155. Jahrgang
Zweites ^Rlntt
N?r. 261
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis «Ziehen
;1,0,1 abends 8 W,
bLO OOO Mk. über.
Verstaatlichung der Pralzb ahnen wurde von der Kammer angenommen.
: 1905.
nt Gießen.
'g-
.tifung.
o angeordnete Spenr H platz und Schulstraße o;
Montaa 6. November 1905
Rotationsdruck und 93erlag der Brühl'lcbar Unwersuäisdruckerei. 9L Lange, Grebe»,
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulffr.7.
Tel. Nr. 51. Tetegr.-Adr.: Anzeiger Gießen,
Konzerlverein.
Gießen, 6. Nov.
Mit Beethoven, dem größten, deutschesten Musiker „Tfler Zeiten, eröffnete gestern abend bei vollbesetztem Hause unser H'onücrtDercin seine diesjährige Konzertsaison.
Würdiger konnte die Eröffnung wahrhaft nicht sein.
Beethoven! Ter bloße Name weckt in unS schon das Gefühl hoher Verehrung! Wenn uns nun seine Werte so gegeben werden wie gestern abend, einerseits mit der größten Gewissenhaftigkeit und Liebe vorbereitet, andernseits mit echt Hünstlerischer Auffassung und vollendeter Technik, dann über» flomint uns auch ein hohes Dankgefühl für diejenigen, welche «aus diese Genüsse verschaffen.
Eröffnet lvurde daS Konzert mit der Coriolan- D,uv e rture, welche Beethoven 1807 zu Collin'S Trauerspiel geschrieben hat. Ein wahrhaft heroisches Werk, in welchem der trotzige Held, daS Flehen und die innigen Bitten iber Mutter in packender Weise geschildert sind. „In diesem jseinclu neuesten Werke bewundert man die ausdrucksvolle «Liefe seiner Kunst, die daS ivild bewegte Gemüth Coriolan'S rund den plötzlich schrecklichen Wechsel seines Schicksales auf ,'bas herrlichste darstellt und die erhabenste Rührung hervor- Ibrachte/ So — nach Nohl — der Bericht über ein im Hahrc 1807 veranstaltetes Konzert. Die gestrige Aufführung I!icß uns dies voll erkennen.
Dir Wiedergabe der Ouvertüre war ganz vorzüglich. 'Leelenvoll erklangen die Geigen, trotzig und bestimmt die -Cyncopen des: Bläser. Wunderschön die Cellis, am Schluffe der Ouvertüre, nut ihren klagenden, ersterbenden Tönen.
Trscheint tlgllch mit Ausnahme des Sonntags
Die „Sletzenrr Zamlllendlötter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hesstlch« Landwirt" erscheint monatlich einmal.
— Tie „Nordd. Allg. Ztg." widmet dem König von IlSpanien, der am Montag seinen Einzug in die Reichs- i '.Mlptstadt hält, einen warmen Begrüßungsartikel. \ T?r Artikel gedenkt der hingehenden Fürsorge der Königin- : Äcgentin für den Thronerben vor seiner Thronbesteigung urb fährt fort:
„Noch vor wenigen Togen bekundete der König öffentlich, Y 7 die Freundschaft zu einer Macht die gleiche Beziehung zu her andern nicht ausschließe, daß sie vielmehr miteinander ■?yr wohl vereinbar seien. . . . Dem friedlichen Grund- Ion der deutschen Staatskunst ist es zu dankm, daß ;-r ,'ede Annäherung zwischen anderen Mächten, Mit fricbignnq aufnehinen können, solange sie sriedl. Zl-ehii di.'ut und keine Spitze gegen Deutschland I>nt. K;m:iit ist der polnische HiMcrgrimd a-zeichnet, vor dem der rrliiT'-r Besuch des Königs vor sich geht." .
Glogau, 4. Nov. Tic große Herrschaft Kunzen- bori ging auS dem Eigentum her Erben des Polen von Urbanowski in daS des Deutschen Wolff zum Preise von
So ging z. B. das sich in den Streichinstrumenten vom Baß ablöfende zweiunddreißigstel-Motio unter der dicken Begleitung: nahezu verloren. Sollte hieran nicht die zu sehr eingeengte Plazierung von Bratschen und Cello mit Schuld tragen ?- Ein Höhersetzen dieser Instrumente kann m. E. nur von Vorteil sein. Im dritten Satze „Tempodi Minnella* waltet eine urgemütliche Behäbigkeit. Manches erinnert an die Pastoralsinfonie. Eine besonders schwere Aufgabe haben Hörner und Celli im Trio zu lösen. Beide Instrumente brachten die heiklen Stellen gut heraus, das Cello hätte etwa? stärker hervortreten dürfen. DäS Finale kann wohl die Krone der Sinfonie genannt werden. Scherzhafte Kobolde treiben ihr Mesen in ausgelassenster Weise, dann erklingen wieder herrliche seelenvolle Melodien. Eine ganz besonders originelle Wirkung wird erzielt durch das Oktaven-Motiv in Fagott und Pauke.
