ms- beso.idere wandte er sein lebhaftes Jntereffe dem von der Firma Bindewald neu erfundenen farbigen Politurverfahren zu. S. K. H. veriveilten längere Zeit in der Werkstätte des Meisters Röse, reo u. a. die von Professor Olbrich m Darmstadt entworfenen Muster und Farbenproben vorgezeigt und erläutert wurden. In der Politurwcrkstätte wurde dilrch den Meister Kurr an mehreren Gegenständen das neue Politurverfahren vorgeführt. Zum Schluffe begab lich S. K. Hoheit in die von der Fabrik neu eingerichtete mechanische Werkstätte, wo Ingenieur Albrecht die Ehre hatte, die neue Konstruktion einds Automobillastmagens zu erläutern.
Homburg v. d. H., 11. Sept. Hier ist der Leibarzt der Kronprinzessin Dr. Keller angekommen.
•’ Ein Frankfurter Oberlehrer vermißt. Am Freitag begab sich der Oberlehrer Dr. Collischonn m Frankfurt auf einen AuSfliig und ist seitdem nicht wieder zurückgekehrt. Seinen Angehörigen ist nicht bekannt, wohin er den Ausflug unternehinen wollte, jedenfalls konnte eS sich dabei, so entnehmen wir dem „Franks. G.-A.^, nur um eine kürzere Tagestour handeln, iveshalb die Angehörigen vermuten, daß dem Vermißten ein Unfall zugestoßen ist. Der Vermißte wurde zuletzt von einem Kellner »ni »Schützen- Hos' in Oberursel gesehen. Dr. Adolf Collischon ist 45 Jahre alt und ein Mann von kräftigem Wuchs und mittlerer Große. Er trug einen grünen Rucksack, schwarzen steifen Hubhöhen weißen o ^h(offenen Stehkragen mit 'nicften Sn iwn, schwarze,, ackanzug, baumwollene St> gelbe
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• Auf dem Viehmarkt in Salamanca (Spanien) wurde ein aus einigen Tausend Maultieren bestehender Aus-; trieb scheu und richtete furchtbares Unglück an. 120 ■ Mensch en wurden verwundet, worunter etwa 40 schwer; einige liegen im Sterben. Man beschuldigt Zigeuner, in diebischer Absicht die Katastrophe angestiftet zu haben. Die auSgebrochenen Tiere wurden zum Teil tot aufgefunden.
* Dr. Witz ho ff, der angeblich aus Basel stammende, von Amerika aus verfolgte Bigamist, der in Amerika etwa hundert Frauen geheiratet hat, wurde in Manchester auf Grund von Photographien in der Zeitung identi- iziert. Er hat dort seit zehn Akonaten unter falschem Namen ils amerikanischer Zahnarzt gelebt, war auch dort verlobt, anbte aber am Samstag seine Möbel weg und verschwand.
* Automobilunfäile. Die berühmte Serpen- tintäuzerin Loie Fuller erlitt im Dpreewald einen Automobilunfall, indem ihr Äntomobil eine drei Meter tiefe Böschung hin ab stürzte. Das Äntomobil chlng um unb die sieben Insassen, darunter Loie Fuller tnb die kgl. Hofschauspielerin Vilma v. Mayburg wurden her aus geschleudert. Sie Tarnen jedoch mit unerheblichen Hautabschürfungen davon. Das Gefährt wurde vollständig zertrümmert. — Bei Dinamt (Belgien) ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Automobil und einem Straßenbahnwagen. Tie drei Insassen des Automobils wurden herausgeschleudert. Ein Kind war sofort tot, eine Frau erlitt mehrere Rippen- prüche, drei weitere N<"rson"n wurden schwer verletzt.
Händel und ^erüel r, Motkswirischaft.
Die Neichsbauk erhöhte ihren Discont von 3 auf 4 °/0 unb den Lombard - Zinssns von 4 auf 5 °/0, obwohl der Ausweis für die erste Woche des September nicht so ungünstig ausfiel, wie anzunehmen war. Die Börse wußte, was bevorstand lind zeigte sich daher weniger erregt als zurückhaltend. Von London wurden ziemlich schwache Kurse gemeldet, doch war man gestern m Frankfurt im ganzen ziemlich fest, die Umsätze jedoch waren gering. Was die Kursbewegung betrifft, so standen Montanaktien noch am besten und es gewannen die Aktien der Oberschlesischen Eisenindustrie-Gesellschast 4 °/0; Harpener, Gelsenkirchener, Bochumer und Laurahütte kamen jedoch über Plus-Bruchteile nicht hinaus. Bankaktien waren ziemlich gebessert; es gewannen u. a. Dresdener Bank 1 °/n, Schaaffhausen 1,20 %. Bahnen gaben nach. Von den Kaffa-Jndiistriewerten waren Steigerungen über 1 °/0 nur bei Zellstoff Waldhof zu beobachten. Niedriger schloffen Ulrich Emaill 2,80 /0, Klein Armatureii 31/, %, Gritzner 2 °/0. Privatdiskont 3l/l9 %•
Märkte.
Gießen 12. Sept. Marktbericht. Ans heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vfq. 2 Stck. 00—00 Vsg., Gänseeier 15—00 Psg., Enteneier 6—7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—0,90 Mk., Hühner pr.St. 1 00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 180—2,20 Mk., Gänse pr. Pfd. 55—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 72—82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70-80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5 00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevfel per Zentner 0 bis 0 Mk., in Körben 00 Pfg., Kirschen pr. Pfd. 00—00 Pfg., Zwetschen per Zentner 0.00 Mk. Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk. Mnrktzeil 7—1 Uhr.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Poransfichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 13. September 1905: Zeitweise heiter, kühl, besonders nachts.
Näheres durch die Gieüener WeNerkarle.
Famüitil-Nachrichtcn.
Gestorben. Herr Lehrer i. P. Leonhard Wolff. Lauterbach
11.
747,5
17,7
11.
9"
746,2
17'1
12.
725
749,3
14,2


