Ausgabe 
9.3.1905 Zweites Blatt
 
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deutet dies eine große Freude und Genugtuung. Diese

** Schillerfeiern in der Schule. Wie in allen

vermindern würde,

wird von Niemanden in

Zweifel gezogen.

Eltern hat Dr. Schädel uns stets an gehört, was

kein Wort der Zustimmung gehört. Weiter sagt ein Ober

Feststellung habe ich übrigen das Gefühl,

Konflikt mit Dr. Schädel gehabt und babe Kollegen gegen-1 über stets anerkennen müssen, daß Dr. Schädel bei Konflikten

Lehrer stand. Weiter heißt es in diesem Protokoll: Ich habe mich darüber erkundigt und kann feststellen, daß man I das Vorgehen Dr. Davids in allen Kreisen als und

Vorgehens Dr. Davids habe ich von keiner Seite gehört, weder von Lehrern, noch von Schülern und deren Eltern. , Ein siebenter Herr sagt: Ich und meine Kollegen haben das Vorgehen Dr. Davids sehr bedauert, der Geheimrat ist

war. Geheimrat Dr. Schädel erweist uns Lehrern überhaupt in jeder Beziehung das größte Entgegenkommen.

sämtliche Akten ihm überlassen werden, das teilweise Verlesen der Protokolle halte er für nicht am Platze. Er stellt schließlich die von Dr. Nodnagel beregten Beschwerbefälle etwas anders dar.

wenn man von

! fürsten bei der Jugend nach Kräften erschlossen werde. Am Jubiläumstage selbst sollen gelegentlich der Schulfeier ge­eignete Ansprachen, Vorträge Schillerscher Gedichte und' passende Gesänge veranstaltet werden. Ter NachmittagK-

Vernehmung des Lehrerkollegiums und meint, wenn ihm nach sechs Jahre langer Tätigkeit als Direktor eines Gymnasiums nicht mehr nachgesagt würde als wie Geheimrat Dr.

nervös krank geworden war, das ärztliche Attest, auf Grund dessen dem Dr. Noack beraten war, ein Sanatorium aufzu­suchen. Es handelt sich um katarrhalische Erscheinungen, Husten, hervorgerufen durch den Aufenthalt in schlechter Luft, wozu dann eine Jnfluenzaerkrankung kam. Redner verliest dann teilweise die zahlreichen Protokolle von der Vernehmung der Gießener Oberlehrer. Prof. Dr. Noack beginnt seine Aussage, indein er seinem aufrichtigen schmerzlichen Be­dauern darüber Ausdruck gibt, daß die Angelegen-

Schädel, würde er sagen Gott sei Dank! Er geht dann auf einige vorgebrachten Beschwerden ein, es handelt sich um drei unwesentliche Fälle, in denen Meinungsverschiedenheiten herrschten, nach Aussage der Herren selbst aber von persön­lichen Beleidigungen nicht die Rede sein kann.

Abg. Wolf erklärt, daß er dasUebersehen^ nicht so gemeint hat, wie es aufqefaßt worden sei. Er sei der Ueber- zeugung, daß Dr. Eisenhuth nichts übersehe, und daß in den Aeüßerungen des Abg. Dr. David keine Anklage für Dr. Schädel gesehen werden konnte. Er und seine Freunde seien nach wie vor der Meinung, daß Dr. Davids Vorgehen durchaus zu verurteilen sei und daß sich in diesem Falle das SprichwortWo Rauch ist, da ist auch Feuer", nicht bewahrheitet.