Die Wiedergabe dieses Satzes war ganz vorzüglich. Rauschender wohlverdienter Beifall wurde für diese Leistung Herrn Trautmann und dem Orchester zu teil.
Terese Carenno beschloß das Konzert mit drei Nummern von Chopin, die sie in ganz hervorragender Wesse spielte. Welcher wir den Vorzug geben sollen? Ob dem zauberhaft gespielten Nocturna ober der reizend gebrachten Etüde, oder der mit hinreißendem Schwünge gespielten Polonaise? Ich kann mich nicht entschließen, eines bervorzubeben. Für mich waren eS gleiche Genüsse, und wohl auch für das Publikum, welche» die Künstlerin mit tosendem Beifall überschüttete, wofür sie in liebenswürdigster Weise mit einer Zugabe dankte.
palaste niedergeschlagen.
Die Eisenbahndirektion Bromberg teilt mit: Guter für Prostken zur Beförderung nach Rußland, aber nur nach den Stationen für die Südwestbahnen, ausgenommen Odessa und Kiew, können wieder angenommen werden.
Nachrichten, daß Massen von Juden ermordet und verwundet wurden. Die B e rm ö g c n sv e r l n st e sind unberechenbar, sie zählen nach Millionen - Reaktionäre Elemente betreiben antisemitische Agitation. Die Stellung der Bi Horden ist zweideutig. Vorstellungen bei den Behörden sind gemacht worden. Versprcclmngen ihrerseits liegen vor. Soeben geht aus Solo tono sch eine Depesche ein: „Alles zerstört. 500 Familien brotlo s."
In Odessa hat die verspätete Energie bc5 Militärs endlich Früchte getragen, die Ruhe ist einigermaßen wieder hergestellt. Es fanden nur noch vereinzelte Zusammenstöße in einigen Vororten statt. Die Opfer der letzten vier Tage und Nächte werden auf etwa 15 000 geschäht, darunter mindestens 11 000 Tote. (Vgl. auch die ,Polit. Wochenschau-.)
Aus Polen kommen folgende Meldungen:
Warschau, 5. Nov. Tie Studenten des Instituts für Ackerbau in Hoiva.-Alexcmdria versuch:cn die Kaserne zu stürmen, tr.-urbei'. jedoch von Kosaken ^streut, wooei viele verwundet wurden. Die Pctrckmvcr Behörde ersuchte den hscn-r lgouv-rnenr telegraphisch um Trurvenverüarmngen wegen der andauernden Uimib?n. — Die VolSmenge t ü t«t e m S:estc drei Polizisten. Tor Gouverneur ließ 182 politische Ger ^Aus" »n d^iegen heute folgende Nachrichten von Bedeutung vor:
Helsingfors, 6. Nov. Noch 'den Verbanblunaen zwimren
I Mähe aiikh eine Erhöhung der Tabaksteuer unter der- mehrter Begünstigung des Jnlandstabakl.
■bei
November
Als zweite Nummer spielte Terese Carreno das herrlichste aller Konzerte, das Es-äur-Konzert von Beethoven. Ten hohen Anforderungen, welche dieses Konzert an den Spieler stellt, insbesondere in geistiger Beziehung, wurde die Vortragende in wahrhaft ergreifender Weise gerecht. Hier offenbarte sich wahres, echtes Künstlertum. Nicht Virtuosin, sondern Künstlerin von Gottes Gnaden ist Terese Carreno.
An dem gewaltigen Eindruck, den dieses Konzert hinterließ, haben aber auch das Orchester und sein Dirigent hervorragenden Anteil. Tadellos folgte das Orchester der ungemein sicheren Führung des Herrn Musikdirektors Trautmann. L , r ,
Ich ^innere insbesondere an die wunderbar gespielten Einleitungstakte zum Adagio und an die reizend hervorgeholte Pauken-Stells im letzten Satze. Tas Ganze war eine ausgezeichnete Leistung. Die ganz geringfügig vorgekommenen Intonationsschwankungen können der Gesamtleisttmg keine Einbuße tun. . t.
