ürttem-
Tie Mehreinnahmen ans den ersteren hofierten ans den besseren Holzverkäufen, und bezüglich der letzteren könne er die erfreuliche Mitteilung machen, daß das im Oktober I. bei der EtatZaufftellung angenommene Plus von 150 000 Mk. sich nach den jetzt vorliegenden genaueren Nachweisen auf 283000 Mk. belaufen werde. (Bravo!) "Tiefem neuen Plus stelle sich aber jetzt schon die Sorge um die Ausfälle der Stempelsteuererträge entgegen, die eintreten müssen, wenn auch nur die empfindlichsten Härten des Gesehen korrigiert würden. DaS günstige Steuererträgnis komme, wie er glaube, nicht nur aus der strengen Steuerveranlagung, sondern ganz erheblich aus der Vermögenssteuer, was -c>.rfo tatsächlich eine wesentliche Verbesserung der allgemeinen Vermögenslage bedeute. (Lr lasse demgegenüber dahingestellt, ob es richtig sei, immer in die Welt hrnauszurufen, daß man in Hessen die höchsten Steuern bezahlen müsse. Bezüglich des prozentualen Steuergesetzes sei Hessen bereits von Sachsen und Württemberg erreicht, auch Preußen gehe mit Aenderungen vor, und überholt sei Hessen in den Zwischenstufen der Beteuerung auch schon z. B. von Württemberg. Man dürfe üso nicht mehr den Glauben verbreiten, als ob man in
'ganzen Vermögenssteuer. Der günstige Abschluß des Bud- ;wtS sei nur möglich gewesen unter Beiseitestellung wichtiger Forderungen und Reformen, auch berechtigter Petitionen der kleinen Beamten um ö>chaltsanfbesserung: die Regelung der Frage der Tienstivohnungsentschädigung sei gleichfalls nicht länger zurückznstellcn. Ten Bergarbeiter- ausstand halte er mit dem Abg. Reinhart für ein nationales Unglück, cs müsse alles aufgeboten werden, um ein Unterliegen der Arbeiter in diesem gewaltigen Kampf zu verhindern. Redner verbreitet sich dann über die „rücksichtslose Auspowerung der Massen" und die verderbliche Ausdehnung der Trustbildungen, und verlangt Freiheit der Koalition der Arbeiter, nur dadurch könne einer weiteren" Verelendung der Arbcitermassen vorgebcugt werden. Die gestrige Attacke des ?lbg. Schmitt über die konfessionellen Gegensätze umr eigentlich nur eine CH am ade. Seine Angriffe aus die Presse müßten sich, besonders an die Adresse des Mainzer Journals richten, das in einem sehr scharfen Artikel gegen Philipp den Großmütigen wütete, während Herr Tr Schmitt kurz danach den Philipps Orden erhielt. (Heiterkeit.) Zu Kulturkampfdebatten sei frier im Hause» ein wenig günstiger Boden; wenn man in der „Wormser" Ecke" das Bedürfnis habe, ein bischen in Krrlturkampf zu machen, so könne das hier im Hause nicht weiter genieren. Redner bespricht dann das Kreisblattwesen, das er als ..Unwesen" 'bezeichnet und Abhilfe von der Regierung verlangt. Dann wendet er sich zu den Offenbacher Schulver- hälwissen, die ganz ungesetzlich seien. Man habe auch einem Nachtwächter die Bestätigung versagt, weil er Sozialdemokrat sein sollte, einem Obstbaumwärter hat das Kreisamt Offenbach wegen seiner sozialdemokratischen Gesinnung die Bestätigung versagt. In umständlicher Weise kommt Redner dann auf den Fall Pernerstorffer in Offenbach und fragt die Regierung, ob die dort angewandte Praxis bezüglich des Versammlungsrechts in Zukunft zum Prinzip erhoben werden solle. Die Regierung dürfe solche Verfassungsverletzungen nicht dulden, wenn sie nicht ben1 Ruf als liberale Regierung einbüßen wolle.
