Nr. 57 Mittwoch, 8. Marz 1905
Gießener Anzeiger
155. Jahrg.
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ReMfttom. tyxMtfa* GchuNr-K.
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Elchen.
No. 5.
Schluß 6 Uhr.
Aas „Wässern" des Spargels.
Von Eduard Oppel, Frankfurt a. M.
(Originalartikel für den Hessischen Landwirt.)
In wenigen Wochen werden die ersten Spargel gestochen werden, und durch die Zeitungen läuft dann eine Notiz, die Jahr um Jahr wiederkehrt und die von den Spargelhändlern zur glatten Erledigung. ihres Absatzes in die Presse lanziert wird, nämlich: es sei ein Irrtum, wenn man annehme, daß durch das Einlegen in täglich frisches Wasser der Spargel an Wert verliere. Die kleinen Cpargelzüchter und starke Konsumenten behaupten das Gegenteil, und es entstehen lebhafte Auseinandersetzungen in der Presse und den Fachzeitungen. Eine Klarstellung der Streitfrage herbeizuführen, wandte ich mich im vergangenen Jahre an die pflanz en physiologische Versuchsstation in Geisenheim a. Nh., die alsbald wissenschaftliche Versuche anstellte und sehr interessante, der Theorie geradezu zuwiderlaufende Resultate erzielte.
Assistent Dr. Richard Schulz wurde mit der Durchführung der Versuche betraut. Nein theoretisch betrachtet, ist nicht anzunehmen, daß Spargel, der zum Zwecke der Frischhaltung einige Zeit unter Wasser liegt, in ihm enthaltene Stoffe in merklicher oder seinen Geschmack beeinträchtigender Menge an das Wasser abgibt. Das Asparagin und die Salze sind im Zellsaft aufgelöst, der von lebenden Protoplasten umgeben ist. Dieser aber hat im lebenden Zustand die Eigenschaft, nichts von den in Zellsaft gelösten Stoffen durch sich hindurchzulassen. Im frischgestochenen Spargel sind nur die angeschnittenen und allenfalls noch die beim Abschuppen zerstörten Zellen tot. Die Auslaugung dieser verhältnismäßig wenigen Zellen kommt jedenfalls nicht in Betracht. Anders verhält es sich wohl beim Konserven- sp argel, dessen sämtliche Zellen beim Sterilisieren abgelötet worden sind. Hier wird sicherlich ein großer Teil der Stoffe vom heißen Wasser ausgelaugt. Kaum anzunehmen ist, daß der unter Wasser aufbewahrte Spargel viel an Gewicht zunimmt, da die Zellen frischgestochener Pfeifen von Zellsaft strotzen und kaum im stände sind, noch Wasser aufzunehmen.
Die Versuche und Untersuchungen haben, wie angedeutet, das Gegenteil gelehrt. Dr. Schulz hat die Ergebnisse der Versuche, deren auch von der önochemisch en Station durch Dr. Win di sch und Dr. Schmidt in Gang gesetzt wurden, in einer Separatschrist veröffentlicht. Der Vorstand der Station, Dr. Kroemer, hat mir die Ergebnisse zur Verfügung gestellt, und die Materie ist interessant genug, um in der Hauptsache einem großen Publikum bekannt zu werden.
>Der Svarael besteht aus einer Masse von lebendem
Monak-Beilage
ZUM
p Eichener Anzeiger
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SÄÄ betoffen. Tiefe Verhandlungen find aber noch niÄt abaettloffen. 8™ Unter uchung der Frage der Htigrene in hin <51 laSbutten habe ich den technischen Rat des Reichsamts seine& von Glashütten beeisen lassen. Es wurde nrrmpntlid) daraus hingewie en, tote gefährlich cs |ct in hygienischer E K behiW Arten des Zlasblasens verschiedene Arbeiter mit demselben Instrument das Glasblasen besorgen, da die Gefahr der Uebertragung von ansteckenden Krancherten sich das hat feststellen lassen, wird nur n^einc?Fabrik,' oder einigen Fabriken wollen wir sagen, das Glas- SXn hiirc6 Anwendung von Apparaten mit kornpronuertcr Luft Ä (g wird dieses Bersahren namentlich beim Blasen von Flaschen angewendet, um die menschliche Lunae zu ersetzen und
Gewebe, dessen Organisation, physiologisch betrachtet, ein Auslaugen dieser Stoffe verhindert oder außerordentlich erschwert. Dagegen läßt die Organisation der Zellen, wie die Versuche ergeben haben, die Möglichkeit zu, in merklicher Weise Wasser aufzunehmen. Zum Verständnis der Frage ist eine Kenntnis der inneren Beschaffenheit des Spargels nötig.
