Ausgabe 
1.12.1905 Zweites Blatt
 
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sonders diejenige der Nauheimer und SalzhäuserQuellen abgeleitet. Neuerdings hat 2b. Giutt die Kohlensäure der nordböhmischen Quellen nut diese Weise zu erklären ver­sucht. Nach Lepsins entsteht die Nauheimer Kohlensäure und diejenige der Eifel und des rlminiscücn Schiefergebirges durch Kalkbrennen oder durch Einwirkung, heißer klc>el- säurehaltiger Lösungen auf in der Tiefe anstehende Kalke. Wenn diese Ansicht auch für verschiedene Fälle möglich i|t, wird bei den meisten Kohlensänreauellen die Annahme eines in der Tiefe anstehenden Kalksteines zur Unmöglichkeit, x.c größte Menge der natürlichen Kohlensäure entströmt dem in der Tiefe erstarrenden Magma. Es wurden auf Grund der einschlägigen Beobachtungen und Untersuchungen die physikalisch-chemischen Verhältnisse des Magmas eingehend dargestellt, und die vulkanischen Gasausströmungen, ^be­sonders in ihrer 'Abhängigkeit von der Temperatur geschil­dert, und der Beweis erbracht, daß die Kohlensäurcausjtröm- ung der kältesten und letzten Phase der postvulkanuchen Phänomene entspricht. 5 ieean anschließend wurde die Menge der in den Quarzen der Granite cingeschlossencn Kohlen­säure besprochen. Ter Vortrag wurde durch eine Reihe von Tafeln. Präparaten, Mineralien und Bildern erläutert.

^Freidenker-Vereinigung. Tie gestern abend einberufene Versammlung derFreidcnker-^Vcreini g- ung im Saale deS Hotel Einhorn war überaus zahlreich be­sucht. Prediger Kla uk e-Frankfurt sprach über das Wesen deS FreidenkertumS, dessen Notwendigkeit ini Interesse der Weitercntwickclung der Kultur und seine Qrganu'ation. Ter Redner entwickelte em Bild von der Machtstellung deS katho­lischen KleruS und dessen Tätigkeit bis auf die heutige Zeit. Der Kampf um die Schule, der in Preußen bevorstcht, gebe zu denken, denn die Folgen davon würden in den übrigen Einzelstaaten nicht ariSbleiben. Er verweise auf Italien, Oesterreich, Spanien, Rußland etc. jene Länder, wo das Priestertum noch in alter Macht herrsche. Tie Veivohner jener Länder seien in der gcifltigcn und materiellen Entwicke­lung nicht nu1 nicht vora e jmrnen, sondern verdummt und verblödet. Die bedenkliche politische Macht, welche das klerikale Ecntrum im Reiche ausübe, würde dazu führen, daß man auch in Deutschland unsere Gei'tesfreiheit und Kultur zurück dränge, und darum sei es rinbedingt nötig, daß die Freidenker sich zusammenschlössen, uni einen Machtsaktor zu bilden, der dem entgegeutrete. Prediger Kla.cke, besten eineinhalbstündige Rede mehrfach durch Beifall unterbrochen wurde, forderte zürn Schlüsse auf, sich durch Bildung cinec- Freidenker-Vereins auch in dcr Universitätsstadt Gießen zu- samincnzutun. Zu einer Entgegnung meldete sich Niemand, obgleich mehrfach die 9lusforderung erging. Für die Frei­denker-Vereinigung meldeten sich in der Versammlung 50 Personen. Die nächste Versammlung wird am Donnerstag, 7. Dez. wahrscheinlich im Neuen-Soalbau stattsinden. Prediger Klaute wird sprechen über die Frage: Kann unsere moderne Volksschule noch konfessionell sein. Der 9u*bner wird hierbei die Stellung des cvangelichen Klcrikalismus zur Kultur behandeln.

