Ausgabe 
2.5.1905 Erstes Blatt
 
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Dienstag Ä. MailSO^

Aie heutige Dummer umfaßt 8 Seilen.

Rußland stark erschüttern

Wir erhielten heute nacht

dem Witkowsky'Platze

Der und die

Der die eine Der die

ISS. Jahrgang

Abt dieser Kirche, welcher die Königin Elena konvertiert getraut hat, führte das Kaiserpaar durch die Kirche, Krypta und die zugehörige kleine Kirche San Gregorio. Abt überreichte eine Reihe wertvoller Werke über italienische Kirchenbaukunst und Kirchenmalereien sowie Medaille zur Erinnerung an die Kirche San Nicola. Kirchenchor trug Gesänge vor. Das Publikum, das

das Ausland drängen und dort Werte zum Aufschluß bringen, welche eine nicht zu übersehende Gefahr für die deutsche VolR- Wohlfahrt nach sich ziehen müßten.

Demnach muß unsere Industrie mit aller Energie die AK lehnung des Antrages Gamp von der Volksvertretung ver­langen.

.Karlsruhe, T. Mai. Das Kaiserpaar trifft laut Hosbericht mit dem Prinzen Adalbert und Oskar am Freitag nach­mittag 5 Uhr hier ein. Der Kaiser reist am Montag nach Straß­burg, die Kaiserin nach Gera und Potsdam.

zubringen, behauptet, von Deutschland verbreitet worden fein,, um in Italien Mißtrauen gegen die französische Politik zu­erregen. Es ist kaum nötig, darauf hinzuweisen, daß hieran kein wahres Wort ist, und daß Deutschland mit dieser ganzen tripolitanischen Angelegenheit nicht das geringste zu Lun hat.' Solche unehrliche Ausstreuungen können höchstens den Ver­dacht bestärken, daß Frankreichs Vorgehen in der marokkanischen Frage doch nicht so harmlos ist, wie die französischen Offiziösen es manchmal darzustellen belieben. Eine gute Sache braucht man nicht mit so schlechten Mitteln zu vertreten.

Rußland in Sturm und Drang.

Lufammcnstöbe zwischen Arbeiter« und Militär in Warschau.

Aas Aaiserpaar in Italien.

Bari, 1. Mai.

Gestern nachmittag 4 Uhr 30 Min. begab sich das Laiserpaar mit den Prinzen und dem Gefolge an Land.

Ausland.

Petersburg, 1. Mai. Wie der gestrige ist auch des heutige Feiertag hier vollständig ruhig verlaufen' Infolge des schönen Wetters bewegten sich die Spaziergänger in Massen auf ben Straßen. Ein Eingreifen der Polizeireserven war nirgends nötig.

Aer Krieg.

Heber den Aufenthalt des baltischen Geschwaders und 6cr Flotte Togos sind heute keinerlei Nachrichten eingegangen.

Aus Petersburg wird gemeldet: Entgegen dem halb­amtlichen Dementi wird in unterrichteten Kreisen versichert, daß das russische Geschwader durch 7 argentinische Arie gsschiffe verstärkt worden ist. Die Schiffe sollen bereits zum Geschwader Noschdjestwenskys gestoßen sein. Dadurch verfüge der Admiral über eine erdrückende Schiffszahl gegenüber den Japanern. (Daran ist vermutlich doch nichts Wahres. D. N.)

Straßen, die Fenster und die Dächer besetzt hatte, bereitete dem Kaiserpaar stürmische Kundgebungen. Um 7 Uhr 30 Min. empfing der Kaiser auf derHohenzollern" eine Deputation der deutschen Kolonie. Die Kapelle derHohenzollern" spielte abends im hiesigen Theater.