Abg. Dr. David gibt zu, daß seine Bemerkung ge­legentlich der Etatsberatung 1904 möglicherweise von der Negierung nicht in seinem Sinne verstanden werden konnte. Es sei aber nachträglich von 'einem Mitglied des Hauses ihm gesagt worden, er (dieses Mitglied) hätte schon im vorigen Jahre persönlich im Staatsministerium und bei Dr. Eisenhuth eine derartige Bemerkung genmcht und gebeten, die Dinge im Gymnasium zu Gießen zu untersuchen. Er nimmt an, daß dieses Mitglied des Hauses seine Mitteilung aufrecht erhält. Die Tatsache, daß trotzdem eine Untersuchung nicht erfolgte,

Ein fünfter Herr sagt: Ich habe persönlich nie einen

lehrer, die Verhältnisse seien absichtlich übertrieben und verzerrt, man sei allgemein entrüstet dar­über u. s. f» Ferner sind verschiedene Familien gehört worden aus verschiedenen Lebenskreiscn und haben ein­stimmig die Anschuldigungen als unerh ört zurückgewicsen. Aut die Frage, was die .Spatzen denn nun eigentlich von

dadurch mißhandelt worden. Ein achter Herr sagt, er könne sich keinen angenehmeren Vorgesetzten

wünschen. Das Vorgehen Dr. Davids wird in allen Kreisen einmütig verurteilt und ich habe auch von Kollegen

für notwendig gehalten. Ich habe im daß man den Eindruck der Worte des

zwischen Eltern der Schüler und Lehrern stets auf feiten der!

gehörig bezeichnet. Aeußerungen der Billigkeit des

Dermijcbtef.

Eine neue Skandal affäre wird aus Dresden gemeldet: Der Amtsrichter Dr. Coccius war seit einigen Jahren Leiter einer Abteilung des Dresdener Scköffengerichts. Seit einigen Jahren mit der Tochter eines Dresdener Kanzel­redners verheiratet, unterhielt er hinter dem Rücken seiner Gattin mit mehreren Kellnerinnen Liebesverhältnisse. Er pflegte seine Geliebten mit Vorliebe in verschiedenen Stellungen zu photographieren, und diese Bilder fielen eines Tages seiner Gattin in die Hände. Es gab eine heftige Szene, aber der reuige Gatte appellierte an das Herz seiner Frau, und diese verzieh ihm schließlich. Das Ehepaar trat eine mehrwöchige Reise an die Riviera an. Aber nach der Rück­kehr setzte der Amtsrichter seinen Lebenswandel fort, und es kam abermals zwischen den Ehegatten zum Bruch. Jetzt hat die Ehefrau die Ehescheidung eingeleitet, während sich der Amtsrichter angeblich wegen hochgradiger Nervosität in eine Heilanstalt begeben hat Inzwischen hat die Militärbehörde den Amtsrichter, der Hauptmann der Reserve ist, seines militärischen Ranges für verlustig erklärt, und jetzt wird seine vorgesetzte Dienstbehörde gegen ihn das Disziplinar­verfahren eröffnen. Man fragt sich nun, ob der Richter bei der von ihm jetzt behaupteten hochgradigen Nervosität im stände war, als Vorsitzender eines Strafgerichtslzoses zu fungieren. Mehrere Verurteilte beabsichtigen bereits, die von Dr. Coccius gefällten Urteils spräche anzu fechten.

* Ein Dien st mädchen mord in Mannheim. Dee Berliner Gcrichtschemiker Dr. Ieserich hat sowohl in der Wohnung des ermittelten Mörders Becker als auch am Tat­orte in der Wohnung der Witwe Hirsch die ihm obliegenden Ermittelungen durchgeführt. Diese erstreckten sich auf Finger­abdrücke, Bluffpuren und ihre Formen, Haaridentität, blutige Kleider u. s. w. Die Verletzungen, die der Senges in der Wohnung ihrer Herrin, während diese in der Synagoge war, beigebracht wurden, sind bestialischer Art. Die Schädels decke ist vollständig zertrümmert, so daß Augen, Stirn und Hinterkopf überhaupt nur eine breiige Maffe bilden und nicht mehr erkennbar find. Außerdem ist der Hals durch ein scharfes Meffer durchschnitten, und auch im Gesicht quer über die Nase sind scharfe Schnitte wahrnehmbar. Die am Tat­orte vorgefundenen Werkzeuge, ein blutiges Taschenmesser, ein blutiges Tischmeffer und ein ebenfalls blutbefleckter ab­gebrochener Hammerstiel wurden dem Dr. Ieserich zur Unter­suchung übergeben. Es wurden überhaupt alle mit Blut be­spritzten Gegenstände entfernt, um chemisch geprüft zu werden. Der Tatort wurde von einem Photographen wiederholt mit Blitzlicht ausgenommen. Auch Haare der Ermordeten, sowie die gesamten Kleidungsstücke des Mädchens wie des Täters mürben dem Chemiker zur Untersuchung übergeben. Von großer Bedeutung ist, daß man deutliche Fingerabdrücke an einer Tür der Wohnung der Frau Hirsch feststellen konnte. Ferner dürste möglicherweise für die Täterschaft des inhaftierten Schreiners Becker belastend ins Gewicht fallen, daß in einem der Wohnung Beckers benachbarten Hause ein blutiges Hemd gefunden wurde. In wieweit dieser Fund mit bet Mordaffäre im Zusammenhänge steht, bedarf jedoch noch bet

