Ausgabe 
11.9.1905 Zweites Blatt
 
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Vorteile von einer Fortsetzung deS Krieges erwarten konnte, der vielmehr ihm in der Hauptsache nur neue große Opfer an Menschen und Geld gekostet und cs womöglich in die unwirt­lichsten Gegenden Sibiriens gelockt hätte, beim Friedensschlüsse einsichtsvoll gerechnet. Der sapanische Admiral Jamamvto sagte dieser Tage sehr richtig, obgleich im Volke eine starke Miß­stimmung über die Friedensbedingnngcn herrsche, müsse man doch eingedenk bleiben, daß die Einnahme von Wladi­wostok weit s ch w e r e r c O p f c r alS die von Port Arthur erfordert haben würde, und außerdem ein erh cbli ch cr G c l d- ia'ilfwand erforderlich gewesen wäre. Es sei daher rötlich, sich mit den gegenwürtiaen F-riedensbedingungcn zu­frieden zu geben. Es ist also anzunehmen, daß mich der geringe gelbe Manu bald cinsehcn wird, das; mehr durch den Krieg nicht zu erreichen war und das Erreichte nickst gering zu achten ist. Aus Erklärungen Katsuras erhellt,, daß I a pa n die Souveränität über K orea und völlig, freie Hand in den Angelegenheiten der Halbinsel erhält, und die Eisenbahn südlich iTschangtschetschun (Kwangtachjengtse), nickst nur von Tschantung ab, an Japan abgetreten ist. Es erhält auch das Recht auf die K'ohlenwerke von Fuschan und Ventai auch nach der Räumung und einem Zeitraum von etwa zehn Monaten für die vollständige. Zurückziehung der Truppen aus der Mand­schurei zugestanden.

Freilich noch sind die japanischen inneren,Wirren groß und nach japanischen Meldungen verwundete die Tokioter Polizei bis zum 6. mittags 200 Menschen, während sic selbst 300 Verwundete hatte. Ja selbst der Polizeiinspcktor des un­ruhigen Distriktes wird vermißt. Am Nachmittag des 6. Sept, wurde der Versuch gemacht, die Privatwohnung des Premier­ministers cinzuüschcrn. Es ist aber bemerkenswert, daß das empörte Volk im allgemeinen keine Feindseligkeit gegen die Sol­daten an den Tag legt. Es jubelt ihnen vielmehr zu. Wenn die Soldaten den Befehl erhalten, den Pöbel auseinander zu treiben, so brauchen sic nur von dem Kolben Gebrauch zu machen. Die Wohnungen der Minister sind militärisch besetzt, aber niemaird weiß, wo sich die Minister befinden. In Shanghai war ein Geriicht verbreitet, das in allen Einzelheiten einen An­griff der Ruhestörer auf die englische Gesandtschaft schilderte. Da die Drahtverbindung zwischen Tokio und Naga­saki unterbrochen war und die japanisckw Regierung eine scharfe Zensur ausübte, ist cs nicht möglich, festzustellen-, ob diese Nach­richt auf Wahhrcit beruht oder nicht. Passagiere eines preuß. Dampfers berichten, daß unter der Volksmenge in Tokio auch eine fremdenfeindliche Stinrmung herrsche. Unruhen ht den japanischen Bezirken Hongo und Fakagwcta hatten auch Opfer nn Menschen zur Folge.

Der Waffenstillstand vom 1. September ab wurde am 9. d. M. in Tokio amtlich publiziert. Russische Blätter aber versichern, daß die Streitkräfte, welche fick augenblicklich in Ostasien befinden, nicht vor Ende des Jahres aufgelöst werden können", .und das Petersbirrger AaltSwjet" drückt Zweifel über die Sicherheit des Friedens aus. Es schreibt, cs wäre zu wünschen, daß die Japaner mit dem Erreichten sich begnügen, indem sie zwar durch den von ihnen entfachten Krieg viel verloren, aber auch ebensoviel gewonnen hätten, so daß sie daraus verzichten könnten, noch mehr zu verlangen. Japan fei augenblicklich im Zustande der Revolution und wenn auch der Mikado einen andauernden Frieden wünsche, so würde doch der Friede, wenn das japanische und russische Volk anderer Absicht sei, unmöglich von langer Dauer sein können.

