Ausgabe 
8.3.1905 Zweites Blatt
 
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Schulz und

Die Differenz der Versuchsergebnisse

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Mindisch und Schmidt erklärt sich aus der oben erörterten verschiedenen Versuchsmethode. Ein Versuch, bei dem die Schnittfläche der Spargelpfeifen abgetroeknet und mit Paraffin überzogen wurden, ergab dennoch falt dieselbe Wasseraufnahme. Ausgelaugt wurden aus 100 Gramm Spargeln in 1 Dag in mittel 0,062 g, in 2 Tagen 0,080 g und in 3 Tagen 0,087 g Extraktstoffe und entsprechend 0,019 g, 0,022 g und 0,023 g Mineralstofse. Ueberhaupt wasserlöslich sind auf 100 g Spargel in mittel 4,42 g Extrakt- und 0,505 g Mmeral- sloffe. Vor dieser Gesamtmenge der wasserlöslichen Stoffe wurden beim Wässern aiisgelaugt bei 100 g in 1 Tag 1,38 %, in 2 Tagen 1,81 % und in 3 Tagen 2,0 % Extrakt- und entsprechend 3,36 °/0, 4,15 °/0 und 4,650 0 Mineralstoffe.

Die ausgelaugten Stoffmengen, sind wie hieraus ersicht­lich, dilrchaus gering. Die relative Uudurchläsiigkeit des Plasmas und der mit Fettstoffen imprägnierten äußersten Wandschicht der äußeren Zellen verhindert die Abgabe größerer Mengen von Nährstoffen an das Wasser. Dagegen i|t die Wasseraufnahme ziemlich beträchtlich, die eine Spargel­verteuerung bedeutet, da die Stangen schwerer werden. Damit könnte die Frage, ob es zweckmäßig sei, das Wässern beizu­behalten, schon entschieden sein. Doch sprechen noch andere Gründe wirtschaftlicher und hygienischer Art gegen das Wässern. Länger als vier Tage läßt sich der Spargel unter Wasser nicht aufbewahren oder genußfähig erhalten; er wird allmählich besonders an den köpfen und den Schnittflächen weich, nimmt einen stärkeren, strengen Geruch an und ist dann zu verwerfen, weil eine Entwicklung von Bakterien eingetreten ist, die trotz sorgfältiger Reinigung vom Boden her immer noch am Spargel hasten oder aiis der Luft in das Wasser gelangen oder auch darin bereits enthalten sind und das Weichwerden des Spargels und den schließlichen breiigen Zer­fall der Köpfe verursachen. Auf solchen Spargel ist zweifel­los die Feststelliing von Windisch und Schmidt zurückzn- sühren, daß der Spargel nach mehrtägigem Aufbewahren unter Wasser merklich an Güte und Wohlgeschmack verliert.

Beim Aufbewahren in der Lust wird der Spargel bald rotfleckig. Dr. Schulz hat jedoch nach langen Versuchen ein

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Weise mit Fließpapier getrocknet, an der Stichstelle glatt ab­geschnitten und gewogen und dann in bedeckte Glasgefäße mit destilliertem Wasser gebracht. Nach je 24 Stunden wurden die Stangen aus dem Wasser genommen, die an- hängenden Waffertropfen mit destilliertem Waffer in das Versuchsgefäß abgespült, der Spargel wiederum mit Fließ­papier getrocknet und zur Bestimmung der Gewichtszunahme gewogen und schließlich wieder in frisches destilliertes Wasser gebracht. Das Wasser wurde deshalb täglich gewechselt, weil die Vermutung nahe lag, daß die Stangen beim Liegen im Wasser in längerer oder kürzerer Zeit von Bakterien, die ihm selbst anhafteten oder im Waffer vorhanden waren, oder auch aus der Luft ins Wasser gelangen konnten, an­gegriffen werden würden, wodurch das Resultat ungünstig beeinflußt werden konnte. Diese Vermutung hat sich denn auch bestätigt. Wmdisch und Schmidt haben ihre Versuche nicht mit täglich erneutem Wasser ausgeführt. Natürlich kommt es sehr darauf an, in welchem Alter und Er­nährungszustand sich der Spargel befindet und wie lange er nach dem Stich schon an der Luft gelegen hat. Die Er­gebnisse zeugen von einer ziemlich beträchtlichen Wasseraufnahme, aus der beigesügten Tabelle er­sichtlich ist.