Um J/j2 Uhr konstatiert der Präsibent, baß noch eine Anzahl weiterer Redner zum Wort gemeldet seien. Hause gegen einen verdienten hohen Beamten erhoben Die Debatte wird daher abgebrochen und die Weiter­hat, jeder Grundlage entbehrten. Für mich und ich Verhandlung auf morgen früh 9 Uhr anberaumt, darf wohl sagen für die große Majorität des Hauses be-

Atib AM und IflMfr.

Gießen, den 9. März 1905.

Schwurgericht.

th. Gießen, 9. März.

Gestern verhandelte das Sckwurgerrckt unter Ausscklnß der Oeffcntlichkert gegen den 23 Jahre.alten Landwirtssohn Christian Faust von Jldershausen bei Schlitz wegen Meineids. Nach­dem die Geschworenen die Sckuldfrage bejaht hatten, sprach der Gerichtshof eine Zuchthausstrafe von vier Jahren über den Angeklagten aus; cs wurden ihm auch die bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von 10 Jahren abgesprochen und ebenso auf Eidesunfähiakeit des Verurteilten erkannt. Der Staatsanwalt hatte 5 Jahre Zuchthaus beantragt.

früher unter Direktor Schiller nicht der Fall

Ich komme zu dem beurteilen zu können, ob dies richtig ist, ob die Untersuchung richtig geführt worden ist, müffe Redner darauf bestehen, daß

müssen das; l», wenn mir vertraulich Mitteilung wird, I den Dächern pfeifen', habe man gelacht. Aus alle dem er- tn der vorsichtigsten und rücksichtsvollsten Weise Slbhilfc gibt sich, führt Redner ans, dich Direktor Schädel höchstens geschaffen hätte. Ich bin aber vielmehr der UeBci^eugung, ejnmal mit einem Kollegen, aus gut deutsch gesagt,Krach' daß ein anderer Weg überhaupt nicht eingeschlagen wurde, ^^y^bt hat, und wo komme dies nicht vor! Daß auch die «. - - v.. ' Schüler Stellung in der Sache genommen haben, ist durch

die Zeitung bekannt geworden. In diesem Falle ist es wich- n tig, weil Dr. David auch von Unzufriedenheit unter den Redner erörtert dann die Art der

hat, ist unbekannt. Die Voruntersuchung gegen ihn ist nunmehr zum Abschluß gelangt und die Anklage wegen Sittlichkeitsvergehens dürste schon binnen kurzem vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts Mainz zur Verhand­lung kommen. Nach dem vorliegenden Bewcismateriak hält man in eingeweihten Kreisen seine Verurteilung für sicher. Das bischöfliche Ordinariat in Mainz wird sich demnächst mit der Neubesetzung des Wormser Dompropst­postens zu befassen haben, da Malzi unter keinen Um- ständen wieder sein Amt antreten wird.

unterricht fällt am genannten Tage aus.