DaS Schwurgericht der Provinz Ober­hessen, das am Montag, 4. Dezember, seinen Anfang nimmt, hat über folgende Fälle abzuurteilen: Montag, 4. Dez., norm. 9 Uhr: Hch. Berg von Bad-Nauheim wegen Raubes; Anklagevertr. Oberstaatsanwalt Theobald, Verleid. RechtSanw. Arnold. Dienstag, 5. Nov., vorm. 9 Uhr: Katharine Niemenschneider aus RüddingShausen wegen Meineids; Anklagevertr. Gerichtsassessor Dr. Hetzel, Vcrteid. RechtSanw. Grünewald. Mittwoch, 6. Dez., vorm. 9 Uhr: Margarethe Horni auS Birklar wegen Kindestötung, An- klagcvcrtr. Staatsanwalt Hoos, Verleid. RechtSanw. Fischer.

"Diebstähle. Ein S ch losserlc h rlin g half seit einiger Zeit in seiner freien Zeit einem hiesigen Bäckermeister beim Ausfahren von Brot re. Diese Vertrauensstellung be­nützte er dazu, mittelst Nachschlüssel die Ladenkasse ab und zu zu plündern. Er soll im ganzen in kurzer Zeit 148 Mk. entwendet und diesen Betrag in Damenkncipen ver­jubelt haben.

'* U c b e rZ u k u n f t sa u i g a b e n i n S ü b w e st a f r i k a" wird am o n t a q , abends 8' 'A Uhr, in der großen Aula der Universität der Inspektor der Rheinischen Missionsgesellschatt, Herr Pastor H a n ß le i t er aus Barmen, einen Vortrag hakten. Er verdient ein doppeltes Interesse, einmal um des gegenwärtigen Zeitpunktes willen, da durch die llntewuermng dcr Witbois die Beendigung der Kriegsivirren in Südivestalrika zu erhoffen steht, und damit zuoteich wieder die Frage: Was soll nun werden? ernstlich zur Erwägung fomnit; sodann im Blick ans den Vor­tragenden, der als Leiter der qrofsen Rheinischen Mlssionsgefellschast, die schon sei» CO Jahren in Südwestasrika arbeitet, über die Ver­hältnisse, Land und Leute ganz nngetvöhnlich unterrichtet ist, und sich durch die taktvolle und besonnene Art, wie er seinen Einfluß im Interesse unseres Volkes und seiner Mission geltend gemacht hat, ein großes Vertrauen erworben hat und dessen Rat darum bei der Neugestaltung der Tinge von sehr entscheidendem Gewicht fein wird. Von ihm darf man in dieser wichtigen Sache ein wohl- erwogeiics Wort zur rechten Zeit erwarten. Ter Zutritt ist jeder- mann, selbstverständlich auch Damen, offen.

Büdingen, 29. Nov. Von der Errichtung eines Elektrizitätswerkes ist man hier wieder abgekom­men. Voraussichtlich kommt Gasbeleuchtung zur Ein­führung, wenn sich die Gemeinde nicht entschließt, der pro­jektierten elcktr. Lichtzentrale bei Lißbcrg sich anzuschließcn.

Nia inz, 30. Nov. Dcr Stadto. Zimmermeistcr Gabr. Gerster hatte sich in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter Kenntnis von einem Voranschlag über Bauarbciten verschafft und dann als Mindcstnebmendcr den Zuschlag erhalten. Aus diesem Anlaß wird die demokratische Fraktion dcr Stadtver­ordnetenversammlung einen Antrag auf Neuregelung der Vergebung von städtischen Arbeiten an Stadt- verordnete einbringcn, dahingehend, daß es den Stadt­verordneten untersagt wird, sich an den städtischen Arbeiten zu beteiligen. (F. Z.)

Wiesbaden, 30. Nov. Hofrat Otto Dornewaß, der langjährige Hofopernregisseur, ist, 65 Jahre alt, ge- storben. Dornewaß war 1840 in Darmstadt geboren, debütierte als Sänger 1860 in Lübeck und wirkte seit 1865 in Wiesbaden. Er war ein gewissenhafter und pflichttreuer Mann, der für die hiesige Bühne viel Ersprießliches geleistet hat.