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Verfahren ermittelt, das günstig für die Aufbewahrung frischen Spargels ist. Die Stangen werden in einer bedeckten Schale aus feuchtem Sande, der des sauberen Arbeitens halber mit Fließpapier überlegt war, im Keller bei 13 Grad C. aufbewahrt. Es trat, fo schließt Dr. Schulz seinen Bericht, während sechs Tagen weder eine Zunahme noch eine Ab­nahme an Gewicht ein; nach drei Tagen hatte der Spargel noch nichts von seinem guten Aussehen eingebüßt. Erst nach vier bis fünf Tagen zeigte sich fine Verfärbung. Darnach scheint dieses Verfahren, den Spargel in feuchter Luft in nicht zu dicker Schicht aufzubewahren, das beste zu sein.

Zur Anpflanzung des UuHöaumes.

Ost genug wurde schon, so lesen wir in derHess, landw. Zeitschr., aus die Anpflanzung und auf den Nutzen der Kultur des Nußbaumes in Zeitschriften hingewiesen, jedoch immer vergeblich. Zunächst die Frage: Wo können wir den Nußbaum mit Ersolg aupslanzen? Ueberall da, wo andere Obstbaumarten nicht mehr gut gedeihen, oder keine land­wirtschaftlichen Kulturgewächfe mit Erfolg angebaut werden können. t r ,

Gibt es doch solche Plätze genug in den ausgedehnten Wäldern, an Abhängen, ja sogar Straßen, welche starke Fröste nicht auszuweisen haben und namentlich jene Stellen, wo anstatt Eichen, Buchen, Pappeln usw. viel nutzbringender Nußbäume gepflanzt werden könnten. Vielfach besteht die Meinung, der Nutzbaum sei als Straßenbaum nicht ge­eignet. Mir sind verschiedene ältere Straßenpflanzungen von Nußbäumen bekannt, die fast alljährlich respektable Ernten an Früchten liesern. Und was Verschönerung der landwirtschaftlichen und gesundheitlichen Verhältnisse an­belangt, so ist der Nußbaum durch seine dicht belaubte, breite Krone, durch seine malerische Gestalt ebenso zur Anpflanzung zu empfehlen, als andere Laabholzbäume.

Tie genannten Ländereien befinden sich im Besitze des Staates und der Gemeinden, und nur durch jene kann die Kultur des Nußbaumes in Deutschland gefördert werden. Daß dem Landwirt nicht zugemutet werden kann, seine Aecker mit Nußbäumen zu bepflanzen, ist wohl selbstverständlich, sein Bestreben muß es sein, seine Felder mit solchen Kulturen zu bestellen, die ihm in kürzester Zeit die höchst möglichsten Renten bringen. Obschon der Nußbaum durch die Ernten der Früchte den Boden und das Anlagekapital verzinsen kann, so kann seine Anpflanzung nur für Plätze in ge­schützten, sonnigen Lagen da er in der Jugend, besonders in tiefen Lagen leicht erfriert und in späteren Jahren in- solger großer Beschattung seiner Krone auf den Anbau anderer Kulturgewächfe unterhalb desselben verzichtet wer­den muß in'Betracht kommen.

Ferner eignet sich die Kultur des Nußbaumes namentlich für solche Gegenden, die vom großen Verkehr abseits liegen, und für solche Grundbesitzer, welche keinen Dörrapparat und keine Einrichtungen zum Prüservieren besitzen. Die Ernte kann mit Muße eingeheunst werden, man hat nicht zu besürchten, daß die Nüsse, wie anderes Obst, verderben, sie sind leicht auszubewahren, sodaß günstige Verkauss- gelegenheiten abgewartet werden können. Auch die Ver- packung der Früchte ist höchst einfach in Fässern oder Säcken und so wird der Versand nach einem entfernten Markte sehr leicht möglich gemacht. Ein Morgen mit Nuß­bäumen bepflanzt, kann jährlich einen Ertrag von 125 Mk. an Nüssen bringen, und es lassen sicy in den ersten 10 bis 15 Jahren noch zahlreiche Ernten anderer Kulturgewächse aus dieser Fläche erzielen.

Außer dem genannten Fruchtertrag besitzt das Holz des Walnußbaumes einen Hoheit Wert. Bekanntlich haben Ge- wehrsabriken und Möbelindustrie großen Bedarf an Nuß­baumholz. Es wandern alljährlich Millionen für Nußbaum­holz ins Ausland, wovon ein großer Teil der Summen bei vermehrter Anpflanzung unserem Vaterlande erhalten bleiben konnte. So werden z. B. für Nußbaumholz 100 Prozent mehr bezahlt, als sür Eichenholz, und 200 Proz. mehr, als für anoere Holzarten. Es ist also der Nuß­baum nicht nur feiner Früchte, sondern auch seines wert­vollen Holzes wegen an geeigneten Plätzen zur Anpflanzung zu empfehlen.

Beim Anpslanzen der Nußbäume sollte viel mehr Wert aus die Beschassenheit der Früchte gelegt werden. Gewöhn- lieh werden Nußbäume oevfianzt, obne daran zu denken,

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