Um so erfreulicher ist angesichts dieser kritischen Lage im weiten und weitesten Osten die. am letzten Samstag bei den Homburger Festtagen abgegebenen Versicherung Kaiser Mil Helms, daß er alles daran setzt, dem deutschen Volke, den Frieden zu erhalten. Und darum können wir, wenn wir auch mit tieptem Kummer nach den grausigen Geschehnissen auf den öden Gefilden Südafrikas blicken, wo ein Ende der furchtbaren Hinopfernng von Blut und Gut noch immer nicht abzusehen ist, und wo Fehler gemacht worden sind, die geradezu ungeheuerlich und unverzeihlich sind, als aufmerk- ftrnre Unbeteiligte dem ganzen großen Wirrwarr im Osten zu­schauen, woFreund" John Bull so schön sein Schäfchen ins Trockene zu bringen versteht. Gegen ihn allein auf der Hut zu sein, ist unS dringlichste Pflicht.

MMische Tagesschau.

Die neue Tabaksteuer.

Aus Berlin berichtet soeben dieSüdd. Tabakztg.", bas RcichSschatzarnt habe infolge des negativen Ergebnisses der Konferenzen, die zwischen den an der Tabakindustrie meist- beteiligten Staaten in den letzten Wochen abgehaltcn wurden, von der Vorlage der projektierten 30prozentigen Wert­steuer auf Rohtabak abgesehen, denn die Meinung soll einmütig dahin gehen, daß eine solche Besteuerung die Zigarrenindustrie mit ihren 180 000 Arbeitern empfindlich schädigen müßte. (Sehr richtig. D. R.) DaS Reichsschatzamt soll infolgedessen für die von den Zigarettenfabrikanten ge­wünschte Zollerhöhung auf ausländische Zigaretten in vierfacher Höhe des bisherigen Zolles von 270 Mk. sich ausgesprochen haben. Es werde ein Gesetzentwurf aus­gearbeitet, in welchem neben dieser Zollerhöhung eine Ban- derolsteuer teils nach russischem, teils amerikanischem System auf deutsche und ausländische Zigarrctten gelegt werde. Man schlägt Mk. 2.50 für da§ Tausend vor. Da die Raucher der Zigarette in Deutschland sich ihre Zigaretten oft selbst Her­stellen , werde eine Zigarettcnpapier - Stempelsteuer nach griechischem und früheren rumänischen System geplant. Im Reichsschatzamtc werden die Erträge dieserZigarettenluxuS- steuer" mit ungefähr 18 Millionen Mk. bewertet. Dem gegen­über betont das genannte Fachblatt, daß über 13 Millionen Mark selbst int günstigsten Falle bei dieser Steuer, die große Kontrotlkostcn verursachen würde, nicht zu erzielen leien.

Im Reichsschatzamt soll eine Bier- und Erbsch asts- ft euer gleichzeitig ausgearbeitet werden, da die Mittel für die Reichsfinanzreform selbst von mehreren solchen Steuer­objekten, bei welchen man den Konsum nicht gar zu gewaltig vermindern will, nicht ausreichen dürfte.

Kolonialpost.

DieRordd. Allg. Ztg." meldet: Rach einer bei der Otavigesellschaft ein getroffenen telegraphischen Nachricht wurde der Betrieb der Otavibahn auf der ganzen Strecke bis Omaruru am 1. September eröffnet. Bekanntlich war der erste Bahnzug am 25. August in Omaruru eingelaufen.

Kcer und Itotte.

'Aus Newyork kommen merfroürbige Enthüllungen über die Zustände in der amerikanischen Kriegs­marine. Wie erinnerlich, ereignete sich vor einiger Zeit eine Explosion an Bord des amerikanischen Kanonen­bootesBenningscn", wodurch Lebensverlusie, sowie schwere Verletzungen verursacht wurden. Jetzt behaupten amerikanische Zeitungen, daß der Unfall durch die Trun­kenheit der Offiziere und Matrosen hervorge- rufen wurde. Die Beteiligten waren infolge ihrer Trunken­heit unfähig, mit Geschützen und Explosivstoffen umzugehen. Iw Anschluß an diese Beschuldigungen wird behauptet, daß

die Disziplin in der amerikanischen Kriegsmarine über­haupt höchst mangelhaft sei.

Ans Stadt Md Sand.

Gießen, 11. September.