Marburg, 30. Nov. 2000,32 Mk. hat die Samm- l u n g zum 93 c ft c n unserer Truppen in Südwcst - afrika hier ergeben, wie in der gestern abend abgehaltenen Sitzung dcS Ausschusses mitgeteilt wurde. Dieses Ergebnis hat die kühnsten Errvartungen übertroffen. Außer dem baren Gclde sind auch noch reiche Geschenke an VerbrauchSgegcn- ständen eingegangcn, die einen nicht geringen Wert bar- stellen. lOberhess. Zig.)

Frankfurt, 80. Nov. Heute nachmittag 4 Uhr 55 Min. erfolgte eine allgemeine Storung im städtischen elektrischen Betrieb. Alle Straßenbahnlinien standen slill; im Nu erlösen sämtliche Lichter. Erst um 5 3/4 Uhr war die Störung vollkommen beseitigt. Am 25. August wurde der Kassenbote der Offenbacher Zementsabrik, Gruber in Sachsenhausen, in dcr Nähe der Fabrik von vier Burschen angefallen und trotz seines heftigen Widerstandes einer großen Summe Geldes, im ganzen 3200 Mk., bera u bt. Die Burschen wurden bald ergriffen und harren ihrer Aburteilung vor dem Schwurgericht. Gruber nahm sich aber den Vorfall so zu Herzen, daß er tiefsinnig wurde. Er bildete sich ein,alle Leute sähen ihn darum an*, daß er sich damals habe be­rauben lasten. Seit Sonntag ist Gruber au§ seiner Wohnung verschwunden und nicht zurückgekehrt. Seiner Frau hinter­ließ er einen Brief, worin er die Absicht kundaibt, sich das Leben zu nehmen; auch der Polizei teilte er brieflich diese Absicht mit. Leider ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß der Unglückliche in geistiger Gestörtheit tatsächlich in den Tod gegangen ist.

* Kleine Mitteilungen a" s Hessen und den Nachbarstaaten. In Niederwöllstadt wurde Eisenbahn- assistent Schneider wegen Fäls^nngen und anderer Unrcgcl- mäßigk.'itcn voin Dienste suspendiert und verh stet. In Worms k m in dm chemischen Fabriken und Asphaltwerken ein Schlosser einem Bcnselk sscl mit d'-i zu n.hc; cs cntsland eine Explosion, bei der d r Mann sstrcest .'c Brandwunden bavon- tr-fi. C"u zweiter Arbeiter erlitt leichtere B rlehungen.

PwnitoSea»

* Literaten-Gespräch!Nun, was schreibst du denn da?Ich verfasse eine Kritik der Kritik über die Kritik der Kritik."

Während deS diesjährigen Manövers sollte eines Tages ein Schützengraben ausgeworfen werden. Weil die Sache aber gar nicht ihren 9lnfonq nehmen wollte, trat ein höherer Offizier an einen Unteroffizier heran und stellte barsch die Frage:Haben Sie denn Spaten mit?*Nein aber Löwenbräu, Ew. Exzellenz*, war die prompte Antwort.

(Aus derJugend".)

<5;unfl unö enlchatt.

Die Intendanz brr Frankfurter Oper verunstaltet zum Andenken an den 150. Gcbnrts ag Mozart's. int Januar in neuer Einstudierung und tcifnrifc nev-'r Ausstattung eine cyclische Aufführung folgender Werk- des Mcis' rs:Jdcm?ncus" ..Tie Enlsilhrnng aus dem Serail",Fiaaro's Hochzeit",Ton Iu"n",Eosi fan tnttc",Tit''s"Tie Za'.'bcrst'tc". in chrono­logischer Reihenfolge. Der Chclns wird am 10. Januar be­ginnen und am 31. Januar endigen. Um d'ese Aufführungen auch weiteren Kreisen znaangig au machen, w ro ein besonderes Abonnement eröffnet, dessen Bedingungen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Stuttgart, 30. Nov. Der Maler Gr'f Leopold von Kalkreuth, Professor an der M'demie der bildenden Künste, dessen Rücktritt schon früher gemeldet worden ist, W die nach- gesuchte Entlassung unter Belassung als Mitalstd des Lehrcr- konventes dcr Akidemie erhalten. Auf seine Stelle wurde der Maler Adolf .Holzel in Dachau 6crufen.