** Frühjahrs-Pferde markt zu Gießen. Am 22. März findet zu Gießen Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Die lebten Märkte waren durchschnittlich mit etwa 300 Pferden befahren und von $DÖnMern und Landwirten sehr gut besucht. Es wurden recht bedeutende Käufe abge­schlossen. Auch für dieses Frühjahr steht ein guter Markt zu erwarten. Mit dem Markte ist eine Ausstellung von I Wagen, Geschirren, Stallutensilien, landwirtschaftlichen Ge-

heitin dieser Weise in derOeffentlichkeit be- Wagen, Geschirren, Stallutensilien^landwirtschaftlichen Ge­hau delt würde und sagt weiter, die durchaus wohl- räten nsw verbunden. Mr die ^rP^^

~ - " » " . Zahn-Gießen, Gutspächter Bene-Hof-Mtenburg bei Wetzlar,

Direktor wurde s. Z. mit offenen Armen empfangen, und die Oekonomierat Hofmann-Hofgüll und Schlachthofdirektor Dr. Sympathien für ihn haben sich im Laufe der Liebe-Gießen. Folgende Preise sind vorgesehen: 1. Ab-

Iahre nur vermehrt. Ein anderer Lehrer sagt, von teilung, Reitpferde: 2 Preise von 30 und 20 Mk., 2. Ab-

einem Disziplinarverfahren kann doch wohl die Rede mcht teilung, Wagenschläge (paarweise zu prämiieren): 3Preise

fein, im höchsten Falle kann es sich um Schwächen handeln, von 80, 60 und 40 Mt. 3. Abteilung, Arbeitsschläge (paar-

Jch halte Geheimrat Dr. Schädel für einen durchaus wohl- weise zu prämiieren) :a. schwere: 3 Preise von 80, 60 und wollenden Mann. In einem dritten Protokoll heißt es: b. leichte: 3 Preise von 60, 40 und' - 58

3«»«e 'S. - *

Oeffentlichkeit gezogen wurde, das tiefste Mitleid mit 30, 20, 15 uub 10 W. 5. Abteilung, Arbeitsschläge: (diese Dr. Schädel empfand. Em anderer sagt, ich stehe per- Pferde müssen nachweisbar 6 Monate im Besitz von Land- sönlich in bestem Einvernehmen mit Geheimrat Dr. Schädel. Wirten sein, die Mitglieder des hessischen Landespferde- Jm Falle einer Beschwerde von Seiten der Schüler oder! zuchtvereins oder der landwirtschaftlichen Bezirksvereine sind): a. einzelne- Pferde: 3 Preise von 30, 20 und 10 Mk., b. paarweise zu prämiieren: 3 Preise von 50, 30 und 20Mk., 6. Abteilung, dreijährige Fohlen: a. Wagenschläge: 4 Preise von 40, 30 und 20 Mk., b. Arbeitsschläge: 4 Preise von 40, 30, 20 und 10 Mk. 7. Abteilung, zweijährige Fohlen: a. Wagenschläge: 4 Preise von 30, 20, 20 und 10 Mk., b. Arbeitsschläge: 4 Preise von 30, 20, 20 und 10 Mk. 8. Abteilung, Zuchtstuten mit Fohlen oder nachweislich ge­deckt (Prämien für inländische Züchter, welche Mitglieder des Landespferdezuchtvereins sind): a. Wagenschläge: 16 Prefie von 60, 50, 30, 20, 15, 10 Mk.. b. Arbcilsschläge: 6 Preise von 60, 50, 30, 20, 15 und 10 Mk. In den Abteil­ungen 1 bis 4 werden für im Privatbesitz besindliche Pferde, die nicht üm Geldpreise konkurrieren, Ehrenpreise gegeben. In den Abteilungen 2, 3 und 4 werden nur Pferde im Besitz von Händlern zugelassen. Der Prämiierungsplan, welcher die nähere Bedingungen enthält, wird von Wein­händler August Schwan zu Gießen auf Wunsch übersandt.

§ Sichenhausen, 7. März. Der hiesige Schnl- hansneubau wird nunmehr in Angriff genommen Es soll ein den Verhältnissen der Gegend angepaßtes einstöckiges, massives Gebäude aufgesührt werden. Diese Bauart ist wohl für eine Gebirgsgegend die beste. Der ! Staat leistet einen Zuschuß von 8000 Mk.