Staatsminister Dr. Rothe erwidert dem Vorredner, die Regierung habe in der ülngelegenheit Pernerstorffer durchaus korrekt gehandelt. Eine Zulassung der Rede dieses Herrn, der an den Reichskanzler einen von Beleidigungen strotzenden Brief gerichtet hatte, würde als eine ganz offenbare Demonstration aufgesaßt worden sein. Das Vorgehen der Regierung sei auch vom völkerrechtlichen Standpunkt aus völlig gerechtfertigt, er sei überzeugt, daß auch ieder- andere Staat in gleicher Weise gehandelt haben würde. (Beifall.)
Nach kurzer Frühstückspause nimmt Finanzminister Dr. Gn au t h das Wort. Er dankt zunächst für die Anerkennung hinsichtlich der Etatsaufftellung, bei der auch alle Zweige der Staatsverwaltung in bester Weise mitgearbeitet hätten. Man dürfe aus der Verbesserung des Etats vom vorjährigen zum jetzt vorliegenden indes keine 51t großen Hoffnungen erheben. Unser Budget sei zu elastisch; ein Teil der Beweglichkeit fei ihm allerdings int vorigen Jahre durch das Gesetz über den Ausgleichsfonds genommen worden, womit die Wirkung wechselnder Eisenbahneinnahmen, der Lotterieerträge und der Reichsüberweisungen paralvsiert wird. In der Schaffung dieses Ausgleichsfonds erblicke er einen Hauptfortschritt zur Sanierung uttserer Finanzen. Wir hätten jetzt einen genauen Rahmen, in welchem sich die staatlichen Ausgaben bewegen müßten. Für die Einnahmen kämen im wesentlichen zwei Gruppen'in Betracht, die Erträgnisse aus den Domänen und die direkten Steuern.
Hessen anderen Staaten gegenüber so sehr mit Steuern überlastet sei. Gegen die Ermahnung der beiden gestrigen Redner, keine höhere Belastung durch die Gtemeindesteuer- resorm eintreten au lassen, habe er nichts einzuiwenden. Man dürfe aber die Vorsicht nicht so weit treiben, daß man sage, wir wollen lieber alles beim alten lassen. Denn so schlecht, wie die jetzige Gemeindebesteuerung, werde der neue Gesetzentwurf keinesfalls werden. Die 'Besprechung der Lotterüefr age bitte er vorläufig noch zu vertagen, denn die Verhandlungen mit Preußen seien noch nicht zum dlbschluß gelangt, man wisse noch nicht, ob [te scheitern oder zu einem Erfolge führen würden. Jedenfalls aber werde die Regierung bemüht sein, allen berechtigten Ansprüchen imd) Möglichkeit gerecht zu werden. Bezüglich der liesst sch en Eisenbahn Politik sei er mit dem Slbg. Reinhart der Meinung, daß der Abschluß der Eisenbahn- gemeinschaft mit Preußen der beste Schritt gewesen ist, den Hessen tun konnte, und er danke heute noch den politischen Freunden des Herrn Reinhart für das Verdienst, das sie sieh bnrcf) die Unterstützung der Sackte erworben haben. Ter Minister kündigt dann an, daß noch in diesem Jahre die
Vorlage eines Nebenbahn gesehes
erfolgen würde, welches auch die Erbauung der Linien Höchst — Aschaffenburg, Bensheim — Lindenfels lind, wenn sich die noch vorhandenen Schwierigkeiten mit den Gemeinden überwinden lasten, auch die Linie Grün» berg—Lich enthalten wird. (Bravo!) Er habe bei Vorlage des neuen Etats mit Genugtuung konstatiert, daß die Finanzlage wiederum eine Besserung erfahren habe und dieser Satz sei in der Presse in verschiedenartigster Weise kommentiert worden. Von einer Seite sei schon für 1906 das Gleichgewicht im Etat vorausgesagt worden und für den Rückschlag habe dann der Finanzbericht des 9lbg. Möllinger gesorgt, der die Befürchtung einer Steuererhöhung nicht unterdrücken zu sollen meinte. Das Nichtige liege auch hier in der Mitte. Er glaube, daß wir sicherlich noch zwei Jahre gebrauchen w erd en, um das völlige Gleichgewicht im Etat herzustellen. Die vom Abg. Ulrich angeregte Frage der Verminderung der Steuer bei niederen Einkommen könne erst praktisch werden, wenn dieses Gleichgewicht erreicht fei und die teilweise im Vermögensteil enthaltenen Ausgaben mieber auf den Verwaltungsteil übertragen worden sind. Die Hoffnungen auf eine Ermäßigung der Anforderungen für das Reich teile er nicht, er glaube auch nicht, daß die Zolleinnahmen nach den neuen Handelsverträgen uns die Lasten der Matriklilarbeiträge abnehmen werden; daß das