Ter Maler Hans Thoma als Kammer Mit­glied. Wie derKöln. Ztg." ans Hcidelb"rg b-richtct wird, verlautet in dortigen UniversitotSkreisen. das; Prof. Hans Thoma, Direktor der Karlsruher Galerie und Ehrendokior ocr Ruyerto Carola, vom badisck>en Grostherzog in die Erste Kammer berufen worden sei. Bestätigt sich dieses Gerücht, so wäre es das erste Mal seit dem Bestehen der badischen Verfassung, daß neben dcr Wissenschaft auch die Kunst im Parlament eine Ver­tretung erhält. Thoma ist im badischen Schwarzwald geboren und ist, abgesehen von seiner eigentlichen Kunst, in letzter Zeit auch als Schriftsteller hervvrgetreten. Seine Berufung in die Erste Kammer dürste als eine Auszeichnung der badischen Kirnst im ganten Land mit aufrichtiger Freude ausgenommen werden.

Die Nr. 51 derMedie. Klinik", Wochenschrift für vrakt Aerzte, bringt im Feuilleton auf S. 1315 einen Artikel mit der UeberichriftExperimente an Verbrech er n", welcher den imLancet" 1905 30. Sept., von dem Engländer Vreston King erhobenen Vorschlag, den zum Tode verurteilten Ver­brechern die Wahl zwischen Hinrichtung und der Be­reitwilligkeit, sich einem vatbologi s ch en Experimente zu unter-iehen, vom ethischen Gesichts'-unkt nicht obweist, prak­tisch-juridisch dagegen für kaum durchführbar erklärt iwd zum Sck'luß anfuhrt, daß das Au stauchen eines derartigen Vor­schlages in England,der Hochburg des juristischen Konservati­vismus und dem Ausgangspunkte der AntivivisektionShetze" und dessen Erörterung an leitender Stelle im vornehmsten englischen medizinischen Blatt bezeichnend für unsere Zeit sei. Wir weisen auf einen Original-ArtikelVivisektion und Hnmani- tätsdnsclei" in Nr. 255 L desGieß. Anz.", Jahrgg. 153, (1903) hin, dessen Verfasser Dr. med. F. Schäffer iu Lcnn ist.

Jrn neuesten Hefte desLiterarischen Echos" 'Berlin. Egon Fleischel u. Co.) erläßt NickschesSchwester, Frau Elisabeth Förster-Nietzsche, folgenden Aufruf:Durch die Nachlässigkeit des verstorbenen Professors Franz Overbeck in Basel sind nach der Erkrankung meines Bruders im Januar 1889 sowohl in Turin als in Sils-Maria einige seiner H a n d s chr i ft e n ver­loren gegangen. Es besteht die Vermutung, daß diese Manu­skripte noch existieren. Ich mochte nun an alle, die von solchen Manuskrivten hören oder sie besitzen, die innige Bitte richten, sie dem Archiv leihweise zu überlassen. Ich werde alles wieder znrückgcben, oder, wenn es gewünscht wird, die Handschriften für das Archiv ankanfen. Für die Benker der Autvgraphen haben diese einzelnen Blätter keinen großen Wert, da, weil die Unterschrift fehlt, sie nicht einmal beglaubigt sind. Durch das Nietzsche-Archiv würde d.ann die Beglaubigung erfolgen, wodurch die Autogrophen erst ihren wahren Wert erhalten würden. Für uns im Archiv aber würde der Inhalt dieser verstreuten Blatter einen viel höheren als Autographen-Wert staben! Nachdem dos ganze Material mehrfach durchgearbeitet ist, erkennen wir erst die großen Lücken in dem Hauptwerk meines Bruders, dem ..Willen zur Macht". Ta nun mehrfache Zeugnisse dafür vorhanden sind, daß mein Bruder das Werk als fertig bezeichnet bat, be­sonders auch den SchlußDionysos, eine übermenschliche Lebens­auffassung", gerade ober zu diesem Teil des Werkes am wenigsten Vorständen ist. so spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß gerade zu diesem Werk gehörige Schriften in Sils-Maria und Turin verloren gegangen sind. Ich wende mich an alle Nietzsche-Ver­ehrer und bitte sie, ihr Möglichstes zu tun, einige von diesen ki^b^ren Manuskrivten wieder herbeiriisck>gfsen."