Das Hauptstück des Abends, die achte Sinsonic Beethovens, komponiert 1812, bildete den Schluß de§ Beethovenschen Testes. Wohl in feinem zweiten Werke Beethovens herrscht so echt Beethovenscher Humor vor. Der erste Satz enthält zwar noch wenig davon, nur in der Durchführung erscheint und wirkt er mitunter zündend. Im zwei-en Satze, einem leichtfüßig dahiy tänzelnden „Aliegretto scherzando“, steht schon mehr davon. Dieser Satz verdankt seine Entstehung dem Scherzkanon auf Mälze! und dessen Metronom. In dem Vortrage dieses Satzes hätte ich nur die Holzbläser und Hörner etwas leiser und leichter gewünscht.
KusstsHe YeuigLeiten.
Die „Nordd. ANg. 3ta" bespricht in ihrer Wochenrund- schau die Lage in Rußland und sagt, im Anschluß hieran sei die törichte Behauptung der „Preuß. Korresp." zurückgewiesen, baß beabsichtigt gewesen sei, die russi sche Herrscherfamilie unter-demSchutze deut scher Kriegsschiffeins Ausland zu begleiten. Eine solche Absicht habe niemals bestanden.
Aus Kiel kommt indes folgende Meldung: Für den
Deutsche»
Berlin, K. Nov. Gestern hörte der Kaiser die Vor- iiöge bc§ Staatssekretärs des NeickSmarineamls und des SbefS deS Militärkabinetts und empfing den neuernannten argentinischen Gesandten Dr. Jndaleeio Gomez zur lieber- rcichung seines Beglaubigungsschreibens.
__ Der „Lokalimz." will wissen, die Reich sfioanzvor- lagen en'halten anher der Ouiltungssteuer und der ,Hb Hart en ft euer noch andere Stempelsteuern. Bon I ,filier fortlaufenden Entsktzadionng der Bundesstaaten für den i '<srbschaft 8 steUerver , icht sei abgesehen, aber es seien er- I iticfifernbe UebergangSbestimmnngen vorgesehen. Auch ein fester I leich8schuldentilguna8plau ähnlich der preuhikchen R Prixis sei entworfen. Die Tab a ksteu er n ov eile enthalte , cme Erhöhung be3 Tabakzolles und in geringem
stellten Schiedsgerichtes.
— In der Gesetzessammlung wird ein Gn a d en e r l a ß 'v^'röffentlicht, nach weläzem Strafen für Uebertretungen bä> zu 150 Mark Geldstrafe bezw. 5 Wochen Haft erlassen werden. Dem Staatsminisrer Gevekot wurde btrr erbliche Frciherrntitcl verliehen.
Karlsruhe, 5. Nov. Bon den 73 Mitgliedern der neuen badischen zweiten Kammer sind tirn Beruf: Richter 10, Professoren 4, sonstige Staatsbeamte 2, Gcist- liche 4, Gemeindebeamte 9 (2 Oberbürgermeister, 6 Bürger- mcister und 1 Ratschreiber, Mehrer 2, Anwälte 9, Fabri- fauten 3, Handwerker 2, Landwirte 8, Gastwirte 2, Art' 'itcr 3, sonstige Berufe 12, ohne Beruf 3.
Reutlingcn, 4.Nov. 'einer Wählerversammlung erstattete Kammerpräsident Pan er den Landtags- Lericht. Bezüglich der Bcrwaltungs- und Berfa s s u n g s r c f o r m sprach Redner die bestimmte Hoffnung en«, daß diese Geseke zustande kommen. Tie Ritter würden sich ebenso wie die erste Kammer ernstlich zu überlegen laben, ob sie das ihnen von der Reform Gebotene zuruck- t eisen. .Keine spätere Reform werde gleich günstig für sie sein. Die erste Kammer könnte nicht eine a ch t c r tu c i t c r u it g verlangen. Zudem seien die liberalen Kreise dfes Bürgertums, lvie sie in der Volkspartei uno Deutschen Partei vertreten sind, mit der Regierung einig. Kein Privileg werde imstande sein, 2 n verhindern, was diese fortschrittlichen Kreise des Bürgertums durchzuführen entschlosten seien.-
M ü n ch ' n, 4. Nov. Ter Gesetzentwurf betreffend die
Detmold, 4. Nov. Der feierliche Einzug des Fürsten paar es ist unter großartigen Kundgebungen des tu tausenden versammelten Volkes erfolgt. Die Krieger- und j-nftiacn Vereine bildeten Spalier. Das Fürstenpaar wurde nm Nathause durch den Oberbürgermeister begrüßt. Der stiirst dankte. Dann erfolgte die Meiterfahrt nach dem Iicstdenzschlosse. Im Nesidenzschlosse wurde gleich darauf der vkssammelte Landtag eröffnet. Der Fürst nahm aus b: n Händen des StaatSministerS Gevekot die Thronrede c gegen und verlas sie. Die Thronrede erwähnt zunächst bt n Spruch des zur Entscheidung der Thronstreitigkelten be
bet konstitutionellen und der Arbeiterpartei hat. letztere heute ein Ultimatum veröfscEcht, m dem stc mit- teilt, daß sie eine vrovisorische Regierung bilben unb der konstitutionellen P rtei zwei >-itze anbicten wolle. Die Konstitutionellen Irben es indes abgelehnt, an einer solchenl Regierung teilzunchmen.