Bei der heutigen Automobilfahrt des Kaisers mit der Kaiserin ging die Fahrt über Modugno nach Bitonto, wo die Kathedrale und das Priesterseminar besichtigt wurde. Hier sang der Knabenchor der Zöglinge in deutscher Sprache Heil Dir im Siegerkranz". Der Kaiser und die Kaiserin nahmen ein Geschenk von Büchern kulturhistorischen Inhalts entgegen und zeigten sich über den Gesang höchst erfreut. Die Fahrt ging dann weiter nach Altamura, wo eben­falls der Dom besucht wurde. Das Frühstück wurde im Speisewagen des dort aufgestellten italienischen Sonderzuges eingenommen. Unter andauerndem Jubel der Bevölkerung führte die Rückfahrt in Automobilen über Bitetto nach Bari. Die Ankunft an Bord der ^Hohenzollern" erfolgte um 3 1I2 Uhr. Um 5 y2 Uhr ging die kaiserliche Jacht nach Venedig in See. Der Kaiser und die Kaiserin sprachen sich auch über die heutige Automobiltour, welche, wie die von Samstag, von dem Flügeladjutanten v. Chelius in die Wege geleitet war, überaus befriedigt aus. In einem Schreiben an den Präfekten von Bari Cettato, drückte der Kaiser den Dank an alle Personen, Gemeinwesen und Kor­porationen aus, die ihm und der Kaiserin den schönen Empfang in Apulien bereitet haben.

Marokko.

DerKöln. Ztg." wird aus Berlin einiger Zeit aufgetauchte, nachher oon; falsch bezeichnete Behauptung, daß.

Nachdem die Osterfeier in Rußland ohne ernstliche Störung verlaufen ist, hat der 1. Mai, derWeltseiertag"' neue Schreckensszenen heraufbeschworen. In Warschau, wo der Streik unter den Arbeitern außerordentliche Dimensionen an­genommen hatte, i|t es zu blutigen Zusammenstößen ge­kommen, die von neuem ganz Rußland stark erschüttern werden. Wahrscheinlich ist, daß diesmal das Militär zum Schießen genötigt worden ist. ........

folgende Drahtmeldung:

Köln, 1. Mai. geschrieben: Die vor ranzösischer Seite als

Keer und Motte,

Berlin, 1. Mai. DieKreuzztg." berichtet über das heutige 5 0jährige Militärdienstjubiläum des Ge­neralinspekteurs der Kavallerie Edler von der Planitz. Heute früh traf das Glückwunsch- und Dankschreiben des Kai'. .s aus Messina ein mit der Mitteilung, daß der Kaiser ihm den Verdienstorden der preußischen Krone verliehen habe. Kaiser Franz Josef als Chef des 16. preußischen Husaren- Regiments, ä la suite dessen v. d. Planitz steht, sandte tele­graphisch wärmste Glückwünsche. Der Prinzregent von Bayern verlieh dem Jubilar das Großkreuz des bayeri­schen Militärverdienstordens. Der Prinzregent von Braun­schweig sandte gleichfalls Glückwünsche. Nach der Begrüßung durch die Familienmitglieder begann die Beglückwünschung durch Abgesandte der deutschen Kavallerie. Zunächst die Vertretungen des Stabes der Kavallerie-Inspektion und des Militärreitinsiitutes in Hannover, dann durch 100 Offiziere der deutschen Kavallerie-Regimenter, an ihrer Spitze der Korpskommandeur General Frhr. v. Bissing. Dieser über­reichte mit einer Ansprache einen silbernen Tafelschmuck, zu dem auch der Kaiser und die Prinzen Albrecht und Friedrich Leopold beigetragen haben. Ferner brachten Glückwünsche dar das Offizierkorps des 16. Husaren-Regiments, General- stabschef Graf v. Schlieffen u. a. Heute abend findet ein Jubiläumsfestmahl im Hotel Kaiserhof statt.'

Königsberg, 28. April. Heute mittag wurde die Leiche des Generaladjutanten Kaiser Wilhelms L, Generals der Kavallerie Graf Lehndorff, am Schloß Preyl unter militärischen Ehren beigesetzt. Der Kaiser hatte General- Feldmarschall v. Hahnke mit seiner Vertretung beauftragt. Zur Vertretung des Kronprinzen war dessen persönlicher Ad­jutant Major Oppen erschienen. Der Reichskanzler Graf Bülow ließ sich durch Oberleutnant v. Schwartzkoppen ver­treten. Unter den Teilnehmern an der Trauerfeier befand sich Staatsminister Graf Eulenburg.