Landwirtschaft.

Königsberg, 30. Nov. Der Aufsichtsrat des rrnlängst unter dem NamenOstpreußische Landgesellschaft" gegründeten Unternehmens, das es sich zur Aufgabe gestellt bat, durch Aufteilung von Gütern die Bauern - und Ar­beiterstellen in der Provinz Ostpreußen zu vermehren und durch Regelung dcr Schuld Verhältnisse der bäuerlichen Güter eine Befestigung des vorhan­denen Bauernbesitzcs anzustrebcn, stielt rm 27. Nov. unter der Leitung des Oberpräsidialrates Dr. Gramsch-Königsberg. seine erste Sitzung ab. An bet Sitzung nahmen unter and-.wen teil der Oberpräsident v. Moltke, der Ministeriaskommissar toefo. Re­gierungsrat v. Schwerin, Dr. Hugenberg-Bwlin und die Vertreter dcr an dem Unternehmen beteiligten Finanzinstitute (Scehondlr.ng, Landbank zu Berlin und vstpr. Provinzialgenossenschaftskasse». In der Sitzung wurden vorwiegend DrganifationSfragen erörtert

Handel und ^»erkesir. 'nofä$roirfpf-afft

Ko h l en pr e is e r h ö hu n g. Die Bekanntgabe der am 27. d. M. in Essen stattgefundenen Sitzung des Nhcin'ifcs^"q5 fälischcn Kvhlensyndik'ts festgesetzten Richtpreise fi.r 1906/17® mm erfolgt Die meisten Sorten mirbcn um 2550 Vf crtöS Kokskohle unb einige andere um' 1 Mark. Bei Kolö imj beträgt die Erhöhung 50 resp. 75 Pf. Wie betont wurde V" die jetzt vorliegerrdc Preisliste das Ergebnis langw. - -

Handlungen und wurde sic einstimmig angenommen. I

der Preissteigerung, die wie stets erst für die Abflüsse I 1. dlpril n. Js. in Kraft tritt, wurde die Steigerung cT-r triebsiusgabert cmschlies^lich Materialien angegeben: 'jictb^i I ist die Preiserhöhung unbebingt nötig geworden. In irr I f-nrnnfung wurde zugleich her M'schLuß preußischer Oraetsba^ für Lokomotivkohlen zur Erörterung gestellt, mit b?nt darauf, haß die von dem Arbeitsminister für zwei Jahre tätigten Wscstlüsse zu einem um 60 Pf. höheren Preise ein stcög« 1 Anzeichen für die günstige Auffassung der wirtschasili >u Lev bedeute.

Deutsches Kartellwesen. Tie Denffckrist ül>rr I K'-rtellwcscn ist nunmehr dem Grafen Posadvws'a I