nicht geschieht, dafür werde schon die Resolution Trimborn sorgen. Aber wenn Abg. Möllingcr wieder eine Steuererhöhung in Aussicht stelle, s0 erkläre er, der Minister, daß er nicht an eine solche glaube. Er habe schon vor zwei Jahren die Zuversicht ausgesprochen, daß er ohne Steuererhöhung aus- i ommen werde und er halte sein damals gegebenes Wort auch heute aufrecht. (Lebh. Beifall.) Tie Herren Reinhart und Molthan hätten schon gestern zur Vorsicht in der Stellung weiterer Anforderungen ermahnt — wenn die Herren von der Linken ebenfalls die nötige Zurückhaltung übten, so glaube er, daran festhalten zu können, daß der Ausgleich im Staatsbudget in zwei Jahren sich vollziehen wird. (Lebh. Beifall.)
Es folgen nun zunächst einige Wahlen für die Ausschüsse. Für den zweiten Ausschuß werden die beiden aus- cheidenden Mitglieder Reh und v. Brentano wiedergewählt, ür den vierten Ausschuß wird an Stelle des verstorbenen Abg. Weidner der 9(bq. Leun gewählt.
Die Generaldebatte über den Etat wird dann fortgesetzt. Abg. Dr. Buff-Darmstadt kommt auf die gestrige Rede des Abg. Dr. Schmitt zurück und spricht die Hoffnung aus, daß die versöhnenden und ermahnenden Worte des Redners über den Zwiespalt beider Konfessionen in der ganzen hessischen Bevölkerung weiten Widerhall und Beherzigung finden mögen. Wir müßten das alle aufrichtig wünschen; auch die eoange- lische Bevölkerung wolle Frieden haben, und der Friede beider Konfessionen sei ein wertvolles Gut für das ganze "and. Bei der jetzigen politischen und wirtschaftlichen Zerrissenheit in Deutschland sei das Verlangen nach Beseitigung der 'onfessionellcn Streitigkeiten allgemein; es seien so viele wichtige andere Aufgaben zu lösen, daß keine Zeit zu kon- fefiionellent Hader übrig bliebe. Auch er und seine Freunde
zugleich am amüsantesten von Rudolf Herzog in seinem Roman „Eüt Lebenslieb") dagewesene rührsame Geschichte erzählt, baß eine gefeierte Sängerin dem Gatten entfloh, als sie erkannte, baß bieser sie um ihr Lebens- g'lück schnöbe und ruchlos betrogen hat. Wie Sudermanns „Magba" rang sie sich kos aus der Erbärmlichkeit ihrer Ehe. Als ein Weltkiub mit weitem Blick unb Hoheit Zielen ist sie doch keine Verächterin konventioneller Fesselt! ge- woroen. Während der Stern ihres Ruhmes immer Heller erstrahlte, hat sie zwar alle Brücken zwischen sich und ihrer Familie abgebrochen und sich — wohlgcmerkt: nach dem Bruch mit ihrer unglückseligen Vergangenheit — einem feinfühlenden, sie wohl verstehenden 'Mcmne hingegeben. Ihr Name wurde darum von Vater und Sohn niemals mehr genannt. Aber sie gerade ist, im Gegensatz zu ihrem Gatten, stets ihrer weiblichen Würde treu geblieben, und darum klingt es recht deplaziert, wenn sie das alte abgesungene Lied der Magda aus Sudermanns „Heimat" anstimmt von dem „Sündigwerdettmüssen, wenn wir wachsen wollen", von dem Größerwerden als unsere Sünde, die mehr wert ist als unsere Reinheit. Diese edle Frau wird nach Jahren von unwiderstehlicher Sehnsucht nach ihrem Sohne erfaßt, der beim Vater zurückgeblieben ist. Der Herr Papa ist eine neue, vielfach verschlechterte Auslage von Sudermanns buhlerisches Negierungsrat v. Keller, und recht romanhaft, im Sinne der Dutzendromane vom Range der Spielhagen und Konsorten ist es, wenn aller Edelmut und aller Großmut von ihr, alle Niedrigkeit von ihrem Gatten ausgeht. Aeußerlich respektabel vom glatten Scheitel bis zur Zehe, innerlich morsch ist dieser Herr Baron, der es jedoch seltsamerweise fertig gebracht hat, seinen Sohn, obwohl er diesen von fast allem Verkehr mit anderen abschließt, zu einem rechtdenkenden Menschen von tiefer innerer Moral zu erziehen, wenn auch verorämt mit den engherzigen, verrosteten Ehrbegriffen einer äußerlich exklusiven und scheinbar moralisch unantastbaren Gesellschaft, die sich jedoch nicht zu scheuen pflegt, dirrch Hintertüren lüderlichsten Genüsseu^ nachzugehen. Der Junge zwar, eine blutleere, wesenlose Vühnensigur, ist die Reinheit selber, nach Art des bleichblütigen Sckrwesterchens von Suder-
Gießener Theaterverein.
