Ausgabe 
1.7.1905 Erstes Blatt
 
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b dentsÄhen Sozialisten zu Gunsten des Fvie

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dauert, wie aus wiederholten

tag,

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sind. Es werden Blocks mit zum Nennwert ohne Aufschlag lehren, ob sich die Blocks beim

zwei Seiten zusammengeleimt Karten zu 2 und 5 Pfennig verkauft. Die Erfahrung muß Publikum einbürgern werden.

Die Hundesperre

Bekanntmachungen des Großh. Polizciamts zu ersehen ist, vorerst bis i. August. Der zuletzt konstatierte Tollwut­fall dauert nämlich vom 1. Mai.

Zum Verkauf des Anwesens der Aktien­brauerei ist noch nachzutragen, daß die Mälzerei, die zOOO Quadratmeter umfaßt, noch 5 Jahre lang weiter­betrieben wird.

** Gcmälde - Au § stellung. Die seither ausgestellten Gemälde verbleiben nur noch morgen. Sonntag, in der Aus­stellung. Von Montag ab wird die Ausstellung wegen Vor­bereitung der Exlibris-Ausstellung auf einige Tage geschlossen.

und 3. Juli stattfindenden Sängerfest wird, wie man uns mitteilt, am 2. nach Heuchelheim ein Extra zug der Biebertal­bahn fahren, ab Gießen 12.25 Uhr mittags. Große Vor­bereitungen sind hier getroffen morden. Üeberall regen sich emsige Hände, um den Ort zu schmücken und den fremden Sängern und Gästen einen würdigen Empfang zu bereiten. 25 fremde Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt.

Ein Bootunglück auf dem Main. In Schwa n- h eim am Main ereignete sich am 29. ds. Mts. gegen 5 y, Uhr nachmittags ein schwerer Bootunfall, der den ganzen Ort und das gegenüberliegende Griesheim in Auf­regung brachte. Der sechsundzwanzig Jahre alte Kaplan Adam Meurer, der seit zwei Jahren in der Gemeinde tätig ist, fand zusammen mit der dreizehnjährigen Tochter des in Frankfurt beschäftigten Schriftsetzers Saffran bei einer Ruderfahrt auf dem Main den Tod in den Wellen. Kaplan Meurer, der, wie es heißt, sich während seiner Tätigkeit in Schwanheim sehr beliebt gemacht hat, unternahm gestern nachmittag kurz vor 5 Uhr vom Landungs­platz des Schwanheimer Bootes aus gemeinsam mit dem etwa 12 Jahre alten Neffen des Pfarrers Kunz eine Kahnpartie. Bei dem Schiffer Nauheimer mietete er ein

schon so ost gegangen ist: die Sache bricht zusammen u Lang-Göns blamiert sich gehörig.

§ Bad-Nauheim, 30. Juni. Bis zum 29. Juni 190. sind 12 637 Kurgäste angekommen, wovon am genannten Tage noch 5763 anwesend waren. 146 382 Bäder wurden bis zum 29. Juni abgegeben.

R.-B. Darmstadt, 1. Juli. (Eigener Draht, bericht.) Der Präsident der Großh. Oberrechnungskammer, Geh. Oberbaurat Valentin Lorbacher, begeht morgen in Irische und Gesundheit seinen 8 0. Geburtstag. Lorbacher trat am 13. Dezember 1848 als Akzessist in den hessischen Staatsdienst und wurde am 6. Januar 1861 zum Ober- rechnungsprobator ernannt. Seit dem 16. Oktober 1889 ist Herr Lorbacher Präsident der Oberrechnungskammer und hat von da an bis heute seinen verantwortungsvollen Posten mit seltener Pflichttreue und unermüdlichem Eifer ausgeübt. Als Lorbacher am 13. Dezember 1890 sein 50jähriges Dienst- jubiläum beging, wurden ihm von allen Seiten die größten Ehrungen zuteil. Der Großherzog verlieh ihm die Krone zum Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstorden? Philipps de? Großmütigen. Der 22jährige Konditorgehilfe Karl Böhm aus Straubing hat sich heute früh in der Tanne beim Exerzierplatz erhängt. Die Ursache ist unbekannt.