Sie enthält viel wertvolles Material, doch ist d:sscll»e' iir,» I noch einigermaßen davon entfernt, vollständig zu sein. V meisten Verbände geben zwar jede wünsck-enswcrte manckw aber auch nick t; sie suchten sich vielmehr mit allen I der Äuski'nstscrteilung zu entziehen. Etwa 50 Dcrbäud: einen Einblick in ihre Verträge entweder ausdrücllich oder sijz, fcknveigend cbgclehi't, indent sie sich trotz Erinnerno aos die j.'llui'.g d.s Fragebogens bes.hränktm oder lediglich beit (Srf^, sch. ßsvcrlrag cin'>übten, der nur den gcsetzlick'cn notwendiM Bestimmungen über die Begründung einer Äktiengcslllsch-ft ch, ! Gesellschaft mit b s ^wünktcr Haftung entsprach., L" die Stat® aufgenommen sind 385 Verbände. Nach der wirtüchaflsichen deulung sind die K'rtclle d-r Montanindustrie und der clcini>'4k, Industrie hervorragend was auch in ihrer festeren 5?r-Kitifatij* form zum Ausdruck kommt. Mit Ausnahme des Deis-Hleifstch. k'ts. des Kalisvndikats und der Vromkonvention sind die mc-är, Svndik tc er?: nach 1880 gegründet worden. Erst in b. ,i 3 :V1 1903/04 hat die Svndiko tsbewegnng ihren Höhepunkt emich Die ?. 'M der im Jahre 1901 gegründeten Verbände übersteigt ch j b-r früheren Jahre bedeutend. In drses Jahr fallen Mich ch Veränderungen in (trn Organisationssoaemen der Verbände Eisenindustrie, die Bearündung W Stahllverksverbandes, H* j d'mit verbundene A'fsaugung bestehender Kartelle, die 3!» ; bildung des Lbersck>lesisckvn Stahlwerksverbandes u. a fett, die Behauptung, d's ckmrakteaeistische Merkmal des Johrcz 19Dj sei die Verb nasbildung, ni< t unaerechtfertigt erscheint.

9)iärTtc.

Limburg a. b. 29. Nov. Frnchtmarkt. Ti:r$. schnittSoreise pro 9)al ter. Roter Weizen 15.07 T1L, weisrr 00.00 Mk., Korn Mk. 12.55, Gerste 0.00 Ttt., Haier 7.C05L alt 7 70. Erbsen 0.00 Ml.. Kartoüeln 0.00 Mk.

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2t niverfddts-Tlarfitt «fiten.

Jena, 30. Nov. Die Nachricht, die Universitälsbehäcdett d s von den russisch en Studenten beantragte Voqch gegen die Mafregcln des Vereins der deutschen Stubcnpi!» stimmig abgelehnt, beruht nach Erkundigungen an ziiW», Stelle auf Erfindung. Wie her Protektor erklärte, komu ttech gclcgenhcit erst in der am 2. Dezember abzuhallcndeitTtz^ des Senats zur Verhandlung.

Freiburg i. B., 30. Nov. Der o. Professor fr l* logie unb pathologisck)e Anatomie an der hiesigen UnivM Dr. Ernst Z i e g l e r , ein aeborm'-r Schweizer, ist gcilorbtt

v'»>richtsiaal.