Haparanda,4. Nov. Die Gmdarmen, die versiuvt hatten^ die Eifenb-lmschienen brn Simo anfzureißen, wurden heute $roa Meilen südlich 'von Simo von Bauern ergrissm und nach. Ul erborg gebracht. G.'stern fand m Wasa em Zusammenstotz -wischen einer Volksmenge und, Kvsaken statt, die eine blau- weiße Fahne nicbergeriiien und die russische Fahne gehißt hatten. Hierbei wurden zwei Personen gelotet und viele Der- 1VU"5u§ dem Kaukasus wird u. a. folgendes gcmclLet's
Tiflis. 5. Nov. (Petersb. Tel.-Ag.1 Tic Teilnehmer an einer v'triotischen Kundgebung, welche die Straßen Bakus mit dem Bilde des Kaisers durchzog, wurden von zwanng mit Karabinern bew.'ffneten Matrosm der kaspitchen Flotte überfallen.^ Die Matrosen wurden von Truppen, welche die ^emonstrantnr. begleiteten, entwaffnet und arretiert. — Bon binnen’ern bewohnte Käufer, aus denen auf russisckie und tatarische Manifestanten» geschin'fm nn'rde. wurden mit Kanonen beschoßen.___________
tlchung ksammluttg.
«icfjttt auf dem Host ' Mlatz zu crschelNt"E
unb Beamte der W
. 1 Aufgebots, angebe. SÄfc
Die die oben “n,tierev: Ä'ÄS-i*1' gib« 3** 1Ä" ;*sdBS*W>:
Kr»
. Ahresklaße, =u 1 ibleij/finb
b F
, unter §
*
^.erci
Hesterreichische Wahlrechtskampfe.
Durch ein amtliches Kommunique ist, wie wir in unsererj heutigen politischen Wochenschau mitteilen, die Ankün-i digung einer Wahlrechtsvorlage erfolgt.
Ueber die Wa h lrechts- Dem on strati onen in Wieu, und Prag liegen folgende Mitteilungen vor:
Wien, 5. Nov. Tie s o--i a l i sti sch e Partei ver^
Kreuzer „Gübecf* und alle Torpedoboote wurde Memel als Stützpunkt bestimmt. Die Stationierung der KriegS- fahrzeuge zwischen Memel und Peterhof dürfte [längere Zeit dauern. Ter Zeitpunkt der Rückberufung ist noch ungewiß.
Verschiedene Ncaierimgen aber, darunter anch die deutsche, sind in Petersburg wegen des S ch u tz e s ihrer Staatsangehörigen vvrstcMg geworden. Tre praktische Turchstthrung dieses Schutzes fremder Staatsangc- höriger ist sebr schwierig. Sie erfolgt auf Reklamation der sich bedroht Fühlenden, indem num Posten vor ihre Hauser stellt und durch Patrouillen die Sicherheit der Lerson unb des Eigentums zu gewährleisten sucht. Bestimmte Fälle, in denen deutsche Reichsangehorige an ihrer Person oder Eigenttmi Schaden erlitten hätten, smd bis letzt noch nicht gemeldet worden. , , -
Durch kaiserlichen Ukas ist das Gesuch des Ministers 1 des Znnern, Bulygin, um Entlassung von seinem Posten angenommen. Tie Leitung des Minister, ums des Innern ist zeitweilig dem bisherigen Gehilftn des : Ministers des Innern, Ducowo. übertragen.
Nach einer Schätzung in Genfer Russenkrei,en betragt 1 die Zahl derjenigen, denen der A mnestie er la tz zugute I kommt, in Europa 3^00, in den russischen Gefängnissen i und Sibirien über 10000. Tie beiden in Genf erscheinenden russ. Zeitungen rüsten zur Uebersiedel- luna nach Rutz land, sobald einige Gewähr für die russische Preßfreiheit vorliegt.
