Ausgabe 
6.11.1905 Zweites Blatt
 
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«rstaltete heute vormittag vor dem Parlament eine Wahl- rechtsdcmonstration, an der 100 000 Menschen leilnahmen. Tie Demonstration dauerte eine Stunde und verlief ohne Zwischenfall. Tie Manifestanten sangen Ar­beiterlieder und brachten Hochrufe auf das allgemeine Wahl­recht und andere 9htfc aus. Tie Arbeiterführer hielten Ansprachen. An den Masten, Kandelabern, sowie vor dem Parlament waren rote Mahnen mit auf das allgemeine Wahlrecht bezüglichen Inschriften angebracht. Auch in Klagenfurt, Lemberg, Graz und Brünn fanden Arbeiterdemonstrationen zu gunsten des allge­meinen Wahlrechts statt, die ohne Zwischenfall ver­liefen.

Infolge der gestrigen Vorgänge an der Universität be­schloß der Universitätssenat die Schließung der Uni­versität bis ichuf weit eres.

Prag, 5. Nov. Im Laufe des Vormittags versammel­ten sich 10 0 0 0 P e r s o n e n , meist Sozialdemokraten, auf dem Wenzelsplatz. Bald wurde die Polizei beschimpft und bedroht. Beim Einbiegen auf den Graben fielen Schüsse aus der Menge, die durch ein starkes Polizeiaufgebot in die Seitengassen gedrängt wurde. Auf dem Iosefsplatz wurde die Wache mit Steinen beworfen. Ms von neuem geschossen wurde, gab die Sicherheitswache einige Schüsse ab. Mili­tär Bäumte di e Straßen und sperrte die in den iGraben mündenden Straßen ab. Zugleich wurde die Schließ­ung der Häuser angeorduet. Tie Menge beging auf dem Rückwege mehrfache Ausschreitungen. Nachmittags wurde das Militär eingezogen, es rückte aber abends wieder aus. ^Tie Menge setzte die Gewalttätigkeiten fort, errichtete eine Barrikade, die von der Polizei und dem Militär zerstört wurde und beschädigte das deutsche Gymnasium in Wein­bergen, sowie das Haus des Abg. Rejcik in .Holeschowitz.

Gegen 10 Uhr abends war die Stadt verhältnismäßig ruhig. In den Vorstädten dauerten die Tumulte noch an. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Von den Ruhestörern wurden etwa zehn mehr oder weniger erheblich verletzt.

Florenz, 5. Nov. Heute trafen hier 50 Kadetten der deutschen Marine ein und lvurden von einer Llbordnung des italienischen Flottenoerems empfangen. Die Kadetten -gedenken hier einige Tage zu verbleiben.

Zur Wogtötwequng.

** Im Wahlkreis Friedberg-Land-Bad-Nauheim erklärte sich der freisinnige Stadtverordnete Rentner Fritz von Bad-Nauheim bereit, eine Kandidatur zu übernehmen. Im Wahlkreis Beerfelden-Hirsch Horn-Wimpfen wurde von der freisinnigen Partei Reallehrer Hans Kahl von Darm­stadt dem seitherigen Nbaeordnet"n Vreimer, her sich wieder um das Mandat bewirbt, entgegengestellt. Im Wahlbezirk Alzeh wich von der uatioualliberalen Partei d'r seitherige Abgeordnete Bürgermeister D i e h l - Gau-Odernheim wieder ausgestellt. Auch im Wahlbezirk Wöllstein ist der seitherige nationalliberale Ver­treter Beigeordn. P i t t h a n - Wöllstein wieder aufgestellt.