Mainz, 8. März. Der Wormser Dompropst Malzi, der aus seinen erneuten Antrag gegen Hinter­legung einer Kaution von 10 000 Mark aus der Unter­suchungshaft in Mainz entlassen wurde, ist bis jetzt nach. Worms nicht zurückgekehrt; ob er sich noch in der Stadt Mainz befindet, oder wohin er sich von, dort begeben

Aufklärung.

* Kleine Tagesckrvnik. Durch einen Selbstschuß, bet für Maulwürfe gelegt war, verletzte sich in Plaun bei Arnstadt (Thür.) der neunjährige Knabe des Chauffeearbelürs Waho so schwer, . daß nach einer halben Stunde der Tod eintrat. In Ö ab in gen gerieten bei der Hoheit des Bergmanns.Nieder- brünn in einem Gasthaue die Bergleute Lauer und Müllers, in Wortwechsel, in dessen Verlauf Lauer die Drohung ausstieß, Müller werde ihm das noch bezahlen müssen. Da L. nicht zu beruhigen war, setzte ihn der Wirt vor die Tür. Um, 2 Uhy nachts brach die Hochzeitsgesellschaft auf. Kaum waren die Gäste einige Scliritte gegangen, als man ihnen eine Flasche nachwarf. Im nächsten Augenblick ging Lauer an Müller vorbei und versetzte ihm mit einem Messer einen Stich der die Lunge durchbohrte und den sofortigen Tod Müllers zur Folge hatte. Lauer stach darauf noch weiter um sich und verletzte noch "zwei Bergleute. Endlich gelang es den vereinten Bemühen der Gesellschaft, L. zu über­wältigen, der so übel zugenchet wurde, daß er in ein Hospital gebrasst werden mußte. Die 45 Jahre alte Witwe Backhaus aus Sprockhövel hatte Bremen besucht, war am Sonntag Abend zurückgekehrt und hatte dann den Weg nach ihrer Wohnung ein geschlagnen. Gestern früh wurde die Frau mit einer Wunde am Halse aufgefunden. Sie vermochlte nur durch Znchen anzu­deuten, ein Kerl hätte sie überfallen. Kurz darauf verschied sie. Unweit des Tatortes wurde em blutbeflecktes Messer gesunden. In Wattenscheid wurde der Gehilfe einer Großhandlung nach der Post geschickt, um 49 000 Mk. zu erheben. Er durch­schnitt die Telephondrähte im Bureau seines Prinzipals, erhob die genannte Summe und fuhr nach Köln zum Karneval. Ter Kölner Polizei gelang es, den leick'-tsinnigen Menschen bald daraus bei seiner Braut fest zunehmen. Tie aus Tausendmarkscheinen be- stehende Summe witrbe noch vnllzäbl'g ve>rgefunden.

Hisenvasin-A'iitung.

Orientierungshefte für die preußisch-hessi­schen Eisenbahnen hat Eisenbahnministe^ v. Budde in seiner letzten Rede im preuß. Abgeordnetenhause in Aussicht. gestellt. Ter Minister hat Probeabzüge der in der Herstellung begriffenen Hefte zur Hand gehabt; sie enthalten Fahrpläne und machen die Reisendm auf Sehenswürdigkeiten der Route aufmerksam. Mit der Einführung dieser.Bücklein wird die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft lediglich dem Beispiel folgen, das die privaten Verkehrsgeisellschaften fett langem gegeben haben. In Bavern und Württemberg, in Frankreich, Italien und vor allem in der Schweiz sind derartige, oft prächtig ailSgestattete und mit schönen Illustrationen versehene Eisenbahn- und Tampfschissahrts- Wegweiser ständig im Umlauf; hie rührigen Verwaltungen sorgen gleichseitig im Auslande für massenhafte Verbreitung. Es ist

und daß der, den Dr. Noack gewühlt,.der unglücklichste Weg war, den man überhaupt einschlagen konnte und namentlich in Rücklicht auf Professor Dr. Noack selbst. Tenn dieser Herr hat auf mich durchaus nicht.den. - .