Um seinetwillen.
Schauspiel in 4 Aufiügen von Selma Erdmann- Jes u i tz e r.
Auch am Mittwoch hatten wir eine halbe Uraufführung. Wie Birts „Anna von Hessen" vor dem Gießener Theaterpublikum nur die Besucher des Kasseler Hoftheaters kennen gelernt hatten, so ist das Schauspiel „Um seinetwillen" von Frau Erdmann-Jesnitzer, der Gattin des Bremer Stadttheaterdirektors, bisher m. W. nur auf der Darmstädter Hofbühne und in Worms zur Darstellung gelangt. Frau Erd- mann^ wandelt in den Bahnen Sudermanns. Wäre ihr Stück vor langer denn einem Dutzend Jahren, vor dem Erscheinen der Sudermannschen „Heimat" auf die Bretter gelangt, dann hätten vielleicht manche es für das Erzeugnis eines verheißungsvollen Bühnentalentes gehalten. Heute redet die dramaftsche wie jedwede andere frunft (hoffentlich auch bie Kunst des Architekten unseres heiß ersehnten Musentempels) mit neuen Zungen. Frau Erdmann ist nach den fernen Landen einer längst überlebten Vü^'mmanier retiriert, nach Landen, wo romanhafte, nicht romantische Vorgänge die Bühne bevölkern, wo nicht das Gesetz der seelischen Entwickelung gilt, ja wo selbst das minderwertige Gesetz der Ueberraschung und Spannung schon im ersten Akte seine Geltung einsteltt, wo nur das epische Gesetz der gemächlichen Auseinanderse^ung und Auflösung eines im wesentlichen vor dem Beginne des Schauspiels geschehenen Vorganges waltet, wo nicht der Autor traft feines künstlerischen Temperamentes Partei ergreift, sondern traft gewisser welt- bürgerlicher Ideen, die in seinem Verstände leben, die er erlernt hat weniaer aus dem Leben, als aus der Lektüre. Aus den von Srkoermann, und mehr noch von dessen philosophischen Meistern und anderen neueren Lebenskünstlern- her wohlbekannten Ansichten heraus sind die Hauptgestalten des Stückes „Um seinetwillen" gebildet, sie sind nicht aus den Anschauungen originalen Künstlertums heraus geboren.