Ferner geht uns folgender Bericht zu. Wieseck, 5. November. Gestern abend fand eine G--neral- versammlung des D ü r g e r v e r e i n s im Gasthaus zur Germania statt. Sie war sehr zahlreich besucht und beschäftigte luf)mit der bevorstehenden Landtagswahl. Der seitherige bewahrte Vertreter unseres Wahlkreises Bürgermeister Leun war der Einladung gefolgt und referierte in längerer Rede sowohl über seine seitherige Tätigkeit als Abgeordneter als auch über kommu- uale Fragen. In Bezug auf seine Stellung zum direkten Wahl­recht wies Referent unter Vorlage des amtlichen Sitzunasprotokalls nach, daß er bereits am 1. Juli 1901 bei namentlicher M- Lttminung für die direkte Wahl sein Votum abgegeben ihabe. Ta eine zweite Lesung über diese Wahlrechtsvorlage wicht beantragt war, fand die Mstimmung nur artikelweise .statt und dadurch war eine Schlustabstimmung über das ganze Gesetz von selbst ausgeschlossen Mithin war die Mstimmung über Artikel 4 entscheidend yir die Stellung des Abgeordneten :äurrt Wahlrecht und mehr Nachweis zu fordern, wie häufig ge­schieht, ist demnach sachlich unbegründet. Wenn nun. wie hier amtlich feststeht, ein Mgeordn-ter für die direkte Wahl gestimmt hat und wenn derselbe als Kandidat nun mündlich versichert, nn Falle seiner Wiederwahl auch künftighin für die direkte Wahl einzutreten, so erscheint es mindestens böswillig, ein Ver­sprechen, das bereits durch eine vorausgegangene Tat als ernst­gemeint erwiesen ist, in Zweifel zn ziehen und als eine leere Wahlpbraw zu bezeichnen. Der Vorsitzende des Bürgervereius Derr Schreiner, dankte dem Referenten für seine Ausführ­ungen und betonte, daß 'mau auch deshalb für Mg Leun eintreten wolle, weil er als Wahlkreiseingesessener mit den Verhältnissen des Landwirts, des Handwerkers, Olewerbetreiben- iden und Arbeiters vertrant ist." Im Hinblick darauf und auf .die seithenge bewährte Tätigkeit des Kandidaten beschloß die 'Versammlung einstimmig für die Kandidatur Leun einzutreten und stellte als Wahlmänner auf: 1. Gemeindeeinnehmer Hein- i?ch Lang, 2 Jakob Reidel, 3. Ludwig Dejbel, Gemeinderat, 4. Heinrich Römer, Ortsgerichtsmann, 5. Heinrich Becker, Ge- memderat.

Aus Stakst lmk> ZM-.

Gießen, 6. November 1905.

Rascher Tod. Wäschereibesitzer Treppinger, der am Samstag abend einer Vereinsfestlichkeit beiwohnte, wurde von einem Schlaganfall betroffen und starb kurz danach.

Besitzwechsel. Fabrikant Barn verkaufte sein Änwesen in der Schillerstraße für 24 000 Mk. an Postschaffner H. Burkhardt. ;

Radrennen. Das vom Radelub Germania Gießen anläßlich seines 6. Stiftungsfestes gestern abge- chaltene Rennen auf dem Sportplatz an der Hardt zeitigte «folgende Resultate:

1) Re nn e n u m d ie C l u b m e i st e rs ch a f t (über 1600 Meter): 1. Kronenberg, 2. Eigel, 3. Volpert.

» ^O-Kilo meter-Ren neu: I. Kronenberg, 2. Eiqel, 3. Lauer, 4. Volpert, o. Mu bl, 6. Löwer, 7. Marx. a

Turnverein. Auf die heute abend stattfindende 'außerordentliche Mitgliederversammlung sei hier- 'durch besonders aufmerksam gemacht.

" Die Vereinigung für gerichtliche Psycho­logie und Psnchiatrie in Heffen trat am Samstag in Iber Landesirrenanstalt Hofheim zu einer Sitzung zusammen. In großer Zahl hatten sich die Vertreter der juristischen und medizinischen Wissenschaft und Praxis aus allen Teilen HeffenS eingefunden. Unter ihnen bemerkte man die Herren Geheime Rat Puckel, die Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhart und Tr. Hauser, Oberlandesgerichtspräsident Lippold, die Pro- fefforen Dr. Mittermaier und Sommer aus Gießen, Oberstaatsanwalt von Hessert, Landgerichtsdirektor Dornseiff von Darmstadt und andere. Den Gegenstand der Beratungen Bildete dieBehandlung der Schwachsinnigen in Gesetzgebung .und Praxis". Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. von Darm- Iftabt legte dar, daß die geistesschwachen Personen bis jetzt Innr in dem bürgerlichen Rechte besondere Berücksichtigung ^gefunden haben, während das Strafrecht ihrer Eigenart nicht ttenügenb Rechnung trägt. Er schilderte das Schicksal der.