* Neuer Fahrplan. Vom Fahrplan der Eisenbahn­direktion Frankfurt a. M., gültig ad 1. Oktober, liegt uns der endgültige Entwurf vom 3. September vor. Auf die hessischen, bezw. zum Teil in Hesien liegenden Strecken ent» allen folgende Veränderungen. I. Neue Züge, Strecke FrankfurtFriedbergGießen. Die ob 1. Mai ein­gelegten Personenzüge 783 (Frankfurt ab 1215) und 784 l Frankfurt ab 150) FrankfurtVilbel und zurück werden auch im Winter beibehalten. Die ab 1. Mai eingelegten Personenzüge 788 und 789 FriedbergFrankfurt (Frankfurt ab 531, bezw. 1037) und zurück werden auch im Winter beibehalten. Strecke Friedberg Hanau. Merktags­zug 825a Assenheim ab 740, Friedberg an 749. Strecke Gießen Fulda. Personenzug 521 Gießen ab 550, Fulda an 840. Personenzug 538 Fulda ab 530, Gießen an 741. Strecke Friedberg Hungen. Die ab 1. Mai ein­gelegten Werktagszuge 1051 (ab Friedberg 447) und 1062 (ab Hungen 504) und die Personenzüge 1061 (ab Friedberg 711) und 1064 (ab Hungen 930) werden auch im Winter beibehalten. Strecke Nidda Friedberg. Die ab 1. Mai eingelegten Personenzüge 1161 (ab Friedberg 711,) und 1162 (ab Nidda 948) FriedbergNidda und zurück werden auch im Winter beibehalten. II. Ausfallende Z ü g e. Strecke FriedbergNidda. Gemischter Zug 7945 (Werktag) FriedbergNidda. III. Sonstige Blenderungen, insbesondere Früherlegungen. Strecke FrankfurtFried­berg Gießen. Schnellzug 81 FrankfurtGießen wird zur Herstellung des Anschlusses in Gießen an Schnellzug 122 nach Koblenz 8 Mintcken früher gelegt; jetzt ab Frank- urt 655.

LanggönS, 9. Sept. Der Knecht Peter Schneider, bei Landwirt Rumpf beschäftigt, blieb, als seine Pferde durch­gingen, am Wagen hangen und fand den Tod.

f R a n st a d t, 9. Sept. Heute morgen wurde der Stein­brecher Appel von Tauernhcim, der beim Bauunternehmer Reuter von Nidda hier beschäftigt ist, durch eine einstürzende Steinwand an Armen, Beinen und Gesicht schwer ver­letzt.

p. W e r d o r f a. d. Dill, 10. Sept. Vor ein paar Tagen entstand im Eisenbahnzuge zwischen Ehringshausen imb hier unter einigen jungen Leuten Streit, der in Tätlichkeiten ansartcte. Ter Angegriffene, ein junger Mann von Dillheim, zog die Notbremse und bekam dann eine andere Abteilung zugewiesen. Selbstverständlich hat die Sache ein gerichtliches Nachspiel.

Wiesbaden, 10. Sept. letzter Zeit wurden bei der Vergebung größerer städtischer Arbeiten öfters auswärtige Firmen bedacht. Die Stadtver­ordneten stimmten nun nach lebhafter Debatte einem ^Anträge des Stadtv. Schröder zu, bei der Vergebung städtischer Arbeiten und Lieserrmgen, insbesondere auch für den Kur- hausncubau, ttmlichst die hiesigen Firmen zu berücksichtigen, sofern diese bei angemessenen Preisen die Arbeiten in gleicher Güte wie die auswärtigen Geschäfte zu liefern imstande sind. Ein Antrag des Stadtv. K a l t w a s s e r betr. das städtische Snb m i s) i on s we sen rief ebenfalls eine rege Besprechung hervor, wobei viele Klagen laut wurden. Schließlich beschloß die Versammlung, eine Kom­mission zu wählen, die das städtische Submissionswesen prust und der Stadtverordnetenversammlung weitere Vor­schläge macht.

Essen a. Ruhr, 9. Sept. Heute vormittag stürzte in der Surmannsgasse der halb fertige Neubau des Rechtsanwalts Dr. Niemeyer ein. Der den Bau aus- führende Bauunternehmer Fritz erlitt sehr schwere Ver­letzungen. In den gegenüberliegenden Häusern wurden die Fenster bis zum zweiten Stock hinauf fast sämtlich zerschlagen. Insgesamt sind drei Personen getötet, zwei schwer und zwei leicht verletzt.