[] Marburg, 30. Juni. Gestern wurde in der Person des bekannten geisteskranken Brandstifters, des Schmieds I. Hun k aus Niederwcimar, der in letzter Zeit zweimal aud der Landesheilanstalt zu Hama durchbrannte, der gefürchtete Wegelagerer fest genommen, welcher in den letzten Wochen mehrmals allein gehende Frauen in den Lahnbergen in unsittlicher Weise übersiel. Die Angst vor dem unbekannten Menschen, der kürzlich sogar einmal einer Frau ihr Kind ab­nahm und diese dadurch veranlaßte, ihm ins Dickicht nach­zueilen, war so groß, daß sich die Frauen fürchteten, ohne Begleitung die Wälder der Lahnberge zu passieren.

fc. Kreuznach, 30. Juni. Wie mitgeteilt wird, ist ms von dem Mörder und Brandstifter Stoffel aus Stromberg cingereichte Gnadengesuch vom Kaiser ab­schlägig beschieden worden. Die Hinrichtung finde in nächster Woche statt.

** Kleine Mitteilungen aus Dessen und den Nachbarstaaten. An einem dllbruch in b*r Johanniterstraße in Frankfurt fiel dem 50 jährigen Taglöhner Rudolf Bach­mann aus dem 3. Stock herunter ein Balken auf den Kopf, so daß der Schädel gespalten wurde. Der Unglückliche starb nach einer Stunde. In Groß-Steinheim verwendete die Ehe­frau Neudcckcr beim Feueranmachen Petroleum. Dabei erplodierte die Kanne, und im Nir standen die Kleider der Frau in Flammen. Sie erlitt so schwere Brandwunden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Auch ihr kleines Kind wurde schwer an de« Arnren und am K<ws verbrannt.

Kolorrialpoft.

London, 30. Juni. Die Schlafkrankheit hat im Agan dagebiet über 17000 Eingeborene hin - Herafft. Ganze Familien liegen im Sterben.

dens Meftrt abzuwarten.

Deutsches Resch.

Travemünde, 30. Juni. Die PachtHohenzollern" Krit der Kaiserin an Bord und der kleine KreuzerBerlin" /find heute abend auf der hiesigen Rhede eingetroffen. Der ^Kaiser ging auf demMeteor" mit in den Hafen und be- jgab sich später an Bord der ,Hohenzollern.

Berlin, 30. Juni. Die Trauerfeier für den ver­storbenen Anwalt der deutschen Gewerkvereine Dr. Max (Hirsch fand heute nachmittag im Verbandshause der Gewerk- !vereine statt. Schon am Vormittag batten Deputationen der iOrtSverbände und Ortsvereine aus allen Teilen Deutschlands «m Sarge Kränze niedergelegt. Unter den Teilnehmern an der Trauerfeier befand sich als Vertreter der Stadt Stadt­verordnetenvorsteher Dr. Langerhans. Nach einem Gesang sprach namens des Gewerkvereins der Vorsitzende des Zentral­rates, Generalsekretär Hartmann, namens der Hmnbold- Akademie ReichStagSabg. Stadtältester Kämpf, namens der Fraktion der freisinnigen Volkspartei Abg. Träger. Nach Beendigung der Trauerfeier wurde die Leiche nach dem jüdi­schen Friedhöfe in Weißensee überführt.