Eindruck gemacht, alsob dasVorgehenseines Schülern gesprochen^hasi Bruders und des Abg. Dr. David auf seine P Gesundheit bessernd gewirkt hat. Professor Dr. Noack hat mir gegenüber wiederholt nach»- drücklichst bedauert, daß dieser Weg einge­schlagen, worden ist. Auch in Rücksicht auf Direktor Dr. Schädel hätte man anders handeln müssen. Wenn ich nicht irre, hat Abg. Ulrich gesagt, es läge die Möglichkeit vor, daß Dr. Schädels Vergehen auf einen krankhaften Zustand zurückzuführen seien. Ich gebe dieses keinesfalls zu. Aber dennoch, die Vermutung liegt sehr nahe, wenn man in Betracht zieht, mit welch überaus schweren Schicksalsschlägen Herr Geheimrat Tr. Schädel während der letzten Jahre zu rechten hatte. Selbst wenn diese Vermutung sich irgendwie bestätigt hätte, hätte wohl kein übermäßig großes Zartgefühl dazu gehört, mir zu sagen, der Herr scheint nicht ganz gesund zu sein. Das wäre der Weg gewesen, die a l l e i n m e n s ch- liche Rücksicht auf Geheimrat Dr. Schädel und Pro­fessor Tr. Noack zu nehmen. Dr. Davib ist selbst Gymnasial­lehrer gewesen. Bei ihm' darf man doch sicher das Ver­ständnis vermuten, daß es etwas anderes ist, hier im Hause gegen einen Straßenwärter oder bergt als aegen den verantwortungsvollen Leiter einer so wichtigen Bild­ungsanstalt öffentliche Beschuldigungen vorzubringen. Hier kommt in erster Linie die Autorität der Persönlichkeit des Direktors gegenüber seinen Schülern in Betracht. Tr. Da­vid mußte wissen, daß man den Schaben, den man der Autorität des Mannes zugefügt hat, nicht mehr ganz reparieren kann. Tiefe Rücksicht hätte er nehmen müssen.

Tie persönliche Rücksicht gegen Professor Tr. Noack, die . . .

persönliche Rücksicht gegen Geheimrat Tr. Schädel und habe Dr. Noack veranlaßt, den Weg einzuschlagen, weil er die persönliche Rücksicht gegen das schwere Anit des Tirek- jm Interesse seines Bruders die Untersuchung wünschte. Er tors, Autorität zu halten gegenüber den Schülern, hätte Tr. nicht verstehen, wie Abg. v. Brentano als Jurist nach David ein anderes Vorgehen diktieren müssen. Ausführungen der Regierung die Beschwerde für un- Tenu Tr Davch Werg> ganz-genau daß die Wahrung btefer beqrünbct f)a(ten fönne. Die Regierung habe nur festgestellt, ein Kimcnt Jotoaten,benn liefern stehen ganz andere daß kein Grund zur Diszipsinanmtersuchung vorliege. , Um Mittel zur Verfügung wie jenem, '-------- --1 s-fir*

Schluß, daß die Notwendigkeit des Vorgehens des Abg. Dr. David keineswegs erwiesen ist und daß mich die Ergebnisse der letzten 14 Tage in meiner Meinung vielmehr bestärkt haben. (Lebh. Beif.)

Abg. v. Brentano: Durch die ausgezeichneten und sympathischen Erläuterungen des Negierungsvertrcters ist fest- gestellt worden, daß die Vorwürfe, die man in diesem

Regierungsvertreters - -, -----. ------ - -- - - - , m

unserer Seite noch des weiteren auf die Sache eingehen höheren Lehranstalten Hessens, so soll auch in den Volks- würde. Ich erachte mich von der Erklärung der Regierung am 9. Mai

|ie in diesem Falle dem Hause die erbetene Antwort erteilt Ln ^etI vorausgehenden Wochen durch Behandlung Schiller-

bat. (Bravo!) scher Gedichte, wie sich solche in den Lesebüchern reichlich

Geh. Oberschulrat Dr. Nodnagel verliest zunächst | finbeu, das Verstänbnis für die Bebeutnng bes Dichtev-

gegenüber der Behauptung des Abg. Ulrich, daß Profeffor Dr. Noack von der Behandlung durch Direktor Schädel