Frankreich in Tripolis weitgehende Hafenkon- zessionen erhalten habe, wird jetzt von demTemps" zu Verdächtigungen gegen Deutschland benutzt. Die Nachricht soll, wie derTemps", ohne die Spur eines Beweises bei-

Aeutsch-Südwekafrika.

Berlin, 1. Mai. In einem Telegramm aus Wind« huk wird nachträglich gemeldet: Im Gefecht bei Sand- mund am 2. April gefallen: Reiter Ferdinand Rietzke, geb. 1. Sept. 1877 in Angerapp, früher Ulanenregiment Nr. 8; im Gefecht an der Vley östlich des Elefantenflusses, südlich von Kowisekolk am 7. April gefallen: Reiter Gustav Könnecke, geb. 4. Febr. 1884 in Kerstlingerode, früher Infanterie-Regiment Nr. 75; Gefreiter Alois Rieger, geb. 7. Mai 1884 in Neisse, früher Feldartillerie-Regiment Nr. 21, am 21. April 1905 im Lazarett Koes an Typhus gestorben.

An der Landungsstelle hatte die deutsche Kolonie Aufstellung genommen. Die Damen der Kolonie wurden der Kaiserin vorgestellt und überreichten Blumen. Tie Kaiserin nahm hierauf die Vorstellung der Damen der italienischen Spitzen der Behörden entgegen. Die Majestäten und die Prinzen besuchten dann den Dom aus dem 11. Jahrhundert, das alte Kastell am Hafen aus dem 12. Jahrhundert und die berühmte, 1087 erbaute Kirche San Nicola di Bari.

Warschau, 1. Mar. Auf l ...

Barbe eine 5000 Köpfe zählende Arbeitermenge am Nachmittag vom Militär angegriffen. Das Militär jchoß. Die Sanitätswache zählte 31 Tote und 15 Verletzte. Die Polizei schaffte außerdem 60 Tote und Verwundete

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Mai. Wie derBerl. Lokal-Anz." wissen will, sehe der Entwurf einer Reichserbschaftssteuer, der Letzt dem Staatsministerium vorliege, eine jährliche Entschädigung für die Bundesstaaten vor, welche bisher Erbschaftssteuern erbeben, ^ie Reichserbschaftssteuer fei nach elsässischem Muster ausgearbeitet, begreife auch Erbanfälle an Kinder ein und werde nach Abzug der erwähnten Entschädigung etwa 80 Millionen Mark bringen.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe von O r d e n s a u s z e i ch n u n g e n für gegenwärtige und frühere Mitglieder der Schutztruppe in Südwest-Afrika. Hauptmann Viktor Franke erhielt den Roten Adlerorden 3. Kl. mit Schwertern imb Krone, die Oberleutnants Heinrich Boett- lin, Johann Fromm und v. Zuelow den Kronenvrden 4. Kl. mit Schwertern.

. Der bisherige Präsident der Eisenbahndirektion Hannover Wiesner wurde zum Oberbaudirektor und Ministerialdirektor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten und der Ober-Regierungsrat, Herwig-Hannover zum Präsidenten der Eisenbahn-Direktion daselbst ernannt

Flensbu rg, 1. Mai. Die Hochzeit des Herzogs Eduard vonKoburg mit der Prin zessin v on Glücks­burg findet im September auf Schloß Glücksburg statt. Zu der Feier werden das Kaiserpaar und der König von England er­wartet.

Posen, 1. Mai. Nach Art des deutschen Ostmarkenvereins wurde hier ein polnischer Ostmarkenverein zum Schutze der wirtschaftlichen und bürgerlichen Interessen der Polen neu gegründet. Zum Vorsitzenden wurde das Herrenhausmitglied Koscielski gewählt.