Stuttgart, 30. Juni. (Kammer.) Zu Beginn der heutigen Beratung der Kammer über die Verfassungs­reform gab Ministerpräsident Dr. v. Breitling namens der Regierung eine längere Erklärung ab. Er teilte mit, daß die Regierung auch heute die Hoffnung noch nicht auf gäbe, daß ihre Vorlage von Erfolg begleitet sein werde. Den Ersatz der auS der zweiten Kammer ausscheidenden Privilegierten auf dem Wege der Benifsvertretung zu suchen, halte die Regierung für absolut undurchführbar, und auch gegen den Vorschlag, auf dem Wege der Proportional­wahl Zusatzabgeordnete zu wählen, habe sie verschiedene Bedenken. Sie sei aber bereit, in der Kommission in eine Erörterung darüber einzutreten, ob eine mäßige Erhöhung der Zahl der Abgeordneten unter Festhalten an der Grund­lage sdes Entwurfs erreicht werden könne. Der Minister- Präsident wendet sich sodann mit Entschiedenheit gegen die Erklärung des Zentrums, deren Gedanke in hohem Grade übertrieben sei. Richtig verstärkt, wird die erste Kammer im Verein mit der Regierung in der Lage sein, einem ungestümen Drängen von anderer Seite die Waage zu halten. Scheitert der Entwurf, so sieht die Regierung ihre Pflicht dem Lande gegenüber für erfüllt an und lehnt die Verant­wortung ab, wenn die Wunde im VerfassungS- leben des Landes noch lange offen bleibt. Der Ministerpräsident schloß unter lebhaftem Beifall mit dem Wunsche, jeder möge, wie die Regierung selbst, an seinem Teile daS nötige Opfer bringen. Die Kammer hat den Antrag auf Verweisung der Gesetzentwürfe betr. die VerfaffungSreform an eine Kommission einstimmig an­genommen.

** Das Promenadenkonzert fällt morgen, Sonn- aus.

" Sängerfest in Heuchelheim. Zu dem am 2.

Keer und Motte.

Die Degen- und Säbelscheiden werden nach einer Kaiserlichen Kabinettsordre nun dunkel gefärbt.

Aus Stadt Md Land.

Gießen, 1. Juli 1905.

** Personalien. Dem Schulamtsaspiranten Heim. Beiling aus Gailshausen im Kreis Gießen wmve die Lehrerstelle zu Altenschlirf im Kreis Lauterbach übertragen.

* Feste. Der Junge, der behauptete, Europa sei ein Festland, weil so viele Feste darauf gefeiert i^Gtben, mag eine weitere Bestätigung seines Urteils gewinnen, wenn er von dem festreichen Sonntag hört, der unS bevorsteht. In Gießen: großes Radfahrerfest zur Feier des 20 jährigen Bestehens deS Gießener Radfahrervereins 1885; in Lich: Denkmalsenthüllung des Fürsten Ludwig von HohensolmS- Lich; in Alsfeld: Gauturnfest des Turngaues Heffen; in Wiese ck: 10 jähriges Stiftungsfest des Gesangvereins Ein­tracht; in Heuchelheim: 50 jähriges Stiftungsfest des Ge­sangvereins Teutonia in Lang-Göns, Gesangswettsterit; in Leihgestern: Kriegerfest des dortigen Kriegervereins Haffia. Der Feste werden wirklich zu viele gefeiert, nicht «n Europa, sondern in unserer engeren Heimatt