* Ein grauenhafter Mord an einer Frau ist am SamStag nachmittag in der königl. Forst dicht bei Z e u t h e n im Amtsbezirk Königs-Wusterhausen unweit Berlin verübt worden. Auf einem Fußweg wurde inmitten eines Kiefern­bestandes die 33 Jahre alte, verehelichte Portierfrau Marie Schurm mit zahlreichen Stichwunden im Gesicht und am Halse tot aufgefunden. Frau Schurm war seit sieben Jahren mit einem Schlößer verheiratet. Der Ehe sind drei Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren entsprossen. Frau Sch. war wegen ihrer Gutmütigkeit, Arbeitsamkeit und Ordnungs­liebe beliebt. Auch die Familienverhältnisie bei Sch. waren sehr glücklich. Wahrend ihr Mann am SamStag in der Fabrik und ihre Kinder der Obhut Erwachsener übergeben waren, begab sich die Frau um 2 Uhr nachmittags nach Mcrsdorf zu ihrer Schwester. Um 3 Uhr trat sie den Rück­weg an. In einer Entfernung von etwa 200 Meter von der Chaussee wurde sie von einem Strolch angefallen und ermordet. Gegen 31/* Uhr horte eine Frau einen gellenden Hilferifi auSstoßen. Da sich der Schrei aber nicht wieder­holte, ging sie ihres WegeS. Erst als eine Stunde später ein Gärtnereibesitzer jenen Waldweg einschlug, fand er die Leiche der Frau Sch. inmitten einer Blutlache liegen. Sofort wurden die Behörden zur Verfolgung des Täters alarmiert. Der Tatort liegt nur 300 Meter von der Wohnung der Er­mordeten entfernt. Mit dem aufs ärgste zerstochenen Gesicht lag die Frau auf dem Boden. Ihr Genick wie? eine klaffende Wunde auf, aus der das Blut sich über den Körper ergoffen hatte. Dem Tode muß ein heftiger Kampf des Opfers mit dem Mörder oorauSgegangen fein, denn die eine Hand der Unglücklichen war wie zur Abwehr zusammengeballt, die andere hatte sich in daS Moos der Erde tief eingegraben. In einem Umkreis von fünf Metern war der Erdboden aufgewühlt. Die Schürze und einzelne Kleidungsstücke der Frau waren zer- riffen, ihre Haare arg zerzaust. Alle Anzeichen weisen darauf hin, daß der Täter die Unglückliche, eine sehr stattliche, rüstige uni) kräftige Frau, zu vergewaltigen versucht hat. Ob er sie mit einem dolchartigen Messer schon beim ersten unsittlichen Angriff niedergestochen hat, dürfte vorerst unaufgeklärt bleiben. Die Polizeibehörden verfolgen die Spur eines etwa 30 Jahre alten Mannes, der von einer Frau vor dem Krankenhaus in KönigS-Wusterhausen mit zerkratztem Gesicht und zerfetztem

Hemdkragen gegen 5 Uhr nachmittags beobachtet worden ist. Der Mann machte den Eindruck eines Stromers, der eine Schlächtermütze, abgetragenen grauen Anzug und schmutziges Hemd trug. Das letztere war an der Brust aufgeriffen und schien auch blutige Flecke zu enthalten. Sein Gesicht war an einigen Stellen blutunterlaufen.

* Bamberg, 9. Sept. Ein Ueberfall auf eine Zeitungsredaktion wurde hier verübt. Eine Rotte von sechs mit Zuchthaus bestraften Leuten suchte in die Redaktion und Wohnung des Redakteurs Schmidt von den Bamb. N. N. ciuzudringcn, weil er eine Notiz über einen Einbrnchsdiebstahl, von dem jene sich getroffen fühlten, veröffentlicht hatte. In Wohnung und Redaktion wurden alleFenster und Läden mit scharfen Werkzeugen zertrümmert. Einer der Burschen war bereits in die Jnnenräume eingedrungen. Durch die Nachbarschaft und die Polizei gelang es den Angegriffenen, den geplanten Anschlag zu vereiteln. Die ganze Stadt ist über den seltenen Fall in großer Aufregung.

* Ein Kalauer des Kronprinzen. Jur intimeren Offizierkreis soll der Kronprinz vor kurzem ein Scherzwort über den Unterschied zwischen sich und der Kronprinzessin zum besten gegeben haben: Er, der Kronprinz, sei wie jeder andere Sterbliche ans Asche und Staub, die Kronprinzessin dagegen auSGelbensande".

* Kleine Taaeschronik. Zwei Bilder, Böcklir (fischender Pan) im Werte von 40 000 Kr. und Troyon (Kühe auf finnvfiaer Wiese) im Werte von 30 000 Kr. find ans der Samm- hmg des Vertreters des Vicegouverneurs der Österreichisch-ungari­schen Bank, Lieben in W i e n , g e ft ohlen worden. Im Spree- wald treten in bedenklicher Weise Erkrankungen an Brech­durchfall auf. Die Krankheitscrfcheinnngen sollen Denjenigen der Cholera ähnlich sein, doch äußern sie sich nicht so heftig wie diese. Bei Besteigung des Erma Tosa (Südtirol» stürzte der Leipziger Akademiker Karl Meißner ab. Er wurde schwer verletzt aufgefunden. Tie Times meldet aus Simla m B ri t j s ch- Indien, daß der andauernde Regenmangel eine furcht bare D ü r r c verursacht hat, deren Folgen sehr schlimm zu werden drohen. Die Eiugeborenen-Bevölkertmg zieht in andere Teile des Landes, um dem H u n g e r t o d e zu entgehen. Die Ernte im größten Teile von Rayputana und Süd-Punjab dürfte durch die Dürre vernichtet sein. Auch in anderen Teilen Indiens werden Miß» ernten befürchtet

Fwrist rwd Wissenschaft.