Frankfurt a. M., 1. Mai. Heute fand hier die kon­stituierende Versammlung des Tiefbohrtechnischen Vereines für Deutschland statt. Vertreten waren u. a. die Firmen Thumann-Halle, Deseniß und Jakobi-Hamburg, Inter­nationale Bohrgesellschaft Erkelenz, Gewerkschaft Deutscher Kaiser- Hamborn, Berliner Tiefbohr-Aktiengesellschaft, Aktiengesellschaft für Tiefbohrungen-Aschersleben, Feodor Siegel-Schönebeck, Stap- Pen-Viersen, Aktiengesellschaft für Brückenbau, Eisenkonstruktionen und Tiefbohnmgen-Neuwied. Auch die Frankfurter Handelskammer

war bei der Versammlung vertreten. Anwesend waren noch der Reichstagsabgeordnete Oes er, Geheimrat Tecklenburg- Darmstadt, Vrivatdozent der Bergwissenschaften Krahmann- Berlin und Landrat a. D. Dr. Lang en-Köln.. Nach der Vor­standssitzung kam der von dem Abg Gamp im preußischen Mge- ordnetenhause seinerzeit eingebrcuhte Antrag zur Verhandlung. Es wurde folgende an das Abgeordnetenhaus zu richetende Re­solution gefaßt:

Die anwesenden Vertreter' der deutschen Privattiefbohr- Jnduslrie erllären sich mit aller Entschiedenheit gegen den von dem Abg. Gamp im preußischen Abgeordnetenhause eingebrach­ten Antrag. Durch die Annahme dieses Antrages würde dieser hochentwickelte Industriezweig, welcher unter Aufbietung hoher Intelligenz und durch Aufwendung großer Kapitalien, sowie infolge langjähriger systematischer Heranbildung der Beamten und Arbeiter die erste Stellung in der Welt errungen hat, geradezu ruiniert werden. Deutschland verdankt die Aufschließ­ung seiner reichen Mineralschätze und das Aufblühen seiner hochangesehenen Montanindustrie im hervorragenden Maße den Leistungen des Tiefbohrwesens auf der Grundlage der seither geltenden, von dem Grundsätze der Bergfteiheit ausgehenden berggesetzlichen Bestimmungen. Eine Aenderung im Sinne des Antrages Gamp würde unzweifelhaft die Weiterentwicklung des Bergwerkes in einer die allgemeine Industrie schädigenden Weise beeinträchtigen, außerdem aber die deutsche Tiefbohr- Industrie, nachdem sie in Deutschland vernichtet sein wird, in

Nach den soeben veröffentlichten Daten werden bei bett letzten Volkszählung in Rußland 9156080 Personen ate ^beiter und D i en stb o t e n registriert, von denen über 30 Prozent oder 2 281050 Frauen waren. Die Zahl der ^ien^^^ botcn wird auf 21,13121 Personen angegeben, davon 63 Prozent ober 1336 322 werbllcyen Geschlechts. Unter den Arbeitern waren 1095084 Tagelöhner und Schwarzarbeiter ohne bestimmte Be- Ichättwung; 2 /22 890 waren mit Fischfang und Ackerbau be. schastmt und nur 3 224 98a können als wirkliche Fabrikarbeiter, bezeichnet werden. Der größte Teil der Dienstboten und Arbeiter ist loialer Mstammung und nur etwas über ein Viertel flammt on§ anderen Gouvernements. An Ausländern findet man untere den Arbeitern nur anderthalb Prozent.

M adr id, 1. Mai. Die spanische Hauptstadt ist am gestrigelt T-r-- brotlos geworden. Sic Ursache des Bäcker stress

venrrchtet fern wird, Tn bildet die Mißhandlung eines Bäckers durch einen Poftz-isten^

Ühr. 102

««glich

außer Sonntag«.

Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem hesfifchen Landwirt die Gießener Zamilien. hlüttrr viermal in der Woche beigelegt.

Notationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Slem« btudetei. 8L Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei:

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Eichener Anzeiger

Amts- und Auzeigeblatt ftr den Kreis Sietzen WW

irT.mn». zeigenteil: Hans Deck'

fort. Auf der Jerusalemer Straße wurde Militär von der Menge angegriffen, wobei 2 5 Arbeiter verwundet und 25 getötet wurden.