* Gießener Radfahrer-Verein 1885. Der -genannte Verein schreibt uns, daß die Meldungen für die ausgeschriebenen Konkurrenzen zu der sportlichen Ver- ünstaltung vom 1.3. Juli derart zahlreich eingelaufen seren, daß es unmöglich sei, sie in der Zeitung zu ver­öffentlichen. Der Verein hat sie daher in übersichtlicher Weise ,in das offizielle Festprogramm ausgenommen. Dieses ist käuflich überall erhältlich und für die Festbesucher zur besseren Orientierung von besonderem Vorteil. Besonders reich an sportlichen Veranstaltungen ist der Montag nach­mittag, an welchem u. a. auch der von dem hohen Pro­tektor des Festes, Sr. Durchl. Fürst Karl von Solms- Hohensolms-Lich gestiftete wertvolle Ehrenpreis in der AbteilungRadballspiele" ausgefahren wird. Ein Brillant- Feuerwerk wird den offiziellen Teil der Festlichkeit beschließen. Die Ehrenpreise sind in den Schaufenstern der Tapeten­handlung von Blödner, Seltersweg, Ecke Plockstraße, aus­gestellt. Der Korso des Gießener Radfahrer-Vereins 1885 pasfiert folgende Straßen der Stadt: Von dem Auf­stellungsort (Ludwigsplatz und die angrenzenden Straßen) durch die Gartenstraße, Ostanlage, Landgrafenstraße, Brau- tzaffe, Walltorstraße nach dem Torhaus zu, Nordanlage Schillerstraße, Asterweg, Lindenplatz, Kirchenplatz, Mäüs- burg, Seltersweg, Südanlage, Neuenbäue, Marktplatz, Marktstraße, Bahnhofstraße, Schanzenstraße, Westanlage zur Gala-Auffahrt im Oswaldsgarten und von da zum Festplatz. Die Einwohnerschaft wird nochnrals dringend gebeten, ihre Häuser festlich zu schmücken und zu beflaggen, besonders in den zu passierenden Straßen.

Ein Vogelfreund. Bei einem hiesigen Vogel. Achter erschien ein junger Mensch, der sich als Schreiber in der Klinik auSgab und vorbrachte, der Herr Direktor habe beauftragt, drei Wellensittiche zv >olen und Rechnung

mitzubringen. Vögel nebst Rechnung wurden dem Burschen übergeben, da er ober nicht den Weg nach den Kliniken ein­schlug, schöpfte man Verdacht und machte der Polizei Mit­teilung. Diese stellte die Person in einem Barbierlehrling fest, nahm ihm die Vögel wieder ab und erhob Anzeige wegen BetrugS gegen ihn.

** Zum Theaterb au Projekt, worüber Ober­bürgermeister Mecum in der letzten Stadtverordnetensitzung referierte, ist zu bemerken, daß die Bausumme noch nicht angegeben werden kann. Dagegen steht, wie Oberbgm. Mecum erklärte, fest, daß die Firma Fellner u. Helmer die Bauleitung zu 5 Proz. der Baukosten übernehmen wird.

Was ein Häckchen werden will. Einer Frau am Schiffenbergerweg wurden etwa 40 Mk. aus ihrer Wohnung gestohlen. Der Dieb entpuppte sich als ein 11. jähriger Junge. Er hatte das Geld zum Teil im Freien versteckt und einen Teil an andere Personen zum Aufbe­wahren übergeben.

Postkartenblocks werden von der Reichspost demnächst ausgegeben. Sie bestehen aus je 10 Stück, die an