Die Hauptmasse des Spargels wird von jungen, gleichartigen Zellen aufgebaut. Die Zelle ist von einer Wand umgeben, die das Plasma umschließt. Das Plasma wieder bildet einen Mantel um ein Flüssigkeitsbläschen, das von . Zellsaft erfüllt ist. Nur in den jüngsten im Kopf der Spargelstangen befindlichen Zellen, denen hauptsächlich die Aufgabe zusällt, für das Wachstum, die Vergrößerung der Stangen zu sorgen, fehlt der Zellsaft. Sie zeigen das Bestreben, durch Anlage von Safträumen und Aufnahme von Wasser selbst zu wachsen, und üben dadurch eine starke Wasser anziehende Kraft aus. Die Zellwand, die zunächst dem Inhalte der Zelle einen Halt geben soll, besteht aus einer dünnen Zellusosehaut, die Wasser leicht durchläßt. Die äußeren Wände der außen anliegenden Zellen sind wenig stärker ausgebildet und enthalten in der Außenschicht einen fettartigen Körper, der für Wasser zwar noch durchläffig, aber dem Austritt von gelösten Nährsalzen hinderlich ist. Wasser vermag bei der Beschaffenheit der Zellwände also ebensowohl ein zu dringen als zu verdunsten. Das Plasma, der lebendige Teil der Zelle, umschließt wie ein Schlauch ein Tröpfchen Zellsaft. Es ist eine zähschleimige Masse aus stickstoffartigen Körpern, Eimeißstoffen, und besitzt die merkwürdige, für unsere Frage außerordentlich wichtige Eigenschaft, im lebendigen Zustand Waffer durch sich durchzulassen, aber den im Zettsaft enthaltenen Nährstoffen nach außen den Weg versperren. Wichtig ist das Faktum der osmotischen (wasseranziehenden) Kraft der im Zellsaft gelösten auslaugbaren Stoffe, der Nährsalze, der Asparagins usw. Diese Erscheinung beruht auf der Eigenschaft der Salze, im festen, wie im gelösten Zustand Wasser anzuziehen; je konzentrierter die Salzlösung, desto stärker wirkt ihre Anziehungskraft.
Alle diese Eigenschaften der Zettbestandteile lassen jetzt schon eine Beantwortung der Frage zu: beim Wässern des Spargels wird zwar merklich Wasser angesaugt, Nährsalze und ähnliche Stoffe werden jedoch nut in geringer Menge abgegeben. Die Versuchsergebnisso bestätigen diese Antwort.
Die interessanten Versuche waren in folgender Weise durchgesührt worden: Die Spargelstangen wurden alsbald nach dem Stich gut mit Wasser abgespült, aus die sorgfältigste
offen kommen Ijeron. Den A-rzt-n iräS ich eine Gesinnung zeigen, die den Sc^iM- Vorstände werden plötzlich enÜassen. An lbewutzte Sozialdemokraten. D^ ist die mokraten, wo sie in der Mehrheit smd. hat ganz recht. Oft werden bn den Leute entlassen und mit ganz unfähigen besetzt, die nur das Verdienst haben, daß Zoizaldemokraten sind. Jeden Augenblick c Genosse ist mit der Kasse durchgebrannt, eshalb eingreifen, damit die Sozialdemo- tffen so ausnützen können.
Staatssekretär Graf Posadowsky erinnert daran, daß in Amerika in einigen Staaten der Befähigungsnachweis ftir das Baugewerbe Äe. A- deutschen Arbeiter auf der Weitaus Stellung in St. Louis hatten zehr darunter zu leiden gehabt mw sich bitter darüber beklagt. , ...
Abg Dr. Dahlem (Ztr.) stimmt einen Lobgcsang auf dn sozialpolitische Tätigkeit des Zentrums an und befürwortet eme Zentrumsresolution, daß nur der Lehrlinge halten dürfe, der den Meistertitel besitze, und eine zweite Resolution, die eine ausreichende Sonntagsruhe für die Binnenschiffer fordert.
z Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch 1 (Initiativanträge der Freisinnigen und der Polen betr, anderweitige Mgrenzmig der Reichstagswahlkreise.),
einem Male alle Vorzüge aus sich. yerrn tür. rvtugdan ist e8 auch nicht darauf angekommen, von diesem Platze aus, stets bei der Wahrheit zu bleiben. Er hat den Fall von dem Parteigenoffen Oswald erzählt. Nun will ich den Namen ganz verraten. Oswald fft nur sein Vorname. Der Betreffende heißt Oswald Grauer. Es ist nicht wahr, daß ihm zwei Knewen gegeben worden smd Er hat sie sich selbst unter schwierigen Verhältnissen eröffnet. Er ist auch nicht Expedient am „Vorwärts" gewesen, sofern er ist von seinen Parteigenossen in Lichtenberg zum ©bebtteur gewählt worden. Wie ging es dann weiter? , Als der damalige sanken- kaffenrendant sich soviel Unreqelmäßustetten Sst schulden kommen ließ, daß ihm gekündigt werden mußte — lelbst der Aufsichtsbehörde wurde die Sache zu bunt —, da mell)eten sich zu dieser Stelle außer Oswald Grauer auch noch acht anbere Bewerber, darunter zwei Korvettenkapitäne a. D. Der Vorstand, der darüber
igig zu sein. Dieses Verfahren aber nicht herausgestellt. Es hat sich auch chr der Uebertragung von ansteckenden iegt, wie man früher glaubte. Wenn <g der Tuberkulose hingewiesen wurde,. )aß, wenn der Speichel in den Magen wahrscheinlich ist. Daß jeder Arbeiter soll, hat sich praktisch als undurchführ- rd aber von mir weiter verfolgt werden, othekengesetzgebung ist Vor-
ir Apothekerkonzession. Man hat sich t Ablösung auf das eingehendste be- ei auf unübersteigbare Hindernisse ge- preußischen Kultusminister gebeten, in ten, ob nicht auf anderem Wege ohne echte eine Reform des Apothekenwesens e. Man scheint nun in Preußen der landesgesetzlich zu regeln, ich kann jedoch üchsgesetzliche Regelung sehr erwünscht
tz der Photographien Bat ehtA mterzogen werden müssen. Es wird rden. Die Feuerversicherung s- ine Kartell-Enquete einzubeziehen, wäre > hier ja nicht um warenproduzierende rage der Bestechungsgelder im rkehr wird nach Umfang und Tragweite n müssen, ehe gesetzgeberisch eingegriffen cen zunächst die Handelskammern dar- ;g. Zubeil heute angeführten Fälle von »n fallen nicht unter die Vorschriften mißbillige den Verruf in jeder Form, >on wem er will. Dann muß man aber ,s Streikpostenstehen und die Warnung eine Art Verruf. Was den Kinde?- an nicht erwarten, daß ein derartiges ! vollem Umfang durchgesührt wird. Es Folge, daß das öffentliche Gewißen ar- geschaffen wird. Die, Vorschriften über werden einer allgemeinen Nachprüfung ist geneigt, über den „eimlischen Sonn- h liegt in ihm eine Quelle des Segens (Sehr richtig!) In den Prioritätsstreit ür Sonntagsruhe hier eingetreten, will jemand tief scherzend: Man könnte da 1 Das kann man auch im Ernst. Die rments, des alten jüdischen Volkes tanen ms und tiefe Kenner der menschliche Sonntagsruhe ausdehnen, so dienen wir > leiblichen Wohlfahrt unseres Volkes.
meint, es sei doch sehr bezeichnend, daß gen die Reformvorschläge des Staats- Leto eingelegt habe, ehe noch die Vorlegt seien. Das Zentrum hat wieder nen, um der Regierung seine Macht $u tär, der sich beklagte, daß ich ihn so uß ich erwidern, daß mich meine Wähler >xv, um mich in konventionellen Formen
Notlage des Mittelstandes hier bekannt muß gegen den Terrorismus der Sozial- die christlichen Arbeiter schützen. Das nz verboten werden, denn jetzt sagen die
Und willst Du nicht willig, so brauch ist es, daß die Krankenkassen so ganz in )traten geraten sind. Doch ist der Frei- gt, hier Vorwürfe zu erheben. Nirgends mwesen als in dem fteisinnigen Berlin, n der Charite frei, aber nur der scheu Stadtrats bekam sie.
skons.): Wir sind zufrieden mit der An- snachweises für das Bauhandwerk, werden Befähigungsnachweis nie verzichten. Es daß die Handwerker selber ihn nicht haben Zubeil. Der Fall von Lehrlingszüchterei er, den er angeführt, ist ein Ausnahme- estättgt, daß die Handwerker sonst kerne
Dann hat mir Herr Zubeil noch den h im Submissionswe sen eine ganz anbere hier im Hause vertrete. Er sagte, e§ gab ili in Potsdam, der das Subrnissions- n Weise ausübte, der beim Bau des Re- üsdam den weitaus billigsten Anschlag i um 20 000 Mk. unterbot. Was ist das Was würde Herr Zubeil sagen, w«m ich 5 früher einen Gastwirt Zuber! in Berlin, war sehr schmutzig, die Arbeiter mutzten trinken. Ich meine, derartiges faMeman eit sich aber denn der Fall m Potsdam, er Pauli hatte eben bereits Erfahrung«, ungsgebäudes in Frankfurt gesanmielt. i Vorwurf machen, daß er an der Hand Zcrechnung aufftellte, die sich fteilrch von ch unterschied? Die Ausführungen des - den Terrorismus in den Kraiuenkcy.en