M i t der Bedeutung der Redensart .Hall". Sie den 9.U u n b!" unb nut dem Unterschieb in ber '8,' i der Worte Johnt" unbuiibebingt' hatte sich dieser Tage «r vierten Atale ent Berliner GerichtShos zu befchäfligen. ' Polizciübertretuug mar seinerzeit dcr HandluugSgebll'e .liv.M Lauge zu 10 Mk. unb wegen B c l e i b i g u u q eines Pol».;» l e u t n a n t s zu 200 Mk. Geldstrase vom Schösfengcricht vennui worden. Der Angeklagte hatte am 18. Marz den Frieblw' te Arärzgesalleuen besucht? Bei seiner Rnckkehr blieb er innerhalb Bezirks, in dem polizeiliche Maßregeln zur Regelung des Meiijt»' andrauges getrossen waren, stehen, um «uf zurückgebliebei: > | saunte zu warten. Auf die Aufforderung de? Polizeilm^ Nordh a, weiter zu gehen, ging er zögernd eiuige weiter, wobei et rnifonnierte:Die Polizei mischt sich in dM* i Tann blieb er wieder stehen, und als er abermals zum Lttn- geben aiünctotbcvi wurde, ging er wieder zögernd einige I weiter, indem er dem Polizeileutnant Schirmer, ber'tte Aufforderung an ihn richtete, zurief:Sie fehen ja, daß idi ct'x; mau wird doch noch stehen bleiben bürgen !* Schirmer cnv-.trt ihm:Halten Sie ben Munb!" unb erhielt barauf foort die Ab­wart:Halten Sie ben 9)hmb 1* In biefer Nückäußenmq d« bas Schösfengcricht eine Belobigung ocs Polizeileutuants Cchima erblickt, in bem sonstigen Verhalten des Angeklagten atcv e« Uebcrlrehmg bc5 § 132 ber Straßeuorbnung, wonach dem zur» Haltung ber Sicherheit, Orbnuug unb Ruhe aus ben Ön»nt'trrtji Straßen eigcbcnbcn Anorbnungen der Aussichtsbcamten micc^-t'ü Folge zu leisten ist. Ank bie hiergegen von beiben Seiten coi/k^ll Berusiiug erkannte bie Berusungskammer ouf völlige Frei' I sprechung des Angeklagten. Siegen bas Urteil der kanimer legte der Staatsanwalt Revision ein. Tas Kommergci-L hob bas Urteil ber Straikammcr auf. In ber obctmali^cn !t banblung vor der Strafkammer bcantrogte der Staat-anwali^ urteilung. Tie Strafkammer blieb bezüglich ber Uebcvtrciiuiq * ihrer früheren Ansicht stehen unb sprach in dieser Bczicliii'N AngeNagten frei. In ber vom Angeklagten getanen Aeußm»! , erblickte bie Straskammer jeboch ben Ausbruck ber Mchc>ct.-< gegen ben Polizeileutuaiit Schirmer. Man könne barüber fW*'| I ob die Worte beS letzterenHalten Sie ben Miiud" die ; mäßigsten gewesen, cs liege aber barin auf Seiten bcs Vcutn. j noch keine Bcleibiguug, fonbern ber energische Ausdruck» iI Wunsches, Ruhe zu halten. Wenn ber Angeklagte sieh de^ Recht amnaße, so fügte er ihm eine Ehreukränkung zu und rv sich dessen auch bewußt gewesen fein. Mit Rücksicht aber ton- I daß der Aiigeklagte biirch bie nicht ganz geeignete Form der - u | forberung erregt fein konnte, hielt der Gerichtshof die (MIN V I von 200 Mark für zu hoch unb erkannte auf 30 Mark G' ft rafe.

Brcslau, 28. Nov. Tas Oberkriegsgericht des ff-'« Armeekorps verurteilte den Tambour Pohl Jufantericregiment wegen Aufruhrs uud Lätlick::n grifses gegen einen Vorgesetzten zu 5 Jahren 4 >o naten Gefängnis.

Gera, 27. Nov. Vom Schwurgericht wurde nai tägiger Verhandlung der frühere Nachtschutzmann ut Feuerwehrmann Max Kirmse in ^Ulenburg weg.e fünffacher Brandstiftung zu 12 Jahren Zuev-' haus und 10 Jahren Ehrverlust, sowie zur Stellung uni^ Polizeiaufsicht verurteilt, 'n zirka 20 Fällen der stistung kam dcr Verurteilte in Frage, doch konnlcn nur fünf Fälle nachgewiesen werden. Ter üEn^cnaßte uv nete auch nach seiner Verurteilung noch. Er ift aber dui Indizien glänzend überführt worden.

Kilcnbafin-Zeitung.

E§ ist nach einer neuen Verfügung der Eue-' b ahn-D irckti on Frankfurt a. M. darauf qU i'?^ daß Anträge auf Ausstelliing von Nt o n atSne bc f arten von bcm Hau shalt ungSvor st and gc'fc3t u- unterzcichnet werben. In ben Fällen, in benen dieser nu- etwa Inhaber dcr DionatSstammkarte ist, muß da» . ivandtschaftSverhältniS zwischen ihm unb bcm Inhaber MonatSstammkarte hinter dcr Streckeubczeichnling burch ben Zusatz: Inhaber usw. (folgt Verwandtschaf

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