geistig Minderwertigen, die von Gefängnis zu Gefängnis wandern, bis sie schließlich gänzlich verkommen. Eine Forde­rung der Menschlichkeit sei es, daß der Staat sich dieser Un­glücklichen annimmt, die Gesellschaft vor ihnen und sie vor den fortgesetzten Versuchungen der Gesellschaft schützt. Bei der Reform der Strafgesetzgebung müffe daher nicht nur durch eine mildere Bestrafung der vermindert Zurechnungsfähigen, sondern vor allem auch durch Schaffung besonderer Sichc- rungS- und Verwahrungsanstalten ihrer Eigenart mehr als bisher Rechnung getragen werden. Dr. Mayer, der Direktor der Landesirrenanstalt Goddelau, schloß sich diesen Forde­rungen an. Er legte dar, daß eS nach medizinischer Er­fahrung Zwischenstufen zwischen den Geistesgesunden und den vollständig Geisteskranken gibt, die einer besonderen Behand­lung bedürfen. Nach seiner Schätzung dürfte eine Ver- wahrungSanstalt für geistig Minderwertige nach dreijährigem Bestehen in Hessen eine Durchschnittsfrequenz von etwa 50 er­wachsenen Personen aufzuweisen haben. Er schilderte ferner die Stellung der psychiatrischen Sachverständigen vor Gericht und wies auf Mängel des Entmündigungsverfahrens hin. Namens der Versammlung dankte der Vorsttzende Generalstaatsanwalt Dr. PreetoriuS den Rednern für ihre anregenden Ausführungen.

Eine Viehhändler-Versammlung fand am Sonntag in Frankfurt a. M. statt. Teilgenommen haben daran Vertreter des hessischen Viehhändlervereins in Mainz, des oberhessischen Viehhändkervereins in Alsfeld, des nassauischen Viehhändlereins in Wiesbaden und des deutschen Viehhändlervereins in Dierdorf. Daniel aus Dierdorf be­tonte, daß es verkehrt sei, die Händler für die Fleisch­teuerung verantwortlich zu machen. Unter ihr litten Händler und Metzger ebenso wie das Publikum. Er habe sich an den Landwirtschaftsminister von Podbielski gewandt lind ihn gebeten, eine Konferenz der Interessenten an der Fleischteuerung einzuberufen. Das habe der Minister aber abgelehnt. Von der Oeffnung der Grenzen verspricht sich der Redner nicht viel. Die Veterinärpolizei lege so viele Be-

Ärök'i'ieröewequnsi.

Gera, 4. Nov. Der Verband der sächs.-thür. Web er ei? (Ortsgruppe Gera) gab heute bekannt: Unter Bezugnahme auf b Bekanntmachung vom 19. Oktober werden am Montag alle triebe unseres Verbandes wieder eröffnet werden. T Wiedereröffnung ist zunächst nur vorläufig, die Fortführung b< Betriebes ist davon abhängig, daß in allen Betrieben sich bauen > eine geilügende Anzahl von Arbeitswilligen zur Arbeit einsindc Sollte eine ausreichende Anzahl nicht vorhanden sein, so wird jt sämtlichen Betrieben am 11. November die Tätigkeit wieder ei,' gestellt werden.

Kirchliche -Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 6. November, abends 8 Uhr: Bibelstui,b im Konsirmandensaal der Johcmneskirche. Briefe an die The-sc- lonicher. Pkarrassistent Sattler.

(drtqinn(-I)raiifmd'öun(icii.

Berlin, 6. Nov. Im Metropol-Theater rourtt gestern abend ein Frau Helene C. au § Mainz währen) der Vorstelllmg von Irrsinn befallen. Sie fing plötzlich an zu toben und wollte sich vom zweiten Rang ins Parkeit hinabstürzen. Sie wurde in ein KrankenhallS gebracht.

Stettin, 6. Nov. Ter Handelsdampfer ,Ro« land" ging in der Nacht in der Nordsee mit seiner ganzen Besatzung unter.