Boot, das für drei Personen berechnet war. Unterwegs, als sie eben am Schwanheimer Friedhof vorbeigekommen waren, sah der Kaplan drei Mädchen am Ufer spazierengehen. Es waren die Töchter von Johann Henrich IX., Valentin Henrich und die kleine Katharina Saffran, alle drei stehen im drei­zehnten Lebensjahre und zählten zu den Erstkommuni­kantinnen des Kaplans. Meurer lud die Mädchen zum Bootfahren ein, es sei noch Platz vorhanden. Zuerst dankten die Mädchen ablehnend, nach Aussage des Knaben, aber schließlich nahmen sie doch in dem kleinen Fahrzeug Platz, sodaß nunmehr fünf Personen, freilich nur ein Er­wachsener und vier Kinder, darin saßen. Kaplan Meurer hat sicherlich geglaubt, daß der Kahn diese Belastung gut trage, und solange alle stillsaßen, ging auch alles gut. Er saß mit einem der Mädchen in der Mitte und ruderte, der Knabe handhabte das Steuer, während die beiden anderen Mädchen am Ende des Bootes saßen. So fuhr man ganz gut bis kurz vor die etwa sechs Meter tiefen Schleusen. Hier wollte auch eines der am Bootsende sitzenden Mädchen einmal rudern. Der Kaplan, der die Bitte nicht abschlagen wollte, erhob sich, um das Mädchen an seinen Platz zu lassen. In dem Augenblick aber, als er zur Sette trat, kippte das Boot um, und alle fünf fielen ms Wasser. Der Kaplan, der ein guter Schwimmer sem soll, strebte dem Schwanheimer Ufer zu. Während des Schwimmens gab er den zurückgebliebenen beiden Mädchen )en Rat, sich an dem umgestülpten Boot festzuhalten. Kurz bevor er aber die Schleusenkrippe erreicht hatte, wurde er v?n der Strömung oder von der kleinen Katharina die sich.an ihn geklammert hatte, in die Tiefe gezogen. Die Beiden kamen nicht mehr zum Vorschein. Die drei' übrigen Verunglückten, der Knabe und die beiden anderen Mädchen, die sich hilferufend an dem Boot fest hielten und immer näher an die Schleuse trieben, wurden von dem Schleusenmeister Bauer gerettet, der in einem Boot zu den Schiffbrüchigen ruderte. Die Nachricht von dem Unglück hatte sich mtt großer Eile verbreitet und brachte die ganze Bevölkerung tn Bestürzung. Der Fährmann Schindler und der Schiffer Nauheimer machten sich sofort an das Absuchen >es Mains, der an dieser Stelle sehr tief ist. Nauheimer and gegen 11 Uhr beide Leichen an der Schleuse und brachte sie nach Schwanheim. Es war ein trauriger Sim der sich zur mitternächttgen Stunde, an den großen Schorn- leinen der Griesheimer Fabrik vorüber, den Main entlang )ewegte, am Ufer die Schwanheimer Burschen, auf dem Fluß die Leichen in zwei Booten. (K. P.)

xn. Lang-Göns, 30. Juni. Nach langem Warten ommt nun endlich die Dampfwalze in unser Dorf, um die sogenanntenSchmutzbüchsen", den Mühlberg und ne Neugasse nämlich, wieder etwas in Ordnmiq zu bringen. Immer näher rückt der Sonntag heran, an dem unser Gesangswettstreit stattfinden soll. Noch nirgends sieht man eine Halle oder dergleichen. Wenn noch schlechtes Wetter hinzukommt, dann geht es, wie es

Das Iaöresfek der Landes-Universität Hießen wurde heute, Samstag morgen, in der großen Aula in der seither üblichen Weise gefeiert. Eine große Zahl geladener Gäste hatte sich zum Festakt um 11 x/4 Uhr eingefunden. Der beseitige. Rektor, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. VossiuS hielt d'.e Fest­rede über:Die Augenheikunde im Mitt.eialter und ihre Entwickelung im 19. Jahrhund ert*

Anschließend an die Schrecknisse der Vlindhell, der vor- zubeugen der Zweck der Augenheilkunde ist, ging der Rektor auf eine kurze Uebersicht über die Statistik und die U rsachen der Blindheit, auf die Bedeutung speziell der Verletz Zungen des Auges ein und betonte, daß nach Magens 40 Prozent aller Erblindungen abwendbar i st, aber das ist nur mög­lich, falls immer richttge hygienische Maßnahmen getroffen wer­den und rechtzeitig ärztliche Hilfe nachgesucht wird. 'Die Aerzte müssen heute in ihrem eigenen Interesse mehr voü Augen­heilkunde verstehen, und sich die Kenntnisse zu verschaffen, bieten ihnen heute die Universitäten mit gut ausgestattete n Kliniken reichlich Gelegenheit. Für die Erkennung innerer .IkTankheiten ist die Airgenheilkunde seit der Entdeckung des Augenspiegels von großer Bedeutung.