Es wird uns wieder einmal die schon so oft (zuletzt und
manns „Magda", der Herr Papa aber, den die Autorin! einen gesellschaftlichen ^Bhender" nennt, lernen wir als! albernen Gecken und verrohten Lustlümmel kennen, würdig! seines klapprigen Freundes, des alten Pavians v. Mns. Er predigt seinem Sohne täglich von der Tugend und! Sittsamkeit, von Gehorsam und Pflichterfüllung, von dem! Glück der Seelenreinheit und dergleichen mehr, handelt! aber selbst genau nach entgegengesetztem Rezept. Er beschimpft täglich die Mutter, die mit ihrem Gelde ihn und den Sohn Fänzend aushält, wovon er dem Jungen aber kein Sterbenswörtchen sagt. Natürlich fehlt auch der Suder- mauusche mannatriefende Pfarrer Heffterdingk nicht. Nur hat er Unterröcke an und ist eine verwitwete Fran Oberst, den es mit threm Zuspruch von burschikoser Biderbität — der Autorin passieren da mitunter verblüffende Entgleisungenj von der Bahn des guten Geschmackes — unter Beihilfe ihres schlappen und langstieligeii Sohnes gelingt, Mutter und Sohn zu vereinigen. Auf die Jfflandsche Welt, die in dieser blassen Jünglingsgestalt lebt, ftfößit der neue- Glaube an die Mutter und der Mutter wie ein Komet auf einen Haarbeutel. Als modrige Staubwolken erkennt er den Nimbus, mit dem sein Vater sich ihm gegenüber zu umgeben verstanden hat; sie fliegen aus und mit ihnete schwirren die kindlichen Ideen von der Geringwerfigkeiil seiner Mutter wie Fledermäuse verwirrt von bannen. Er fufjit sich zunächst noch sehr unbehaglich in btefent Meteoritenschwarm seiner nun untergehenben Jugeubwelt. Von ber Jnfamität seines Vaters bleibt noch sein langsam freiwerbenber Geist bebrückt. Aber schließlich wenbet sich, wie wir es schon im ersten Akt voraussahen, alles zum Guten.
Wir sehen, bic Handlung dieses Stückes ist ausgeklügelt^ die Hauptsache ist, wie in Sudermanns „H»einratz', der Zusammenstoß von alter und neuer Welt, nur in noch erheblich platterem Sinne dieses „alt" und „neu" genommen. Die Personen und ihre Handlungsweise sind ganz der ronrcm- hasten Idee« untergeordnet. Eigens präpariert für diese Romanidee sind namentlich der die Goldwage der Standes^ ehre täglich besudelnde schurkische Vater (der seit Olimsi Zeiten von alten Komödienschreibern beliebte Theaterböjc-
beklagten tief die immer weiter greifende konfessionelle Absonderung, die sich teilweise sogar auf die Schulen erstrecke. Er erblicke darin eine Gefahr für das Vaterland und unser ganzes Volksleben. ES muffe jetzt vor allem gelten, auch doS Reich finanziell selbstständig zu machen unb ba werde schließlich doch nichts weiter übrig bleiben als die Bestenerung von Tabak und Bier.
Abg. Häusel, auf der Tribüne nahezu unverständlich, bringt verschiedene Beschwerden vor über Schädigungen, die gewerblichen Anlagen im Odenwald bezüglich der Betriebs- lrast zugefügt würden und ersucht die Regierung um Abhilfe.
Abg. Dr. Schmitt gibt feiner Freude darüber Ausdruck, daß feine gestrigen Ausführungen und deren Grundgedanke sowohl im Hause selber, wie bei der Regierung sym- patisch begrüßt wurden. Heute müsse er noch einiges ergänzen. Redner beklagt dann die Behandlung in betreff deS allgemeinen katholischen Kirchenfonds. Die staatliche Zuwendung von 80 000 Mark an die evangelische Kirche erfolge en bloc. Dagegen müsse bei der Zuwendung der 50 000 Mark an die katholische Kirche eine genaue Einzelberechnung erfolgen. Das sei eine Ungleichheit in der Behandlung und er bitte hier um Abhilfe, lieber die Erklärung des Staatsniinisters bezüglich der Behandlung der Ordensschwestern freue er sich, nicht minder über die Aeußerung des Abscheus darüber, daß die Ordensschwestern überhaupt gleichzeitig genannt würden mit den Dirnen und in den Polizeivorschriften auch so behandelt würden. Er habe die Beobachtung gemacht, daß auch jeder vorurteilsfreie evangelische Mann darüber empört sei. Jetzt gelte cs aber nicht nur, zu reden, sondern auch zu handeln und zwar durch eine gründliche Revision der bezüglichen Bestimmungen. In den hessischen Ordensvorschriften sei von einer bestimmten Zahl der Ordensschwestern überhaupt nichts enthalten. Redner weist dann noch auf einige weitere Un- zuträglichkeiten hin.