Kopenhagen, 5. November. Heute morgen färb auf der Insel Moen auf der sogenannten kleinen Klint tir ungewöhnlich großer Erd stürz statt. Etwa 6 Hektar Land stürzten herab und wlirden zum Teil von der Ostsee ver. schlungen. Außer dem Werte an Boden wird der Wert der abgestürzten Wälder auf etwa 10 000 Kronen geschätzt. Tir Ursache ist die bedeutende Unterminierung des Bodens durch unterirdische Quellen.

Meerane, 6. Nov. 2000 ausgesperrte Weber bk« schloffen, die Arbeit nur aufzunehmen, wenn die: den 1. Januar erneut angedrohte Aussperrung aufgehoben wird.

Konstantinopel, 5. Nov. Der Skutarisee, sowie die

schränkungen auf, daß die Grenzöffnung wenig praktische Be­deutung habe. Transportkosten, Schlachthofgebühren und Oktroi machten das Fleisch auch teuer. Kapp aus Mainz sprach sich ähnlich aus. Es sei heute dem Händler kaum noch möglich, Vieh zu kaufen, so hoch stehe es im Preise. Zahlreiche Metzger und Viehhändler seien durch die Fleisch- teuenmg ruiniert worden. Lorsch aus Alsfeld, der Vor­sitzende des oberhessischen Viehhändlervcreins, sprach sich ent­schieden gegen die Oeffnung der Grenzen aus. Ein eigent­licher Vichmangel existiere nicht, am letzten Frankfurter Vieh- narft seien 1400 Stück Vieh angetrieben gewesen. Guten- t ein aus Frankfurt a. M. erklärt, daß der Mitteldeutsche Viehhändlerverein in Frankfurt an der Versammlung nicht teilgenomnren habe, weil er befürchtet habe, daß hier ein Beschluß gegen die Oeffnung der Grenzen gefaßt würde. Das könne sein Verein nicht billigen. Auf Vorschlag von Daniel aus Dierdorf wurden dann die Verhandlungen über Oeffnung ober Nichtöffnung der Grenzen abgebrochen und ein Beschluß nicht gefaßt. Dagegen nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, die gegen die Beschuldigungen protestiert, daß der Zwischenhandel an derFleisch- teuerung die Schuld trage.

RB. Darmstadt, 6. Nov. Der Großherzog und die Gr h erz ogi n kehrten heute vormittag nach 11 Uhr von ihrer Pariser Reise zurück. Für morgen hat sich der Großherzog schon vor längerer Zeit bei Freiherrn von Heyl zur Jagd im Jagdrevier Guntershausen angesagt.

Frankfurt, 6. Nov. Der kaiserliche Hofzug mit dem König von Spanien passierte Montag früh Uhr den Sachsenhäuser Bahnhof, wo Maschinenwechsel erfolgte. Um 31/., Uhr nachmittags wird der König in Berlin eintreffen.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hanau wurde gegen eine junge Dame aus Kassel, deren uneheliches Kind tot in ihrem Bette ausgesunden wurde, eine llntcrfiufnmg wegen Kindestötung angeordnet. Die vor einigen Tagen veröffentlichte Mitteilung, daß die Po st von Engelrod nach Ulrich st ein in diesem Herbst schon mittels Schlitten gefahren sei, entsprang einem findigen Dericbterstattergehirn. In Fran kfurt starb der Apselweinfabrikant Johann Georg Rackles, der Begründer der Bornheimer Apfelwein-Industrie. Rackles hat in dem Jahre 1848 bei der Volkserhebung in Baden teilgenommen. ©r hat ein Alter von 81 Jahren erreicht.

«icrtififsfaaf.