Dann. lief noch folgende ausführliche Meldung ein:

Warschau, 1. Mai. Nachmittags P/4 Uhr zog eine 5000 Arbeitern mit Familien bestehende Menge mit fünf roten Fahnen unter Absingung revolutionärer Lieder nach dem Witkowskyplatz. Man ließ sie dort Aufstellung nehmen. Später traf eine Patrouille Garde-Ulanen ein, welche die Menge passieren ließ. Die Ulanen blieben an den Häusern halten; als hiernach Infanterie von der Marschall-Kowska st raße anrückte, griffen die Ulanen die Menge an. Die Infanterie schoß auf die Menge und diese inachte Kehrt. Die Infanterie fuhr ort, zu feuern. Im ganzen wurden zwei Salven und 40 ei nz eine Schüsse abgegeben. Die Sanitäts­wache zählte 31 Tote und 15 Verwundete. Die Polizei schaffte außerdem 60 Tote und Verwundete fort, nahm fünfzig Verhaftungen vor und konfiszierte zwei Fahnen. In der Jerusalemstraße fand ebenfalls ein Zusammenstoß zwischen Truppen und der Volksmenge statt. Letztere feuerte, wurde aber durch Patrouillen zerstreut. Ein Polizeibeamter wurde verwundet; 20 Arbeiter wurden verwundet und 25 ge­lötet. , Auch hier wurden mehrere rote Fahnen von der Polizei entfernt. Die Stadt erscheint heute abend tot; alle Geschäfte sind geschlossen.

Seit bett frühen Morgenstunden waren alle Kirchen von Betenden üb erfüllt. Starke Arbeit er gruppen lagern sich auf den Haupthlätzen der Stabt, wo sie volle Rtthe bewahren. Bis 10 Uhr war jeder Verkehr in der Stabt unterbunben. Alle Säbett, Kaffeehäuser und Restaurants wurden g>e- sHtossen. Am Wiener Bahnhofe konnten Güterzüge nicht abgelassen werben, da auf dem dortigen Depot die Ar­beiter in allen Werkstätten streiken. Personenzüge konnten bis 11 Uhr nichtabgehen. Auf dem Personen- Bahnhof versehen die Ingenieure den Dienst. Telephon- und Telegraphenämter wurden durch Soldaten be­dient. Mle Staatsgebäude waren militärisch bewacht. Ka­vallerie- und Infanterie-Patrouillen durchziehen vom frühen Mor­gen die Straßen, in denen die Bolkstnassen immer stärker an- sihwellen.. Auf dem Schloßplatz hatte sich um die zweite Mittagsstunde eine vieltausendköpfige Menge einge- stmben, die sich auf den Durchzug durch die Hauptstraßen der Stabt vorbereitete. Das Königs-Denkmal war von Menschen dicht umlagert. Ein starkes Kosaken-Aufgebot hielt sich bereit.

Auch in der Umgegend von Warschau entstanden Unruhen. Wie aus Lodz gemeldet wird, ist dort am 1. Mai früh in allen Fabriken die Arbeit eingestellt worden. Um Vs 12 Uhr mußte die elektrische Dahn den Betrieb einstellen. Zahllose^ Arbeiter, von Militär-Patrouillen überwacht, durch­zogen die Straßen. Am 30. April wurde in der Wollerskagasse eine Militär-Patrouille von Manifestanten mit Stein- w.ürfen angegriffen. Diese gab Feuer wodurch vier Personen schwer verletzt wurden, darunter zwei Jü­dinnen tödlich. Am Mend g r i f sen Ar b e i te r einen O b e r- Schutzmann mit Dolchen^ an und verwundete ihn schwer.

Bei einem Zusammenstoß von Militär und Arbeitern in <5zenstochau wurden am 30. April zwei Frauen und ein Arbeiter getötet, 6 Personen schwer und 13 leichter verletzt. In vier Fabriken streiken insgesamt 4000 Arbeiter. Bahnhof und Stadt sind militärisch 'besetzt. 2lus Lodz ist der frühere Gouverneur Tschertkow mit Gemahlin vom Wiener Bahnhof nach'Berlin abgereist, wobei die größten Vorsichtsmaßregeln beobachtet wurden. Tschertkow will Mittwoch von Berlin nach Wiesbaden weiter reisen.

In der Ortschaft Grodeck zündeten Bauern und - Arbeiter das Wohnhaus und den M e i e r h o f des Guts- - .besitzers Dorf mann an. Herbeigerufene Kosaken versuchten < vergeblich, die Menge zu zerstreuen unb gaben schließlich Feuer. - 8 Bauern wurden getötet, 24 schwerverletzt und 85 ge- , fesselt ins Gefängnis gebracht. (

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