Ter Generalgouverneur von Warschau ist telegraphisch benachrichtigt worden, cs ici wünschenswert, daß auf Anordnung der Zivilbehorden wegen religiöser Vergehen in ein Kloster gebrachte kathol. Geistliche unverzüglich in Freiheit gesetzt werden.
Am 4. d. MtS. wurden die politischen Gefangenen fr ei gegeben, die von der Amnestie betroffen wurden. Manche darunter haben biß drei Jahre in der UntersuchmigS- haft gesessen. Außerdem sind 23 politische Prozesse im Gerichts-
Icuttch-AfriLanisch S.
Aus Kapstadt toirb telegraphiert: Tie Kapre gier, ung erhielt über ben Kampi von .Hartebeestmunb zwischen! Oberstleutnant v. Hemmern unb ben Rebellen unter M o^ renga unb anberen Häuptlingen beschreibende Depeschern. Darnach würbe bie b e u 11 di e Abteilung zerstreut unb verlor 30 bis 40 Tote unb 33 Verwunbete. Morenga, der einen Toten unb 4 Verwunbete h<itte. eroberte fast bie gesamte beutsche Aus^ rüstung. Tas Tetachement Koppy, bas sich in einer 34- qilnmctcr vom Hartebcestfliltz entfernten Stelle befmbe^- ist äußerst geschwächt- Tie Leute hungern untz leben nur von Mauleielfleisch. Tcr o?riud) einerl Rettun gskolonne, sie beraus zu liauen, scheiterte.- Cs verlautet, baß Morris unweit Ramansfurt einen Postwagen nnb200Ninbereroberte. Morenga eroberte ferner ein Felbgeschütz unb 12 Wagen.
Aus Berlin liegt folgende amtliche Mel dun g »ort °Vn bet Gcgkmb nordwestlich Garmais, in die §)enbrik 2Btt* b o i gezogen ist, sind jetzt zwei Hottentottenbanben festge- stellt Eine davon befindet «ich südwestlich Grünborn, wo sie Maior v. Estorfs mit 2l/2 Kompagnien, 4 Geschützen und 4 Maschinenaewchren angreifen will. Bei der anderen, nur mehr 30 Berittene unb 100 Unbcnttene starken Banda scheint sich Henbrik Witboi aufzuhalten. Diese Banbe tibro* fiel mn 29. Oktober westlich Fahl gras einen Provianb^ mögen, wurde aber von ber bet Fahlgras befinblichcn batterie unter Verlust von fünf Toten Verwunbeten vertrieben und scheint jetzt dem ^schflusse zuzustreben. Tie Abteilung Lengerke sperrt btc Wasserstellen zwischen Liriis-Ost unb Kiriis-West. Tie Wasserstellen anp Fischflusse sinb von Teilen der Truppen des Bezirks Nord^ bekamen besetzt. Simon Kvpper und Mcmana Noroseb, bie, Häuptlinge ber Franzmannhottentotten unb roten Nation sind östlich auch nach Norden gezogen. Hairptmcmn Morath sammelt zwei Kompagnien m der Gegend von Stainpriet* fontein, um gegen sie vorzugehen. Tie Abteilung v. Senr^ mern ist in Warmbad angelanc^t unb soll bemnachst diL Offensive wieder aufnchmcn. Bei Sanbfontein ist Major. Träger mit 300 Gclvchren, 5 Geschützen und 2 Maschine«-, gewehren eingetroffen.
Aus Dar-es-Salaa m. .Hauptnrann v. Wangen» heim marschiert von Kilossa, wo er sich verproviantier^ ' über Mrogoro bie Ulngulu-Berge unb Kissaki wieber nach' ‘ Kibata in Bibuuba, wo bie Bevölkerung trotz zablr eiche rj ' Schlappen nnd größerer Verluste noch auffäfjtflü - ist. Bezirksamtmann Böder hat ben größten Teil beS. > Bezirks Tar-cs-Salaam bereits beruhigt unb Überall De^ reitwilligkeit zur Unterwerfung getroffen.; i u it g e r macht sich bereits als Bunbesgenosse geltenb.
8m>dgras
pp°Platz. 3 ’
t Klavier: borg- rtioushumorissautzk r Zaaltafle) tO^JSrStubinw^T. ifl!$onbhm(\ V*/'
°mtfer-(hifcmble
-k
Villardspik! ®«Herrenuhf
Karl Vogt,
f i‘l Tteins 2aall>av