Trier, 5. Nov. Der Beleidigungsprozeß gegen das Organ des Abg. Dasbach, das Enthüllungen über Iagdverpachtungen im Kreise Bitburg gegen den Bürgermeister Faßbender und den Land­rat v. Kesieler brachte, ist jetzt nach viertägiger Verhandlung beendet. Das Urteil lautet gegen den P a st 0 r Folkert auf 200 M k. Geldstrase, gegen Dasbach au? 100 M k. und den Redak­teur E r e n e r i u s auf 50 M k., auf Publikationsbesugnis und Tragung der Kotten.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 6. Nov. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 1R18.50, Kurhessischer Mk. 18.2500.00, La Plata Mk. 18.7519. <5, Kansas Mk. 18.5019.50, Roggen (hiesiger) Mark 1717.25, Gerste kWetterauer) Mk. 17.7518^25, Franken- selder Mk. 18.5018,75, Hafer Mk. 15.2515.50, Mais Ms. 1414.25 Weizenmehl 2829, M. 0000, 2. Qualität Mk 26

bis Mk. 27. 3. Qualität Mk. 24.-24.50, Roggenmehl 0 Mk. 2525.50, 1. Qualität Mk. 2123.50, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.5012.00, Maiskeime Mk. 11.00 bis Mk. 11.25, Franken, Pfälzer, Ried Mk. .17.5018.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

fr. Frankfurt a. M., 6. Nov. lTelegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz. ). Amtliche Notierungen der heutigen 93 ie hm ar ft- vreise. Zum Verkaufe standen: 449 Ochsen, 154 aus Oest­reich, 52 Bullen, 5 au5 Oestreich, 821 Kühe, Kerfen, Stiere und Rinder 0 aus Oestreich, 248 Kälber, 613 Schafe und Hammel, 1312 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-. 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOPsimd Schlachtgewicht' Ockfen 1. Qualität 7980 Mk 2. Qual 71-73 Mk., 3. Qual. 66-69Mk.: Bullen l.Qual. 65"bis 67 Mk.. 2. Qual. 6264 Mk.: Kühe 1. Qual. 7072 Mk., 2. Qual 66-68 Mk., 3. Qual. 49-51 Mk, 4. Qual. 47-48 Mk., 5. Qual. 00OOMk. Kälber: l.Qual. 8690 Pftz., Lebendgewicht 5254 Pf., 2. Qual. 84R8 Pfg., Lebendgewicht 5153 Psg., 3. Quäl'. 0000 Pfg., Schlachtgewicht 8466 Pfg., Schafe: 1. Qual. 7072 2. Qual. 6062 Pfg., 3. Qual. 0000 Psg.; Schweine 1. Qual' 79-00 Psg., Lebendgew. 61.50 Psg.. 2. Qn.77-78Psg., Lebendgew. 6061 Pfg., 3. Qual. 7274 Psg., Lebendgewicht < 000 Psg Geschäft bei Hornvieh gedrückt, Ueberftanb bedeutend; bei Klein­vieh gut, kein Ueberftanb.

Flüsse Bojana und Trina sind über die Ufer getreten uni überschwemmten etwa 30 Ortschaften uub mehrere Stadt­teile von Skutari. Viel Vieh ist um gekommen. Auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen.

Die Revolution in Rußland.

Petersburg, 5. Nov. Petersb. Tcl.-Ag. Wie au* Wjalka gemeldet wird, griffen die Teilnehmer an einer reat tionären Kundgebung Mitglieder der gebildeten Gesellschaft ai von denen mehrere getötet und verwundet wurden. - Aus Riga wird berichtet, daß dort eine Anzahl Altaläubian die eine Kundgebung veranstalteten, mit einer Gruppe Israelitee zusammenstießen, wobei 10 Personen getötet und 15 ver­letzt wurden.

Petersburg, 6. Nov. Eins der deutschenTorp edo> boote, die den D e p e s ch e n d i e n ft m i t B e r l i n durch dradt lose Telegraphie über Memel vermitteln, hat hier Anker ge­worfen. Mit ihm ist auch der englischeBotschafter Inerter zurückgekehrt.

Warschau, 6. Nov. 7 verkleidete Agents Provokateur?, die zu Iudenhetzen aufzureizen suchten, wurden von der Be­völkerung getötet.

Iwanowo-Wosnessensk, 5. Nov. Petersb. Tel. Aa. Heute begannen hier gegen die Juden gerichtete Unrufrv Mehrere Häuser und Läden derselben umrden geplündert. Es wurd'N Juden getötet und verwundet.