Im Mittelaller lag die Augenheilkunde sehr darnieder. Die Augenkranken fielen berumziehenden Marktschreiern irnb mangel­haft ausgebildeten Okulisten in die Hände, die den Leuten ihr Geld abnahmen, ohne viel zu helfen, und auf Schaubühnen die Patienten verarbeiteten. Sie zogen von Ort zu Ort, o/t mit groß­artigem Gepränge und verordneten merkwürdige Trllnklein und Sälblein, fttr die reichhalttge Rezepte in Gebrauch tvo,:en. Carde-

mon, Anis, Fenchel, Honig, Drachenblut, Krebsaugeii, gebackene Hechtzähne, gepulverte Rebhühnerherzen, Gänse, Fasanen, Reh­lebern u. a. spielten eine Hauptrolle.

Den Marktschreiern sehr nahe stand noch der ei .y sche Okulist John T e y l o r, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts sein Un­wesen trieb. Brillen waren teils des Preises w. gen, teils weil die Leute mit Brillen mehr als Karrikaturen verlacht wurden, erst sehr spät zu Ebren gekommen. Erst im 17. Jahrhundert er­wachte das richtige wissenschaftliche Verständnis für tie Brillen mit der Verwertung der optischen Entdeckungen Keplers für das Auge.

Eine wissenschaftliche ophthalmologische Schule wurde zu An- ang des 19. Jahrhunderts in Wien unter Josef Georg Baer begründet. Er wurde der erste Professor der Augenheilkunde in Oesterreich; bald wurden auch an den anderen östreichischen Uni­versitäten Lehrstüble für Augenheilkunde begründet. Es gehörte nun zum guten Ton nach Wien, Paris und London zu gehen, um Augenheilkunde zu studieren.

Der wichtigste Fortschritt ist zu verzeichnen in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Entdeckung des Augenspiegels durch benf jugendlichen Albrecht v. Gräfe in Berlin. Er reformierte die Augenheilkunde von Grund aus und begründete eine neue Schule, aus der fast alle nach "1870 gegründeten ordentlichen Lehrstühle an den deutschen Hochschulen besetzt wurden, v. Gräfe konnte diesen Triumph nicht mehr erleben; er starb 1870, kaum 42 Jahre alt, an einem Lungenleiden. Seitdem hat sich die Augen­heilkunde durch Gräfe's Schüler und Epigonen unaufhaltsam zu einer den anderen klinischen Schwesterdisziplinen ebenbürti­gen Wissenschaft weiter entwickelt. Großes ist geleistet es sei nur an die Bekämpfung der Kurzsichttgkeit, die Magnet- overationen, die Verbesserung der operativen Erfolge unter der Aera der Antiopsis und Asepsie mit Hilfe des Chinins erinnert. Einer kurzen Besprechung wurden zum Schluß noch die neuen Erfahrungen über den Einfluß der ultravioletten Lichtstrahlen aus das Auge unterzogen."

Jrn Anschluß hieran verlas der Rektor die Chronik und verkündete die Ergebniffe der eingereichten Preis­aufgaben.

o EinfiirchterlichesGrubenunglückin Ruß 1 and. londoner Blätter veöffeutlichen eine Privatdepesche aus Jekiteri- noslaw die eine furchtbare Explosion schlagender Wetter in der .Älengrube zu Makejowka (Kreis Dowietz) meldet. Es sollen 450 Bergleute umgekommen sein.

Ein Minister ist ein gescheiter Mann/' Wir lesen tn denM. N. N": J'n einer Volksschule des £etL Sck>lm"chc!ns bemühte sich kürzlich in Anwesen- W be§ ^-chulinspektors der Lehrer vergeblich, den Abc- ^chutzen zutreffende Antworten zu entlocken. Durch irgend snS6 war die Frage auf datz schwerwiegende

l^ortMmtster gekommen; hier vcrscvgren die Insassen