Staatsminister Rothe sagt zu, die vorgebrachten Beschwerden zu prüfen; die Regierung werde bemüht fein, den Wünschen des Vorredners so weit als möglich entgegen* zukonunen.
Die Beratung wird daraus nach 1 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag früh 9 Uhr.
Die agrarische Woche.
III.
33. Plenarversammlung des Deutschen LandwirtschastsrateS. (Nachdruck verboten.)
S. u. H. Berlin, 7. Februar.
Im Sitzungssaale des Vrovmziallandtagcs der Provinz Brandenburg trat heute der Deutsche Landwirtschaftsrat zu seiner 33. Plenarversammlung zusammen. Von den Veränderungen int Mitgliederbestände interessiert die Wahl des Majors a. D. Ende l l - Posen in den Landwirtschaftsrat.
Unter den Erschienenen bemerkte man u. a. Graf Ori 0 la, Geh. Rcg.-Rat Haas-Darmstadt usw. Ferner Graf v. P ü ck - l e r, und Vertreter der Reichslande, der fielen Städte, Hessens, Oldenburgs und thüringischer Staaten. Dem Bericht der Kommission über die Ausführung der auf der vorjährigen Plenarversammlung gefaßten Beschlüsse ist zu entnehmen, daß eine Erhebung der F l e i sch pr 0 du kt i on der heimischen Viehzucht ftattgefunken hat. Der gesamtedeutscheVieh- be stand wird «auf 8 Milliarden Mark geschätzt, die jährliche Werterzeugung auf 5 Milliarden Mark.
Ten Geschäftsbericht erstattet Generalsekretär, D«r. Da de. Aus demselben geht hervor, daß der Landwirtschaftsrat im letzten Jahre auch Fütterungsversuche angestellt hat. Eine Unterstützung des L an d w ir t s cha f t s r a ts auI dem Fonds des Reichsamts des Innern in Höhe von 50 000 Markalljährlich stehe in Aussicht.
Hierauf wird in die materielle Tagesordnung eingetreten. Erster Gegenstand ist der „Einfluß der Kartoffelernte! 1904 auf die Spiritusfabrikation und die Industrie der Kartoff eliabrikate." Es referieren Ämtsratj Säuberlich-Gröbzig und Geh. Oberregierungsrcrt Professor Dr. Delbrück- Berlin.
Frhr. v. Ran vau beantragt anstelle der alliährlichen Vieh» zählung „eine Schätzung des Schweiirebestundes". Tie Kosten für eine allgemeine Viehzählung seien zu Hoch. In der Abstimmung werden eine Anzahl Leitsä^e angenommen, die sich mit den Ausführungen des Referenten decken. Eine Aenderung wird nur insofern beschlossen, als aus Antrag des Grafen Brühl, daß die Verwendung des Stärkesyrups nur dann als Fälschung angesehen werden kann, wenn er nicht deklariert ist. Ter Antrag! Rantzau wird ebenfalls ungenommen.
Dann wird die „S e ß ha f t i g k ei t u n d A b w a u d e rung der weiblichenJugend vom Lande" behandelt. Referenten find Hauptmann Tr. B i n d e w a l d-Berlin und Frhr. von C et t o-ReicbiertisHausen. Beide Referate gipfeln in folgende« Resolution, die angenommen wird:
Sif zttf te gelegte: den Rk
öelsvet stände. Abfickt Land Wohl { schuft der gc habunc bald, die K sowie t den
M brr btfa her btt bie toorben । erschwert tei rufi
M sh nicht n eingM des rns Regien Zu nie Recht zoll sei worden des W dauern würde
^rsöiilichj
Wenbfin
Frcmw ung gi ventivs empfm Tazu Ucbere Eismb Me 1 Dolzzy
wM
Vast seine, über । Znk tat a derk baue Sen unb betS streu
weiblü mig schajili
Kl
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DolM Devöl^ ba« tveiM anM w
Kticfi ? bescstai w- derung nach 1 Arvech nach» bezei» der 2 Lante derart" tunelji
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Wicht) rute Sohn. Nisse, un gen einwii schon drei S vorber
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ist i Siach t öoni 2^ erschien, voller u "achte ।
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