Tiflis, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag Als heute eine ?(n*"M Reaktionäre mit Widern des Kaisers durch die Stadt zog, wurte auf sie Revolverschüsse abgegeben, und cs wurde mit Bomben geworfen. Die Truppen, die den Zug begleiteten, beantworteter das Schießen, töteten 10 Personen und verwundeten etwa dreißig. Während dieser Vorgänge wurden zwei Eingeborene, die einen Kvrb mit Bomben trugen, durch die platzenden Banibea getötet: vorübergehende Personen wurden verletzt. In bet Stadt herrscht große Panik.

Tiflis, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag. Gestern kam es r Wladikawkas gelegentlich reaktionärer und revolutionäre Kundgebungen zu einem Zusammenftoß zwischen den Parteien. G wurden auf beiden Seiten Schüsse abgegeben, durch welche via Personen getötet und 17 verletzt wurden.

Baku, 5. Nov. Petersb. Tel.-Ag. Als konservative, ru: iscke und muselmanische Arbeiter mit nationalen Fahiren ute Bildern des Kaisers eine Kundgebung veranstalteten, wurde aie ie aus den Häusern der Armenier geschossen und mit Bombe: geworfen Die erregten Arbeiter steckten hierauf das Haus chK- Arrneniers in Brand. Das Feuer pffanzte sich auf zwansi: andere Häuser fort, in denen 15 Bomben cr VI 0bi e r t cn un ebenso eine Menge Kisten mit Patronen. Auch entdeckte mir Mausergewehre und Tumdurn-Geschost'e. Tie Manifestanten vlün berten vier Kaufläden. Während der Vorgänge wurden (irr: 20 Personen getötet, einer verletzt und mehrere Müuderc: verhaftet. Zum Schutze der öffentlichen Gebäude, sowie der flim ilrrje und her sind jpririff-m tnnrheu.

Telefonische

des Giessener Anzeigers, mite' nnd Industi

Frankfurter Höi

3j$°/o Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.00 3%°/o Konsols .... 100.75 3% do.....8« 95

3J4°/o Hessen.....99.70

Oberhessen . . ..

4% Oesterr. Goldrente. . 100.70 4i/6% Oesterr. Silberrente 100.80 4% Un^ar. Goldrente . . 96.00 4% Italien. Rente . . . 105 50 4 % Portugiesen Serie I . 68.00 3% Portugiesen III 68.00 4%° 0 russ.Staatsanl. 1905 95.30 4%° Japan. Staatsanleihe 95.00 1 % Conv. Türken von 1903 90 20 Tttrkenlose......137.

4% Griech. Monopol-Anl. . 53.00 4% äussere Argentinier . 90.00 3o/6 Mexikaner .... 67 90 4%°/e Chinesen . . . 98 00

Aktien:

Bochum Guss.....251.40

Buderus E. W.....139.50

Tendenz: schwach

Berliner Börne,

Canada E. B......175.70

Darmstädter Bank . . . 150.60

Deutsche Bank .... 241.70!

Dortmunder Union C. . . 101.20 j

Dresdner Bank .... 165.901

Tendenz: schwach

Kursberichte

teilt von der Bank Hlr Hande ie, Giessen.

so. 6. Nov.. 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyor . . . 143.0

Elcktriz. Schnckert . . . 134.0" Eschweiler Bergwerk . . 270.0 Gelsenkirchen Bergwerk . 232.2 Hamburg- - Amerik. Paketf. 171 2 Harpener Bergwerk. . . 216 Lnrrahütte..... 262.0

Nordd. Lloyd.....131.2

Obcrschles. Eisen-Industrie 136 5

Berliner Handelsjes. . 176te Darmstädter Bank . . . 151.8 Deutsche Bank . . . 241R

Deutsch-Asiat. Bank . . 184.21 Diskonto-Kommandit. . . 190 7 Dresdner Bank .... 166.1 Kreditaktien.....211.1*

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .....US#

Gotthardbahn..... .-

Lombard. Eisenbahn . . 24 3 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.7 Prince-Henri-Eisenbahn . 127.0)

i. Nov.. Anfangsknrse.

Harpener Bergwerk . . 217.-

Laurahütte..... 262.0)

Lombarden E. B ... 25.00

Nordd. Lloyd.....131 1

Türkenlose.....137.00

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