Düsseldorf, 8. Sept. Die mit dem hiesigen Cchaufvicl» Hause verbundene Theaterakademie hat es sich zur 'Jticht« schnur genommen, in Denx Schüler zunächst das Bewußtsein des Stils für seine Aufgabe zu wecken, so daß er jeden Dichter in seiner Art auffasien und darstellen lernt. Neben der Pflege der Nbetoul wird die Theatcrakademie auch die Errungenschaften der Regie- fünft, Aesthetik, Literatur, Kunstgeschichte pflegen. Beim direkten Anschluß der Akademie an das Düsseldorfer Schauspielhaus werden die Schüler und Schülerinnen in unmittelbarem Zusammenhänge mit der Praxis stehen. Auch Sonderkurse für Nichtschaufinelec beabsichtigt die rührige Direktion zu veranstalten, um dieKunst zu reden" zu lehren. Als Lehrkräfte der Akadeinie wirken: Joseph Lewinsky, k. k. Hofburg - Schauspieler, Luise Dumont, Olga Lewinsky, Gustav Bcaurevaire, Dr. Paul Ernst, Dr. Herbert Eulenberg.

.^pwlplnK brr vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 12. September* *):Figaros Hochzeit". Mittwoch den 13. September: Der Ring des Nibelungen. Vorabend:Tas Rheingold." Donnerstag den 14. September:Mignon/ Tsvcxtag den 15. September, abends halb 7 Uhr: Der Ring des Nibelungen. Erster Tag.Tie Walküre." Samstag den 16. September:?>ra Tiavolo." Sonntag den 17. September, nachmittags halb 4 Uhr: »Die Fledermaus." Abends 7 Uhr:Cavalleria rusticaua Hieran': Ter Bajazzo." Montag den 18. September, abends halb 7 Uhr: Ter Ring des Nibelungen. Zweiter Tag:Siegfried."

Schauspielhaus.

Dienstag den 12. September:Tie Kreuzeischreiber." Mittwoch den 13. September:Ihr zwetter Mann." Donnerstag den 14. September:Wilhelm Tell." Freitag den 15. September: Elga." Hierauf:Wann wir altem." Samstag den 16. Seplbr.: Zum ersten Male:Der Graf von Eharolais." Sonntag den 17. September, nachmittags halb 4 Uhr:Tie Brüder von St. Bernhard." Abends 7 Uhr:Ter Graf von Eharolais." Montag den 18. September:Der Privatdozent."

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ntir.

Eingesandt.

(Für Fornt und Inhalt al r m- Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion b?n Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 10. Sept. 1905.

Zur Zeit der K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n hat man sich hier m Gießen leider an einen Schmutz in den Straßen aewöhnen müssen, der oft jeder Beschreibung spottet. Diesen Zustand haben wir nun schon seit zirka 14 Tagen in der M a r b u r g e r st r a ß e. Tie einzige mit Plättchen belegte Seite der Straße' starrt dank der zur Zeit der Rohrverlegung aus tbt lagernden Erde von einem braunen Schlamm, daß man klug tut, wenn man auf dem durch Chausseesteine wieder zugedeckten Robr- graben einherschreitet, will man sich nicht durch den Schmutz seine Kleider ruinieren lassen. Weder während der Arbeiten, noch nach­dem fie auf der mittleren Marburgerstraße von der Steinstraße bis zu den letzten Häusern aus der rechten Seite beendet sind, Hai sich ein Straßenkehrer sehen lassen. Warum sorgt denn die Stadt nicht für g c n ü g e n b c Reinigung? Oder, wenn es Sache des Unternehmers ist, warum wird dieser nicht aufgc» fordert, die Straße wieder in ordnungsgemäßer Weise herzustellen? Man hätte ja nur den ganzen Dreck durch Wasser wegzuspülen brauchen und der Bürgersteig wäre sauber gewesen. Statt dessen geschieht aber nichts. Kein Mensch kümmert sieh darum.

Einer für V i e l ei

Meteorologische Beob-ichtnrrgeu

der Station Gießen.

September

1905.

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